+++ Corona-News am Dienstag +++ Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Madrid

Aufgrund hoher Infektionszahlen rät das Auswärtige Amt von Reisen in Spaniens Hauptstadt und ins Baskenland ab. Außerdem: Die US-Sportveranstaltung "Big Ten Conference" fällt aus. Das war der Überblick am 11. August.
Reinigungspersonal desinfiziert die Straßen in Madrid Mitte März zu Beginn der Corona-Pandemie

Reinigungspersonal desinfiziert die Straßen in Madrid Mitte März zu Beginn der Corona-Pandemie

Foto: Eduardo Parra/ dpa

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Uno warnt vor schweren Folgen der Pandemie für junge Menschen

22.02 Uhr: Die Vereinten Nationen befürchten schwere und dauerhafte Auswirkungen der Corona-Krise auf junge Erwachsene. Die Pandemie verschlechtere die Karriereaussichten junger Menschen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren sowie die Bildungschancen von Studenten, heißt es in einem Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. Demnach sind junge Erwachsene überproportional stark von der Krise betroffen.

Zugrunde liegt eine Studie mit mehr als 12.000 Teilnehmern im Alter von 18 bis 29 Jahren in 112 Ländern. Demnach sind die Auswirkungen der Pandemie besonders stark bei jungen Frauen, den jüngeren Jahrgängen in der untersuchten Altersgruppe sowie bei jungen Menschen in Ländern mit niedrigem Durchschnittseinkommen.

Sollten nicht rasch Gegenmaßnahmen ergriffen werden, drohten der Generation "ernste und lang anhaltende Auswirkungen der Pandemie", warnte die ILO. 13 Prozent der Studienteilnehmer hatten demnach keinerlei Zugang mehr zu Unterricht oder Ausbildung. Mehr als 70 Prozent der Befragten sagten aus, die Schließung ihrer Bildungseinrichtungen habe für sie negative Auswirkungen.

Vor allem in ärmeren Ländern zeige sich die "digitale Kluft", während das Lernen zunehmend ins Internet verlegt worden sei. Die ILO forderte bessere Möglichkeiten zum Online-Lernen und Lehrpläne, die auf ein virtuelles Publikum zugeschnitten seien.

Viele junge Arbeiter verloren dem Bericht zufolge wegen der Corona-Krise ihren Arbeitsplatz. Ihre Karriereaussichten seien dadurch schwer eingeschränkt, unterstrich die ILO. 17 Prozent der jungen Arbeitnehmer sind demnach komplett arbeitslos, 42 Prozent verdienen heute weniger Geld, die Zahl der Arbeitsstunden sank um fast ein Viertel.

Als Konsequenz seien rasche und umfassende Arbeitsmarktprogramme notwendig, "um eine ganze Generation junger Leute zu schützen, deren Beschäftigungsaussichten durch die Krise dauerhaft beschädigt zu werden drohen", forderte die ILO.

Auch die psychischen Folgen der Krise sind laut der Studie gravierend. 17 Prozent der Befragten leiden demnach "wahrscheinlich" unter Depressionen und Ängsten. Viele junge Leute hätten ein Gefühl der Unsicherheit und Angst, das sich auch auf ihre Ausbildung auswirke.

Facebook löscht sieben Millionen Beiträge mit fragwürdigen Corona-Infos

21.51 Uhr: Facebook hat seit April mehr als sieben Millionen Beiträge mit Informationen zum Corona-Virus gelöscht, die dem Online-Netzwerk zufolge die Gesundheit von Menschen gefährden könnten. Rund 98 Millionen weniger gefährliche Inhalte mit zweifelhaften Informationen seien mit Warnhinweisen versehen worden, teilte der Konzern am Dienstag mit. Facebook fährt seit einiger Zeit einen härteren Kurs gegenüber potenziell gefährlichen Informationen, etwa zu angeblichen Corona-Behandlungen. Dabei geriet der Konzern auch mit US-Präsident Donald Trump aneinander.

Das Unternehmen räumte zugleich ein, dass es die Corona-Krise schwieriger mache, bei Beiträgen einzugreifen, die darauf hinweisen, dass Nutzer sich Schaden zufügen wollen. Während zur Erkennung etwa von Hassrede automatisierte Software eingesetzt werde, sei in diesen Fällen immer noch die Rolle menschlicher Prüfer sehr groß. Die Verlagerung aus den Büros ins Homeoffice habe deren Arbeit erschwert.

Auswärtiges Amt verhängt Reisewarnung in Regionen von Spanien

21.33 Uhr: Das Auswärtige Amt erweitert seine Reisewarnung für Spanien. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die autonomen Gemeinschaften Aragon, Baskenland, Katalonien, Madrid und Navarra werde derzeit aufgrund erneut hoher Infektionszahlen und örtlichen Absperrungen gewarnt, teilt das Amt mit. Derzeit gebe es neue regionale Infektionsherde in Aragon, Katalonien, Navarra, dem Baskenland sowie in der Hauptstadtregion Madrid mit einem Auftreten von mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb das Robert-Koch-Institut diese Gebiete zu Risikogebieten erklärt habe. Daraus resultiere eine Quarantäneverpflichtung beziehungsweise ein kostenloser verpflichtender PCR-Test bei Einreise nach Deutschland.

Big Ten Conference abgesagt

21.26 Uhr: Die Big Ten Conference im Herbst wird dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Stattdessen soll sie möglicherweise im Frühjahr 2021 stattfinden, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet.

Bei der Big Ten handelt es sich um ein Traditionsturnier US-amerikanischer Universitätsmannschaften. Wettbewerbe werden in Sportarten wie American Football, Feldhockey, Volleyball oder Fußball ausgetragen.

Libanon mit Rekordanstieg an Neuinfektionen

20.09 Uhr: Der Libanon meldet einen Rekordanstieg bei Neuinfektionen. Es seien mehr als 300 Fälle und sieben Tote verzeichnet worden, teilen die Behörden mit. Insgesamt sind damit 7121 Infektionen und 87 Todesfälle bekannt. Experten befürchten eine stärkere Ausbreitung des Virus nach der Explosionskatastrophe vor einer Woche. Etwa 300.000 Menschen sind seitdem obdachlos, mindestens 15 medizinische Einrichtungen wurden beschädigt, darunter drei größere Krankenhäuser.

Paul-Ehrlich-Institut warnt bei Impfstoffzulassung vor Eile

19.20 Uhr: Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat angesichts der ersten Zulassung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus zur Einhaltung geltender Standards bei Zulassungsverfahren gewarnt. "Aus Sicht des Paul-Ehrlich-Institutes ist es auch in der aktuellen Pandemiesituation zwingend erforderlich, dass alle Prüfungen und Bewertungen mit der gleichen Sorgfalt erfolgen wie bei anderen Impfstoffen", sagte PEI-Präsident Klaus Cichutek am Dienstag in einem Statement . Das Institut mit Sitz im hessischen Langen ist in Deutschland für die Zulassung von Impfstoffen zuständig.

