+++ Corona-News am Donnerstag +++ Dortmund und deutsche Junioren-Nationalmannschaft sagen Spiele ab

Positive Corona-Tests führen beim BVB und der U-19-Elf zu Match-Absagen. Derweil testet Zlatan Ibrahimovic erneut positiv. Und: Neubefunde in Berlin und Frankfurt a. M. überschreiten Warnwert von 50. Der Überblick.
Dortmund streicht für kommenden Samstag gegen Anderlecht die Fahne

Dortmund streicht für kommenden Samstag gegen Anderlecht die Fahne

Foto: Caroline Seidel/ picture alliance / dpa

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22.30 Uhr: Borussia Dortmund hat ein für den kommenden Samstag geplantes Testspiel gegen den RSC Anderlecht abgesagt. Die Belgier hatten den Fußball-Bundesligisten kurz zuvor über einen positiven Corona-Test innerhalb des Teams informiert. Wie der Revierclub am Donnerstag mitteilte, verzichtet er deshalb «ersatzlos» auf diese Partie, in der «die wenigen während der Länderspielpause in Dortmund verbliebenen BVB-Profis hätten zum Einsatz kommen sollen».

Auch ein Test-Länderspiel der deutschen U19-Fußballer gegen Frankreich ist wegen eines Corona-Falls beim Gegner abgesagt worden. Die für Donnerstag in Düsseldorf geplante Partie könne nicht stattfinden, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Donnerstag mit. Diese Entscheidung sei in Abstimmung mit den Behörden getroffen worden, nachdem es im französischen Team einen positiven Test auf das Coronavirus gegeben habe. Bei der deutschen Auswahl von Trainer Christian Wörns waren nach DFB-Angaben dagegen alle Tests negativ.

Beide Mannschaften hatten demnach keinen Kontakt zueinander, da sowohl unterschiedliche Teamhotels als auch Trainingsanlagen genutzt wurden. Ob das für Montag in Velbert vorgesehene zweite Testspiel gegen Frankreich wie geplant stattfinden kann, blieb zunächst offen.

In England wurde am Donnerstag ein Testspiel der Gastgeber-U19 gegen die Junioren aus Schottland während der ersten Halbzeit abgebrochen, weil ein positiver Corona-Test des schottischen Trainers Billy Stark bekannt wurde. Der schottische Verband teilte mit, dass die Testreihen zuvor negativ ausgefallen waren. Der erneute Test sei am Donnerstag vor dem Anpfiff vor allem mit Blick auf das eigentlich für Sonntag angesetzte zweite Spiel beider Mannschaften durchgeführt worden.

Ibrahimovic testet erneut positiv

21.15 Uhr: Fußball-Star Zlatan Ibrahimovic vom AC Mailand ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gaben die Italiener vor dem Spiel in der Europa-League-Qualifikation gegen den norwegischen Klub FK Bodø/Glimt bekannt. "Wir haben die zuständigen Gesundheitsbehörden informiert und der Spieler hat sich umgehend in Quarantäne begeben", teilte Milan mit. Alle anderen Tests beim Team des Schweden seien negativ ausgefallen.

Ibrahimovic werde in die Selbstisolation gehen und das Qualifikationsspiel für die Europa League am Donnerstag sowie die nächsten beiden Spiele der Serie A verpassen, so der AC Milan in seiner Mitteilung. Zuvor war der Rossoneri-Spieler Leo Duarte positiv auf Covid-19 getestet worden.

Der 39-Jährige Ibrahimovic, der schon im September einmal positiv getestet wurde, sagte in einem Tweet, dass es "keinerlei Symptome" hätte und dass es für den Virus eine "schlechte Idee" sei, ihn "herauszufordern".

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Sprunghafter Anstieg der Infektionszahlen in Portugal

19.59 Uhr: Bisher ist Portugal vergleichsweise gut durch die Coronakrise gekommen. Nun steigen auch dort Infektionszahlen rapide. Mit 1278 Neuinfektionen binnen 24 Stunden meldete die Gesundheitsbehörde DGS die zweithöchste Ansteckungszahl seit Ausbruch der Pandemie. Mehr neue Fälle wurden nur ein einziges Mal vor knapp sechs Monaten erfasst: Am 10. April hatte es 1516 Neuinfektionen gegeben. Seitdem war aber in Portugal nie wieder die Marke von 1000 erreicht worden. Nun kündigte die sozialistische Regierung von Ministerpräsident António Costa "neue Maßnahmen" an.

"Nächste Woche werden wir neue Maßnahmen beschließen, ich kann aber noch nicht sagen, welche", sagte auch Präsidentschaftsministerin Mariana Vieira da Silva. Eine strikte Ausgehsperre, wie sie es zu Beginn der Pandemie gegeben hat, schloss die Politikerin aber aus. "Das Land würde kaum wieder einen allgemeinen Lockdown wie im März und April ertragen", meinte sie auf Fragen von Journalisten.

Italien verschärft Einreisebestimmungen

19.20 Uhr: Die Regierung in Rom reagiert auf steigende Corona-Zahlen und verschärft die Einreisebestimmungen für mehrere Länder. Betroffen davon sind unter anderem Belgien, Großbritannien und die Niederlande. Auch Reisende aus Tschechien, aus ganz Frankreich und Spanien müssen bei der Ankunft einen negativen Corona-Test vorlegen, wie aus der veröffentlichten Anordnung des Gesundheitsministeriums hervorgeht.

Der Test darf nicht älter sein als 72 Stunden. Alternativ kann die medizinische Kontrolle bei der Einreise durchgeführt werden. Reisende aus Deutschland können bisher weiter ohne besondere Tests oder Quarantäne nach Italien fahren.

In Italien selbst gab es am Donnerstag den zweiten Tag in Folge einen steilen Anstieg der Neuinfektionen auf nun fast 4500 Fälle an einem Tag.

