Corona-News am Freitag Schwedens Premier verteidigt seine Politik

Schweden ist stärker von der Corona-Pandemie betroffen als seine Nachbarn Norwegen und Finnland. Premier Löfven ist dennoch von seiner Strategie überzeugt. Und: Söder spricht sich für bundesweit einheitliche Regeln aus. Die News im Überblick.
Der schwedische Sonderweg: Menschen im April in einem Café in Stockholm

Der schwedische Sonderweg: Menschen im April in einem Café in Stockholm

Foto: Ali Lorestani / dpa

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Schwedens Premier verteidigt Corona-Politik

23.00 Uhr: Schweden verfolgt beim Kampf gegen das Coronavirus nach Überzeugung von Premier Stefan Löfven die richtige Strategie. Anders als die meisten anderen Länder in Europa gab es in Schweden bislang keinen strikten Lockdown.

Bislang sind in Schweden mehr als 5800 Menschen an einer Coronainfektion gestorben. Das Land ist damit deutlich stärker betroffen als seine Nachbarn Norwegen, Dänemark und Finnland.

"Ich glaube daran, dass die Strategie, die wir anwenden, die richtige ist", sagte Löfven in einem Interview mit der Tageszeitung "Dagens Nyheter". Man habe die Menschen geschützt und die Ausbreitung der Infektion begrenzt.

In Schweden wurden trotz der Pandemie die Schulen nicht geschlossen. "Inzwischen gibt es einige Leute, die denken, dass wir damit richtig lagen", sagte der Premier.

Demo zum Gedenken an rassistischen Anschlag in Hanau abgesagt

20.45 Uhr: Wegen einer "stark steigenden Zahl" von Corona-Infektionen hat die Stadt Hanau eine für Samstag geplante Demonstration zum Gedenken an die Opfer des rassistischen Anschlags mit neun Toten abgesagt. "Sobald die Infektionsfälle wieder deutlich zurückgegangen sind, holen wir diese Trauerbekundung selbstverständlich nach", sagte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) laut einer Mitteilung vom Abend. 

Zum Gedenken an die Opfer des Anschlags mit neun Toten vor einem halben Jahr wollten am Samstag Tausende Menschen in der hessischen Stadt auf die Straße gehen. Veranstalter und Polizei hatten zwischen 3000 und 5000 Teilnehmer erwartet.

Der Main-Kinzig-Kreis habe dem Oberbürgermeister mitgeteilt, "dass die Zahl der Neuinfizierten je 100.000 Einwohner im 7-Tage-Rückblick in Hanau auf 49 hochgeschnellt ist". Er sei "geschockt über die rasante Infektionsentwicklung". Damit sei die Schwelle für konsequente Beschränkungen erreicht.

Auswärtiges Amt spricht Reisewarnung für Brüssel aus

Atomium in Brüssel: Für die belgische Hauptstadt gilt eine Reisewarnung

Atomium in Brüssel: Für die belgische Hauptstadt gilt eine Reisewarnung

Foto: Geert Vanden Wijngaert/ AP

19.55 Uhr: Das Auswärtige Amt weitet seine Reisewarnung für Teile von Belgien auf die Hauptstadt Brüssel aus. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Hauptstadt Brüssel und in die Provinz Antwerpen wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt, heißt es auf der Internetseite  dazu.

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber in Deutschland eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sich Reisende in häusliche Quarantäne begeben. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, dass es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Söder gegen weitere Lockerungen

19.50 Uhr: "Wir können doch nicht im Ernst in der Situation weitere Lockerungen beschließen", sagte CSU-Chef Markus Söder dem Deutschlandfunk angesichts steigender Infektionszahlen. Der bayerische Ministerpräsident äußerte sich hinsichtlich geplanter Lockerungen in anderen Bundesländern. Er kritisierte zudem, dass Deutschland bei der Einschätzung der Risikogebiete verglichen mit anderen Ländern den tatsächlichen Infektionen zwei Wochen hinterher hinke.

Wie bereits Vertreter anderer Bundesländer sprach Söder sich für bundeseinheitliche Regelungen zur Maskenpflicht und bei Bußgeldern für Verstöße dagegen aus. Er kündigte an, bei der Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am kommenden Donnerstag auch über eine bundesweit einheitliche Grenze für Personenzahlen bei Privatveranstaltungen sprechen zu wollen, wie sie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgeschlagen habe.

Söder sagte zudem, für ihn stehe im Raum, dass die Maskenpflicht verstärkt werden müsse. Als Beispiel nannte er die Frage, ob es wie in Nordrhein-Westfalen auch im Schulunterricht eine Verpflichtung zum Tragen gebe. In Bayern werde das Anfang September im Kabinett auch diskutiert.

WHO: Corona muss auch im Umfeld von Schulen bekämpft werden

19.05 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation WHO mahnt, dass das Coronavirus nicht nur in Schulen selbst, sondern auch im Umfeld der Kinder und Jugendlichen rigoros bekämpft werden müsse. Sonst könne es sich schnell in Schulen ausbreiten. "Es ist wirklich entscheidend, dass wir Ausbrüche und Übertragungen in der Umgebung von Schulen unter Kontrolle bringen", sagte die Covid-19-Beauftragte Maria van Kerkhove. Die WHO werde in den nächsten Tagen Empfehlungen für das Tragen von Masken in Schulen herausgeben. WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan sagte, gleichzeitig müssten Schülerinnen und Schüler auch Abstand wahren, und je nach Räumlichkeiten sei es vielleicht auch nötig, kleinere Klassen zu bilden.

