+++ News-Update +++ Nationalspieler Gnabry positiv auf Corona getestet

Der FC Bayern muss ohne Serge Gnabry in die Champions League starten - er ist in Quarantäne. Und: Boris Johnson verhängt schärfere Regeln für Manchester. Der Überblick.
Nationalspieler Serge Gnabry (l.) beim Länderspiel gegen die Schweiz

Nationalspieler Serge Gnabry (l.) beim Länderspiel gegen die Schweiz

Foto: SASCHA STEINBACH/EPA-EFE/Shutterstock

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Während Pandemie rund 300.000 mehr Tote in den USA als gewöhnlich

22.03 Uhr: Während der Pandemie sind in den USA knapp 300.000 mehr Menschen gestorben als im Durchschnitt der vergangenen Jahre, teilen die US-Seuchenbehörden CDC mit. Etwa zwei Drittel der zusätzlichen Todesfälle zwischen dem 26. Januar und dem 3. Oktober seien wahrscheinlich auf das Coronavirus zurückzuführen. Die sogenannte Übersterblichkeit ist Epidemiologen zufolge die beste Möglichkeit, die tatsächliche Zahl der Toten bei einem Krankheitsausbruch zu ermitteln.

Laut CDC sind übermäßig viele Menschen mit hispanischen und afroamerikanischen Wurzeln an dem Virus gestorben. Auch in der Gruppe der 25- bis 44-Jährigen sei die Zahl der Todesfälle vergleichsweise höher gewesen als in der Vergangenheit.

Bulgariens Präsident muss in Selbstisolation

21.15 Uhr: Der bulgarische Präsident Rumen Radew muss sich nach Einschätzung des heimischen Gesundheitsministeriums in Selbstisolation begeben. Radew sei in Kontakt mit einem Militärvertreter gekommen, der später positiv auf Corona getestet worden sei, erklärt Gesundheitsminister Kostadin Angelow.

Radew habe am Dienstag nach einer abgebrochenen Reise nach Estland zwar ein negatives Testergebnis vorgelegt, es müsse aber noch ein zweiter Test abgewartet werden. Der Termin eines zweiten Tests sowie die voraussichtliche Dauer einer möglichen Quarantäne blieben zunächst unklar. Der Präsident selbst betont, er habe sich immer strikt an Regeln zum Gesundheitsschutz gehalten, sei bei bester Gesundheit und symptomfrei.

Frankreich meldet wieder mehr als 20.000 Neuinfektionen

20.25 Uhr: Frankreich registriert wieder deutlich mehr Neuinfektionen. Das Gesundheitsministerium beziffert die bestätigten Ansteckungen der vergangenen 24 Stunden mit 20.468, nachdem es am Montag noch 13.243 waren. Allerdings sind die Zahlen am Montag tendenziell niedriger, weil am Sonntag weniger getestet wird. Die Gesamtzahl der Corona-Fälle erreichte mit den Zahlen vom Dienstag 930.745. Wenn der gegenwärtige Trend anhält, könnte die Marke von einer Million noch vor dem Wochenende überschritten werden. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich um 262 auf 33.885.

Bayerns Nationalspieler Gnabry positiv auf Corona getestet

20.07 Uhr: Der deutsche Fußball-Nationalspieler Serge Gnabry vom FC Bayern ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab der Rekordmeister am Abend bekannt. Dem 25-Jährigen "geht es gut", hieß es in einer knappen Mitteilung der Münchner. Der Offensivspieler befinde sich in häuslicher Quarantäne und wird damit vorerst ausfallen. Gnabry ist der erste Spieler der Bayern, bei dem eine Infektion mit dem Coronavirus bekannt wurde.

Beim Start in die Champions League am Mittwoch gegen Atlético Madrid wird Gnabry fehlen. Nach dem positiven Corona-Befund werden alle Spieler des FC Bayern erneut auf das Virus getestet.

Melania Trump sagt Wahlkampfauftritt wegen Husten ab

20.03 Uhr: First Lady Melania Trump hat den ersten Wahlkampfauftritt an der Seite von US-Präsident Donald Trump seit fast zwei Monaten abgesagt. Melania Trump leide unter einem "anhaltenden Husten" und werde aus Vorsicht nicht reisen, teilte ihre Sprecherin Stephanie Grisham mit. Ihr gehe es nach ihrer Genesung von Covid-19 aber jeden Tag besser. Melania Trump sollte ihren Ehemann zu dessen Wahlkampfveranstaltung am Dienstagabend (Ortszeit) in Erie im umkämpften Bundesstaat Pennsylvania begleiten.

Melania Trump hatte zuletzt mit einer Ansprache im Rosengarten des Weißen Hauses beim Parteitag der Republikaner am 25. August für die Wiederwahl ihres Ehemannes geworben. Ansonsten hat sie sich im Wahlkampf auffällig zurückgehalten. Andere Trump-Familienmitglieder treten dagegen immer wieder im Wahlkampf auf. Der Republikaner Trump tritt am 3. November gegen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden an. Biden liegt in Umfragen derzeit vorne.

Gesamtzahl der Corona-Toten in den USA übersteigt 219.000

19.45 Uhr: Binnen 24 Stunden sind in den USA 60.061 Neuinfektionen registriert worden. Insgesamt haben sich nach Angaben der Seuchenschutzbehörden CDC 8,189 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesopfer stieg demnach um 513 auf 219.499. Die Zahlen der US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) spiegeln nicht unbedingt die Daten wider, die die einzelnen Bundesstaaten melden.

Johnson verhängt schärfere Regeln für Manchester

18.57 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat strengere Regeln für Manchester und Umgebung angekündigt. Ab Freitag würden im Ballungsraum der nordenglischen Stadt die schärfsten Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie gelten, sagt Johnson. Er geht dabei ohne Konsens mit dem Bürgermeister von "Greater Manchester", Andy Burnham, vor. Burnham hatte zuvor von der Londoner Regierung vergeblich mehr finanzielle Hilfen für jene Unternehmen gefordert, die nun ihren Betrieb einstellen müssen. Beide Seiten warfen sich gegenseitig vor, uneinsichtig und unnachgiebig zu sein.

Der Norden Englands ist besonders stark von der zweiten Corona-Welle in Großbritannien betroffen. Johnson lehnt einen landesweiten Lockdown ab und setzt stattdessen auf ein hartes Durchgreifen in Corona-Brennpunkten.

Bulgarien führt Maskenpflicht im Freien wieder ein

18.52 Uhr: In Bulgarien ist angesichts stark steigender Corona-Zahlen das Tragen von Schutzmasken auch im Freien ab Donnerstag wieder Pflicht. Ziel sei es, die Zahl der Neuerkrankungen zu reduzieren und das Klinikpersonal zu entlasten, sagte Gesundheitsminister Kostadin Angelow. Die bei Kritikern heftig umstrittene Maßnahme soll vorerst bis Ende November gelten. Lokale und Fitnesscenter bleiben geöffnet, sollen aber auf die Einhaltung der Corona-Auflagen kontrolliert werden, sagte der Minister.

Auch in Bulgarien stieg die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen zuletzt massiv an. In dem südosteuropäischen Land mit 6,9 Millionen Einwohnern wurde am Dienstag mit 1024 neuen Corona-Fällen ein neuer Höchststand verzeichnet. Derzeit sind insgesamt 12.366 Menschen infiziert. Vor einer Woche waren es noch 8099.

Neuinfektionen in der Schweiz binnen einer Woche verdoppelt

18.30 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der Schweiz hat sich innerhalb einer Woche verdoppelt. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl zähle die Schweiz damit doppelt so viele Neuansteckungen wie Italien, sagte Stefan Kuster, Leiter Übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG).

3008 neue Corona-Fälle in 24 Stunden wurden am Dienstag in der Schweiz und in Liechtenstein (gemeinsam rund 8,6 Millionen Einwohner) gemeldet. Zudem registrierte das BAG acht neue Todesfälle. Italien zählte jüngst um die 10.000 neue Fälle pro Tag bei rund 60 Millionen Einwohnern.