Weitere Kommunen überschreiten Warnwerte

19.08 Uhr: Nach Berlin und Frankfurt melden weitere Städte in Deutschland einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen.

Die Stadt Delmenhorst hat nach dem Überschreiten des kritischen Corona-Grenzwertes für Neuinfektionen für Freitag die Schließung aller Schulen angeordnet. Auch Delmenhorster Schülerinnen und Schüler, die eine Schule außerhalb des Stadtgebietes besuchten, dürften am Freitag nicht am Unterricht teilnehmen, hieß am Donnerstag in einer Mitteilung der Stadt. Am Montag beginnen in Niedersachsen die Herbstferien.

Auch der Kreis Unna in Nordrhein-Westfalen hat die kritische Marke überschritten. Der Kreis registrierte 65 neue Coronavirus-Fälle, die meisten in Lünen und Unna, und liegt damit nach eigenen Berechnungen über dem Wert, ab dem weitere Einschränkungen zur Eindämmung des Virus erfolgen müssen.

Die Stadt Siegburg bei Bonn hat wegen hoher Infektionszahlen ebenfalls alle Schüler vorzeitig in die Ferien geschickt. Die Schulen blieben an diesem Freitag geschlossen, schrieb die Verwaltung ihrer Homepage. Für die Schülerinnen und Schüler beginnen die Herbstferien damit einen Tag früher. Auch für die Kita-Betreuung gelten Einschränkungen. Zudem empfahl die Verwaltung den Bürgern, im gesamten Stadtgebiet auch draußen eine Maske zu tragen.

"Maximale Alarmstufe" wegen Corona in weiteren französischen Städten

19.00 Uhr: Frankreichs Regierung hat wegen der besorgniserregenden Corona-Lage für weitere Städte die "maximale Alarmstufe" ausgerufen. Diese gelte ab Samstag in Lille, Grenoble, Lyon und Saint-Etienne, kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran an. "Die Situation hat sich in den letzten Tagen in mehreren Metropolen verschlechtert", sagte der Minister.

Die "maximale Alarmstufe" gilt bisher in der Hauptstadt Paris, in der südfranzösischen Metropole Marseille und im Überseegebiet Guadeloupe. Sie ist die letzte Stufe vor dem Gesundheitsnotstand. Als Konsequenz aus der Einstufung müssen in der Regel Bars und Cafés schließen, es gibt weitere Einschränkungen etwa bei Turnhallen oder Schwimmbädern. In Restaurants gelten strengere Hygienemaßnahmen.

"Die Gesundheitssituation in Frankreich verschlechtert sich weiter", warnte Véran. Wer Freunde oder Familie empfangen wolle, müsse Abstand halten und die Maske tragen. Véran betonte gleichzeitig, dass es auch gute Nachrichten gebe: Die Situation in Nizza habe sich deutlich verbessert. Auch in Bordeaux, Rennes und Marseille sei eine positive Entwicklung zu beobachten.

Krisensitzung der Landesregierung in Schwerin

18.50 Uhr: Die Einstufung von Berlin als Corona-Risikogebiet beschäftigt auch die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns. Für Donnerstagabend sei kurzfristig eine außerordentliche Kabinettssitzung anberaumt worden, um über das weitere Vorgehen zu beraten, sagte ein Regierungssprecher. Mit Beginn der Herbstferien in der Bundeshauptstadt werden zum Wochenende Tausende Urlauber von dort im Nordosten erwartet.

Mecklenburg-Vorpommern hat für Besucher aus Corona-Hotspots mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen hohe Hürden für die Einreise gesetzt. Berlin hat diese Zahl am Donnerstag überschritten; zuvor hatte der Wert schon in einigen Bezirken der Hauptstadt über der kritischen Schwelle gelegen.

Neben einem aktuellen negativen Virus-Test schreibt die Corona-Landesverordnung eine 14-tägige Quarantäne unmittelbar nach der Einreise vor. Die Wartezeit kann durch das zuständige Gesundheitsamt verkürzt werden, wenn ein zweiter, selbst zu bezahlender Test nach 5 bis 7 Tagen ebenfalls negativ ausfällt. Die Tourismuswirtschaft im Nordosten befürchtet angesichts dieser Maßgaben drastische Folgen für die Geschäfte der kommenden Wochen.

Merkel will zweiten Lockdown vermeiden

18.27 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will in Anbetracht der ansteigenden Infektionszahlen einen zweiten Lockdown vermeiden. "Ich möchte nicht, dass sich eine Situation wie im Frühjahr wiederholt", sagte sie bei einer Vollversammlung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Der Lockdown sei für die Bevölkerung ein folgenschwerer Einschnitt gewesen. Im ersten Halbjahr sei die deutsche Wirtschaft in eine "historisch schwere Rezession" gefallen. Trotz eines derzeit verbesserten Geschäftsklimas könne es noch keine Entwarnung geben, betonte Merkel.

Die Regierung habe versucht, zur Unterstützung der Betriebe passende Angebote zu machen, um glimpflich durch die Krise zu kommen. Viele Maßnahmen hätten sich als hilfreich erwiesen. Merkel sprach von einer außerordentlich hohen Neuverschuldung. Diese sei in dieser außergewöhnlichen Situation aber gerechtfertigt. Ab 2022 solle der Bund die grundgesetzliche Schuldenbremse wieder einhalten.

Frankfurt überschreitet Warnstufe

17.25 Uhr: In Frankfurt am Main ist die für den Verlauf der Pandemie wichtige Kennziffer von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten worden. Die aktuelle Inzidenz liege bei 59,1, heißt es in einer Allgemeinverfügung, die die Stadt erließ. Am Donnerstagvormittag hatte sie noch 47 betragen. Damit sei die Eskalationsstufe Rot des Landes Hessen eingetreten. Deshalb sei eine Verringerung der Kontaktdichte erforderlich. Am Donnerstagvormittag hatte die Zahl noch 47 betragen.

