Corona-News am Donnerstag Merkel warnt vor erneuten Grenzschließungen in Europa

Die Bundeskanzlerin hat beim EU-Videogipfel dafür plädiert, die Grenzen offen zu halten - trotz rasant steigender Infektionszahlen in den Nachbarländern. Unterstützung bekam Merkel aus Österreich. Der Tag im Überblick.
Bundeskanzlerin Angela Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Foto: FILIP SINGER/EPA-EFE/Shutterstock

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Merkel warnt vor erneuten Grenzschließungen in Europa

22.21 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bei einem EU-Videogipfel klar gegen die erneute Schließung von Grenzen innerhalb der Europäischen Union ausgesprochen. Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte am Abend nach dreistündigen Beratungen der Staats- und Regierungschefs, dass sich Merkel für eine koordinierte Bekämpfung der Corona-Pandemie in Europa eingesetzt habe: "Gerade für Deutschland als Land in der Mitte Europas ist es wichtig, dass die Grenzen offen bleiben, dass es einen funktionierenden Wirtschaftskreislauf gibt und dass wir gemeinsam die Pandemie bekämpfen."

Während der ersten Corona-Welle im Frühjahr hatten zahlreiche EU-Länder ihre Grenzen ohne Absprachen geschlossen. Auch jetzt gibt es bereits wieder einseitige Einreisebeschränkungen. So hat die dänische Regierung vor einer Woche verfügt, dass Menschen aus Deutschland nicht mehr ohne triftigen Grund einreisen dürfen. Für den Großteil der weiteren Staaten in Europa gilt das schon länger. Ungarn hat seine Grenzen schon wieder fast ganz für Ausländer dicht gemacht.

Auch Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz warnte vor Grenzschließungen wie während der ersten Welle der Pandemie im Frühjahr. "Die Grenzen in Europa müssen offen bleiben", sagte Kurz. Alle Länder hätten "eine ähnliche Situation - manche sind ein paar Wochen voran, manche sind ein paar Wochen zurück".

Neue Ausgangsbeschränkungen in Frankreich kosten Milliarden

21.09 Uhr: Die neuen Corona-bedingten Ausgangsbeschränkungen in Frankreich sorgen für milliardenschwere Extrakosten. Wie Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire am Abend in Paris sagte, müssen 200.000 Geschäfte in den kommenden Wochen geschlossen bleiben. "Dieser Lockdown ist ein harter Schlag für alle Unternehmen, die geschlossen bleiben werden", sagte der Ressortchef. Er bezifferte die nun fälligen Unterstützungsleistungen pro Monat auf rund 15 Milliarden Euro.

Die neuen Maßnahmen gelten ab Freitag und bis zum 1. Dezember. Damit soll die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. Staatschef Emmanuel Macron hatte die "neue Etappe" im Kampf gegen die Pandemie am Mittwoch angekündigt.

Bürger dürfen sich nicht mehr ohne Weiteres frei bewegen. Menschen können auf die Straße gehen, wenn sie arbeiten, wichtige Einkäufe erledigen, einen Arzt aufsuchen oder frische Luft schnappen wollen - müssen dafür dann aber eine Bescheinigung ausfüllen. Sport ist eine Stunde pro Tag in einem Umkreis von einem Kilometer vom Wohnort erlaubt.

Im Großraum Paris gab es am Abend ein hohes Verkehrsaufkommen, wie Medien berichteten. Autos stauten sich zusammengerechnet auf einer Länge von rund 700 Kilometern - deutlich mehr als üblich. Schon im Frühjahr hatten zahlreiche Bewohner die Hauptstadt während der Ausgangsbeschränkungen verlassen.

Wegen Corona-Pandemie: Rio sagt Straßenkarneval ab

20.53 Uhr: Nach der Verschiebung des weltberühmten Karnevals im Sambodrom hat die brasilianische Metropole Rio de Janeiro wegen der Corona-Pandemie den Straßenkarneval abgesagt. Dies berichtete das Nachrichtenportal "G1". Demnach hätten Vertreter von Karnevalsgruppen, die städtische Tourismusagentur Riotur und Spezialisten für Gesundheit und öffentliche Sicherheit die Absage nach einer Online-Besprechung festgelegt.

Dem Bericht zufolge waren sich alle Teilnehmer einig, dass eine Veranstaltung von der Größe des Straßenkarnevals von Rio in der Corona-Pandemie weder sinnvoll noch sicher ist. In diesem Jahr hatte der Karneval in Rio laut "G1" unter Berufung auf Riotur allein in vier Tagen mehr als drei Millionen Menschen auf die Straße gelockt. Ende September hatte Rio bereits die Umzüge im Sambodrom verschoben. Sie sollten im Februar stattfinden.

Nach den USA und Indien verzeichnet Brasilien die meisten Infektionen mit dem Coronavirus - es sind über 5,4 Millionen. Mehr als 158.000 Menschen sind in dem größten Land Lateinamerikas im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Daten der Regierung des Bundesstaates Rio de Janeiro zufolge registrierte die Stadt Rio bis Donnerstag offiziell mehr als 118.000 Infizierte, über 12.000 Patienten sind bislang gestorben. Wegen Corona war bereits die Silvesterparty an der Copacabana abgesagt worden.

Spanien verzeichnet Rekord mit über 23.500 neuen Positiv-Tests

19.57 Uhr: Spanien gibt 23.580 neue Positiv-Tests bekannt, der höchste Tageswert seit dem Beginn der Pandemie. Zudem werden 173 weitere Todesfälle verzeichnet. Insgesamt gibt es damit knapp 1,2 Millionen bekannte Infektionen und 35.466 Todesfälle.

Auch Frankreich meldet einen deutlichen Anstieg der neuen Positiv-Tests. Demnach waren es am Donnerstag 47.636 neue Positiv-Tests nach 36.437 am Mittwoch. Die Zahl der neu verzeichneten Toten fällt dagegen auf 235 von 244. Damit sind insgesamt knapp 1,3 Millionen Infektionen und 36.020 Todesfälle bekannt.

Umfrage: Mehrheit unterstützt neue Corona-Maßnahmen oder will mehr

18.57 Uhr: Die große Mehrheit der Bürger unterstützt nach einer Umfrage den geplanten Teil-Lockdown im November oder wünscht sich sogar noch weitergehende Schritte, um die Corona-Pandemie wieder einzudämmen. In einer Forsa-Erhebung für RTL und ntv befürworteten 50 Prozent die von Bund und Ländern beschlossenen strikten Maßnahmen. Weiteren 16 Prozent der 1014 Befragten reichen sie noch nicht aus. Genau einem Drittel dagegen gehen sie zu weit.

Die insgesamt größte Akzeptanz findet mit 65 Prozent die Schließung von Sportstätten, die geringste mit 39 Prozent die von Gaststätten. Die Schließung von Kultureinrichtungen liegt dazwischen (55 Prozent). Am kommenden Wochenende wollen 32 Prozent aller Befragten die noch nicht geschlossenen Einrichtungen noch einmal aufsuchen.

Kulturminister einigen sich auf Schließung auch der Museen

18.16 Uhr: Mit den neuen Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie müssen auch die Museen in Deutschland schließen. Darauf verständigten sich nach Informationen Nachrichtenagentur dpa die Kulturminister der Länder in einer Konferenzschaltung.