Bundesländer erwägen schärfere Corona-Maßnahmen

18.12 Uhr: Mehrere Bundesländer wollen bei weiter steigenden Infektionszahlen offenbar die Corona-Maßnahmen besonders gegen Partys und Feste wieder verschärfen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" ("FAS"). Demnach kommen Forderungen nach möglichst einheitlichen, schärferen Maßnahmen aus Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Berlin. Die Ministerpräsidenten der Länder wollen am kommenden Donnerstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Videokonferenz über die Corona-Lage und gegebenenfalls notwendige Konsequenzen beraten.

"Private Feiern sind eine sehr große Gefahr", sagte die brandenburgische Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) der Zeitung. Sollte die Zahl der Infektionen weiter im jetzigen Tempo ansteigen, drohten abermals "harte Kontaktbeschränkungen". Das sollte allen bewusst sein. "Wenn wir merken, dass die Eigenverantwortung nicht weit genug geht, werden wir wieder stärker einschränken müssen", sagte auch der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) mit Blick auf private und öffentliche Feste. "Jede Öffnung, die wir machen, kommt dem Ritt auf der Rasierklinge gleich", warnte er. Notfalls müsse und könne das Land "nachsteuern".

Patientenschützer kritisieren Blanko-Atteste zur Befreiung von Maskenpflicht

18.02 Uhr: Scharfe Kritik an der Ausstellung von Corona-Blanko-Attesten durch einige Ärzte hat der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, geübt. "Fake-Atteste sind nicht zu akzeptieren", sagte Brysch. Die beteiligten Ärzte diskreditierten durch ihr Verhalten den ganzen Berufsstand. Die Polizeiinspektion Münster hatte berichtet, dass einige Menschen zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln Atteste vorzeigten, die sie angeblich vom Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes befreiten. Nachforschungen ergaben demnach aber, dass diese einfach Blanko-Atteste aus dem Internet heruntergeladen hatten, die Ärzte offenbar für diesen Zweck bereitstellen.

"Das medizinisch Notwendige darf nicht einer politischen Ideologie untergeordnet werden", sagte dazu Brysch. Er forderte die Ärzteverbände auf, sie sollten "endlich ihre schwarzen Schafe direkt ansprechen". Auch die Bundespolizei warnte vor dem Gebrauch solcher selbst ausgefüllter Blanko-Atteste, um sich von der Maskenpflicht in Zügen zu befreien. Sie wies darauf hin, dass die Vorlage eines "unrichtigen Gesundheitszeugnisses" strafbar sei. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums gibt es nur "wenige Ausnahmen", in denen Ärzte eine Befreiung von der Pflicht erklären können. "Wenn das nicht medizinisch indiziert ist, dann ist das schlicht nicht zulässig", sagte ein Sprecher.

Mehr als 100.000 Nachweise in Israel

17.16 Uhr: Die Zahl der Nachweise hat in Israel die Marke von 100.000 überstiegen. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte, wurden am Vortag 1496 Fälle registriert. Insgesamt seien damit nun 100.716 Fälle erfasst worden. 809 Menschen starben bislang mit einer Infektion.

50 Bußgelder gegen Mainzer Polizisten

17.04 Uhr: Die Stadt Mainz hat gegen rund 50 Polizisten ein Bußgeldverfahren eingeleitet, weil sie vor etwa drei Monaten in einer Altstadt-Kneipe gegen Corona-Regeln verstoßen haben. "Die Höhe der beabsichtigten Bußgelder reicht dabei von schlichten Verwarngeldern wegen des Verstoßes gegen die Maskenpflicht bis hin zu Strafen, die deutlich im dreistelligen Bereich angesiedelt sind", sagte Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr.

Die Polizisten und Polizistinnen hätten gegen elementare Vorgaben der im Mai gültigen Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes verstoßen und etwa keinen Mund-Nasen-Schutz getragen sowie Kontaktbeschränkungs- und Abstandsregelungen nicht eingehalten. Die Mainzer Polizisten hatten in der Kneipe zudem länger als erlaubt gefeiert. Anlass der Feiern während des Lockdowns sollen der Beförderungstag der Polizei sowie die Beerdigung eines unerwartet gestorbenen Kollegen gewesen sein. Polizeisprecher Rinaldo Roberto sagte, die Polizei müsse das Bußgeldverfahren in jedem Einzelfall abwarten, bevor sie disziplinarrechtliche Folgen prüfen könne.

Islands Regierung muss fast vollzählig zur Testung

16.37 Uhr: Beinahe die gesamte isländische Regierung muss sich auf das Coronavirus testen lassen. Der Grund: Neun der elf Mitglieder des Kabinetts um Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir hatten sich am Dienstag in einem Hotel zum Abendessen getroffen, in dem mittlerweile mehrere Corona-Fälle aufgetaucht sind. Das teilte die isländische Regierung am Freitag mit. Das Risiko einer Ansteckung der Ministerinnen und Minister sei aber sehr gering.

Auf Island war das Corona-Geschehen in diesem Sommer fast gänzlich zum Erliegen gekommen, seit einigen Wochen steigen die Infektionszahlen aber wieder. Jeder Reisende muss sich mittlerweile bei der Ankunft auf der Nordatlantikinsel auf Corona testen lassen, ein zweiter Test steht dann fünf bis sechs Tage später an. In der Zwischenzeit muss man sich in Quarantäne begeben. Wer dieses Prozedere nicht mitmachen will, der muss für 14 Tage in Quarantäne.

Ryanair streicht weniger als die geplanten 3000 Stellen

16.22 Uhr: Der irische Billigflieger Ryanair streicht nach mehreren Vereinbarungen zu Kostensenkungen weniger Stellen als ursprünglich geplant. "Wir haben die Zahl noch nicht endgültig festgelegt", sagte Ryanair-Manager Neal McMahon der Nachrichtenagentur Reuters. "Ursprünglich haben wir gesagt, dass es 3000 Entlassungen geben würde, aber wir konnten diese Zahl deutlich reduzieren."

