Corona-News am Freitag USA bereiten Rückkehr zum Kreuzfahrtbetrieb vor

Kreuzfahrtanbieter in den USA atmen auf: Die US-Gesundheitsbehörde CDC gab bekannt, ihre strikte "No Sail Order" zu lockern. Und: Die WHO warnt vor "ernsthaften Langzeitfolgen". Der Tag im Überblick.
Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Miami (im März 2020)

Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Miami (im März 2020)

Foto: CARLOS BARRIA / REUTERS

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USA wollen Kreuzfahrten bald wieder zulassen

23 Uhr: Seit Mitte März sind Kreuzfahrten von US-Häfen aus aufgrund der Corona-Pandemie verboten, nun soll es bald langsam wieder losgehen. Die Gesundheitsbehörde CDC gab am Freitag bekannt, ihre strikte "No Sail Order" zu lockern und stellte ein Regelwerk für eine schrittweise Rückkehr zum Betrieb vor. Die Aktien der großen Kreuzfahrtanbieter wie der Aida-Mutter Carnival, Royal Caribbean und Norwegian Cruise Line reagierten mit kräftigen Kurssprüngen.

Kreuzfahrtschiff in Miami, Florida

Kreuzfahrtschiff in Miami, Florida

Foto: CHANDAN KHANNA / AFP

Auf ein rasches Comeback der kriselnden Branche deutet derzeit dennoch wenig hin. Angesichts massiv steigender Corona-Neuinfektionen in Teilen der USA ist das Timing der CDC-Maßnahme eher etwas überraschend.

Mehr als neun Millionen Corona-Infektionen in den USA

21.40 Uhr: Seit Beginn der Pandemie sind in den USA mehr als neun Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das ging am Freitag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Damit verzeichneten die USA die höchste absolute Zahl an nachgewiesenen Infektionen, dicht gefolgt von Indien mit mehr als acht Millionen Fällen. An dritter Stelle steht Brasilien, wo rund 5,5 Millionen Ansteckungen registriert wurden. Experten gehen zugleich von einer hohen Dunkelziffer an Corona-Infektionen aus.

Die USA hatten erst vor zwei Wochen die Schwelle von acht Millionen bestätigten Infektionen überschritten. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt im Schnitt auf gut 75.000 pro Tag an. Für Donnerstag meldete die Johns-Hopkins-Universität sogar mehr als 91.000 Neuinfektionen.

Fast 230.000 Menschen sind gestorben - mehr als in jedem anderen Land. Auf 100.000 Einwohner kommen damit knapp 70 Tote. Zum Vergleich: In Deutschland wurden zuletzt gut zwölf Tote pro 100.000 Einwohner verzeichnet. Hierzulande gibt es bislang 10.349 Covid-19-Todesfälle.

Virologe Streeck kritisiert Shutdown erneut - und gesteht Fehler ein

20.35 Uhr: Der Virologe Hendrik Streeck ist vom rasanten Anstieg der Corona-Infektionszahlen überrascht. Er glaube aber nicht, dass das nachlässige Verhalten der Bevölkerung dafür verantwortlich ist, sagte der Wissenschaftler von der Universität Bonn der Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung.

"Nach meiner Wahrnehmung verhält sich der Großteil der Menschen vorbildlich." Er vermutet vielmehr, dass wie bei anderen Coronaviren auch bei Sars-CoV-2 die Saisonalität eine große Rolle spiele, also dass sich das Infektionsgeschehen mit den Jahreszeiten verändert. Zudem habe man vermutlich die Bedeutung von privaten Treffen unterschätzt.

Streeck bekräftigte seine schon im Vorfeld geäußerte Kritik am jüngst beschlossenen Teil-Lockdown. "Ich halte den Shutdown für zu früh. Er bringt sicherlich die Infektionszahlen runter. Aber nach den vier Wochen werden sie wieder steigen, dann geht es von vorne los." Man gebe den Menschen damit keine Perspektive. "Das Virus geht ja nicht weg."

Streeck gestand ein, in den zurückliegenden Monaten auch Fehleinschätzungen abgegeben zu haben. So sei er zu Beginn der Pandemie nicht vom Nutzen der Masken überzeugt gewesen. Zudem habe er anfangs das Virus für weniger gefährlich gehalten als das Grippevirus. "Da habe ich mich klar getäuscht." Grundsätzlich wünsche er sich, dass etwas Ruhe in die Diskussion reinkomme und das Thema nicht mehr so im Vordergrund stehe. "Das, glaube ich, würde allen guttun."

Erneut mehr als 1000 Tote in den USA

19.35 Uhr: Die US-Seuchenzentren CDC geben 1055 weitere Todesfälle und 90.155 bekannte Neuinfektionen bekannt. Damit sind in den USA insgesamt 8,9 Millionen Infektionen und 228.100 Tote verzeichnet. Bereits am Donnerstag waren mehr als 1000 Tote gemeldet worden.

WHO warnt vor Langzeitfolgen

19.27 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor Spätfolgen von Coronavirus-Infektionen gewarnt. "Für eine bedeutende Zahl von Menschen hat dieses Virus eine Reihe ernsthafter Langzeitfolgen", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Berichte über anhaltende Komplikationen nach Covid-19 gebe es von Krankenhauspatienten ebenso wie von daheim behandelten, jungen sowie alten Menschen. Zahlen dazu, wie viele Patienten betroffen sind, gibt es laut WHO noch nicht.

"Besonders besorgniserregend ist die große Bandbreite an Symptomen, die sich im Laufe der Zeit verändern, oft überschneiden und jedes System im Körper betreffen können", sagte Tedros. Betroffene berichteten etwa von monatelang andauernden Symptomen wie starker Erschöpfung, Atemproblemen, Herzrasen oder Gedächtnisschwierigkeiten, die eine Rückkehr in den Beruf oder Alltag teils unmöglich machten.

"Das unterstreicht, wie moralisch unzumutbar und undurchführbar die Strategie der sogenannten natürlichen Herdenimmunität ist", sagte Tedros. Der Ansatz, eine Durchseuchung der Bevölkerung bei unkontrollierter Übertragung zu erlangen, würde laut ihm nicht nur Millionen mehr Tote, sondern auch viele Langzeiterkrankte bedeuten. "Bis wir einen Impfstoff haben, müssen Regierungen und Menschen alles tun, um die Übertragung zu unterdrücken."