Zunächst war die Situation für Museen unklar, weil sie in der Vereinbarung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten nicht ausdrücklich erwähnt sind. Danach müssen Kultureinrichtungen wie Theater, Opern- und Konzerthäuser sowie Kinos im November für einen Monat zubleiben. Der Probebetrieb darf weitergehen, legten die Kulturminister nun fest. Damit soll ermöglicht werden, dass der Spielbetrieb im Dezember auch wieder aufgenommen werden kann.

Offen bleiben dürfen nach den Informationen Bibliotheken, Archive und Musikschulen.

Keine Maske im Bundestag - Ordnungsruf für CDU-Abgeordneten

18.14 Uhr: Wegen Missachtung der Maskenpflicht im Bundestag hat sich der niedersächsische CDU-Abgeordnete Roy Kühne einen Ordnungsruf eingehandelt. "Er hat den Plenarsaal ohne Maske verlassen, den Plenarsaal ohne Maske wieder betreten", erklärte Parlamentsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP), der die Sitzung zu diesem Zeitpunkt leitete. Wegen der Corona-Pandemie muss seit Anfang Oktober in allen Gebäuden des Bundestags ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden - auch im Plenarsaal. Er darf nur am jeweiligen Sitzplatz oder am Rednerpult abgelegt werden.

Kubicki sagte, da Mahnungen nicht ausreichten, seien offensichtlich "härtere Maßnahmen" notwendig. "Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass im Wiederholungsfall weitere Ordnungsmaßnahmen folgen können." Laut Geschäftsordnung kann das Bundestagspräsidium einzelne Abgeordnete zur Ordnung rufen, "wenn sie die Ordnung oder die Würde des Bundestages verletzen". Weitergehende Maßnahmen wären ein Ordnungsgeld in Höhe von 1000 Euro sowie ein Sitzungsausschluss.

Unbekannte schlitzen Zelte von Duisburger Corona-Testzentrum auf

18.10 Uhr: Unbekannte haben in Duisburg mehrere Zelte eines Corona-Testzentrums aufgeschlitzt. Es sei erheblicher Sachschaden entstanden, teilte die Ruhrgebietsstadt mit. Die Stadtverwaltung werde Anzeige erstatten. Oberbürgermeister Sören Link (SPD) zeigte sich "wirklich sprachlos". "Die Zelte dienen dem Schutz des Personals und der Menschen, die getestet werden", erklärte er. "Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern mutwillige und höchst ärgerliche Sachbeschädigung."

Erste Städte ziehen Beschränkungen vor

17.17 Uhr: Augsburg wird den für kommende Woche in Deutschland geplanten Shutdown vorzeitig umsetzen. Die festgelegten Schutzmaßnahmen werden bereits ab diesem Freitagabend gelten. Auch die ähnlich stark betroffene oberbayerische Stadt Rosenheim geht ab morgen Abend in den Shutdown. Die kreisfreie Stadt war bereits im Frühjahr als Corona-Hotspot bekannt. Die beiden Städte sowie die Landkreise Berchtesgadener Land und Rottal-Inn sind derzeit die am stärksten von Corona-Neuinfektionen betroffenen Kommunen im Freistaat.

​​​​​​​Dänemark beschränkt Einreise aus Schleswig-Holstein

17.11 Uhr: Dänemark weitet seine Reisebeschränkungen aus. Die Maßnahme bedeutet, dass den Dänen ab Samstag auch von nicht notwendigen Reisen nach Schleswig-Holstein abgeraten wird. Einwohner Schleswig-Holsteins können weiter nach Dänemark einreisen, müssen dafür aber einen triftigen Einreisegrund oder einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf.

Gericht kippt Sperrstunde in Niedersachsen

16.43 Uhr: Auch wenn gastronomische Betriebe am Montag ohnehin schließen müssen: Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht kippt vorläufig die nächtliche Sperrstunde für Gastronomen und das Verbot für einen Außer-Haus-Verkauf von Alkohol. Wie das Gericht in Lüneburg mitteilt, gibt es mit seinem im gesamten Bundesland geltenden Beschluss der Klage einer Barbetreiberin aus Delmenhorst statt.

Spanien: Notstand bis Mai 2021

16.30 Uhr: In Spanien ist der Corona-Notstand bis zum 9. Mai 2021 verlängert worden. Das Parlament in Madrid nahm den Antrag der linken Regierung mit deutlicher Mehrheit an. Wegen der rapide steigenden Infektionszahlen hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez erst am Sonntag den sogenannten Alarmzustand - die dritthöchste Notstandsstufe - ausgerufen und fast im ganzen Land eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.

Nur die im Kampf gegen Corona zuletzt erfolgreichen Kanaren sind davon ausgenommen. Dieses Notstandsdekret galt nur für zwei Wochen. Die von der Regierung angestrebte lange Verlängerung musste deshalb gemäß Verfassung vom Parlament gebilligt werden.

Neue Betrugsmasche: "Corona-Schockanrufe"

16.26 Uhr: Die Polizei warnt in Zeiten der Pandemie vor Trickbetrügern. Wie die Polizeidirektion in Görlitz mitteilte, sind "Corona-Schockanrufe" eine neue Betrugsmasche. Laut Polizei rief ein Unbekannter bei einem Mann an und gab sich als Doktor aus, der gerade den Sohn des Betroffenen nach Dresden fliegen lasse. Grund sei eine Corona-Infektion, der Zustand des Patienten sei angeblich kritisch. "Der vermeintliche Arzt berichtete weiter, dass der Erkrankte dringend ein russisches Präparat benötige. Dieses müsse jedoch mit 8000 Euro selbst finanziert werden", hieß es. Allerdings ging der Angerufene nicht darauf ein und legte auf.

In Dresden rief ein Mann eine 79 Jahre alte Frau an und gab sich als ihr Enkel aus. Dabei behauptete er, an Corona erkrankt zu sein und in einem Krankenhaus zu liegen. Anschließend übergab er das Telefon einem vermeintlichen Arzt. Dieser sagte der Rentnerin, dass ihr Enkel sterben werde, wenn man ihn nicht mit einem noch nicht zugelassenen Medikament behandelt. Dafür seien aber Kosten in Höhe von 150.000 Euro zu begleichen. Die Frau rief ihren richtigen Enkel zurück und bemerkte so den geplanten Betrug noch rechtzeitig.

Ver.di: Besonderer Schutz von Kita-Beschäftigten

16.09 Uhr: In einer Kindertagesstätte beschäftigte Personen müssen nach Ansicht von Ver.di-Chef Frank Werneke besonders geschützt werden. Die beschlossenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Deutschland und das Offenhalten auch der Kitas seien zwar richtig, sagte Werneke. "Ein hoher Anteil der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst zählt aber selbst zu den Risikogruppen." Laut einer Auswertung der Bertelsmann-Stiftung sind fast 18 Prozent der Beschäftigten in Kitas über 55 Jahre.

4453 neue Fälle - Österreich mit Höchstwert

15.55 Uhr: In Österreich hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus einen neuen Höchstwert erreicht. Binnen eines Tages wurden laut Innenministerium 4453 neue Fälle verzeichnet. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl ist die Entwicklung damit deutlich schlechter als in Deutschland. Auch die Auslastung der Klinikbetten stieg markant an.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nannte am Donnerstag erneut eine Zahl von 6000 Neuinfektionen pro Tag als kritischen Wert für eine erneute Verschärfung von Maßnahmen, um eine Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern. Er kündigte für Samstag ein Treffen mit den anderen Parteien und den Ministerpräsidenten an. Danach werde die Öffentlichkeit über etwaige Schritte informiert.