Ryanair habe Deals über Einsparungen bei den Personalkosten mit 97 Prozent aller Piloten und mit mehr als 90 Prozent aller Flugbegleiter erzielt. Mit dem Kabinenpersonal in Deutschland und mit belgischen Piloten würden noch Gespräche geführt.

Wie alle anderen Airlines versucht Ryanair mit drastischen Kostensenkungen auf den Geschäftseinbruch wegen der Reisebeschränkungen in der Coronakrise zu reagieren. Zwischen April und Juni waren etwa 99 Prozent der Ryanair-Maschinen am Boden.

Tausende Reisende auf Autobahn-Teststation gecheckt

15.45 Uhr: Im Schnitt weit mehr als tausend Reiserückkehrer täglich lassen sich an der Teststation auf der Autobahn 5 bei Neuenburg auf das Coronavirus prüfen. Von Freitag vergangener Woche bis Donnerstagabend seien auf dem Parkplatz Neuenburg-Ost 9460 Abstriche genommen worden, teilte der DRK-Landesverband Baden am Freitag mit. Die Hilfsorganisation stellt das Personal von 25 Menschen, die im Zwei-Schicht-Betrieb arbeiten. Mit diesem Aufkommen stoße die Teststelle an ihre Kapazitätsgrenzen. Die vom Land finanzierte einzige Autobahn-Teststation (Breisgau-Hochschwarzwald) im Südwesten soll bis Ende der Sommerferien in Baden-Württemberg bestehen bleiben.

Tour-Teams werden bei zwei Corona-Fällen ausgeschlossen

15.38 Uhr: Teams mit zwei oder mehr Corona-Fällen binnen sieben Tagen werden bei der Tour de France aus dem Rennen genommen. Dies geht aus einem medizinischen Regelwerk hervor, das Veranstalter ASO den 22 bei der kommenden Frankreich-Rundfahrt (29. August bis 20. September) teilnehmenden Mannschaften übermittelt hat.

Dies würde im Extremfall bedeuten, dass der Gesamtführende nach der vorletzten Etappe mitsamt seines Teams die Tour verlassen müsste, wenn ein Masseur und ein Mechaniker positiv getestet werden würden. Die Teams sollen während der Tour unter strengen Sicherheitsvorkehrungen abgeschirmt werden. Frankreich vermeldete am Donnerstag mit 4700 Neuinfektionen den höchsten Wert seit Mitte April.

Ischgl schränkt Après-Ski-Partys diesen Winter massiv ein

Das Kitzloch wurde zum "Ground Zero" der Tiroler Corona-Pandemie

Das Kitzloch wurde zum "Ground Zero" der Tiroler Corona-Pandemie

Foto: JAKOB GRUBER/ AFP

15.13 Uhr: Im österreichischen Wintersportort Ischgl soll es in diesem Winter keine wilden Après-Ski-Partys geben. "Après-Ski in der bisherigen Form wird es diesen Winter so nicht mehr geben", kündigte der Tourismusverband Paznaun-Ischgl an. Um eine erneute Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, müsse das Après-Ski massiv eingeschränkt werden. Über die genauen Vorgaben wird demnach aber noch beraten.

Der Tiroler Skiort Ischgl war im März ein Hotspot für Corona-Infektionen in ganz Europa gewesen. Tausende Urlauber hatten sich in Ischgl mit dem Coronavirus angesteckt, auch viele Touristen aus Deutschland.

Vizeministerpräsident in NRW will sämtliche Karnevalsumzüge absagen

14.58 Uhr: Der nordrhein-westfälische FDP-Chef und stellvertretende Ministerpräsident Joachim Stamp hat sich dafür ausgesprochen, alle Karnevalsumzüge in der kommenden Saison abzusagen. Ausgelassenes Feiern sei angesichts der derzeitigen Lage nicht möglich, sagte Stamp der Deutschen Presse-Agentur.

1,4 Millionen Kunden warten auf Ticketerstattungen der Lufthansa

14.36 Uhr: Rund 1,4 Millionen Kunden des Lufthansa-Konzerns warten immer noch auf Ticketerstattungen für Flüge, die in der Coronakrise storniert worden sind. Das teilverstaatlichte Unternehmen ist nach eigenen Angaben vom Freitag aber bei der Abwicklung in den vergangenen Wochen vorangekommen und hat im laufenden Jahr 2,3 Milliarden Euro an 5,4 Millionen Kunden ausgezahlt.

Aus der ersten Jahreshälfte seien noch rund acht Prozent der Fälle nicht erledigt, teilte das Unternehmen in Frankfurt mit. Sie sollen bis Ende August abgearbeitet sein. Die Masse der offenen Verfahren bezieht sich damit auf jüngere Stornierungen.


Angst vor zweiter Welle in Frankreich wächst

14.21 Uhr: In Frankreich wächst die Angst vor einer zweiten Welle: In dem Land wurden innerhalb von 24 Stunden fast 4800 Neuansteckungen registriert, wie die Behörden am Donnerstagabend mitteilten. Das ist der höchste Stand seit Ende des Lockdowns im Mai. Besonders betroffen sind Paris sowie die Regionen um die Mittelmeerstädte Marseille und Nizza. Als Gegenmittel setzt die Regierung auf eine Maskenpflicht in Unternehmen und Schulen.

Die französische Gesundheitsbehörde Santé Publique gab die Zahl der Neuinfizierten am Donnerstagabend mit 4771 an - fast tausend mehr als noch am Mittwoch. In Frankreich gibt es damit mehr als dreimal so viele Neuansteckungen wie in Deutschland, wo die Zahl zuletzt bei gut 1400 lag. Besonders stark sei der Anstieg bei jungen Erwachsenen, betonte die Pariser Behörde. Mit mehr als 30.450 Todesfällen ist Frankreich in Europa eines der am stärksten betroffenen Länder.