Der Anstieg werde sich nicht verlangsamen, bis die neuen Maßnahmen griffen, sagte Kuster. In der Schweiz gilt seit Montag ein Versammlungsverbot für mehr als 15 Menschen im öffentlichen Raum, die Maskenpflicht wurde auf öffentlich zugängliche Räume wie Geschäfte, Bahnhöfe und Haltestellen ausgedehnt.

Mehr als 21.000 Neuinfektionen in Großbritannien

17.25 Uhr: Großbritannien meldet 21.331 Neuinfektionen. Am Montag waren es noch 18.804. Die Zahl der Todesfälle liegt noch deutlicher über dem Vortageswert: Am Dienstag berichten die britischen Behörden von 241 verstorbenen Patienten, die innerhalb der 28 Tage vor ihrem Tod positiv getestet wurden. Am Montag galt dies für 80 Tote.

Großbritannien plant Impfstoffstudie mit freiwillig Infizierten

17.00 Uhr: In Großbritannien sollen im Januar Impfstoffstudien mit freiwillig Infizierten starten. Die britische Regierung kündigte an, ein entsprechendes Projekt mit 33,6 Millionen Pfund (umgerechnet rund 37 Millionen Euro) finanzieren zu wollen. Die sogenannten Human-Challenge-Studien sind in Partnerschaft mit dem Imperial College London, dem Studiendienstleister hVIVO sowie dem Royal Free London NHS Foundation Trust geplant. Falls die zuständigen Regulierungsbehörden und eine Ethikkommission den Studien grünes Licht geben, sollten sie nach Angaben der Regierung im Januar beginnen und Ergebnisse bis Mai nächsten Jahres vorliegen.

Bei Challenge-Studien werden Freiwillige geimpft und dann absichtlich mit dem neuen Coronavirus infiziert, um die Wirksamkeit von Impfstoffkandidaten zu testen. Solche Studien sind eine Möglichkeit, um die Entwicklung eines Impfstoffs zu beschleunigen. Denn eine bestimmte Anzahl von Studienteilnehmern muss sich im Laufe der Zeit infizieren, um die Wirksamkeit des Impfstoffs bewerten zu können. Das könnte unter Umständen aber lange dauern. Human-Challenge-Studien sind allerdings wegen ethischer Bedenken und gesundheitlicher Risiken höchst umstritten.

In der nun geplanten Studie wollen die Wissenschaftler zunächst die geringste Virusmenge ermitteln, die zur Auslösung einer Infektion erforderlich ist. Das soll an einer kleinen Gruppe gesunder junger Erwachsener im Alter von 18 bis 30 Jahren getestet werden, die das geringste Schadensrisiko hätten. Bis zu 90 Freiwillige könnten in der Anfangsphase beteiligt sein, das eingesetzte Virus soll aus den Laboren des Londoner Great Ormond Street Krankenhauses kommen.

Die Studienteilnehmer sollen direkt nach ihrer Infektion mit dem Mittel Remdesivir behandelt werden. Obwohl eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO gerade erst zu dem Ergebnis kam, dass Remdesivir keinen substanziellen Einfluss auf die Genesung von Covid-19-Patienten hat, sei man der festen Überzeugung, dass es eine wirksame Behandlung sei, wenn Remdesivir in den frühesten Stadien der Infektion verabreicht werde.

Eine Sprecherin der WHO erklärte, dass es bei solchen Studien "sehr wichtige ethische Überlegungen" gebe. Entscheidend sei, dass sie von einer Ethikkommission beaufsichtigt würden und die Freiwilligen ihr volles Einverständnis geben. Die Testpersonen müssten zudem so ausgewählt werden, dass das Risiko möglichst gering gehalten werde.

Aufregung nach Metastudie: Wie tödlich ist Covid-19?

Eine Studie der WHO hat Verwirrung gestiftet: Ist die Sterblichkeit bei Corona-Infizierten viel niedriger als angenommen? Ein genauerer Blick in die Zahlen offenbart ein Missverständnis. Lesen Sie hier mehr dazu.

Niedersachsen will Castor-Transport wegen Corona verschieben 

16.46 Uhr: Wegen steigender Corona-Zahlen hält Niedersachsen den für November geplanten Castor-Transport für zu gefährlich. Nach SPIEGEL-Informationen schrieb Innenminister Pistorius jetzt an die Bundesregierung. 

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Braun nennt Verstöße gegen Corona-Regeln gesellschaftsschädigend

16.22 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat angesichts der steigenden Infektionszahlen Bürger scharf kritisiert, die Partys feiern und gegen staatliche Regeln verstoßen. "Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern gesellschaftsschädigendes Verhalten. Es ist ein schwerer Verstoß gegen den Gemeinsinn in unserem Land", sagte er dem "Stern". Deutschland sei bisher vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. "Das Einzige, womit wir unseren Erfolg zunichtemachen können, ist unser Freizeitdrang."

Es gehe nun darum, über den Winter zu kommen. "Da ist eine gesellschaftliche Rücksichtnahme der Jüngeren gegenüber den Älteren etwas, was man erwarten darf", sagte Braun. Zugleich ließ er erkennen, dass er weitere Verschärfungen der Regeln für nötig hält. Die Beschlüsse der Ministerpräsidenten vom vergangenen Mittwoch würden "den enormen Anstieg nicht komplett abbremsen".

Sechs positive Fälle bei Alba Berlin - Euroleague-Spiel abgesagt

16.10 Uhr: Einen positiven Befund beim Deutschen Basketballmeister hatte es bereits am Samstag gegeben - fünf weitere kamen nun hinzu. Es blieb nur die Absage des für Donnerstag angesetzten Spiels gegen Baskonia Vitoria-Gasteiz.

Gericht kippt Beherbergungsverbot für Mecklenburg-Vorpommern

16.02 Uhr: Für Touristen aus inländischen Risikogebieten, die in Mecklenburg-Vorpommern Übernachtungen gebucht haben, gelten keine Beschränkungen mehr. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Greifswald gab den Eilanträgen von zwei Hotelbetrieben statt, die gegen die geforderten Negativtests geklagt hatten. Die Landesregierung habe keinen sachlichen Grund darlegen können, weshalb Beherbergungsgäste aus Risikogebieten anders zu behandeln seien als etwa Schüler, Studenten oder Berufspendler, teilte das Gericht zur Begründung mit. Die Vorschriften zu Einreise und Aufenthalt von Beherbergungsgästen seien daher teilweise außer Vollzug gesetzt worden, der Beschluss des Gerichts sei unanfechtbar.

Mit der Entscheidung des Gerichts sind auch die von der Landesregierung geplanten neuen Einreisebestimmungen für Mecklenburg-Vorpommern Makulatur, noch ehe sie rechtskräftig beschlossen werden konnten. Nach heftiger Kritik aus der Wirtschaft hatten sich Landesregierung und Tourismusbranche des Landes am Samstag darauf verständigt, dass für Touristen aus deutschen Risikogebieten von Mittwoch an ein aktueller negativer Test ausreichen sollte, um im Nordosten Urlaub zu machen. Die bislang zusätzlich geforderte Quarantäne von mindestens fünf Tagen und ein folgender zweiter Test sollten entfallen. Diese Regelung galt bislang nur in Mecklenburg-Vorpommern und war die bundesweit schärfste.

Tagestouristen aus Risikogebieten sollen den Plänen zufolge Mecklenburg-Vorpommern weiterhin nicht besuchen dürfen. Und auch für Reisende aus ausländischen Risikogebieten bleiben die bisherigen Regeln in Kraft.

