+++ News-Update +++ Großbritannien ordnet Quarantäne für Reisende aus Frankreich und den Niederlanden an

Briten, die in Frankreich oder den Niederlanden Urlaub machen, müssen sich zwei Wochen selbst isolieren, wenn sie zurück sind. Und: Zwei Regionen in Spanien erlassen ein Rauchverbot im Freien. Der Überblick.
Strand im südfranzösischen Frejus: Reisende aus Frankreich müssen in Großbritannien ab Samstag in Quarantäne

Strand im südfranzösischen Frejus: Reisende aus Frankreich müssen in Großbritannien ab Samstag in Quarantäne

Foto: Andreas Friedrichs/ imago images/A. Friedrichs

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Großbritannien ordnet Quarantäne für Reisende aus Frankreich und den Niederlanden an

23.37 Uhr: Wegen stark steigender Corona-Fallzahlen müssen Reisende aus den Niederlanden und Frankreich in Großbritannien ab Samstag wieder in Quarantäne. Ankommende aus den beiden Ländern sowie aus Monaco, Malta, den Turks- und Caicosinseln und Aruba müssten sich nach ihrer Ankunft im Vereinigten Königreich "für zwei Wochen selbst isolieren", teilte der britische Verkehrsminister Grant Shapps auf Twitter mit.

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Die britische Regierung hatte Ende Juni bereits Spanien von der Liste derjenigen Länder gestrichen, aus denen eine Einreise ohne Quarantäne-Auflagen möglich ist. Vergangene Woche erklärte das Verkehrsministerium dann, dass auch Reisende aus Belgien, Andorra und den Bahamas wieder in Quarantäne müssten.

Schätzungen zufolge macht derzeit rund eine halbe Million Briten Urlaub in Frankreich. Angesichts der neuen Quarantäne-Regelungen rechnen Beobachter mit einer massenhaften Rückreise der Urlauber.

Außenminister Asselborn: Luxemburg ist kein Corona-Risikogebiet mehr

21.46 Uhr: Luxemburg sieht keine Grundlage mehr für eine Einstufung als Corona-Risikogebiet durch deutsche Behörden. Nach neusten epidemiologischen Zahlen seien die Sars-CoV-2-Neuinfektionen stark rückläufig, teilte der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas (SPD) mit. Mit 47,44 ansässigen Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner über den Zeitraum vom 3. bis zum 9. August sei die von deutschen Behörden festgelegte Marke von 50 Fällen deutlich unterschritten.

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Asselborn erwarte, dass die Einstufung Luxemburgs als Risikogebiet und die damit einhergehenden Test- und Quarantänevorschriften sowie die Reisewarnung "schnellstmöglich aufgehoben" werden. Mit den aktuellen Maßnahmen seien "erhebliche Einschränkungen der Bewegungsfreiheit zwischen Luxemburg und Deutschland" verbunden.

Mitte Juli war Luxemburg vom Robert Koch-Institut zum Corona-Risikogebiet erklärt worden, nachdem es die Schwelle von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen deutlich überschritten hatte. Luxemburg hatte sich von Anfang an gegen diese Einstufung gewehrt: Die hohen Zahlen hingen unter anderem damit zusammen, dass Luxemburg flächendeckend und mehr als andere Länder teste - und dabei auch Grenzgänger miteinbeziehe.

300 Corona-Fälle nach Ausbruch in britischer Sandwich-Fabrik

21.44 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch in einer Sandwich-Fabrik in der englischen Stadt Northampton sind fast 300 Angestellte positiv auf das Virus getestet worden. Bei 79 Menschen hatte der staatliche Gesundheitsdienst NHS eine Ansteckung festgestellt, 213 Fälle weitere seien durch private Tests des Unternehmens Greencore bestätigt, hieß es bei der regionalen Verwaltung.

Greencore teilte mit, man habe nach einer steigenden Zahl von Covid-19-Fällen in der Region damit begonnen, proaktiv alle Mitarbeiter des Werks zu testen. Man habe sofort die Kontakte verfolgt; die möglicherweise Betroffenen seien angewiesen worden, sich zu isolieren. Northampton liegt nördlich von London. Großbritannien ist das Land mit den meisten Corona-Todesopfern in Europa.

Spanische Regionen erlassen Corona-bedingtes Rauchverbot im Freien

20.44 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus haben zwei beliebte spanische Touristenregionen ein Rauchverbot im Freien erlassen. In Galicien und auf den Kanarischen Inseln beschlossen die Regionalregierungen, dass Raucher ihre Masken auf Straßen und Restaurant-Terrassen nicht mehr abnehmen dürfen, wenn der Mindestabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann. In Galicien gilt das Verbot ab Donnerstag, auf den Kanaren ab Freitag. Weitere Regionen könnten folgen.

Galiciens Regierungschef Alberto Nunez Feijoo begründete das wohl erste Corona-bedingte Rauchverbot Europas damit, dass Experten ihn vor der Infektionsgefahr durch das Rauchen ohne Abstandsregeln gewarnt hätten. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sind Raucher ansteckungsgefährdet, weil sich beim Rauchen Finger und Lippen berühren. Nun erwägen weitere Regionen Spaniens das Rauchverbot aufzugreifen, darunter Madrid und Bezirke im südlich gelegenen Andalusien.

Auf den Kanarischen Inseln soll das Verbot nach Angaben der örtlichen Behörden am Freitag zeitgleich mit einer allgemeinen Maskenpflicht an öffentlichen Orten in Kraft treten. Die Kanaren waren bisher die einzige Region im dezentral regierten Spanien, in der keine Maskenpflicht galt. Nun orientierte sich der örtliche Regierungschef Angel Victor Torres an Galicien, und verbot das Rauchen an allen öffentlichen Orten, an denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. Zudem kündigte er auf einer Pressekonferenz an, Diskotheken wieder schließen zu wollen.

Spanien gehört zu den vom Coronavirus am schlimmsten betroffenen Regionen Europas. Viele Landesteile erleben derzeit eine zweite Infektionswelle. Das Robert-Koch-Institut stuft Aragon, das Baskenland, Katalonien, Madrid und Navarra als Risikogebiete ein.

Italien: Rund 200 Anzeigen gegen die Regierung

19.42 Uhr: Zahlreiche Menschen in Italien haben Regierungschef Giuseppe Conte, Außenminister Luigi Di Maio und andere Kabinettsmitglieder wegen ihrer Politik in der Coronakrise angezeigt. Die Staatsanwaltschaft in Rom informierte die Regierung über die Vorwürfe, teilte das Presseamt Contes mit.

Demnach geht es bei den mehr als 200 Anzeigen etwa um Amtsmissbrauch, Totschlag und die Einschränkung der Bürgerrechte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft seien die Vorwürfe jedoch "unbegründet". Sie würden daher zu den Akten gelegt.

