+++ News-Update vom 26. Juni +++ US-Virologe Fauci nennt Anstieg der Corona-Infektionen „ernstes Problem“

Die USA verzeichnen so viele neue Corona-Fälle wie nie zuvor an einem Tag. Während Vizepräsident Pence von „bemerkenswerten Fortschritten“ spricht, zeigt sich Virologe Anthony Fauci besorgt. Der Überblick vom 26. Juni.
Virologe Fauci: "Wir können das nur gemeinsam durchstehen"

Virologe Fauci: "Wir können das nur gemeinsam durchstehen"

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Susan Walsh/ AP

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Brasilien meldet erneut fast tausend Tote an einem Tag

23.45 Uhr: In Brasilien sind nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters in den vergangenen 24 Stunden 990 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Insgesamt gibt es in dem Land im Zuge der Pandemie demnach bislang fast 56.000 Tote.

Die Zahl der täglichen Toten ist damit im Vergleich zum Vortag (1141) etwas gesunken, die Zahl der Neuinfektionen stieg gleichwohl an. Nach über 39.000 neuen Fällen im Vortageszeitraum wurden nun 46.860 Infektionen registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen mit Sars-CoV-2 stieg damit laut Reuters auf fast 1,275 Millionen an. Weltweit sind nur die USA noch stärker von der Pandemie betroffen.

Kaum Anzeichen für Übertragung auf Bevölkerung im Kreis Gütersloh

22 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies und der Ausweitung von kostenlosen Tests gibt es im Kreis Gütersloh kaum Anzeichen für eine Übertragung des Virus auf die Bevölkerung. Das teilte der Kreis mit.

Vom 19. bis 25. Juni seien 55 Fälle ohne Bezug zum Tönnies-Stammwerk in Rheda-Wiedenbrück bekannt geworden. Am Donnerstag seien noch 14 Fälle hinzugekommen, hieß es in einer Presse-Mitteilung. Bei Tests in einem Berufskolleg, eines von insgesamt sechs Testzentren, seien 2937 Menschen auf Corona untersucht worden, neun wurden positiv getestet.

US-Virologe Fauci besorgt über Anstieg der Corona-Fälle

20.40 Uhr: Der Virologe und Berater von US-Präsident Donald Trump, Anthony Fauci, hat besorgt auf den rapiden Anstieg von Corona-Infektionen in vielen Bundesstaaten reagiert. "Wir haben in bestimmten Gebieten ein ernstes Problem", sagte Fauci bei einer Pressekonferenz der Coronavirus-Taskforce der US-Regierung. "Wir können das nur gemeinsam durchstehen."

Eine Reihe von Bundesstaaten verzeichnet derzeit die höchsten Ansteckungsraten seit Beginn der Corona-Krise. Besonders betroffen sind Staaten im Süden des Landes wie Florida, Texas und Arizona, aber auch im Westen wie Kalifornien. Wegen des Emporschnellens der Infektionen ordnete Texas am Freitag eine Schließung von Bars an. Florida verbot den Ausschank von Alkohol in Bars.

Mit rund 40.000 gemeldeten Fällen hatte die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA am Donnerstag einen neuen Höchststand erreicht. Vizepräsident Mike Pence - der der Taskforce vorsteht - sagte: "Wir haben mehr als 126.000 unserer Landsleute an die Krankheit verloren." Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.

"Wir haben wirklich bemerkenswerte Fortschritte gemacht", sagte Pence. Zwar steige die Zahl der bestätigten Neuinfektionen besonders in südlichen Bundesstaaten. Die Zahl der Todesopfer sinke aber landesweit.

Die Coronavirus-Taskforce hielt am Freitag erstmals seit zwei Monaten wieder eine Pressekonferenz ab. Kritiker werfen US-Präsident Donald Trump vor, der Krise nicht mehr die notwendige Beachtung beizumessen. Trump drängt schon seit Wochen auf eine rasche Rückkehr zur Normalität, um im Wahljahr 2020 die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.

Vatikan spendet Beatmungsgeräte

20.20 Uhr: Papst Franziskus hat 35 Beatmungsgeräte an Länder verschenkt, die stark von der Corona-Pandemie betroffen sind. Viele der beschenkten Staaten liegen in Lateinamerika, wie der Vatikan mitteilte.