Bildungsgewerkschaften und Elternrat kritisieren KMK-Plan

15.50 Uhr: In der Debatte über den Betrieb der Schulen unter Pandemiebedingungen kritisieren Bildungsgewerkschaften und Bundeselternrat das Vorgehen der Kultusministerkonferenz (KMK). Konkret geht es um das Rahmenkonzept der KMK für Infektionsschutz und Hygiene an den Schulen in Corona-Zeiten. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE), die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Bundeselternrat bemängelten in einer gemeinsamen Mitteilung, dass im KMK-Konzept zwar ein stufenweises Vorgehen nach Infektionslage empfohlen wird, etwa das Masketragen auch im Unterricht oder auch der Umstieg auf Schichtbetrieb. Da das stufenweise Vorgehen aber nicht konkret an die sogenannte Inzidenz, also die Zahl der festgestellten Fälle in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner, gekoppelt wird, verfehle das Konzept seinen Sinn. Die Verbände werfen der KMK vor, die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts nicht zu beachten.

Das KMK-Hygiene- und Infektionsschutzkonzept ist eine Empfehlung. Bildung und damit auch die Schulen sind in der Eigenverantwortung der Bundesländer, sie legen das Vorgehen selbst fest. "Jedem neuen Ausbruch des Coronavirus muss zusammen mit den kommunalen Entscheidungsträgern und insbesondere den lokal zuständigen Gesundheitsämtern konsequent begegnet und die erforderlichen Maßnahmen nach den jeweiligen landesrechtlichen Vorgaben müssen ergriffen werden", heißt es in dem Papier.

Berlin führt Maskenpflicht auf Märkten und Einkaufstraßen ein

15.50 Uhr: Berlin führt eine Maskenpflicht auf Märkten und für zehn stark frequentierte Einkaufstraßen ein. Auch die Regeln für private Zusammenkünfte werden weiter verschärft, wie Gesundheitsministerin Dilek Kalayci ankündigt. Der regierende Bürgermeister Michael Müller warnt, dass es zu weiteren Einschränkungen kommen werde, wenn die Pandemie nicht eingedämmt werde. "Es müsste jedem eingängig sein, was das für ein Lebensrisiko ist", sagt er.

Demnach werde Berlin zudem an der Sperrstunde ab 23 Uhr für die Gastronomie festhalten. Sie sei gerichtlich ohnehin nur für die elf Kläger gekippt worden. Nun wolle man sie mit einer Verordnung und gesetzlichen Grundlage absichern, sagte Müller an.

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Niederlande melden neue Höchstwerte: fast 8200 Neuinfektionen

15.46 Uhr: In den Niederlanden sind bei den Gesundheitsbehörden 8182 Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet worden. Das sind 170 mehr als am Vortag und ein neuer Höchstwert, wie das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM mitteilte. Die Niederlande gehören zu den Ländern in Europa, die von der zweiten Welle der Pandemie am stärksten betroffen sind. In Deutschland mit fast fünfmal so vielen Einwohnern waren zuletzt in 24 Stunden rund 6800 Fälle gemeldet worden.

Die Kurve der Neuinfektionen steige aber weniger schnell an, teilte das RIVM mit. In der vergangenen Woche waren insgesamt 55.587 neue Infektionen gemeldet worden, 27 Prozent mehr als in der Vorwoche. In den Wochen zuvor waren Anstiege von rund 60 Prozent pro Woche verzeichnet worden. 6814 Menschen sind nachweislich an dem Virus gestorben. Am 13. Oktober war in den Niederlanden ein Teil-Lockdown verhängt worden und unter anderem waren alle Gaststätten geschlossen worden.

Auch die Zahl der Patienten in Krankenhäusern und auf Intensivstationen steigt schnell an. Fast jedes dritte Bett auf den Intensivstationen ist mit einem Covid-19-Patienten belegt. Inzwischen werden Patienten bereits auf andere Kliniken verteilt. Auch Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hatten angeboten, Patienten aus den Niederlanden aufzunehmen.

Hotspot Berchtesgadener Land: Zahlen leicht gesunken

15.23 Uhr: Im bayerischen Kreis Berchtesgadener Land ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche leicht auf 236,01 gesunken. Am Montag hatte der Wert laut Landratsamt noch bei 272,8 gelegen - und damit bundesweit an der Spitze. Seit Montag wurden demnach 40 weitere Sars-CoV-2-Fälle bestätigt, am Vortag waren es noch 57 gewesen. Erstmals seit dem Lockdown im Frühjahr traten am Dienstagmittag in dem Landkreis strikte Ausgangsbeschränkungen in Kraft. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist dort zunächst für 14 Tage nur noch mit triftigem Grund erlaubt.

Brandenburg beschließt Begrenzung von Feiern und Alkoholverbot

15.19 Uhr: In Brandenburg gelten in Regionen mit hohen Infektionszahlen künftig schärfere Begrenzungen für private Feiern und ein nächtliches Ausschankverbot. Dies kündigte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) an. Das Nachbarland Frankreich habe angesichts der steigenden Infektionszahlen bereits den Gesundheitsnotstand ausrufen müssen, mahnte die Ministerin. "In Deutschland stehen wir an einem Wendepunkt."

Beschlossen wurde vom Kabinett, dass ab 35 neuen Infektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche in diesen Landkreisen und kreisfreien Städten nur bis zu 25 statt derzeit 50 Menschen in öffentlichen Räumen und 15 statt 25 Menschen zu Hause privat feiern dürfen. Für Kneipen, Restaurants und Gaststätten gilt ein Ausschankverbot für Alkohol von 23 Uhr bis sechs Uhr. Dies würde bislang die Landkreise Oder-Spree, Prignitz und Spree-Neiße sowie die Städte Potsdam und Frankfurt (Oder) betreffen, wo die sogenannte 7-Tage-Inzidenz über den kritischen Wert von 35 gestiegen ist.

Cottbus ist mit einer sogenannten 7-Tage-Inzidenz von 87,3 bereits Corona-Risikogebiet. Ab einem Wert von 50 dürfen sich in den betroffenen Regionen nach den Beschlüssen nur noch bis zu zehn Menschen in der Öffentlichkeit treffen. Für Feiern sollen die Obergrenzen auf zehn Menschen in öffentlichen Räumen und zehn von bis zu zwei Haushalten in Privaträumen sinken. Auf belebten öffentlichen Plätzen und in Einkaufszentren können Kommunen eine Maskenpflicht erlassen.

Corona-Fall in Schweriner Staatskanzlei - Beratungen unterbrochen

14.47 Uhr: Wegen eines positiven Corona-Befunds bei einem Mitarbeiter der Staatskanzlei in Mecklenburg-Vorpommern hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) den Corona-Gipfel ihres Kabinetts mit Vertretern von Kommunen und Verbänden abgebrochen. Die Beratungen sollen als Telefonkonferenz fortgesetzt werden, wie die Staatskanzlei in Schwerin mitteilte.

Den Angaben zufolge war die betroffene Person kürzlich aus dem Berchtesgadener Land in Bayern zurückgekehrt, der Region in Deutschland mit der aktuell höchsten Infektionsdichte. Die Ministerpräsidentin habe seit dessen Rückkehr zwar keinen direkten Kontakt zu dem infizierten Mitarbeiter gehabt, allerdings zu Kontaktpersonen, die nun einen Test machen würden. Eine dieser Personen sei auch kurzfristig bei den Beratungen anwesend gewesen, ehe der Fall in der Staatskanzlei bekannt wurde. Vor diesem Hintergrund habe die Regierungschefin entschieden, ihre Arbeit freiwillig von zu Hause fortzusetzen, bis die Ergebnisse der Tests vorliegen.

Kanzleramtschef Braun ruft zur Nutzung der Warn-App auf

14.29 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat angesichts drohender Überlastung von Gesundheitsämtern wegen der hohen Zahlen von Infektionen zur Nutzung der Warn-App aufgerufen. "Da, wo die Gesundheitsämter in den Hotspots mit der Kontaktnachverfolgung nicht mehr hinterherkommen, ist die Corona-Warn-App das einzige Instrument, was einen noch auf Corona-Kontakte hinweist", sagte Braun am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. "Daher ist jetzt für alle, die sie noch nicht nutzen, ein guter Zeitpunkt, die App zu laden und im Hintergrund laufen zu lassen."