Diese Notwendigkeit betonte auch das Notfall-Komitee zu Covid-19, eine beratende Expertengruppe der WHO. Das Gremium veröffentlichte am Freitag nach einer Tagung zwölf Empfehlungen an Staaten. Dazu gehört etwa, die Kontaktnachverfolgung sicherzustellen, Pläne für die Verteilung von Coronavirus-Impfungen vorzubereiten und der Politisierung von Pandemie-Maßnahmen entgegenzuwirken.

Belgien schließt Geschäfte erneut

19.21 Uhr: Im schwer vom Coronavirus getroffenen Belgien müssen die meisten Geschäfte wieder schließen. Ausnahmen gebe es etwa für Supermärkte, sagte Regierungschef Alexander De Croo am Freitag nach einer Krisensitzung in Brüssel. Gemessen an der Einwohnerzahl zählt Belgien nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur derzeit die meisten Corona-Infektionen in der Europäischen Union.

Steinmeier: Deutschland in kritischer Phase

18.48 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sieht Deutschland bei der Corona-Pandemie in einer kritischen Phase. In einem Interview mit der Deutschen Welle äußerte sich Steinmeier besorgt darüber, "dass die Belegung in den Intensivbetten in den Krankenhäusern spürbar steigt". Entweder gelinge es, "mit unseren Möglichkeiten die Infektionen signifikant einzudämmen, oder aber die Lage gerät außer Kontrolle", warnte das Staatsoberhaupt.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Foto: Pool / Getty Images

Steinmeier äußerte sich jedoch "zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, das Infektionsgeschehen wieder einzudämmen". Mit Blick auf die Debatte über die aktuell beschlossenen Gegenmaßnahmen und Einschränkungen, die "natürlich eine Belastung" seien, sprach er von "einer Bewährungsprobe auch für die Demokratie in Deutschland".

"Die Kritik an den Maßnahmen der Bundesregierung "wird schärfer und härter - gerade, wenn sie von denjenigen kommt, die Verschwörungsmythen verbreiten", sagte der Bundespräsident. "Aber die Zahl derjenigen, die Einschränkungen für richtig halten oder sogar schärfere fordern, die wächst im Moment schneller als die Zahl der Kritiker", hob er weiter hervor. Bereits im Frühjahr sei es gelungen, "mit Vernunft und Disziplin eine solche Situation auch zu bewältigen".

Mehr als 30.000 Neuinfektionen in Italien

17.00 Uhr: Italien vermeldet 31.084 nachgewiesene Neuinfektionen binnen einem Tag. Das ist abermals ein Höchstwert und mehr als 10.000 Fälle mehr als vergangenen Freitag. 199 weitere Menschen starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Am Tag zuvor wurde bereits mit fast 27.000 neuen Covid-Infektionen ein Höchststand seit der Corona-Pandemie festgestellt.

Die Regierung hatte Anfang der Woche verschärfte Schutzmaßnahmen wie die Schließung aller Lokale um 18.00 Uhr abends gestartet. Kinos und Theater sind seit Montag zu. Seit dem vergangenen Wochenende haben in Italien teils heftige Demonstrationen gegen die Corona-Politik stattgefunden - dabei kam es zu Ausschreitungen und Verwüstungen.

Tschechien verlängert den Notstand im Land bis zum 20. November

16.46 Uhr: Das tschechische Parlament hat den seit Anfang Oktober geltenden Coronavirus-Notstand bis zum 20. November verlängert. Dafür stimmten 86 Abgeordnete. Es gab 11 Gegenstimmen und keine Enthaltungen. Die Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Andrej Babis hatte sich für eine Verlängerung bis zum 3. Dezember starkgemacht, konnte sich damit aber nicht durchsetzen.

Das Land mit seinen knapp 10,7 Millionen Einwohnern hat einen der steilsten Anstiege der Infektionsraten in Europa zu verzeichnen. Im Rahmen des Ausnahmezustands gelten weitgehende Ausgangsbeschränkungen und eine nächtliche Ausgangssperre. Restaurants und Schulen sowie die meisten Geschäfte sind geschlossen.

Martinszüge in Nordrhein-Westfalen sind verboten

Martinszüge wie hier in Köln wird es in diesem Jahr nicht geben (Archivbild)

Martinszüge wie hier in Köln wird es in diesem Jahr nicht geben (Archivbild)

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

16.41 Uhr: Martinszüge sind in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen verboten. Das teilte das Landesgesundheitsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Die neue Corona-Schutzverordnung erlaube Veranstaltungen nur noch, "wenn es dafür einen ausdrücklichen Ausnahmetatbestand in der Verordnung gibt", erklärte ein Sprecher. "Da Martinszüge keine berufliche Veranstaltung sind und auch keine der Daseinsfürsorge dienende Veranstaltung, sind sie leider nicht zulässig." Auch für feste Gruppen wie Schulklassen gebe es keine Ausnahmen.

Touristen in Niedersachsen müssen Urlaub nicht abbrechen

16.25 Uhr: Touristen müssen ihren Urlaub in Niedersachsen anders als in Schleswig-Holstein nicht abbrechen, wenn sie vor Beginn des neuen Teil-Lockdowns anreisen. Das geht aus der am Freitag veröffentlichten neuen Verordnung des Landes hervor. Aufenthalte mit Übernachtung, die bereits vor dem 2. November angetreten worden seien, müssten nicht abgebrochen werden, heißt es in der Regelung des Landes.

Erste Eilanträge gegen Schließungen bei Berliner Verwaltungsgericht

15.52 Uhr: Am Berliner Verwaltungsgericht sind die ersten Eilanträge gegen die für kommende Woche angeordneten Schließungen von Restaurants, Kneipen und Bars eingegangen. "Stand jetzt gibt es vier Eilanträge rund um den Komplex des am Montag beginnenden Lockdowns", teilte das Gericht auf Anfrage mit. Weitere 19 Anträge seien angekündigt, bislang aber noch nicht eingegangen. Wann über die Eilanträge entschieden werde, sei zunächst nicht absehbar.

BKA schickt Mitarbeiter zu Kontaktnachverfolgung nach Berlin

15.44 Uhr: Das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden hat zehn Mitarbeiter zur Kontaktnachverfolgung nach Berlin geschickt. Seit Donnerstag seien sie in den Gesundheitsämtern in Neukölln und Mitte tätig, teilte die Behörde mit. Der Einsatz sei bis zum 23. Dezember befristet. Das Unterstützungsangebot könne bei Bedarf bundesweit auf weitere Gesundheitsämter ausgeweitet werden.

Die BKA-Mitarbeiter sollen Covid-19-Patienten telefonisch zu ihren Kontakten befragen sowie mögliche Kontakte benachrichtigen. Darüber hinaus sollen sie die Menschen in Risikogruppen einteilen und die Ergebnisse dokumentieren.

