+++ News-Update am 22. Juni +++ Landrat vom Kreis Gütersloh hält regionalen Lockdown für möglich

Wird es nach dem Corona-Ausbruch in der Tönnies-Fabrik einen regionalen Lockdown geben? Der Landrat schließt das nicht aus. Derweil spricht der WHO-Chef von einem düsteren Rekord der weltweiten Infektionen. Der Überblick am 22. Juni.
Helfer vom Deutschen Roten Kreuz und der Bundeswehr testen Angestellte der Tönnies-Fleischfabrik und deren Angehörige

Helfer vom Deutschen Roten Kreuz und der Bundeswehr testen Angestellte der Tönnies-Fleischfabrik und deren Angehörige

Foto: INA FASSBENDER/ AFP

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Zwei weitere Trump-Wahlkampfhelfer positiv getestet

23.07 Uhr: Nach dem Auftritt von US-Präsident Donald Trump in Tulsa sind zwei Mitglieder seines Wahlkampfteams positiv auf das Coronavirus getestet worden. Beide hätten an der Veranstaltung teilgenommen, sagt ein Sprecher. Allerdings hätten sie während der ganzen Zeit Masken getragen. Stunden vor dem Auftritt Trumps hatte sein Team sechs positive Tests unter den Mitarbeitern bekanntgegeben.

Koalition: Corona-Krise zentrale Aufgabe der EU-Ratspräsidentschaft

22.21 Uhr: Die schwarz-rote Koalition sieht die dauerhafte Überwindung der Corona-Pandemie und die wirtschaftliche Erholung als zentrale Aufgabe der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Das geht aus einem Papier der Koalitionsspitzen nach einem Treffen am Montagabend im Kanzleramt hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

"Mit der Covid-19-Pandemie steht die Europäische Union vor einer schicksalhaften Herausforderung", heißt es in dem knappen Beschluss. Deutschland werde sich während seiner Ratspräsidentschaft "mit ganzer Kraft dafür einsetzen, diese Aufgabe gemeinsam und zukunftsgerichtet zu meistern und Europa wieder stark zu machen".

"Leitgedanken" der deutschen Ratspräsidentschaft, die am 1. Juli beginnt, sollen demnach außerdem sein: "ein stärkeres und innovativeres Europa, ein gerechtes Europa, ein nachhaltiges Europa, ein Europa der Sicherheit und der gemeinsamen Werte, ein starkes Europa in der Welt". Was das jeweils konkret bedeuten soll, geht aus dem Papier nicht hervor.

Berlins Bürgermeister Müller warnt vor Leichtsinn in Corona-Krise

22.10 Uhr: Unmittelbar vor den erwarteten Senatsbeschlüssen über weitere Lockerungen in der Corona-Pandemie hat Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) davor gewarnt, das Erreichte zu verspielen. Die jüngsten Krankheitsausbrüche zeigten die Tücke des Virus, sagte er am Montagabend in einer Ansprache im RBB-Fernsehen. Bereits in den vorangegangenen Tagen hatte Müller in ganzseitigen Zeitungsanzeigen die Einhaltung der Corona-Vorschriften angemahnt.

So blieben gerade während der Sommermonate die Hygiene- und Abstandsregeln wichtig, betonte der Regierungschef. Besonders wichtig bleibe auch das Maskentragen in Bussen und Bahnen. "Es ist nach wie vor nicht die Zeit für sorgloses Feiern in großen Gruppen." Ausdrücklich dankte Müller im Fernsehen "zahllosen Menschen", die in der Krise Außergewöhnliches geleistet hätten. Die Berliner hätten einmal mehr Solidarität und Kreativität gezeigt. "Ich habe keinen Zweifel, dass wir diese Krise gemeinsam meistern."

Saudi-Arabien schränkt wegen Coronavirus-Pandemie Mekka-Wallfahrt ein

21.21 Uhr: Saudi-Arabien schränkt wegen der Coronavirus-Pandemie die Mekka-Wallfahrt Hadsch ein. Sie werde in diesem Jahr einer sehr begrenzten Zahl von Bürgern und im Königreich lebenden Ausländern aller Nationen offen stehen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur am Montag. Hintergrund seien die weltweite Zunahme der Covid-19-Fälle, das Fehlen eines Impfstoffes und die Schwierigkeit, einen ausreichenden Abstand bei einer großen Zahl von Pilgern zu gewährleisten. Saudi-Arabien hatte Ende März Muslime aufgerufen, ihre Pläne für eine Wallfahrt zurückzustellen. Zu der Pilgerfahrt reisen jährlich etwa 2,5 Millionen Menschen in das Königreich.

Niedrigste Zahl an neuen Todesfällen in Großbritannien seit März

20.01 Uhr: Die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle durch die Coronavirus-Pandemie in Großbritannien war am Montag so niedrig wie seit Mitte März nicht mehr. Das geht aus einer Mitteilung des britischen Gesundheitsministeriums hervor. Demnach wurden in den 24 Stunden bis Sonntagabend 15 Sterbefälle von mit dem Coronavirus infizierten Menschen verzeichnet. Auch die Zahl der Neuinfizierten lag seit Monaten erstmals unter 1000.

Für Dienstag wurde erwartet, dass Premierminister Boris Johnson weitere Lockerungen der Kontaktbeschränkungen ankündigt. Medienberichten zufolge soll der Mindestabstand von zwei Metern reduziert werden. Johnson will sich demnach auch zur möglichen Öffnung von Restaurants und Pubs vom 4. Juli an äußern.

Inzwischen mehr als 120.000 Coronavirus-Tote in den USA

19.48 Uhr: In den USA ist die Zahl der Coronavirus-Toten auf mehr als 120.000 angestiegen. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität wurden bis Montagmittag (Ortszeit) etwa 120.050 Todesfälle registriert. Das ist die mit großem Abstand höchste Zahl von Corona-Toten weltweit. Laut der Johns-Hopkins-Universität wurden in den USA bislang zudem knapp 2,3 Millionen Infektionsfälle bestätigt - auch das ist mehr als in jedem anderen Land weltweit.

Landrat in Gütersloh schließt Lockdown nicht aus

19.20 Uhr: Nach einem erneuten Anstieg der Coronavirus-Fälle um einen Schlachthof des Fleischkonzerns Tönnies hält Landrat Sven-Georg Adenauer einen Lockdown für vorstellbar. "Ich würde sagen ja", sagte Adenauer am Montagabend auf die Frage, ob es nach einem Lockdown "rieche".