Was Hausärzte in der Coronakrise erleben

Wer meint, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, meldet sich oft bei seiner Hausärztin. Wie gehen Praxen damit um? Der SPIEGEL hat bundesweit nachgefragt. Lesen Sie hier mehr dazu: "Es ist absehbar, dass das System implodiert"

Virologe Streeck ruft zur Teilnahme an seiner neuen Studie auf

13.40 Uhr: Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat die Bevölkerung in der kleinen Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg zur Teilnahme an seiner neuen Studie aufgerufen. Man wolle zum Beispiel verstehen, ob man sich nach einer Infektion wieder infizieren könne, sagte der Forscher in einer vom Kreis verbreiteten Videobotschaft auf Facebook. "Das sind extrem wichtige Fragen. Weil es für uns auch Fragen beantwortet, wie wir im nächsten Jahr zum Beispiel mit Sars-CoV-2 umgehen würden, wenn es keinen Impfstoff gibt", sagte er. Bei dem Untersuchungstermin am Mittwoch werde man Blut abnehmen, einen Rachenabstrich machen und Fragen stellen.

Der Appell richtete sich an Menschen, die Streeck und sein Team bereits für eine Vorgängerstudie - die sogenannte Heinsberg-Studie - untersucht hatten. Die Wissenschaftler hatten dabei die Ausbreitung des Coronavirus in Gangelt unter die Lupe genommen, das nach einer Karnevalssitzung im Frühjahr zu einem der ersten deutschen Corona-Hotspots geworden war. Die Studie sorgte für Aufsehen, es gab aber auch Kritik an der Methodik und der Begleitung durch eine PR-Agentur.

Italienischer Rapper wirbt fürs Maskentragen

13.00 Uhr: Italiens Regierung hat sich an das bekannteste Influencer-Paar des Landes gewandt, um die Corona-Ansteckungen unter jungen Leuten in den Griff zu bekommen. Der Rapper Fedez (31) erzählt dazu in einem Video auf Instagram, Regierungschef Giuseppe Conte habe ihn und seine Frau Chiara Ferragni (33) um Hilfe gebeten. Es sei ein "sehr unerwarteter" Anruf gewesen.

Im selben Film startet Fedez einen Aufruf, sich an die nationale Maskenpflicht zu halten. Andere Politiker lobten das Paar. "Leute, wir sind in einer sehr, sehr, sehr heiklen Situation", sagt der Musiker im Film. Das Mittelmeerland könne sich keinen neuen Lockdown wie im Frühjahr erlauben. Es liege "in der individuellen Verantwortung eines jeden von uns", die Lage zu ändern. "Mit einer einfachen Geste könnten wir irgendwie eines der schlimmsten Szenarien vermeiden." Und - mit einem Mundschutz in der Hand - appelliert er: "Benutzt die Maske!"

Region Hannover führt Maskenpflicht in Unternehmen ein

12.54 Uhr: Wegen der steigenden Infektionszahlen führt die Region Hannover eine Maskenpflicht in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen ein. Sie soll ab Donnerstag gelten, wie die Behörde mitteilte. Der Inzidenzwert der Region lag am Dienstag bei 36,1 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Die Mund-Nasen-Bedeckung müsse nicht am eigenen Schreibtisch, aber auf den Fluren und Treffpunkten wie in der Küche getragen werden, erläuterte eine Sprecherin. Ausgenommen sind Schulen und Kitas, in denen weiterhin die bestehenden Hygienekonzepte gelten.

In Berlin gibt es bereits eine Maskenpflicht in Unternehmen. In Niedersachsen entscheiden darüber laut Gesundheitsministerium in Hannover bislang die kommunalen Gesundheitsämter. Die Unternehmerverbände Niedersachsen begrüßten die Entscheidung.

Hunderte Touristen müssen Berchtesgadener Land verlassen

12.42 Uhr: Die strikten Ausgangsbeschränkungen im Landkreis Berchtesgaden haben auch Hunderte Feriengäste zur Abreise gezwungen. Die Berchtesgadener Land Tourismus GmbH schätzte die Zahl der Gäste, die in der Bergidylle rund um Watzmann und Königssee teils die Herbstferien verbringen wollten, auf knapp 2500. Der Sommer sei zwar für manche Beherbergungsbetriebe sogar besser gelaufen als das Vorjahr, sagte eine Sprecherin. Aber: "Teilweise sind noch nicht mal die Schäden aus dem Frühjahr kompensiert." Der Lockdown hatte damals Hoteliers und Gastgebern schwere Einbußen gebracht.

Für die nächste Zeit gebe es nicht viele Stornierungen - denn die meisten Gäste hätten sich ohnehin mit langfristigen Planungen zurückgehalten. Wie sich die hohen Zahlen und die Ausgangsbeschränkungen dauerhaft auswirkten, hänge nicht zuletzt davon ab, "wie lange das dauert und wie groß der Imageschaden ist."

Das Verlassen der eigenen Wohnung ist im Landkreis von Dienstag 14 Uhr an nur noch mit triftigem Grund erlaubt. Es sind bayernweit die ersten Ausgangsbeschränkungen seit Monaten, sie gelten vorerst für 14 Tage. Am Montag lag die sogenannte 7-Tage-Inzidenz im Landkreis bei 272,8.

DOSB-Präsident befürchtet Schaden "in ganz anderen Dimensionen für den Sport"

12.40 Uhr: Alfons Hörmann macht sich angesichts der steigenden Infektionszahlen immer mehr Sorgen um den deutschen Sport. Im Interview mit den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Stuttgarter Zeitung" erklärte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), dass der von ihm angenommene Schaden über das Finanzielle hinaus weitaus höher ausfalle als angenommen. Ferner kritisierte er Probleme bei der Umsetzung des 200 Millionen Euro schweren Hilfsprogramms der Bundesregierung für Vereine der ersten, zweiten und dritten Ligen.

"Es gibt keine pragmatische und schnelle Soforthilfe", sagte Hörmann, "und es werden wohl nur wenige Vereine in den Genuss der Hilfe kommen, weil die Vorgaben zu restriktiv sind. Die Möglichkeiten zur Ausschöpfung des Programms sind weder basis- noch praxisnah." Einerseits gebe es kaum einen Profiverein, der nicht sofort Hilfe benötige. Andererseits sei das Verfahren enorm kompliziert.

Dies habe womöglich erhebliche Folgen. "Meine große Sorge ist, dass es am Ende heißen wird, der Sport brauche doch gar keine Unterstützung, weil der 200-Millionen-Euro-Topf nur zu einem Bruchteil abgerufen worden ist. Das wäre ein katastrophaler Schluss", erklärte Hörmann, der vielmehr fordert: "Das Hilfsprogramm muss auf 2021 ausgedehnt werden."

Bei vielen kleinen, mittleren und größeren Vereinen werde weniger Geld fließen. "Da sind wir beim Problem. Denn um genau die Summe, die weniger in die Kasse kommt, wird das Angebot zusammengestrichen. Das führt zu einer Bewegungsunfähigkeit und zu mangelnden Aktivitäten in den Vereinen", sagte Hörmann, der auch einen erheblichen Rückgang bei den Mitgliederzahlen in deutschen Sportvereinen befürchtet.

Konsum von Alkohol und Tabak deutlich gestiegen

12.33 Uhr: Der Konsum von Alkohol und Tabak ist in der Krise einer Umfrage zufolge deutlich gestiegen. Von denjenigen, die bereits mehrmals in der Woche Alkohol zu sich nehmen, trinkt rund ein Viertel seit Beginn der Pandemie mehr, wie eine veröffentlichte Forsa-Umfrage im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) ergab.