Gesetzliche Regelung für Heimarbeit gefordert

15.25 Uhr: Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert von der Bundesregierung eine gesetzliche Regelung für mobiles Arbeiten im Homeoffice. "Der Wildwuchs mit unbezahlten Überstunden, Entgrenzung von Arbeit und Freizeit, ergonomisch ungesundes Sitzen am Küchentisch oder auf dem Sofa muss ein Ende haben", sagt DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel.

"Mobiles Arbeiten braucht Leitplanken." Dies sei die Bundesregierung den Beschäftigten schuldig, "wenn sie von ihnen erneut verlangt, dass sie über den Herbst von zu Hause aus die Betriebe am Laufen halten".

Altmaier: Kein Abgleiten in längere Rezession

15.19 Uhr: Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rechnet nicht mit einem länger andauernden Wirtschaftsabschwung. Die neuen Corona-Maßnahmen hätten zwar Auswirkungen auf die Wachstumsdynamik. Zugleich sei das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal aber "schneller wieder in Gang gekommen, als wir geglaubt haben", sagt der CDU-Politiker. Die Wirtschaft sei "so robust, dass wir das Abgleiten in eine längere Zeit der Rezession werden vermeiden können".

Tschechien tauscht den Gesundheitsminister

14:45 Uhr: Mitten in der Coronakrise hat Tschechien den Gesundheitsminister ausgewechselt. Präsident Milos Zeman überreichte dem Mediziner Jan Blatny die Ernennungsurkunde. Der 50-Jährige folgt auf Roman Prymula, der sich nur einen Monat im Amt halten konnte.

Der Epidemiologe war von einem Boulevardblatt fotografiert worden, wie er nachts ohne Maske ein Restaurant verließ. Das sorgte in der Öffentlichkeit für großen Unmut. Prymula hatte selbst die Schließung aller Gaststätten angeordnet.

Scholz: Überbrückungshilfen werden überarbeitet

14.32 Uhr: Die Bundesregierung will die Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen überarbeiten. Sie sollen zudem ins Jahr 2021 hinein verlängert werden, wie Bundesfinanzminister Olaf Scholz in Berlin sagte. Die Details würden noch ausgearbeitet, ergänzte Wirtschaftsminister Peter Altmaier.

Insgesamt stehen bis zu zehn Milliarden Euro für neue Hilfen im Zuge von Betriebseinschränkungen zur Verfügung. Damit sollen erstmals auch entfallene Umsätze ausgeglichen werden.

Bayern will Katastrophenfall ausrufen

14.28 Uhr: Wegen der stark steigenden Corona-Infektionszahlen erwägt Bayern bald wieder die Ausrufung des Katastrophenfalls. In den nächsten Tagen könne dies notwendig werden, um auf die "dramatische Entwicklung" besser reagieren zu können, sagte Ministerpräsident Markus Söder.

In Bayern habe sich in den vergangenen neun Tagen die Belegung der Intensivbetten verdoppelt, in einigen Regionen drohten in den kommenden Tagen bereits Kapazitätsengpässe. Es müsse zur Eindämmung der Infektionen eine Reduzierung der Kontakte um 75 Prozent erreicht werden. Andernfalls drohe die Lage außer Kontrolle zu geraten, auch in Bayern.

Einzelne Verkaufsstände statt Weihnachtsmarkt

14.24 Uhr: Weitere Städte in Deutschland haben ihre Weihnachtsmärkte abgesagt. So fällt der übliche Budenzauber nun beispielsweise auch in Stuttgart aus. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt sollen verteilt einzelne Verkaufsstände "in beschränkter Zahl" zugelassen werden, wie ein Sprecher der Stadt mitteilte. Imbiss- und Getränkestände seien dabei nicht erlaubt, lediglich Buden mit weihnachtlichen Angeboten oder Süßwarenhändler, die Waren zum Mitnehmen anbieten.

Schon vorher hatten viele Städte ihre Weihnachtsmärkte abgesagt, darunter auch Nürnberg mit dem weltberühmten Christkindlesmarkt. Andere Städte hielten dagegen vorerst an ihren Plänen fest. Aus Rostock hieß es am Donnerstag lediglich, der dortige Weihnachtsmarkt werde nicht wie geplant am 23. November öffnen können. Ob er komplett ausfällt, blieb unklar.

Tunesien verkündet landesweite Ausgangssperre

13.36 Uhr: In Tunesien beginnt von Montag an wieder eine nächtliche Ausgangssperre im gesamten Land. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums hatte die Situation im Land zuvor als "sehr gefährlich" bezeichnet.

Zusätzlich zu der nächtlichen Ausgangssperre sollen auch Schulen und Moscheen zeitweise geschlossen werden. Künftig sind zudem Zusammenkünfte mit mehr als vier Personen im öffentlichen Raum nicht mehr erlaubt. Cafés und Restaurants müssen um 16 Uhr schließen und Reisen zwischen Regionen sind, bis auf Ausnahmen, untersagt.

Frankreich kündigt Maskenpflicht für Kinder ab sechs Jahren an

12.49 Uhr: Die französische Regierung hat eine Maskenpflicht für Kinder ab sechs Jahren angekündigt. Angesichts der "plötzlichen" und "brutalen" zweiten Ansteckungswelle sei diese Maßnahme notwendig, sagte der französische Premierminister Jean Castex, einen Tag vor Beginn eines landesweiten Lockdowns.

Er rief Arbeitnehmer zudem auf, die ganze Woche im Homeoffice zu arbeiten. Bislang war das Tragen einer Mund-Nasen-Schutz nur für Kinder ab elf Jahren verpflichtend. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Mittwoch angekündigt, dass Schulen und Kitas - anders als bei der ersten Corona-Welle im Frühjahr - geöffnet bleiben würden.

Lockdown für nordgriechische Städte

12.39 Uhr: Die griechische Regierung hat einen Lockdown für die Städte Thessaloniki, Serres und Rodopi angeordnet. Die Maßnahmen ähneln jenen in Deutschland; so sollen Kinder weite zur Schule gehen, aber Versammlungen sind verboten und Restaurants müssen geschlossen bleiben.

Griechenland war im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bisher verhältnismäßig schwach von Corona betroffen, doch in den vergangenen Wochen schnellten die Zahlen in die Höhe. Dennoch erziele man bisher bessere Ergebnisse als andere Länder, sagte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis. "Ich würde sagen, dass wir rund zwei bis drei Wochen hinter der Entwicklung zurückbleiben, die andere europäische Länder derzeit erleben."

Schwesig für Reisebeschränkungen innerhalb Deutschlands

12.11 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat sich für Reisebeschränkungen innerhalb Deutschlands ausgesprochen, um die hohen Infektionszahlen mit dem Coronavirus zurückzudrängen. Sie sei überzeugt, dass es besser sei, für Gebiete mit hohen Inzidenzen Regeln zu haben.

Die Diskussion um Reisebeschränkungen für Menschen aus Gebieten mit mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen solle noch einmal aufgenommen werden. Dabei sollten auch Familienbesuche einbezogen werden.