Die mobilen Teams, die in den Wohnungen und den Unterkünften unterwegs seien und auch Familienangehörige ansprächen, stießen jetzt in ein gewisses Dunkelfeld. "Insofern ist das für mich schon eine neue Situation", sagte Adenauer.

Inzwischen stieg die Zahl der nachweislich Infizierten weiter. Es gebe 1553 positive Befunde von den Personen, die unmittelbar im Werk tätig sind, sagte der Leiter des Krisenstabes im Kreis Gütersloh, Thomas Kuhlbusch. Insgesamt seien 6650 Proben genommen worden. Zuvor hatten die Behörden von 1331 bestätigen Corona-Fällen (Stand Sonntag) in der Tönnies-Belegschaft berichtet.

Keine Neuinfektionen nach weiteren Tests unter Beschäftigten des Schlachtbetriebs in Coesfeld

19.07 Uhr: Im Kreis Coesfeld sind noch sieben Menschen an Covid-19 erkrankt. Die Zahl der Genesenen stieg um eine Person auf 843 Menschen. Das teilte der Landrat mit.

Unterdessen wurden laut der Mitteilung am Freitag Beschäftigte des Schlachtbetriebs in Coesfeld auf Coronavirus-Infektionen getestet. In allen 528 Fällen sei das Ergebnis negativ gewesen. "Es wurde also keine Ansteckung mit dem Coronavirus nachgewiesen", so der Landrat. Anfang Mai hatte sich das Coronavirus in dem Coesfelder Betrieb der Firma Westfleisch ausgebreitet. Der Betrieb musste daraufhin schließen.

Neuer Tagesrekord bei Coronavirus-Infektionen

18.51 Uhr: Die Verbreitung des Coronavirus schreitet fort: Binnen eines Tages sei mit 183.000 Infektionen ein neuer düsterer Rekord aufgestellt worden, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, in Genf. Die Zahl der Fälle weltweit liege nun bei 8,8 Millionen. 465.000 Menschen seien bisher an oder mit Covid-19 gestorben.

Die meisten Infektionen werden in Nord- und Südamerika verzeichnet. Die Situation in Afrika sei unterschiedlich, sagte WHO-Experte Michael Ryan. Einige Länder wie Südafrika hätten deutliche Zuwachsraten. Es gebe aber auch Anzeichen, dass die Sterblichkeit in Afrika geringer sei als anderswo.

Lissabon führt wieder regionale Beschränkungen ein

18.23 Uhr: Wegen mehrerer neuer Corona-Infektionsherde führt die portugiesische Regierung wieder Beschränkungen in der Hauptstadt Lissabon ein. Wie Portugals Ministerpräsident António Costa am Montag mitteilte, sind in Lissabon ab Dienstag wieder Versammlungen von mehr als zehn Personen verboten. Cafés und Geschäfte müssen um 20.00 Uhr schließen.

In Portugal wurden örtlichen Medienberichten zufolge zwischen dem 21. Mai und dem 21. Juni mehr als 9000 neue Coronavirus-Infektionen registriert, die meisten davon in Lissabon und angrenzenden Regionen. Insgesamt haben die portugiesischen Behörden bisher mehr als 39.000 Infektionen und mehr als 1500 Todesfälle durch die Lungenkrankheit Covid-19 registriert.

New York City öffnet Büros, Restaurants und Geschäfte wieder

17.48 Uhr: In der US-Metropole New York hat die zweite Phase der Lockerungen der Corona-Beschränkungen begonnen. Damit dürfen laut der Nachrichtenagentur dpa unter Einhaltung von Masken-, Abstands- und Hygieneregeln etwa Büros, Friseure und Geschäfte wieder öffnen und Restaurants draußen Gäste bewirten.

Außerdem dürfen beispielsweise Makler ihren Kunden Wohnungen und Häuser wieder vor Ort zeigen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters streckte sich der Lockdown auf über hundert Tage.

Bereits mit Beginn der ersten Lockerungsphase vor zwei Wochen darf auf den Baustellen in der Stadt wieder gearbeitet werden. Einzelhändler konnten Kunden vorbestellte Ware im Laden übergeben - jetzt ist in der zweiten Phase auch Publikumsverkehr erlaubt. Zwei weitere Öffnungsschritte stehen noch aus, jede der vier Phasen ist auf zwei Wochen angesetzt.

Allein in New York City hatten sich laut dpa mehr als 390.000 Menschen bislang mit dem Virus infiziert, rund 30.000 sind nach einer Infektion gestorben.

Tönnies-Mitarbeiter sollen in Deutschland bleiben

17.10 Uhr: Mitarbeiter des von einem Corona-Ausbruch betroffenen Fleischverarbeiters Tönnies im Kreis Gütersloh sollen nicht in ihre Heimatländer reisen. Sie sollten in Deutschland bleiben und könnten hierzulande gut versorgt werden, sagte der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) laut der Nachrichtenagentur Reuters. Um Polen, Rumänen oder Bulgaren davon zu überzeugen, in Quarantäne zu bleiben, müssten demnach auch Dolmetscher eingesetzt werden.

Die Gewerkschaft NGG hatte zuvor mitgeteilt, dass einige Mitarbeiter des Betriebs im Kreis Gütersloh bereits in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt sein könnten. "Es ist davon auszugehen, dass einige reisen", sagte der NGG-Landesvorsitzende Mohamed Boudih.

Minibus-Fahrer streiken in Südafrika gegen Corona-Auflagen - Tausende Pendler gestrandet

16.50 Uhr: In der südafrikanischen Hauptstadt-Provinz Gauteng haben am Montag zahlreiche Minibus-Taxifahrer die Arbeit niedergelegt und Straßen in die Städte Johannesburg und Pretoria blockiert. Das berichtet Reuters. Die Fahrer fordern demnach in der Coronavirus-Pandemie mehr Unterstützung von der Regierung.

Menschen warten in Soweto, einem Vorort von Johannesburg, auf die Abholung durch ein Sammeltaxi

Menschen warten in Soweto, einem Vorort von Johannesburg, auf die Abholung durch ein Sammeltaxi

Foto: SIPHIWE SIBEKO/ REUTERS

Durch den Streik kamen laut Reuters Tausende Menschen nicht zur Arbeit. Sie strandeten an Taxiständen, mussten kilometerweit zur Arbeit gehen oder sich in überfüllte Busse drängen.