Bei den Rauchern zeigt sich demnach ein ähnliches Bild: Jeder neunte regelmäßige Raucher greift seit der Pandemie häufiger zur Zigarette. Betroffen sind vor allem Jüngere zwischen 16 und 29 Jahren - hier gab jeder Dritte an, seit der Krise mehr zu rauchen. Zigaretten sind mit 71 Prozent dabei am beliebtesten. Jeder Sechste in der Altersgruppe raucht Shisha, jeder Zwölfte konsumiert illegale Drogen wie Cannabis.

"Ein gesteigerter Coolness-Faktor sowie Stress und Langeweile zählen zu den häufigsten Gründen, warum gerade junge Menschen trinken und rauchen", erklärte Michael Falkenstein von der KKH. Gleichzeitig seien die Rauschmittel für viele eine Art Bewältigungsmechanismus. "Die große Gefahr dabei ist, dass aus dem vermehrten Konsum während einer schweren Phase eine Gewohnheit wird und dadurch ein noch höheres Risiko für eine Abhängigkeit entsteht."

Generell nimmt der missbräuchliche Konsum von Alkohol und Tabak unter den Versicherten laut KKH seit Jahren zu. Zwischen 2009 und 2019 sei die Zahl der Menschen, die beispielsweise wegen einer Abhängigkeit oder Entzugserscheinungen ärztlich behandelt wurden, bei exzessivem Rauschtrinken um knapp 37 Prozent gestiegen.

Klopapier-Hersteller: "Es wird keine Unterversorgung geben"

12.32 Uhr: Und täglich grüßt... der Hamster: Mancher fühlt sich bei den steigenden Corona-Zahlen ans Frühjahr erinnert und will Klopapier auf Vorrat kaufen. Ein Produzent beruhigt nun - das sei nicht nötig.

Was wird jetzt aus unserer Weihnachtsfeier?

Die Tanzfläche gerappelt voll, glühweinseliges Gedränge am Büfett - das war einmal. In Corona-Zeiten müssen Firmen lernen, digital zu feiern. Und dafür gibt es hier ein paar Anregungen.

Negativer Test bei Hessens Ministern Al-Wazir und Klose

12.08 Uhr: Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Sozialminister Kai Klose (beide Grüne) sind negativ getestet worden. Beide hätten sich aber nach den Vorgaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in häusliche Quarantäne begeben, teilte Regierungssprecher Michael Bußer mit. Diese dauere noch bis zum kommenden Montag. In der Zwischenzeit würden sie aus dem Homeoffice weiterarbeiten. Alle öffentlichen Termine der beiden Minister seien in dieser Woche abgesagt worden.

Nach der Infektion von Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) hatten sich auch ihre Kabinettskollegen testen lassen. Al-Wazir und Klose galten wegen einer gemeinsamen längeren Besprechung mit Dorn vor wenigen Tagen als Kontaktpersonen ersten Grades. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte am Vortag darüber berichtet, dass sich Dorn infiziert habe.

Schuldenstand steigt 2020 offenbar weniger stark als gedacht

11.40 Uhr: Die Verschuldung Deutschlands wird nach neuen Berechnungen des Bundesfinanzministeriums trotz hoher Belastungen in der Krise nicht so deutlich steigen wie zuletzt noch erwartet. In einem Dokument des Ministeriums, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, wird für 2020 ein Schuldenstand von 71 Prozent der Wirtschaftsleistung in Aussicht gestellt. Dieser dürfte 2021 dann wegen der erwarteten konjunkturellen Erholung leicht sinken auf 70,25 Prozent.

In der EU gilt eigentlich eine Obergrenze von 60 Prozent, die viele Staaten aber nicht einhalten und wegen Belastungen im Zuge der Pandemie auch auf absehbare Zeit nicht schaffen werden. Deutschland lag 2019 bei knapp 60 Prozent. Wegen des hohen Haushaltsdefizits in diesem Jahr und der schweren Rezession geht es nun wieder deutlich nach oben.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte zuletzt aber noch höhere Werte genannt, oft rund 75 Prozent, teilweise auch 80 Prozent. Letzteres wäre in etwa das Niveau nach der weltweiten Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren gewesen. Jetzt fließen aber einige der Corona-Hilfen nicht ab oder werden doch nicht benötigt: "Dabei wird davon ausgegangen, dass das mögliche Volumen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds nicht vollständig in Anspruch genommen wird", heißt es mit Blick auf den Schuldenstand in diesem Jahr.

Lombardei verhängt nächtliche Ausgangssperre

11.07 Uhr: Menschen in der Lombardei müssen ab Donnerstag von 23 Uhr bis fünf Uhr zu Hause bleiben, wie die Behörden mitteilten. Ausnahmen sind aus medizinischen oder beruflichen Gründen möglich. Die Maßnahme soll bis zum 13. November dauern.

Bei der nächtlichen Ausgangssperre in der norditalienischen Region handelt sich um die strikteste Maßnahme in Italien seit dem Ende des im Frühling verhängten nationalen Lockdowns. "Das ist eine angemessene und symbolisch bedeutsame Initiative, die keine besonders ernsten wirtschaftlichen Folgen haben dürfte", sagte Regionalpräsident Attilio Fontana der Zeitung "La Repubblica".

Am Freitag waren in Italien mehr als 10.000 Infektionen registriert worden. Am schwersten betroffen ist derzeit wie schon zu Beginn der Pandemie die Lombardei, zu der auch die Wirtschaftsmetropole Mailand gehört. Am Sonntag hatte Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte eine landesweite Sperrstunde ab Mitternacht für Bars und Restaurants verfügt. Maximal sechs Gäste dürfen noch pro Tisch in den Lokalen sitzen. Ab 18 Uhr werden keine stehenden Gäste mehr bedient.

Zustand von PLO-Vertreter Erekat offenbar stabil

10.37 Uhr: Der Gesundheitszustand des an Corona erkrankten Generalsekretärs der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Saeb Erekat, ist nach Angaben seiner Familie stabil. Der 65-Jährige werde weiter auf der Intensivstation behandelt und künstlich beatmet, berichtete die PLO unter Berufung auf Angehörige. Eine Sprecherin der Klinik sagte, Erekats Zustand sei unverändert. Am Montag war er als "kritisch, aber stabil" eingestuft worden.

Erekat war am Sonntag mit Atemnot in die Universitätsklinik gebracht worden. Nach einer Verschlechterung seines Zustands war er dann in Vollnarkose versetzt und künstlich beatmet worden. Erekats Behandlung ist nach Angaben der Klinik besonders schwierig, weil sein Immunsystem nach einer Lungentransplantation vor drei Jahren unterdrückt sei. Dazu kämen die Corona-Erkrankung sowie eine bakterielle Infektion.

Der promovierte Politikwissenschaftler war seit Mitte der Neunzigerjahre Chefunterhändler bei den Verhandlungen mit Israel gewesen. Seit 2014 liegen diese jedoch brach. Als Konsequenz aus Annexionsplänen Israels im Westjordanland hatte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas Mitte Mai die Aufhebung aller Vereinbarungen mit Israel und den USA erklärt. Israel hat die Pläne im Gegenzug für die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten zwar auf Eis gelegt, baut aber seine Siedlungen im Westjordanland weiter aus.

Finnair streicht 700 Stellen

10.12 Uhr: Die finnische Fluggesellschaft Finnair streicht bis März rund 700 Stellen. Allein schätzungsweise 600 Arbeitsplätze fallen in der finnischen Heimat weg, wie das Unternehmen mitteilte. Darüber hinaus werden die meisten Mitarbeiter langfristig von vorübergehenden Freistellungen betroffen sein, weil davon ausgegangen wird, dass die Branche Jahre für die Erholung von der Krise benötigen wird. Die Airline hat derzeit rund 6500 Angestellte, der Großteil davon arbeitet in Finnland.

