+++ News-Update am Donnerstag +++ Spanien führt Maskenpflicht für Schüler ab sechs Jahren ein

Wenn die Schulen in Spanien im September nach rund einem halben Jahr wieder öffnen, gelten für die Schüler strenge Regeln. Und: Tour-de-France-Team schickt wegen Corona-Befunden vier Personen heim. Das war der Überblick am 27. August.
Wie hier in Düsseldorf müssen Schüler in Spanien eine Maske tragen

Wie hier in Düsseldorf müssen Schüler in Spanien eine Maske tragen

Foto: Rupert Oberhäuser / imago images

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Haseloff verteidigt Sachsen-Anhalts Corona-Sonderrolle

23.21 Uhr: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat die Sonderrolle seines Landes bei den Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie in den ARD-"Tagesthemen"  verteidigt. Die Infektionszahlen in seinem Bundesland seien niedrig, sagte Haseloff. Verschärfungen könne er da kaum vor den Bürgern oder Gerichten begründen.

Gefragt, ob er auf Gegner von Corona-Schutzmaßnahmen Rücksicht nehmen wolle, sagte er: "Es ist eher ein Thema der Verlässlichkeit und auch der Rechtssicherheit." Wenn immer mehr Menschen die Maßnahmen nicht mehr annähmen, gehe die politische Akzeptanz verloren.

Zurückhaltend äußerte sich Haseloff zum Verbot der für das Wochenende geplanten Großdemonstration gegen die Anti-Corona-Politik in Berlin. Er verstehe das aus Infektionsschutz-Gründen, sagte er, aber es würden auch freiheitliche, demokratische Grundrechte eingeschränkt.

15 der 16 Bundesländer hatten am Donnerstag beschlossen, dass künftig ein Mindestbußgeld von 50 Euro bei Verstößen gegen die Maskenpflicht gelten soll - nur Sachsen-Anhalt schert aus und macht nicht mit. "Ich bin dafür, dass wir eine Reglung finden, die bundeseinheitlich gilt", sagte Haseloff weiter. Aber der Staat müsse auch darauf achten, dass er auch die Mittel zur Durchsetzung von Festlegungen habe. Im Fokus stehe nun die Bewältigung des Rückstroms der Urlauber. "Da ist vieles nicht im Lot."

Mehr als 100 Nerzfarmen schließen in den Niederlanden wegen Corona

Nerzfarm: Tiere im Käfig

Nerzfarm: Tiere im Käfig

Foto: Reporters/ imago images

23.18 Uhr: Weil an Dutzenden Orten Nerze das Coronavirus auf Menschen übertragen haben, müssen nun mehr als 100 Nerzfarmen in den Niederlanden bis März schließen, berichtet die niederländische Nachrichtenagentur ANP. Hunderttausende der Pelztiere sollen in den Niederlanden und anderen europäischen Ländern während der Pandemie schon getötet worden sein.

Die Niederlande wollen die Nerzzucht bis 2024 sowieso stoppen. Die Schließungen jetzt wurden angeordnet, nachdem mehrere Farm-Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert worden sind. Die Regierung will 180 Millionen Euro zur Verfügung stellen, um die Züchter zu entschädigen, berichtet ANP.

Disney World: Mann bedroht Ordner wegen Maskenstreit

22.25 Uhr: Weil ein Mann und seine Familie sich nicht an die Maskenregeln im Freizeitpark Disney World in Orlando im US-Bundesstaat Florida halten wollten, kam es zu einer Auseinandersetzung mit dem Sicherheitspersonal. Der 35-jährige Gast soll einen Ordner am Kopf geschlagen haben und ihm mit dem Tod gedroht haben, berichtet die zuständige Polizeibehörde laut der Nachrichtenagentur AP. Der Vorfall ereignete sich am 14. August, wurde aber jetzt erst bekannt.

Der Mann, seine Frau und die drei Kinder hatten keine passenden Masken dabei. Sie gingen laut Polizeibericht zurück zum Auto und kamen mit Masken zurück. Ein Kind hatte aber wohl immer noch eine Maske, die nicht den Disney-Regeln entsprach. Daraufhin soll der Streit losgegangen sein. Der Mann wurde festgenommen.

Spanien führt wegen Corona Maskenpflicht für Schüler ab sechs Jahren ein

21.08 Uhr: Mit der geplanten Wiedereröffnung der Schulen in Spanien haben die Behörden eine Maskenpflicht für Kinder ab sechs Jahren angekündigt. "Das Tragen von Masken wird generell ab dem sechsten Lebensjahr Pflicht sein, auch wenn die Abstandsregeln eingehalten werden", sagte Bildungsministerin Isabel Celaa am Donnerstag. Wegen der Corona-Epidemie waren die Schulen in Spanien Mitte März geschlossen worden - erst im September sollen sie wieder öffnen.

Neben dem Tragen von Schutzmasken müssen die Schüler darauf achten, 1,5 Meter Abstand voneinander zu halten und sich fünf Mal täglich die Hände zu waschen, wie Celaa sagte. Zudem müssen die Klassenräume regelmäßig durchlüftet. Lehrer und Schüler werden sich täglichen Temperaturmessungen unterziehen müssen. Ziel sei es, dass alle Schüler in die Schulen zurückkehren könnten, anstatt Online-Unterricht zu bekommen, wie es am Ende des vergangenen Schuljahres der Fall war.

Die Neuausbrüche bereiten in Spanien immer mehr Sorgen. Am Donnerstag meldete das Gesundheitsministerium in Madrid 3781 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ist die höchste Zahl seit Ende des Corona-Notstandes im Juni.

Tour de France: Team Lotto-Soudal schickt wegen Corona-Befunden vier Personen nach Hause

20.33 Uhr: Zwei Tage vor dem Start der Tour de France in Nizza hat das Team Lotto-Soudal der deutschen Radprofis John Degenkolb und Roger Kluge zwei Personen wegen "nicht negativer" Coronatests aus dem Betreuerstab genommen. Wie der belgische Rennstall am Abend mitteilte, sind auch ihre Zimmerkollegen als Risikokontakte nach Hause geschickt worden.

"Sicherheit bleibt die Priorität Nummer eins", twitterte der Rennstall, der keine weiteren Informationen über die Identität der Betroffenen mitteilte. Ein Test sei positiv ausgefallen, bei dem anderen habe es ein verdächtiges Ergebnis gegeben.