Bei der Zulassung des Corona-Impfstoffes in Russland seien geringe Transparenz und nach bisherigen Informationen auch fehlende Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten aus klinischen Prüfungen an mehreren Tausend Probanden zu bemängeln. "Die Zulassung ist daher mit Vorsicht zu betrachten", sagte Cichutek. Zugelassen werden sollte ein Impfstoff demnach nur dann, wenn der gezeigte Nutzen mögliche Risiken deutlich überwiegt.

Französischer Premier will Maskenpflicht im Freien ausweiten

18.45 Uhr: Der französische Premierminister Jean Castex will die lokalen Behörden auffordern, die Maskenpflicht im öffentlichen Raum "so weit wie möglich" auszudehnen. Denn es bestehe ein "großes Risiko" für ein Wiederaufflammen der Corona-Pandemie.

In Frankreich sind Mund-Nasen-Bedeckungen aufgrund der Pandemie bereits landesweit im öffentlichen Verkehr sowie in Gebäuden wie Banken, Geschäften und Behörden verpflichtend. Mehrere Kommunen haben die Vorschriften zusätzlich ausgeweitet. So ist etwa in Paris das Tragen von Atemschutzmasken rund um Touristenhotspots auch im Freien vorgeschrieben. Auch in Nizza besteht teilweise eine Maskenpflicht im Freien.

Castex kündigte auch eine Verschärfung der Kontrollen der Maskenpflicht sowie weiterer Corona-Maßnahmen an, darunter auch die Meldepflicht für Veranstaltungen mit mehr als zehn Teilnehmern. Die Beschränkung für Großveranstaltungen auf maximal 5000 Teilnehmer verlängerte der Premierminister bis Ende Oktober. Ursprünglich war eine Lockerung bereits für Ende August geplant.

Italiens Ex-Premier Renzi für Impfpflicht

18.10 Uhr: Der frühere italienische Ministerpräsident Matteo Renzi fordert eine landesweite Impfpflicht. "Wenn wir wirklich eine Impfung gegen Covid haben, muss diese verpflichtend für alle sein. Verpflichtend, nicht freiwillig", schrieb der Politiker auf seiner Homepage.

Er widerspricht damit einer Empfehlung des aktuellen Regierungschefs Giuseppe Conte. Dieser hatte zuletzt gesagt, er "glaube nicht, dass eine Impfung obligatorisch sein muss, aber sie muss möglich sein."

In einem Interview des "Corriere della Sera" sagte Ex-Premier Renzi dagegen noch: "Nach all dem, was wir durchgemacht haben, was sollen wir wohl machen mit einer Impfung? Lassen wir die Leute selbst entscheiden und müssen dann alle wieder drei Monate einsperren?"

Italien zählte seit Ausbruch der Pandemie bislang etwas mehr als 250.000 Corona-Fälle, mehr als 35.000 Menschen starben. Zuletzt wurden täglich einige Hundert Neuinfektionen gezählt.

Gesundheitsministerium äußert sich zu russischem Impfstoff

17.50 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium hat auf die Zulassung eines Corona-Impfstoffes durch die russische Regierung reagiert. In Europa setze die Impfstoffzulassung "hinreichende Erkenntnisse aus klinischen Prüfungen zum Beleg von Wirksamkeit und Unbedenklichkeit voraus", sagte eine Sprecherin des Ministeriums den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

"Es muss ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis des Impfstoffs nachgewiesen werden, bevor er in der Breite angewendet werden kann", sagte die Sprecherin. In der EU gelte, dass der Patientensicherheit "höchste Priorität" zukomme. Insbesondere die dritte und letzte klinische Testphase "von besonderer Bedeutung". Russland hatte den Impfstoff vor dieser Phase zugelassen - und damit Kritik von Virologen und Medizinern hervorgerufen.

Zwei Jahrgangsstufen von Ostholsteiner Schule vorerst nach Hause geschickt

17.40 Uhr: Eine zweite Schule in Schleswig-Holstein ist indirekt durch die Corona-Pandemie betroffen. In Ratekau im Kreis Ostholstein sind, nachdem ein Geschwisterkind eines Schülers positiv getestet wurde, die Jahrgangsstufen 11 und 12 einer Gemeinschaftsschule nach Hause geschickt worden. Das teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums des Landes mit.

Die beiden Jahrgangsstufen bildeten eine Kohorte, also eine feste Lerngruppe. Die Schließung der Jahrgangsstufen dauere an, bis das Ergebnis des Corona-Tests für den Schüler vorliege - möglicherweise könne dies am Mittwoch sein.

Zuvor war nach einer bestätigten Infektion einer Lehrerin eine Grundschule in Rantrum bei Husum vorsorglich geschlossen worden. Es war bisher die einzige von 792 Schulen in Schleswig-Holstein, die wegen eines Corona-Falles noch vor dem Schulstart hatte geschlossen werden müssen.

Belegung per App: Rio will Strandbesuche wieder erlauben

17.30 Uhr: Die Stadtverwaltung der brasilianischen Großstadt Rio de Janeiro will inmitten der grassierenden Corona-Pandemie den Aufenthalt an seinen berühmten Stränden wieder erlauben. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, sollen Flächen mit Bändern markiert werden, innerhalb derer kleine Gruppen den Strand besuchen können, teilte Rios Bürgermeister Marcelo Crivella mit. Demnach sollen 30 Prozent der Flächen über eine App vorbelegt, die anderen 70 Prozent nach der Reihenfolge der Ankunft vergeben werden.

Strand von Rio de Janeiro (Archivbild)

Strand von Rio de Janeiro (Archivbild)

Foto: MAURO PIMENTEL/ AFP

Crivella hatte im Juli angekündigt, den Verbleib am Strand wie beim Sonnen erst zu erlauben, wenn es eine Impfung gegen das Coronavirus gäbe. Zuletzt waren Mannschaftssport am Strand und das Baden im Meer wieder zugelassen worden.

Brasilien ist nach den USA das von der Corona-Pandemie am stärksten betroffene Land der Welt. Inzwischen wurden mehr als drei Millionen Infizierte und mehr als 100.000 Tote registriert, täglich infizieren sich Tausende Menschen neu mit dem Virus.

US-Gesundheitsminister kritisiert China bei Taiwan-Besuch

17.10 Uhr: Der US-Gesundheitsminister Alex Azar hat Chinas Regierung erneut für das Krisenmanagement während der Corona-Pandemie angegriffen. "Ich glaube, es ist keine Übertreibung zu sagen, dass das Virus leicht beseitigt worden wäre, wenn es zuerst an einem Ort wie Taiwan oder den USA aufgetreten wäre", sagte Azar bei einem Besuch in Taipeh.

Die Kommunistische Partei Chinas habe nach dem ersten Auftreten des neuartigen Coronavirus die Gelegenheit gehabt, "die Welt zu warnen und mit ihr im Kampf gegen das Virus zusammenzuarbeiten", sagte Azar. "Sie hat sich aber entschieden, dies nicht zu tun, und die Kosten dieser Entscheidung werden täglich höher." China hat die Vorwürfe der Verschleierung stets zurückgewiesen.