3200 Soldaten im Corona-Einsatz

12.11 Uhr: Die Bundeswehr hat inzwischen etwa 3200 Soldaten zur Unterstützung von Ländern und Kommunen in der Corona-Pandemie eingesetzt. In den vergangenen beiden Wochen sei die Nachfrage rapide gestiegen, sagte Generalleutnant Martin Schelleis beim Besuch in einem Altenheim im sächsischen Freital, wo mehrere Soldaten die Arbeit des Pflegepersonals unterstützen.

Die Streitkräfte sind demnach für weitere Aufgaben gerüstet. "Wir haben ein Kräftekontingent von 15.000 Soldatinnen und Soldaten seit Frühjahr in Bereitschaft", sagte Schelleis. Es gebe noch eine ganze Reihe von Dingen, die die Bundeswehr machen könnte: "Aber wir werden ja nicht von uns aus aktiv, sondern wir stehen bereit, wenn wir angefordert werden."

Ischgl: Österreich bestreitet Schuld der Behörden

12:09 Uhr: Im Justizstreit über das Corona-Krisenmanagement im österreichischen Ischgl hat der Staat jegliches schuldhaftes Handeln der Behörden bestritten. Die Gesundheitsbehörden hätten "zu jedem Zeitpunkt sämtliche dem Ermittlungsstand entsprechenden, erforderlichen und durch die bestehende Rechtslage zur Verfügung stehenden Maßnahmen unverzüglich gesetzt", heißt es in einer Klagebeantwortung der Finanzprokuratur als Vertreterin des Staates.

Der Verbraucherschutzverein (VSV), der die Interessen der Opfer vertritt, reagiert entsetzt. "Diese Klagebeantwortung ist eine ungeheuerliche Täter-Opfer-Umkehr und wir werden die falschen Darstellungen Punkt für Punkt widerlegen", sagte VSV-Vorsitzender Peter Kolba. Über die anfangs eingebrachten vier Klagen hinaus würden weitere folgen. Mit einem Gerichtstermin sei voraussichtlich aber erst zu Beginn 2021 zu rechnen.

Spanien steht vor einem sechsmonatigen Lockdown

11.50 Uhr: Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa warnt vor "sehr schweren Monaten" zum Auftakt einer Parlamentsdebatte über eine umstrittene Verlängerung des Corona-Notstands um sechs Monate. Nach Medienberichten wird der Antrag der linken Minderheitsregierung trotz aller Kritik aus verschiedenen Sektoren mit rund 190 der insgesamt 350 Stimmen angenommen werden. Die Abstimmung wird nicht vor 19 Uhr erwartet.

Mehr als 20.000 Neuinfektionen - Höchstwert in Polen

11.18 Uhr: In Polen melden die Behörden 20.156 Neuinfektionen binnen eines Tages und damit einen neuen Rekord. Damit hat sich die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle in weniger als einem Monat auf mehr als 300.000 verdreifacht. 301 weitere Menschen sind binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.

Jens Spahn mit neuem Blick auf die Pandemie

11.12 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat durch seine eigene Corona-Erkrankung einen anderen Blick auf die Pandemie gewonnen. Die Erfahrung habe ihn "demütig" gemacht, sagte der CDU-Politiker in einem Telefoninterview im WDR. Es gehe ihm selbst gut, er habe nur leichte Erkältungssymptome. Spahn ist derzeit in häuslicher Quarantäne.

Er verteidigte auch die bis Ende November vereinbarten harten Maßnahmen gegen die Pandemie. Das sei eine schwere Zeit für die Betroffenen, aber Kontakte müssten unbedingt verringert werden, sagte der CDU-Politiker. Die Infektionszahlen stiegen gerade bei den Älteren wieder rasant. "Ich will nicht warten, bis die Intensivstationen überfüllt sind", sagte er. "Wenn sie überfüllt sind, ist es zu spät."

Ausbildungsmarkt: "Keinen Jahrgang Corona"

10.59 Uhr: Die Bundesagentur für Arbeit (BA) zieht trotz der Corona-Pandemie eine positive Bilanz für den Ausbildungsmarkt. "Es hat keinen Jahrgang Corona gegeben", sagt BA-Chef Detlef Scheele. Rechnerisch habe es bis Ende September mehr betriebliche Lehrstellenangebote gegeben als gemeldete Bewerber. Für das kommende Jahr sehe es aber schwieriger aus, da die Angebote der Betriebe zögerlich seien. "Wir starten unter schwierigeren Bedingungen als im letzten Jahr", sagt Scheele. "Wer jetzt nicht ausbildet, guckt irgendwann in die Röhre."

Österreich plant nächtliche Ausgangsbeschränkungen

10.32 Uhr: Die österreichische Regierung plant Medienberichten zufolge zur Eindämmung der Corona-Pandemie nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Die Ausgangsbeschränkung soll bis zu vier Wochen gelten.

Auch andere Medien berichten, dass weitere Verschärfungen der Maßnahmen bevorstehen. Eine Erklärung von Kanzler Sebastian Kurz wird nach einem Treffen mit Experten gegen 14 Uhr erwartet.

Arbeitslosigkeit im Oktober gesunken

10.07 Uhr: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist ungeachtet steigender Corona-Infektionszahlen im Oktober vor allem saisonbedingt noch einmal zurückgegangen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Oktober 2,760 Millionen Menschen arbeitslos, 87.000 weniger als noch im September, aber 556.000 mehr als im Oktober 2019. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum September um 0,2 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent.

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Studie: Corona vergrößert soziale Ungleichheit

10.04 Uhr: Die Corona-Pandemie vergrößert einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zufolge die soziale Ungleichheit in Deutschland. Erwerbstätige mit niedrigen Einkommen, Minijobber und Leiharbeiter sowie Menschen mit Migrationshintergrund seien überdurchschnittlich oft von Einkommensverlusten durch die Krise betroffen. Zudem müssten Eltern öfter Einkommensverluste verkraften als Kinderlose.

VW-Konzern hat Einbruch vorerst überwunden

09.48 Uhr: Der VW-Konzern bekommt die Folgen des Corona-Einbruchs zusehends besser in den Griff. Nach den drastischen Rückgängen des Frühjahres meldete der weltgrößte Autohersteller für die Monate Juli bis September wieder eine stabilere Entwicklung.

Ein Mitarbeiter im Volkswagenwerk in Zwickau komplettiert einen VW

Ein Mitarbeiter im Volkswagenwerk in Zwickau komplettiert einen VW

Foto:

Hendrik Schmidt / DPA

Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn pendelte sich im dritten Quartal bei knapp 2,6 Milliarden Euro ein. Zwischen April und Juni war die Volkswagen-Gruppe hier noch auf einen Verlust von rund 1,6 Milliarden Euro abgesackt. Auch beim Umsatz, bei den Auslieferungen und im laufenden Geschäft entspannte sich die Lage. Verglichen mit den Vorjahreswerten macht sich die Pandemie wegen der zurückhaltenden Nachfrage der Kunden aber weiter deutlich bemerkbar.

Jetzt: Debatte im Parlament im Livestream

09.48 Uhr: Die Aussprache im Bundestag läuft. Live verfolgen können Sie diese hier:

Merkel: Europa diesmal besser vorbereitet

09.46 Uhr: Angela Merkel verweist auf die dramatische Lage in anderen EU-Staaten, die mit einem rasanten Anstieg der Neuinfektionen zu kämpfen hätten. Die Kanzlerin betont aber, Europa sei diesmal besser vorbereitet als im Frühjahr, um die Einschränkungen für den europäischen Binnenmarkt so gering wie möglich zu halten.