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Beim ersten Test sechs Tage vor der Tour seien alle Fahrer und Teammitglieder negativ getestet worden. Der Tour-Start des Teams sei nicht in Gefahr.

New Yorker Museum of Modern Art nach Corona-Pause wieder geöffnet

Eine Besucherin am Eingang des Museums of Modern Art

Eine Besucherin am Eingang des Museums of Modern Art

Foto: TIMOTHY A. CLARY / AFP

20.15 Uhr: Nach fast sechsmonatiger Schließung in der Corona-Krise hat das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) seine Türen wieder für Besucher geöffnet. Zahlreiche Menschen nahmen die Chance auf einen Besuch in dem renommierten Museum in Manhattan, das seine Einlasskapazität um rund drei Viertel verringert hat, gleich am ersten Tag wahr - unter Einhaltung von Hygiene-, Abstands- und Maskenregeln.

Seit Montag dürfen Museen in New York, die fast alle seit März geschlossen hatten, offiziell unter strengen Auflagen wieder öffnen - tun dies jedoch nur nach und nach. Auf das MoMA will am Wochenende das Metropolitan Museum folgen. Das Whitney Museum für amerikanische Kunst will am 3. September nachziehen, das Guggenheim-Museum sogar erst am 3. Oktober. Die Corona-Krise trifft die Kulturbranche der Stadt, die im Frühjahr eines der weltweiten Epizentren der Epidemie war, seit Monaten hart.

Frankreich verzeichnet Höchststand an Infektionen seit Ende des Lockdowns

20.00 Uhr: In Paris gilt bald Maskenpflicht, das Auswärtige Amt hat längst Reisewarnungen ausgesprochen - die Infektionszahlen in Frankreich sind abermals gestiegen. Das Land verzeichnete am Donnerstag 6111 neue bestätigte Coronavirus-Ansteckungen in den letzten 24 Stunden. Das ist die höchste Zahl seit dem Ende des Lockdowns - und die zweithöchste seit dem Höchststand von 7.578 am 30. März während der ersten Hochphase der Pandemie.

Kölner Karnevalisten planen 11.11. "in kleiner Runde"

19.45 Uhr: Den Start in die fünfte Jahreszeit am 11.11. planen die Kölner jecken angesichts der neuen Corona-Auflagen für Großveranstaltungen in NRW mit deutlich weniger Besuchern. Wegen der Infektionszahlen sei eine Sessionseröffnung "in kleiner Runde" mit Live-Übertragung im WDR das wahrscheinlichste Szenario, sagte der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, laut einer Mitteilung . "So können auch zuhause an den Bildschirmen möglichst viele Jecken dabei sein", sagte er demnach. Für die vielen anderen spontanen Karnevalsfeiern am 11.11. müsse die Stadt klare Regeln definieren.

Haseloff erhält Kritik aus eigener Regierung

19.30 Uhr: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff wird auch in der eigenen Koalition für die ablehnende Haltung während der Ministerpräsidentenkonferenz zu einem Mindestbußgeld für Verstöße gegen die Maskenpflicht kritisiert. "Verstöße gegen Regeln müssen sanktioniert werden können. Und diese Konsequenzen müssen einheitlich sein. Alles andere kann man niemandem vermitteln", sagt der Landeschef der Grünen und Haseloffs Koalitionspartner, Sebastian Striegel, dem SPIEGEL. "Sachsen-Anhalt ist bislang gut durch die Krise gekommen. Diesen Vorteil dürfen wir nicht verspielen."

Bei dem von Kanzlerin Angela Merkel angestrebten bundesweiten Mindestbußgeld für Verstöße gegen die Maskenpflicht kam das von ihr erwünschte Signal der Einigkeit nicht zustande, weil Sachsen-Anhalt es ablehnte. Haseloff verwies auf die niedrigen Infektionszahlen in seinem Land - und darauf, dass es in dem Land ohnehin ein Beförderungsverbot für Menschen ohne Maske gebe. Auch in der Frage einer Teilnehmerbegrenzung für Privatfeiern stellte Haseloff sich quer: "Ich wüsste nicht, wie ich das begründen sollte."

Stellenabbau bei Pret A Manger

19.00 Uhr: Noch schnell ein Sandwich auf dem Weg zur Arbeit oder am Flughafen kaufen? In der Coronakrise machten das deutlich weniger Menschen als sonst. Das hat Folgen für die britische Kaffee- und Sandwich-Kette Pret A Manger. Das Unternehmen streicht nun 2800 Stellen. Er sei sehr traurig, dass das Unternehmen nach einer Restrukturierung so viele Mitarbeiter verliere, sagte Chef Pano Christou. Zwar sei inzwischen eine leichte Erholung zu erkennen, doch sei der Schaden durch die Pandemie immens. Der Verkauf sei auf das Niveau von vor zehn Jahren gesunken. Die 1986 in London gegründete Kette mit weltweit über 400 Läden ist am stärksten in Großbritannien vertreten. Im Juli hatte das Unternehmen bereits angekündigt, 30 Standorte im Vereinigten Königreich zu schließen.

Laschet hält kleine Weihnachtsmärkte für möglich

18.30 Uhr: Die Kölner Weihnachtsgesellschaft hat den Weihnachtsmarkt rund um den Dom bereits wegen der Coronapandemie abgesagt. Nur Stunden später hält NRW-Ministerpräsident Armin Laschet nach einem Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den anderen Länderchefs Weihnachtsmärkte unter Umständen womöglich doch für möglich. Eine Entscheidung sei zwar noch nicht getroffen, sagte der CDU-Politiker. Aber: "Es gibt keine generelle Aussage zur Absage von Weihnachtsmärkten", sagte Laschet. Wo es besonders eng werde, seien Weihnachtsmärkte jedoch schwierig anzubieten. "Wo wie auf Wochenmärkten Abstände möglich sind, ist es denkbar." In der Runde habe es verschiedene Vorschläge gegeben, wie Weihnachtsmärkte doch möglich seien. Als Beispiel nannte Laschet etwa den Verzicht auf Alkohol, um das enge Zusammenstehen an Glühweinständen zu verhindern.