Das BKA setzt nach eigenen Angaben mit der Entsendung seiner Mitarbeiter einen Beschluss von Bund und Ländern vom 14. Oktober um, in dem Mitarbeiter der Bundesverwaltungen dazu aufgerufen wurden, den öffentlichen Gesundheitsdienst bei der Kontaktnachverfolgung kurzfristig personell zu unterstützen.

Greta Thunberg führt Klimaprotest online weiter

14.47 Uhr: Klimaaktivistin Greta Thunberg demonstriert vorerst wieder im Internet statt unter freiem Himmel. Grund dafür sind die neuen Corona-Maßgaben für Stockholm und weitere Regionen in Schweden. Weil sich die Situation verschlechtere, gehe sie wieder zurück in den Online-Streik, schrieb Thunberg am Freitag auf Twitter. Dazu stellte sie ein Bild, das sie zu Hause in Stockholm mit ihrem berühmt gewordenen Protestschild mit der Aufschrift "Skolstrejk för klimatet" (Schulstreik fürs Klima) zeigte.

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Seit dem Sommer 2018 demonstriert Thunberg immer freitags eigentlich vor dem Reichstag in Stockholm für einen stärkeren Kampf gegen die Klimakrise. Nach dem Beginn der Coronakrise war sie im Frühjahr 2020 aber relativ zügig ins Internet ausgewichen, wo sie in den sozialen Netzwerken mehr Klimaschutz einfordert und Beiträge von Mitstreitern in aller Welt teilt. Ende August war sie zum Protest vor das schwedische Parlament zurückgekehrt - mit Maske und ausreichend Abstand zu den Mitdemonstranten. Damit ist nun erst einmal Schluss.

Krankenhaus-Kapazitäten in der Schweiz könnten nicht ausreichen

14.40 Uhr: Das Schweizer Gesundheitssystem droht überfordert zu werden. Obwohl die Zahl der nicht akuten Eingriffe in den Krankenhäusern bereits massiv reduziert worden sei, dürfte die Bettenkapazität in rund zwei Wochen erschöpft sein, sagt der Leiter eines wissenschaftlichen Beratergremiums, Martin Ackermann. Die Regierung habe zwar schärfere Maßnahmen abgeordnet, doch diese dürften sich in den Krankenhäusern erst in etwa zehn Tagen auswirken. "Das bedeutet leider, dass wir damit rechnen müssen, dass die Kapazitäten in unseren Spitälern überschritten werden."

Touristen müssen Schleswig-Holstein bis zum 2. November verlassen

14.17 Uhr: Touristen müssen spätestens bis zum 2. November aus Schleswig-Holstein abreisen. Für Urlauber auf den Nordsee-Inseln und Halligen gelte eine Frist bis zum 5. November wegen der Kapazitäten im Fährverkehr sowie den Autozügen. Das teilte die Landesregierung in Kiel mit und verwies auf die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse für einen Teil-Lockdown im November.

Corona-Regeln sollen nicht in Privatwohnungen kontrolliert werden

13.58 Uhr: Die Polizei in Nordrhein-Westfalen wird im November auf die Umsetzung der neuen Corona-Regeln pochen, deren Einhaltung Innenminister Herbert Reul zufolge aber nicht in Privatwohnungen kontrollieren. "Wir gehen nicht in Privatwohnungen", sagt Reul. Ausnahmen seien Sachverhalte wie häusliche Gewalt, die ein Einschreiten notwendig machten. Im öffentlichen Raum werde die Polizei eingreifen, wenn die Regeln nicht eingehalten würden. Es werde auch gemeinsame Streifen von Ordnungsämtern und Polizei geben. "Wir müssen die Zügel stärker anziehen, weil viel auf dem Spiel steht", betont der CDU-Politiker.

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte im Landtag, dass die Polizei lediglich im öffentlichen Raum kontrollieren werde, ob die Maskenpflicht eingehalten wird. "Natürlich in der Wohnung nicht. Da ist auch keine Änderung geplant.", so der CSU-Chef.

Ramelow sieht gefährliche Entwicklung bei Protest gegen Corona-Regeln

13.43 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sieht in einem Teil des Widerstands gegen die staatlichen Corona-Regeln eine gefährliche Entwicklung. Einige Vorgänge, wie die Androhung von Brandanschlägen auf das Robert Koch-Institut im Internet oder Demonstranten mit Transparenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) oder dem Berliner Virologen Christian Drosten in KZ-Kleidung gingen "in Richtung Terrorismus", sagte Ramelow dem "Tagesspiegel". Dass sich Coronaleugner mit Rechtsextremen vernetzten oder Reichsbürger mit Querdenkern und Impfgegnern sei eine gefährliche Mischung.

Beschleunigte Überprüfung für Impfstoff in Großbritannien

13.02 Uhr: Um möglichst schnell aus der Coronakrise herauszukommen, hoffen viele Politiker und Medizinerinnen auf einen Impfstoff. Das Mainzer Unternehmen Biontech zeigt sich nun optimistisch. Lesen Sie hier mehr.

Spahn ab Montag wieder im Ministerium

12:50 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn hat angekündigt, dass er nach seiner Corona-Infektion und der Ende der Quarantäne ab kommenden Montag wieder im Ministerium arbeiten wird. Spahn war am 21. Oktober positiv getestet worden. Er folge damit den Vorgaben des Gesundheitsamtes und des RKI, sich bei leichten Symptomen zehn Tage in Isolation zu begeben, heißt es im Ministerium. Spahn sei mittlerweile negativ getestet worden.

Bundespolizist soll Corona-Skeptikern Tipps für Demos gegeben haben

12.39 Uhr: Ein Beamter der Kölner Bundespolizei soll Corona-Skeptikern Tipps gegeben haben, wie sie sich bei Demonstrationen gegen den Zugriff durch Polizisten wehren können. Die Bundespolizei prüfe mehrere Sprachnachrichten, die der Beamte in einer Chatgruppe des Messengerdienstes Telegram gepostet habe, sagte Behördensprecherin Martina Dressler.

Nach einem Bericht des "Kölner Stadt-Anzeiger" bot der Mann, der sich "Peter aus Köln" nennt, den Gruppenmitgliedern seine Unterstützung an. Wenn die Polizei zum Beispiel bei einer Demo einen bestimmten Teilnehmer ins Visier nehme, sollten andere Demonstranten die Polizisten durch "ganz einfaches Blocken" oder "einfaches Einhaken" von ihm fernhalten, riet er laut Zeitung in einer Sprachnachricht.