Italien registriert bisher mehr als 35.000 Corona-Tote. Die Zahl der Menschen, die sich seit Februar nach offiziellen Angaben mit dem Virus angesteckt haben, lag am Donnerstag bei über 252.000. Im Vergleich zum Vortag wurden 523 neue Infektionen registriert.

Auch Claudia Roth von Corona-Testpanne betroffen

19.17 Uhr: Die Vizepräsidentin des Bundestages, Claudia Roth, war nach eigenen Angaben zumindest zwischenzeitlich von der Übermittlungspanne bei den Corona-Tests in Bayern betroffen.

Sie warte noch heute auf die Ergebnisse ihres Tests vom 2. August, sagte die Grünenpolitikerin der "Augsburger Allgemeinen". Am Münchner Flughafen sei sie auf das Coronavirus getestet worden. Nachfragen seien ins Leere gelaufen, die Corona-Hotline sei nie erreichbar gewesen.

"Mittlerweile bin ich bei einem Arzt in Augsburg gewesen - innerhalb von 23 Stunden hatte ich mein negatives Testergebnis." Am Mittwoch war bekannt geworden, dass mehr als 44.000 Reiserückkehrer nach ihrem Coronavirus-Test in Bayern noch keine Rückmeldung erhalten hatten. Darunter sind nach Worten von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) inzwischen auch mehr als 1000 positive Befunde. (Lesen Sie hier mehr dazu.)

Weitere Corona-Infektion in Flüchtlingslager auf Chios

18.41 Uhr: Im Flüchtlingslager Vial auf der griechischen Insel Chios gibt es einen weiteren Corona-Fall. Neben einem Flüchtling aus dem Jemen (Eintrag um 11.23 Uhr) hat sich nach SPIEGEL-Informationen auch eine Mitarbeiterin der europäischen Asylagentur EASO angesteckt.

Im Lager auf Chios harren rund 3900 Asylbewerber aus und warten auf eine Anhörung in ihrem Asylverfahren. Das Lager ist eines der fünf sogenannten Hotspot-Camps der EU in der Ägäis. Die Lager sind völlig überfüllt. Sollte das Coronavirus in die Camps gelangen, ist eine Ausbreitung kaum noch zu verhindern, fürchten Experten. Die Bewohner leben vor allem in Zelten, können meist keinen Abstand halten, bisweilen haben sie nicht einmal fließendes Wasser zur Verfügung.

Wegen der zwei Infektionen verschärfen die griechischen Behörden nun die Sicherheitsmaßnahmen. So soll die Zahl der Menschen, die ins Camp in Vial dürfen, reduziert werden. Mitarbeiter von einigen Nichtregierungsorganisationen, EASO und der griechischen Asylbehörde sollen zumindest bis zum 25. August das Camp nicht betreten. Schon seit Monaten dürfen Bewohner der Flüchtlingslager in der Ägäis die Camps nur unter bestimmten Bedingungen verlassen. Ankommende Bootsflüchtlinge werden seit Beginn der Pandemie von den Behörden zunächst isoliert.

Schule öffnet nach falsch-positivem Test wieder

18.02 Uhr: Für die Schüler der Grundschule in Graal-Müritz (Landkreis Rostock) geht am Freitag der Unterricht weiter. Die Schule war am vergangenen Freitag nach einem falsch-positiven Corona-Abstrichtest geschlossen worden. Dieser stellte sich nun als falsch heraus, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

"Das Probenmaterial des Kindes war stark mit biologischem Material einer anderen Person verunreinigt, die tatsächlich Covid-19-positiv ist", teilte das Landratsamt des Kreises Rostock mit.

Nach den nun erfolgten Negativtests des Kindes und der Kontaktpersonen könne eine Sars-CoV-2-Infektion des Schulkindes ausgeschlossen werden. Auch die Einschränkungen für den Hort entfallen. Insgesamt waren 127 Personen von der verhängten Quarantäne betroffen.

Urlaubsland Kroatien meldet Rekordzahl an Infektionen

17.27 Uhr: Das EU- und Urlaubsland Kroatien hat eine Rekordzahl an Neuansteckungen gemeldet. 180 Menschen infizierten sich in den vergangenen 24 Stunden mit dem Sars-CoV-2-Virus, teilte der nationale Krisenstab mit. Das ist der höchste Tageswert, der seit Beginn der Pandemie in dem Land im Februar registriert wurde.

Kroatien ist für viele Deutsche eine beliebte Urlaubsdestination. Zuletzt meldete das kroatische Fremdenverkehrsamt, dass die Buchungslage im Lichte der Pandemie weit weniger schlimm sei, als ursprünglich befürchtet. Statt einem erwarteten Rückfall von 70 bis 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr seien es derzeit lediglich 55 bis 50 Prozent weniger Übernachtungen.

Zugleich wurden in Deutschland zunehmend Urlaubsrückkehrer aus Kroatien registriert, die sich dort angesteckt hatten. Bei vielen von ihnen handelt es sich um junge Menschen, die angaben, dass sie an Strandpartys teilgenommen hatten.

Entscheidung zu Großkonzert könnte erst vier Tage vorher fallen

16.35 Uhr: Landesregierung und Stadt haben einen Kompromiss im Streit um das geplante Großkonzert in Düsseldorf gefunden: Die endgültige Entscheidung fällt erst auf den letzten Drücker - abhängig von den Infektionszahlen.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Urteil: Präsenzunterricht in Hessen kann wie geplant beginnen

16.16 Uhr: Vier Tage vor Beginn des neuen Schuljahres in Hessen hat ein Gericht grünes Licht für den Schulbesuch gegeben: Der Präsenzunterricht könne wie geplant stattfinden, urteilte der hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel. Die zweite Verordnung der Landesregierung zur Bekämpfung des Coronavirus sei nicht außer Kraft gesetzt. Einen entsprechenden Eilantrag verwarf das Gericht als unzulässig.

Gestellt hatte den Antrag eine Schülerin aus Frankfurt am Main. Sie begründete ihn mit einem erhöhten Infektionsrisiko durch die Schulöffnung. Es sei nicht nachvollziehbar, warum sich Schüler im Klassenraum ohne den Mindestabstand von anderthalb Metern aufhalten dürften, während dies in nahezu allen anderen Lebensbereichen nicht erlaubt sei und eine Maskenpflicht bestehe.

Der Senat des Verwaltungsgerichtshofs verwarf den Eilantrag mit der Begründung, dass das Ergebnis der Prüfung für die Schülerin wertlos sei. Sie könne mit dem Verfahren keine Verbesserung ihrer Position erreichen, weil sie selbst bei einem Erfolg ihres Antrags am Präsenzunterricht ohne Mindestabstand und ohne Maskenpflicht teilnehmen müsste. Die verordnete Abstandsregel gelte nur im öffentlichen Raum. Klassenräume zählten nicht dazu. Die Entscheidung ist unanfechtbar.