In Frankfurt ist von Freitag an eine Sperrstunde zwischen 23 und 6 Uhr geplant - ursprünglich sollte sie von 22 Uhr an gelten. Das hat der Verwaltungsstab der Stadt beschlossen, wie eine Sprecherin des Gesundheitsdezernats mitteilte. Damit reagiere Frankfurt auf entsprechende Beschlüsse der Städte Offenbach und Berlin.

"Einheitliche Regeln schaffen Akzeptanz und Vertrauen", sagte der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) nach der Sitzung des Krisenstabs. Es werde zu Recht erwartet, "dass es keinen regionalen Flickenteppich aus Corona-Regeln gibt". Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) sagte: "Mich besorgt sehr, dass wir nach längerer Zeit wieder ein Infektionsgeschehen in einem Alten- und Pflegeheim mit acht infizierten Bewohnerinnen und Bewohnern haben."

Freie Fahrt dank Pandemie

In der Coronakrise steigen immer mehr Menschen aufs Rad. Viele Städte haben mit Pop-up-Fahrradwegen reagiert - und wollen auch langfristig fahrradfreundlicher werden. Lesen Sie hier mehr über den Fahrrad-Boom in Mailand.

Globale Gesellschaft

In Reportagen, Analysen, Fotos, Videos und Podcasts berichten wir weltweit über soziale Ungerechtigkeiten, gesellschaftliche Entwicklungen und vielversprechende Ansätze für die Lösung globaler Probleme.

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EU-Parlamentspräsident Sassoli in Quarantäne

16.56 Uhr: EU-Parlamentspräsident David Sassoli ist vorsorglich in Quarantäne gegangen. Ein Mitarbeiter habe am Donnerstag ein positives Testergebnis erhalten, schrieb Sassoli auf Twitter. "Mir geht es gut, und ich habe keine Symptome." Er werde sich nun aber in die vorgeschriebene Selbstisolation begeben und untersuchen lassen.

Der Italiener ist nicht der erste Spitzenvertreter der Europäischen Union, der sich aufgrund der Schutzmaßnahmen vorsichtshalber absondern muss. Zu Beginn der Woche musste EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen nach einem gemeinsamen Termin mit einer infizierten Person ebenfalls in Quarantäne. Inzwischen ist sie wieder zurück.

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Wer zu Hause arbeitet, raucht offenbar mehr

16.52 Uhr: Die Arbeit im Homeoffice erhöht offenbar den Zigarettenkonsum. Nach Angaben eines Tabakkonzerns ist die Nachfrage seit Ausbruch der Corona-Pandemie spürbar gestiegen.

Berlin überschreitet kritischen Grenzwert

Hotspot Berlin-Mitte

Hotspot Berlin-Mitte

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

16.32 Uhr: Eine der zentralen Kennzahlen zur Beurteilung der Corona-Lage ist in Berlin über den als problematisch definierten Wert von 50 gestiegen. Pro 100.000 Einwohner sind in den vergangenen sieben Tagen in der Hauptstadt 52,8 Neuinfektionen gemeldet worden, wie aus dem Lagebericht der Senatsgesundheitsverwaltung hervorgeht. Der Wert war zuletzt stetig gestiegen. Am Donnerstag kamen 498 neue bestätigte Fälle hinzu. Das ist der stärkste Anstieg seit Beginn der Pandemie.

Bund und Länder hatten vereinbart, dass in besonders betroffenen Gebieten, die den Wert überschreiten, örtliche Gegenmaßnahmen ergriffen werden. In mehreren Berliner Innenstadtbezirken liegt die sogenannte 7-Tages-Inzidenz schon einige Tage teils weit über 50, sie wurden deshalb von einigen Bundesländern zu Risikogebieten erklärt.

Die Behörden führten den Fallzahlenanstieg in den vergangenen Wochen insbesondere auf private Feiern und illegale Partys zurück. Am vergangenen Dienstag hatte der Berliner Senat bereits weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus beschlossen: Diese zielen mit einer Sperrstunde und strengeren Kontaktverboten für drinnen und draußen besonders auf das Nachtleben ab. Die Regeln gelten ab Samstag. Seit 3. Oktober gelten in Berlin auch schon weitere Beschränkungen, darunter eine Maskenpflicht in Bürogebäuden. Bis sich solche Maßnahmen in den Infektionszahlen niederschlagen können, dauert es einige Zeit.

Hintergrund der Beschlüsse ist auch, dass der Berliner Senat abweichend von der Bund-Länder-Vereinbarung im Mai ein eigenes Warnsystem beschlossen hat, die sogenannte Corona-Ampel. Dabei ist die Zahl der Neuinfektionen nur einer von drei Indikatoren. Berücksichtigt werden auch die sogenannte Reproduktionszahl, bei der die Ampel aktuell auf Gelb steht, und die Belegung von Intensivbetten mit Corona-Infizierten - hier steht die Ampel auf Grün.

Mehr als 4000 Neuinfektionen in Deutschland: Was die Zahl bedeutet

Noch nie in diesem Halbjahr haben deutsche Behörden so viele Corona-Neuinfektionen gemeldet. Liegt das allein am vermehrten Testen? Und wie entwickelt sich die Zahl der Schwerkranken? Einen Überblick finden Sie hier.

Lukaschenko macht Proteste für Infektionen verantwortlich

15.58 Uhr: Im Machtkampf in Belarus hat Präsident Alexander Lukaschenko die Massenproteste mitverantwortlich für den Anstieg bei Infektionen gemacht. "Was gerade auf den Straßen von Minsk an den Wochenenden passiert, dabei ist klar, welche Folgen das haben wird", sagte der 66-Jährige bei einem Treffen zur Gesundheitslage in der früheren Sowjetrepublik. "Der Krankenstand in Minsk ist viel höher als in anderen Regionen."