Zahl der Morde in Brasilien steigt

14.19 Uhr: Während der Coronakrise hat die Gewalt in Brasilien im ersten Halbjahr 2020 wieder zugenommen. Die Zahl der Tötungsdelikte stieg in den ersten sechs Monaten um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 22.680, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete. Für den sogenannten Gewaltmonitor wertet das Medienunternehmen Globo gemeinsam mit der Universität von São Paulo und dem Brasilianischen Forum für öffentliche Sicherheit regelmäßig die staatlichen Kriminalitätsstatistiken aus.

Damit wurde der positive Trend gestoppt. In den vergangenen Jahren waren die Tötungsdelikte in Brasilien deutlich zurückgegangen. 2019 fiel die Zahl der Morde um 19 Prozent auf 41.635 - das war der niedrigste Stand seit Beginn der systematischen Erhebung im Jahr 2007. Dennoch ist Brasilien weiterhin eines der gewalttätigsten Länder der Welt.

Maskenverweigerer schlägt Zugbegleiterin in Leipzig ins Gesicht

13.41 Uhr: Ein unbekannter Mann hat in Leipzig einer Zugbegleiterin mit der Faust ins Gesicht geschlagen, weil sie ihn in der S-Bahn mehrfach zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes aufgefordert hatte. Sie wurde leicht verletzt, teilte die Bundespolizeiinspektion Leipzig mit. Demnach war der Mann am Vortag um die Mittagszeit an der Station Leipzig-Thekla ohne Maske in die S-Bahn in Richtung Markkleeberg eingestiegen.

Die Zugbegleiterin habe ihn schon zu diesem Zeitpunkt auf die Maskenpflicht hingewiesen, hieß es. Zunächst habe er das Gesicht mit seinem T-Shirt abgedeckt, dann aber ohne Schutz auf einem Platz gesessen. Nach dem Faustschlag stieg der Mann am Haltepunkt Leipzig-Nord aus. Nun sollen Videoaufnahmen aus der S-Bahn ausgewertet werden.

Labors melden Rückstau bei Test-Auswertungen

13.20 Uhr: Aufgrund der steigenden Zahl von Tests und Lieferengpässen wegen der weltweiten Nachfrage könnten die Testkapazitäten in Deutschland schrumpfen. In der vergangenen Woche meldeten 64 Labors einen Rückstau von 17.142 abzuarbeitenden Proben, wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Epidemiologischen Bulletin schreibt. 41 Labors nannten zudem Lieferschwierigkeiten für Reagenzien. Erfahren Sie hier mehr.

Bordellschließungen sind rechtmäßig

13.19 Uhr: Die Schließung von Bordellen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Rheinland-Pfalz ist nach einem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts rechtmäßig. Die Richter in Koblenz lehnten am Donnerstag den Eilantrag der Betreiberfirma eines Bordells in Speyer in zweiter Instanz ab, wie das Gericht mitteilte. Das Verwaltungsgericht Mainz hatte in erster Instanz den Eilantrag ebenfalls abgelehnt. Dagegen hatte das Unternehmen Beschwerde eingelegt. Weitere Rechtsmittel sind nicht möglich.

Offenbach überschreitet kritischen Infektionswert und verschärft Kontaktbeschränkungen

12.30 Uhr: In der Stadt Offenbach ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern über den kritischen Wert von 50 gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag lag der Wert Stand 0.00 Uhr bei 52. Die Stadt bestätigte die Überschreitung der kritischen Marke. Derzeit tage der Verwaltungsrat zum weiteren Vorgehen, sagte eine Sprecherin.

Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist künftig nur noch mit maximal fünf Personen oder mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes möglich, wie Oberbürgermeister Felix Schwenke erklärt. Restaurants und Bars müssen ab Samstag um Mitternacht schließen. Die Polizei werde verstärkt kontrollieren, ob eine angeordnete Quarantäne eingehalten werde. Die neuen Vorgaben gelten zunächst bis zum 3. September.

Jeder dritte Patient überlebt künstliche Beatmung nicht

12.11 Uhr: Schwere Verläufe bei Covid-19 sind zum Glück vergleichsweise selten, aber von denjenigen Corona-Patienten, die ins Krankenhaus kamen, musste jeder fünfte auf der Intensivstation behandelt werden. Wurde dabei eine künstliche Beatmung notwendig, überlebten im Schnitt nur zwei von drei Personen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der Helios Kliniken mit mehr als 1900 Patienten aus Deutschland. Jeder fünfte Erkrankte muss demnach in einem Krankenhaus behandelt werden. Lesen Sie hier mehr.

Tausende Bußgeldverfahren wegen Corona-Regelverstößen

11.44 Uhr: In deutschen Großstädten laufen nach einem Medienbericht mehr als 20.000 Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen Corona-Regeln. Das ergab eine Umfrage der Zeitungen der Funke Mediengruppe in zehn Städten.

  • Hamburg hat demnach bereits rund 10.000 Bußgeldbescheide erstellt und mehr als 890.000 Euro eingenommen. Im April waren es nach einer SPIEGEL-Recherche noch 3.885 Bescheide in Höhe von 127.996 Euro gewesen.

  • In München seien nach Auskunft der dortigen Verwaltung bislang rund 9500 Ordnungswidrigkeitsanzeigen zugeleitet und Einnahmen von mehr als 950.000 Euro erzielt worden. Im April waren es nach SPIEGEL-Informationen rund 2000 Bescheide über insgesamt 300.000 Euro.