Der in Argentinien geborene Papst wolle damit seine Nähe zu den Ländern ausdrücken, vor allem zu jenen, deren Gesundheitssysteme Schwierigkeiten hätten, mit der Krise fertig zu werden, hieß es in der Mitteilung weiter. Zu den Empfängern in Lateinamerika gehören unter anderem Brasilien, Venezuela und Mexiko. Zudem spendete Franziskus Geräte an Kamerun und Simbabwe in Afrika sowie an Bangladesch in Südasien.

Zuvor hatte Franziskus bereits über einen Hilfsfonds Geld für besonders bedürftige Menschen bereitgestellt. Dieser sei für alle da, die eine Unterstützung bräuchten, damit sie wieder "auf eigenen Beinen stehen können", schrieb der Papst.

Weltberühmte LGBTQ-Bar in New York wegen Corona-Pandemie in Not

20.10 Uhr: Die Besitzer der New Yorker Bar "Stonewall Inn" sind wegen des dreimonatigen Lockdowns in finanzielle Schieflage geraten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Der historische Treffpunkt der Schwulen-, Lesben-, Transsexuellen- und Queerszene im Stadtteil Greenwich Village braucht demnach rund 100.000 Dollar, um sich über Wasser zu halten. Mit einer Spendenaktion sei bereits annähernd ein Drittel der Summe erreicht worden.

Für das "Stonewall Inn" jährt sich am Sonntag auch ein für die gesamte LGBTQ-Szene wichtiger Tag. An der Bar in der Christopher Street kam es in der Nacht auf den 28. Juni 1969 zum sogenannten Stonewall-Aufstand, einer Reihe von Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern der Szene und der Polizei. Menschen auf der ganzen Welt erinnern am Christopher Street Day an die Krawalle und treten für die Rechte der LGBTQ-Gemeinschaften ein.

Fußballmeisterschaft in Brasilien soll im August wieder starten

19.50 Uhr: Trotz der weiter steigenden Corona-Zahlen planen der brasilianische Fußball-Verband CBF und die Verantwortlichen der Erst- und Zweitligaclubs die Wiederaufnahme der brasilianischen Meisterschaft für den 8. und 9. August. Dies geht aus einer Erklärung der CBF hervor. Demnach hatte CBF-Präsident Rogério Caboclo die Termine vorgeschlagen, fast alle Clubs stimmten zu.

Der Verband hatte alle nationalen Wettbewerbe Mitte März bis auf Weiteres ausgesetzt. Die Wiederaufnahme - ohne Publikum - hängt noch von der Zustimmung der Gesundheitsbehörden ab. Aber 19 der 20 Erstligavereine haben sich bereit erklärt, an anderen Orten zu spielen, in denen Sportveranstaltungen erlaubt sind, falls sie in ihren Städten keine Freigabe bekommen sollten.

Pence sieht Erfolge beim Kampf gegen Coronavirus in USA

19.38 Uhr: Trotz Rekordzahlen bei Corona-Neuinfektionen in den USA sieht US-Vizepräsident Mike Pence Erfolge im Kampf gegen das Virus. "Wir haben wirklich bemerkenswerte Fortschritte gemacht", sagte Pence beim ersten Briefing der Coronavirus-Taskforce des Weißen Hauses seit fast zwei Monaten. Zwar steige die Zahl der bestätigten Neuinfektionen besonders in südlichen Bundesstaaten. Die Zahl der Todesopfer sinke aber landesweit. Die Lage sei daher deutlich besser als vor zwei Monaten. Pence führte die steigende Zahl der bestätigten Neuinfektionen unter anderem auf die Ausweitung der Tests zurück - ähnlich argumentiert US-Präsident Donald Trump.

Mit rund 40.000 gemeldeten Fällen hatte die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA am Donnerstag einen neuen Höchststand erreicht. Pence - der der Taskforce vorsteht - sagte: "Wir haben mehr als 126.000 unserer Landsleute an die Krankheit verloren." Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.