NRW setzt Maskenpflicht im Schul-Unterricht aus

17.59 Uhr: Nordrhein-Westfalen setzt die umstrittene Maskenpflicht im Unterricht für Kinder und Jugendliche an weiterführenden Schulen aus. Die Pflicht zum Tragen von Masken im Schulunterricht ende am 31. August, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

Maskenpflicht ab Freitag in ganz Paris 

Eine Frau mit Maske radelt nahe des Eiffelturms

Eine Frau mit Maske radelt nahe des Eiffelturms

Foto: IAN LANGSDON/EPA-EFE/Shutterstock

17.24 Uhr: In ganz Paris gilt ab Freitag eine Maskenpflicht unter freiem Himmel. Das kündigte die für Gesundheit zuständige stellvertretende Bürgermeisterin von Paris, Anne Souyris, im Gespräch mit dem Sender BFM TV an. Premierminister Jean Castex hatte sich zuvor deutlich für eine solche Regelung ausgesprochen. Davor war die Maske nur in Teilen der Stadt verpflichtend. Viele Menschen tagen sie aber schon jetzt dauerhaft, da sich die Zonen, in denen der Mund- und Nasenschutz Vorgabe ist, wie ein unübersichtlicher Flickenteppich über das Stadtgebiet verstreuen.

Robert Koch-Institut rechnet 2021 mit Impfstoff

17.02 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) rechnet damit, dass es zum Beginn des kommenden Jahres Impfstoffe gegen das Coronavirus gibt. "Nach aktuellem Kenntnisstand wird erwartet, dass bis Anfang 2021 ein oder mehrere Covid-19-Impfstoff(e) in der Europäischen Union zugelassen und erste Produktionschargen verteilt und vertrieben werden könnten", heißt es im jüngsten Epidemiologischen Bulletin.

Es sei allerdings damit zu recushnen, dass nicht von Anfang an genügend Impfstoff für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehen werde. Deshalb solle die Ständige Impfkommission ein Konzept erarbeiten, wie die dann verfügbaren Bestände mit dem bestmöglichen Nutzen eingesetzt werden könnten. Dieses Prinzip heißt Priorisierung. Dabei seien ethische Aspekte für eine gerechte Verteilung von besonderer Bedeutung. Die Priorisierung solle dafür sorgen, bestmöglich zur Vermeidung von schweren Erkrankungen und Todesfällen beizutragen.

Tour de France: Behörden verschärfen Maßnahmen

16.43 Uhr: Aufgrund der steigenden Infektionszahlen in Frankreich verschärfen die Behörden die Maßnahmen für den Auftakt der 107. Tour de France. Die ersten beiden Etappen in und um Nizza werden "fast hinter verschlossenen Türen" stattfinden, kündigte Bernard Gonzalez als Präfekt der Alpes-Maritimes-Region an. Das Gebiet war zuvor von Premierminister Jean Castex neben 18 weiteren Départements als rote Zone eingestuft worden. Das heißt, dass dort eine erhöhte Ansteckungsgefahr herrscht.

Der Zugang zu den Pässen ist demnach für den öffentlichen Verkehr verboten. Nur Personen mit Fahrrad und zu Fuß, die mit einer Maske ausgestattet sind, dürfen am Samstag die Küste von Rimiez und am Sonntag die Pässe Colmiane, Turini, Quatre Chemins und Eze betreten. Die Polizei werde große Menschenansammlungen verhindern.

Italienische Urlaubsinsel will Zahl der Touristen begrenzen

16.26 Uhr: Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, fordern Anwohner der kleinen italienischen Urlaubsinsel Stromboli eine Begrenzung des Tourismus. "Wir wollen Touristen nicht verjagen. Aber wir wollen, dass ihre Zahl reguliert wird", sagte Egle Iannelli der Deutschen Presse-Agentur - die Mitorganisatorin eines jüngsten Protests im Fährhafen der Insel. Dort hatten sich am Dienstag rund 150 Anwohner und Langzeiturlauber versammelt und gegen eine "Invasion" der Insel durch Tagestouristen demonstriert.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Der Stromboli bildet eine kleine Insel vor Sizilien und ist einer der aktivsten Vulkane der Welt. Auf der Insel wohnen nur wenige Hundert Menschen, doch zur Hochsaison im Sommer kommen zahlreiche Touristen. Aus Sizilien oder Kalabrien steuern pro Tag rund ein Dutzend Fähren mit je bis zu 400 Tagesurlaubern die Insel an, die sich meist mehrere Stunden auf Stromboli aufhalten.

Schweden will bis zu 500 Zuschauer in die Stadien lassen

15.37 Uhr: Die schwedische Gesundheitsbehörde hat dem Vorschlag der Regierung zugestimmt, bei öffentlichen Veranstaltungen wieder mehr Publikum zuzulassen. Solange die Zuschauer einen Meter Abstand hielten, könne die Anzahl der Personen von 50 auf 500 erhöht werden, sagte Staatsepidemiologe Anders Tegnell am Donnerstag. Vorausgesetzt, es gäbe nummerierte Sitzplätze, wie zum Beispiel in Fußballstadien.

Die Regierung empfiehlt bislang einen Abstand von zwei Metern. In Schweden waren bis Donnerstag 5820 Menschen an Covid-19 gestorben, rund 84.000 wurden positiv getestet. So unterschiedlich meisterte Europa die erste Welle.

80 neue Infektionen - Offenbach wieder unter kritischem Wert

15.12 Uhr: Weitere 80 Hessen haben sich nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Damit liegt die Zahl der bislang bestätigten Infektionen bei 15.105, wie das Sozialministerium mitteilte. In Zusammenhang mit dem Virus sind 529 Menschen gestorben, das war ein Patient mehr als am Vortag (Stand 14.00 Uhr).

In Offenbach sank eine wichtige Kennzahl, die zuletzt oberhalb der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage (7-Tage-Inzidenz) gelegen hatte: Der Wert betrug dem Ministerium zufolge nun 47,5. Die Stadt nannte einen Wert von 48,2. Wiesbaden stand mit 44,9 weiterhin kurz davor, die Schwelle zu erreichen.

Weiter über eine Million US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe

14.59 Uhr: Die Zahl der wöchentlichen Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA bleibt auf hohem Niveau. In der Woche bis einschließlich 22. August stellten etwas über eine Million Menschen einen Neuantrag, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Im Vergleich zu der Vorwoche, als die Zahl bei gut 1,1 Millionen lag, war dies ein leichter Rückgang.

Vor der Pandemie hatte die Zahl selten über 100.000 pro Woche gelegen. Die Arbeitslosenquote lag zuletzt bei für die USA historisch hohen 10,2 Prozent. Die Zahl ist auch deswegen von Bedeutung, weil sich Republikaner und Demokraten noch immer nicht auf einen Ersatz für die ausgelaufene zusätzliche Arbeitslosenhilfe des Bundes in Höhe von 600 Dollar pro Woche aus einem Corona-Hilfspaket vom März geeinigt haben. Lesen Sie hier mehr.