  • In Frankfurt am Main wurden dem Bericht zufolge bei gut 2500 eingeleiteten Ordnungswidrigkeitsverfahren Bußgelder in Höhe von über 650.000 Euro verhängt. Im April waren es 1.305 Bescheide in Höhe von 410.835 Euro.

  • In Köln versandte das Ordnungsamt 1525 Corona-Bußgeldbescheide über fast 364.000 Euro. Im April waren es 177 Bescheide über insgesamt 40.445 Euro.

Merkel berät sich am Donnerstag mit Länderchefs

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Foto: Michael Kappeler / dpa

11.41 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am kommenden Donnerstag über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin mitteilte, ist für 11.00 Uhr eine Videokonferenz geplant. Zuletzt hatten die Regierungschefs und die Kanzlerin im Juni über ein möglichst einheitliches Vorgehen gesprochen. Diskutiert wird im Moment vor allem über vermehrte Ansteckungen bei Familienfeiern und über eine Verbreitung des Virus durch Reiserückkehrer aus Risikogebieten.

Seibert sprach mit Blick auf die täglich gemeldeten Zahlen der Neuansteckungen von einer beunruhigenden Entwicklung. "Da ist eine Dynamik, die uns Sorgen machen muss." Jeder müsse achtsam bleiben und sich an die Regeln halten. "Private Feiern mit hundert und mehr Menschen, bei denen sich niemand an diese Regeln hält, sind unverantwortlich." Viele der derzeitigen Ausbrüche gingen genau auf solche Feiern und Partys zurück.

Seibert rief Reiserückkehrer aus Risikogebieten außerdem dazu auf, sich an Test- und Quarantäneregeln zu halten. "Wir haben viele schlimme Erfahrungen, die andere Länder in dieser Pandemie machen mussten, vermeiden können. Wir dürfen jetzt nicht nachlässig werden und das Erreichte damit in Gefahr bringen."

Litauen: Mundschutzpflicht bei Veranstaltungen und in Gastronomie

11.36 Uhr: In Litauen ist das Tragen eines Mundschutzes bei Veranstaltungen im Freien und in geschlossenen Räumen zur Pflicht geworden. In dem baltischen EU-Land müssen Besucher von Sport-, Kultur-, Unterhaltungs- und anderen Veranstaltungen künftig Mund und Nase bedecken. Auch in Cafés, Restaurants, Bars und anderen gastronomischen Betrieben gilt von nun an eine Mundschutzpflicht - die Maske darf nur zum Essen und Trinken abgenommen werden. Dies teilte das Gesundheitsministerium in Vilnius mit. Weiterhin bestehen auch Beschränkungen bei der Teilnehmerzahl: Bei Versammlungen und Veranstaltungen unter freiem Himmel sind bis zu einer von 1000 Personen erlaubt, im Innenbereich können sie von bis zu 600 Personen besucht werden. Dabei gelten Abstandsregeln und Hygienevorschriften.

Irischer Minister tritt wegen Verstoßes gegen Corona-Regeln zurück

11.23 Uhr: Nach nur fünf Wochen im Amt ist der irische Landwirtschaftsminister Dara Calleary wegen Missachtung der Coronavirus-Maßnahmen zurückgetreten. Er hatte gemeinsam mit etwa 80 Personen am Mittwoch an einem Dinner einer Golf-Gesellschaft teilgenommen, obwohl sich in geschlossenen Räumen derzeit maximal sechs Personen treffen dürfen.

Dara Calleary: "Ich hätte diese Veranstaltung nicht besuchen sollen"

Dara Calleary: "Ich hätte diese Veranstaltung nicht besuchen sollen"

Foto: Lorraine O'Sullivan / REUTERS

Callearys Besuch der Veranstaltung sei ein Fehler gewesen, sagte der irische Regierungschef Micheál Martin. Mehrere andere irische Politiker sollen ebenfalls bei dem Treffen gewesen sein. Zu den Gästen zählte auch EU-Handelskommissar Philip Hogan, wie irische Medien übereinstimmend berichteten.

Der 47-jährige Calleary schrieb in einer Mitteilung zu seinem Rücktritt: "Ich hätte diese Veranstaltung nicht besuchen sollen. Ich möchte mich bei allen dafür uneingeschränkt entschuldigen."

Britische Firmen sind optimistisch - Kunden kaufen wieder

11.12 Uhr: Die Unternehmen in Großbritannien sind so zuversichtlich wie seit knapp sieben Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex stieg im August um 3,3 Punkte auf 60,3 Zähler, wie das Forschungsunternehmen IHS Markit mitteilte. Ein Wert von mehr als 50 bedeutet, dass die Firmen mit Wachstum rechnen.

Sowohl in der Industrie als auch unter Dienstleistern besserte sich die Stimmung erheblich. Markit erklärte das vor allem mit höheren Ausgaben der Verbraucher und Firmen nach der Lockerung der Corona-Beschränkungen. Denn die Briten kaufen wieder deutlich mehr ein: Die Umsätze im Einzelhandel stiegen im Juli im Vergleich zum Vormonat überraschend stark um 3,6 Prozent, wie das nationale Statistikamt ONS bekannt gab. Auch zum Vorjahresmonat gab es ein unerwartetes Plus von 1,4 Prozent.

Verglichen mit Februar, als die Pandemie Großbritannien noch nicht fest im Griff hatte, liegen die Umsätze um drei Prozent höher. Allerdings fällt die Entwicklung im Detail sehr unterschiedlich aus: So liegen die Erlöse aus dem Benzinverkauf immer noch 11,7 Prozent unter Vorkrisenniveau. Die Umsätze mit Bekleidung liegen sogar ein Viertel unter ihrem Niveau von Februar. Dagegen gehören die Onlinehändler zu den Gewinnern, sie können derzeit gut 50 Prozent mehr umsetzen als vor der Krise.