Montgomery: "Auf den allerletzten Drücker"

09.32 Uhr: Aus Sicht des Vorsitzenden des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, kommen die neuen Corona-Maßnahmen sehr spät. "Nach meiner Auffassung kommen sie auf den allerletzten Drücker. Ich frage mich auch, warum wir dem Virus jetzt noch bis Montag Zeit geben müssen", sagte der Mediziner dem SWR.

Montgomery sagte, im Prinzip reichten die AHA-Regeln aus, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Doch er gab zu bedenken: "Die Menschen sind zu unvernünftig. Ich frage mich, was noch geschehen muss, damit man manchen Menschen die Lektion beibringt, dass dieses Virus bisher nicht durch eine Therapie behandelt werden kann, dass wir nur durch Prävention, nur durch kluges Verhalten diesem Virus Paroli bieten können."

Epidemiologe: Fehlendes Bekenntnis für Risikogruppen bereitet Sorgen

09.24 Uhr: Bei den Maßnahmen gegen eine unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus fehlt dem Epidemiologen Gérard Krause ein Bekenntnis zum Schutz von Menschen mit höherem Risiko.

+++Hamburger Intensivmediziner: Situation ist "absolut besorgniserregend" +++

06.52 Uhr: Der Leiter der Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) warnt vor einer Überlastung der Krankenhäuser und Intensivstationen. In Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen seien einige Kliniken schon gut mit Covid-19-Patienten belegt, andere Erkrankte würden bereits verdrängt, sagte Stefan Kluge. Eine Reihe von Krankenhausmitarbeitern habe sich infiziert.

Die starke Zunahme der Corona-Infektionen ist nach Ansicht Kluges, "absolut besorgniserregend". "Wir müssen diesen Trend stoppen, die Politik muss handeln", sagte er mit Blick auf die neuen Kontaktbeschränkungen. "Uns bleibt keine andere Wahl."

Ein Blick auf die derzeit nur langsam steigende Zahl der Todesopfer tauge nicht zur Einschätzung der aktuellen Lage. "Wir müssen auf die Zahl der Intensivpatienten gucken. Dann wissen wir, wohin die Reise geht", sagte Kluge. Derzeit gehe die Kurve steil nach oben. Es dauere im Schnitt zehn Tage, bis Patienten mit Symptomen auf die Intensivstation verlegt werden müssten. Die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation bei beatmeten Patienten beträgt nach Angaben von Kluge zwei bis drei Wochen, Todesfälle träten meistens erst im Verlauf auf. Das bedeute, dass sich die Zahl der Neuinfektionen erst mit einer Verzögerung von drei bis vier Wochen auf die Zahl der Todesfälle auswirke.

Kanzleramtsminister Braun verteidigt Maßnahmen

08.36 Uhr: Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat um Verständnis für den bundesweiten Shutdown im Kampf gegen die Coronakrise geworben. Das Maßnahmenpaket sei gut, müsse aber auch von der Bevölkerung mitgetragen werden, sagte Kanzleramtsminister Helge Braun im ARD-"Morgenmagazin".

Durch die im vergangenen halben Jahr zeitweise relativ niedrigen Infektionszahlen in Deutschland hätten sich viele in Sicherheit geglaubt, sagte der Politiker. Die zweite Welle der Pandemie sei aber in der Lage, "binnen sechs Wochen die Krankenhäuser zu füllen und das Gesundheitssystem zu überlasten". Er sei jedoch zuversichtlich, dass mit dem Maßnahmenpaket ein Gesundheitsnotstand in Deutschland verhindert werden könne.

Auch wirtschaftlich ist es ihm zufolge sinnvoll. Dort, wo die Infektionszahlen höher seien, seien auch die wirtschaftlichen Einbrüche höher, sagt er. "Zu glauben, dass kein Lockdown bedeutet, es läuft wirtschaftlich besser, ist wahrscheinlich komplett falsch." Die Maßnahmen seien so bemessen, dass man davon ausgehe, "genau diesen November" zu brauchen. Ziel sei es, im Dezember wieder "mehr wirtschaftliches Leben" und vor allem "mehr private Kontakte in der Weihnachtszeit" möglich zu machen.

Marshallinseln melden erste Corona-Fälle seit Pandemiebeginn

08.17 Uhr: Sie galten als eines der letzten Coronavirus-freien Länder der Welt: Die Marshallinseln haben ihre ersten Infektionsfälle gemeldet. Zwei Mitarbeiter einer US-Heeresgarnison auf dem Kwajalein-Atoll seien positiv auf das Virus getestet worden, teilte die Regierung des Inselstaats am Mittwochabend mit. Sie seien am Dienstag mit einem Militärflug aus Hawaii eingetroffen.

Die 35-jährige Frau und der 46-jährige Mann hätten während ihrer Zeit auf den Marshallinseln keinen Kontakt zur Bevölkerung gehabt, teilte die Regierung weiter mit.

Die Marshallinseln, eine Gruppe von Inseln und Atollen im Pazifik zwischen Australien und Hawaii, hatten Anfang März ihre Grenzen geschlossen. Aufgrund der schlechten Gesundheitsinfrastruktur des Landes fürchtete die Regierung, das Land könnte besonders anfällig für die Corona-Pandemie sein.

Seit Juni wurden die Beschränkungen leicht gelockert und die Grenzen für einige Reisende - meist Mitarbeiter von US-Militärstützpunkten - in Verbindung mit einer strikten dreiwöchigen Quarantäne wieder geöffnet.

Hotel- und Gastronomiebranche fordert Entschädigung

08.03 Uhr: Der Hotel- und Gastroverband Dehoga hat angesichts der erneuten Schließungen von Bars, Kneipen und Restaurants schnelle und unbürokratische Hilfen gefordert. "Es ist mehr als konsequent, dass hier eine Entschädigung erfolgt, wenn unsere Branche geschlossen wird, damit die allgemeine Wirtschaft keinen Lockdown erfährt und Schulen geöffnet bleiben", sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges der Nachrichtenagentur dpa. "Es ist nun wichtig, dass diese Hilfen für alle Unternehmen in Gastronomie, Hotellerie und Cateringwirtschaft schnell und unbürokratisch zur Verfügung gestellt werden."

Zudem komme es darauf an, wie sorgfältig die Landesregierungen die am Vortag gefassten Beschlüsse der Bundesregierung und der Länderchefs umsetzten. "Das muss besser gemacht werden als die Beherbergungsverbote und Sperrstundenregelungen, die vielfach von Gerichten kassiert wurden", sagte Hartges. "Ich wünsche mir einheitliche und klare Regeln." Auch Klagen gegen die Verordnungen schloss sie nicht aus. Doch bevor darüber entschieden werde, sei es ratsam, "die Verordnungen der Länder abzuwarten und noch wichtiger: die Details der finanziellen Entschädigungsregelungen des Bundes zu kennen."

Kubicki: "Ich halte die aktuellen Beschlüsse in Teilen für rechtswidrig

07.51 Uhr: Die FDP will die neuen Anti-Corona-Maßnahmen in Deutschland nicht ohne weitere Diskussion mittragen. Die Ministerpräsidenten hätten zum Teil unabgestimmt gehandelt, sagte ihr Parlamentarischer Geschäftsführer im Bundestag, Marco Buschmann, im ARD-"Morgenmagazin". "Wir werden das jetzt nacharbeiten müssen." Buschmann wandte sich dagegen, "das ganze Land über einen Kamm zu scheren". 