Brüssel bezweifelt Nutzen von Quarantäne für Reisende

12.35 Uhr: Die EU-Kommission hat Zweifel am Nutzen von verpflichtenden Quarantäne-Regeln für Reisende in der aktuellen Lage der Pandemie geäußert. Nach Einschätzung der Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC trügen "obligatorische Tests und die Quarantäne von Reisenden wenig zur Wirksamkeit unserer Maßnahmen bei", sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Das Virus breite sich derzeit rasend schnell innerhalb der Gesellschaft aus, der Grenzverkehr trage da nur sehr wenig bei.

In jedem Fall sollten sich die Mitgliedstaaten untereinander besser absprechen, forderte die Kommissarin nach ihrem verbreiteten Redetext . Wie zu Beginn der Pandemie im Frühjahr gehen die EU-Staaten derzeit unterschiedlich bei Reisebeschränkungen wegen des Coronavirus vor. Zwar einigten sich die 27 Länder zuletzt auf eine einheitliche farbliche Einstufung von Risikogebieten, die daraus resultierenden Vorgaben für Reisende sind aber weiterhin höchst verschieden.

Gündogan: "Konnte mich kaum bewegen"

Fußball-Nationalspieler Ilkay Gündogan hat seine Corona-Erkrankung psychische belastet

Fußball-Nationalspieler Ilkay Gündogan hat seine Corona-Erkrankung psychische belastet

Foto: CHRISTOPHE SIMON / AFP

12.02 Uhr: Fußball-Nationalspieler Ilkay Gündogan nimmt die Pandemie nach dem Verlauf seiner eigenen Erkrankung noch ernster als zuvor. Dies sagte der 30-Jährige in einem Interview von RTL/ntv. "Mir ging es wirklich die ersten drei, vier Tage richtig schlecht. Ich konnte mich kaum bewegen, hatte Glieder-, Kopf- und Halsschmerzen und ein leichtes Druckgefühl im Brustbereich, was ich vorher noch nie so wirklich hatte", schilderte Gündogan. Der Mittelfeldspieler von Manchester City war im September positiv auf das Virus getestet worden.

"Gefühlt war ich nach den ersten 20 Minuten im Training schon platt und nachdem ich aus der Dusche kam, hat sich die Erschöpfung extrem angefühlt und als ich dann nach Hause kam nach den Trainingseinheiten, war es nicht unüblich, dass ich dann erstmal ein bis zwei Stunden geschlafen habe", sagte der Nationalspieler. Der positive Corona-Test habe für Gündogan auch "eine psychische Belastung" bedeutet.

US-Stadt Boston bietet Mitarbeitern bezahlte Pausen zum Corona-Test

11.19 Uhr: Angesichts steigender Corona-Zahlen in den USA dürfen sich Mitarbeiter der US-Stadt Boston künftig während der Arbeitszeit auf das Virus testen lassen. "Wir bieten jedem berechtigten Angestellten der Stadt alle 14 Tage eine bezahlte Stunde an, um sich während der Arbeitszeit testen zu lassen", sagte Bürgermeister Marty Walsh.

Die Aktion solle möglichst viele der mehr als 600.000 Bürger ermutigen, sich auch ohne Krankheitssymptome regelmäßig testen zu lassen. In der Stadt gebe es mehr als 30 Teststellen, darunter seien mehrere mobile Stationen. An diesen sei der Test für jeden umsonst, hieß es. Der Initiative schlossen sich Walsh zufolge bereits mehr als 20 weitere Arbeitgeber an, darunter auch der NBA-Rekordmeister Boston Celtics und das MLB-Baseballteam Boston Red Sox.

Laschet ruft zum Verzicht auf Halloween-Partys auf

11.05 Uhr: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet ruft dazu auf, am Wochenende auf Halloween-Partys zu verzichten. "Wir appellieren an jeden: Selbst wenn am 2. November die Verordnung erst in Kraft tritt, verzichten Sie auf die üblichen Halloween-Partys und alles, was an diesem Wochenende stattfinden könnte", sagt Laschet im Düsseldorfer Landtag. "Sie werden streng kontrolliert werden, und die Polizei und die Ordnungsämter werden vor Ort keinen Missbrauch dulden."

Vor Teil-Shutdown Forderungen nach Hilfen für Studierende

10.55 Uhr: Vor dem am Montag beginnenden Teil-Shutdown mit Schließungen unter anderem in der Gastronomie werden neue Forderungen zur finanziellen Unterstützung von Studierende laut. Die Grünen im Bundestag, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) verlangten am Freitag die schnelle Wiederauflage eines im September ausgelaufenen Nothilfeprogramms. Grüne und DGB sprachen sich zudem für eine grundsätzliche Reform der Studienfinanzierung aus.

Die Grünen schlagen in einem Konzept zur Reform der Studienfinanzierung einen "Neustart für das Bafög" vor. Demnach sollten alle Studenten bis 25 Jahre einen monatlichen Garantiebetrag von 290 Euro bekommen und zusätzlich einen "Bedarfszuschuss" abhängig von der jeweiligen Einkommens- und Vermögenssituation. "Studierende und Auszubildende sollen ihren Kopf frei haben für Bücher, Lernen und persönliche Entfaltung", heißt es in dem Konzept.

Es räche sich in dieser Situation, dass beim Bafög seit Jahrzehnten zu wenig getan worden sei, sagte DGB-Vize Hannack. Das Bafög reiche nicht zum Leben und erreiche immer weniger Studierende.

Mehr als 21.600 Neuinfektionen in Polen

10.35 Uhr: Die Behörden in Polen melden 21.629 nachgewiesene Neuinfektionen binnen einem Tag. Das ist abermals ein Höchstwert. 202 weitere Menschen starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Zusammenhang mit dem Coronavirus, insgesamt sind es damit 5351. Um die wachsende Zahl der Patienten aufnehmen zu können, hat die Regierung mehrere Staatsunternehmen angewiesen, Feldlazarette zu errichten.

Österreich und Italien fast ganz als Risikogebiete eingestuft

10.29 Uhr: Die Bundesregierung hat Österreich bis auf zwei kleine Exklaven und fast ganz Italien wegen dramatisch steigender Infektionszahlen ab diesem Sonntag zu Corona-Risikogebieten erklärt. Mit Kroatien, Slowenien, Ungarn, Bulgarien und Zypern werden zudem fünf EU-Länder komplett auf die Risikoliste gesetzt, wie das Robert Koch-Institut auf seiner Internetseite mitteilte.

