+++ News-Update am Dienstag +++ Fiasko bei Corona-Masken für griechische Schüler

Schlechter Schulstart in Griechenland. Die von der Regierung bereitgestellten Masken sind den Kindern zu groß. Und: Die gesamte irische Regierung ist in Quarantäne. Das war der Überblick am 15. September.
Ein städtischer Angestellte in Schutzausrüstung desinfiziert eine Schule in Athen

Ein städtischer Angestellte in Schutzausrüstung desinfiziert eine Schule in Athen

Foto: Angelos Tzortzinis/ dpa

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23.08 Uhr: "Fallschirme" - so bezeichneten Schüler in Griechenland die ihnen von der griechischen Regierung bereitgestellten Mund- und Nasenschutze. Hunderttausende Masken sind überdimensioniert und passen nicht. In sozialen Netzwerken teilten viele Schüler zum Schulbeginn Fotos, in denen sie die das ganze Gesicht bedeckenden Masken tragen.

Die "Zorro"-Masken seien ein "katastrophaler Fehler", räumte die Abgeordnete Dora Bakoyannis ein. Sie ist die Schwester des konservativen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis. Seit dem Schulstart am Montag gilt für griechische Schüler Maskenpflicht. Bislang kam Griechenland mit registrierten 13.000 Infektionsfällen und 313 Toten vergleichsweise gut durch die Corona-Pandemie.

"Es gab ein Missverständnis", sagte dagegen Vize-Gesundheitsminister Vassilis Kontozamanis am Dienstag vor Journalisten. Die angegebenen Maße hätten sich auf "vorgenähten" Stoff bezogen. Das Problem werde behoben. Der Hersteller wies die Verantwortung für das Desaster zurück. "Die Größe war von Anfang an überdimensioniert", sagte Yiannis Stathopoulos einem Fernsehsender.

Sieben Tote nach zahlreichen Corona-Infektionen auf US-Hochzeit

22.10 Uhr: Nach einer Hochzeit im US-Bundesstaat Maine im August haben sich offenbar Dutzende Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Wie die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf die örtlichen Gesundheitsbehörden berichtete, steht die Feier in Millinocket in Verbindung mit 175 positiven Testergebnissen.

Sieben Menschen seien demnach an den Folgen von Corona-Infektionen gestorben, die zur Hochzeitsfeier in Verbindung stünden. Ein infizierter Teilnehmer der Hochzeit hatte demnach bei seiner Arbeit in einem Reha-Zentrum mehrere Personen angesteckt. Sechs Todesfälle gingen auf die Einrichtung zurück. Zudem sollen andere Ausbrüche in Maine auf die Hochzeit zurückgehen.

Nach Angaben der Behörden sollen die Veranstalter der Feier gegen die Beschränkung auf 50 Personen verstoßen haben.

Irische Regierung geht geschlossen in Quarantäne

20.45 Uhr: Die gesamte irische Regierung hat sich nach dem Rat von Gesundheitsexperten in Corona-Quarantäne begeben. Nachdem Gesundheitsminister Stephen Donnelly am Dienstag Covid-19-Symptome gezeigt hatte, seien seine Kabinettskollegen vom Parlament aufgefordert worden, sich selbst zu isolieren. Das berichtete unter anderem die "Irish Times ".

Bei einer Kabinettssitzung hatte der Minister zuvor viele seiner Kollegen persönlich getroffen. Außerdem hatte er gemeinsam mit dem irischen Premier Micheál Martin am selben Tag eine Pressekonferenz gegeben. Donnelly selbst wollte sich schnellstmöglich auf das Coronavirus testen lassen.

Das irische Parlament sollte den Berichten zufolge am Abend jedoch wie geplant und ohne Teilnahme der Kabinettsmitglieder tagen.

Einigung der Bundesländer: Zuschauer bei allen Bundesligaspielen erlaubt

17.45 Uhr: Die Zeit der Geisterspiele ist in allen Stadien der Fußball-Bundesliga vorbei. Die Bundesländer einigten sich am Dienstag auf eine sechswöchige Testphase mit stark reduzierter Zuschauerkapazität. Bundesweit einheitlich dürfen bei Veranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern nun 20 Prozent der Plätze besetzt werden. Es werden allerdings keine Zuschauer zu Veranstaltungen zugelassen, wenn die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner am Austragungsort größer oder gleich 35 und das Infektionsgeschehen nicht klar eingrenzbar ist.

Am Wochenende war der DFB-Pokal eine Art Testlauf für entsprechende Hygienekonzepte. In Dresden beispielsweise sahen 10.053 Zuschauer das 4:1 von Dynamo gegen den Hamburger SV, zum Spiel des 1. FC Magdeburg gegen Darmstadt 98 (2:3 n.V.) kamen 5000 Besucher. Nur 300 Zuschauer durften hingegen in NRW das 5:0 von Borussia Dortmund beim MSV Duisburg sehen.

Nach einer zweimonatigen Unterbrechung aufgrund der Corona-Pandemie hatte die Bundesliga den Spielbetrieb Mitte Mai ohne Zuschauer wieder aufgenommen. Letztes Spiel vor normaler Kulisse war das Duell zwischen dem FSV Mainz 05 und Fortuna Düsseldorf (1:1) am 8. März.

Emirate lassen Corona-Impfstoff für Mitarbeiter des Gesundheitswesens zu

17.44 Uhr: Die Vereinigten Arabischen Emirate haben die Impfung von Mitarbeitern des Gesundheitswesens mit einem noch in der Testphase befindlichen Coronavirus-Impfstoff genehmigt. Das Mittel werde "unseren Helden an der Front zur Verfügung stehen, die am stärksten gefährdet sind, sich mit dem Virus zu infizieren", teilte die Notfallschutzbehörde (NCEMA) am Montag im Onlinedienst Twitter mit. Der Impfstoff durchläuft derzeit noch die letzte Testphase, in der das Mittel an Menschen erprobt wird.

Der chinesische Pharmakonzern Sinopharm hatte im Juli die dritte Testphase für seinen Impfstoff in den Emiraten gestartet. Nach Angaben der emiratischen Behörden fielen die Ergebnisse positiv aus. Demnach wurde der Impfstoff an 31.000 Probanden getestet. Dabei seien nur "milde und erwartbare" Nebenwirkungen aufgetreten.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den Vereinigten Arabischen Emiraten steigt derzeit wieder stark an. Am Samstag wurde mit 1007 Neuinfektionen ein Allzeithoch erreicht. Insgesamt infizierten sich in dem Golfstaat bisher mehr als 80.000 Menschen mit dem neuartigen Virus, 401 starben an den Folgen der Infektion.