Die Minibusfahrer dürfen seit Beginn der Corona-Auflagen im März nur mit 70 Prozent Auslastung und unter Berücksichtigung von Abstandsregeln fahren. Die Branche muss laut Reuters jedoch mit maximaler Auslastung fahren, um die für viele Menschen notwendigen niedrigen Fahrpreise gewährleisten zu können. Zuletzt hatte Südafrikas Transportminister registrierten Taxiunternehmern Hilfen in Höhe von rund 250 US-Dollar zugesagt.

Corona-Warn-App könnte laut Bundesregierung auf 85 Prozent der Smartphones laufen

16.35 Uhr: Die Bundesregierung hat auf Kritik zur fehlenden Kompatibilität der Corona-Warn-App mit älteren Smartphones reagiert. "Natürlich würde man sich wünschen, dass (...) jeder mit jedem alten Smartphone damit arbeiten könnte, aber es gibt da technische Gründe, die durch ein politisches Wollen der Bundesregierung nicht wegzuwischen sind", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die App laufe jedoch auf "mehr als 85 Prozent der in Deutschland vorhandenen Smartphones."

Die Entwickler hätten zugesagt, noch einmal zu überprüfen, ob eine Steigerung möglich ist. Knapp eine Woche nach dem Start wurde laut Seibert bereits 11,7 Millionen mal heruntergeladen.

Ein Download funktioniert jedoch nur, wenn die Betriebssysteme der Handys auf einem gewissen Stand sind. Einige Geräte, etwa Apples ältere iPhones 4s oder 6 Plus, fallen damit durchs Raster und können die App gar nicht installieren. (Lesen Sie hier mehr dazu.)

Was die Nutzung der App weiter einschränkt: Sie kann bislang nur aus den deutschen App-Stores von Apple und Google geladen werden. Ausländischen Studenten, Arbeitnehmern oder Reisenden ist es also nicht möglich, die App aus den Stores ihrer Heimatländer auf ihre Handys zu laden.

WHO-Chef beklagt "Mangel an globaler Solidarität"

16.20 Uhr: Der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, befürchtet jahrzehntelange Auswirkungen der Coronakrise. Die größte Gefahr sei jedoch nicht das Virus selbst, "sondern der Mangel an globaler Solidarität und globaler Führung". Eine unsolidarische Welt könne die Pandemie nicht besiegen: "Niemand von uns ist in Sicherheit, solange nicht alle in Sicherheit sind", sagte Ghebreyesus.

Die Corona-Pandemie ist laut dem WHO-Chef nicht nur eine Gesundheitskrise, sondern auch eine wirtschaftliche und soziale sowie in vielen Ländern auch eine politische Krise. "Ihre Auswirkungen werden noch in kommenden Jahrzehnten zu spüren sein."

Nach Angaben der Johns Hopkins Universität wurden weltweit bislang fast neun Millionen Infektionen mit Sars-CoV-2 bestätigt, rund 470.000 Menschen starben an den Folgen einer Erkrankung an Covid-19.

Coronavirus, Covid-19, Sars-CoV-2? Was die Bezeichnungen bedeuten.

Coronavirus: Coronaviren sind eine Virusfamilie, zu der auch das derzeit weltweit grassierende Virus Sars-CoV-2 gehört. Da es anfangs keinen Namen trug, sprach man in den ersten Wochen vom "neuartigen Coronavirus".

Sars-CoV-2: Die WHO gab dem neuartigen Coronavirus den Namen "Sars-CoV-2" ("Severe Acute Respiratory Syndrome"-Coronavirus-2). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit wurde "Covid-19" (Coronavirus-Disease-2019) genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die das Virus Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

Grüne fordern Massen-Corona-Tests nach Ausbruch bei Tönnies

16 Uhr: Die Grünenvorsitzende Annalena Baerbock hat nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies flächendeckende Tests auf das Virus im Kreis Gütersloh gefordert. Erst dann könne entschieden werden, ob für die Region wieder strenge Corona-Einschränkungen angeordnet werden müssten, sagte Baerbock.

Die Massentests müssten nun "unverzüglich" erfolgen. Sie sollen laut Baerbock sicherstellen, dass "die Erfolge der letzten Monate nicht wieder komplett kaputt gemacht werden". Hunderte Menschen hatten sich in dem Fleischbetrieb im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück infiziert, 7000 Menschen sind seitdem bereits isoliert, Kitas und Schulen geschlossen.

Von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) forderte die Grünenchefin ein Krisentreffen mit den betreffenden Ministerien aus Bund und Ländern. Ziel müsse es sein, "gemeinsame Standards für alle Schlachthöfe in Deutschland" zu vereinbaren.

Niederlande melden erstmals seit März keinen Corona-Todesfall mehr

15.50 Uhr: Zum ersten Mal seit Monaten ist in den Niederlanden innerhalb eines Tages kein Mensch mehr an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Das teilte das für Infektionskrankheiten zuständige Institut für Volksgesundheit und Umwelt (RIVM) mit. Bisher wurden in dem Land demnach 6090 Todesopfer registriert.

Am 10. März war das erste Todesopfer in den Niederlanden gemeldet worden. Am 31. März wurde mit 175 die bisher höchste Zahl an einem Tag registriert. Insgesamt wurde das Virus bisher bei rund 50.000 Personen nachgewiesen.

Bulgarien führt Maskenpflicht wieder ein

15.20 Uhr: Bulgarien verpflichtet seine Bürger erneut zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in geschlossenen gemeinschaftlichen Räumen. Wie Gesundheitsminister Kiril Ananiew nach einem Treffen des Corona-Krisenstabs mit Regierungschef Boiko Borissow mitteilte, müssen in Shoppingmalls, Läden, Kinos und Theatern ab 23. Juni wieder Schutzmasken getragen werden.

Die Regierung in Sofia hatte auf höhere Disziplin der Menschen gesetzt und die Maskenpflicht Mitte Juni aufgehoben. Laut der Nachrichtenagentur dpa beachten die Bulgaren die noch verbliebenen Distanz- und Desinfektionsempfehlungen jedoch kaum noch.

Das EU-Land konnte mit seinen knapp sieben Millionen Einwohnern dank frühzeitig eingeführter Corona-Schutzmaßnahmen die Fallzahlen bis Ende April unter 1500 halten, sodass das Gesundheitssystem funktionsfähig blieb. Doch nach mehreren Festtagen und Lockerungen der Einschränkungen im Mai und Juni stiegen die nachgewiesenen Coronavirus-Fälle insbesondere in der vergangenen Woche rasant auf nun 3905. Soweit starben 199 Menschen.