Zugleich zeigte sich Azar skeptisch zur jüngsten Zulassung des russischen Corona-Impfstoffes. "Es geht nicht darum, der erste mit einem Impfstoff zu sein. Das wichtige ist, ein Vakzin zu haben, das sicher und effektiv für die Menschen in Amerika und im Rest der Welt ist", sagte der Minister. Azar verweis auf die derzeit sechs Impfstoffe, die sich im Zuge der US-Operation "Warp Speed" im Entwicklungs- und Teststadium befinden.

Frankreichs Premierminister verlängert Verbot von Großveranstaltungen

17.05 Uhr: Veranstaltungen mit mehr als 5000 Menschen bleiben in Frankreich bis einschließlich Oktober verboten. Das teilte Premierminister Jean Castex mit. Die Infektionsrate habe sich in dem Land zuletzt "in die falsche Richtung" entwickelt, sagte Castex. Nun brauche es eine "kollektive Reaktion" auf die erneut steigenden Fallzahlen. Eigentlich hatte das Verbot der Veranstaltungen Ende August auslaufen sollen.

Von Samstag bis Montag waren in Frankreich insgesamt 5000 Neuinfektionen registriert worden, auch die Zahl der im Krankenhaus behandelten Menschen stieg zuletzt wieder.

Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Land damit nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität mehr als 239.000 Ansteckungen gemeldet. Mehr als 30.000 Menschen starben demnach in Frankreich an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung.

Boris Palmer beteiligt sich an Studie zu Corona-Impfstoff

16.22 Uhr: Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat nach eigenen Angaben an einer Studie zur Erprobung eines Corona-Impfstoffes der Firma Curevac teilgenommen. Das teilte Palmer auf Facebook mit.

Demnach habe es bei der Studie des Tübinger Unternehmens an geeigneten Probanden gefehlt. "Tut nicht weh. Fühle mich top fit", schrieb Palmer zu einem Foto, das ihn mit einem Professor des Tropeninstituts der Tübinger Universität zeigt.

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Zudem richtete der Politiker eine Botschaft an Impfgegner. Er sei "sehr froh, dass ich wahrscheinlich weltweit zu wenigen 1000 Menschen gehöre, die schon jetzt gegen Corona durch eine Impfung immun werden".

Palmer war im Mai nach Aussagen zur Corona-Pandemie in die Kritik geraten, teilweise wurde ihm ein Austritt aus der Partei nahegelegt. Palmer hatte gesagt: "Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären." Später räumte er ein, dass sein Satz Anlass zum Missverständnis gegeben habe.

Ärztepräsident nennt russische Impfstoffzulassung "hochriskantes Experiment"

16.08 Uhr: Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat die Zulassung eines Corona-Impfstoffes in Russland scharf kritisiert. "Die Zulassung eines Impfstoffs ohne die entscheidende dritte Testreihe halte ich für ein hochriskantes Experiment am Menschen", sagte Reinhardt der "Rheinischen Post".

Es dränge sich der Eindruck auf, dass es sich um eine populistische Maßnahme eines autoritär regierten Staates handele, sagte der Präsident. Es sei "unverantwortlich, ganze Bevölkerungsgruppen bereits in diesem Stadium der Entwicklung zu impfen", so Reinhardt.

Zuvor hatte bereits der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit Bedenken angesichts der frühen Zulassung geäußert. Da es bislang keine publizierten Daten zu dem Impfstoff gebe, sehe er die Freigabe "sehr, sehr zurückhaltend", sagte der Virologe.

Niederlande melden 55 Prozent mehr Neuinfektionen

15.53 Uhr: In den Niederlanden ist die Zahl der Neuinfektionen in der vergangenen Woche erneut kräftig gestiegen. Sie erhöhte sich 55 Prozent auf 4036, teilten die Gesundheitsbehörden mit. In der Woche zuvor waren 2588 Fälle gemeldet worden. Damit setzt sich der deutliche Anstieg seit der Lockerung der Kontaktbeschränkungen im Juli fort.

Menschen mit Masken in Amsterdams Rotlichtviertel (Archivbild): über 4000 Neuinfektionen in den Niederlanden in der vergangenen Woche

Menschen mit Masken in Amsterdams Rotlichtviertel (Archivbild): über 4000 Neuinfektionen in den Niederlanden in der vergangenen Woche

Foto: EVA PLEVIER/ REUTERS

Brandenburg weitet Maskenpflicht auf Schulen aus

15.40 Uhr: Die Maskenpflicht für Nahverkehr und Einzelhandel gilt in Brandenburg nun auch in Schulen und Horten. Das Kabinett habe beschlossen, den Mund-Nasen-Schutz für Schulen und Horte in der Corona-Verordnung festzuschreiben, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher. Die Maskenpflicht gilt allerdings nicht in Klassenräumen und auf Pausenhöfen.

Die Landesregierung hatte die Maskenpflicht bereits angekündigt, seit dem Schulstart am Montag galt sie zunächst freiwillig. Für öffentliche Busse und Bahnen sowie beim Einkaufen wurde die Pflicht zur Bedeckung um mindestens rund drei Wochen verlängert. Auch der Mindestabstand von 1,5 Metern und die Hygieneregeln werden beibehalten. Die aktualisierte Corona-Verordnung gilt zunächst bis zum 4. September.

Ein Verbot von Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bleibt vorerst bis zum 31. Oktober bestehen. Für Autokinos gibt es aber in Einzelfällen Ausnahmen - etwa für Konzerte.

Berlin lockert Abstandsregeln in Kinos

15.25 Uhr: Kinobesucher müssen in Berlin künftig weniger Abstand halten. Bisher sind 1,5 Meter vorgeschrieben, künftig soll jeder zweite Platz besetzt werden dürfen. Darauf habe sich der Senat verständigt, teilte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) mit. Voraussetzung seien eine gute Belüftung und das Einhalten der Maskenpflicht. Für Theater und Konzerthäuser soll die Regelung zunächst nicht gelten.

DER SPIEGEL

Kinobetreiber hatten gefordert, die Abstandsregeln zu ändern, um mehr Tickets verkaufen zu können. Die Neuregelung in Berlin sehe Auflagen vor, die sich in vielen europäischen Ländern bewährt hätten, hatte der Verband AG Kino vergangene Woche erklärt.

Virologe Schmidt-Chanasit sieht russischen Impfstoff skeptisch

15.06 Uhr: Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hat angesichts der schnellen Zulassung einer russischen Vakzine gegen das Coronavirus Bedenken geäußert. "Ich sehe die Zulassung sehr, sehr zurückhaltend. Es gibt bislang keine publizierten Daten zu dem Impfstoff - das ist schon mal eine ganz große Schwierigkeit", sagte Schmidt-Chanasit. Bislang habe noch kein Wissenschaftler den Impfstoff unabhängig beurteilen können.

Weltweit geltende Standards für Studien und Testungen von Impfstoffen nach Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) müssten unbedingt eingehalten werden, sagte der Forscher. Etwa werden in der sogenannten Phase III größere Tests zur Wirkung am Menschen mit mehreren Tausend Probanden gemacht. "Es ist ganz wichtig, dass man auf jeden Fall einen sicheren Impfstoff einsetzt und auch weiß, wo möglicherweise Nebenwirkungen liegen", sagte Schmidt-Chanasit.