Bürgermeister von Kopenhagen will Alkoholverkauf in Abendstunden verbieten

17.42 Uhr: Der Bürgermeister der dänischen Hauptstadt Kopenhagen hat ein abendliches Alkoholverkaufsverbot vorgeschlagen. In einigen Teilen Kopenhagens gebe es nachts unabhängig von der Coronavirus-Krise viel Lärm und "total inakzeptable Gewalt", erklärte der sozialdemokratische Bürgermeister Frank Jensen am Dienstag. Daher habe er dem Justizministerium vorgeschlagen, dass in bei Partygängern beliebten Vierteln größerer dänischer Städte ab 20.00 Uhr Geschäfte keinen Alkohol mehr verkaufen sollten. Bars und Restaurants sollten von dem Verbot ausgenommen werden.

Unterdessen teilte der irische Regierungschef Micheal Martin mit, dass wegen eines Anstiegs der Corona-Infektionsfälle Pubs in der Hauptstadt Dublin bis auf Weiteres geschlossen blieben. Pubs im restlichen Land dürften ab nächsten Montag wieder öffnen, sagte Martin am Dienstag.

Alle irischen Pubs waren im März wegen der Corona-Pandemie geschlossen worden - Ende Juni durften die wieder öffnen, die auch Essen anbieten. Seit Beginn der Corona-Pandemie starben in Irland fast 1800 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Virus.

Experte zu Corona in Türkei: Gesundheitssystem droht Zusammenbruch

17.15 Uhr: Vor dem Hintergrund steigender Corona-Fallzahlen in der Türkei hat ein Experte vor einem Zusammenbruch des Gesundheitssystems gewarnt. Würden die Möglichkeiten zur Behandlung nicht verbessert, könne es zu "großem Chaos" kommen, sagte Vedat Bulut, ehemaliger Chef der Ärztekammer, der türkischen Zeitung "Cumhuriyet" am Dienstag. 

Besonders in der türkischen Hauptstadt Ankara sei die Situation schwierig, in Krankenhäusern fehlten Betten. Türkeiweit hätten rund 900 Ärzte ihren Job gekündigt. Hintergründe nannte er nicht. Auch der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca hatte kürzlich auf Twitter mitgeteilt, dass Ankara Corona-Hotspot ist. 

Bulut warf der türkischen Regierung eine fehlerhafte Politik und die Verbreitung intransparenter Informationen vor. Der Ernst der Lage werde darum von vielen Menschen nicht verstanden. 

In der Türkei ist die Zahl der Corona-Fälle zuletzt wieder stärker gestiegen. Täglich kommen laut offiziellen Zahlen zwischen 1500 und 1700 Neuinfektionen hinzu. Die türkische Ärztevereinigung zweifelt die offiziellen Corona-Fallzahlen immer wieder an und geht davon aus, dass es deutlich mehr Fälle gibt. 

Altmaier nach jüngsten Konjunkturdaten optimistisch

16.30 Uhr: Die jüngsten Konjunkturdaten geben Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zufolge Anlass zu Optimismus. Nach der schwersten Rezession in der Nachkriegzeit werde es 2021 wieder aufwärtsgehen, voraussichtlich mit einem Wachstum von vier bis viereinhalb Prozent, sagt der CDU-Politiker in München. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Pandemie weiter unter Kontrolle bleibe.

Kassenbeiträge sollen wegen der Corona-Pandemie ansteigen

15.29 Uhr: Die Krankenkassenbeiträge sollen wegen der Corona-Pandemie im kommenden Jahr ansteigen. Geplant ist eine Erhöhung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags um 0,2 Punkte auf dann 1,3 Prozent, wie aus einem Maßnahmenpaket von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hervorgeht, das der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag vorlag.

Um die gestiegenen Ausgaben im Gesundheitswesen zu bewältigen, soll zugleich der Bundeszuschuss an die gesetzlichen Kassen um fünf Milliarden Euro angehoben werden. Zudem führen die Krankenkassen einmalig Finanzreserven in Höhe von acht Milliarden Euro an den Gesundheitsfonds ab, um einen Teil der Finanzierungslücke zu schließen.

Das Maßnahmenpaket stelle sicher, dass die von den Regierungsparteien beschlossene "Sozialgarantie 2021" eingehalten werden könne, heißt es in dem Papier, über das zunächst die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) und das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet.

Die vom Koalitionsausschuss im Juni beschlossene "Sozialgarantie 2021" sieht vor, die Sozialversicherungsbeiträge bei maximal 40 Prozent zu stabilisieren.

Erneute Abriegelung von Wohnviertel auf Mallorca

15.29 Uhr: Auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca soll im Kampf gegen Corona erneut ein Wohngebiet der Hauptstadt Palma abgeriegelt werden. Die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit im Gebiet Arquitecte Bennàssar im Nordosten der Stadt werde man bis zum Wochenende beschließen und in Kraft treten lassen, kündigte die Ministerpräsidentin der Balearen, Francina Armengol, am Dienstag im Regionalparlament an. Ähnliche Maßnahmen werde man auch für einige, von Neuausbrüchen ebenfalls schwer betroffene Gebiete von Ibiza anordnen. Einschränkungen der Bewegungsfreiheit seien für Viertel der gleichnamigen Inselhauptstadt sowie in San Antoni vorgesehen. 

Seit Freitagabend ist auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca das an Arquitecte Bennàssar angrenzende Son Gotleu abgeriegelt. Die etwa 23.000 Betroffenen dürfen das Arbeiterviertel seitdem nur noch verlassen, um zur Arbeit, zu einem Arzt oder einem Krankenhaus sowie zur Schule oder einer anderen Bildungseinrichtung zu gehen oder um sich um Pflegebedürftige zu kümmern. 

Diese Anordnung gilt zunächst für zwei Wochen. Es war die erste Abriegelung eines Gebiets auf den Balearen seit dem Ende des landesweiten dreineinhalbmonatigen Lockdowns am 21. Juni. In Spanien sind zahlreiche andere Gebiete oder Gemeinden abgeriegelt. 

Sowohl in Son Gotleu als auch in Arquitecte Bennàssar leben viele Einwanderer aus Lateinamerika, Osteuropa und Afrika. Die sozialen Probleme dort haben sich aufgrund der Pandemie weiter verschärft. Die Urlauber, die für die Wirtschaft der Inseln von enormer Bedeutung sind, kommen nur selten dorthin, obwohl sich in Arquitecte Bennàssar die Stierkampfarena Palmas befindet. 