Pubs in England könnten im Juli wieder öffnen

15 Uhr: In England rückt eine Öffnung der Gastronomie im Zuge der Lockerungen der Corona-Beschränkungen offenbar näher. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa will der britische Premierminister Boris Johnson darüber noch am Montag mit Ministern und Wissenschaftlern hinter verschlossenen Türen beraten.

In britischen Medien kursiert indes bereits ein mögliches Öffnungsdatum. Zum 4. Juli könnten demnach Pubs, Restaurants, Hotels und Friseurläden unter Auflagen wieder öffnen. Von Johnson auf den Weg gebrachte Lockerungen gelten aber ohnehin nur für England: Jeder Landesteil in Großbritannien entscheidet selbst über seine eigenen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie.

Der Premierminister hatte die Schließung der Pubs als Maßnahme gegen die Pandemie im März "außergewöhnlich" genannt. Man nehme den Menschen damit das "uralte und unveräußerliche Recht frei geborener Menschen, in den Pub zu gehen, weg."

Geschlossener Pub in London

Geschlossener Pub in London

Foto: JOHN SIBLEY/ REUTERS

Berliner Ordnungsamt untersucht Klassenerhalts-Party bei Union

14.45 Uhr: Dem 1. FC Union Berlin droht nach den Feierlichkeiten zum Verbleib in der Bundesliga weiterer Ärger. "Derzeit wird beim Ordnungsamt Treptow-Köpenick geprüft, ob Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werden", zitierte die "Bild"-Zeitung am Montag eine Bezirkssprecherin. Zudem soll eine Anzeige eines Bürgers per E-Mail eingegangen sein.

Die Union-Profis Christopher Trimmel (33) und Sheraldo Becker (25) sowie der Klub selbst waren am Freitag bestraft worden. Die beiden Spieler "hatten nach dem Bundesliga-Spiel gegen den SC Paderborn 07 offenkundig gegen allgemeine Hygiene- und Infektionsschutzstandards" sowie insbesondere gegen das Konzept der Deutschen Fußball-Liga (DFL) verstoßen, hatte die Dachorganisation mitgeteilt. Erkennbar sei dies auf Videoaufnahmen unter anderem in sozialen Netzwerken.

Sie hatten den 1:0-Sieg gegen Paderborn mit den Fans bejubelt. Die DFL hatte die beiden Profis und den Verein am Freitag zu einer Geldstrafe in insgesamt fünfstelliger Höhe verurteilt. Das Ordnungsamt könnte nun eine weitere Geldstrafe wegen einer Ordnungswidrigkeit verhängen, die laut Infektionsschutzgesetz bis zu 25.000 Euro betragen kann.

Antikörper-Gehalt im Blut sinkt offenbar bereits nach wenigen Monaten deutlich

14.10 Uhr: Die Konzentration eines Antikörpers im Blut von Coronavirus-Infizierten nimmt einer chinesischen Studie zufolge bereits nach zwei bis drei Monaten stark ab. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters mit Bezug auf die bereits am 18. Juni im Journal "Nature Medicine " veröffentlichte Studie. An ihr waren insgesamt 37 Infizierte mit und 37 Infizierte ohne Symptome beteiligt.

Demnach ließ die Konzentration sogenannter IgG-Antikörper teils um bis zu 90 Prozent nach. Im Durchschnitt sei bei Infizierten mit und ohne Symptomen ein Rückgang um 70 Prozent festgestellt worden. IgG-Antikörper wirken im Körper vor allem gegen Viren und Bakterien.

Das Ergebnis nährt laut der Studie auch Zweifel an dem Nutzen von Immunitätspässen wie sie auch in Deutschland diskutiert wurden. Laut dem nicht an der Studie beteiligten Virologen Jin Dong-Yan könnten andere Teile des Immunsystems aber weiter einen Schutz vor dem Virus bieten. Zudem sei die Zahl der untersuchten Patienten in der Studie relativ klein.

Hamburger Innensenator entschuldigt sich für Stehempfang

13.55 Uhr: Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) hat sich für einen von ihm trotz Corona-Pandemie organisierten Stehempfang entschuldigt. "In einer Zeit, in der viele aufgrund der strikten Regeln, die gelten, auf vieles verzichten müssen, darf einfach nicht der Eindruck entstehen, dass ausgerechnet der Innensenator es mit den Regeln nicht so genau nimmt", sagte der Grote dem Sender NDR 90,3.

Das Treffen nach seiner Wiederernennung als Senator vor knapp zwei Wochen hätte nicht stattfinden dürfen. "Ich entschuldige mich dafür ausdrücklich, das war ein Fehler, das darf nicht passieren." Grote betonte aber erneut, dass alle Corona-Regeln bei dem Empfang eingehalten worden seien. Die CDU, AfD und FDP hatten nach dem Vorfall Grotes Rücktritt gefordert.

Bundesbank erwartet deutlichen Wirtschaftseinbruch

13.40 Uhr: Die Bundesbank rechnet mit einem drastischen Einbruch der Wirtschaftsleistung. Das Anfang Juni von den Koalitionsparteien vorgelegte Konjunkturpaket sollte der konjunkturellen Erholung zwar einen Schub geben und "könnte auch zur Verbesserung der Stimmung von Verbrauchern und Unternehmen beitragen", schreibt die Bank in ihrem Monatsbericht Juni.

Die Wirkung des milliardenschweren Konjunkturpakets der Bundesregierung dürfte sich im zweiten Quartal jedoch noch nicht niederschlagen. "Im zweiten Quartal dürfte es jedoch noch kaum Wirkung entfalten", schreibt die Bank. "Insgesamt könnte die Wirtschaftsleistung im Durchschnitt des laufenden Vierteljahres um beinahe ein Zehntel und damit noch erheblich stärker zurückgehen als im ersten Quartal."

In den ersten drei Monaten 2020 war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zum Vorquartal um 2,2 Prozent geschrumpft. Damit stürzte Europas größte Volkswirtschaft in die Rezession - obwohl von den Einschränkungen zur Bekämpfung des Virus im ersten Vierteljahr im Grunde nur der März betroffen war.

Justin Bieber und Shakira singen bei Corona-Spendengipfel

12.20 Uhr: Mit einem Konzertabend im Anschluss an eine internationale Geberkonferenz wollen Popstars Spenden für die Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus eintreiben. Das Konzert mit Justin Bieber, Coldplay, Shakira, Miley Cyrus, Usher und Jennifer Hudson soll am kommenden Samstag (27. Juni) stattfinden.

Zuvor wirbt die EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen bei einem Spendengipfel um weitere Beiträge der Weltgemeinschaft, wie die EU-Kommission und die Hilfsbewegung Global Citizen am Montag mitteilten. "Künstler haben die Kraft, zum Wandel zu inspirieren", sagte von der Leyen.