Russland hatte die Zulassung im Eiltempo am Vormittag bekannt gegeben - vor allen anderen Herstellern und offenbar unter Auslassung einer finalen Sicherheitsprüfung. Russlands Präsident Putin hatte zudem bekannt gegeben, dass seine Tochter bereits mit dem Mittel geimpft wurde.

Deutlich mehr Bußgeldverfahren gegen Airlines

14.40 Uhr: Wegen zahlreicher Passagierbeschwerden hat die Zahl der Bußgeldverfahren gegen Fluggesellschaften im Zuge der Corona-Pandemie deutlich zugenommen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP wurden vom Luftfahrt-Bundesamt (LBA) im ersten Halbjahr 648 Ordnungswidrigkeitsverfahren eröffnet. Dagegen sollen es im gesamten vergangenen Jahr laut "Handelsblatt" noch 630 Verfahren gewesen sein.

Arena in Oberhausen will Shows mit bis zu 2600 Zuschauern stattfinden lassen

14.27 Uhr: Die König-Pilsener-Arena in Oberhausen will im September wieder öffnen. Das teilte die Konzerthalle mit. Möglich würden die Events mit bis zu 2600 Zuschauern durch neue Konzepte für Hygiene, Einlass und Raumnutzung.

Auf den Rängen werde nur jede zweite Reihe genutzt, zusätzlich werde der Innenraum mit Stühlen versehen. Eine neue Besucherführung soll verhindern, dass zu viele Menschen aufeinandertreffen. Auf den Wegen gilt eine Maskenpflicht, erst am Platz dürfen Gäste ihren Mund-Nasen-Schutz abziehen. Normalerweise bietet die König-Pilsener-Arena Platz für rund 13.000 Besucher. 

Zuvor hatte die Lanxess-Arena in Köln ebenfalls wieder den Betrieb aufgenommen - mit einem Konzert der Sängerin Nena. (Lesen Sie hier einen Bericht dazu.)

Polizist nach Auftritt bei Corona-Demo vom Dienst entbunden

14.06 Uhr: Ein Polizist aus Hannover ist nach einer Rede bei einer Demonstration gegen die staatlichen Corona-Schutzmaßnahmen in Dortmund vorerst vom Dienst entbunden worden. Das teilte die Pressestelle der Polizeidirektion Hannover mit. Der Mann hatte sich am vergangenen Sonntag bei der Kundgebung "Querdenken" in Dortmund mit seinem vollen Namen als Kriminalhauptkommissar vorgestellt und die aktuellen Corona-Regeln hinterfragt.

Der Mann hatte unter anderem seine Kollegen aufgerufen, sich während der Pandemie mehr ihrem Gewissen als dem Gehorsam verpflichtet zu fühlen. In einem auf YouTube veröffentlichen Mitschnitt der Rede verglich der Polizist die aktuellen Beschränkungen zudem mit der Nazizeit. "Im dunkelsten Kapitel unserer deutschen Geschichte haben Regierende ihre Sicherheitskräfte schon einmal bedingungslosem Gehorsam unterworfen und sie für die abscheulichsten Verbrechen missbraucht, die anderen Menschen je angetan wurden", sagte er.

Eine Sprecherin der Polizei teilte mit, es werde geprüft, ob der Mann gegen die gebotene Neutralität und die sogenannte Wohlverhaltenspflicht verstoßen habe. Bis dies geklärt sei, sei es dem Beamten verboten, seine Dienstgeschäfte auszuüben. Sollte nach drei Monaten kein Disziplinarverfahren eingeleitet worden sein, erlösche das Verbot. Laut der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" ist der Mann seit Jahren der Zentralstelle technische Prävention der Polizei Hannover tätig.

Verband sieht Labors teilweise am "Rand ihrer Leistungsfähigkeit"

13.55 Uhr: Der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) spricht sich auch für gezieltes statt anlassloses Testen auf das Coronavirus aus.

Es komme nicht darauf an, jeden Politikerwunsch zu erfüllen, sagte der erste Vorsitzende Michael Müller. Am Ende drohen laut Verband Ressourcen an anderer Stelle zu fehlen: für die Versorgung Erkrankter, in Kliniken und Pflegeheimen sowie bei der Aufdeckung von Infektionsketten.

"Die immense Zunahme des Testgeschehens brachte die Labors mancherorts an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit, trotz der im internationalen Vergleich sehr hohen Testkapazitäten." Außerdem könnten massenhaft anlasslose Tests Menschen in falscher Sicherheit wiegen. Warum Reisen ein Anlass für einen Test sein solle, solange zum Beispiel keine Symptome vorliegen, sei nicht erkennbar, sagte Müller.

Mecklenburg-Vorpommern erhöht Bußgelder

13.42 Uhr: In Mecklenburg-Vorpommern gelten künftig höhere Bußgelder bei Verstößen gegen Corona-Vorschriften. Wer sich nicht an die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr hält, dem drohen künftig 150 Euro statt wie bisher 25 Euro Bußgeld, wie Innenminister Lorenz Caffier (CDU) bekannt gab. Bei Verstößen gegen Quarantäne-Anordnungen steigt das Mindest-Bußgeld demnach von 100 auf 500 Euro.

Außerdem sollen in Mecklenburg-Vorpommern all jene in Quarantäne gehen, die aus einem Risikogebiet einreisen, auch wenn das Land am Tag der Rückreise nicht mehr als Risikogebiet eingestuft ist. Entscheidend sei, ob das Land in den letzten 14 Tagen Risikogebiet gewesen ist, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Der Regierung sei klar, dass es schwer sei, in Quarantäne zu gehen. Es gebe aber keine Alternative, gerade auch um den Betrieb der Schulen und Kitas zu schützen.

Frankfurt-Marathon Ende Oktober abgesagt

13.15 Uhr: Der Frankfurt-Marathon 2020 ist wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie abgesagt worden. Diese Entscheidung hat der Veranstalter am Dienstag gemeinsam mit dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt getroffen. Die 39. Auflage des ältesten deutschen Stadtmarathons sollte am 25. Oktober stattfinden. "Wir haben uns diese Absage nicht leicht gemacht und bis zum Ende um Lösungen und Alternativen gerungen. Nun müssen wir nüchtern feststellen, dass die Absage unumgänglich ist", sagte Renndirektor Jo Schindler.

In Hessen ist die Austragung von Großveranstaltungen noch bis zum 31. Oktober stark eingeschränkt. Vorgaben wie das Mindestabstandsgebot, die Hygienerichtlinien und die persönliche Erfassung aller an der Veranstaltung Beteiligter seien "leider nicht mit absoluter Sicherheit" zu gewährleisten, teilte die Renndirektion mit.

Neuinfektionen in Hongkong gehen deutlich zurück

13.00 Uhr: 33 neue Coronafälle hat Hongkong am Dienstag gemeldet - und damit einen deutlichen Rückgang der Zahlen bestätigt. 32 Übertragungen hätten sich lokal zugetragen, so die Behörden.

Zuvor hatte Hongkong erneut auf striktere Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus gesetzt. Seit Ende Januar hatten sich rund 4100 Menschen in der Stadt angesteckt, es gab 58 Todesfälle.