Quarantäne für 1100 Schlachthof-Mitarbeiter und Kontakte in Oldenburg

19.24 Uhr: Nach Reihentests in einem Putenschlachthof in Wildeshausen im niedersächsischen Kreis Oldenburg ist für alle rund 1100 Mitarbeiter sowie deren Kontaktpersonen eine Quarantäne von zwei Wochen angeordnet worden. Das teilte der Landkreis mit. "Die primäre Aufgabe ist es, die Bevölkerung vor weiteren Infektionen zu schützen", sagte Landrat Carsten Harings.

Insgesamt gibt es in dem Schlachtbetrieb bei 1183 vorliegenden Testergebnissen 46 positive Fälle einer Covid-19-Infektion. Der Schlachthof Geestland Putenspezialitäten in Wildeshausen fährt nun schrittweise den Betrieb herunter, er wird für zwei Wochen geschlossen.

Bund und Länder einigen sich offenbar auf neue Corona-Reisebeschränkungen

18.41 Uhr: Reisende aus einem Landkreis mit hohem Corona-Infektionsgeschehen dürfen künftig offenbar nur dann in einem Hotel untergebracht werden, wenn ihnen ein ärztliches Zeugnis bestätigt, dass sie keine Infektion haben. Das soll aus einem Beschluss des Chefs des Bundeskanzleramtes und der Leiter der Staats- und Senatskanzleien der Länder hervorgehen, aus dem die Nachrichtenagentur dpa zitiert. Das benötigte ärztliche Zeugnis muss sich demnach "auf eine molekularbiologische Testung stützen, die höchstens 48 Stunden vor der Anreise vorgenommen worden ist".

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) begrüßte die Einigung. Nach dem Corona-Ausbruch im westfälischen Kreis Gütersloh beim Fleischproduzenten Tönnies hatten die meisten Bundesländer Reise-Einschränkungen für Menschen aus Corona-Hotspots beschlossen. Laschet sagte: "Die Unsicherheit und Stigmatisierung bei Reisenden aus Gütersloh in den letzten Tagen dürfen sich nicht wiederholen. Corona besiegen wir nur miteinander, nicht gegeneinander."

Melbourne rationiert Toilettenpapier-Verkauf

18.20 Uhr: Nach Panikkäufen aufgrund eines neuen Coronavirus-Ausbruchs in Australiens zweitgrößter Stadt Melbourne haben die Supermärkte erneut den Verkauf von Toilettenpapier rationiert. Die beiden größten Ketten Woolworths und Coles kündigten an, dass Kunden im ganzen Land - wie schon zu Beginn der Pandemie - nur noch eine begrenzte Zahl von Toiletten- und Küchenpapier kaufen dürften. Premierminister Scott Morrison rief seine Landsleute auf, die Hamsterkäufe sofort einzustellen. Zuvor hatten die Behörden 30 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet.

Trotz der niedrigen Ansteckungszahlen wächst die Angst vor einer zweiten Corona-Welle, während die meisten australischen Bundesstaaten die Beschränkungen mehr und mehr aufheben. Australien hat nach offiziellen Angaben bisher etwas mehr als 7500 Infektionsfälle, 104 Menschen starben an den Folgen der Virus-Erkrankung.

Urlaub trotz Coronakrise: Streit um Türkei-Reisewarnung spitzt sich zu

17.50 Uhr: Die Türkei drängt auf eine rasche Aufhebung der deutschen Reisewarnung. Doch nach SPIEGEL-Informationen fürchtet die Bundesregierung, dass Urlauber bei Corona-Verdacht mit einem umstrittenen Malaria-Medikament zwangsbehandelt werden.

Laschet verteidigt Lockdown und schließt Änderungen nicht aus

17.40 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat den Lockdown für die Kreise Gütersloh und Warendorf verteidigt. Man habe "intensiv abgewogen, ob man einzelne Städte aus dem Kreis aus den Regelungen herausnehmen kann, wofür es viele gute Gründe gibt", sagte Laschet den "Westfälischen Nachrichten" (Samstag).

Die Verabredung der Länder mit der Bundesregierung und dem Robert Koch-Institut sehe aber bewusst Regeln für das gesamte Kreisgebiet vor. "Für die Zukunft wird man da vielleicht über neue Mechanismen nachdenken müssen", so Laschet. Anlass des Lockdowns ist der massive Coronavirus-Ausbruch im Tönnies-Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück.