Es ist bereits die zweite internationale Geberkonferenz, die die deutsche Politikerin veranstaltet. Im Mai waren 7,4 Milliarden Euro für die Suche nach Impfstoffen und Medikamenten gegen das Coronavirus zusammengekommen. Damals sprachen hauptsächlich Staats- und Regierungschefs.

Das soll sich nun ändern. Nach dem regulären Spendengipfel mit Politikern und Wissenschaftlern, aber auch mit Künstlern und Aktivisten, folgt am Abend das Konzert. Auch Promis wie der ehemalige Fußballprofi David Beckham und die Schauspielerinnen Salma Hayek, Charlize Theron und Diane Kruger werden erwartet. Das Event soll weltweit übertragen werden.

Weiterer Tennisspieler bei Adria-Tour infiziert

11.55 Uhr: Bei der vom Tennis-Weltranglistenersten Novak Djokovic organisierten Adria-Tour hat es einen zweiten positiven Corona-Fall gegeben. Nach dem Bulgaren Grigor Dimitrow teilte nun auch der kroatische Profi Borna Coric mit, dass er positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.

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"Ich wollte euch informieren, dass ich positiv auf Covid-19 getestet worden bin", schrieb der 23-Jährige auf Twitter. Er wolle, dass alle, die mit ihm in den vergangenen Tagen in Kontakt waren, einen Test machen. "Mir geht es gut, ich habe keine Symptome", schrieb Coric.

Die Adria-Tour war nach Bekanntwerden von Dimitrows Infektion am Sonntag abgebrochen worden. Das Turnier war jedoch bereits vor den Infektionen kritisiert worden. Zuschauer saßen ohne Mundschutz auf der Tribüne, Tennisprofis hatten mit Fans für Selfies posiert.

Frankreich öffnet Schulen, Campingplätze und Kinos

11.20 Uhr: Seit heute sind in Frankreich wieder alle Schulen mit Ausnahme von Gymnasien unter Auflagen wieder geöffnet. Für Frankreichs Schüler gilt seit heute eine Anwesenheitspflicht, nur Gymnasiasten sind ausgenommen. Allerdings hatte das Bildungsministerium Verständnis für Eltern signalisiert, die ihr Kind zwei Wochen vor Beginn der Sommerferien nicht zum Unterricht schicken wollen. Theoretisch droht beim Verstoß gegen die Schulpflicht ein Bußgeld von 750 Euro.

Erstmals seit gut drei Monaten haben zudem alle Stationen der Pariser Metro wieder geöffnet. In der Hauptstadt dürfen Touristen ab Mittwoch ebenso wieder den Eiffelturm besuchen, am Freitag soll der Flughafen Orly öffnen. Campingplätze und Kinos können im ganzen Land wieder aufmachen.

Südkoreas Behörden sprechen erstmals von zweiter Welle

10.50 Uhr: Die Gesundheitsbehörden in Südkorea sprechen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge erstmals von einer zweiten Infektionswelle im Land. Man sei mittendrin, sagte Jeong Eun Kyeong, Direktorin des Koreanischen Zentrums für Krankheitskontrolle und Vorsorge (KCDC).

Zuvor hatte das KCDC erklärt, dass die erste Welle im Land nie wirklich aufgehört habe. Nun sei klargeworden, dass das Feiertagswochenende Anfang Mai den Beginn der neuen Welle markiere, sagte Jeong. Die Infektionen werden vor allem im Großraum Seoul nachgewiesen. Die Hauptstadt und ihre Umgebung hatten zuvor nur wenige Infektionsfälle gemeldet.

"Wir waren ursprünglich davon ausgegangen, dass die zweite Welle erst im Herbst oder Winter kommt", sagte Jeong. "Unsere Vorhersage stellt sich als falsch heraus. Solange Menschen engen Kontakt mit anderen haben, glauben wir, dass es weiter Infektionen gibt."

Bayern hat höchsten Anteil an Kurzarbeitern

10.10 Uhr: Mehr als ein Viertel der Sozialversicherungspflichtigen in Bayern befindet sich nach einer Schätzung des Ifo-Instituts in Kurzarbeit. Insgesamt kommen die Münchner Wirtschaftsforscher für Bayern auf rund 1,47 Millionen Kurzarbeiter, was 26 Prozent der Sozialversicherungspflichtigen entspricht.

Auch absolut erreicht Bayern damit den höchsten Wert im Ländervergleich und kommt auf etwas mehr Kurzarbeiter als das bevölkerungsreichere Nordrhein-Westfalen. "Gerade in den Ländern mit bedeutender Automobil- und Zuliefererindustrie wird besonders viel Kurzarbeit gefahren", sagte Ifo-Experte Sebastian Link. Dies dürfte auch den vergleichsweise hohen geschätzten Anteil in Baden-Württemberg und den zusammengefassten Ländern Niedersachsen und Bremen erklären (jeweils 23 Prozent).

In Nordrhein-Westfalen, Hessen, den zusammengefassten Ländern Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg Vorpommern, sowie - ebenfalls zusammengefasst - in Berlin und Brandenburg liegt der Anteil der Kurzarbeiter bei 21 Prozent.

Insgesamt geht das Ifo-Institut von 7,3 Millionen Kurzarbeitern im Mai aus. Es bezieht sich dabei auf Beschäftigte, die tatsächlich in Kurzarbeit sind. Die Zahl der Beschäftigten, für die grundsätzlich Kurzarbeit angemeldet ist, liegt höher. Die Schätzung beruht auf Daten aus der Konjunkturumfrage des Instituts

Israel nimmt Zugverkehr wieder auf

9.35 Uhr: Nach dreimonatiger Pause fahren in Israel die Bahnen wieder. Das berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur dpa. Eine der ersten Reisenden war demnach Transportministerin Miri Regev. Sie fuhr per Bahn von Tel Aviv nach Jerusalem. Auf einem von ihrem Ministerium verbreiteten Video war zu sehen, wie sie sich vor der Abfahrt an einem Automaten die Hände desinfizierte.