Schule im Corona-Sommer
Foto:

Guido Kirchner / dpa

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Quarantäne-Bruch: 10.800 Euro Strafe für Deutsche in Tirol

16.03 Uhr: Sie ging einkaufen, im Park spazieren und fuhr Taxi - trotz Infektion samt Heimquarantäne. Eine Frau aus Deutschland ist in Österreich wegen wiederholten Bruchs ihrer Quarantäne zu 10.800 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Die Anklage fordert jedoch weiter eine Haftstrafe auf Bewährung und meldete nach dem Urteil am Landgericht Innsbruck Berufung an, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur in Wien sagte. Zuvor hatte der Sender ORF über den Prozess berichtet.

Die 54-Jährige, die in Schwaz im Bundesland Tirol lebt, war im April positiv auf das Coronavirus getestet worden und hatte einen Bescheid über ihre Heimquarantäne bekommen. In den Tagen darauf ging sie jedoch einkaufen - laut ORF gab sie an, dass ihr der Mindestbestellwert für Lebensmittel über das Internet zu hoch gewesen sei, obwohl sie nach eigenen Angaben 2100 Euro Rente erhalten habe.

Außerdem nutzte sie den Angaben nach den Aufzug in ihrem Wohnhaus, ging im Park spazieren und fuhr mit einer Verletzung per Taxi ins Krankenhaus, statt den Notarzt zu rufen. Schließlich nahm die Polizei die 54-Jährige fest und brachte sie ins Gefängnis, nachdem sie mehrmals bei Kontrollen nicht zu Hause angetroffen worden war. Eine Haftrichterin entließ sie nach einem Tag.

Das Landgericht Innsbruck verurteilte die 54-Jährige wegen der fahrlässigen Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten. Nach österreichischem Recht sind dafür bis zu drei Jahre Haft möglich. Die Staatsanwaltschaft will nach Angaben des Sprechers eine Bewährungsstrafe, um mehr Bewusstsein in der Bevölkerung zu schaffen. Das Oberlandesgericht muss über die Berufung entscheiden.

TUI Cruises verlangt negativen Test von Passagieren

15.55 Uhr: Passagiere der Kreuzfahrtreederei TUI Cruises dürfen ab September nur noch mit einem negativen Test an Bord. Die Regelung betreffe alle Abfahrten der "Mein Schiff"-Flotte, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die Kosten für den Test seien bereits im Reisepreis inbegriffen. "Über weitere Einzelheiten werden alle Gäste automatisch und rechtzeitig vor Reisebeginn informiert", hieß es weiter.

Nach monatelanger Zwangspause bietet TUI Cruises seit Juli wieder Kreuzfahrten von deutschen Häfen an. Der Neustart begann zunächst mit einem dreitägigen Rundtrip auf der Nordsee und ohne Landgang. Ab September will die Reederei nach eigenen Angaben ihr Angebot erweitern. Demnach sollen dann siebentägige Kreuzfahrten mit der "Mein Schiff 6" ab und bis zur griechischen Insel Kreta mit Landausflügen möglich sein.

"Damit die hohen Hygiene- und Sicherheitsstandards auch hier eingehalten werden, erfolgen die Landgänge von Piräus, Kreta und Korfu aus bis auf Weiteres ausschließlich durch, von TUI Cruises vermittelte, organisierte Landausflüge", heißt es aus dem Unternehmen.

Nach Test-Panne: Rund 900 Infizierte wissen nun Bescheid

15.55 Uhr: Nach der Test-Panne an bayerischen Autobahnen hat das bayerische Gesundheitsministerium die Zahl der positiv Getesteten nach oben korrigiert. Von etwa tausend positiven Tests seien 908 informiert worden, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Ministerpräsident Söder hält an seiner Gesundheitsministerin Huml fest. 

Auch Testzentrum am Amsterdamer Flughafen

15.40 Uhr: Reisende aus Risikoländern können sich künftig am Amsterdamer Flughafen Schiphol testen lassen. Ein Testzentrum nahm am Donnerstag seine Arbeit auf. Auch Flugpassagiere ohne Symptome können sich dort gratis auf das Virus testen lassen, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Das Ergebnis soll innerhalb von 48 Stunden vorliegen. Eine Testpflicht gibt es nicht. Das sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Reisende aus sogenannten Risikoländern werden auch aufgefordert, sich zwei Wochen in Heimquarantäne zu begeben. Das gilt auch bei einem negativen Testergebnis. Auch dazu sind sie nicht verpflichtet. Die niederländische Regierung prüft allerdings zurzeit die Einführung einer Quarantänepflicht.

Österreich verstärkt Gesundheitskontrollen am Brenner

15.38 Uhr: Österreich verstärkt seit Donnerstag die Gesundheitskontrollen am Grenzpass Brenner. Anlass seien die steigenden Zahlen von Infektionen, die zu einem nicht geringen Teil auf Reiserückkehrer vom Balkan zurückgingen, teilte das Land mit. Stichprobenartig kontrolliert wird auf der Brenner-Bundesstraße und dem dortigen Autobahnübergang zwischen Italien und Österreich. Die Überprüfungen ergänzen die schon praktizierten Kontrollen zu Slowenien und Ungarn.

Rückkehrer aus Risikogebieten wie dem Westbalkan brauchen für die Einreise eine Bescheinigung über einen negativen Test oder müssen ihn bald nachholen. Die Durchreise ist auch ohne Test erlaubt.

Giffey: Schulschließungen sind nur das letzte Mittel

15.27 Uhr: Schulschließungen dürfen nach den Worten von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey in der Pandemie nur das letzte Mittel sein. "Das ist für Eltern, Lehrer und Schüler keine leichte Situation, die wir unter allen Umständen verhindern wollen", sagte Giffey. "Deshalb ist es auch notwendig, dass in den Schulen, in den Kitas die Hygienemaßnahmen entsprechend erfolgen, dass das regelmäßige Lüften eingehalten wird, dass Infektionsketten sehr schnell verfolgt werden."

Wenn es Schließungen geben sollte, dann nicht flächendeckend, sondern punktuell oder regional. Darüber sei anhand der Situation und des Infektionsgeschehens zu entscheiden. Wichtig sei zudem, dass sowohl Lehrkräfte als auch Erzieherinnen und Erzieher die Möglichkeit hätten, sich testen zu lassen - und dass das auch finanziert werde. Aber auch jeder Einzelne habe eine Verantwortung, erklärte die Familienministerin. "Das heißt, ein fieberndes Kind muss zu Hause bleiben." Und Veranstaltungen wie Sommerfeste seien gerade nicht angesagt: "Da haben alle Erwachsenen eine Verantwortung und auch eine Vorbildfunktion."

Migration in die EU nimmt wieder zu

15.06 Uhr: In der Pandemie sind weniger Geflüchtete nach Europa gekommen. Nun aber steigt die Zahl der Asylanträge in der EU nach SPIEGEL-Informationen wieder deutlich an.