Zahl der Übernachtungen in dänischen Ferienunterkünften bricht ein

12.30 Uhr: Das dänische Gastgewerbe bekommt die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie heftig zu spüren. Verglichen mit den ersten sechs Monaten 2019 ging die Gesamtzahl der Übernachtungen in dänischen Hotels, Ferienzentren, Herbergen, Jachthäfen und auf Campingplätzen um 47 Prozent auf 7,64 Millionen zurück, teilte die dänische Statistikbehörde mit.

Vor allem die großen Städte des Landes seien davon betroffen gewesen: Allein in Kopenhagen habe der Rückgang 64 Prozent betragen, aber auch in Aalborg, Aarhus und Odense liege der Einbruch bei mehr als 50 Prozent.

Ferienhäuser in Henne Strand (Archivfoto): 63 Prozent weniger Übernachtungen durch Deutsche im ersten Halbjahr

Ferienhäuser in Henne Strand (Archivfoto): 63 Prozent weniger Übernachtungen durch Deutsche im ersten Halbjahr

Foto: Tim Brakemeier / dpa

Deutlich zurück gingen indes auch die Übernachtungen in den besonders bei Deutschen beliebten Ferienhäusern. "Das ist vor allem auf die Schließung der dänischen Grenzen und den daraus entstandenen Mangel an deutschen Gästen zurückzuführen", hieß es von der Statistikbehörde. Deutsche buchten demnach 2,9 Millionen Ferienhausübernachtungen weniger als im ersten Halbjahr 2019, was einem Rückgang von 63 Prozent entsprach.

Neuseeland meldet erste Infektion seit mehr als 100 Tagen

12.04 Uhr: In Neuseeland sind erstmals seit mehr als drei Monaten wieder Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Es handele sich um vier Fälle in einer Familie in Auckland und die erste Ansteckung in dem Land seit 102 Tagen, teilt Ministerpräsidentin Jacinda Ardern mit.

Die Ansteckungsquelle sei bislang unbekannt. Am Mittwoch sollen deswegen die Kontaktbeschränkungen wieder verschärft werden. Die Menschen in Auckland sollen dann zu Hause bleiben und nicht zur Arbeit oder zur Schule gehen. Auswärtigen sei eine Reise in die Stadt vorerst verboten. Außerdem wurden landesweit Zusammenkünfte von mehr als 100 Menschen verboten.

Laschet verteidigt Maskenpflicht an Schulen in NRW

12 Uhr: Kurz vor dem Start ins neue Schuljahr hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen gerechtfertigt. Gerade in der jetzigen Phase, in der viele Menschen von Reisen zurückkehrten, müsse man besonders vorsichtig sein, sagte Laschet.

"Die Pandemie ist längst noch nicht vorbei", sagte der Ministerpräsident. "Wenn sich das Geschehen normalisiert, dann können wir auch schnell wieder von dieser Pflicht Abstand nehmen." Insgesamt müsse ein "Weg der Mitte" gefunden werden. Einerseits sei Vorsicht in der Pandemie geboten. Andererseits müsse versucht werden, das soziale und wirtschaftliche Leben weiter zu leben und Schäden zu minimieren.

In Nordrhein-Westfalen kehren ab Mittwoch rund 2,5 Millionen Schüler an landesweit 5500 Schulen in den Regelbetrieb zurück. Als einziges Bundesland hat NRW eine Maskenpflicht beschlossen, die nicht nur im Schulgebäude und auf dem Gelände gilt, sondern an weiterführenden und berufsbildenden Schulen auch im Unterricht. Die Maßnahme ist zunächst bis Ende August befristet.

Angesichts der Hitze forderte das Schulministerium zuletzt jedoch auch, die Schulen sollten den Schülern "Maskenpausen" gewähren. Wie genau dies ermöglicht werde, hänge von den Bedingungen und der Kreativität der jeweiligen Schule ab, hieß es.

Laschet kritisierte zudem den Bürgermeister der Stadt Düsseldorf, Thomas Geisel, für die Genehmigung eines Konzerts. Am 4. September sollen in Düsseldorf Bryan Adams, Sarah Connor und The Boss Hoss vor 13.000 Zuschauern auftreten. Laschet sagte nun, er halte das geplante Event "für kein gutes Signal".

Schottische Regierung droht mit Unterbrechung der Fußball-Saison

11.50 Uhr: Erst seit dem 1. August läuft die neue Saison der schottischen Premiership wieder unter strengen Sicherheitsvorkehrungen und Zuschauerausschluss, nun droht der Fußballliga dennoch eine weitere Zwangspause. Hintergrund sind mehrere Verstöße gegen die Corona-Regeln. Sollte die öffentliche Gesundheit durch Vorfälle im Fußball gefährdet werden, habe man "keine andere Wahl, als zu prüfen, ob wir eine Pause im schottischen Fußball benötigen", teilte Schottlands Regierung mit.

Zuletzt hatte der Profi Boli Bolingoli von Celtic Glasgow für einen Eklat gesorgt. Der Belgier war laut britischen Medien heimlich nach Spanien gereist. Danach hatte er sich nicht wie vorgeschrieben in Isolation begeben und war am Sonntag beim 1:1 in Kilmarnock zum Einsatz gekommen. Der Verein erfuhr erst im Nachhinein von der Reise und kündigte eine Untersuchung an.

Verband warnt vor Engpass bei Einlegegurken

11.30 Uhr: Weil die Saisonarbeiter fehlen, wird es in diesem Jahr deutlich weniger Einlegegurken geben.  "Die Versorgung mit Einlegegurken könnte dieses Jahr knapp werden", teilte der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) mit. Die Ernte werde infolge der Pandemie um mindestens 20 Prozent geringer ausfallen und die Preise würden entsprechend steigen.

Laut BOGK wurde wegen fehlender Arbeitskräfte in diesem Jahr zunächst deutlich weniger gepflanzt. Die Angst vor einer zweiten Infektionswelle verschärfte die Situation: "Aus Angst vor Ansteckung kündigen die ersten Saisonarbeitskräfte ihre Stellen und kehren in ihre Heimatländer zurück."

Verbraucher werden die angespannte Situation der Gurkenbauern den Angaben zufolge beim Einkauf spüren. "Essiggurken, Gurkentöpfchen und Gurken-Sticks oder Scheiben" werden knapp und entsprechend teurer: Der Engpass werde "am Ende auf den Preis durchschlagen", hieß es.

Studie: Hunderte Tote durch Corona-Falschinformationen

11.19 Uhr: Fehlinformationen, Gerüchte und Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit dem Coronavirus haben seit Beginn der Pandemie weltweit Hunderte Menschen das Leben gekostet. Laut einer Analyse  des "American Journal of Tropical Medicine and Hygiene" mussten bislang Tausende Menschen im Krankenhaus behandelt werden, weil sie vermeintliche Heilmethoden anwandten.

Die von einem internationalen Team von Wissenschaftlern zusammengetragenen Daten stammen aus dem Zeitraum zwischen Dezember 2019 und April 2020.