Dieser Tage gibt es nur noch sehr wenige Urlauber auf den Balearen. Ganz Spanien wurde von Berlin zum Risikogebiet erklärt. Auch Großbritannien und andere europäische Länder ordneten Pflichttests oder Zwangsquarantäne für Spanien-Rückkehrer an. Die meisten Urlauber aus anderen spanischen Regionen sind zum Ende des Sommerurlaubs und der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts in Schulen ebenfalls abgereist.

Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet durch die Bundesregierung ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Auf den Balearen mit knapp 1,2 Millionen Einwohnern lag diese Zahl zuletzt nach Angaben der regionalen Behörden bei 120 bis 170. 

Meiste Neuinfektionen in Niederlanden seit Pandemiebeginn

15.19 Uhr: Die Niederlande verzeichnen mit 1379 Ansteckungen binnen 24 Stunden die bislang höchste Zahl an Coronavirus-Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie, wie die Zeitung "Volkskrant" unter Berufung auf die nationalen Gesundheitsbehörden berichtet. Der bisherige Höchstwert lag Anfang April bei 1335 Fällen. Der jüngste Anstieg sorgte dafür, dass die Zahl der Neuinfektionen in der vergangenen Woche um 85 Prozent zur Vorwoche auf 9194 zunahm, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten.

Bund fördert Corona-Impfstoffentwicklung mit mehreren Hundert Millionen Euro

14.38 Uhr: Die Bundesregierung hat 750 Millionen Euro für die Corona-Impfstoff-Entwicklung bereitgestellt. Nun steht fest, wer das Geld bekommt.

Schweden hebt Besuchsverbot in Altersheimen auf

14.12 Uhr: In Schweden dürfen Bewohner von Altersheimen bald wieder von ihren Angehörigen besucht werden. Ein entsprechendes und seit fast sechs Monaten geltendes Besuchsverbot für die Heime werde zum 1. Oktober aufgehoben, gab Sozialministerin Lena Hallengren am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Stockholm bekannt. 

Das Verbot sei für viele Ältere und ihre Angehörige die wohl weitreichendste Beschränkung der Coronakrise gewesen, im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus aber notwendig gewesen, sagte Hallengren. Der Leiter der nationalen Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten, Johan Carlson, mahnte jedoch an, dass es jetzt zu keinem Besucheransturm auf die Heime kommen dürfe. 

Im Gegensatz zu Deutschland, seinen skandinavischen Nachbarn und vielen weiteren Ländern hatte Schweden mit vergleichsweise lockeren Maßnahmen auf die Coronakrise reagiert. Schulen, Restaurants und Geschäfte waren durchweg offen geblieben, allerdings galten besagtes Verbot von Heimbesuchen sowie eine Beschränkung von öffentlichen Versammlungen mit mehr als 50 Teilnehmern. Der schwedische Sonderweg hatte international für Schlagzeilen gesorgt, jedoch auch mit sich gebracht, dass die Schweden im Vergleich etwa zu Dänemark, Norwegen und Finnland deutlich höhere Infektions- und Todeszahlen zu verkraften hatten.

China hält Zulassung von Corona-Impfstoff bereits im November für möglich

14.11 Uhr: China rechnet damit, dass bereits im November ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen könnte. Die Entwicklung des chinesischen Impfstoffs verlaufe "sehr reibungslos", sagte die Epidemiologin Wu Guizhen vom chinesischen Zentrum für Krankheitsbekämpfung und -prävention dem Sender CCTV am Montagabend. Er könnte "etwa im November oder Dezember" für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Auf welchen Impfstoffkandidaten sich Wu bezog, blieb unklar. Die chinesischen Unternehmen Sinovac Biotech und Sinopharm, die beide an Impfstoffen forschen, hoffen auf eine Zulassung bis Jahresende, wie Vertreter der Firmen AFP mitteilten.

Weltweit befinden sich derzeit neun Impfstoffkandidaten gegen das neuartige Coronavirus in der dritten und letzten Testphase. In dieser Phase wird das Mittel an Tausenden Menschen erprobt. Allerdings traten bei einigen Firmen Schwierigkeiten auf: So musste der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca vergangene Woche seine klinischen Tests vorübergehend unterbrechen, nachdem ein Proband aus ungeklärter Ursache krank geworden war.

Dänemark verschärft Vorschriften für Gaststätten in Kopenhagen

13.14 Uhr: Dänemark verschärft angesichts steigender Fallzahlen die Vorschriften für Gaststätten in Kopenhagen. Restaurants, Bars und Cafes in der Hauptstadt müssten um 22.00 Uhr schließen, kündigt Gesundheitsminister Magnus Heunicke an. Die Reproduktionszahl (R) - ein Maß für die Ansteckungsrate - liege für das ganze Land inzwischen bei 1,5. In den vergangenen 24 Stunden seien 334 neue Infektionen verzeichnet worden.

Europäische Airlines fordern einheitliche Corona-Reiseregeln und Tests

12.51 Uhr: Fluggesellschaften aus Europa sehen einheitliche Reiseregeln in der Corona-Pandemie als wichtigstes Mittel, um die Nachfrage nach Flugtickets wieder anzukurbeln. Der Branchenverband Airlines for Europe (A4E) forderte die Regierungen in der Europäischen Union am Dienstag auf, einer entsprechenden Empfehlung der EU-Kommission zu folgen. "Es braucht dringend ein einheitliches europäisches Testprogramm, damit wir überhaupt eine Chance haben, das Vertrauen der Passagiere zurückzugewinnen", sagte A4E-Geschäftsführer Thomas Reynaert. 

Der Chef des britischen Billigfliegers Easyjet, Johan Lundgren, sieht die Reiselust der Europäer durch die Buchungszahlen bestätigt. "Sobald Reisebeschränkungen zurückgenommen werden, gehen die Buchungen durch die Decke", sagte er in einer Videokonferenz mit Journalisten. Daher würden einheitliche Regeln den Fluggesellschaften mehr helfen als zusätzliches Geld von den Regierungen. 

Nach Ansicht von Sebastian Mikosz vom Weltluftfahrtverband IATA steckt die Branche noch nicht in der Erholungsphase, sondern immer noch im Überlebenskampf. Viele Staaten haben Airlines in der Krise mit Milliardenkrediten vor der Pleite bewahrt. Die Bundesrepublik stieg bei der Lufthansa sogar als Anteilseigner ein. 