Königreich Bhutan verhängt Lockdown wegen einer Corona-Patientin

15.03 Uhr: Das Himalaja-Königreich Bhutan hat einen ersten landesweiten Lockdown verhängt, nachdem eine mit dem Coronavirus infizierte Frau durch das kleine Land gereist war. Alle Schulen, Institutionen, Büros und gewerbliche Unternehmen sollen zunächst geschlossen bleiben, hieß es in einer Mitteilung der Regierung.

Die 27-jährige Bhutanesin sei nach ihrer Rückkehr aus Kuwait in der vorgeschriebenen Quarantäne zunächst negativ auf das Virus getestet worden, hieß es von den Behörden. Ein weiterer Test sei später jedoch positiv ausgefallen. Zu dem Zeitpunkt war die Frau den Angaben zufolge aber bereits mit mehr als 210 Menschen in Berührung gekommen.

Bhutan hat etwas mehr als 730.000 Einwohner, also etwas weniger als Frankfurt am Main. Der Tourismus ist eine der wichtigsten Einnahmequellen. Nachdem im März ein Tourist aus den USA positiv auf das Virus getestet worden war, hatte das Land ausländischen Gästen die Einreise verboten. Einheimische Rückkehrer aus dem Ausland müssen zunächst drei Wochen in Quarantäne. In Bhutan gibt es nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität 128 bekannte Fälle und keinen Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus.

Bahnfahrer aus Risikogebieten sollen Online-Formular ausfüllen

15.02 Uhr: Bahnreisende aus Risikogebieten sollen ihre Daten bei der Fahrt mit der Deutschen Bahn in Online-Formulare eintragen. Diese stehen von nun an auf der Internetseite des bundeseigenen Konzerns zur Verfügung, wie ein Sprecher mitteilte. Darin müssen die Kunden ihre Zugdaten, die persönliche Adresse sowie Ziele und Aufenthaltsorte in Deutschland angeben. Auch mögliche Covid-19-Krankheitssymptome sollen in dem Formular angegeben werden.

"Reisende, die mit Zügen der Deutschen Bahn aus Risikogebieten einreisen, werden mit Durchsagen in den Zügen darüber informiert, dass die behördliche Pflicht besteht, Kontaktdaten und Angaben zur Reise zu hinterlegen", hieß es. Ob die betroffenen Reisenden der Aufforderung nachkommen, werde allerdings nicht kontrolliert.

Das kritisierte der FDP-Bahnpolitiker und Bundestagsabgeordnete Christian Jung. "Wenn die Reisenden aus Risikogebieten und ihre Angaben nicht richtig kontrolliert werden, sind die Maßnahmen und Ankündigungen der Deutschen Bahn wirkungslos und verzichtbar", monierte Jung. Wichtiger sei ein schlüssiges Hygienekonzept der Bahn, "damit es nicht zu Coronazügen kommt".

Das einzige Risikogebiet, aus dem heraus es regionale Bahn-Verbindungen nach Deutschland gibt, ist derzeit Luxemburg. Mit München, Nürnberg und Stuttgart können sich Reisende bislang an drei deutschen Bahnhöfen testen lassen. Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten sind Tests verpflichtend.

Sechs Prozent der Engländer haben Antikörper

14.48 Uhr: Einer groß angelegten Studie des Imperial College in London zufolge weisen etwa 3,4 Millionen der Engländer Antikörper gegen das Coronavirus auf. Das entspricht knapp sechs Prozent der Bevölkerung. Es sei wahrscheinlich, dass sie bis Ende Juni eine Infektion durchgemacht hätten, teilte die Universität mit. Der leitende Wissenschaftler Graham Cooke warnte aber vor voreiligen Schlüssen: "Es gibt noch viele Unbekannte bei diesem neuen Virus einschließlich der Frage, inwieweit die Anwesenheit von Antikörpern einen Schutz vor künftigen Infektionen darstellt."

Die Zahl der positiv Getesteten unterscheidet sich der Studie zufolge sowohl geografisch als auch zwischen bestimmten Gruppen stark. Besonders hoch ist die Rate in London, wo sogar 13 Prozent der Menschen positiv auf Antikörper getestet wurden. Am niedrigsten ist sie hingegen im Südwesten des britischen Landesteils mit drei Prozent. Junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren wurden mehr als doppelt so oft positiv getestet (acht Prozent) wie Menschen im Rentenalter zwischen 65 und 74 Jahren (drei Prozent).

Ebenfalls überdurchschnittlich stark betroffen sind Mitarbeiter im Gesundheitswesen und Angehörige ethnischer Minderheiten. Bei Mitarbeitern in Pflegeheimen mit Patientenkontakt lag die Rate bei 16 Prozent. Bei Menschen mit schwarzer Hautfarbe wiesen sogar 17 Prozent Antikörper auf. Die ethnische Zugehörigkeit war den Wissenschaftlern zufolge selbst dann noch ein Faktor, wenn man Besonderheiten wie die Konzentration in bestimmten Berufen und eine von der weißen Bevölkerung abweichende Altersstruktur berücksichtigte.

Teilgenommen hatten an der Studie etwa 100.000 Menschen, die zwischen dem 20. Juni und 13. Juli zu Hause einen Blut-Schnelltest (Entnahme aus der Fingerkuppe) vornahmen und die Ergebnisse anschließend auf einer Webseite hochluden. Die Teilnehmer der Studie wurden repräsentativ nach dem Zufallsprinzip ausgewählt.

Indonesien: Wohl keine internationalen Touristen bis Jahresende

14.23 Uhr: Indonesien will wegen der Pandemie voraussichtlich bis Ende des Jahres keine ausländischen Urlauber ins Land lassen. Ziel sei es zunächst, in dem südostasiatischen Inselstaat den einheimischen Tourismus wiederzubeleben, sagte Investitionsminister Luhut Pandjaitan. Unklar ist, ob die Regierung in Jakarta damit auch die Pläne der Regionalbehörden auf der beliebten Urlaubsinsel Bali auf Eis legt, die ein Comeback des internationalen Tourismus für Mitte September geplant hatten. Ende Juli hatte die Insel erstmals wieder einheimische Gäste empfangen.

Ausländische Feriengäste dürfen bereits seit März nicht mehr in den südostasiatischen Inselstaat einreisen, der besonders schwer von dem Virus betroffen ist. In dem Archipel mit seinen fast 270 Millionen Einwohnern wurden bislang etwa 133.000 Fälle bestätigt, 6000 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben.

Kommunen: Können uns keinen zweiten Lockdown leisten

14.25 Uhr: Angesichts des neuerlichen Anstiegs der Zahl von Infektionen hat der Deutsche Städte- und Gemeindebund vor einem Nachlassen bei den Anstrengungen gegen die Ausbreitung der Pandemie gewarnt. "Es ist eine gewisse Nachlässigkeit zu verzeichnen", sagte DStGB-Präsident Ralph Spiegler. Bei Verstößen gegen Auflagen wie zum Beispiel der Maskenpflicht und dem Abstandsgebot müssten die Ordnungsbehörden energisch eingreifen. "Über allem steht: Wir können uns einen zweiten Lockdown nicht leisten."