Bahnhof in der Küstenstadt Netanya: Bahnverkehr wieder aufgenommen

Bahnhof in der Küstenstadt Netanya: Bahnverkehr wieder aufgenommen

Foto: JACK GUEZ/ AFP

Neben Hygieneregeln und Maskenpflicht gelten an Bord weitere Auflagen: Fahrkarten müssen vorab bestellt werden, nicht mehr als 500 Passagiere dürfen in einem Zug fahren und vor dem Betreten der Bahnhöfe wird die Körpertemperatur gemessen. Der Bahnverkehr war vor knapp drei Monaten eingestellt worden, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Israel hatte zu Beginn der Corona-Pandemie sehr schnell mit rigorosen Maßnahmen reagiert. Im Mai begann das Land mit schrittweisen Lockerungen. Seitdem ist die Zahl der Neuinfektionen jedoch wieder angestiegen. Laut der Johns Hopkins University haben sich bislang rund 20.800 Menschen in Israel mit Sars-CoV-2 angesteckt, 306 starben an den Folgen einer Infektion.

Kliniken in der EU bereiten sich auf zweite Infektionswelle vor

9.20 Uhr: Die Krankenhäuser in der Europäischen Union bereiten sich auf einen erneuten Anstieg der Corona-Infektionen vor. "Wir brauchen eine Gesundheitsarmee", sagte Maurizio Cecconi der Nachrichtenagentur Reuters. Cecconi ist gewählter Präsident der Europäischen Gesellschaft für Intensivmedizin (ESICM) und Chef der Intensivstation eines Krankenhauses in Mailand.

"Wenn es eine weitere große Welle gibt, sollten wir bereit sein, Ärzte und Krankenschwestern aus nahe gelegenen Regionen Italiens einzusetzen. Dies ist in der ersten Welle nicht ausreichend geschehen", sagte Cecconi. Mit Schnellkursen sollen Ärzte und Pflegekräfte auf eine erneute Welle vorbereitet werden.

Normalerweise würde eine Ausbildung für den Umgang mit Patienten auf der Intensivstation Jahre dauern, sagte der amtierende ESICM-Präsident Josef Kesecioglu. "Wir sollten damit nicht warten, bis die nächste Welle kommt", sagte Kesecioglu. "Wir sollten ihnen regelmäßiges Training geben."

Thailand will Regeln für Einreise von Ausländern lockern

8.55 Uhr: Die thailändische Regierung hofft, die Einreisebeschränkungen für Ausländer bald teilweise aufheben zu können. Dies teilte ein Sprecher der Regierung mit. Die Lockerungen sollten für Geschäftsleute und Facharbeiter gelten sowie für Ausländer, die in Thailand leben.

"Die ersten drei Gruppen sollten nach ihrer Rückkehr nach 14 Tage in staatlicher Quarantäne bleiben", so der Sprecher. Zuletzt hatte es fast einen Monat lang keine Übertragungen des Coronavirus innerhalb Thailands mehr gegeben.

Wegen neuer Hotspots - Australische Behörden raten von Reisen nach Melbourne ab

8.40 Uhr: Aus Angst vor einer zweiten Corona-Ansteckungswelle haben mehrere australische Bundesstaaten ihre Bürger vor Reisen nach Melbourne gewarnt. Wer vorhabe, die zweitgrößte Stadt des Landes zu besuchen, solle dies überdenken, sagte die Premierministerin des Bundesstaats New South Wales, Gladys Berejiklian, in Sydney. Die Behörden in Melbourne verschärften unterdessen die Corona-Maßnahmen.

Sie rate davon ab, in einen der sechs besonders von dem Neuanstieg betroffenen Stadtteile von Melbourne zu reisen, sagte Berejiklian. "Wir empfehlen den Menschen, zu diesem Zeitpunkt nur nach Melbourne zu reisen, wenn sie es müssen."

Regelbetrieb in Schulen laut Kretschmann kaum umsetzbar

7.20 Uhr: Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält eine Rückkehr zum Regelbetrieb an den Schulen in Baden-Württemberg nach den Sommerferien für unrealistisch. "Unser Kernproblem ist die hohe Zahl der Lehrkräfte und Erzieher, die sich zu den vulnerablen Gruppen zählen. In den Schulen sollen das bis zu 20 Prozent sein", sagte Kretschmann in einem Interview der "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten". "So kann man keinen Regelbetrieb wie vor der Corona-Pandemie machen."

400 Demonstranten bei Ausschreitungen in den Niederlanden festgenommen

06.50 Uhr: Bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen in den Niederlanden ist es zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben am Sonntag in Den Haag berittene Beamte und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. Rund 400 Menschen seien festgenommen worden.

Die Demonstranten im Zentrum von Den Haag protestierten unter anderem gegen die Abstandsregel von 1,50 Metern. Viele von ihnen hielten Hände. Der Protest verlief nach Polizeiangaben zunächst friedlich, bis Fußballfans dann am nahegelegenen Bahnhof Steine und Flaschen gegen Polizisten schleuderten.

EU-Spitzen beraten mit Chinas Staatsführung

06.15 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel schalten sich am Montag (10.00 Uhr) per Videokonferenz zu einem Austausch mit Chinas Präsidenten Xi Jinping und Ministerpräsident Li Keqiang zusammen. Dabei sollen unter anderem die stockenden Verhandlungen über ein Investitionsabkommen sowie der Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie und ihre Folgen zur Sprache kommen.

Die EU-Kommission verhandelt im Auftrag der EU-Staaten bereits seit mehr als sechs Jahren mit China über ein Investitionsabkommen. Es soll unter anderem den Zugang europäischer Firmen zum chinesischen Markt verbessern und Investitionsschutz garantieren. Zuletzt war von der EU eine Einigung bis zu dem ursprünglich für September geplanten EU-China-Gipfel in Leipzig angestrebt worden. Dieser wurde jüngst allerdings ohne Angabe eines neuen Termins verschoben - offiziell wegen der Corona-Pandemie.

Kaum Stau, weniger Lärm, saubere Luft: Wie Corona unsere Städte lebenswerter machte

06.00 Uhr: Wissenschaftler haben während der Pandemie viel darüber gelernt, welchen positiven Effekt es hat, wenn es auf den Straßen ruhiger zugeht. Was lernen wir daraus?

Ärzte für Krisenpuffer bei Kapazitäten der Kliniken

05.25 Uhr: Ärztepräsident Klaus Reinhardt befürwortet angesichts der Coronavirus-Pandemie einen ständigen Krisenpuffer bei den Kliniken. "Krankenhäuser sind keine Unternehmen, in denen man wie in einem produzierenden Betrieb nur die Auslastung optimiert", sagte der Chef der Bundesärztekammer der Deutschen Presse-Agentur. "Wir müssen immer einen gewissen Überhang an Kapazitäten vorhalten und natürlich auch finanzieren, um auf Krisen angemessen reagieren zu können." Es sei wie bei der Feuerwehr: "Sie kostet Geld, auch wenn sie nicht im Einsatz ist. Aber wenn es brennt, ist sie schnell da."