Aus Sicht der IATA liegt die schwache Erholung der Ticketnachfrage nicht daran, dass die Menschen Angst hätten, sich im Flugzeug mit dem Virus anzustecken. "Aber wenn die Menschen nicht wissen, ob sie reisen können, kaufen sie keine Tickets", sagte Mikosz. Zudem wirke eine 7- oder 14-tägige Quarantänepflicht nach der Ankunft oder nach der Rückkehr faktisch wie ein Reiseverbot. Auch die europäische Luftfahrtbehörde EASA sieht das Fliegen mit Blick auf die Ansteckungsgefahr als sicher an. "Der Luftverkehr produziert keine neuen Fälle", sagte EASA-Exekutivdirektor Patrick Ky. 

Seit die Corona-bedingten Reisewarnungen in der EU und weiteren Ländern Europas Mitte Juni weitgehend aufgehoben worden waren, haben einzelne Regierungen wieder Warnungen für einzelne Staaten und Urlaubsregionen verhängt. Die EU-Kommission hatte daher jüngst Vorschläge vorgelegt, um schnellstmöglich gemeinsame Kriterien und Schwellenwerte für die Einführung von Reisebeschränkungen zu verständigen. Zudem schlägt sie die Erstellung einer EU-Risikogebietskarte und einheitliche Regeln für Reisen in Risikogebiete vor. Bislang gibt es beispielsweise für Reiserückkehrer sehr unterschiedliche Test- und Quarantänepflichten.

Biontech erhält vom Bund bis zu 375 Millionen Euro für Impfstoffentwicklung

12.30 Uhr: Zur Beschleunigung der Corona-Impfstoff-Entwicklung in Deutschland unterstützt der Bund auch das Biotechunternehmen Biontech. Die Mainzer Firma soll im Rahmen des Sonderprogramms des Bundesforschungsministeriums bis zu 375 Millionen Euro erhalten, wie Biontech am Dienstag mitteilte. Das Unternehmen werde damit einen Teil seines Impfstoffprojekts finanzieren, das gemeinsam mit den Partnern Pfizer und Fosun Pharma entwickelt wird. "Die Förderung ist ein wichtiger Beitrag, um die Entwicklung und den Ausbau unserer Produktionskapazitäten für einen Covid-19-Impfstoff in Deutschland zu beschleunigen", sagte Vorstandschef Ugur Sahin.

Das Projekt von Biontech ist eines von drei Programmen, die durch das Bundesforschungsministerium mit insgesamt bis zu 750 Millionen Euro gefördert werden. Der Tübinger Impfstoffentwickler Curevac hatte bereits Anfang September mitgeteilt, aus dem im Mai aufgelegten Sonderprogramm des Bundesforschungsministeriums bis zu 252 Millionen Euro zu erhalten. Der Bund war im Juni mit 300 Millionen Euro bei Curevac eingestiegen, er hält über die Förderbank KfW knapp 17 Prozent.

Sowohl mit Curevac als auch mit Biontech hat die Europäische Kommission Sondierungsgespräche abgeschlossen, um sich Hunderte Millionen Impfstoffdosen der Unternehmen zu sichern. Das Bundesforschungsministerium hatte im Mai bei der Vorstellung seines Sonderprogramms angekündigt, von den zu 750 Millionen Euro zur Förderung der Entwicklung von Corona-Impfstoffen entfielen zwei Drittel auf die Ausweitung von Studien, der Rest auf die spätere Sicherung der Produktion in Deutschland.

WHO-Europa-Chef: Wir müssen Jugendliche beim Corona-Kampf mitnehmen

12.25 Uhr: Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO mahnt an, die Sorgen und Nöte junger Menschen in der Coronakrise ernst zu nehmen. Man müsse sich klarmachen, dass Jugendliche wegen der Coronavirus-Pandemie einen Sommer und ein fantastisches Jahr ihres Lebens verpassten, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Kopenhagen. "Viele junge Leute haben das Gefühl, dass die Pandemie für sie mit einem geringen Risiko und hohen Kosten kommt." Für den daraus entstehenden Frust müsse Verständnis aufgebracht werden. 

Zugleich müsse gemeinsam mit der jungen Generation nach Lösungswegen gesucht werden, ohne Verbote auszusprechen, sagte Kluge. "Wir dürfen nicht sagen: Tut dies nicht, tut das nicht." Vielmehr müsse man neue Wege finden, wie soziale Kontakte auf sichere Weise gepflegt werden könnten. "Sozialer Umgang ist so wichtig, um Einsamkeit zu verhindern." Das Gefühl des Alleinseins sei bereits vor der Corona-Pandemie eine der größten Sorgen der Jüngeren gewesen.  

Vor dem Winter mit einer sich voraussichtlich wieder etwas verschlechternden Corona-Lage gehe es letztlich generell auch darum, den Sorgen der Menschen zu begegnen und die Gesundheit gleichzeitig weit oben auf die politische Agenda zu setzen, sagte Kluge weiter. "Wir müssen eine Covid-Müdigkeit vermeiden." 

Sparkassen: Viele Mittelständler in Coronakrise mit Polster

12.22 Uhr: Die meisten mittelständischen Unternehmen sind aus Sicht des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) stark genug, um die Coronakrise zu überstehen. "Die Krise traf den Mittelstand zwar unerwartet, aber nicht unvorbereitet", teilte Verbandspräsident Helmut Schleweis am Dienstag mit. "Viele Unternehmen haben in den vergangenen guten Jahren vorbildlich gewirtschaftet, Gewinne wurden überwiegend im Unternehmen gelassen." Die durchschnittliche Eigenkapitalquote bei den Unternehmen liege bei 39 Prozent. Temporäre Verluste könnten so aus eigener Kraft kompensiert werden.

Das geht aus dem aktuellen Mittelstandsindex hervor, den der Verband regelmäßig ermittelt. Dazu wertet der DSGV Geschäftsbilanzen und Kreditkennzahlen von mittelständischen Firmenkunden mit einem Jahresumsatz von bis zu 250 Millionen Euro aus. 

"Ich bin vorsichtig optimistisch", sagte Schleweis. "Wir müssen alles daransetzen, damit aus den positiven Signalen der vergangenen Wochen ein nachhaltiger Wirtschaftsaufschwung wird." 

Nicht alle Unternehmen könnten jedoch auf ein großes Eigenkapitalpolster zurückgreifen. Vor allem im Gastgewerbe, dem Transportwesen, bei privaten Dienstleistern sowie dem Metall-, Maschinen- und Fahrzeugbau fielen Verluste an. Hier wurden die Hilfen des Staates notwendig. Außerdem griffen vor allem Betriebe aus der Gastro-Branche auf Kredite zurück. In den ersten sechs Monaten nahm der Kreditbestand bei den Sparkassen aus diesem Sektor um mehr als fünf Prozent zu.