Finnische Regierung empfiehlt Tragen von Mundschutz

14.04 Uhr: Die finnische Regierung empfiehlt ihren Bürgern das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Die Masken sollten von den Finnen in öffentlichen Verkehrsmitteln und in anderen Situationen getragen werden, in denen sich enge körperliche Kontakte nicht vermeiden ließen, sagte Ministerpräsidentin Sanna Marin. Damit folgt ihre Regierung einer Empfehlung der nationalen Gesundheitsbehörde THL für Finnen im Alter ab 15 Jahren. Zugleich riet Marin ihren Landsleuten in Regionen mit verhältnismäßig hohen Infektionszahlen, aus dem Homeoffice zu arbeiten.

Finnland hat noch immer auf die Einwohnerzahl gerechnet eine der geringsten Neuinfektionsraten Europas. Aber auch im nördlichsten EU-Land nehmen die Infektionszahlen seit einiger Zeit wieder zu. Eine Maskenpflicht besteht in Nordeuropa weitgehend nicht, vielerorts wird aber über entsprechende Maßnahmen und Empfehlungen diskutiert, darunter auch in Dänemark. Offiziell kann die finnische Regierung ihren Bürgern rein rechtlich keine Maskenpflicht vorschreiben, sondern diese nur strengstens empfehlen.

China findet Virusspuren auf brasilianischen Chickenwings

13.13 Uhr: Behörden in China haben eigenen Angaben zufolge Spuren des Coronavirus auf importierten Chickenwings aus Brasilien und anderen Waren entdeckt. Eine Probe von der Oberfläche der Hühnerflügel sei positiv auf das Virus getestet worden, teilte die südchinesische Stadt Shenzhen mit. Es seien Coronatests für alle Menschen organisiert worden, die möglicherweise den Produkten ausgesetzt waren. Alle Tests seien dabei jedoch negativ ausgefallen. Spuren von Coronaviren müssen nicht zwangsläufig infektiös sein.

China hat in den vergangenen Monaten damit begonnen, Einfuhren von Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten zu testen, die in wichtigen Häfen des Landes ankommen. So wurden nach Behörden-Angaben kürzlich auch Spuren des Virus auf importierten Meeresfrüchten in der nordostchinesischen Stadt Dalian entdeckt.

Bei einem Ausbruch in der Hauptstadt Peking hieß es im Juni, das Virus sei auf einem Schneidebrett für importierten Lachs entdeckt worden. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC gibt es kein oder nur ein sehr geringes Risiko, dass das neue Coronavirus über Nahrungsmittel übertragen wird.

US-Börsengang von Curevac könnte schon am Freitag stattfinden

12.35 Uhr: Der US-Börsengang des Tübinger Biotechunternehmens Curevac, das an einem Corona-Impfstoff forscht, ist laut der New Yorker Technologiebörse Nasdaq bereits für diesen Freitag geplant. Wie aus dem online abrufbaren Terminkalender der Nasdaq hervorgeht, sollen am 14. August erstmals Aktien des Unternehmens öffentlich zum Verkauf angeboten werden. Curevac kommentierte dies zunächst nicht.

Mit dem Börsengang will das Unternehmen bis zu 245 Millionen US-Dollar (rund 207 Millionen Euro) von Investoren einsammeln. Zunächst sollen dafür rund 13 Millionen Stammaktien angeboten und verkauft werden, hatte das Unternehmen zum Wochenstart mitgeteilt. Der Preis je Aktie werde voraussichtlich zwischen 14 und 16 Dollar liegen.

Das Geld solle unter anderem in die weitere Entwicklung eines Corona-Impfstoffs und die Erweiterung der Produktionskapazitäten investiert werden, hieß es. Zuletzt hatte Curevac bereits rund 560 Millionen Euro von Investoren eingesammelt, darunter auch der Bund, der im Juni den Einstieg der staatlichen Förderbank KfW für 300 Millionen Euro bei Curevac mitgeteilt hatte.

Oppositionsparteien kritisieren Söder nach Testpanne

12.20 Uhr: Nach der Corona-Testpanne in Bayern mit 900 nicht über ihre Infektionen informierten Urlaubsheimkehrer äußert die Opposition Kritik an Ministerpräsident Markus Söder (CSU). "900 positiv Corona-Getestete nicht zu informieren, ist Körperverletzung gegenüber denen, die diese anstecken", twitterte FDP-Vizefraktionschef Alexander Lambsdorff. Kritik gab es auch von der Linken. "Söder entlarvt sich als Scheinriese im Krisenmanagement", sagte Parteichefin Katja Kipping laut einer Mitteilung.

Die bayerische SPD forderte indes den Rücktritt von Landesgesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). "Frau Huml muss zurücktreten und Herr Söder muss sich erklären", sagte Generalsekretär Uli Grötsch im Bayerischen Rundfunk. Söder müsse "Buße tun, weil er als Ministerpräsident seiner Verantwortung schlichtweg nicht gerecht geworden ist und mit der Gesundheit der Menschen in Bayern gespielt hat", sagte Grötsch.

Malaysia steckt Mann wegen Verstoß gegen Quarantäne-Regeln ins Gefängnis

12.00 Uhr: Ein Restaurantbesitzer muss in Malaysia fünf Monate ins Gefängnis, weil er gegen Auflagen bei der Corona-Quarantäne verstoßen hat. Der Mann hätte sich in seinem Haus in Selbstisolation befinden müssen, habe aber stattdessen sein Lokal weiter geöffnet, hieß es in übereinstimmenden Berichten.

Blick auf Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur: 9100 Infektionen bei 32 Millionen Einwohnern

Blick auf Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur: 9100 Infektionen bei 32 Millionen Einwohnern

Foto: Vincent Thian/ dpa

"In der Folge mussten mehrere Dörfer in den Regionen Kedah und Perlis unter Lockdown gestellt werden." Die beiden Bundesstaaten liegen im Nordwesten des südostasiatischen Landes. Der Mann soll für mindestens 40 Infektionsfälle verantwortlich sein, teilte ein Minister mit. Er müsse neben der Haftstrafe auch noch ein Bußgeld in Höhe von 12.000 Ringit zahlen. Das entspricht etwa 2400 Euro.

In Malaysia mit seinen 32 Millionen Einwohnern wurden bislang nur rund 9100 Infektionen bestätigt, was im internationalen Vergleich eine extrem niedrige Zahl ist. 125 Menschen sind in dem Land bislang an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

Podcast Cover

Migrant im Camp von Chios positiv getestet

11.23 Uhr: Erstmals seit Ausbruch der Pandemie ist ein Migrant in einem Camp auf den Inseln im Osten der griechischen Ägäis positiv getestet worden. Es handelt sich um einen 35-jährigen Mann aus dem Jemen, der im Camp der Insel Chios (Camp Vial) lebt, wie die halbamtliche griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA berichtete. Er sei im Krankenhaus der Insel isoliert worden. Die Gesundheitsbehörden prüften alle Kontakte des Mannes. Im Lager von Vial auf Chios leben rund 3900 Menschen.