In den Kreisen Warendorf und Gütersloh gibt es in vielen Gemeinden Unverständnis darüber, dass angesichts sehr geringer Infektionszahlen alle Gemeinden mit insgesamt rund 600.000 Einwohnern in den Lockdown mussten - auch wenn sie räumlich sehr weit vom Schlachtbetrieb entfernt liegen.

Bisher sieht der Pandemieplan nur den Lockdown für ganze Kreise oder Großstädte vor, nicht für kleinere Gebiete. Laschet stellte in Aussicht, dass man durch erhöhte Testkapazitäten in der kommenden Woche vielleicht eine "neue Entscheidungsgrundlage" bekommen werde.

Texas schließt wegen rasantem Infektionsanstieg wieder die Bars

17.20 Uhr: Wegen des rapiden Anstiegs von Coronavirus-Infektionen schließt der US-Bundesstaat Texas wieder die Bars. Gouverneur Greg Abbott erklärte am Freitag, die Neuinfektionen gingen vor allem auf "bestimmte Aktivitäten" zurück, unter anderem "das Zusammenkommen von Texanern in Bars".

Abbott erließ deswegen ein Dekret, demzufolge Bars keine Gäste mehr empfangen und nur noch Getränke zum Mitnehmen verkaufen dürfen. Restaurants dürfen nur mit einer Besucherkapazität von 50 Prozent arbeiten.

Texas erlebt derzeit - wie eine Reihe weiterer US-Bundesstaaten - die höchste Zahl von Coronavirus-Infektionen seit Beginn der Krise. Am Donnerstag vermeldete Texas knapp 6000 neue Fälle binnen 24 Stunden, so viel wie nie zuvor. Die USA meldeten eine Rekordzahl an Neuinfektionen innerhalb eines Tages.

Verdacht von Ärzten: Covid-19 könnte Diabetes auslösen

17.00 Uhr: Mit dem Fortschreiten der Pandemie verstehen Ärztinnen und Ärzte immer besser, was das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 im Körper anrichten kann. Inzwischen ist klar, dass der Erreger nicht nur die Lunge angreift, sondern auch HerzHirnNieren und Blutgefäße. Nun berichten Ärzte in einem Brief an das Fachblatt "New England Journal of Medicine (NEJM)" , dass Covid-19 möglicherweise Diabetes auslösen könnte. Wissenschaftler nutzen häufig diesen Weg, um Kollegen auf einen Verdacht aufmerksam zu machen.

Coronavirus - die Woche: Das Wahrheitsserum Covid-19

16.45 Uhr: Das Virus legt offen, was wir zu oft verdrängt haben, alle Hintergründe zum Skandal bei Tönnies und die neuesten Forschungsergebnisse zu Sars-CoV-2: Hier geht es zum Wochenüberblick von Kurt Stukenberg, stellvertretender Ressortleiter Wissenschaft

WHO: 31 Milliarden Dollar für Kampf gegen Coronavirus bis 2021 nötig

16.30 Uhr: Um der Welt in der Coronakrise rasch Tests, Impfungen und Medizin zur Verfügung stellen zu können, sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis Ende 2021 rund 31 Milliarden Dollar nötig. Allein für die Entwicklung von Impfstoffen würden 18 Milliarden Dollar (16 Milliarden Euro) gebraucht, teilten Experten eines Fonds unter dem Dach der WHO am Freitag in Genf mit.

Bisher sei von der internationalen Staatengemeinschaft erst ein Bruchteil des nötigen Geldes versprochen worden. "Die nötigen Investitionen sind erheblich, aber sie verblassen im Vergleich zu den Kosten von Covid-19", hieß es in einer Mitteilung des Fonds  von Regierungen, Stiftungen und Privatwirtschaft.