Menschen in Indien sei etwa empfohlen worden, Kuhurin oder -dung zu verzehren, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. In Saudi-Arabien wurde Kamelurin mit Limone als Wunderwaffe gegen Sars-CoV-2 beworben. Der Konsum von hoch konzentriertem Alkohol zur vermeintlichen Desinfizierung des Körpers kostete weltweit sogar 800 Menschen das Leben.

Auch Stigmatisierung führt offenbar in mehreren Fällen zu Toten. Ebenfalls in Indien hatte sich beispielsweise ein Mann das Leben genommen, weil er glaubte, mit dem Virus infiziert zu sein - und die mögliche Erkrankung als Schande empfand.

Neben der Pandemie gebe es demnach auch eine "Infodemie", so die Forscher. Sie forderten Regierungen und internationale Organisationen auf, Corona-Fehlinformationen im Internet besser zu überwachen, als falsch zu entlarven und "mit Social-Media-Unternehmen zusammenzuarbeiten, um korrekte Informationen zu verbreiten."

Russlands Gesundheitsministerium lässt Corona-Impfstoff zu

10.54 Uhr: Russlands Gesundheitsministerium hat eine Freigabe für eine umstrittene Corona-Vakzine erteilt. Das berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters. Der Impfstoff trägt den Namen Gam-COVID-Vac Lyo und wurde am Gamaleja-Institut für Epidemiologie in Moskau entwickelt.

Russland hatte bereits angekündigt, das Mittel noch in dieser Woche und damit vor allen anderen Herstellern zulassen zu wollen. Dafür wurde offenbar die finale Sicherheitsprüfung übersprungen. (Lesen Sie hier mehr über den Impfstoff.)

Fachleute fürchten nicht nur, dass mit der verkürzten Zulassung ein zu hohes Risiko einhergeht und Sicherheitsstandards vernachlässigt worden sein könnten. Zudem wird berfürchtet, dass ein leichtfertig zugelassenes Mittel, das sich später als unwirksam oder zu riskant herausstellt, das Vertrauen in einen Impfstoff gegen Sars-CoV-2 und Impfungen im Allgemeinen schwächen würde.

Russlands Präsident Putin teilte laut Reuters indes mit, dass seine Tochter bereits mit dem Mittel geimpft wurde.

Curevac will Corona-Impfstoff in Brasilien testen

10.45 Uhr: Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac will in Brasilien einen Corona-Impfstoff zu testen, an dem es forscht. Wie die Infektiologin Sue Ann Clemens, Mitglied des Komitees von Curevac, der Nachrichtenagentur dpa sagte, plant das Unternehmen, im September oder Oktober mit der Studie in dem südamerikanischen Land zu beginnen.

Bisher laufe es bei der ersten, kleineren Testreihe in Deutschland sehr gut, hatte Studienleiter Professor Peter Kremsner vom Institut für Tropenmedizin am Montag gesagt. Derzeit gebe es etwa 180 Probanden.

Curevac ist indes nicht das erste Unternehmen, das in Brasilien Tests durchführt. Auch Testreihen der Unternehmen Astrazeneca , Sinovac und Biontech/Pfizer laufen dort bereits.

Brasilien ist neben den USA derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Mehr als drei Millionen Menschen haben sich nach offiziellen Angaben mit dem Coronavirus infiziert, die tatsächlichen Zahlen dürften noch weit höher liegen, auch weil in dem Land sehr wenig getestet wird.

Autoabsatz in China wieder auf hohem Niveau

10.27 Uhr: In China werden die Hersteller nach heftigen Einbrüchen während der Coronavirus-Pandemie wieder deutlich mehr Autos los: Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den chinesischen Herstellerverband CPCA berichtet, wurden im Juli 1,62 Millionen Autos verkauft, 7,9 Prozent mehr als im Juli vor einem Jahr. Nach Zahlen der Nachrichtenagentur Reuters wurden sogar 2,1 Millionen Fahrzeuge abgesetzt.

Es war demnach der höchste Anstieg, nachdem der Rückgang im Februar im Jahresvergleich noch bei fast 80 Prozent gelegen hatte. Die Zahlen dürften indes auch die deutschen Hersteller freuen. CPCA zufolge war mehr als jeder vierte verkaufte Neuwagen ein deutsches Fabrikat. Bei den Oberklasselimousinen lag der Marktanteil deutscher Anbieter demnach sogar bei über 30 Prozent.

China ist der größte Automarkt der Welt. Seit 2018 allerdings gehen die Verkaufszahlen, die seit den Neunzigerjahren immer nur stiegen, in der Volksrepublik zurück.

Berliner Gesundheitssenatorin gegen generelles Ausschankverbot

9.55 Uhr: Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat Überlegungen zu einem möglichen Alkoholverbot in Berlin wegen der Corona-Pandemie konkretisiert. "Es geht hier nicht um ein allgemeines Alkoholverbot", sagte die SPD-Politikerin im RBB-Inforadio. "Das wäre ja auch Quatsch."

Wenn jemand gepflegt am Tisch sitze, die Abstandsregeln einhalte und Wein trinke, könne man nichts dagegen haben. Problematisch seien trotz der frischen Luft hingegen Straßenzüge, wo sich Menschenmassen aufhielten und beim Trinken Partyatmosphäre entstehe.

Die Senatorin hatte zuvor ein Alkoholverbot in Kneipen erwogen, sollte sich die Disziplin bei der Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln nicht verbessern.

Kalayci verwies auf das Vorgehen anderer Bundesländer: So habe etwa Hamburg für einzelne Straßenzüge quasi ein Ausschankverbot verhängt. Auch in Bayern gebe es Bereiche, in denen ähnliche Regelungen auf den Weg gebracht worden seien. Über das Thema müsse man dann nachdenken, wenn die Infektionszahlen weiter deutlich stiegen, sagte die Senatorin.

Großbritannien meldet größten Einbruch der Beschäftigtenzahl seit 2009

9.37 Uhr: In Großbritannien ist die Zahl der Beschäftigten durch die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie massiv gesunken. 220.000 Menschen weniger standen in den drei Monaten bis Juni in Arbeit, teilte die nationale Statistikbehörde mit. Insgesamt nahm die Zahl der Erwerbstätigen seit Beginn der Pandemie damit um 730.000 ab; einen solchen Rückgang hatte es zuletzt 2009 gegeben.

Insbesondere sei die Zahl der Selbstständigen gesunken. Zudem dürfte die Beschäftigtenzahl mit dem Ende staatlicher Unterstützungsprogramme Ende Oktober weiter sinken, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Der britische Finanzminister Rishi Sunak sagte, die Regierungsprogramme funktionierten. Der Verlust von Arbeitsplätzen sei jedoch unvermeidlich gewesen. Es solle jedoch sichergestellt werden, dass "keiner ohne Hoffnung zurückgelassen" wird, sagte Sunak.

Die Arbeitslosenquote in England liegt indes nach offiziellen Angaben mit 3,9 Prozent noch vergleichsweise niedrig. Die Bank of England erwartet bis zum Jahresende jedoch einen Anstieg auf bis zu 7,5 Prozent.