519 Bewohner in Asylbewerber-Einrichtung unter Quarantäne

14.55 Uhr: In Rheinland-Pfalz ist eine Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber komplett unter Quarantäne gestellt worden. Für die dort untergebrachten 519 Bewohner gelte nun ein generelles Ausgehverbot, teilte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier mit. Es gebe drei bestätigte Infektionen. Die Verantwortlichen rechnen mit einer Quarantänezeit von zwei Wochen. Zudem gebe es einen Aufnahmestopp in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) in Hermeskeil (Kreis Trier-Saarburg).

Am Dienstag war ein jugendlicher Bewohner positiv auf Corona getestet worden. Daraufhin wurden 43 Kontaktpersonen ermittelt, die umgehend isoliert worden waren. Unter ihnen seien am Mittwoch zwei weitere Corona-Virusinfektionen bestätigt worden. Den positiv Getesteten gehe es soweit gut, sagte der Sprecher der ADD.

Nach Infektion: Pogba aus Nations-League-Kader gestrichen

Paul Pogba wurde positiv auf das Coronavirus getestet

Paul Pogba wurde positiv auf das Coronavirus getestet

Foto: POOL / REUTERS

14.32 Uhr: Der französische Fußballer Paul Pogba ist positiv auf das Coronavirus getestet und deswegen von Trainer Didier Deschamps aus dem Nations-League-Aufgebot der Nationalmannschaft gestrichen worden. Weltmeister Frankreich spielt zum Auftakt in Schweden (5. September) und empfängt dann Kroatien (8. September). Deutschland trifft am 3. September in Stuttgart auf Spanien.

Französischer Regierungschef warnt vor Virusausbreitung

13.51 Uhr: "Das Virus breitet sich im ganzen Land aus”, sagte der französische Regierungschef Jean Castex. "Die Ausbreitung der Epidemie kann exponentiell sein, wenn wir nicht schnell reagieren.” Der Reproduktionsfaktor "R” liege inzwischen bei 1,4. Ziel ist ein Wert von unter 1, weil dann die Zahl der neu Infizierten rechnerisch sinkt.

Der französische Regierungschef Jean Castex: "Das Virus breitet sich im ganzen Land aus”

Der französische Regierungschef Jean Castex: "Das Virus breitet sich im ganzen Land aus”

Foto: Gonzalo Fuentes / REUTERS

Die Regierung hofft noch, einen neuen landesweiten Lockdown zu vermeiden. Doch seit Juli steigen die Infektionen wieder. Das Gesundheitsministerium meldete am Mittwoch 5429 Neuinfektionen und damit so viele wie seit Anfang April nicht mehr.

Polizeigewerkschaften für einheitlichere Regeln

13.40 Uhr: Polizeigewerkschaften plädieren für bundesweit einheitlichere Sanktionen bei Verstößen gegen Corona-Vorschriften. "Wir brauchen Regelungen, die für alle transparent und verständlich sind", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, der Deutschen Presse-Agentur. "Das erleichtert auch die Arbeit der Polizei, die sonst schnell zum Buhmann wird." Zudem würden die Regeln ernster genommen, wenn Bußgelder drohten.

Nach Einschätzung von Radek ist die Polizei in der Pandemie weniger personell als im zwischenmenschlichen Bereich gefordert. "Es herrscht ein Reizklima in Deutschland. Kollegen werden angepöbelt, als "Nazis" und "Faschisten" beschimpft oder sogar angespuckt." Wer sich an die Regeln halte, fordere das auch zunehmend aggressiver von anderen ein.

Mehrere Corona-Fälle beim indigenen Volk der Groß-Andamaner in Indien

13.22 Uhr: Mehrere Corona-Fälle beim kleinen indigenen Volk der Groß-Andamaner haben in Indien Sorgen um die Ureinwohner der Andamanen-Inseln im Indischen Ozean ausgelöst. Nach Behördenangaben vom Donnerstag wurden bislang zehn Groß-Andamaner positiv auf das Coronavirus getestet. Vier von ihnen werden in einem Krankenhaus behandelt, die sechs anderen wurden in häusliche Quarantäne geschickt.

Auf der Adamanen-Insel Straight Island leben noch gut 50 Groß-Andamaner, die von der indischen Regierung versorgt werden.

Nach Angaben von Anthropologen und Aktivisten gab es vor der Ankunft britischer Sielder auf der Inselgruppe im 19. Jahrhundert noch mehr als 5000 Groß-Andamaner. Hunderte von ihnen wurden bei Kämpfen mit den Briten getötet, tausende weitere starben an eingeschleppten Krankheiten wie Masern, Grippe und Syphilis. Lesen Sie hier mehr.

Österreich weitet freiwillige Tests auf Gastronomie aus

13.12 Uhr: In Österreich können sich nun auch Mitarbeiter in der Gastronomie, von Campingplätzen und Jugendherbergen freiwillig bis zu einmal wöchentlich einem Coronatest unterziehen. Das bisher auf Beschäftigte in der Hotellerie beschränkte Programm werde nun ausgeweitet, sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Geplant sei obendrein eine Ausweitung auf Fremdenführer, Reiseleiter und Skilehrer. "Das ist sinnvoll für den Winter", sagte Köstinger. Für das Programm stehen bis Jahresende rund 150 Millionen Euro zur Verfügung. In den Sommermonaten wurden den Angaben zufolge bisher mehr als 100.000 Test gemacht. Ursprünglich wurden 65.000 Tests pro Woche angestrebt. Inzwischen sei die Bereitschaft zur Teilnahme deutlich gewachsen, hieß es seitens der Fachverbandes Hotellerie.

Strände auf Mallorca werden nachts geschlossen

Neue Einschränkungen auf Mallorca: Strände nachts geschlossen und Rauchverbot

Neue Einschränkungen auf Mallorca: Strände nachts geschlossen und Rauchverbot

Foto: Thomas Reiner / imago images/ThomasReiner.pro

13.02 Uhr: Zur Eindämmung der steigenden Infektionszahlen werden auf Mallorca neue Einschränkungen eingeführt: Unter anderem sollen nächtliche Strand- und Parkbesuche untersagt werden. Die Restriktionen sollen nach Möglichkeit schon am Freitag nach der Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft treten.