Schärfere Bußgeldregeln für Maskenverweigerer in Hessen

10.49 Uhr: Hessen verschärft die Bußgeldregeln für Maskenverweigerer in Bussen und Bahnen. Wer keine Abdeckung für Mund und Nase trägt, müsse künftig sofort 50 Euro Bußgeld bezahlen, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Donnerstag in Wiesbaden. Bislang galt die Regel, dass vorher einmal ermahnt wird, bevor ein Bußgeld fällig wird. Das Tragen einer sogenannten Alltagsmaske im Nahverkehr sei wichtig, da dort der Mindestabstand zu anderen Menschen nicht immer eingehalten werden könnte.

Alle derzeit geltenden Einschränkungen im Land wegen der Pandemie werden bis Ende Oktober verlängert. Dazu zählen etwa die Maskenpflicht in Geschäften und Nahverkehr sowie Beschränkungen für Veranstaltungen mit größeren Teilnehmerzahlen. Veranstaltungen mit bis zu 250 Menschen könnten weiterhin ohne besondere Genehmigung durch die Behörden, aber mit Hygienekonzept stattfinden.

Spahn: Infektionen bei Jüngeren steigen stark an

10.08 Uhr: In Deutschland stecken sich Gesundheitsminister Spahn zufolge derzeit vor allem viele Jüngere mit dem Coronavirus an. Auch da könne es schwerste Verläufe geben. Er rief dazu auf, "sehr wachsam miteinander zu sein".

Spahn setzt auf schnelle Aufarbeitung der bayerischen Testpanne

9.30 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ärgert sich über die Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern - zeigt aber auch Verständnis. "Ministerpräsident Markus Söder hat ja selbst gesagt, das sei sehr ärgerlich. Das ist ohne Zweifel so. Gleichzeitig ist es so, dass in außergewöhnlichen Zeiten auch Fehler passieren", sagte der CDU-Politiker im ZDF-"Morgenmagazin".

"Entscheidend ist", so Spahn, "dass sie transparent gemacht werden und sie dann schnell behoben werden. Und das macht die bayerische Staatsregierung." Er fügte hinzu: Grundsätzlich bin ich sehr dankbar dafür, dass wir umfassend testen, dass auch die Bayern es möglich machen, zum Beispiel bei der Einreise mit dem Auto an den Raststätten zu testen. Aber dann müssen natürlich auch die Ergebnisse übermittelt werden."

Bundesagentur für Arbeit meldet zehn Milliarden Euro Defizit

9.12 Uhr: Vor allem für das Kurzarbeitergeld: Die Bundesagentur für Arbeit hat in der Coronakrise zehn Milliarden Euro ihrer Rücklagen aufgebraucht. Eine Prognose fürs zweite Halbjahr wagt die Behörde nicht.

Lehrerin meldet Infektion - Schule in Berlin schließt

9.00 Uhr: In Berlin hat kurz nach den Sommerferien wegen eines möglichen Corona-Falls die erste Schule zunächst wieder geschlossen. Eine Lehrkraft habe angegeben, positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden zu sein, teilte der zuständige Bezirk mit. Eine Bestätigung des Gesundheitsamts stehe aber noch aus. "Es handelt sich um eine vorsorgliche, wohl eintägige Schließung dieser einen Schule", teilte die Senatsverwaltung für Bildung mit.

"Obwohl die betreffende Lehrkraft nur mit wenigen Schüler*innen und Lehrkräften Kontakt hatte und sich an die geltenden Hygienevorschriften gehalten hat, also eine Übertragung relativ unwahrscheinlich ist, hat für uns der Gesundheitsschutz aller Personen im Haus höchste Priorität", begründete die Schulleitung laut Sender RBB  diesen Schritt.

Das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium in Friedrichshagen im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick bleibt am Donnerstag wegen eines Coronafalls geschlossen. Das geht aus einer Mitteilung der Schulleitung an Lehrer, Schüler und Eltern hervor, die dem rbb vorliegt.

Der Unterricht in Berlin hatte zum Anfang der Woche begonnen - ohne Mindestabstand, dafür mit Maskenpflicht in Schulgebäuden außer im Unterricht und mit Hygienekonzept.

Die Schulöffnung war heftig umstritten. Unter anderem die Bildungsgewerkschaft GEW hatte eine Öffnung in dieser Form als fahrlässig kritisiert und kleinere Lerngruppen und eine Mischung aus Präsenzunterricht und häuslichem Lernen gefordert. Die Wirtschaft wiederum hatte sich trotz Corona-Pandemie für einen Schulbeginn mit Präsenzunterricht für alle Schüler ausgesprochen.

Ärztepräsident warnt vor Panik wegen steigender Infektionszahlen

8.58 Uhr: Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat vor Panik angesichts der auch in Deutschland wieder steigenden Zahl der Neuinfektionen gewarnt. "Mit Infektionszahlen von 1200 Infektionen am Tag, wenn die jetzt nicht erheblich weiter ansteigen, können wir im Gesundheitswesen natürlich umgehen", sagte Reinhardt dem Bayerischen Rundfunk. Es sei in dieser Lage jedoch "richtig, vorsichtig zu sein".

Mit Blick auf die schwere Panne in Bayern, wo 44.000 Ergebnisse von Tests an Reiserückkehrern geraume Zeit nicht den Betroffenen mitgeteilt wurden, darunter auch rund 900 positive Befunde, sagte Reinhardt: "Wir haben in den letzten 20 Jahren angesichts nicht bestehender Herausforderungen für den öffentlichen Gesundheitsdienst, den leider etwas kaputtgespart." Das räche sich jetzt. Reinhardt forderte, das Gesundheitswesen wieder besser auszustatten.

Zurückhaltend äußerte sich der Ärztepräsident zu der Forderung von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), wonach sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten einem zweiten Test unterziehen sollen. "Die Deutschen haben die Eigenschaft, möglichst alles hundertprozentig zu machen. Das ist keine ganz schlechte", sagte Reinhardt. "Und wenn man hundert Prozent haben möchte, dann muss man natürlich einen zweiten Test durchführen." Ob sich dieser Aufwand allerdings lohne, da mache er "ein Fragezeichen dran".

TUI meldet Umsatzeinbruch von 98,5 Prozent

8.42 Uhr: Die Pandemie hat TUI tief in die roten Zahlen gerissen. Von April bis Juni verlor der Reisekonzern 1,45 Milliarden Euro. Zuletzt hatte das Unternehmen weitere Hilfen durch den Staat verkündet.