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki hat Betroffene aufgerufen, rechtliche Mittel gegen stark einschneidende Corona-Maßnahmen einzulegen. "Ich halte die aktuellen Beschlüsse in Teilen für rechtswidrig. Wenn die Runde der Regierungschefs Maßnahmen verabredet, die bereits mehrfach von Gerichten aufgehoben wurden, wie das Beherbergungsverbot, dann ignorieren die Beteiligten bewusst die Gewaltenteilung", sagte Kubicki der "Rheinischen Post" .

Spahn verteidigt Corona-Maßnahmen

07.42 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat in einem Interview über seine Covid-19-Erkrankung gesprochen. Die Erfahrung habe ihn "demütig" gemacht, sagte der CDU-Politiker im WDR. Spahn stellte sich dort für eine halbe Stunde den Fragen der Zuhörer.

Es gehe ihm selbst gut, er habe nur leichte Erkältungssymptome. Die Arbeit seines Gesundheitsamtes vor Ort habe er als professionell und unaufgeregt empfunden, sagte der Minister. Spahn ist derzeit in häuslicher Quarantäne.

Der Minister verteidigte die vom Bund und den Ländern bis Ende November vereinbarten harten Maßnahmen gegen die Pandemie. Das sei eine schwere Zeit für die Betroffenen, aber Kontakte müssten unbedingt verringert werden. Die Infektionszahlen stiegen gerade bei den Älteren wieder rasant. "Ich will nicht warten, bis die Intensivstationen überfüllt sind", sagte er. "Wenn sie überfüllt sind, ist es zu spät."

Der Blick in Nachbarländer wie Belgien oder die Niederlande zeige, dass Infektionszahlen auch entgleiten könnten. Deutschland habe eine gute Chance, den richtigen Zeitpunkt für die Bekämpfung der Pandemie zu treffen.

Wieder gewaltsame Proteste in Italien

07.27 Uhr: In Italien ist es am Mittwochabend in mehreren Städten zu neuen Protesten gegen die verschärften Corona-Bestimmungen gekommen. In der norditalienischen Stadt Verona gingen nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa rund 500 Menschen teils aus dem rechtsradikalen Spektrum auf die Straße.

Sie warfen mit Glas und kippten vor Lokalen Tische und Stühle um. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt. Ebenfalls am Mittwochabend wurde ein Mitarbeiter eines italienischen TV-Senders bei gewalttätigen Protesten in Palermo auf Sizilien verletzt, wie Ansa berichtete. Dort sei es nach einer Demonstration von Lokalbesitzern gegen die Beschränkung ihrer Öffnungszeiten zu Flaschenwürfen und dem Abschießen von Feuerwerkskörpern gekommen. Auch andernorts gab es vereinzelt Kundgebungen. Die Polizei habe von einigen Beteiligten die Personalien aufgenommen.

Bereits seit dem Wochenende war es in Italien bei Demonstrationen gegen die Regierung mehrfach zu Gewalt gekommen. Politiker machten unter anderem Neofaschisten und jugendliche Straftäter für die Übergriffe verantwortlich.

US-Pharmakonzern Gilead steigert dank Remdesivir Umsatz um fast 900 Millionen Dollar

06.30 Uhr: Das zur Behandlung von Corona-Patienten genutzte antivirale Medikament Remdesivir hat den Umsatz des US-Pharmaunternehmens Gilead im dritten Quartal um fast 900 Millionen Dollar (766 Millionen Euro) gesteigert. Der Konzern meldete am Mittwoch einen 17-prozentigen Anstieg der Einnahmen auf 6,6 Milliarden Dollar. Das Medikament, das unter dem Namen Veklury verkauft wird und ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt wurde, war vergangene Woche in den USA offiziell zur Corona-Behandlung zugelassen worden.

Auch die EU und andere Staaten haben für Remdesivir ebenfalls bereits bedingte Marktzulassungen erteilt, obwohl es Streit um die Wirksamkeit des Mittels gibt. Remdesivirs Nutzen besteht US-Studien zufolge insbesondere in einer statistisch signifikanten Verkürzung der Genesungszeit von Covid-19-Patienten. Eine Verringerung der Sterblichkeitsrate durch das Medikament konnte nicht nachgewiesen werden. US-Präsident Donald Trump wurde während seiner Covid-19-Erkrankung unter anderem mit Remdesivir behandelt.

Eine vergangene Woche veröffentlichte Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO kam zu dem Schluss, dass Remdesivir keine oder nur geringe Auswirkungen auf die Sterblichkeit oder die Länge des Krankenhausaufenthalts von Corona-Patienten habe. Allerdings wurden die Daten noch nicht von Fachkollegen begutachtet oder in einem Fachmagazin veröffentlicht.

Impfkommission rechnet erst 2022 mit Durchimpfung der Bevölkerung

06.28 Uhr: Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut rechnet erst in 2022 mit einer umfassenden Impfung der Bevölkerung gegen das Corona-Virus. "Auch wenn es bald Impfstoffe gibt, wird die Impfung der gesamten Bevölkerung Ende 2021 meines Erachtens noch nicht abgeschlossen sein", sagt der Virologe Thomas Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Wenn man rein rechnerisch etwa pro Tag 100.000 Menschen impfen könnte - was bereits eine Herausforderung sei - brauche man 150 Tage, um 15 Millionen Menschen zu impfen, sagte Mertens. Auch werde es seiner Ansicht nach längere Zeit dauern, bis durch die Impfung eine spürbare Veränderung des Infektionsgeschehens deutlich wird.

Corona-Maßnahmen: SPD will mehr Demokratie wagen

06.17 Uhr: Erneut wurden Corona-Maßnahmen ohne die Parlamente beschlossen. In der SPD regt sich Widerstand - verbunden mit der Warnung, Gerichte könnten die Regeln wieder kippen. Lesen Sie hier mehr dazu.

EU-Gipfel berät über gemeinsame Linie gegen zweite Corona-Welle

06.06 Uhr: Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen am Donnerstag (18.30 Uhr) über eine gemeinsame Linie im Kampf gegen die zweite Corona-Welle beraten. Bei einer Videokonferenz soll es vor allem um Test- und Impfstrategien sowie die Verfolgung von Kontaktpersonen gehen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihre Kollegen hatten bei ihrem EU-Gipfel vor zwei Wochen vereinbart, in der Pandemiebekämpfung künftig enger zusammenzuarbeiten.

Diplomaten zufolge soll es bei den Beratungen am Donnerstag unter anderem um den Einsatz neuer Antigen-Schnelltests sowie die gegenseitige Anerkennung der Tests etwa bei innereuropäischem Reisen gehen. Zudem soll darüber beraten werden, wie und in welchem Umfang die EU-Staaten einander in der Krise helfen können.

Auch mit Blick auf einen möglichen Impfstoff gegen das Coronavirus sollen einige Fragen diskutiert werden. Dabei geht es etwa um Kriterien für die Verteilung auf die EU-Staaten oder um die Frage, wer zuerst geimpft werden soll. Bereits an diesem Mittwoch hatte die EU-Kommission Vorschläge für den Kampf gegen die zweite Corona-Welle vorgelegt.