Er sei dankbar, dass gemeinsam mit den Angestellten eine Lösung zur Rettung von etwa 150 Jobs im Konzern gefunden worden sei, sagte Finnair-Chef Topi Manner. Die Veränderungen seien notwendig und unvermeidbar.

Finnair hatte Ende August Pläne angekündigt, bis zu 1000 Stellen streichen zu müssen. Die finnische Regierung hatte bereits im März verkündet, der Fluggesellschaft Staatsgarantien im Umfang von 600 Millionen Euro zu gewähren. Der finnische Staat besitzt 55,8 Prozent an Finnair.

Gesamtes Ruhrgebiet gilt als Risikogebiet

09.14 Uhr: Das gesamte Ruhrgebiet gilt seit Dienstagmorgen als Risikogebiet. Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist auch die Stadt Oberhausen mit 52,7 über die wichtige Kennzahl von 50 gekommen. Die Städteregion Aachen, Solingen, Gelsenkirchen und Herne sind sogar dunkelrot markiert - sie liegen über dem Wert von 100 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Die Stadt Köln liegt mit dem Wert 97,8 noch knapp unter der 100. Allerdings nahm die sogenannte 7-Tage-Inzidenz in Köln von Montag auf Dienstag um 22,4 Punkte stark zu.

Spahn: Sonderrechte sind "nicht irgendwie Willkür"

09.04 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die von ihm gewünschte Verlängerung von Sonderrechten verteidigt. "Das ist ja nicht irgendwie Willkür oder Zufall, dass es entsprechende Möglichkeiten für den Bund, für den Bundesminister gibt oder für die Länder, sondern das sind gesetzliche Grundlagen, vom Bundestag beschlossene Grundlagen", sagte Spahn am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin".

Zurzeit gibt es Kritik am geringen Einfluss der Parlamente auf die Entscheidungen über Corona-Maßnahmen. Diese Kritik entzündet sich unter anderem daran, dass sich Spahn Sonderrechte verlängern lassen möchte, die ihm der Bundestag im März eingeräumt hatte. Sie sind bislang bis März 2021 begrenzt. In einem Gesetzentwurf heißt es nun, die bisherigen Regelungen sollten - "unter der Voraussetzung, dass dies zum Schutz der Bevölkerung vor einer Gefährdung durch schwerwiegende übertragbare Krankheiten erforderlich ist" - "verstetigt" werden.

Auf die Frage, warum die Rahmenbedingungen nach der akuten Übergangssituation nicht wieder vom Bundestag festgelegt werden sollten, sagte Spahn: "Das werden sie ja auch weiterhin, wie es ja auch in unserem vorgeschlagenen Infektionsschutzgesetz so wäre, dass der Bundestag die Regeln festsetzt. Was wir vereinheitlichen wollen und übrigens auf eine bessere rechtliche Grundlage, auf eine eindeutigere rechtliche Grundlage stellen wollen - das ist ja auch das, was Abgeordnete zurecht fordern - sind die Regelungen rund um die Einreise." Das Thema Einreise könne nur der Bund regeln und solle nicht von 16 Bundesländern unterschiedlich gehandhabt werden. "Das sieht eben der Gesetzentwurf vor", sagte Spahn.

Spahn zeigte sich jedoch auch offen für eine breite Debatte der Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie im Bundestag. "Es geht um die größten Freiheitsseinschränkungen in der Geschichte der Bundesrepublik, es geht um Zumutungen für den Einzelnen und für die Gesellschaft", sagte der CDU-Politiker am Dienstag im ZDF. Darüber müsse natürlich auch diskutiert werden - "meinetwegen auch gerne noch häufiger". Spahn betonte zugleich, dass weder Bund noch Bundesländer eigenmächtig handelten. Deren Eingriffe in der Corona-Pandemie seien keine Willkür und kein Zufall. Es werde nicht eigenmächtig gehandelt, sondern wie vom gesetzgebenden Bundestag vorgesehen.

Corona-Maßnahmen: Roth fordert stärkere Beteiligung des Bundestags

08.46 Uhr: Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth will eine stärkere Beteiligung des Bundestags bei Entscheidungen zu Corona-Eindämmungsmaßnahmen. In einer Zeit, in der zwischen dem Schutz von Gesundheit und dem Schutz von Freiheit und Bürgerrechten abgewogen werden muss, müsse es ein Ringen um Lösungen geben, forderte die Grünenpolitikerin im Deutschlandfunk. "Das ist Aufgabe des Parlaments, wir können das tun, wir sollten das wieder zurückholen."

Seit Tagen war aus dem Bundestag immer mehr Kritik laut geworden, dass die Regierungen von Bund und Ländern die Entscheidungen an den Parlamenten vorbei träfen. Die Kritik am geringen Einfluss der Parlamente auf die Entscheidungen über Corona-Maßnahmen entzündet sich unter anderem daran, dass sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Sonderrechte verlängern lassen möchte, die ihm der Bundestag im März eingeräumt hatte. Sie sind bislang bis März 2021 begrenzt.

Im Gesetzentwurf heißt es nun, die bisherigen Regelungen sollten - "unter der Voraussetzung, dass dies zum Schutz der Bevölkerung vor einer Gefährdung durch schwerwiegende übertragbare Krankheiten erforderlich ist" - "verstetigt" werden. Zur Frage, was das konkret heißt, wollte sich eine Ministeriumssprecherin am Montag in der Bundespressekonferenz nicht äußern.

Moderna erwartet Studienergebnisse mit Corona-Impfstoff im November

08.27 Uhr: Der US-Biotechkonzern Moderna erwartet aus der entscheidenden Studie mit seinem Corona-Impfstoffkandidaten erste Zwischenergebnisse im November, wie Vorstandschef Stéphane Bancel in einem Interview des "Wall Street Journal" bekräftigt. Die genaue Woche sei aber schwer vorherzusagen. Im Dezember könnte die US-Regierung dem Impfstoff eine Notfallgenehmigung erteilen. Das Hochfahren der Produktion sei aber eine Herausforderung. "Wenn ein Bestandteil fehlt, können wir den Impfstoff nicht herstellen."

Indien verzeichnet niedrigste Zahl der Neuinfektionen seit drei Monaten

08.19 Uhr: Indien meldet mit 46.790 Ansteckungen binnen 24 Stunden die wenigsten Corona-Neuinfektionen seit rund drei Monaten. Zuletzt waren am 23. Juli weniger Fälle registriert worden. Damit haben sich in Indien insgesamt fast 7,6 Millionen Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Weltweit weisen nur die USA mehr bestätigte Infektionen auf. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 587 auf 115.197.

Sehen Sie im Video: Indien plant Massenimpfungen

DER SPIEGEL

BDT fordert 100 Prozent Überbrückungshilfe für Diskotheken

08.13 Uhr: Der Vizepräsident des Bundesverbands deutscher Diskotheken und Tanzbetriebe (BDT), Knut Walsleben, fordert, die Obergrenze bei den Überbrückungsgeldern zu streichen. Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk sagte Walsleben: "Wir haben eine Überbrückungshilfe, die zum Beispiel 80 oder jetzt 90 Prozent der Kosten deckt, und das ist bei vielen großen Betrieben dann einfach ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr ausreichend. Wir fordern 100 Prozent Überbrückungshilfe."

Walsleben ging noch einen Schritt weiter: "Wir fordern vor allen Dingen auch, dass dieser Deckel von 50.000 Euro pro Betrieb wegfällt, weil eben auch die großen Betriebe in unserer Branche, die fallen da ein bisschen raus." Außerdem machte er sich für einen Unternehmerlohn für Soloselbstständige und die Geschäftsführer stark, die auch Gesellschafter sind, denn die, so Walsleben, "können seit sieben Monaten kein Geld mehr verdienen, die müssen alles aus Auslagen bezahlen."