In der Hauptstadt mit ihren etwa zwei Millionen Einwohnern gehen seit der Präsidentenwahl Anfang August besonders viele Menschen gegen Lukaschenko auf die Straße. Der schon mehr als ein Vierteljahrhundert regierende Machthaber reklamiert einen Sieg mit 80,1 Prozent der Stimmen für sich. Die Opposition hält dagegen Swetlana Tichanowskaja für die wahre Siegerin. Bei den Protesten gab es bereits Tausende Festnahmen.

Lukaschenko hatte das Coronavirus lange kleingeredet und es als Psychose abgetan. Er selbst gab kurz vor der Wahl an, eine Erkrankung ohne Symptome überstanden zu haben. Nach offiziellen Zahlen gab es in Belarus seit Beginn der Pandemie mehr als 81.500 Infektionen. 874 Menschen starben mit dem Virus.

Positiver Test bei Formel-1-Team Mercedes

15.30 Uhr: Vor dem Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring vermeldet Weltmeisterteam Mercedes einen Corona-Fall. Der Rennstall bestätigte den positiven Nachweis auf das Virus bei einem Teammitglied. Die Piloten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas seien nicht betroffen. Mercedes arbeitet nach eigenen Angaben in dem Fall eng mit dem Automobil-Weltverband Fia zusammen, man befolge die Protokolle in solch einem Fall.

Ab Freitag Maskenpflicht auf Frankfurter Zeil

15.18 Uhr: Die Stadt Frankfurt am Main hat eine Maskenpflicht auf der Einkaufsstraße Zeil beschlossen. Die Regel gelte ab Freitag bis mindestens Ende kommender Woche, teilte die Stadt mit. Auch der Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg ordnete eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ab Freitag an.

Zwischen 8 Uhr und 22 Uhr wird das Bedecken von Mund und Nase in Frankfurt zur Pflicht. Von der Allgemeinverfügung sind noch weitere zentrale Einkaufsstraßen betroffen. Ausgenommen sind bestuhlte Außenbereiche der Gastronomie. Zudem beschloss die Stadt Frankfurt ein ganztägiges Alkoholverbot auf mehreren zentralen Plätzen. Die am Dienstag beschlossene Sperrstunde gilt nun doch erst ab 23 Uhr.

In Frankfurt lag der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen am Donnerstag bei 47,0. Ab einem Wert von 50 Fällen müssen Städte und Kreise in Hessen stärkere Beschränkungen verhängen. Im Landkreis Esslingen wurde der kritische Wert von 50 am Mittwoch überschritten. Am Donnerstag lag er bei 52,3.

Spanien setzt fast 2000 Soldaten bei Rückverfolgung ein

14.23 Uhr: Spanien setzt das Militär im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus ein. An fünf Armeestützpunkten in Madrid verbringen 150 Soldaten ihre Tage damit, die Kontakte positiv getesteter Menschen nachzuvollziehen. "Wir versuchen, ihnen klarzumachen, dass ihre Hilfe unerlässlich ist, um dem Chaos, das wir dieses Jahr durchleben, so schnell wie möglich ein Ende zu bereiten", sagte Leutnant Hector Sanchez.

Von den 2000 Soldaten, die die Regierung für die Unterstützung der Rückverfolgung angeboten hat, werden 1783 in 15 der 17 Regionen eingesetzt, sagte Gesundheitsminister Salvador Illa. Mit 741 Fällen pro 100.000 Menschen ist Madrid ein Epizentrum der zweiten Viruswelle in Westeuropa. Spanien hat seit Beginn der Pandemie im März fast 836.000 Positivtests und 32.562 Todesfälle gemeldet.

Verband befürchtet Verschärfung von Jugendarmut

13.44 Uhr: Die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit befürchtet eine Verschärfung von Jugendarmut durch die Coronakrise. Mangelnde digitale Teilhabe hänge arme Jugendliche in der schulischen Bildung weiter ab, womit eine gute Berufsausbildung in noch weitere Ferne rücke, teilte die Arbeitsgemeinschaft anlässlich der Veröffentlichung ihres "Monitors Jugendarmut in Deutschland 2020" mit. "Während einige Familien mit Haus, Garten und Homeoffice gut durch diese Zeit kamen, verloren andere ihr Einkommen, und Homeschooling war in kleinen Wohnungen ohne WLAN keine Option", heißt es darin.

In dem Bericht wurden vorliegende Daten etwa des Statistischen Bundesamtes und der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet. Rund ein Viertel aller Armutsgefährdeten in Deutschland sei jünger als 25 Jahre. Betroffen seien demnach rund 3,2 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. "Jugendarmut beschneidet die Entwicklungs- und Teilhabechancen junger Menschen erheblich und oft dauerhaft. Betroffene starten unter deutlich schlechteren Bedingungen in ihre Selbstständigkeit als finanziell besser abgesicherte junge Menschen", heißt es in einer Mitteilung zum Bericht. Corona verschärfe diese Ungleichheit. Die Arbeitsgemeinschaft verwies zudem auf einen Anstieg der Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen in der Krise.

Armut wird in Deutschland über das Haushaltseinkommen und die daraus folgenden Möglichkeiten an gesellschaftlicher Teilhabe definiert. Die Armutsgefährdungsquote gibt den Anteil der Bevölkerung an, der mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens auskommen muss. Laut Statistischem Bundesamt waren 2019 15,9 Prozent der Bürger von Armut bedroht. Bei einem Einpersonenhaushalt lag diese Grenze bei 1074 Euro im Monat.