"Teile des Kreditwachstums flossen erwartungsgemäß als krisenbedingtes Sicherheitspolster in die Liquiditätsbestände der Unternehmen", teilte der DSGV dazu mit. "Andererseits tätigen viele Mittelständler auch während der Krise wichtige Investitionen in ihre Unternehmen."

Diskotheken sollen in Sachsen-Anhalt ab November wieder öffnen

12.13 Uhr: In Sachsen-Anhalt sollen ab dem 1. November Klubs und Diskotheken wieder öffnen dürfen. Das beschloss die Landesregierung am Dienstag in Magdeburg mit der aktualisierten Corona-Verordnung. Die Diskotheken dürfen allerdings höchstens zu 60 Prozent ausgelastet sein. Zudem müssen Anwesenheitslisten geführt werden, auch muss auf Mindestabstände geachtet werden.

Die aktuelle Verordnung, die am Donnerstag in Kraft tritt und bis zum 18. November gilt, erlaubt auch Weihnachtsmärkte, sofern diese über ein Hygienekonzept verfügen und die Entwicklung der Infektionszahlen eine Öffnung erlaubt. Ansammlungen von mehr als zehn Menschen sollen durch Zugangsbeschränkungen und Ordnungspersonal verhindert werden.

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) begründete die Lockerungen mit dem vergleichsweise geringen Infektionsgeschehen im Land. Mit dem Ende des Sommers und der Rückkehr vieler Menschen in Kitas, Schulen und Hochschulen, an den Arbeitsplatz sowie mit dem witterungsbedingt zunehmenden Aufenthalt in Innenräumen entstünden aber auch Risiken. "Daher ist weiterhin viel Disziplin zur Einhaltung der Hygieneregeln notwendig", mahnte Grimm-Benne.

Anwesenheitslisten sind in Sachsen-Anhalt künftig nur noch bei Veranstaltungen und Feiern sowie in Sportstätten und Diskotheken vorgeschrieben. Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktnachverfolgung und die Einhaltung der allgemeinen Hygieneregelungen nicht möglich sind, bleiben bis Jahresende untersagt. Für Sport- und Kulturveranstaltungen mit mehr als tausend Besuchern sind Ausnahmegenehmigungen möglich.

Hongkong lockert nach Massentest Regeln für Bars und Bäder

12.03 Uhr: Hongkong lockert nach einem Corona-Massentest von 1,8 Millionen Menschen - fast ein Viertel der Bevölkerung - die Schutzvorschriften. Ab Freitag dürfen Bars, Schwimmbäder und Freizeitparks unter Auflagen wieder öffnen, teilt Gesundheitsministerin Sophia Chan mit. Allerdings bleiben die Strände weiter gesperrt und Versammlungen mit mehr als vier Personen verboten. Chan rief die Bevölkerung auf, wachsam zu bleiben. Bei dem Massentest wurden 42 Infektionsfälle entdeckt.

Corona-Zahlen klettern in Israel erneut auf Rekordwert

11.46 Uhr: Wenige Tage vor einem Lockdown ist in Israel die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erneut auf einen Rekordwert gestiegen. Sie lag nur noch knapp unter der Marke von 5000 Fällen. Das Gesundheitsministerium teilte am Dienstag mit, dass am Vortag 4973 Infektionen registriert worden seien. Der bisherige Rekordwert aus der vergangenen Woche lag bei 4149. 

Zum Vergleich: Dem Robert Koch-Institut (RKI) meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland zuletzt 1407 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Deutschland hat neunmal so viel Einwohner wie Israel. 

Die Pandemie war in Israel zunächst glimpflich verlaufen, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach raschen Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe. Angesichts der Lage beschloss die israelische Regierung am Sonntag einen zweiten landesweiten Lockdown. Er soll vor jüdischen Feiertagen am Freitagnachmittag in Kraft treten und zunächst drei Wochen andauern. 

Schulen und Kindergärten sollen dann geschlossen werden. Menschen dürfen sich außer in Ausnahmefällen nur bis zu 500 Meter von ihrem Zuhause entfernen. Lebensmitteleinkäufe und Arztbesuche sind weiter erlaubt. Es gab großen Widerstand gegen neue Beschränkungen, denn die Krise hat der Wirtschaft des Landes bereits schwer zugesetzt. Die Arbeitslosigkeit lag im Sommer bei mehr als 20 Prozent. 

Der Erreger Sars-CoV-2 ist seit Beginn der Pandemie bei 162.273 Menschen in Israel nachgewiesen worden. 1141 Menschen sind nach einer Corona-Infektion gestorben. 1102 Corona-Patienten werden gegenwärtig im Krankenhaus behandelt, etwa die Hälfte von ihnen sind Schwerkranke. Das Land hat rund neun Millionen Einwohner.

Evangelische Kirche bereitet sich auf Weihnachtsgottesdienste im Freien vor

11.17 Uhr: Die evangelische Kirche fasst angesichts der Coronavirus-Pandemie Weihnachtsgottesdienste im Freien ins Auge. Als Alternativen zu Kirchen nennt der Vorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, bei RTL/ntv: "Wir wollen in die Mitte der Orte: auf die Marktplätze, auf Fußballplätze, vielleicht auch an den Waldrand." Da niemand wisse, welche Regeln zu Weihnachten gelten würden, seien neue Internetangebote wie digitale Krippenspiele in Vorbereitung.

Früherer bosnischer Serbenführer Krajisnik an Corona gestorben

11.15 Uhr: Der frühere bosnische Serbenführer Momcilo Krajisnik ist am Dienstag im Alter von 75 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Dies berichtete das örtliche Portal "nezavisne.com" unter Berufung auf das Universitätsklinikum in Banja Luka, wo Krajisnik zuletzt behandelt wurde. 

Der verurteilte Kriegsverbrecher war während des Bosnienkrieges (1992-1995) Parlamentspräsident des in Bosnien errichteten Separatstaates Serbische Republik (RS). Er war ein enger Vertrauter des damaligen RS-Präsidenten Radovan Karadzic, den das Haager Jugoslawien-Tribunal wegen Genozids und anderer Kriegsverbrechen 2019 zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilte. 