Reinhardt sagte weiter: "Unser Gesundheitssystem funktioniert in der aktuellen Krise ausgesprochen gut." Das gelte für die ambulante Versorgung wie für die Kliniken. "Deshalb darf es auf keinen Fall einen Abbau von Kapazitäten oder Personal geben."

Der Ärztepräsident begrüßte es, Kliniken nun wieder stärker auf die normale Versorgung auszurichten. "Man kann davon ausgehen, dass ein gewisser Behandlungsstau entstanden ist." Menschen mit anderen Erkrankungen hätten aber den gleichen Anspruch, versorgt zu werden, wie Covid-19-Patienten. "Deswegen ist es wichtig, jetzt wieder ein Gleichgewicht in der Versorgung herzustellen und Patienten zu ermuntern, tatsächlich medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen."

Maas fordert vor Besuch in Rom beispiellose europäische Kraftanstrengung

04.35 Uhr: Vor einem Besuch bei der italienischen Regierung in Rom hat Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) europäische Solidarität in der Coronakrise angemahnt. "Die Corona-Pandemie hat Italien früher und härter getroffen als andere, aber die Folgen der Krise spüren wir in Europa alle gleichermaßen", sagte Maas der Düsseldorfer "Rheinischen Post"  (Montagsausgabe). "Die wirtschaftliche und soziale Wiederbelebung fordert von uns allen eine Kraftanstrengung, wie sie die Europäische Union noch nie erlebt hat."

"Kein Land wird allein den Aufschwung schaffen, wenn der Nachbar in der Krise stecken bleibt, die Nachfrage wegbricht, Lieferketten abreißen", sagte Maas weiter. Die Krise sei aber auch eine Chance: "Wenn es uns gelingt, alte Gräben zu überwinden, wenn wir auf den Zusammenhalt und die Solidarität der letzten Wochen aufbauen, dann kann und wird Europa gestärkt aus der Krise hervorgehen." Diese Aufgabe werde die anstehende deutsche EU-Ratspräsidentschaft prägen.

Maas will am Montag in Rom seinem Amtskollegen Luigi di Maio unter anderem die Schwerpunkte der deutschen Ratspräsidentschaft erläutern, die am 1. Juli beginnt. Zudem besuchen die beiden Minister das italienische Spallanzani-Institut zur Prävention, Diagnose und Behandlung von Infektionskrankheiten.

Heiko Maas reist nach Italien

Heiko Maas reist nach Italien

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Florian Gaertner/photothek.net/ imago images/photothek

Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh: Weitere Tests durch mobile Teams 

04.10 Uhr: In dem vom massenhaften Coronavirus-Ausbruch in Deutschlands größter Fleischfabrik besonders betroffenen Landkreis Gütersloh gehen die Tests am Montag weiter. Erneut sollen mobile Teams in den Städten und Gemeinden Abstriche bei Haushaltsangehörigen von Tönnies-Mitarbeitern machen und ihnen Unterstützung anbieten. Nachdem am Sonntag 32 solcher Teams im Einsatz waren, soll deren Zahl am Montag aufgestockt werden, sagte eine Sprecherin des Kreises.

An den Teams beteiligt sind jeweils Mitarbeiter des zuständigen Ordnungsamtes, des Deutschen Roten Kreuzes, der Bundeswehr sowie Dolmetscher. Die örtlichen Kräfte werden dabei durch Fachpersonal aus anderen Landesteilen unterstützt. Auch alle anderen Bürger des Landkreises sollen in den kommenden Tagen die Möglichkeit bekommen, sich kostenlos testen zu lassen.

Nachdem die Reihentests auf dem Gelände der Firma am Wochenende abgeschlossen wurden, werden am Montag die restlichen Befunde erwartet. Bei insgesamt 6139 Beschäftigten wurden Proben genommen. 240 Ergebnisse standen am Sonntag noch aus. 1331 Infizierte wurden bislang registriert. In den vier Krankenhäusern im Landkreis wurden am Sonntag 21 Covid-19-Patienten stationär behandelt. Sechs Personen lagen auf der Intensivstation, zwei von ihnen müssen beatmet werden. Fünf der sechs sind nach Angaben des Kreises Tönnies-Beschäftigte.

Mobile Teams testen Tönnies-Mitarbeiter und deren Angehörige auf das Coronavirus

Mobile Teams testen Tönnies-Mitarbeiter und deren Angehörige auf das Coronavirus

Foto: David Inderlied/ dpa

Medizinrechtler über Impfstoffverteilung: "Es müssen Triage-Entscheidungen getroffen werden"

03.30 Uhr: Tobias Witte ist Fachanwalt für Medizinrecht und schrieb bereits 2013 seine Doktorarbeit zum Thema Pandemievorbereitung. Hier erklärt er, wie ein Impfstoff gerecht verteilt werden kann.

Arbeitsminister Heil: Fleischproduzent Tönnies soll für Corona-Ausbruch haften

02.55 Uhr: 7000 Menschen sind bereits isoliert, Kitas und Schulen geschlossen: Der Corona-Ausbruch im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück beschäftigt die Behörden vor Ort - aber auch die Politik in Berlin.

Nach Ansicht von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) wird der Fleischkonzern Tönnies für Schäden durch den Vorfall haften müssen. "Es muss eine zivilrechtliche Haftung des Unternehmens geben", sagte Heil am Sonntag der "Bild"-Zeitung.  Wer durch Regelverstöße die Verbreitung des Coronavirus auslöse, müsse dafür auch haften.

Spahn spricht sich für Aufarbeitung der Corona-Politik aus

02.20 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für eine umfassende Aufarbeitung der deutschen Corona-Politik ausgesprochen. "Ich hielte es für eine gute Idee, wenn der Gesundheitsausschuss zusammen mit ausgewiesenen Experten eine große Evaluation erarbeitet, aus der wir für die nächste vergleichbare Situation lernen können", sagte Spahn den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (Montag).

Auf die Frage nach einem eigenen Corona-Untersuchungsausschuss, der sich auch mit möglichen Fehlern beschäftigen könnte, sagte Spahn, dies sei "Sache des Bundestags". Die Regierung habe stets auf Grundlage des aktuellen Wissensstands entschieden. "Wir haben jeden Tag dazugelernt. Es gab viel Unbekanntes. Trotzdem müssen Entscheidungen getroffen werden." Nicht zu handeln, sei in einer Krise keine gute Alternative.