Kochbox-Lieferant Hellofresh profitiert von Corona-Pandemie

9.15 Uhr: Geschlossene Restaurants, Ausgangssperren und die vermehrte Arbeit aus dem Homeoffice haben beim Kochbox-Lieferanten Hellofresh den Umsatz in die Höhe getrieben. Er sei im zweiten Quartal währungsbereinigt um 122 Prozent auf rund 972 Millionen Euro geklettert, teilte das Unternehmen mit.

Das Bestellvolumen sei so groß gewesen wie noch nie, gleichzeitig habe es auch eine hohe Anzahl wiederkehrender Bestellungen gegeben. Die Zahl der Kunden stieg demnach auf fast 4,2 Millionen. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) legte auf 153,6 Millionen Euro zu. Hellofresh hatte bereits am Montagabend die Prognose für das Gesamtjahr deutlich nach oben korrigiert.

Corona lässt auch Bruttolöhne in Deutschland sinken

08:45 Uhr: Die Coronakrise hat sich im zweiten Quartal auch auf die Bruttoverdienste der Beschäftigten in Deutschland ausgewirkt. Vor allem der verbreitete Einsatz von Kurzarbeit und die damit verbundenen geringeren Arbeitszeiten (-4,7 Prozent) drückten auf die Bruttoeinkommen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden berichtete. Die Einkommen sanken im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,2 Prozent.

Allerdings glich das Kurzarbeitergeld für die Betroffenen einen Großteil der Einkommensverluste netto wieder aus. Auf die Arbeitsstunde gerechnet waren die Bruttoverdienste im zweiten Quartal sogar 2,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Coronakrise beschert Zalando Millionen neue Kunden

08:30 Uhr: Ganz zu Beginn der Coronakrise schien auch Zalando zu den Verlierern der Pandemie zu gehören. Von schwächelnden Umsätzen und Sparmaßnahmen berichtete Europas größter Online-Modehändler noch Mitte April. Doch inzwischen hat sich die Lage deutlich verbessert: Auch wegen der Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie hat der Konzern Millionen Kunden gewonnen. Ende Juni habe die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um ein Fünftel höher bei mehr als 34 Millionen gelegen, teilte das Berliner Unternehmen mit.

Im zweiten Quartal - also im Zeitraum von April bis Juni - hat Zalando demnach auch deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Der Nettogewinn stieg von 45,5 Millionen auf 122,6 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) wurde mit 211,9 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Der Umsatz stieg um 27,4 Prozent auf gut zwei Milliarden Euro.

Jeder zweite Gastrobetrieb in seiner Existenz bedroht

7.52 Uhr: Rund 60 Prozent der Betreiber von Kneipen, Bars, Restaurants und Hotels in Deutschland sehen einem Medienbericht zufolge die Coronakrise inzwischen als Existenzbedrohung an. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf eine Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA unter 7200 Gastronomen und Hoteliers. Demnach gaben 59,6 Prozent aller teilnehmenden Betriebe an, dass sie wegen Corona um ihr Überleben kämpften. Von Januar bis Juli beklagten die Betriebe laut der Umfrage im Durchschnitt Umsatzverluste von 60,1 Prozent.

Trump erwägt G7-Gipfel nach US-Wahl im November

07.12 Uhr: US-Präsident Donald Trump erwägt, den wegen der Corona-Pandemie verschobenen G7-Gipfel nach der US-Wahl am 3. November abzuhalten. Er neige dazu, das Treffen der Staats- und Regierungschefs sieben führender Industriestaaten "irgendwann nach" der Präsidentschaftswahl stattfinden zu lassen, sagte Trump am Montag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Es gebe dann eine "bessere, ruhigere Atmosphäre" als vor der Wahl.

Trump ließ offen, ob der Gipfel als direktes Treffen oder wegen der Pandemie nur als Telefonkonferenz stattfinden soll. Er stellte erneut in Aussicht, dass an dem Gipfel nicht nur Vertreter der G7-Staatengruppe, sondern auch anderer Länder teilnehmen sollten: "Wir werden bestimmte Leute einladen, die nicht in der G7 sind." Trump ließ diesmal aber offen, ob er den russischen Präsidenten Wladimir Putin einladen will. Dies hatte er im Juni aus Anlass der Verschiebung des Gipfels angekündigt. Russland war nach seiner Annexion der Krim-Halbinsel im Jahr 2014 aus der Staatengruppe ausgeschlossen worden, womit die G8 zur G7 geschrumpft war. Die USA haben in diesem Jahr den Vorsitz der G7 inne. Der Gipfel war ursprünglich für Juni geplant gewesen, wurde von Trump dann aber wegen der Coronakrise vertagt.

Hohe Arbeitslosigkeit in Großbritannien befürchtet

6.54 Uhr: Großbritannien steht Experten zufolge in diesem Jahr ein erheblicher Anstieg der Arbeitslosigkeit infolge der Coronakrise bevor. In den offiziellen Zahlen des Statistikamts ONS (Office for National Statistics) für Juni, die am Dienstag veröffentlicht werden, dürfte sich das aber noch nicht oder nur teilweise niederschlagen. Bislang hat das Land die Folgen der Pandemie mit einem Programm abgefedert, das der deutschen Kurzarbeit nachempfunden ist, dem Job Retention Scheme. Insgesamt 9,6 Millionen Menschen profitierten davon, "furloughed", also freigestellt zu sein, während der Staat zahlte. Doch das läuft nun phasenweise bis Ende Oktober aus - mit möglicherweise drastischen Folgen für viele Arbeitnehmer.

Tony Wilson, der Direktor des Institute for Employment Studies, befürchtet, dass die Arbeitslosenquote bis Ende des Jahres auf etwa 10 Prozent ansteigen könnte. Die Bank of England schätzt die Lage mit 7,5 Prozent zum Jahresende etwas positiver ein. Trotzdem wäre das ein großer Sprung von den 3,9 Prozent, die noch für Mai vermeldet wurden.

966 registrierte Neuinfektionen in Deutschland innerhalb eines Tages

6.16 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 966 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit nähert sich die Zahl wieder der Marke von 1000 Neuinfektionen. Der Wert hatte in der vergangenen Woche bereits am Donnerstag, Freitag und Samstag über der Schwelle von 1000 gelegen - erstmals seit Anfang Mai wieder. Am Sonntag- und Montagmorgen liegen die Meldezahlen oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Trotz Corona: Deutsche Städte bereiten sich auf Weihnachtssaison vor

5.46 Uhr: Weihnachtsmärkte soll es trotz der Coronakrise auch in diesem Jahr geben. Deutsche Großstädte wie Dresden, Nürnberg, Mainz oder Düsseldorf bereiten sich daher schon jetzt im Hochsommer auf den Budenzauber vor. Klar ist jedoch auch, dass die Märkte unter anderen Bedingungen stattfinden werden als in den Vorjahren, wie Sprecher der einzelnen Städte mitteilten.

Während mancherorts über räumliche Entzerrungen beraten wird, um den Mindestabstand leichter einhalten zu können und Massen zu vermeiden, denken andere Städte über Essen nur zum Mitnehmen nach. Auch Einlasskontrollen und Maskenpflicht seien denkbar. "Das macht den Weihnachtsmarkt unlauschiger", räumte ein Mainzer Sprecher ein. Doch am "unlauschigsten" sei gar kein Weihnachtsmarkt.