Krajisnik war im Jahr 2000 von französischen Soldaten der Bosnien-Friedenstruppe SFOR verhaftet worden. Das Haager Tribunal hatte ihn in erster Instanz zu 27 Jahren, im Berufungsverfahren zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Haft büßte er im Strafvollzug in Großbritannien ab. 2013 kam er frei. In der Serbischen Republik bereitete man ihm bei der Rückkehr einen triumphalen Empfang. 

Ende August wurde Krajisnik ins Universitätsklinikum Banja Luka gebracht. Ein Test stellte bei ihm eine Coronavirus-Infektion fest. Unmittelbar danach musste er bereits künstlich beatmet werden.

Statistisches Bundesamt sieht Anzeichen für weitere Erholung der deutschen Wirtschaft

10.43 Uhr: Die Erholung der deutschen Wirtschaft vom Corona-Absturz setzt sich nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes fort. Nach dem tiefen Einbruch im zweiten Quartal "konnte sich die deutsche Wirtschaft in den Sommermonaten Juli und August wieder etwas erholen", fassten die Wiesbadener Statistiker am Dienstag jüngste Konjunkturdaten zusammen. 

In vielen Branchen lasse sich eine V-förmige Entwicklung beobachten - also ein deutlicher Anstieg nach dem herben Absturz. Allerdings sei trotz zuletzt teils kräftiger Zuwächse das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht. "Frühindikatoren (...) deuten eine weitere Erholung an", sagte Albert Braakmann, Leiter der Abteilung "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Preise" des Statistischen Bundesamtes. 

Eine vorläufige Einschätzung, wie sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal 2020 entwickelt hat, wollte Braakmann nicht abgeben. Er verwies auf den geplanten Veröffentlichungstermin am 30. Oktober.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hatten im März und April weite Teile der deutschen Wirtschaft lahmgelegt. Die Folge: Im zweiten Vierteljahr sackte das BIP um 9,7 Prozent zum Vorquartal ab. Dies war deutlich stärker als während der Finanzmarktkrise 2008/2009 und der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnungen in Deutschland 1970.

Zuschauerrückkehr ins Stadion: Bouffier drängt auf bundesweite Fanregelung

10.39 Uhr: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier drängt in der Debatte über die Wiederzulassung von Zuschauern im Profifußball auf eine schnelle bundesweite Regelung. "Ich erwarte, dass heute eine klare Entscheidung getroffen wird - ein weiteres Zuwarten nützt niemanden", sagte der CDU-Politiker vor den Beratungen der Chefs der Staatskanzleien an diesem Dienstag in einer Pressemitteilung.  

Bouffier erwartet, dass bereits zum Auftakt der 1. und 2. Bundesliga am Wochenende eine Regelung gilt, dass Sportveranstaltungen bundesweit mit Zuschauern ausgetragen werden können. "Es liegt ein vernünftiges Konzept vor, das sowohl eine Pilotphase einbezieht als auch eine enge Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsämtern und den zuständigen Sportverbänden vorsieht. Es nützt den einzelnen Sportarten und den Vereinen, wenn eine bundeseinheitliche Lösung vorliegt", sagte der 68-Jährige. 

Die Chefs der Staatskanzleien der Bundesländer beraten einen Beschlussvorschlag, der eine bundeseinheitliche Regelung vorsieht. Dabei geht es um eine bestimmte prozentuale Auslastung der Zuschauerkapazität in den jeweiligen Stadien. Schleswig-Holstein preschte am Montagabend vor: Vom 19. September an dürfen bis zu 25 Prozent aller Zuschauerplätze in Stadien und Hallen belegt werden - entsprechende Hygienekonzepte vorausgesetzt.  

Während Rekordmeister Bayern München die Saison am Freitag gegen den FC Schalke 04 nach aktuellem Stand vor leeren Rängen eröffnen muss, erhielten gleich vier Bundesligaklubs von den zuständigen Gesundheitsämtern die Erlaubnis für Heimspiele vor mehreren Tausend Zuschauern. Für die Partien Werder Bremen gegen Hertha BSC und RB Leipzig gegen FSV Mainz 05 wurden jeweils 8500 Besucher zugelassen. Eintracht Frankfurt darf gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld von 6500 Fans unterstützt werden, der 1. FC Union Berlin erhielt für die Partie gegen den FC Augsburg die Freigabe für 5000 Personen im Stadion an der Alten Försterei. 

Studie: Nur knapp die Hälfte der Bevölkerung fühlt sich von Bundesregierung gut informiert

10.13 Uhr: Nach einer Studie der Universität Konstanz fühlt sich nur knapp die Hälfte der Bürger von der Bundesregierung gut über die Pandemie aufgeklärt. Nach der vom Politikwissenschaftler Marius Busemeyer ausgewerteten Erhebung sind 48,2 Prozent der Bevölkerung der Auffassung, "ziemlich" oder "sehr wahrheitsgetreu" von der Bundesregierung informiert worden zu sein. In das Gesundheitssystem haben dagegen zwei Drittel (67,7 Prozent) ein "hohes" oder "sehr hohes" Vertrauen.

Team-WM im Badminton zum dritten Mal verlegt

9.55 Uhr: Die Badminton-Weltmeisterschaften der Männer- und Frauenmannschaften sind wegen der Corona-Pandemie zum dritten Mal verlegt worden. Laut dem Weltverband BWF könne aufgrund einer Vielzahl von Absagen das vom 3. bis 11. Oktober im dänischen Aarhus geplante Turnier nicht stattfinden. Man sehe sich nicht in der Lage, einen Wettbewerb mit ausreichend Qualität zu gewährleisten.

Das Turnier, das ursprünglich für Mai geplant war und zwischenzeitlich erst in den August und schließlich den Oktober verlegt wurde, sollte den Startschuss für die Wiederaufnahme der Badmintonwettkämpfe geben. Unter anderem hatte bei den Männern Rekordsieger Indonesien seinen Start abgesagt. Die Weltmeisterschaften sollen nun frühestens im kommenden Jahr stattfinden. Beide deutschen Teams sind qualifiziert.

Gastgewerbe arbeitet sich aus dem Corona-Loch

9.23 Uhr: Das Gastgewerbe in Deutschland hat sich im Juli etwas aus dem Corona-Loch gearbeitet. Die preisbereinigten Umsätze (real) lagen kalender- und saisonbereinigt 21,9 Prozent über den Werten aus dem Juni, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden berichtete. Es klafft aber immer noch eine Lücke von 26,8 Prozent zu den realen Erlösen aus dem entsprechenden Vorjahresmonat. 