Unter den angekündigten Maßnahmen sind für jene Touristen, die trotz geltender Reisewarnung demnächst die liebste Insel der Deutschen besuchen wollen, neben den neuen Strandregeln vor allem wohl folgende wichtig: Rauchen im öffentlichen Raum soll ganz untersagt werden. Bei privaten Treffen werden wieder maximal zehn Personen erlaubt sein, soweit diese nicht demselben Haushalt angehören. Und in Kneipen, Restaurants und Cafés soll die Zahl der erlaubten Gäste wieder reduziert werden - die Details waren noch nicht geklärt. Lesen Sie hier mehr.

Deutsche müssen in Frankreich vorerst nicht in Quarantäne

12.54 Uhr: Deutsche Staatsbürger müssen bei einer Einreise nach Frankreich vorerst nicht in Quarantäne. Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian sagte, eine solche Maßnahme sei bisher nicht geplant. Sollte sich die Ausbreitung des Coronavirus in der Bundesrepublik aber deutlich beschleunigen, könne sich dies ändern. Das gleiche soll für Belgier gelten.

Die Bundesregierung hatte zu Wochenbeginn eine Reisewarnung für den Pariser Großraum und das Gebiet um die Côte d'Azur und die Provence ausgesprochen. Damit müssen Rückkehrer bei ihrer Einreise nach Deutschland in der Regel für 14 Tage in Quarantäne, wenn sie nicht einen negativen Corona-Test vorlegen können. Belgien hatte daraufhin ähnliche Regeln erlassen.

Frankreich weist 19 neue Risikogebiete aus

11.58 Uhr: Frankreich hat 19 neue Risikogebiete ausgewiesen. Damit gelten nun 21 Verwaltungsbezirke als "rote Zonen", wie Premierminister Jean Castex mitteilte. Die Einstufung ermöglicht es den Behörden, die Maßnahmen auszuweiten. Damit reagiert die Regierung auf den starken Anstieg der Infektionszahlen.

Auch ein Großteil des Mittelmeerraums sowie die Verwaltungsbezirke um die Großstädte Bordeaux und Toulouse gehören nun zu den besonders betroffenen Gebieten. Dort übersteigt die Zahl der Neuansteckungen die Schwelle von 50 auf 100.000 Einwohner.

Bisher waren nur Paris und das Département Bouches-du-Rhône um die Hafenstadt Marseille als solche Zonen mit "aktiver Virusausbreitung" eingestuft. Deutschland warnt vor Reisen in den Pariser Großraum und das Gebiet um die Côte d'Azur und die Provence. Vergangenen Dienstag führte Frankreich die landesweite Maskenpflicht für Unternehmen ein.

Weihnachtsmarkt am Kölner Dom fällt aus

11.48 Uhr: Der berühmte Weihnachtsmarkt am Kölner Dom fällt wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr aus. "Wir haben den Markt abgesagt und die Mieter mit einem Schreiben darüber informiert", sagte die Geschäftsführerin der Kölner Weihnachtsgesellschaft, Monika Flocke, auf Anfrage. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

"Wir haben wochenlang überlegt, ob wir den Markt so gestalten könnten, dass es nicht zu Ansteckungen kommt. Aber letztlich haben wir keine Lösung gefunden", sagte Flocke. Das Risiko sei einfach zu groß.

Südkorea stellt Parlamentsbetrieb ein

11.39 Uhr: Das südkoreanische Parlament hat angesichts steigender Infektionszahlen und eines positiv getesteten Parlamentsjournalisten seinen Betrieb vorübergehend eingestellt. Die Behörden ordneten an, sowohl das Parlamentsgebäude in Seoul als auch ein Gebäude mit Abgeordnetenbüros vorerst zu schließen.

Zuvor war ein Journalist, der am Mittwoch über ein Treffen der Regierungspartei berichtet hatte, positiv auf das Virus getestet worden. Mehr als zehn Abgeordnete der Regierungspartei, darunter die Partei- und Fraktionschefs, begaben sich daraufhin in Quarantäne. Auch die Parteien der Opposition sagten geplante Treffen vorerst ab.

Eilantrag gegen Testpflicht für Reiserückkehrer abgelehnt


11.02 Uhr: Das Bundesverfassungsgericht hat einen Eilantrag gegen die Testpflicht für Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten abgelehnt. Der Wunsch von Einzelnen, sich keinem Test unterziehen zu müssen, habe gegenüber dem Interesse der Allgemeinheit an der Eindämmung und Kontrolle des Infektionsgeschehens zurückzutreten, entschieden die Richter. Der Beschluss vom 25. August wurde am Donnerstag in Karlsruhe veröffentlicht.

Geklagt hatte eine Familie, die im Moment Urlaub auf Mallorca macht und am Samstag zurückkommen will. Die spanische Ferieninsel ist seit dem 14. August als Risikogebiet eingestuft. Die Kläger wollten dem derzeit verpflichtenden Corona-Test bei der Einreise aus dem Weg gehen. Die "Zwangstestung" verletze ihre körperliche Integrität, sie müssten gegen ihren Willen eine ärztliche Behandlung dulden. Mit ihrem Eilantrag in Karlsruhe wollten die Eltern zumindest erreichen, dass ihr knapp zweijähriger Sohn nicht getestet wird.

Die Richter sehen aber keinen Anlass, an der Testpflicht zu rütteln. Die Beeinträchtigungen durch den Test seien "nur von kurzer Dauer und niedrigschwelliger Intensität". Umgekehrt stünden "hochrangige Rechtsgüter wie Leib und Leben einer großen Anzahl Dritter" auf dem Spiel. Auch von einzelnen nicht getesteten Personen könne ein Ansteckungsrisiko ausgehen. Die Kläger hätten nicht dargelegt, warum das ausgerechnet bei ihnen nicht der Fall sein sollte.

Gewerkschaftsbund fordert Stärkung der Ausbildung

10.15 Uhr: Der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB fordert auch angesichts der Coronakrise eine gesetzliche Ausbildungsgarantie. "Jeder Jugendliche muss ein Angebot auf einen Ausbildungsplatz oder eine überbetriebliche Ausbildung erhalten", sagte DGB-Vizevorsitzende Elke Hannack bei der Vorstellung des Ausbildungsreports. "Das Nebeneinander von Fachkräftemangel und hoher Ausbildungslosigkeit ist Gift für unsere Gesellschaft", kommentierte Hannack den sich in der Pandemie verschärfenden Trend von Jugendlichen, die keine Ausbildung fänden. Im Handwerk etwa wurden bis Ende Juli 13 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als noch im Vorjahr.

Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge 2020 könnte nach Hannack auf 456.000 Verträge sinken: "Das wäre der niedrigste Stand, den wir seit Gründung der Bundesrepublik jemals hatten." Noch im vergangenen Jahr seien mehr als 100.000 zusätzliche Verträge geschlossen worden. Der Ausbildungsmarkt sei aber schon vor der Krise angespannt gewesen. Die Zahl der ausbildenden Betriebe etwa liege mittlerweile bei nur noch unter 20 Prozent.

Drosten kommt mit Podcast zurück

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin

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Christophe Gateau/ dpa

10.00 Uhr: Am 1. September, setzt NDR Info "Das Coronavirus-Update" mit Christian Drosten fort. Neu ist: Neben Christian Drosten, dem Leiter der Virologie an der Berliner Charité, wird die Virologin Sandra Ciesek ein regelmäßiger Gesprächsgast des Podcasts sein. Beide werden sich künftig im Gespräch mit NDR-Info-Wissenschaftsredakteurin Korinna Hennig wochenweise abwechseln. Die Podcasts des SPIEGEL finden Sie hier.

Gewerkschaft: Zugbegleiter können Maskenpflicht nicht durchsetzen

09.31 Uhr: Zugbegleiter dürfen aus Gewerkschaftssicht nicht dafür verantwortlich gemacht werden, die Maskenpflicht in der Bahn durchzusetzen. "Wir haben jeden Tag Übergriffe. Wir wollen die Kollegen nicht ans Messer liefern", sagte der Vizechef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Klaus-Dieter Hommel, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Gewerkschaft fürchtet, dass die Ministerpräsidenten bei ihrer Tagung am Donnerstag dem Zugpersonal im Fernverkehr über die Beförderungsbedingungen die Aufgabe übertragen, die Maskenpflicht zu kontrollieren, sie durchzusetzen und Verstöße zu sanktionieren.

Aus Sicht der EVG kann diese hoheitliche Aufgabe allein die Bundespolizei wahrnehmen. Dazu sei eine ausreichende Zahl von Polizisten notwendig, außerdem bundesweit einheitliche Bußgelder. Hommel sagte zur Maskenpflicht: "Wenn der Staat sie nicht durchsetzen kann, dann müssen die Züge stehen bleiben."

Söder fordert längerfristiges Krisenmanagement

09.16 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vor den Beratungen zur Corona-Strategie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten gefordert, längerfristig zu planen. "Es wär mal gut, wenn wir versuchen, jetzt ein langfristiges Management zu entwickeln", sagte er mit Blick auf den Umgang mit Reiserückkehrern aus Risikogebieten im ZDF-"Morgenmagazin".

Labors und Gesundheitsdienste bräuchten eine längerfristige Perspektive für ihre Arbeit. Die zuletzt ins Spiel gebrachte Kursänderung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) von Pflichttests hin zu neuen Quarantäneregelungen sei "sehr schnell" gewesen. "So richtig durchdacht scheint das nicht zu sein", sagte Söder. Lesen Sie hier alle neuen Beschlüsse nach.

Teilnehmerzahl bei Privatfeiern soll auf 25 begrenzt werden

09.15 Uhr: An privaten Feiern sollen nach Vorstellung der Bundesregierung wegen der Corona-Pandemie bis auf Weiteres nur noch maximal 25 Menschen teilnehmen können. "Leider haben die letzten Wochen gezeigt, dass gerade Feierlichkeiten im Familien- oder Freundeskreis Infektionen verbreiten können", heißt es in der Beschlussvorlage. Die Begrenzung auf 25 Teilnehmer solle bei Zusammenkünften "in privat genutzten Räumen und auf privat genutzten Grundstücken" gelten.

Ende kostenloser Corona-Tests aus Nichtrisikogebieten

09.13 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will die kostenlosen Corona-Tests für Einreisende aus Nichtrisikogebieten am Ende der Sommerferien aller Bundesländer mit dem 15. September beenden. In dem Beschlussentwurf des Bundes wird darauf hingewiesen, dass Reiserückkehrer aus Risikogebieten in jedem Fall verpflichtet seien, sich unverzüglich für 14 Tage nach ihrer Einreise in Quarantäne zu begeben.

Merkel: Mindestbußgeld von 50 Euro für Verstöße gegen Maskenpflicht

09.07 Uhr: Angesichts der wieder gestiegenen Zahl der Corona-Infektionen soll nach den Vorstellungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vorerst auf weitere Lockerungen verzichtet werden. Die Hygieneregeln seien unbedingt einzuhalten, und bei Verstößen gegen die Maskenpflicht müssten mindestens 50 Euro Bußgeld erhoben werden, hieß es in einer Beschlussvorlage des Bundes für die Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten. Lesen Sie hier alle neuen Beschlüsse nach.

Berliner Innensenator verteidigt Demonstrationsverbot

08.59 Uhr: Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat das Verbot der für Samstag geplanten Demonstration gegen die Corona-Politik verteidigt. Im RBB-Inforadio sprach er von einer schweren Entscheidung.

Schon Anfang August waren Tausende Menschen in Berlin auf die Straße gegangen. Weil viele weder Abstand hielten noch Masken trugen, löste die Polizei damals eine Kundgebung auf. Nun untersagte die Versammlungsbehörde mehrere fürs Wochenende geplante Proteste. Geisel hatte dazu auch erklärt: "Ich bin nicht bereit, ein zweites Mal hinzunehmen, dass Berlin als Bühne für Corona-Leugner, Reichsbürger und Rechtsextremisten missbraucht wird."

Auf die Frage, ob er damit nicht den Verdacht nähre, dass es ihm am Ende weniger um den Infektionsschutz gehe, sondern vor allem darum, Reichsbürger und Rechtsextremisten fernzuhalten, sagte Geisel: "Nein. Das ist eine schwierige Abwägung, die wir dort getroffen haben. Die steht in der Verbotsverfügung, da geht es um Infektionsschutz." Aber er habe auch das Recht, eine politische Meinung zu haben.