Pariser Kliniken bereiten sich auf Zustrom von Patienten vor

13.36 Uhr: Die Pariser Gesundheitsbehörden rechnen mit einem Zustrom von Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern. Die Gesundheitseinrichtungen seien aufgefordert worden, alle Ressourcen zu mobilisieren und sich auf die kommenden Tage vorzubereiten, schrieb der Direktor der regionalen Gesundheitsbehörde, Aurélien Rousseau, auf Twitter. Ein Notfallplan wurde aktiviert. Damit können Kliniken zum Beispiel nicht dringende Operationen verschieben.

In der französischen Hauptstadt sind seit Dienstag alle Bars und Cafés geschlossen. Für Restaurants gelten strengere Hygienemaßnahmen. Außerdem wurde die "maximale Alarmstufe" ausgerufen. Mehr als 270 Menschen pro 100.000 Einwohner haben sich in den vergangenen sieben Tagen in Paris mit dem Virus infiziert. Besonders Jüngere sind betroffen. Mehr als ein Drittel der Intensivbetten ist mit Covid-19-Patienten belegt.

Frankreich ist mit mehr als 32.000 Toten schwer von der Pandemie getroffen. Mit 18.746 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gab es am Mittwoch einen weiteren Rekord.

EU-Kommission schließt weiteren Vertrag mit Impfstoffhersteller

13.25 Uhr: Die EU-Kommission hat sich Bezugsrechte für einen weiteren künftigen Impfstoff gesichert: Sie schloss einen Vertrag mit der belgischen Tochter von Johnson&Johnson über die mögliche Lieferung von Impfstoff für 200 Millionen Menschen. Vorgesehen sei zudem die Option auf Impfstoff für weitere 200 Millionen Personen, teilte die Brüsseler Behörde mit.

Die Kommission hat bereits ähnliche Verträge mit AstraZeneca und mit Sanofi-GSK geschlossen, die ebenfalls aussichtsreiche Impfstoffkandidaten testen. Bisher ist aber noch keiner dieser Stoffe zugelassen. Ein Kommissionssprecher wollte keine Prognose abgeben, wann die Mittel auf den Markt kommen.

Die Abnahmeverträge mit Vorkasse sollen die Entwicklung und Massenproduktion der Impfstoffe beschleunigen. Sie sehen Kaufoptionen für die EU-Staaten vor, sobald die Impfstoffe zugelassen sind. Mit den Firmen Curevac, Biontech-Pfizer und Moderna habe man zudem erfolgreiche Sondierungsgespräche abgeschlossen, erklärte die Kommission weiter.

Was gilt für Reisende aus Risikogebieten innerhalb Deutschlands?

Teile von Berlin, NRW und Niedersachsen gelten als Corona-Risikogebiete: Was gilt für jene, die dort wohnen und in den Herbstferien Urlaub in anderen Regionen geplant haben? Hier finden Sie die wichtigsten Antworten.

Klingbeil bezeichnet Söder als "Mini-Trump"

13.09 Uhr: Mehrfach hat Bayerns Ministerpräsident Söder zuletzt die Corona-Entwicklung in Berlin kritisiert - die drohe, außer Kontrolle zu geraten. SPD-Generalsekretär Klingbeil wirft ihm nun vor, "das Land zu spalten".

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Kranich im Reisfeld gegen Blues

12.58 Uhr: Mit einem Kunstwerk inmitten von Reisfeldern wollen Bauern und Schüler in Südkorea gemeinsam gegen die schlechte Stimmung im Land wegen der Coronakrise vorgehen: Unter dem Motto "Kopf hoch" schufen sie in den Feldern mithilfe verschiedener Reissorten einen riesigen Kranich sowie andere Motive; das Kunstwerk ist allerdings nur aus der Luft zu erkennen.

Leider nur aus der Luft zu erkennen: ein riesiger Kranich im Reisfeld

Leider nur aus der Luft zu erkennen: ein riesiger Kranich im Reisfeld

Foto: Ed Jones / AFP

Fast genauso schön sind jedoch 500 mit traditionellen Kostümen bekleidete Vogelscheuchen, die rund um die künstlerischen Felder vor den Toren der Stadt Suncheon aufgestellt wurden. Nach den Worten des Bauern Hyun Young Soo erforderte es monatelange Planung und Arbeit, um das Kunstwerk zur Reife zu bringen. Neben den Schulkindern hätten auch viele andere Gruppen des Bezirks bei der Umsetzung des Projekts mitgeholfen.

500 mit traditionellen Kostümen bekleidete Vogelscheuchen rahmen die Kunstfelder ein

500 mit traditionellen Kostümen bekleidete Vogelscheuchen rahmen die Kunstfelder ein

Foto: Ed Jones / AFP

Spanische Justiz kippt Abriegelung der Hauptstadt Madrid 

12.49 Uhr: In Spanien ist die umstrittene Zwangsabriegelung des Hotspots Madrid durch die Zentralregierung von der Justiz gekippt worden. Die Anordnung des Gesundheitsministeriums beschränke in unrechtmäßiger Form Grundrechte und -freiheiten, entschied das Oberlandesgericht der Region Madrid. Die zweiwöchige Absperrung der spanischen Hauptstadt und von neun weiteren Gemeinden im Großraum Madrid war am Freitagabend vergangener Woche in Kraft getreten.

Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso hatte sich der Anordnung gebeugt, aber Widerspruch eingelegt. Sie könnte die Absperrungen nun aufheben. Die Zentralregierung kann aber noch Einspruch gegen das Urteil einlegen. Gesundheitsminister Salvador Illa sagte in einer ersten Reaktion nur: "Wir werden die gerichtlichen Schritte beschließen, die die Gesundheit der Bürger am besten schützen."