Deutsche Wirtschaft wächst in Rekordtempo um 8,2 Prozent

10.00 Uhr: Nach dem Einbruch wegen der Coronakrise im Frühjahr hat sich die deutsche Wirtschaft spürbar erholt und ist im Sommerquartal mit Rekordtempo gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen Juli und September um 8,2 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Lesen Sie hier mehr.

Saarlands Regierungschef schließt Shutdown-Verlängerung nicht aus

09.05 Uhr: Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans hält eine Verlängerung des Shutdowns in den Dezember hinein für möglich, sollten die Infektionszahlen nicht entscheidend sinken und die Kontaktnachverfolgung schwierig bleiben. "Dann müssen wir besprechen, was wir machen. Natürlich gibt es dann verschiedene Optionen. Man kann noch schärfere Maßnahmen machen, wir schließen ja auch nicht alles. Man kann das Ganze verlängern", sagt der CDU-Politiker dem Sender RTL/ntv. Der Plan aber sei, mit den vier Wochen durchzukommen.

Sportbund warnt vor "verlorenem Jahrgang"

08.58 Uhr: Wegen des Corona-Shutdowns fürchtet der Landessportbund Nordrhein-Westfalen massive Schäden bei der Ausbildung von Nachwuchsathleten. "Wenn Kinder und Jugendliche ein Jahr lang kaum Sport machen können, ist das ein verlorener Jahrgang", sagte der Vorstandsvorsitzende Christoph Niessen den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Vor allem für diejenigen, die Hochleistungssport betreiben wollten, hätten die verschärften Corona-Regeln dramatische Folgen: "Ein Nachwuchssportler, der am Horizont nicht mehr erkennt, dass er seine Leistung erbringen kann, sich mit anderen messen kann, der verliert die Orientierung."

Der 51-Jährige appelliert an die NRW-Landesregierung, den Schulsport aufrechtzuerhalten. Kinder bräuchten gerade in dieser schwierigen Situation mit Angst und Zukunftssorgen Bewegung. Zudem forderte der LSB-Chef, die finanziellen Hilfen des Landes für Vereine über das Jahresende hinaus zu verlängern. "Die Auswirkungen kommen im nächsten Jahr", sagte Niessen.

Olympische Spiele: Rückerstattung der Eintrittskarten kann beantragt werden

08.52 Uhr: Nach der Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio aufgrund der Pandemie kann vom 10. bis 30. November die Rückerstattung der Eintrittskarten beantragt werden. Das teilte das Organisationskomitee mit. Bereits gekaufte Tickets bleiben zwar auch für das nächste Jahr (23. Juli bis 8. August 2021) gültig, doch ist auch die Rückgabe der Karten möglich. Die Erstattung für die Paralympics-Tickets kann zwischen dem 1. und 21. Dezember beantragt werden.

Israel beschließt Lockerungen der Corona-Beschränkungen

Am Freitag verzeichnete Israel 630 neue Fälle. Vor einem Monat waren es noch mehr als 9000

Am Freitag verzeichnete Israel 630 neue Fälle. Vor einem Monat waren es noch mehr als 9000

Foto: Mahmoud Illean / AP

08.46 Uhr: Knapp zwei Wochen nach ersten Lockerungen von Israels zweitem Lockdown sind weitere Erleichterungen geplant. Das sogenannte Corona-Kabinett beschloss in der Nacht zum Freitag die Öffnung der Grundschulen für die 1. bis 4. Klasse, allerdings unter Einschränkungen. Von Sonntag an dürfen auch Ferienwohnungen wieder geöffnet werden. In Gebetshäusern können sich bis zu zehn Menschen versammeln und draußen bis zu 20. Auch Friseur- und Kosmetiksalons dürfen dann wieder einzelne Kunden empfangen.

Straßengeschäfte sollen aber erst eine Woche später geöffnet werden. Sollten die durchschnittlichen Fallzahlen schon vorher auf rund 500 am Tag fallen, wird schon früher geöffnet. Auch nach den ersten Lockerungen in Israel waren die Infektionszahlen weiter gesunken.

Russland meldet über 18.000 Neuinfektionen

08.45 Uhr: In Russland melden die Behörden 18.283 Neuinfektionen binnen einem Tag – so viele wie nie zuvor. Allein 5268 Ansteckungsfälle wurden in Moskau nachgewiesen. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus legt um 355 auf 27.656 zu. Russland verzeichnet nach den USA, Indien und Brasilien die meisten Infektionsfälle, weist aber im Vergleich zu diesen Ländern deutlich weniger Todesfälle aus. Insgesamt sind knapp 1,6 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert.

Mehr als 13.000 Neuinfektionen in Tschechien

08.01 Uhr: In Tschechien haben die Behörden innerhalb eines Tages 13.051 Neuinfektionen gemeldet. Das Land mit seinen rund 10,7 Millionen Einwohnern verzeichnet damit insgesamt mehr als 310.000 nachgewiesene Ansteckungsfälle. Tschechien kämpft mit einer der am schnellsten steigenden Infektionsraten in Europa. Zuletzt starben 187 weitere Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Insgesamt sind es damit 2862 Todesfälle.

Frankreichs Wirtschaft wächst nach Corona-Einbruch überraschend stark

07.48 Uhr: Die französische Wirtschaft ist im Sommer nach dem Corona-Einbruch im Frühjahr stark gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im dritten Quartal um 18,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistikamt Insee in Paris mitteilte. Analysten hatten im Schnitt eine niedrigere Wachstumsrate von 15 Prozent erwartet.

Im zweiten Quartal war die Wirtschaft im Zuge der ersten Corona-Welle drastisch geschrumpft. Auch die jüngsten Eindämmungsmaßnahmen wegen der massiv steigenden Corona-Infektionen dürfte die Wirtschaft im laufenden vierten Quartal erneut bremsen.