Schweizer Wirtschaft mit Rekordeinbruch

08.37 Uhr: In der Schweiz ist die Wirtschaft wegen der Coronakrise in den Monaten April bis Juni eingebrochen. Der konjunkturelle Rückschlag fiel aber nicht ganz so heftig wie befürchtet aus und zum Teil deutlich schwächer als in den Nachbarländern. Im zweiten Quartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung im Quartalsvergleich um 8,2 Prozent, wie die Schweizer Regierung am Donnerstag in Bern nach einer ersten Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) mitteilte. Es handelt sich damit um den stärksten Rückgang seit Beginn der Aufzeichnung von Quartalszahlen im Jahre 1980.

Fast jeder zweite Deutsche für generelle Maskenpflicht am Arbeitsplatz

08.29 Uhr: Fast die Hälfte der Bundesbürger befürwortet eine generelle Maskenpflicht am Arbeitsplatz. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der "Augsburger Allgemeinen" sagten 46,5 Prozent der Befragten, sie hielten eine entsprechende Corona-Schutzmaßnahme für richtig. 37 Prozent lehnten demnach einen verpflichtenden Mund-Nasen-Schutz am Arbeitsplatz ab. 16,5 Prozent äußerten sich unentschieden.

Die Ablehnung einer generellen Maskenpflicht am Arbeitsplatz ist laut Umfrage unter Anhängern von AfD und FDP am größten. Etwa drei von vier Wählern der Alternative für Deutschland sprechen sich der Zeitung zufolge gegen eine solche Maskenpflicht aus. Die Anhänger der anderen im Bundestag vertretenen Parteien seien mehrheitlich dafür. Während im Westen des Landes rund jeder Zweite eine Maskenpflicht befürworte, tue dies im Osten nur rund jeder Dritte.

Schwesig: "Auf keinen Fall" einheitliche Regeln für Familienfeiern"

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig

Foto: Jens Büttner / dpa

08.20 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat sich kurz vor den Beratungen zur Corona-Strategie mit Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten erneut gegen eine bundeseinheitliche Regelung für Familienfeiern ausgesprochen. "Das werde ich auf keinen Fall mitmachen", sagte sie im Deutschlandfunk. Die Infektionslage vor Ort sei ausschlaggebend.

"Wenn alle nach bundeseinheitlichen Regeln rufen, dann sollten wir sie da machen, wo es um Bundes- oder internationale Fragen geht", betonte Schwesig - etwa für Reiserückkehrer aus Risikogebieten oder auch beim Bußgeld für Verstöße gegen die Maskenpflicht. Die Akzeptanz der Bevölkerung für Corona-Regeln fehle dann, wenn sie nicht nachvollziehbar seien. "Deutschland hat sich mit der Frage von internationalem Reiseverkehr leider übernommen", sagte Schwesig. Das hätte man bundeseinheitlich mit den Ländern regeln müssen. Es habe keine Strategie gegeben.

Kalifornien will tägliche Zahl an Tests verdoppeln

06.18 Uhr: Nach dem Anstieg von Neuinfektionen will Kalifornien seine Testkapazitäten deutlich ausbauen. Der US-Westküstenstaat werde die tägliche Zahl der Tests in den nächsten Monaten verdoppeln, kündigte Gouverneur Gavin Newsom am Mittwoch (Ortszeit) an. Ein neues Laboratorium solle täglich 150.000 zusätzliche Tests vornehmen und innerhalb von 24 bis 48 Stunden die Resultate liefern. Derzeit würden in Kalifornien täglich etwa 100.000 Tests durchgeführt, doch die Wartezeit für Ergebnisse liege im Schnitt bei sieben Tagen, sagte Newsom.

Seit Ausbruch der Pandemie sind in dem bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat - mit knapp 40 Millionen Einwohnern - fast 11 Millionen Tests durchgeführt worden. Nach Angaben vom Mittwoch gibt es in Kalifornien bislang mehr als 680.000 bekannte Fälle, gut 12.500 Menschen sind an einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Corona-Neuinfektionen in Deutschland bei 1500

05.45 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts 1507 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am Tag zuvor waren es 1576. Am Samstag war mit 2034 neuen Fällen erstmals seit Ende April die 2000er-Marke überschritten worden.

Südkorea meldet die höchste Zahl an Neuinfektionen seit März

05.40 Uhr: Südkorea hat innerhalb eines Tages 441 neue Corona-Fälle registriert. Das ist die höchste Zahl an Neuinfektionen seit März. Insgesamt hat Südkorea damit 18.706 Krankheits- und 313 Todesfälle zu verzeichnen.

Deutsche Tourismusbranche befürchtet Pleitewelle

05.01 Uhr: Die Coronakrise bedroht die Existenz vieler Unternehmen in der Tourismusbranche: Nach einer Umfrage des Deutschen Reiseverbandes (DRV) unter fast 650 Unternehmen, die dem "Handelsblatt" vorliegt, sehen sich mehr als 60 Prozent der Reisebüros und 50 Prozent der Reiseveranstalter unmittelbar von der Insolvenz bedroht. Knapp die Hälfte der Reisebüros habe bereits Mitarbeiter entlassen müssen, ähnlich sehe es bei den Reiseveranstaltern aus.

Laut Verbandsumfrage beziffern 70 Prozent der Reisebüros und knapp zwei Drittel der Veranstalter ihren derzeitigen Umsatz auf weniger als 25 Prozent des Vorjahresumsatzes. 85 Prozent der Reiseveranstalter und fast 80 Prozent der Reisebüros haben zudem Kurzarbeit, 76 Prozent der Veranstalter und fast 85 Prozent der Reisebüros Überbrückungshilfen beantragt.

New York warnt vor drastischen Einschnitten im U-Bahn-Verkehr

Pendler mit Schutzmasken warten in Manhattan, New York, auf die U-Bahn. Wegen der Coronakrise sind die Fahrgastzahlen stark gesunken

Pendler mit Schutzmasken warten in Manhattan, New York, auf die U-Bahn. Wegen der Coronakrise sind die Fahrgastzahlen stark gesunken

Foto: Angela Weiss / AFP

04.22: Die Stadt New York hat vor drastischen Einschnitten im U-Bahn-Verkehr für den Fall gewarnt, dass sie keine Corona-Milliardenhilfen der US-Bundesregierung für ihren öffentlichen Nahverkehr erhält. Niemals seit der großen Wirtschaftskrise in den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts seien die Fahrgastzahlen "derart stark und dauerhaft" gesunken wie jetzt während der Pandemie, sagte der Chef der örtlichen Verkehrsbehörde MTA, Patrick Foye.