16.774 Neuinfektionen in Deutschland

05.19 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet  erstmalig über 16.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland. Die Gesundheitsämter verzeichneten 16.774 Ansteckungsfälle binnen 24 Stunden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion steigt um 89 auf 10.272. Insgesamt haben sich 481.013 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt.

Der bisherige Rekordwert vom Vortag lag bei 14.964 Fällen. Am Donnerstag vor einer Woche hatten die Gesundheitsämter 11.287 Neuinfektionen gemeldet. Damit hatte der Wert erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland die Marke von 10.000 überschritten.

Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Mittwoch bei 1,03 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass ein Infizierter etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt.

Indien hat nun über acht Millionen Fälle

04.30 Uhr: Mit 49.881 Neuinfektionen hat Indien die Schwelle von acht Millionen Coronavirus-Fällen überschritten, wie Daten des indischen Gesundheitsministeriums zeigen. Die zweitbevölkerungsreichste Nation der Welt hat auch die zweithöchste Zahl an Infektionen nach den Vereinigten Staaten, die 8,8 Millionen Fälle verzeichnen.

Uno und Weltbank dringen auf offene Schulen trotz Corona

03.30 Uhr: Die Vereinten Nationen und die Weltbank haben sich für eine Beibehaltung des Schulbetriebs während der Corona-Pandemie trotz der Infektionsrisiken ausgesprochen. In einem am Mittwoch veröffentlichten gemeinsamen Bericht wiesen Uno und Weltbank auf die negativen Auswirkungen des Lockdowns im Frühjahr auf die Bildung von Kindern hin - vor allem in ärmeren Ländern.

Demnach wurde Kindern in armen Ländern zu Beginn der Pandemie bis zu vier Monate schulischer Ausbildung vorenthalten, während Kinder aus reichen Nationen vom Homeschooling profitierten und etwa sechs Wochen Unterricht verpassten.

In Ländern mit überwiegend niedrigen und mittleren Einkommen seien die Schäden schlimmer, da Kinder weniger Möglichkeiten zum Lernen von zu Hause aus hatten. Zudem sei dort die Wahrscheinlichkeit von Verzögerungen bei der Wiedereröffnung von Schulen höher. Gleichzeitig gebe es weniger Mittel, um die Gesundheitsrisiken in den Schulen zu verringern.

Die Uno-Kulturorganisation Unesco und die Weltbank erklärten, es müsse umgehend in die Schulsysteme investiert werden, um die durch die Pandemie wachsende Kluft zwischen der Bildung in armen und reichen Ländern zu verkleinern. Für den Bericht werteten Unicef, Unesco und Weltbank Informationen aus fast 150 Ländern aus, die zwischen Juni und Oktober gesammelt wurden.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Mehrere Theater verklagen New York City wegen Beschränkungen

03.00 Uhr: Acht kleinere New Yorker Theater haben wegen ihrer anhaltenden Schließung in der Coronavirus-Pandemie geklagt. Die Theater in Manhattan, die alle 199 oder weniger Zuschauerplätze haben, hätten gemeinsam Bürgermeister Bill de Blasio und Gouverneur Andrew Cuomo verklagt, berichtete die "New York Times"  am Mittwoch. Sie argumentieren, dass die Restriktionen in der Pandemie willkürlich verhängt worden seien, weil in der Millionenmetropole beispielsweise Schulen, Casinos, Fitnessstudios und Einkaufszentren bereits wieder öffnen dürfen, Theater aber nicht. Es gäbe für die Theater aber Wege, sicher zu öffnen, argumentieren die Betreiber. Sprecher von de Blasio und Cuomo teilten mit, die Klage zu prüfen.

Die Coronakrise trifft die Kulturbranche der Millionenmetropole, die im Frühjahr eines der weltweiten Epizentren der Pandemie war, seit Monaten hart. Zahlreiche renommierte Institutionen - wie etwa die Metropolitan Opera, die Philharmoniker und die New Yorker Ballettkompanie - haben bereits die komplette Saison abgesagt und planen erst im Herbst 2021 wieder reguläre Auftritte. Die Theater des Broadway haben alle Aufführungen bis einschließlich 30. Mai 2021 abgesagt. Museen dürfen inzwischen unter strengen Auflagen wieder öffnen.

Städte- und Gemeindebund: Corona-Beschlüsse zeigen "Augenmaß"

02.11 Uhr: Der Städte- und Gemeindebund hat die Verschärfung der Corona-Auflagen begrüßt, zugleich aber schnelle finanzielle Hilfen für die betroffenen Betriebe angemahnt. Die Beschlüsse zeigten "Augenmaß", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es sei verhindert worden, dass das Land "in eine Art Halbkoma" versetzt werde, "und es ist richtig, insbesondere Schulen und Kindergärten grundsätzlich weiterhin zu betreiben".

Die von der Regierung angekündigten finanziellen Hilfen müssten insbesondere für die Gastronomiebetriebe schnell und unbürokratisch umgesetzt werden, forderte Landsberg: Die Betriebe dürften nicht aufgeben, "das wäre ein verheerendes Signal für das Leben in unseren Städten".

Post erwartet Jahresrekord von 1,8 Milliarden Paketen

01.25 Uhr: Die Postboten der Deutschen Post werden wegen der Paket-Flut infolge des boomenden Onlinehandels in der Vorweihnachtszeit auch am Abend Pakete austragen. Um die großen Sendungsmengen in der Corona-Zeit für alle sicher zu bewältigen, "arbeiten wir mit mehreren Wellen über den Tag, sodass unsere Zusteller in den kommenden Wochen häufiger auch noch abends klingeln werden", sagte Tobias Meyer, Vorstand der Deutschen Post für den Bereich Post und Pakete, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagsausgaben). Kleinere Pakete sollen auch von Briefträgern zugestellt werden.

Die Deutsche Post DHL rechnet in diesem Jahr aufgrund vermehrter Onlinebestellungen infolge der Corona-Pandemie mit einem neuen Pakete-Rekord. "Fürs Gesamtjahr erwarten wir ein Plus von knapp 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf rund 1,8 Milliarden Pakete", sagte Meyer. In der Vorweihnachtszeit entspreche die Menge der Briefe und Pakete, die dann täglich zugestellt würden, "der Länge eines Güterzugs von Frankfurt am Main nach Düsseldorf." Um den Andrang in der Weihnachtszeit zu bewältigen, sollen bis zum Jahresende 10.000 neue Mitarbeiter eingestellt werden.

Wer sichergehen möchte, dass sein Paket beim Empfänger zum Heiligabend pünktlich ankommt, muss dieses spätestens bis zum 19. Dezember um 12 Uhr abgegeben haben, erklärte Meyer. Für Briefe und Postkarten gelte der 22. Dezember als spätestens Abgabedatum. 

So wird Halloween mit Kindern ein Fest - trotz Corona

01.00 Uhr: In der Pandemie sollen Kinder auf Halloween verzichten. Zehn Tipps für Eltern, die ihren Töchtern und Söhnen trotzdem ein Gruselfest bescheren wollen. Lesen Sie hier mehr:

Macron kündigt erneute Ausgangssperre an - "Zweite Welle tödlicher"

00.40 Uhr: Präsident Emmanuel Macron hat den erneuten Lockdown für Frankreich ausgerufen. Durch die Ausgangssperren solle die Corona-Pandemie eingedämmt werden, die erneut außer Kontrolle zu geraten drohe, so Macron am Mittwoch in einer Ansprache an die Nation.