Von den Absperrungen sind knapp 4,8 der 6,6 Millionen Einwohner der "Comunidad Autónoma" betroffen. Diese dürfen ihre jeweilige Wohngemeinde nur noch mit triftigem Grund verlassen - etwa, um zur Arbeit zu fahren oder den Arzt aufzusuchen. Besucher von außerhalb dürfen diese Städte nur in Ausnahmefällen betreten.

Amtsarzt: Testergebnis in 48 Stunden oft unrealistisch

12.39 Uhr: Nach Einschätzung des Amtsarztes im Berliner Bezirk Reinickendorf, Patrick Larscheid, dauert es oft mehr als 48 Stunden, bis das Ergebnis eines Corona-Tests vorliegt. "Die Untersuchung kann länger dauern, als es manchem recht ist. Diese 48-Stunden-Regelung, die an manchen Orten gilt, die dürfte schwierig einzuhalten sein."

Berliner, die in den Herbstferien zum Beispiel an die Nordsee in Schleswig-Holstein möchten, könnten damit Probleme bekommen. Dort ist bei Ankunft in einem Hotel oder einer Ferienwohnung vorgeschrieben, einen maximal 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorzulegen.

"Sie schaffen es einfach nicht, so schnell einen negativen Test zu kriegen, weil sie das Ergebnis erst nach Ablauf von 48 Stunden bekommen", sagte Larscheid. "Und dann sind Sie noch nicht einmal verreist."

Zeitung berichtet von 37 Fällen im Bundestag

12.29 Uhr: Seit dem Beginn der Coronakrise im März hat es einem Medienbericht zufolge im Deutschen Bundestag insgesamt 37 Infektionen mit dem Coronavirus gegeben. Das schrieb die "Saarbrücker Zeitung"  unter Berufung auf die Bundestagsverwaltung. Demnach sind in den Gebäuden des Bundestages etwa 10.000 Menschen tätig - unter ihnen Abgeordnete, Fraktions- und Verwaltungsmitarbeiter sowie Handwerker und andere Dienstleister. Die 37 Infektionsfälle stammten aus diesem Personenkreis, sagte eine Sprecherin der Verwaltung der Zeitung.

Dies bedeute aber nicht, "dass sich das Infektionsgeschehen im Bundestag abgespielt hat", sagte die Sprecherin. Die Ansteckungen könnten auch im Wahlkreis, im Urlaub oder in den Wohnorten stattgefunden haben. Seit Dienstag gilt in den Liegenschaften des Bundestages die von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) erlassene Maskenpflicht.

Merkel berät Lage mit Bürgermeistern der elf größten deutschen Städte

12.07 Uhr: Angesichts der stark steigenden Infektionszahlen wird sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach SPIEGEL-Informationen am Freitag mit den Oberbürgermeistern und Regierungschefs der elf größten deutschen Städte und Stadtstaaten zum weiteren Vorgehen in der Coronakrise beraten. In der Runde dabei sein sollen Berlin, Hamburg und Bremen sowie München, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Leipzig und Stuttgart. Die Schalt-Konferenz ist für 12.30 Uhr angesetzt.

Am Donnerstagmorgen meldete das Robert Koch-Institut mehr als 4000 festgestellte Neuinfektionen. Am Mittwoch hatten sich die Staatskanzleichefs der Länder mehrheitlich mit Kanzleramtsminister Helge Braun darauf verständigt, dass die meisten Bundesländer künftig negative Corona-Tests von Reisenden verlangen, die aus innerdeutschen Risikogebieten kommen. Dies sind Gebiete, in denen es binnen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Riskantes Spiel mit Washington und Peking

China weitet seinen Einfluss am Persischen Golf aus und lässt Corona-Impfstofftests in den Vereinigten Arabischen Emiraten durchführen. Dabei hilft ausgerechnet der geopolitische Rivale - Donald Trump. Lesen Sie hier mehr über die Corona-Diplomatie der Vereinigten Arabischen Emirate.

Personen aus zwei Haushalten müssen im Sexkino keinen Abstand halten

12.02 Uhr: Die Stadt Ludwigshafen wollte dem Betreiber eines "Erlebniskinos" einen Mindestabstand zwischen den Besuchern zweier Haushalte vorschreiben. Der Inhaber zog vor Gericht - mit Erfolg.

Kellner bedient ohne Maske und greift Polizisten an

11.44 Uhr: In Stralsund ist die Polizei in ein Restaurant in der Innenstadt gerufen worden, weil ein Kellner dort ohne Mund-Nasen-Schutz servierte. Zudem habe der 29-Jährige die Gäste aufgefordert, ihre Masken abzulegen, teilte die Polizei mit. Darauf hätten am Mittwochabend Gäste aus Hamburg hingewiesen. Zudem seien in dem Restaurant die persönlichen Daten der Gäste nicht erfasst worden, um eine Nachverfolgung zu ermöglichen.

Der in Stralsund wohnende Mann äußerte den Angaben zufolge der Polizei gegenüber sein Unverständnis für die Maßnahmen der Landesregierung und weigerte sich, seine Personalien anzugeben. Schließlich beleidigte er die Beamten und versuchte, zwei von ihnen mit der Faust zu schlagen. Die Polizisten nahmen ihn daraufhin in Gewahrsam.

Gegen den Kellner wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Beleidigung, des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und der versuchten Körperverletzung eingeleitet. Darüber hinaus nahmen sie den Verstoß gegen die entsprechende Corona-Verordnung des Landes auf.

Österreich hat mehr neue Fälle an einem Tag als je zuvor

11.39 Uhr: Die Zahl neu gemeldeter Fälle in Österreich hat erstmals die Spitzenwerte aus der Hochphase der Pandemie im Frühjahr überstiegen. Behörden zählten am Donnerstag 1209 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, 613 davon allein in Wien. Acht neue Todesfälle wurden seit dem Vortag gemeldet. Im Krankenhaus liegen 506 Covid-19-Patienten, 107 davon auf der Intensivstation.