Bayerisches Rotes Kreuz verteidigt sich nach Panne bei Tests

8.16 Uhr: Die Panne bringt den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) in Bedrängnis, er strich deswegen eine Reise an die Nordsee: Am Mittwoch war bekannt geworden, dass 44.000 Reiserückkehrer nach Tests in Bayern noch kein Ergebnis bekommen hätten, darunter 900 nachweislich Infizierte. Grund für die Verzögerungen seien vor allem Probleme bei der händischen Übertragung von Daten und eine unerwartet hohe Nutzung des Angebots.

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) kritisiert die Behörden. Man sei vom Freistaat beauftragt worden, innerhalb eines Tages fünf Teststationen zu errichten. Dabei hätten sie sich an den Vorgaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und der Gesundheitsämter orientiert. Da diese keine entsprechende Software zur Verfügung gestellt hätten, mussten Reisende laut BRK die Formulare händisch ausfüllen.

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Das BRK wies nun "Andeutungen zurück, die darauf schließen lassen, dass die Hilfsorganisationen eine (Teil-)Schuld an dieser Problematik haben". Es sei bedauerlich, dass der "schweißtreibende Einsatz der Ehrenamtlichen" in ein negatives Licht gerückt werde, sagte ein Sprecher.

Firmen erwarten erst im Sommer 2021 eine normale Geschäftslage

8.08 Uhr: Unternehmer rechnen laut einer Ifo-Umfrage noch fast ein ganzes Jahr lang mit Pandemiefolgen für ihr Geschäft. Besonders lange wirkt Corona demnach bei Künstlern und in der Unterhaltungsbranche nach.

Australien schiebt trotz Pandemie Häftlinge nach Europa ab

8.07 Uhr: Die australische Regierung hat mitten in der Corona-Pandemie zwölf im Ausland geborene Kriminelle nach Europa abgeschoben. Trotz der internationalen Reisebeschränkungen seien die Häftlinge am Mittwoch mit einem Charterflugzeug nach Großbritannien und Italien gebracht worden, sagte Innenminister Peter Dutton am Donnerstag. Erst in der vergangenen Woche hatten die Behörden 30 vorbestraften Neuseeländern das Aufenthaltsrecht entzogen und diese zurück in die Heimat geflogen.

Die australischen Migrationsgesetze erlauben eine Abschiebung von Nichtstaatsangehörigen, die sich weniger als zehn Jahre im Land aufgehalten haben und wegen einer Straftat zu mehr als einem Jahr Gefängnis verurteilt worden sind. An der rigorosen Asylpolitik des Landes gibt es schon lange international Kritik.

250 weitere Ausländer, die wegen schwerer Straftaten verurteilt sind, werden nach Behördenangaben auf der Weihnachtsinsel etwa 2600 Kilometer nordwestlich von Perth festgehalten. Sie sollen ebenfalls in ihre Heimatländer abgeschoben werden, sobald die Corona-Situation dies erlaube. "Wir werden weiter Leute in ihre Herkunftsländer bringen, egal wo sie her sind", so Dutton. "Ich glaube ehrlich, dass unser Land sicherer ist, wenn sie nicht hier sind."

Peru führt wieder Ausgangssperre an Sonntagen ein

7.13 Uhr: Die Coronavirus-Infektionsraten in Peru steigen wieder. Deshalb führt das Land erneut eine allgemeine Ausgangssperre für die Bevölkerung an Sonntagen ein. Außerdem werden Familienfeiern verboten, wie Präsident Martín Vizcarra am Mittwoch ankündigte. Eine sonntägliche Ausgangssperre hatte es in dem südamerikanischen Land bereits im April für kurze Zeit gegeben. In ihrem Umgang mit der Pandemie müsse die Regierung nun "einen Schritt zurück" tun, sagte Vizcarra.

In Peru war am Mittwoch die Rekordzahl von 8875 Neuinfektionen innerhalb eines Tages verzeichnet worden. Nach Brasilien und Mexiko ist Peru das Land mit der dritthöchsten Zahl von registrierten Coronavirus-Infektionen und Todesopfern der Pandemie in Lateinamerika. Rund 498.500 Ansteckungsfälle sowie mehr als 21.700 Verstorbene wurden bis Mittwoch in dem Land gezählt.

Bereits seit Mitte März gilt in Peru auch eine nächtliche Ausgangssperre. Andere Corona-Maßnahmen waren in den vergangenen Wochen gelockert worden. SPIEGEL-Korrespondent Jens Glüsing berichtet, wie eine Peruanerin von Deutschland aus um das Leben ihres kranken Vaters kämpfte.

Beisetzung eines Corona-Opfers in Arequipa

Beisetzung eines Corona-Opfers in Arequipa

Foto:

JOSE SOTOMAYOR JIMENEZ/ AFP

Trittin sieht wegen Corona-Politik neue Schnittmengen mit Union

6.51 Uhr: Der Grünenpolitiker Jürgen Trittin sieht wegen der Corona-Politik neue Schnittmengen mit der Union. "Die CDU hat angesichts der Pandemie eine ideologische Grundposition über Bord geworfen, an der sie noch 2013 die Sondierungen mit den Grünen scheitern ließ", sagte der zum linken Parteiflügel der Grünen gehörende frühere Bundesumweltminister dem "Tagesspiegel" . "Damals hat die CDU darauf bestanden, in der europäischen Krise weiter auf Austerität und Sparpolitik zu setzen. Corona hat erzwungen, das Dogma der schwarzen Null abzuräumen", so Trittin. "Das macht Verhandlungen nach der Bundestagswahl etwas leichter."

Jürgen Trittin: Neue Schnittmengen mit der Union (Archivbild von 2017)

Jürgen Trittin: Neue Schnittmengen mit der Union (Archivbild von 2017)

Foto:

Wolfgang Borrs/ dpa

Zugleich betonte er, dass es mit der SPD größere Schnittmengen gebe und die Option eines Linksbündnisses ebenfalls bestehe. "Wenn es solche Mehrheiten gäbe, wäre das Abo der Union aufs Kanzleramt beendet." Forderungen aus der SPD, dass die Grünen einer schwarz-grünen Koalition eine Absage erteilen sollten, wies Trittin jedoch zurück: "Ich finde es lustig, wenn Sozialdemokraten uns warnen, mit dem 'Klassenfeind zu kollaborieren'. Die SPD regiert in der dritten Großen Koalition mit der Union - mehr als ein Jahrzehnt."

Lage an Schulen ist Thema im Kanzleramt

6.30 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), SPD-Chefin Saskia Esken, Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) beraten am Donnerstag auf einem informellen Schulgipfel über Herausforderungen, vor denen die Schulen in Zeiten der Corona-Pandemie stünden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Gesprächsthema sollen auch digitale Bildungsangebote und neue Unterrichtskonzepte sein.

Beschlüsse würden keine gefasst, weil Bildung Kompetenz der Länder sei und auch nicht alle Kultusminister anwesend seien, sagte Seibert. "Und dennoch gibt es ja auch so etwas wie eine Gesamtverantwortung der Bundesregierung dafür, wie unser Land insgesamt mit der Pandemie umgeht."