Gespaltenes Meinungsbild zu Fan-Rückkehr in Fußballstadien

4.34 Uhr: Das öffentliche Meinungsbild zur geplanten Rückkehr von Fußballfans in die Stadien zum Bundesligastart Mitte September ist gespalten. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa befürworteten 45 Prozent der insgesamt 2018 befragten Personen die von der Deutschen Fußball Liga geplante Teilzulassung von Zuschauern ab dem ersten Spieltag - nur neun Prozent allerdings uneingeschränkt.

36 Prozent finden die Teilzulassung von Zuschauern lediglich unter dem Vorbehalt richtig, dass die Hygienemaßnahmen streng kontrolliert werden. 44 Prozent der Umfrageteilnehmer sprachen sich generell gegen Spiele vor Publikum aus, was zumindest bis zum 31. Oktober auch von der Gesundheitsministerkonferenz am Montag befürwortet worden war. Zehn Prozent wollten sich nicht festlegen.

Antonio Banderas positiv auf Coronavirus getestet

Antonio Banderas ist an Covid-19 erkrankt

Antonio Banderas ist an Covid-19 erkrankt

Foto: Eric Gaillard/ REUTERS

3.58 Uhr: Antonio Banderas sagt, er sei positiv auf das Coronavirus getestet worden und verbringe seinen 60. Geburtstag in Quarantäne.

Der spanische Schauspieler verkündete das positive Testergebnis am Montag auf Instagram. Er fügte hinzu, dass es ihm "relativ gut" gehe. Er sei nur "ein wenig müder" als gewöhnlich und hoffe sich möglichst schnell von der Krankheit zu erholen. Erst vor wenigen Tagen hatte Schauspielkollegin Alyssa Milano veröffentlicht, dass sie im Frühjahr schwer an Covid-19 erkrankt sei.

Schon mehr als 20 Millionen Corona-Infektionen weltweit

3.31 Uhr: Die Zahl der weltweit bekannten Corona-Infektionen ist innerhalb von weniger als drei Wochen von 15 Millionen auf über 20 Millionen gestiegen. Das ging am Montag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Etwa die Hälfte der bestätigten Fälle entfielen demnach auf nur drei Länder: die USA mit mehr als fünf Millionen Infektionen, Brasilien mit über drei Millionen und gut zwei Millionen in Indien.

Ende Juni lag die Zahl der bestätigten Infektionen noch bei zehn Millionen und hat sich damit innerhalb von rund sechs Wochen verdoppelt. Neben den am meisten betroffenen Staaten breitete sich die Coronavirus-Pandemie auch in Russland, Südafrika, Mexiko und mehreren Ländern Südamerikas weiter rasch aus.

Umfrage: Fast 80 Prozent der Firmen wollen nach der Krise am Homeoffice festhalten

3.18 Uhr: Bei einer weltweiten Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC haben 78 Prozent der Firmenchefs angegeben, Homeoffice werde sich in ihren Branchen auch nach der Coronakrise weiter durchsetzen. Mindestens ein Teil der Änderungen in der Pandemie wird demnach von Dauer sein. PwC hat 3500 seiner Kunden aus 157 Ländern befragt.

Gewerkschaft fordert mehr Schulpausen wegen Hitze

3.06 Uhr: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft plädiert wegen der derzeitigen hohen Temperaturen für mehr Erholungspausen an den Schulen. Den Lehrern und Schülern müssten mehr Möglichkeiten zur regelmäßigen Abkühlung verschafft werden, sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Marlis Tepe der "Rheinischen Post". Zudem müsse die Getränkeversorgung sichergestellt werden. Dies gelte vor allem für Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, in denen wegen des Coronavirus Maskenpflicht im Unterricht herrscht .

Die Hitzefrei-Regelungen in NRW wurden von der Landesregierung inzwischen gelockert. Zum Schulstart an diesem Mittwoch gilt nach Angaben des "Kölner Stadt-Anzeigers" auch für Oberstufen-Schüler, dass die Schulleitung den Unterricht absagen kann, wenn die Temperaturen in den Räumen auf mehr als 27 Grad steigen. Damit gilt für die Oberstufe dieselbe Regelung wie bereits für alle anderen Schüler.

Mehr als die Hälfte der Betriebe im Gastgewerbe sehen ihre Existenz bedroht

1.40 Uhr: Etwa 60 Prozent der Betreiber von Gaststätten und Hotels in Deutschland sehen die Coronakrise inzwischen als Existenzbedrohung an. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga unter 7200 Gastronomen und Hoteliers, über die die "Bild"-Zeitung berichtete.

Demnach gaben 59,6 Prozent der teilnehmenden Betriebe an, sie kämpften wegen der Folgen der Seuche ums wirtschaftliche Überleben. Für den Zeitraum Januar bis Juli nannten die Befragten im Durchschnitt einen Umsatzverlust von 60,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dabei betrugen die Einbußen im März 63 Prozent, im April 86,8 Prozent, im Mai 73,7 Prozent, im Juni 52,2 Prozent und im Juli 43,2 Prozent.

USA könnten infizierte Staatsbürger nicht mehr ins Land lassen

1.00 Uhr: Es wäre ein bemerkenswerter Schritt - der wohl sehr schnell die Gerichte beschäftigen dürfte. Die US-Regierung erwägt einem hochrangigen Mitarbeiter zufolge Maßnahmen, um mutmaßlich mit dem Coronavirus infizierte US-Bürger die Heimreise aus anderen Ländern zu untersagen. Es gebe dazu einen Entwurf für entsprechende Regelungen. Diese seien aber noch nicht final abgestimmt und könnten sich noch ändern.

Griechenland verschärft Corona-Maßnahmen

00.40 Uhr: Griechenland hat wegen eines Anstiegs der Infektionsraten seine Schutzmaßnahmen verschärft. In zahlreichen Gebieten und Städten, darunter beliebten Touristenzielen, müssen Restaurants und Bars künftig um Mitternacht schließen, wie Regierungssprecherin Aristotelia Peloni am Montag mitteilte. Außerdem wurden Einreisebeschränkungen für Reisende aus mehreren EU-Staaten verhängt. Reisende aus Deutschland sind davon aber nicht betroffen.

Zu den Orten, wo Bars und Restaurants in der Nacht schließen müssen, gehören nach Angaben der Regierungssprecherin die beliebten Inseln Korfu, Kos, Kreta, Mykonos, Rhodos, Santorin und Zakynthos. Die gastronomischen Betriebe müssen dort zwischen Mitternacht und 07.00 Uhr geschlossen bleiben.

Von der Sperrstunde um Mitternacht betroffen sind laut der Sprecherin zudem die Städte Katerini, Larissa, Thessaloniki und Volos sowie die Halbinsel Chalkidiki. Die nächtlichen Schließungen von Bars und Restaurants gelten zunächst bis zum 23. August.

jon/bah/jok/fek/bbr/hej/Reuters/dpa/AP
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