Mit den starken Einbrüchen aus der Zeit der strengen Corona-bedingten Einschränkungen liegt die Branche nach sieben Monaten 37,2 Prozent hinter den realen Umsätzen aus der Vergleichsperiode 2019 zurück. Am härtesten hat es dabei die Hotels und andere Beherbergungsbetriebe getroffen, deren Erlöse um 45 Prozent eingebrochen sind. In der allgemeinen Gastronomie beträgt der Rückstand 32,8 Prozent.  

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus hatte die Politik ab Mitte März Übernachtungen von Touristen in Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben untersagt. Ab dem 22. März waren Gaststätten mit Ausnahme von Abhol- und Lieferservices geschlossen. Das Geschäft kam nahezu zum Erliegen. Seit Mitte Mai wurden die Einschränkungen dann nach und nach wieder gelockert. Die Geschäfte belebten sich bereits im Mai und Juni. 

Nach Nachweis von drei Corona-Infektionen ganze chinesische Stadt im Lockdown

9.19 Uhr: Auf die Entdeckung von drei Coronavirus-Infektionen an der Grenze zu Myanmar haben die chinesischen Behörden mit umfangreichen Maßnahmen reagiert. Wie die Behörden am Dienstag mitteilten, ordneten sie nach dem Nachweis der Ansteckungen in Ruili einen Lockdown der Grenzstadt in der Provinz Yunnan sowie Massentests der Bevölkerung an. Seit Montagabend dürfe niemand mehr in die Kleinstadt einreisen oder sie verlassen.

Die Bewohner wurden aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Abgesehen von Lebensmittelläden und Apotheken mussten alle Geschäfte schließen. Jeder der mehr als 210.000 Einwohner von Ruili werde nun auf das neuartige Coronavirus getestet, hieß es in der Mitteilung der Behörden. Da das Coronavirus aus Myanmar eingeschleppt worden sei, werde außerdem verstärkt gegen illegale Einwanderer vorgegangen.

Ruilis Vizebürgermeister Yang Bianqiang hatte bereits am Montag bei einer Pressekonferenz gesagt, alle, die nicht das Datum ihrer Ankunft in Ruili sowie einen festen Wohnsitz und Arbeitsplatz nachweisen könnten, würden aus der Stadt ausgewiesen.

Nachdem die Corona-Pandemie vor einem Dreivierteljahr in China ihren Ausgang genommen hatte, ergriffen die Behörden umfangreiche strikte Maßnahmen. Vor einer Woche verkündete die Volksrepublik offiziell ihren "Sieg" über das Virus. Es gibt allerdings noch vereinzelte Ausbrüche, die insbesondere von aus dem Ausland eingereisten Chinesen ausgelöst wurden.

Am Dienstag meldete das Gesundheitsministerium in Peking acht Corona-Infektionen in ganz China. Auch diese Fälle seien aus dem Ausland eingeschleppt worden.

Großbritannien: Arbeitslosigkeit steigt an

9.15 Uhr: Die Arbeitslosigkeit in Großbritannien ist im Juli wie erwartet angestiegen, insgesamt halten sich die Auswirkungen der Coronakrise jedoch weiter in Grenzen. In den drei Monaten bis Juli erhöhte sich die Arbeitslosenquote von 3,9 auf 4,1 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Dienstag in London mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit diesem Anstieg gerechnet. 

Die Beschäftigung sank in den drei Monaten bis Juli deutlich schwächer als erwartet. Die Zahl der Beschäftigten verringerte sich um 12.000, während Analysten im Mittel einen Abbau von 125.000 Stellen erwartet hatten. Die Löhne stiegen im selben Zeitraum ohne Bonuszahlungen um 0,2 Prozent, mit Bonuszahlungen gingen sie dagegen zurück.

Der britische Arbeitsmarkt hat sich in der Coronakrise bislang relativ unanfällig gezeigt. Dies ist aber vor allem Folge eines staatlichen Unterstützungsprogramms, das der deutschen Kurzarbeit ähnelt.

Die drastischen Auswirkungen der Coronakrise zeigt eine andere Messung des ONS: Neben den Zahlen nach internationalen Standards veröffentlicht das Statistikamt auch eine nationale Berechnung. Diese läuft den Zahlen nach internationaler Methode einen Monat voraus. Demnach ist die Zahl der Menschen mit Anspruch auf Arbeitslosenhilfe ("Claimant Count") im August um weitere 73.700 auf insgesamt 2,7 Millionen gestiegen. Seit März, als die Corona-Beschränkungen in Kraft getreten waren, hat sich diese Zahl mehr als verdoppelt.

Chinas Umsatz im Inlandstourismus halbiert sich 2020

9.12 Uhr: In China dürften sich die Umsätze aus dem Inlandstourismus im laufenden Jahr wohl halbieren, wie die Tourismus-Akademie mitteilt. Die Einnahmen werden voraussichtlich um 52 Prozent auf umgerechnet rund 340 Milliarden Euro sinken, denn die Branche leide weiter unter den Folgen der Coronakrise. So dürfte die Zahl der inländischen Touristen in diesem Jahr um 43 Prozent auf 3,43 Milliarden zurückgehen.

Niederlande pochen auf Standards für Corona-Hilfen

8.59 Uhr: Der niederländische Finanzminister Wopke Hoekstra fordert, Mittel aus dem 750 Milliarden Euro schweren Corona-Aufbaufonds der EU nur gegen strenge Auflagen zu vergeben. "Solidarität, Gegenseitigkeit und auch Rechtstaatlichkeit müssen Hand in Hand gehen", sagte Hoekstra dem SPIEGEL. In Anspielung auf Polen fügte er hinzu: "Ich finde es zum Beispiel zutiefst problematisch, dass es in einem Ihrer Nachbarländer sogenannte LGBT-freie Zonen gibt und wir scheinbar nichts daran ändern können." Die Verknüpfung mit rechtstaatlichen Standards würde "auch die Akzeptanz solcher Hilfen in Ländern wie den Niederlanden oder Dänemark erhöhen".

Beschäftigung in deutscher Industrie mit größtem Rückgang seit 2010

8.45 Uhr:  Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Industrie ist wegen der Coronakrise so stark gesunken wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Ende Juli waren gut 5,5 Millionen Personen in den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes tätig. Das waren 164.000 oder 2,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. "Dies ist der höchste prozentuale Rückgang der Beschäftigtenzahl zum Vorjahresmonat seit Mai 2010", hieß es dazu. Damals litt die Industrie unter den Nachwehen der Finanzkrise.