RKI meldet erstmals mehr als 18.000 Neuinfektionen

07.01 Uhr: Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 18.681 Fällen binnen einem Tag einen neuen Höchstwert erreicht. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts hervor. Der bisherige Rekordwert vom Donnerstag lag bei 16.774 Fällen. Am Freitag vor einer Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 11.242 Neuinfektionen gemeldet.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 499.694 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 77 auf insgesamt 10.349. Das RKI schätzt, dass rund 345.700 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Donnerstag bei 0,97 (Vortag: 1,03). Das bedeutet, dass ein Infizierter etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Donnerstag bei 1,17. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Flixbus stellt Betrieb im November ein

06.44 Uhr: Der Fernreise-Anbieter Flixbus stellt aufgrund der neuen Corona-Kontaktbeschränkungen seinen Betrieb vorübergehend ein. Der Mitgründer und Geschäftsführer von FlixMobility, André Schwämmlein, verwies in der "Welt am Sonntag"  auf die von der Politik gewünschten Reiseeinschränkungen. "Deswegen fahren wir unseren Bus- und Zugbetrieb jetzt im November auch komplett runter in der Hoffnung, an Weihnachten mit Flixbus für unsere Kunden im Einsatz sein zu können. Flixtrain macht vorübergehend Winterpause." Wenn Kanzlerin Angela Merkel darum bitte, "nicht zu reisen, hat das natürlich Einfluss auf die Nachfrage", sagte Schwämmlein.

Schon im Frühjahr hatte das Unternehmen angesichts der Corona-Auflagen vorübergehend keine Fahrten mehr angeboten. "Im Sommer konnten wir dann wieder etwa die Hälfte unseres Netzes bedienen. Wir folgen dabei sehr stark der Nachfrage", sagte Schwämmlein. Schon im Oktober habe man aber wieder "eine gebremste Reiselust" gesehen. "Im Moment liegen wir etwa bei 30 Prozent, werden aber wieder komplett reduzieren, weil der politische Wunsch ist, dass man nicht reist", so der Flixbus-Chef.

EU-Gesundheitsminister beraten über Stärkung der WHO

05.47 Uhr: Die Gesundheitsminister der Europäischen Union kommen am Freitag (10.00 Uhr) zu einer Videokonferenz zusammen. Wichtigstes Thema ist die Stärkung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine zentrale Rolle zugeordnet wird. Funktionsweise und Leistungsfähigkeit der Organisation müssten trotz aller bisheriger Anstrengungen noch entscheidend verbessert werden, hieß es dazu von EU-Diplomaten. Die Zeit sei gekommen, vor der am 9. November beginnenden Weltgesundheitsversammlung der WHO ein starkes politisches Signal zu setzen.

Mit dem Rückzug der USA sehen die Europäer für sich eine führende Rolle bei der Stärkung der WHO. Die USA haben unter Präsident Donald Trump ihren Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation eingereicht, der im Juli 2021 wirksam wird. Trump warf der in Genf ansässigen Organisation vor, zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert zu haben und unter der Kontrolle der chinesischen Regierung zu stehen. Er macht die WHO mitverantwortlich für die hohe Zahl der Corona-Toten.

Die Minister befassen sich außerdem mit der Koordinierung der EU-Reiseregeln in der Pandemie. Die Gesundheitspolitik ist Sache der Mitgliedstaaten. Bisher behindere die Vielfalt der Maßnahmen einzelner Länder immer noch die Bewegungsfreiheit von Personen innerhalb der EU, hieß es. So hatte beispielsweise die Kompromisssuche bei Regeln zur Corona-Ampel für eine einheitliche Bewertung von Hotspots Wochen gedauert.

"Maybrit Illner" zum Shutdown: "Es gibt nur blöde Wege aus dieser Pandemie"

05.40 Uhr: Überraschung! Bei "Maybrit Illner" ging es um Corona, zum zweidutzendsten Mal. Aber dieser Anlauf war einer der besten. Das lag an der Konstruktion der Sendung – und an einer fordernden Virologin. Lesen Sie hier mehr dazu.

Japans Industrieproduktion im September weiter gestiegen

05.32 Uhr: Japans Industrieproduktion zieht nach den schweren Einbrüchen in Folge der Pandemie weiter an. Der Ausstoß der vor Deutschland drittgrößten Volkswirtschaft der Welt stieg im September um 4,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie die Regierung am Freitag auf Basis vorläufiger Daten bekannt gab. Damit setzte sich die moderate Erholung der Produktion in Japan im nunmehr vierten Monat in Folge fort.

Im August hatte Japan laut revidierten Daten einen Anstieg der Produktion um 1,0 Prozent verzeichnet. Japans Industriekonzerne rechnen für den Monat Oktober mit einem weiteren Produktionsanstieg von 4,5 Prozent und von 1,2 Prozent im November. Derweil verharrte die Arbeitslosenquote im September bei 3,0 Prozent.

Japans Wirtschaft hatte im Zuge der Coronakrise einen Rekordeinbruch erlitten. Experten rechnen damit, dass es noch Jahre dauert, bis sich Japan vollständig von den Auswirkungen der Pandemie erholen wird. Nach Einschätzung der Bank von Japan (BoJ) dürfte die wirtschaftliche Leistung in dem noch bis zum 31. März 2021 laufenden Fiskaljahr um 5,5 Prozent rückläufig sein.

SPD-Finanzpolitiker: Wer gut durch Coronakrise kommt, sollte Staat helfen

05.07 Uhr: Aus der SPD kommen Rufe nach einer stärkeren Beteiligung von Gutverdienern an den enormen Corona-Kosten. "Die Menschen, die gut durch die Krise gekommen sind, sollten dem Staat nach der Krise helfen, wieder auf die Beine zu kommen", sagte der finanzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Lothar Binding, der "Bild" . "Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein." Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hält dagegen "Steuererhöhungen für Gift". Er werde sich an solchen Diskussion "nicht beteiligen", sagte er dem Blatt.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hält Steuererhöhungen für eine Option, um die Staatskassen wieder zu füllen. "Der starke Anstieg der Staatsverschuldung wird nach der Pandemie korrigiert werden müssen", sagte der Ökonom dem Blatt. Der beste Weg sei der eines stärkeren Wirtschaftswachstums. Dafür müsse die Politik jedoch den Strukturwandel hin zu Klimaschutz, Digitalisierung und Globalisierung viel stärker vorantreiben als bisher. "Wenn dies nicht gelingt, dann werden Steuererhöhungen langfristig notwendig sein", sagte Fratzscher.

USA melden erstmals mehr als 90.000 Neuinfektionen pro Tag

05.04 Uhr: Kurz vor der Wahl ist keine Entspannung der Corona-Lage in den Vereinigten Staaten absehbar. Im Gegenteil: In den vergangenen 24 Stunden wurde eine neue bittere Höchstmarke erreicht. Lesen Sie hier mehr.

Heil will erleichterten Bezug von Hartz IV bis Ende 2021 verlängern

04.23 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will den vereinfachten Zugang zu Hartz-IV-Leistungen in der Coronakrise bis Ende des kommenden Jahres fortführen. Die leichtere Beantragung ist derzeit bis Ende 2020 befristet, doch das werde nicht ausreichen, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die Regelung muss bis Ende des nächsten Jahres verlängert werden."