Auch Dresden-Marathon abgesagt

10.46 Uhr: Der Dresden-Marathon 2020 ist wegen der anhaltenden Corona-Pandemie abgesagt worden. Diese Entscheidung gaben die Veranstalter am Freitag bekannt. Die 22. Auflage des Stadtmarathons sollte am 18. Oktober stattfinden. "Aufgrund der Festlegung von Bund und Ländern, dass Großveranstaltungen noch bis mindestens Ende Oktober untersagt bleiben, haben wir uns schweren Herzens zu diesem Schritt entschieden", erklärte Organisationschef Peter Eckstein. Im vergangenen Jahr waren knapp 8000 Läuferinnen und Läufer in Dresden an den Start gegangen. Die nächste Auflage planen die Organisatoren nun für den 17. Oktober 2021.

Zahl der Corona-Infektionen in Russland bei fast 950.000

10.35 Uhr: Die Zahl der registrierten Fälle in Russland nähert sich der Marke von 950.000. Mit 4870 neuen Fällen steigt die Zahl insgesamt auf 946.976, wie die Gesundheitsbehörden melden. Die Zahl der Todesfälle stieg demnach um 90 auf 16.189.

Deutsche kauften während des Lockdowns deutlich mehr Wein

10.29 Uhr: Restaurants und Bars waren wochenlang geschlossen - die Deutschen haben während des Lockdowns daher ihren Wein zu Hause getrunken, und offenbar mehr als üblich: Der Absatz stieg im zweiten Quartal von April bis Juni deutlich um 12,5 Prozent zum Vorjahresquartal, wie das Deutsche Weininstitut im rheinland-pfälzischen Bodenheim mitteilte. Heimischer Wein, vor allem Rosé, verzeichnete sogar ein Plus von 14 Prozent.

Den Bierabsatz dagegen hat die Corona-Pandemie deutlich gedrückt - er ging im ersten Halbjahr nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Vorjahresvergleich um 6,6 Prozent zurück. Demnach sorgten die geschlossenen Bars und Restaurants sowie abgesagte Feste und Großveranstaltungen besonders im April für den starken Rückgang.

Neue Corona-Fälle in der Serie A

10.24 Uhr: Vier Wochen vor dem Saisonstart steigt die Zahl der Corona-Fälle in der italienischen Serie A. Nachdem Torhüter Antonio Mirante von AS Rom und ein weiterer römischer Fußballer positiv auf Covid-19 getestet worden waren, wurden weitere Fälle gemeldet, darunter drei bei Cagliari Calcio.

Zu den Infizierten zählen auch Stürmer Andrea Petagna vom SSC Neapel sowie Angreifer Jeremy Boga von Sassuolo Calcio. Beim FC Turin gab es zwei positive Tests, ihre Namen teilte der Klub nicht mit. Auch bei Brescia Calcio gab es einen Fall, berichtete der lombardische Verein.

In Italien ist die Zahl der Neuinfektionen in den letzten Tagen wieder gewachsen. Mit über 35.000 Todesopfern zählt Italien zu den weltweit am stärksten von der Corona-Pandemie getroffenen Ländern. Die neue Saison soll am 19. September starten.

Hongkong will Massentests im September beginnen

09.41 Uhr: Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam kündigt Massentests ab dem 1. September an. Die Finanzmetropole werde dabei von einem 60-köpfigen Team aus China unterstützt. Es ist das erste Mal, dass die chinesischen Gesundheitsbehörden beim Kampf gegen die Pandemie in der Sonderverwaltungszone eingreifen. Trotz zuletzt geringerer Infektionszahlen ruft Lam die Bevölkerung auf, wachsam zu bleiben.

Britische Staatsschulden auf neuem Höchststand

09.36 Uhr: Die Staatsschulden Großbritanniens haben in der Coronakrise einen neuen Rekordwert erreicht. Wie die nationale Statistikbehörde mitteilte, lagen die gesamten Verbindlichkeiten Ende Juli erstmals bei etwas mehr als zwei Billionen Pfund, umgerechnet 2,2 Billionen Euro. Damit lag die Schuldenquote bei 100,5 Prozent des britischen Bruttoinlandsprodukts. Zuletzt hatte die Schuldenquote die 100-Prozent-Marke im Jahr 1961 überschritten.

Großbritannien ist eines der in Europa am stärksten von der Coronakrise getroffenen Länder. Von April bis Juni brach das Bruttoinlandsprodukt um 20,4 Prozent zum Vorjahresquartal ein; die Regierung nahm im großen Umfang neue Schulden auf. Im April war das öffentliche Leben im Kampf gegen die Pandemie fast ganz zum Erliegen gekommen.

Zuwachs an Neuinfektionen in Deutschland geringer

08.49 Uhr: Die Zahl der Infektionen in Deutschland ist am Donnerstag etwas langsamer gestiegen als an den Tagen davor. Binnen 24 Stunden wuchs die Zahl der bestätigten Fälle nach Angaben des Robert Koch-Instituts um 1427 auf 230.048. An den Folgen des Virus starben sieben weitere Personen in Deutschland, die Gesamtzahl der Todesfälle steigt demnach auf 9260.

Mexiko bekommt Tausende Dosen von russischem Impfstoff

08.40 Uhr: Mexiko erhält nach Angaben aus Regierungskreisen mindestens 2000 Dosen des russischen Covid-19-Impfstoff-Kandidaten mit dem Namen "Sputnik". Das Mittel solle in der mexikanischen Bevölkerung getestet werden, heißt es. In Russland sollen mehr als 40.000 Menschen den in der Erprobung steckenden Impfstoff verabreicht bekommen.