"Das Virus breitet sich mit einer Geschwindigkeit aus, die nicht einmal die pessimistischsten Prognosen vorhergesagt haben", sagte Macron. Frankreich befinde sich dabei in derselben Situation wie die Nachbarländer: "Überrannt von einer zweiten Welle, von der wir wissen, dass sie härter, tödlicher sein wird als die erste." Er kündigte für Donnerstag eine Debatte und eine Abstimmung im Parlament an.

 Macron sagte, die massiv gestiegenen Infektionszahlen machten ein "brutales Bremsmanöver" unausweichlich. Am Wochenende hatte Frankreich einen neuen Höchststand von täglich mehr als 50.000 Neuinfektionen verzeichnet, am Mittwochabend wurden knapp 36.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Die Zahl der Todesfälle schnellte zuletzt um mehr als 500 nach oben, weil die Behörden erstmals seit vier Tagen wieder Zahlen aus Altenheimen bekannt gaben. Sorgen bereitet der Regierung insbesondere die Lage in den Krankenhäusern.

Die neuen Maßnahmen treten am Freitag in Kraft und sollen bis 1. Dezember gelten. In der Zeit dürfen die Bürgerinnen und Bürger ihre Wohnungen nur noch zum Einkaufen, für Arztbesuche oder für eine Stunde für Sport oder Spaziergänge verlassen. Wenn möglich, sollen die Menschen auch von zu Hause arbeiten. Anders als beim ersten Lockdown im Frühjahr sollen die meisten Schulen geöffnet bleiben.

SPD-Chef sieht in Corona-Beschlüssen "ermutigendes Signal"

00.30 Uhr: SPD-Chef Norbert Walter-Borjans sieht in den Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern ein "ermutigendes Signal". Bei früheren Beschlüssen habe es nervende Profilierungswettläufe und schwer verständliche Flickenteppichlösungen gegeben, sagte Walter-Borjans am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Diesmal hätten die Verantwortlichen das Zeichen gesetzt: "Gemeinsam können wir Corona besiegen."

Jetzt komme es auf die Bürgerinnen und Bürger an. "Wir alle müssen unseren Teil dazu beitragen, dass das Coronavirus zurückgedrängt und ein dramatischer Gesundheitsnotstand abgewendet wird", sagte der SPD-Chef. Es lohne sich, zu Hause zu bleiben. Der Freizeit-Lockdown habe ein absehbares Ende.

Bislang mehr als 5000 Corona-Fälle bei VereinteNationen

00.20 Uhr: Bei den Vereinten Nationen hat es seit Beginn der Pandemie weltweit bislang mehr als 5000 Corona-Fälle gegeben. Mindestens 5325 Infektionen mit dem Virus seien bislang verzeichnet worden, sagte ein Uno-Sprecher am Mittwoch in New York. 64 Menschen im Dienst der Uno seien bislang nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. In der Hauptverwaltung der Uno in New York habe es bislang mindestens 130 Fälle gegeben. Die Vereinten Nationen haben weltweit mehrere Zehntausend Mitarbeiter, dazu kommen die Mitarbeiter und Beteiligten der Unterorganisationen.

Das Uno-Hauptquartier in New York ist derzeit wegen einiger Corona-Infektionen lahmgelegt. Nachdem mindestens fünf Mitarbeiter eines Mitgliedstaates positiv getestet wurden, wurden alle persönlichen Treffen diverser Gremien auf dem Gelände am East River zunächst bis zum Ende der Woche abgesagt. Das Mitgliedsland arbeite derzeit eng mit dem medizinischen Personal der Uno zusammen, unter anderem um die Kontaktnachverfolgung zu gewährleisten, sagte der Uno-Sprecher.

Diplomatenkreisen zufolge handelt es sich um einen Ausbruch in der Uno-Vertretung Nigers. Das afrikanische Land ist Mitglied des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, in dem auch Deutschland sitzt.

Fast 4000 Neuinfektionen in Portugal - Krisensitzung der Regierung

00.15 Uhr: Portugal hat einen Rekord an Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Binnen 24 Stunden seien in dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern 3960 Ansteckungen erfasst worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Mittwoch in Lissabon mit. Wegen der rapide steigenden Zahlen berief Ministerpräsident António Costa für Samstag eine Sondersitzung seines Kabinetts ein. Dabei werde man über neue Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie beraten, teilte die sozialistische Regierung mit. Die Lage sei "kritisch", sagte der für Gesundheit zuständige Staatssekretär António Lacerda Sales.

Madrid kontrolliert an Allerheiligen mit Drohnen Corona-Regeln auf Friedhöfen

00.10 Uhr: Mit Drohnen wollen die Behörden in Madrid an Allerheiligen die Einhaltung der Corona-Regeln auf den zwei größten Friedhöfen der spanischen Hauptstadt kontrollieren. Aufgrund der Pandemie wurden die Besucherkapazitäten auf den Friedhöfen um die Hälfte reduziert, wie das Rathaus am Mittwoch mitteilte. Besuchergruppen dürfen demnach aus maximal sechs Menschen bestehen. Diese müssen die Abstandsregeln einhalten.

"Wir können nicht zulassen, dass sich Menschenmassen innerhalb oder außerhalb der Friedhöfe bilden", sagte Madrids Bürgermeister José Luiz Martínez-Almeida vor Journalisten. Neben den Drohnen sollen ab dem 30. Oktober drei Tage lang bis zu 300 Polizisten auf den Friedhöfen eingesetzt werden. Das sind etwa 20 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Polizei in Madrid Drohnen verwendet, um die Corona-Regeln zu überwachen: Als im März ein landesweiter Lockdown verhängt wurde, nutzte die Polizei auf Drohnen montierte Lautsprecher, um die Menschen in Parks und auf Plätzen über die Maßnahmen zu informieren.

"Große Enttäuschung": Dehoga prüft rechtliche Schritte gegen Lockdown

00.05 Uhr: Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) prüft rechtliche Schritte gegen den Beschluss von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Das kündigte Sachsen-Anhalts Dehoga-Chef Michael Schmidt im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur an. "Es ist eine große Enttäuschung, das ist wirklich dramatisch für uns", sagte Schmidt. "Wir sind nicht der Treiber der Pandemie." Klagen könnten nur die Gastronomen selbst. Die Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges sagte am Abend in der ARD, es hätten sich schon Mitglieder gemeldet, die klagen wollten.

Zuvor hatten sich die 16 Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung auf einen befristeten Shutdown verständigt. Der sieht unter anderem vor, dass Restaurants im November wie schon im Frühjahr nur noch Speisen außer Haus verkaufen dürfen. Hotels dürfen außerdem nur noch Geschäftsreisende beherbergen. Die Regelungen sollen am Montag in Kraft treten und zunächst bis Ende November gelten. Die betroffenen Betriebe sollen vom Bund entschädigt werden und bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes aus dem November 2019 erstattet bekommen.

Auch das stimmt Dehoga-Landeschef Schmidt nur mäßig optimistisch. "Die Soforthilfen im Frühling kamen am Ende auch deutlich später an, als ursprünglich gedacht." Bei den neuen Hilfen komme es auf jeden Tag an. Bei den Mitgliedern seines Verbandes würden nun die Existenzängste aus dem Frühling wiederkommen.

mas/bbr/ngo/hej/kfr/dpa/AFP/Reuters/AP
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