Der BDT-Vize-Präsident stellte aber auch klar: "Grundsätzlich können wir die Maßnahmen der Regierung natürlich sehr gut verstehen. Und wir sind sehr darauf bedacht, dass sich niemand zusätzlich ansteckt." Er setzt statt Partys in Privaträumen auf Diskotheken, "weil wir der ganz sicheren Auffassung sind, dass eine kontrollierte Veranstaltung in Versammlungsstätten, also nicht in Restaurants oder kleinen Kneipen, unter gewissen Auflagen sicherer ist."

Laut Walsleben rechnen sich Diskotheken für die Betreiber unter den derzeitigen Auflagen allerdings nicht: "Wir können, wenn überhaupt, gerade die Unkosten decken. Aber es geht uns natürlich darum, unsere Mitarbeiter zu halten. [...] Und natürlich machen wir das für unsere geliebten Stammgäste, die uns so lange die Treue gehalten haben."

Irland verkündet zweiten Lockdown

08.02 Uhr: Irland verschärft seine Corona-Maßnahmen drastisch. Als erstes EU-Mitglied geht das Land in einen zweiten Lockdown. Bürger dürfen sich dann nur noch im Umkreis von fünf Kilometern um ihren Wohnort bewegen.

"Wir sind nicht in China" - Weil gegen Sperren für Corona-Hotspots

06.48 Uhr: Nach Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat auch Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil trotz steigender Corona-Zahlen eine Abriegelung von Risikogebieten abgelehnt. "Davon halte ich nichts", sagte der SPD-Politiker der "Bild"-Zeitung. "Wir sind nicht in China und haben es auch bis jetzt im Rahmen unseres offenen Systems geschafft, die Pandemie in Grenzen zu halten." Zuvor hatte der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, eine Sperre für Risikogebiete ins Spiel gebracht. Söder hatte dazu gesagt: "Das halte ich für überzogen und nicht für angemessen."

Die Lage am Morgen: Trump braucht eine neue E-Mail-Affäre

06.05 Uhr: Heute beschäftigen wir uns mit der dubiosen Geschichte um den angeblich aufgetauchten Laptop von Joe Bidens Sohn Hunter und der Frage, ob die Corona-Regeln in die Parlamente gehören. Außerdem geht es um einen Anschlag auf die französische Republik. Von Mathieu von Rohr, Ressortleiter Ausland

Lehrerverband pocht auf Betrieb mit halben Klassen in Hotspots

05.40 Uhr: Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat Ländern und Kommunen einen widersprüchlichen Umgang mit den Corona-Regeln für Schulen vorgeworfen. Der Regelbetrieb laufe vielerorts weiter, obwohl in Städten und Regionen immer häufiger der kritische Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten werde, sagte Meidinger der "Rhein-Neckar-Zeitung". "Bei diesem Wert müsste es eigentlich eine Rückkehr zum Wechselbetrieb mit halbierten Klassen geben." Er kenne aber kaum eine Kommune, die entsprechend handele.

"Es sorgt uns, dass diese Richtwerte für verschärfte Hygieneschutzmaßnahmen an Schulen komplett ignoriert werden, um Schulen auf Teufel komm raus offen zu halten."

Ende vergangener Woche hatte die Kultusministerkonferenz trotz deutlich steigender Corona-Infektionszahlen noch mal bekräftigt, dass Schulen und Kitas möglichst lange offen bleiben sollen. Bei höheren Infektionszahlen könne es sinnvoll sein, die Maskenpflicht auch im Unterricht anzuordnen, hieß es.

Fast 7000 Neuinfektionen in Deutschland

05.00 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Dienstagmorgen 6868 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert liegt damit über den 4122 gemeldeten Fällen vom Dienstag vergangener Woche. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 einen vorläufigen Höchstwert erreicht. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Seit Beginn der Coronakrise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 373.167 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9836. Das waren 47 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 298.300 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 1,35 (Vortag: 1,44). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel 13 bis 14 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes 7-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert nun bei 1,25 (Vortag: 1,35). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Ruf nach Vorzugsbehandlung für Pflegebedürftige bei Corona-Tests 

04.45 Uhr: Patientenschützer raten wegen der Pandemie zu einer bevorzugten Behandlung von Pflegebedürftigen und Altenpflegern bei Corona-Tests. "Viel testen hilft nur dann, wenn das Ergebnis innerhalb von 24 Stunden vorliegt", sagte der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der "Rheinischen Post" . Bei den Pflegebedürftigen und Altenpflegekräften werde diese Zeitspanne immer seltener eingehalten. "Deshalb braucht es für diese Gruppen eine Priorisierung bei der Auswertung", so Brysch.

Angesichts eines absehbaren Engpasses bei den Laborkapazitäten für Corona-Tests bestehe Handlungsbedarf, die Situation verschärfe sich zusehends. Infektionsherde müssten möglichst rasch erkannt werden, mahnte Brysch. "Sonst erfolgen unnötige und für alle leidvolle, lange Quarantänemaßnahmen." Corona-Schnelltests seien sicherlich hilfreich, "ersetzen bei einem positiven Ergebnis jedoch nicht die Standardtests".

Schule und Corona: Deutschland scheitert am Lüften

04.05 Uhr: Mit viel frischer Luft sollen die Schulen der Pandemie trotzen. Darauf setzen die Kultusminister und blenden andere Optionen weitgehend aus. Das sorgt für Kopfschütteln, harsche Kritik - und internationalen Spott.

Japanischer Trinkbrauch bereitet Sorgen

03.30 Uhr: Ein Trinkbrauch im südjapanischen Urlaubsparadies Okinawa bereitet den örtlichen Behörden im Kampf gegen das Coronavirus Sorgen. Bei dem Ritual auf der zur Präfektur Okinawa gehörenden Insel Miyako sitzen die Teilnehmer im Kreis. Eine Person hält eine Ansprache zu gegebenem Anlass, füllt dabei ein Glas mit Alkohol - gewöhnlich einheimischer Awamori-Schnaps - und trinkt es aus. Dann geht diese Person herum und schenkt jedem ein, bevor jemand anderes aus der Gruppe in gleicher Weise die nächste Runde abhält.

Unglücklicherweise soll dieser Trinkbrauch jüngst zur Ausbreitung des Coronavirus beigetragen haben, weswegen die Behörden zunächst für Miyako und nun für die ganze Präfektur eine Warnung ausgegeben haben, wie die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Dienstag meldete. Dabei hatte sich die Corona-Lage auf Okinawa zwischenzeitlich entspannt. Inzwischen nähert sich ganz Japan der Marke von 10.000 offiziell gemeldeten Infektionsfällen und zählt 1690 Tote.

Pro-Asyl-Experte über getrennte Familien: "Wenn Corona wieder alles lahmlegt, ist das eine Katastrophe"

03.05 Uhr: Karim Alwasiti von der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl erklärt, was die Pandemie für Flüchtlingsfamilien bedeutet. Lesen Sie hier das Interview .

Über eine Million Infektionen in Argentinien

02.35 Uhr: Argentinien zählt als fünftes Land der Welt mehr als eine Million Coronavirus-Fälle. Das Gesundheitsministerium meldete 1.002.662 nachgewiesene Infektionen, darunter 12.982 positive Testergebnisse in den vergangenen 24 Stunden. Weitere 451 Menschen seien an oder mit dem Virus gestorben. Auch die USA, Indien, Brasilien und Russland verzeichnen mehr als eine Million Fälle.

Trump im Wahlkampf: "Die Pandemie ist bald vorbei"

02.15 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat seinen Anhängern ein baldiges Ende der Coronavirus-Pandemie in Aussicht gestellt. "Die Pandemie ist bald vorbei", sagte Trump bei einem Wahlkampfauftritt im südwestlichen Bundesstaat Arizona. Die Menschen hätten es satt, dass Medien wie der Fernsehsender CNN nur noch über die Pandemie sprächen, sagte Trump: "Die Leute haben die Pandemie satt. Wissen Sie das? Sie haben die Pandemie satt."