Mittelstand schreibt Brandbrief an Merkel

08.30 Uhr: Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hat eindringlich vor einem zweiten Lockdown gewarnt. Ein erneutes Herunterfahren von öffentlichem Leben und Geschäftsleben wie im Frühjahr würde erheblich größere Schäden in der Wirtschaft und vor allem im Mittelstand zur Folge haben als beim ersten Mal, heißt es in einem Brandbrief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder. Dieser wird in der kommenden "Focus"-Ausgabe veröffentlicht und lag der Deutschen Presse-Agentur vor. Lesen Sie hier mehr.

Wegen Corona so wenig Tote wie noch nie seit 1990 im Straßenverkehr

08.25 Uhr: Auf den deutschen Straßen sind wegen des geringeren Verkehrs in der Coronakrise im ersten Halbjahr so wenig Menschen gestorben wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Bei entsprechenden Unfällen kamen 1281 Personen ums Leben, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Das sind 195 oder 13,2 Prozent weniger als im 1. Halbjahr 2019. Die Zahl der Verletzten sinkt um fast 19 Prozent auf knapp 148.100. Insgesamt nimmt die Polizei in den ersten sechs Monaten gut 18 Prozent weniger Unfälle auf als vor Jahresfrist. Die Zahl fällt auf rund 1,1 Millionen. Weniger Unfälle gab es im wiedervereinigten Deutschland nur im 1. Halbjahr 1998.

Landespolitiker wollen, dass Reiserückkehrer aus Risikogebieten ihre Corona-Tests selbst zahlen

07.00 Uhr: In der Diskussion um verpflichtende Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten haben sich Vertreter mehrerer Bundesländer mittelfristig für eine Kostenübernahme durch die Reisenden ausgesprochen. Die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer sagte in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" am Donnerstagabend, sie habe "großes Verständnis" für die derzeit kostenlose Verfahrensweise, weil schnelles Handeln gefordert gewesen sei. "Aber ich finde dezidiert, wir brauchen eine neue Strategie in den Herbst rein, wenn wieder Ferien sind", sagte die SPD-Politikerin. Darüber wolle sie bei der Bund-Länder-Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der kommenden Woche sprechen.

Die "Volksseele" koche zu Recht, wenn jemand bewusst ins Risikogebiet Mallorca fahre und sich bei der Rückkehr auf Kosten der Allgemeinheit testen lasse, sagte Dreyer. Sie plädiere für verpflichtende Quarantäne für Rückkehrer aus solchen Regionen und selbst bezahlte Tests einige Tage nach Rückkehr. Wer den Test nicht bezahlen wolle, müsse 14 Tage in Quarantäne bleiben.

Auch der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte, ein Bezahlverfahren wäre derzeit bei den Massentests aus Kapazitätsgründen nicht möglich gewesen. Mittelfristig müssten aber bei den Kosten einer Reise in ein Risikogebiet auch die Testkosten eingerechnet werden. Nicht alles im Zusammenhang mit Corona dürfe in der Solidargemeinschaft landen.

Seit Anfang August besteht eine Testpflicht für Reiserückkehrer aus internationalen Risikogebieten. Aktuell können sich die Reisenden kostenlos testen lassen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat diese Regelung wiederholt verteidigt. Sollten die Tests kostenpflichtig werden, würden manche Reisende möglicherweise versuchen, sie zu vermeiden, argumentiert der Minister. Vertreter verschiedener Parteien haben sich indes dafür ausgesprochen, Reiserückkehrer aus Risikogebieten zumindest an den Testkosten zu beteiligen.

Coronakrise hält das THW auf Trab

06.03 Uhr: Die Corona-Pandemie ist für das Technische Hilfswerk (THW) schon jetzt einer der längsten Dauereinsätze in seiner 70-jährigen Geschichte. "Seit Februar sind täglich THW-Helfer im Einsatz", sagte THW-Präsident Gerd Friedsam in Bonn der Nachrichtenagentur dpa. "In der Spitze waren es jeden Tag mehr als 1200, jetzt sind es noch etwa 100."

Zunächst sei vor allem logistische Unterstützung gefragt gewesen, etwa die Verteilung zentral beschaffter Schutzkleidung für die Bundesbehörden, darunter die Bundespolizei. Außerdem bauten die fast ausschließlich ehrenamtlichen Helfer mobile Teststationen und Behelfskrankenhäuser mit auf.

Bundespolizei warnt vor Onlineattest gegen Maskenpflicht

04.38 Uhr: Ein selbst ausgefülltes Attest aus dem Internet reicht nicht aus, um sich von der Pflicht zu befreien, an Bahnhöfen und in Bussen und Bahnen eine Maske zu tragen. Immer wieder legten Menschen bei Verstößen gegen die Maskenpflicht dieses Onlineattest vor, teilt die Bundespolizei mit.

Ein Arzt habe das Blankoattest auf seiner Homepage angeboten, Nutzer hätten ihm zufolge nur ihren Namen und ihre Adresse eintragen müssen. Dem widerspricht die Polizei: Mit dem Gebrauch unrichtiger Gesundheitszeugnisse mache man sich strafbar. Dazu komme eine Anzeige, da Mund und Nase nicht bedeckt seien.

Russland plant Massentests mit Impfstoff "Sputnik V"

04.12 Uhr: Russland will den potenziellen Coronavirus-Impfstoff "Sputnik V" in der kommenden Woche an mehr als 40.000 Probanden testen. Die Tests werden von einer nichtrussischen Forschungseinrichtung beaufsichtigt.

Laut einem Bericht des Guardian  ist die Weltgesundheitsorganisation (WHO) derweil mit Russland in Kontakt um mehr Informationen zu dem russischen Impfstoff zu gewinnen.

Mexiko berichtet, dass es mindestens 2000 Dosen des Impfstoffs annehmen werde, um ihn in der Bevölkerung zu testen. Das Land ist mit rund 537.000 registrierten Infektionen und knapp 58.500 gezählten Verstorbenen stark von der Coronakrise betroffen.