Der Minister erklärte, die Maßnahme richte sich besonders an viele Selbstständige, denen in der Pandemie der Verdienst komplett weggebrochen sei, sowie an Arbeitnehmer, die schon davor nicht gut verdient hätten und jetzt durch Kurzarbeit starke Einkommensausfälle hätten und ergänzende Grundsicherung brauchten. "Wir wollen diese Menschen nicht ab 1. Januar mit einer Vermögensprüfung behelligen oder mit der Frage, ob ihr Wohnraum womöglich zu groß ist."

Die Regierung hatte erst Anfang September den erleichterten Zugang zu Hartz IV bis Ende 2020 verlängert. Das Vermögen der Betroffenen wird damit weiter nur eingeschränkt von den Jobcentern überprüft. Tatsächliche Kosten für Unterkunft und Heizung werden anerkannt. Bei der Bewilligung vorläufiger Leistungen gibt es Vereinfachungen.

Hubertus Heil und Annegret Kramp-Karrenbauer zu Beginn der Kabinettssitzung in Berlin am Mittwoch

Hubertus Heil und Annegret Kramp-Karrenbauer zu Beginn der Kabinettssitzung in Berlin am Mittwoch

Foto: Janine Schmitz/photothek.net / imago images/photothek

Ver.di-Chef will 150 Euro mehr für Hartz-IV-Empfänger im November 

03.50 Uhr: Verdi-Chef Frank Werneke fordert einen Bonus für Hartz-IV-Bezieher für die Zeit des bestehenden Shutdowns in Deutschland. Da die Bereitstellung von Lebensmitteln durch die Tafeln derzeit nicht funktioniere, kämen viele Bezieher von Grundsicherung nicht über die Runden, sagte Werneke der Nachrichtenagentur dpa. Deshalb solle es einen Zuschlag von 150 Euro auf die Regelsätze zumindest für den Monat November geben. Werneke schloss sich damit entsprechenden Forderungen von Wohlfahrtsverbänden an.

Ökonomen: Shutdown-Nothilfe dürfte nicht ausreichen

02.30 Uhr: Führende Ökonomen halten die staatliche November-Nothilfe für Gastronomen und andere vom geplanten Teil-Lockdown betroffene Branchen längerfristig für nicht ausreichend. "Die Erstattung des Umsatzausfalls ist sicher zielführend", sagte der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, der "Rheinischen Post" . "Ob allerdings 75 Prozent ausreichen, dürfte fraglich sein, je länger der Lockdown dauert."

Die Gewinnmargen in konsumnahen Branchen seien schließlich gering. "Insofern kann es trotz der Hilfen zu einem massiven Unternehmenssterben kommen", sagte der IW-Direktor. Zudem hätten Einzelhändler keine Aussicht auf Hilfe, obwohl auch ihre Geschäfte leiden würden, wenn in Innenstädten Cafés und Restaurants schließen müssten.

Ähnlich äußerte sich der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher. "Die Hilfen werden das längerfristige Problem von Gastronomie, Einzelhandel und Reisebranche in dieser Pandemie nicht lösen können", sagte er. Menschen würden ihr Konsumverhalten ändern, um sich vor dem Coronavirus zu schützen. "Auch deshalb werden wir wohl in den kommenden Monaten zahlreiche Insolvenzen bei Unternehmen sehen, nicht nur in den jetzt unmittelbar betroffenen Branchen", sagte der DIW-Präsident.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatten am Donnerstag neue Hilfen in Höhe von zehn Milliarden Euro für betroffene Branchen im November vorgestellt.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

WHO warnt vor Negativfolgen landesweiter Lockdowns

01.45 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor negativen Nebeneffekten landesweiter Lockdowns im Kampf gegen die Corona-Pandemie gewarnt. Zwar könnten strikte Beschränkungen dabei helfen, Ansteckungsketten zu unterbrechen und zur Erholung des Gesundheitswesens beitragen, sagte der Europa-Direktor der Organisation, Hans Kluge. Allerdings habe dies seinen Preis: So sei bei strikten Lockdown-Maßnahmen mit einem Anstieg bei psychischen Erkrankungen und häuslicher Gewalt zu rechnen.

Kluge verwies auch auf den wirtschaftlichen Schaden durch strenge Einschränkungen. "Angesichts dieser Realitäten betrachten wir nationale Lockdowns als das Mittel der letzten Wahl, weil sie die nach wie vor bestehende Möglichkeit umgehen, jeden an grundlegenden und effektiven Maßnahmen zu beteiligen."

Der WHO-Experte betonte zugleich, dass Europa wieder zum Zentrum der Pandemie geworden sei. Auch die Todesfallrate sowie die Zahl der Krankenhaus-Patienten steige wieder an. Eine weitere Ausweitung der Testkapazitäten in größerem Stil sei angesichts der massiven Ausbreitung des Virus nicht mehr möglich, erklärte Kluge. Das Europa-Direktorat der WHO umfasst 53 Länder, darunter unter anderem auch Russland.

Pandemie-Maßnahmen: Können Schnelltests die Wirtschaft retten?

01.33 Uhr: Kulturveranstalter, Arbeitgeber, Airlines – alle hoffen auf Corona-Schnelltests. Doch für den Masseneinsatz taugt das viel zu ungenaue Verfahren bisher kaum. Lesen Sie hier mehr dazu:

EU-Kommission finanziert Transport von Covid-Patienten in andere Länder

00.43 Uhr: Angesichts knapper werdender Krankenhauskapazitäten wegen der Corona-Pandemie finanziert die EU-Kommission die Verlegung von Patienten in andere Länder mit 220 Millionen Euro. Dies kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstagabend nach einer Videokonferenz der europäischen Staats- und Regierungschefs zum weiteren Vorgehen gegen die Pandemie an. Die Hilfe können demnach Länder in Anspruch nehmen, wenn bei ihnen Intensivbetten knapp würden.

Von der Leyen forderte die Mitgliedstaaten auf, dafür auch die Daten zur Auslastung ihrer Intensivstationen an die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC zu melden. Damit sei es möglich, schnell nötigen Bedarf abzugleichen und die grenzüberschreitende Versorgung von Patienten zu fördern.