Trumps Prognose eines baldigen Endes der Corona-Pandemie steht jedoch im Widerspruch zur Entwicklung im Land. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt wieder auf rund 50.000 pro Tag, Tendenz steigend. In den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern, gibt es Daten der Universität Johns Hopkins zufolge bereits 8,2 Millionen bestätigte Corona-Infektionen. Etwa 220.000 Menschen starben nach einer Infektion - so viele wie in keinem anderen Land der Welt.

Bayerns Ministerpräsident: Markus Söder kritisiert Corona-App als "zahnlosen Tiger"

02.00 Uhr: "Sie hat kaum warnende Wirkung": Markus Söder hat ein negatives Urteil über die Corona-App gefällt. Wie genau ein von ihm gefordertes Update aussehen könnte, ließ er aber offen.

Bayerns Innenminister rechnet mit Debatte über Grenzschließungen

01.45 Uhr: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hält erneute Debatten über Grenzkontrollen für möglich. "Die Diskussion über verstärkte Grenzkontrollen könnte wieder aufflammen, falls das Infektionsgeschehen in den Nachbarländern außer Kontrolle gerät", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Gleichzeitig haben wir die engen wirtschaftlichen Beziehungen mit intensivem Pendelverkehr von Arbeitnehmern, etwa mit Tschechien und Österreich, im Blick." In Tschechien war die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt sprunghaft gestiegen. Auch in Österreich steigt die Zahl der Neuinfektionen wie praktisch überall in Europa.

Zuletzt hatte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) vor erneuten Grenzschließungen im Zuge der Corona-Pandemie gewarnt. Man habe im Frühjahr dieses Jahres "schlechte Erfahrungen gemacht mit der zu schnellen Schließung von Grenzen". Zu Beginn der Corona-Pandemie hatte Deutschland Grenzkontrollen wiedereingeführt - an vielen Grenzen zu den Nachbarländern kam es zu Chaos. Erst Mitte Juni wurden die Regeln für eine Einreise wieder gelockert.

Joachim Herrmann: "Die Diskussion über verstärkte Grenzkontrollen könnte wieder aufflammen, falls das Infektionsgeschehen in den Nachbarländern außer Kontrolle gerät"

Joachim Herrmann: "Die Diskussion über verstärkte Grenzkontrollen könnte wieder aufflammen, falls das Infektionsgeschehen in den Nachbarländern außer Kontrolle gerät"

Foto: LUKAS BARTH-TUTTAS/EPA-EFE/Shutterstock

Diskothekenbetreiber offen für Maskenpflicht auf Tanzflächen 

01.25 Uhr: Der Bundesverband deutscher Diskotheken und Tanzbetriebe (BDT im Branchenverband Dehoga) fordert eine klare Öffnungsperspektive für Klubs in der Coronakrise - und kann sich dafür auch eine Maskenpflicht vorstellen. Auch Wegekonzept, Lüftung, gegebenenfalls bezahlbare Schnelltests - darüber wolle man mit der Politik diskutieren. "Eine Maskenpflicht auf der Tanzfläche ist zwar nicht ideal, aber wir sollten es auch nicht ausschließen", sagte BDT-Geschäftsführer Stephan Büttner im Vorfeld des Branchentreffens Club Convention der "Neuen Osnabrücker Zeitung" .

Die Jugend werde sich über die Wintermonate nicht einsperren lassen, meinte Büttner. "Dann verlagern sich die Feiern in private Räumlichkeiten. Für das Infektionsgeschehen ist das gefährlicher als die Feier im Klub. Wir wollen einen Dialog, um auszuloten, unter welchen Bedingungen eine Wiedereröffnung möglich wäre."

Zudem seien weitere Hilfen für die Branche notwendig. Dass Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) angekündigt hat, die Überbrückungshilfen für die Veranstaltungsbranche verlängern zu wollen, sieht Büttner positiv. Die Fixkosten müssten aber zu 100 Prozent übernommen werden. Auch sei ein Unternehmerlohn für Klubbetreiber notwendig. Selbst wenn Betriebe wieder öffnen dürften, sieht der BDT die Gefahr von Insolvenzen nicht gebannt: "Es braucht ein Konjunkturprogramm, um der Branche einen Anschub zu geben."

Weltärztepräsident Montgomery spricht sich gegen verfrühte Impfstoff-Verteilung aus

01.00 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, rät von einer verfrühten Entscheidung ab, welche Menschen als Erstes gegen Corona geimpft werden sollen. "Ich wäre dagegen, jetzt schon eine Subdifferenzierung vorzunehmen", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Dienstag. "Wichtig ist, überhaupt erst einmal Impfstoffe zur Verfügung zu haben."

Wer dann als Erstes geimpft werden solle, hänge auch davon ab, welches Mittel zur Verfügung stehe, sagte Montgomery. "Da die auf unterschiedlichen pharmakologischen Prinzipien beruhen, wird es welche geben, die zum Beispiel bei älteren Menschen nicht wirken oder nicht so sicher sind wie andere."

Der ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Sachverständigenrats Gesundheit der Bundesregierung, Matthias Schrappe, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, er rechne damit, dass eine Impfkampagne gegen Corona mehrere Jahre dauern werde.

In einer Modellrechnung seien seine Kollegen und er von 60 Millionen Menschen ausgegangen, die geimpft werden müssten, hieß es in dem Bericht. Wenn pro Arbeitstag 60.000 Impfdosen verabreicht würden, würde die Impfung aller 1000 Arbeitstage dauern. "Also etwa vier Jahre", erklärt der Mediziner.

Diese Rechnung sei aber wahrscheinlich noch zu optimistisch. Impfprogramme in der Vergangenheit - wie gegen Pocken oder Polio - hätten Jahrzehnte gedauert. "Das ist ein komplizierter gesellschaftlicher Prozess", sagte Schrappe. Schon einen Konsens zu finden, wer zuerst geimpft werde, sei schwierig. "Das können nicht Ärzte entscheiden, das muss die Politik regeln."

Gesundheitsexperte und Regierungsberater: Trump bezeichnet Fauci als "Katastrophe"

00.40 Uhr: "Wenn er auftritt, gibt es eine Bombe, aber es gibt eine größere Bombe, wenn man ihn feuert": US-Präsident Trump hat sich laut Medienberichten erneut abfällig über den Topimmunologen Fauci geäußert.

Mehr als 2000 Corona-Patienten auf Frankreichs Intensivstationen

00.15 Uhr: Nach dem massiven Anstieg der Corona-Fälle in Frankreich hat sich auch die Zahl der auf den Intensivstationen befindlichen Menschen stark erhöht. Auf 2090 Intensivbetten liegen derzeit Corona-Patienten - 1441 mehr als vor einer Woche, wie die Gesundheitsbehörden am Montag bekannt gaben. In den vergangenen 24 Stunden starben demnach 146 Menschen an den Folgen einer Corona-Erkrankung. Zuletzt wurden im Mai mehr als 2000 Menschen auf Intensivstationen behandelt.

Auf dem Höhepunkt der Pandemie im April lagen mehr als 7000 Patienten auf den Intensivstationen des Landes. Frankreich hat nach Angaben von Gesundheitsminister Olivier Véran insgesamt 5800 Intensivbetten. Besonders angespannt ist die Situation derzeit in Paris und Umgebung. Dort stieg die Auslastung der Intensivbetten auf 50 Prozent.

Frankreich ist mit mehr als 33.600 Corona-Toten eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas.

Mehr als 154.000 Tote in Brasilien

00.10 Uhr: Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldete 15.383 Neuinfektionen. Damit stieg die Gesamtzahl der Ansteckungen auf über 5,2 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 271 auf 154.176 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA und Indien weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

ptz/asc/sak/mamk/fek/kfr/dpa/AFP/Reuters/AP
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