Scholz rechnet mit neuen Schulden im kommenden Jahr

02.35 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) plant auch für das kommende Jahr mit weiteren Haushaltskrediten, um die Coronakrise zu bewältigen. "Davon ist auszugehen angesichts der Entwicklung", sagte Scholz den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). Der CDU-Wirtschaftsrat warnte indessen vor einer Neuverschuldung und mahnte eine Rückkehr zur "Haushaltsdisziplin" an.

Scholz betonte jedoch, auch im nächsten Jahr sei die Bundesregierung gezwungen, "noch die Ausnahme von der Schuldenregel zu ziehen und erhebliche Mittel aufzuwenden, um die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zu schützen und die Wirtschaft zu stabilisieren" Die Bundesregierung tue alles dafür, um einen zweiten Lockdown zu vermeiden, versicherte Scholz zugleich. Eines sei klar: "Wir halten in der Krise entschlossen gegen."

Für das laufende Jahr sieht der Nachtragshaushalt eine historische Rekordverschuldung in Höhe von 217,8 Milliarden Euro vor. Seinen Entwurf für den Bundeshaushalt 2021 will Scholz im September vorlegen. Zuvor wird es eine außerordentliche Steuerschätzung geben, um zu erfahren, wie heftig die Steuerausfälle für Bund, Länder und Kommunen durch die Coronakrise sind.

Lateinamerika und Karibik beklagen mehr als 250.000 Corona-Tote

01.50 Uhr: Lateinamerika und die Karibik verzeichnen inzwischen mehr als 250.000 Todesopfer der Corona-Pandemie. Laut einer auf Behördenangaben beruhenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP wurden bis Mitternacht in der Nacht zum Freitag in dieser Weltregion 250.969 Todesfälle durch die Corona-Infektion gezählt. Insgesamt wurden in der Region lag bei 6,463 Millionen Infektionsfälle registriert.

Lateinamerika und die Karibik ist die am schlimmsten von der Pandemie heimgesuchte Weltregion. Innerhalb der Region am schwersten betroffen ist Brasilien mit 3,5 Millionen verzeichneten Infektionen und etwa 112.300 gezählten Todesopfern. Dahinter liegen Peru und Mexiko. In Peru gab es bis zur Nacht zum Freitag rund 558.400 verzeichnete Ansteckungsfälle und etwa 26.800 gezählte Todesfälle. In Mexiko waren es rund 537.000 registrierte Infektionen und knapp 58.500 gezählte Verstorbene.

Sechs von zehn Deutschen würden Familienfeiern beschränken

01.10 Uhr: Immer wieder sind Feierlichkeiten im Kreis der Familie der Auslöser für größere Cluster von neuen Corona-Infektionen. Um die Pandemie wieder einzudämmen, sind sechs von zehn Deutschen (60 Prozent) dafür, die Zahl der Gäste bei privaten Feiern wieder stärker als bisher zu beschränken. Dagegen sehen 37 Prozent laut dem neuen "Deutschlandtrend im ARD-Morgenmagazin" dafür keine Notwendigkeit. Insbesondere ältere Bundesbürger über 65 Jahre sprechen sich demnach für eine stärkere Beschränkung aus (73:24 Prozent). Jüngere unter 40 Jahren seien dagegen uneins (49:48 Prozent). Keine Angaben machten 3 Prozent.

Mit dem erneuten Anstieg der Infektionen ist auch die Angst vor einer Ansteckung gewachsen, wie die Umfrage weiter ergeben hat. Aktuell äußern demnach 34 Prozent sehr große oder große Sorgen, dass sie sich selbst oder Familienmitglieder mit dem Virus infizieren könnten. Am 6. August hatten sich 28 Prozent besorgt gezeigt. Allerdings machen sich aktuell zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten geringe oder gar keine Sorgen.

Warnung des Königs: Marokko könnte auf weiteren Lockdown zusteuern

Marokkos König Mohammed (2018): Klare Worte an das Volk

Marokkos König Mohammed (2018): Klare Worte an das Volk

Foto: FADEL SENNA/ AFP

00.55 Uhr: Auch in Nordafrika wächst die Sorge vor einer weiteren Viruswelle. Entsprechende Zahlen gibt es bereits - ebenso wie klare Mahnungen: In Marokko warnte König Mohammed vor einem neuen Lockdown, falls die Zahl der Corona-Infektionen weiter steigt. Mitte August verzeichnete das Land mit 1766 Corona-Fällen binnen 24 Stunden einen Rekordanstieg seit der Aufhebung der dreimonatigen harten Ausgangssperre Ende Juni.

Frankreich verzeichnet stärksten Anstieg der Corona-Neuinfektionen seit Mai

00.45 Uhr: In Frankreich haben sich binnen eines Tages über 4700 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt - die höchste Zahl an Neuinfektionen seit Mai. Wie die Gesundheitsbehörden am Donnerstag mitteilten, wurden 4771 Neuinfektionen seit Mittwoch registriert - das sind rund 1000 Fälle mehr als am Vortag. Damit wurde seit Mai zum ersten Mal die Schwelle von 4000 neuen Corona-Fällen an einem Tag überschritten.

Die Zahl der Menschen, die ins Krankenhaus mussten, sank hingegen etwas. Am Donnerstag meldeten die Behörden 149 Einweisungen von Covid-19-Patienten ins Krankenhaus, nachdem am Mittwoch 162 Fälle gemeldet worden waren. Insgesamt wurden in Frankreich 18.638 Menschen in den vergangenen sieben Tagen positiv auf das Coronavirus getestet.

jok/mjm/kko/fdi/kfr/dpa/AFP/Reuters/AP
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