Als weitere Maßnahmen nannte von der Leyen eine Vernetzung von Corona-Experten der nationalen Regierungen und der EU sowie die rasche Zulassung von Corona-Schnelltests. Sie forderte die Mitgliedstaaten auch auf, das EU-Angebot einer Vernetzung nationaler Corona-Warnapps wahrzunehmen und sicherte eine faire Verteilung von Impfstoffen auf alle EU-Staaten zu, wenn diese einsatzbereit seien.

Von der Leyen appellierte gleichzeitig an Politik und Bürger, im Kampf gegen die Pandemie nicht nachzulassen. "Ich verstehe, wie müde und besorgt alle sind", sagte sie. "Aber jetzt ist für uns alle die Zeit für Geduld, Entschlossenheit und Disziplin."

Zahl der Corona-Toten in Frankreich auf mehr als 36.000 gestiegen

00.30 Uhr: In Frankreich hat sich die Zahl der Corona-Toten nach offiziellen Angaben auf mehr als 36.000 erhöht. 250 weitere Menschen seien in den vergangenen 24 Stunden an den Folgen der Viruserkrankung Covid-19 gestorben, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag in Paris mit. In der Nacht zum Freitag trat in Frankreich erneut ein landesweiter Lockdown in Kraft.

Die Zahl der Corona-Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen, stieg den Angaben zufolge auf 3147 – ein Plus von 395 im Vergleich zum Vortag. Insgesamt werden derzeit mehr als 21.600 mit dem Coronavirus Infizierte in französischen Krankenhäusern behandelt.

Frankreich ist eines der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder in Europa. Wegen der seit Wochen stark steigenden Infektionszahlen verhängte die Regierung in Paris einen erneuten landesweiten Lockdown. (Mehr dazu unter dem Eintrag von 00.05 Uhr)

Merkel warnt vor erneuten Grenzschließungen in Europa

00.10 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bei einem EU-Videogipfel klar gegen die erneute Schließung von Grenzen innerhalb der Europäischen Union ausgesprochen. Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte am Abend nach dreistündigen Beratungen der Staats- und Regierungschefs, dass sich Merkel für eine koordinierte Bekämpfung der Corona-Pandemie in Europa eingesetzt habe: "Gerade für Deutschland als Land in der Mitte Europas ist es wichtig, dass die Grenzen offen bleiben, dass es einen funktionierenden Wirtschaftskreislauf gibt und dass wir gemeinsam die Pandemie bekämpfen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag im Bundestag

Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag im Bundestag

Foto: FILIP SINGER/EPA-EFE/Shutterstock

Während der ersten Corona-Welle im Frühjahr hatten zahlreiche EU-Länder ihre Grenzen ohne Absprachen geschlossen. Auch jetzt gibt es bereits wieder einseitige Einreisebeschränkungen. So hat die dänische Regierung vor einer Woche verfügt, dass Menschen aus Deutschland nicht mehr ohne triftigen Grund einreisen dürfen. Für den Großteil der weiteren Staaten in Europa gilt das schon länger. Ungarn hat seine Grenzen schon wieder fast ganz für Ausländer dicht gemacht.

Auch Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz warnte vor Grenzschließungen wie während der ersten Welle der Pandemie im Frühjahr. "Die Grenzen in Europa müssen offen bleiben", sagte Kurz. Alle Länder hätten "eine ähnliche Situation – manche sind ein paar Wochen voran, manche sind ein paar Wochen zurück".

Neue Ausgangsbeschränkungen in Frankreich kosten Milliarden

00.05 Uhr: Die neuen Corona-bedingten Ausgangsbeschränkungen in Frankreich sorgen für milliardenschwere Extrakosten. Wie Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire am Abend in Paris sagte, müssen 200.000 Geschäfte in den kommenden Wochen geschlossen bleiben. "Dieser Lockdown ist ein harter Schlag für alle Unternehmen, die geschlossen bleiben werden", sagte der Ressortchef. Er bezifferte die nun fälligen Unterstützungsleistungen pro Monat auf rund 15 Milliarden Euro.

Die neuen Maßnahmen gelten ab Freitag und bis zum 1. Dezember. Damit soll die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. Staatschef Emmanuel Macron hatte die "neue Etappe" im Kampf gegen die Pandemie am Mittwoch angekündigt.

Bürger dürfen sich nicht mehr ohne Weiteres frei bewegen. Menschen können auf die Straße gehen, wenn sie arbeiten, wichtige Einkäufe erledigen, einen Arzt aufsuchen oder frische Luft schnappen wollen – müssen dafür dann aber eine Bescheinigung ausfüllen. Sport ist eine Stunde pro Tag in einem Umkreis von einem Kilometer vom Wohnort erlaubt.

Im Großraum Paris gab es am Abend ein hohes Verkehrsaufkommen, wie Medien berichteten. Autos stauten sich zusammengerechnet auf einer Länge von rund 700 Kilometern – deutlich mehr als üblich. Schon im Frühjahr hatten zahlreiche Bewohner die Hauptstadt während der Ausgangsbeschränkungen verlassen.

Wegen Corona-Pandemie: Rio sagt Straßenkarneval ab

00.01 Uhr: Nach der Verschiebung des weltberühmten Karnevals im Sambodrom hat die brasilianische Metropole Rio de Janeiro wegen der Corona-Pandemie den Straßenkarneval abgesagt. Dies berichtete das Nachrichtenportal "G1". Demnach hätten Vertreter von Karnevalsgruppen, die städtische Tourismusagentur Riotur und Spezialisten für Gesundheit und öffentliche Sicherheit die Absage nach einer Online-Besprechung festgelegt.

Dem Bericht zufolge waren sich alle Teilnehmer einig, dass eine Veranstaltung von der Größe des Straßenkarnevals von Rio in der Corona-Pandemie weder sinnvoll noch sicher ist. In diesem Jahr hatte der Karneval in Rio laut "G1" unter Berufung auf Riotur allein in vier Tagen mehr als drei Millionen Menschen auf die Straße gelockt. Ende September hatte Rio bereits die Umzüge im Sambodrom verschoben. Sie sollten im Februar stattfinden.

Nach den USA und Indien verzeichnet Brasilien die meisten Infektionen mit dem Coronavirus - es sind über 5,4 Millionen. Mehr als 158.000 Menschen sind in dem größten Land Lateinamerikas im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Daten der Regierung des Bundesstaates Rio de Janeiro zufolge registrierte die Stadt Rio bis Donnerstag offiziell mehr als 118.000 Infizierte, über 12.000 Patienten sind bislang gestorben. Wegen Corona war bereits die Silvesterparty an der Copacabana abgesagt worden.

bah/ngo/mxw/mjm/svv/fek/dpa/AFP/Reuters/AP/sid