Die Zahlen seien mit dem Frühjahr nicht vergleichbar, weil mehr getestet werde, betonte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Er nannte die Situation dennoch schwierig. Etwa 10.000 Menschen galten am Donnerstag österreichweit als aktiv erkrankt, mehr als doppelt so viele wie vor einem Monat.

Forschungsministerin bleibt bei Prognose: Impfung ab Mitte 2021

11.26 Uhr: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek bleibt bei ihrer Einschätzung, dass Impfstoffe für viele Menschen bis Mitte 2021 zur Verfügung stehen könnten. "Die Forschung ist im Moment gigantisch schnell", sagte die CDU-Politikerin. Aktuell gehe das Forschungsministerium davon aus, dass Mitte nächsten Jahres breite Teile der Bevölkerung geimpft werden könnten. Offen sind nach Angaben Karliczeks noch einige Fragen, etwa wie lange der Impfschutz anhalten werde oder wie häufig man geimpft werden müsse, um einen wirklichen Schutz zu bekommen.

Easyjets erster Jahresverlust fällt massiv aus

10.51 Uhr: Erstmals in der 25-jährigen Unternehmensgeschichte schreibt der Billigflieger Easyjet rote Zahlen: rund 900 Millionen Euro. Wie es weitergeht, wagt Konzernchef Lundgren nicht vorherzusagen.

Sachsen-Anhalt untersagt bis Februar Klassenfahrten ins Ausland

10.50 Uhr: In Sachsen-Anhalt sind bis zum Ende des Schulhalbjahres im Februar keine Klassenfahrten ins Ausland erlaubt. Die Schulleitungen sollen alle bereits geschlossenen Verträge für Auslandsfahrten umgehend stornieren, teilte das Landesbildungsministerium mit. Diese Regelung gilt den Angaben zufolge auch für Studienfahrten ins Ausland und für internationale Schüleraustausche. Anfallende Stornierungskosten werden vom Land übernommen.

Einschränkungen soll es auch für Klassenfahrten innerhalb Deutschlands geben. Details nannte das Ministerium nicht. Für innerdeutsche Fahrten wollen die Regierungschefs und Gesundheitsressorts der Länder in den kommenden Tagen weitere Verfahren vereinbaren.

Wie viel bringt das Lüften im Klassenzimmer?

Reicht Stoßlüften in Klassen, um das Ansteckungsrisiko deutlich zu verringern? Ja, sagen die Kultusminister. Doch die Kritik an ihrem Konzept reißt nicht ab. Lesen Sie hier mehr zu Unterricht in der Coronakrise.

RKI warnt vor "unkontrollierter Verbreitung"

9.35 Uhr: Gesundheitsminister Spahn zeigt sich "sehr besorgt" angesichts des sprunghaften Anstiegs der Neuinfektionen. Es sei "möglich, dass wir mehr als zehntausend neue Fälle pro Tag sehen", ergänzte RKI-Präsident Lothar Wieler.

Niedersachsen will doch Beherbungsverbot für Urlauber aus Hotspots

9.30 Uhr: Niedersachsen will nun doch ein Beherbungsverbot für Urlauber aus Risikogebieten. Eine entsprechende Landesverordnung werde auf den Weg gebracht, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Man habe sich darüber innerhalb der Landesregierung abgestimmt. Viele andere Bundesländer wollen ebenfalls keine Touristen aus Risikogebieten mehr in ihren Hotels und Ferienwohnungen übernachten lassen. Darauf hatten sie sich am Mittwoch verständigt. Niedersachsen hatte sich dem zunächst nicht angeschlossen.

Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Maßgeblich sei das Datum der Einreise nach Niedersachsen, sagte Weil. Es solle vermieden werden, dass kurzfristig Aufenthalte abgebrochen werden müssen. Zudem könnten Touristen mit einem negativen Test doch in Niedersachsen Urlaub machen.

Söder: Einige Großstädte drohen Kontrolle zu verlieren

9.17 Uhr: Einige Großstädte wie Berlin stehen nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kurz davor, die Kontrolle über die Infektionszahlen zu verlieren. Deswegen solle man "auf keinen Fall" Vorsicht, die zur Bewältigung der Pandemie entscheidend sei, aufgeben. "Um uns herum in Europa explodieren die Zahlen", betonte Söder im ZDF-"Morgenmagazin". Dort wachse das Problem auch in die Krankenhäuser hinein.

"Mehr Maske, weniger Alkohol und natürlich auch kleinere Partys", seien die richtigen Maßnahmen bei erhöhten Infektionszahlen. Zudem verteidigte Söder ein am Mittwoch beschlossenes Beherbergungsverbot für Menschen aus innerdeutschen Risikogebieten. Dabei gehe es vor allem um die Sicherheit der Menschen und Sicherheit für die Tourismusbranche.

Auch Spahn besorgt über Anstieg Infektionszahlen

9.15 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn äußert sich "sehr besorgt" über die stark gestiegenen Infektionszahlen. Es gebe etwa in Berlin teilweise ein "sorgloses, ignorantes Verhalten" von Menschen, weshalb er die neuen Maßnahmen des Berliner Senats begrüße.

Insgesamt sei Deutschland bisher aber im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch gut durch die Pandemie gekommen. "Das Gesundheitssystem kann sehr gut damit umgehen." Deshalb könne man zuversichtlich sein. Es gebe inzwischen mehr Wissen und Instrumente für den Kampf gegen das Virus.

Um die Entwicklung im Griff zu halten, gehe es um die richtige Balance aus Zuversicht wegen der bisher gut gemeisterten Krise, aber auch aus Wachsamkeit und Achtsamkeit. Es komme weiterhin auf Abstand, Hygieneregeln und Masken an - nun in der kalten Jahreszeit ergänzt um Lüften und ein möglichst breites Nutzen der Warn-App.