Wegen der stark gesunkenen Einnahmen aus Fahrscheinen fordert die MTA von der Bundesregierung in Washington eine Subvention von rund zwölf Milliarden Dollar (zehn Milliarden Euro). Andernfalls würden Kürzungen der Dienstleistungen um bis zu 40 Prozent erforderlich, warnte die Behörde.

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Innenminister Seehofer fordert Ende der Geisterspiele in der Bundesliga

04.12 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer dringt vor dem Bund-Länder-Gipfel zur Coronakrise darauf, bei Spielen der Fußball-Bundesliga wieder Fans in begrenztem Umfang zuzulassen. "Die Bevölkerung versteht nicht, wenn im Nahverkehr viele Menschen auf engem Raum unterwegs sein dürfen, aber ein Fußballspiel mit wenigen Zuschauern und großen Abständen nicht möglich sein soll", sagte der CSU-Politiker der Zeitung "Augsburger Allgemeine".

In einem Stadion mit 80.000 Plätzen könne man durchaus eine nennenswerte Anzahl von Zuschauern unterbringen und dabei alle Infektionsschutzregeln einhalten, wenn entsprechende Hygienekonzepte vorlägen, betonte Seehofer. Sinnvoll sei es auch, vorerst keine Stehplätze zuzulassen, um Infektionsrisiken zu vermeiden.

Der Bundesinnenminister plädierte dafür, die geltenden Corona-Maßnahmen regelmäßig auf ihre Verhältnismäßigkeit zu überprüfen. Den Vorschlag der Deutschen Fußball Liga, auf Alkohol in den Stadien zu verzichten, unterstütze er ausdrücklich.

Uno: Ein Drittel aller Schulkinder in Coronakrise ohne Fernunterricht

03.45 Uhr: Rund 463 Millionen Kindern weltweit sei es während der Corona-bedingten Schulschließungen nicht möglich gewesen, an Fernunterricht teilzunehmen, hieß es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht, des Uno-Kinderhilfswerks Unicef.

In großen Teilen Afrikas seien das beispielsweise fast die Hälfte aller Schulkinder gewesen, in Teilen Asiens und Europas rund ein Drittel. Am stärksten betroffen gewesen seien die jüngsten Schulkinder sowie Kinder aus armen Haushalten und ländlichen Regionen.

Für den Bericht analysierte Unicef den häuslichen Zugang von Schulkindern in rund 100 Ländern zu Technologie wie Fernsehern, Radio oder Internet. Selbst wenn dieser Zugang gegeben sei, hätten jedoch oft andere Faktoren wie etwa fehlende Unterstützung, Arbeitspflichten oder eine ungenügende Lernumgebung die Kinder vom Fernunterricht abgehalten.

Maskenverweigerer in Frankreich sticht Kellner nieder

03.28 Uhr: Dramatische Szenen spielten sich gestern Abend in einem Restaurant in Nordfrankreich ab: Ein Mann hat einen Kellner niedergestochen, nachdem dieser ihn zum Tragen einer Schutzmaske aufgefordert hatte. Der 29-jährige Täter sei betrunken gewesen. Der 30-jährige Kellner erlitt bei dem Vorfall in Le Havre in der Normandie eine schwere Brustverletzung. Sein Leben sei jedoch nicht in Gefahr, hieß es von der Polizei.

Ein Polizist außer Dienst, der sich in dem Restaurant aufhielt, griff den Polizeiangaben zufolge ein und wurde leicht verletzt. Der Verdächtige wurde bei Verlassen des Lokals von anderen Polizisten festgenommen.

In Frankreich gilt zum Schutz gegen das Coronavirus eine Maskenpflicht in Restaurants, Bars und Cafés. Die Neuinfektionen mit dem Virus haben im Land zuletzt wieder deutlich zugenommen.

Corona-Schnelltest in den USA zugelassen

03.08 Uhr: Abbott Laboratories gibt die Marktzulassung für einen mobilen Covid-19-Schnelltest in den USA bekannt. Die US-Zulassungsbehörde FDA erteilte die Genehmigung im Rahmen ihres Notfallprogramms. Der Test namens BinaxNOW COVID-19 Ag Card liefere innerhalb von 15 Minuten Ergebnisse und komme überwiegend bei medizinischem Fachpersonal in Krankenhäusern und Laboren zu Einsatz, so das Unternehmen.

Auch Großbritannien nutzt seit Anfang August Schnelltests. In Deutschland gibt es Forderungen nach solchen schnelleren und günstigeren Tests, zum Beispiel von Linkenchefin Katja Kipping. Aber die Tests weisen bekannte Schwächen auf. Mehr dazu lesen Sie hier.

Weltweite Corona-Fälle steigen auf über 24 Millionen

02.44 Uhr: Mehr als 24 Millionen Menschen weltweit haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Das geht aus den Zahlen der Johns Hopkins University  hervor. An den Folgen der Erkrankung sind bislang 822.480 Menschen gestorben. Mit fast 5,8 Millionen Fällen und mehr als 179.000 Todesopfern bleiben die USA das am stärksten betroffene Land, gefolgt von Brasilien und Indien.

US-Gesundheitsbehörde weicht Corona-Testrichtlinien auf

01.10 Uhr: Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat ihre Richtlinien aufgeweicht, wer sich einem Virustest unterziehen sollte. Medienberichten zufolge passiert dies auf Druck von Präsident Donald Trump. Dieser hofft im Wahlkampf auf eine positive Entwicklung in der Coronakrise. Bislang empfahl das Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) grundsätzlich einen Test für alle, die engen Kontakt zu einem mit Corona infizierten Menschen hatten. Dies sei notwendig, weil auch Menschen ohne Krankheitssymptome das Virus weiterverbreiten könnten.

Seit dieser Woche heißt es auf der CDC-Website, wer sich mindestens 15 Minuten lang nahe einem Infizierten aufgehalten habe, aber selbst keine Symptome zeige, brauche nicht "notwendigerweise" einen Test. Wurden bisher also auch Menschen ohne Symptome aufgerufen, sich einem Test zu unterziehen, wurde dies nun gestrichen. Gesundheitsexperten zeigten sich entsetzt. Geschätzt 40 bis 50 Prozent aller Infizierten sind asymptomatisch, können das Virus aber übertragen.

Brasilien meldet mehr als 3,7 Millionen Infektionen

00.05 Uhr: Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldete zuletzt 47.161 Neuinfektionen an einem Tag. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 3,717 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 1086 auf 117.666 zu.

jok/mjm/apr/kfr/dpa/AFP/Reuters
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