Zahl der Neuinfektionen auf höchstem Stand seit Anfang Mai

6.10 Uhr: Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist auf den höchsten Stand seit Anfang Mai gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Mittwochabend 1445 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 1. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen.

Der Anteil an Kreisen, die keine Neuinfektionen übermittelt haben, sei in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen. "Dieser Trend ist beunruhigend", so das RKI. "Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden." Besonders betroffen seien derzeit Nordrhein-Westfalen und Hamburg, wo ein deutlicher Anstieg auffalle.

Neuseeland rechnet mit Anstieg von Infektionen

4.40 Uhr: Nach dem Wiederausbruch der Corona-Pandemie in Neuseeland  sieht Premierministerin Jacinda Ardern vorerst keinen Anlass für Entwarnung. "Wir alle haben von unserer ersten Erfahrung mit Covid-19 gelernt, dass ein Cluster, wenn man es erst identifiziert hat, wächst, bevor es abnimmt", sagte sie am Donnerstag in Wellington. "Wir sollten davon ausgehen, dass dies hier der Fall sein wird." Die Dinge würden wohl erst schlimmer, bevor sie sich wieder besserten.

Am Dienstag waren bei einer Familie in Auckland vier Infektionen festgestellt worden. Es waren die ersten Corona-Fälle in Neuseeland seit mehr als drei Monaten.

Argentinien und Mexiko sollen Impfstoff herstellen

3.47 Uhr: Der von Forschern der Universität Oxford entwickelte Impfstoffkandidat gegen das Coronavirus soll in Argentinien und Mexiko für Lateinamerika hergestellt werden. Sollte die dritte Phase der klinischen Studien erfolgreich sein und die nötigen Zulassungen erteilt werden, werde die Substanz im ersten Halbjahr des kommenden Jahres zur Verfügung stehen, teilte Argentiniens Präsident Alberto Fernández mit.

Das argentinische Unternehmen mAbxience werde nach einer Vereinbarung zum Technologietransfer mit dem britischen Pharmakonzern Astrazeneca, der den Impfstoff in Brasilien testet, zunächst 150 Millionen Dosen des Wirkstoffs herstellen. Die abschließende Beschichtung soll den Angaben zufolge die mexikanische Firma Liomont übernehmen.

Ziel sei es, ganz Lateinamerika mit Ausnahme Brasiliens zu versorgen. Von den ersten 150 Millionen Dosen seien etwa 22,4 Millionen für medizinisches Personal, Ältere und Menschen in Risikogruppen vorgesehen. Der Impfstoff solle zwischen drei und vier US-Dollar (etwa 2,55 bis 3,40 Euro) pro Dosis kosten, sagte Fernández. Astrazeneca habe zugesagt, einen breiten, gerechten Zugang zu unterstützen und während der Pandemie keinen Gewinn zu erzielen. Argentinien bekomme durch die Vereinbarung früher Zugang zu dem Impfstoff.

Erst spätere Rückkehr zum normalen Schulunterricht in Türkei

3.26 Uhr: In der Türkei ist der Beginn des normalen Schul- und Universitätsbetriebs nach den Sommerferien um mindestens drei Wochen verschoben worden. Erziehungsminister Ziya Selcuk sagte in Ankara, dass das neue akademische Jahr zwar wie geplant am 31. August beginnen werde, der Unterricht und die Lehrveranstaltungen für Schüler und Studenten sollten aber als Schutzmaßnahme gegen die Corona-Pandemie vorerst weiterhin nur aus der Ferne stattfinden.

Der Minister äußerte die Hoffnung, dass ab 21. September dann die Schulen und Hochschulen schrittweise wieder geöffnet und Unterricht und Lehrveranstaltungen wieder in deren Räumen stattfinden könnten. Die Verschiebung des regulären Betriebs an Schulen und Hochschulen erfolge auf Grundlage einer Empfehlung des Wissenschaftlergremiums, das die Regierung im Vorgehen gegen die Pandemie berät. Die Schulen und Hochschulen in der Türkei sind seit März geschlossen.

Zuletzt hatten die Infektionsraten im Land wieder zugenommen. Seit Anfang August sind die täglichen Infektionszahlen nicht mehr unter die Schwelle von 1000 gesunken. Insgesamt wurden bislang rund 243.000 Infektions- sowie 5873 Todesfälle in der Türkei gezählt.

Zahl der Zeitarbeiter um mehr als 120.000 gesunken

2.21 Uhr: Die Zahl der Zeitarbeiter in Deutschland ist laut einem Zeitungsbericht in der Coronakrise drastisch gesunken. Laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren im Mai nur 624.900 Menschen in der Zeitarbeitsbranche beschäftigt, rund 124.00 weniger als ein Jahr zuvor, wie die "Rheinische Post" berichtet. Aktuellere Zahlen erwartet die BA nach Angaben der Zeitung erst Anfang September.

Da viele Unternehmen in der Krise ihre Priorität darauf legen, ihre Stammbelegschaft zu halten, werden die Jobs von Zeitarbeitern oft als erste gestrichen. Linken-Parteichef Bernd Riexinger forderte in der "Rheinischen Post", Leiharbeit als "Beschäftigung zweiter Klasse" abzuschaffen.

Zahl der Neuinfektionen in Brasilien steigt

00.49 Uhr: Die Zahlen der Neuinfektionen in Brasilien lassen nicht nach. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 55.155 neue Fälle registriert. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg damit auf 3.164.785. Am Mittwoch waren es noch rund 52.000 Neuinfektionen gemeldet worden.

Die Zahl der neuen Todesfälle sank hingegen: Entgegen 1274 Fällen am Vortag starben binnen 24 Stunden 1175 Menschen an den Folgen einer Infektion. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 104.201.

Im Kampf gegen das Coronavirus schloss der brasilianische Bundesstaat Paraná ein Abkommen mit Russland, um den weltweit ersten für die breite Verwendung zugelassenen Impfstoff gegen das Coronavirus selbst zu produzieren. Brasilianischen Medienberichten zufolge können die Regierung des Paraná und Russlands bei der Entwicklung der Impfstoff-Tests und der Produktion einer Impfung zusammenarbeiten. Auch über einen Technologie-Transfer solle verhandelt werden.

Schauspieler einigen sich mit Disney

00.30 Uhr: Der US-Medienkonzern Walt Disney hat sich mit den Schauspielern seines Themenparks Disney World auf eine Fortsetzung der Arbeit geeinigt. Das teilte die Gewerkschaft mit. Die Schauspieler hatten sich zuvor geweigert, die vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen zu akzeptieren.

Die Einigung sieht vor, dass für die Schauspieler Corona-Tests bereitgestellt werden, wenn sie bei ihren Auftritten keine Schutzmasken tragen können. Disney World in Florida umfasst unter anderem vier verschiedene Themenparks und 23 Hotels.

jok/hba/mst/apr/sak/fek/kfr/Reuters/dpa/AFP
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