Erstmals seit 60 Jahren kein Wirtschaftswachstum in Asien-Pazifik-Region

8.32 Uhr: Die Volkswirtschaft in der Asien-Pazifik-Region wird 2020 im Zuge der Corona-Pandemie erstmals seit 60 Jahren schrumpfen. Nach einem neuen Bericht der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) wird das gesamte Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Region voraussichtlich um 0,7 Prozent sinken. Es handele sich um das erste negative Wirtschaftswachstum in der aufstrebenden Region seit Anfang der Sechzigerjahre, so die Bank mit Sitz in Manila.

Weltrisikobericht fordert besseren Schutz für Migranten und Flüchtlinge

8.00 Uhr: Zivile Hilfsexperten mahnen im Weltrisikobericht 2020  einen besseren Schutz für Flüchtlinge und Migranten vor den Folgen der Corona-Pandemie an. Diese verschärfe "die ohnehin prekären Verhältnisse, in denen viele der derzeit fast 80 Millionen Geflüchteten und Vertriebenen weltweit leben", warnten die Autoren am Dienstag bei der Veröffentlichung der Untersuchung. "Folglich besteht ein erhöhtes Risiko, dass ein solches Ereignis zur humanitären Katastrophe wird", heißt es in dem Bericht, der vom Bündnis Entwicklung Hilft und dem Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität Bochum (IFHV) veröffentlicht wurde.

Der Weltrisikobericht enthält als zentrales Element den Weltrisikoindex 2020, der für 181 Länder das Risiko angibt, dass dort ein extremes Naturereignis zu einer Katastrophe führt. Seit 2018 wird der Index vom IFHV berechnet. Die drei Länder mit dem höchsten Katastrophenrisiko sind demnach die tropischen Inselstaaten Vanuatu, Tonga und Dominica. 

Tourchef Prudhomme kehrt zurück 

7.55 Uhr: Christian Prudhomme, Direktor der Tour de France, kehrt am Dienstag nach einwöchiger Corona-Zwangspause auf seinen Posten bei der 107. Frankreich-Rundfahrt zurück. Beim 59-Jährigen wurde bei einer erneuten Testreihe keine Corona-Infektion mehr nachgewiesen. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP.

 

Christian Prudhomme

Christian Prudhomme

Foto: Tim Goode / dpa

Südkoreanische Airline fliegt wieder nach Wuhan

6.52 Uhr: Als erste internationale Airline nimmt die südkoreanische Billig-Fluglinie T'way Air Wuhan wieder in ihr Streckennetz auf. Die wöchentlichen Flüge zwischen Incheon und Wuhan seien bereits von den chinesischen und südkoreanischen Behörden genehmigt, sagt ein Beamter des südkoreanischen Verkehrsministeriums. Die Hauptstadt der zentralchinesischen Provinz Hubei gilt als Ausgangsort der Corona-Pandemie, internationale Flugverbindungen waren infolgedessen ausgesetzt.

Emirate geben Impfstoff zum Notfallgebrauch für Helfer frei

5.05 Uhr: Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben einen Corona-Impfstoff zur eingeschränkten Notfallverwendung freigegeben. Der Impfstoff werde vorerst "für diejenigen zur Verfügung stehen, die am meisten mit Covid-19-Patienten zu tun haben", sagte Gesundheitsminister Abdul Rahman Mohammed Al-Owais. Sie seien durch ihre Arbeit am stärksten gefährdet, sich mit dem Virus zu infizieren. "Die Notfallverwendung des Impfstoffs entspricht voll und ganz den Vorschriften und Gesetzen, die eine schnellere Überprüfung der Genehmigungsverfahren ermöglichen", fügte der Minister hinzu.

Die VAE führen seit Mitte Juli klinische Versuche der Phase III für einen Impfstoff des chinesischen Pharmaunternehmens Sinopharm durch. Die dritte Phase ist die letzte, bevor die Herstellung des Impfstoffes genehmigt wird. Al-Owais sagte, die Endphase der in den VAE durchgeführten Versuche habe gezeigt, dass der Impfstoff "sicher und wirksam ist und zur Bildung von Antikörpern gegen das Virus geführt hat".

1407 Neuinfektionen in Deutschland

5.03 Uhr: Deutschland verzeichnet 1407 neue positive Coronavirus-Tests binnen 24 Stunden. Damit steigt nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) die Zahl der Coronavirus-Fälle auf 261.762. Zudem habe es zwölf weitere Todesfälle gegeben. Die Gesamtzahl der Todesfälle beläuft sich nach Angaben des RKI auf 9362.

Gates sieht "winzig kleine Chance" für Corona-Impfstoff-Zulassung Ende Oktober

5.00 Uhr: Microsoft-Gründer Bill Gates, der mit der Bill & Melinda Gates Foundation in den vergangenen zehn Jahren mehr als 20 Milliarden US-Dollar in Impfstoffe investiert hat, hält es für möglich, dass schon im kommenden Monat ein Corona-Impfstoff eine Notfallzulassung erhalten könnte. Es bestehe "eine winzig kleine Chance", dass die Pharmaunternehmen Pfizer und Moderna bis Ende Oktober genug Daten zusammenhätten, um diese für ihre Impfstoffe zu beantragen, so Gates im Gespräch mit dem SPIEGEL .

Jordanien schließt Restaurants, Moscheen und Schulen

 4.15 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus werden in Jordanien Restaurants, Moscheen, Straßenmärkte und die meisten Schulen für zwei Wochen geschlossen bleiben. Diese "präventiven Maßnahmen" sollen ab Donnerstag gelten und dazu beitragen, eine totale Abriegelung zu vermeiden, wie ein Regierungssprecher sagte. In den vergangenen Tagen hatte Jordanien jeweils mehr als 200 neue Infektionen und mehrere Todesfälle gemeldet. 

Corona-Rückreisende schulden Staat noch 44,3 Millionen Euro

2.33 Uhr: Massenhaft wurden Deutsche wegen der Pandemie im Frühjahr aus dem Ausland ausgeflogen - die Kosten will sich der Staat teils von den Touristen zurückholen. Doch Tausende Rechnungen sind noch offen.

Richter-Bilder doch wieder in New York zu sehen

1.11 Uhr: Eine Reihe von Bildern des in Dresden geborenen und in Köln lebenden Künstlers Gerhard Richter, 88, bleiben in New York jetzt doch länger zu sehen als bislang geplant. Die vier 2014 erstellten Bilder der "Birkenau"-Reihe und ein zusätzliches Werk sollen nun bis Januar 2021 ausgestellt bleiben, teilte das Metropolitan Museum am Central Park in Manhattan mit.

als/pgo/fek/jak/dpa/Reuters/AFP
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