DER SPIEGEL

Infektiologin warnt vor neuen Engpässen in deutschen Krankenhäusern

9.15 Uhr: An Deutschlands Krankenhäusern steigt angesichts der immer zahlreicheren Infektionen aus Expertenansicht die Gefahr von Engpässen. Zwar würden die leichten Verläufe überwiegen, man bereite sich aber vor "auf eine neue Welle an Patienten, die schwer erkrankt sind", sagte die Leiterin der Abteilung Infektiologie des Uniklinikums Gießen, Susanne Herold, bei der Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Derzeit würden 470 Covid-19-Patienten in Deutschland auf Intensivstationen behandelt. Die Ärzte erwarteten einen deutlichen Anstieg dieser Zahl, denn die Mediziner befürchteten, dass die Infektionszahlen insgesamt auch in der nächsten Zeit deutlich ansteigen, sagte Herold.

Für die Kliniken gelte: Räume für neue Patienten müssten geschaffen werden. Vielleicht müssten elektive Operationen, also Eingriffe, die nicht so dringend sind, möglicherweise auch wieder abgesagt werden. Herold hofft, dass die Menschen die Gefahr ernst nehmen, "sodass wir nicht in diese Situation kommen". Herold erläuterte ferner, dass im Vergleich zu Beginn der Pandemie mehrere wirksame Therapiemöglichkeiten hinzugekommen seien, die den Krankheitsverlauf abmildern könnten.

Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung seien derzeit 8500 Betten für Intensivpatienten frei und damit mehr als die Gesamtkapazität von Italien und Spanien. Zudem gebe es eine Notfallreserve von etwa 12.000 Betten, die eingesetzt werden könnten.

Kanzleramtschef Braun sieht klassischen Beginn einer zweiten Welle

9.10 Uhr: Kanzleramtsminister Helge Braun spricht angesichts der deutlich gestiegenen Infektionszahlen vom Beginn einer zweiten Infektionswelle. In einigen Großstädten sehe man nicht nur, dass die Inzidenz von 50 überschritten werde, "sondern wir sehen auch, dass die Zahlen sehr, sehr schnell ansteigen", sagte er bei RTL/ntv. "Das heißt, dass die Kontaktnachverfolgung in den Gesundheitsämtern möglicherweise an einigen Stellen nicht mehr funktioniert, und das ist der klassische Beginn einer zweiten Welle." Wenn die Zahlen weiter rasch anstiegen, "dann verlieren wir die Kontrolle über die Infektionszahlen und dann können wir es nur noch durch sehr einschneidende Maßnahmen aufhalten."

Infektionskennziffer in Hagen und Wuppertal über 50

8.30 Uhr: Auch in Hagen und Wuppertal ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche über die entscheidende Schwelle von 50 gestiegen. Nach der jüngsten Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) beträgt der Wert im etwa 190.000 Einwohner zählenden Hagen 56,2. In der RKI-Übersicht werden weiterhin Hamm (77,8) und Remscheid (59,3) mit Werten von über 50 ausgewiesen. Bei Werten über 50 müssen die Behörden in NRW zwingend weitergehende Einschränkungen für das öffentliche Leben erlassen.

Die über 360.000 Einwohner zählende Stadt Wuppertal teilte zudem auf ihrer Internetseite mit, dass mit Stand Mittwochabend der Wert von 50 überschritten wurde. Ein Stadtsprecher berichtete am Morgen, dass der Wert der sogenannten 7-Tage-Inzidenz bei 53,24 liege. Der Krisenstab berate über weitere Maßnahmen.

Seit Ende September seien die Zahlen in Wuppertal wieder gestiegen. Als ein zentrales Ereignis werde dabei eine Garagenparty von Studenten gesehen, bei der über 50 Personen gefeiert hätten, sagte der Stadtsprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Generell stieg die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Tagen. Am Mittwoch meldete das Landeszentrum Gesundheit landesweit 25,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - so viele wie zuletzt Mitte April. Damit stand NRW nach Zahlen des RKI am Mittwoch an der Spitze aller deutschen Flächenländer.

Einbruch bei deutscher Tourismusbranche ebbt im August etwas ab

8.30 Uhr: Die Einbrüche im deutschen Tourismus sind im Ferienmonat August deutlich geringer ausgefallen als zuletzt. Es gab 49,6 Millionen Übernachtungen und damit 14,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Juni hatte es noch ein Minus von rund 42 Prozent gegeben und im Juli von etwa 23 Prozent. Im August sank die Zahl der ausländischen Gäste zwar noch um 56 Prozent auf 4,7 Millionen. Allerdings lag die Zahl der Übernachtungen einheimischer Gäste mit knapp 45 Millionen nur noch 4,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

In den ersten acht Monaten des Jahres mussten die Hoteliers, Pensionen und sonstigen Beherbergungsbetriebe insgesamt einen Rückgang von gut 37 Prozent wegstecken. Allein die Zahl der ausländischen Gäste brach wegen der Reisebeschränkungen rund um die Pandemie um fast 60 Prozent ein.

Mehr als 36,15 Millionen Menschen weltweit infiziert

8.08 Uhr: Weltweit sind mehr als 36,15 Millionen Menschen nachweislich infiziert. Das ergibt eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten. Danach starben mit oder an dem Virus 1.052.602 Menschen. Das Virus hat sich in mehr als 210 Länder und Territorien ausgebreitet, seit die ersten Fälle im Dezember in China bekannt wurden.

4058 neue Fälle in Deutschland

8.00 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 4058 neue Fälle in Deutschland. Die Gesamtzahl der positiv Getesteten liegt laut RKI damit bei 310.144. Die Zahl der Todesfälle steigt nach Angaben des Instituts um 16 auf 9.578.

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