Schule in der Coronakrise: Mehr als jeder zehnte Lehrer fällt für den Unterricht im Klassenzimmer aus

01.40 Uhr: Lehrer können sich bisher einfach vom Unterricht im Klassenzimmer befreien lassen, wenn sie Angst vor einer Corona-Ansteckung haben. Fast alle Bundesländer führen deshalb jetzt eine Attestpflicht ein. Eine Auswertung des SPIEGEL zeigt, wo wie viele Lehrer fehlen.

WHO meldet Rekord bei Neuinfektionen

01.10 Uhr: Die globale Ausbreitung des Coronavirus beschleunigt sich weiter. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldete für Sonntag weltweit 183.020 offizielle Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Mehr Neuinfektionen waren zuvor noch nie innerhalb eines Tages gemeldet worden. Der bisherige Höchststand an Neuinfektionen war erst vor wenigen Tagen erreicht worden, am 18. Juni hatte die WHO 181.232 Neuinfektionen gemeldet.

Den höchsten Anstieg stellte die WHO in Nord- und Südamerika mit insgesamt 116.000 Neuinfektionen fest. Weltweit haben sich laut WHO-Bericht  mehr als 8,7 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert, etwa 461.000 Infizierte sind gestorben.

Brasilien zählt mehr als 50.000 Corona-Tote

00.15 Uhr: Im stark von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Brasilien sind mittlerweile mehr als 50.000 mit dem Virus infizierte Menschen gestorben. Das bestätigte Eduardo Pazuello, der nach dem Abschied von Nelson Teich übergangsweise Gesundheitsminister des Landes ist. Brasilien zählt offiziell 1.085.038 Infizierte und 50.617 Corona-Tote, mehr gibt es nur in den USA. Experten schätzen die Dunkelziffer noch höher ein, weil in Brasilien nicht weitläufig getestet wird. Die US-amerikanische Johns Hopkins University zählte zum Zeitpunkt von Pazuellos Bestätigung noch unter 50.000 Tote in Brasilien.

Coronavirus-Ausbruch bei Tönnies: Ministerpräsident Laschet denkt über Kontaktbeschränkungen nach

00.10 Uhr: Nach dem massiven Coronavirus-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies zieht NRW-Ministerpräsident Armin Laschet Kontaktbeschränkungen in Erwägung. "Wir haben die Schulen und Kitas geschlossen, das ist der erste Teil eines Lockdowns. Und wir werden weitere Schritte in diesen Tagen prüfen", so Laschet im "Heute Journal" des ZDF: "Ich könnte mir vorstellen, dass wir Kontaktbeschränkungen ebenfalls wieder erlassen, so wie sie im Lockdown gegolten haben."

Die Zahl der Infizierten in der Fabrik in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh stieg bis Sonntag nach Angaben des Kreises auf 1331. Bislang haben die Behörden auf einen Lockdown im Kreis Gütersloh verzichtet. Laschet hatte am Sonntag argumentiert, das Infektionsgeschehen sei klar bei der Firma Tönnies lokalisierbar, und es gebe keinen "signifikanten Übersprung" hinein in die Bevölkerung.

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Im ZDF verwies er unter anderem auf die Quarantäne, "die wir jetzt für 7000 Menschen verordnet haben" - sämtliche Tönnies-Mitarbeiter waren unter Quarantäne gestellt worden. "Und das ist schon ein ambitiöses Ziel, denn die Menschen müssen mit Essen versorgt werden, man muss ihnen auch in ihrer Muttersprache erklären, was eigentlich das Problem ist", sagte der Ministerpräsident.

In den nächsten Tagen werde es einen Bericht von Experten geben, die die Infektionsketten nachverfolgten - der solle abgewartet werden. "Und ich kann diesen Lockdown nicht ausschließen. Er muss nur gezielt sein, er muss begründet sein, und er muss das Ziel erreichen, dass sich die Infektion nicht weiter in die Bevölkerung verbreitet."

3000 Zuschauer bei Kopenhagener Fußball-Derby

00.05 Uhr: Ein prestigeträchtiges Fußballderby mit Tausenden Stadionzuschauern, aber ohne Sieger: Bei einem der europaweit ersten Ligaspiele mit wieder erhöhter Zuschauerkapazität haben sich Bröndby IF und der FC Kopenhagen 1:1 (0:0) getrennt. 3000 Bröndby-Fans konnten dank einer Sondererlaubnis breit verteilt auf den Stadionrängen dabei sein. Zu Problemen bei den durch das Coronavirus bedingten Abstandsregeln kam es dabei offenbar nicht.

In Dänemark dürfen bei Veranstaltungen mit bestimmten Sitzplatzkapazitäten mittlerweile wieder bis zu 500 Personen dabei sein. Für diesen Spieltag waren das Kopenhagener Derby sowie zwei weitere Superliga-Begegnungen dafür ausgewählt worden, testweise mit mehr als 500 Zuschauern angepfiffen zu werden. Aus den Erfahrungen der drei Spiele sollen Erkenntnisse dafür gesammelt werden, inwieweit Fans bei Ligaspielen in Dänemark künftig trotz der Coronavirus-Pandemie auf der Tribüne sitzen können.

Reproduktionszahl springt auf 2,88

0 Uhr: Nachdem der Reproduktionsfaktor in Deutschland bereits am Samstag mit 1,79 deutlich über der kritischen Marke lag, ist er nun erneut sprunghaft angestiegen. Einer Schätzung des Robert Koch-Institut (RKI) zufolge liegt der Wert nun bei 2,88. Der Anstieg sei vor allem auf lokal begrenzte Ausbrüche unter anderem auf einem Schlachthof bei Gütersloh zurückzuführen. Die Zahl der positiven Befunde der Tönnies-Mitarbeiter ist am Sonntag auf 1331 angestiegen.

"Da die Fallzahlen in Deutschland insgesamt auf niedrigem Niveau liegen, beeinflussen diese lokalen Ausbrüche den Wert der Reproduktionszahl relativ stark", so das RKI. "Die weitere Entwicklung muss in den nächsten Tagen beobachtet werden, insbesondere in Bezug auf die Frage, ob es auch außerhalb der beschriebenen Ausbrüche zu einem Anstieg der Fallzahlen kommt", so das RKI.

Ziel ist ein Wert von unter 1, weil damit die Zahl der Infizierten rechnerisch sinkt. Das ist auch mit Blick auf die Frage wichtig, ob Lockerungen ausgeweitet oder wieder zurückgenommen werden müssten.

evh/lmd/fek/sen/dpa/Reuters/AFP
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