Strategisches Ziel sei es unter anderem, bis Mitte 2021 den Staaten mit mittlerem und niedrigem Einkommen 500 Millionen Tests zur Verfügung zu stellen. Mitarbeiter im Gesundheitswesen von rund 50 Ländern müssten fortgebildet werden. Außerdem sollten bis Ende 2021 zwei Milliarden Impfdosen bereitstehen, von denen die Hälfte ebenfalls für Menschen in ärmeren Ländern gedacht sei. "Wir müssen im Voraus in die Herstellung von Impfstoffen investieren", sagte die WHO-Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan. Weltweit würden mehr als 200 Impfstoff-Kandidaten getestet, rund 15 davon würden bereits an Menschen erprobt. Mehr zum Kampf um die rettenden Corona-Vakzine lesen Sie hier .

Bezirksregierung: Ausbruch im Kreis Warendorf eingegrenzt

16.15 Uhr: Der Coronavirus-Ausbruch im Tönnies-Werk Rheda-Wiedenbrück beschränkt sich im benachbarten Kreis Warendorf laut Bezirksregierung bislang auf dort wohnende Mitarbeiter. Das bestätigten die bisherigen Testergebnisse, teilte ein Sprecher am Freitag in Münster mit. Das Robert Koch-Institut hatte in der Nacht Zahlen zur Kennziffer der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage im Kreis Warendorf veröffentlicht. Diese Marke war mit 47,9 unter den entscheidenden Wert von 50 gefallen. Am Donnerstag lag dieser Wert noch bei 50,4.

Nach Zahlen der Bezirksregierung (Stand Freitag, 12.30 Uhr) sind im Kreis Warendorf - in Nachbarschaft zum Kreis Gütersloh mit dem Tönnies-Stammsitz - aktuell 218 Menschen mit Corona infiziert (Vortag 217), in der gesamten Coronakrise wurden 723 Infizierte gezählt, 485 gelten als genesen. Der Kreis Warendorf hat rund 280.000 Einwohner.

Coronavirus-Ausbrüche in Italien: Bulgarische Erntehelfer betroffen

16.00 Uhr: Im süditalienischen Mondragone hat die Polizei mehrere Gebäude abgeriegelt, weil sich dort bei bulgarischen Erntehelfern das Coronavirus ausbreitet. Einige Erntehelfer weigerten sich jedoch, im Sperrgelände zu bleiben, da sie weiterarbeiten wollten. Es kam zu Protesten italienischer Anwohner, wie der Sender RAI berichtete.

In der Nacht wurde laut Berichten der Nachrichtenagentur Ansa ein Auto in Brand gesetzt, das mutmaßlich einem Bulgaren gehört. Vier positiv getestete Bulgaren, die die Zone verlassen hätten, seien aufgespürt worden. 43 Menschen seien in der Stadt rund 50 Kilometer nordwestlich von Neapel infiziert, berichtete der Sender RAI am Freitag. In einem weiteren Fall seien mehr als 60 Mitarbeiter einer großen Lieferfirma in Bologna mit dem Coronavirus infiziert worden.

Sperrgebiet: In Mondragone wurden mindestens 43 Menschen positiv getestet

Sperrgebiet: In Mondragone wurden mindestens 43 Menschen positiv getestet

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CIRO DE LUCA/ REUTERS

An der Unterbringung der Erntehelfer gibt es in Italien Kritik. Die Bulgaren "leben in illegal besetzten Gebäuden und gehören zu den zahllosen Arbeitern, die auf den Höfen im Süden ohne Rechte beschäftigt sind", schrieb dazu etwa der Anti-Mafia-Autor Roberto Saviano in der Zeitung "La Repubblica".

Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza betonte auch mit Blick auf den Ausbruch in Bologna: "Die kleinen Ausbrüche, die in den letzten Stunden gemeldet wurden, zeigen uns, dass die Schlacht nicht gewonnen ist und dass wir in den kommenden Wochen vorsichtig sein müssen." In Italien hat es seit Ende Februar fast 240.000 Infektionen und fast 35.000 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus gegeben.

Covid-19 verläuft bei Kindern meistens mild

15.30 Uhr: Das Risiko, durch eine Infektion mit dem Coronavirus zu sterben, ist bei Kindern und Jugendlichen sehr gering. Bei der großen Mehrheit der Infizierten nimmt Covid-19 einen milden Verlauf, wie eine große europaweite Studie bestätigt. Die meisten entwickelten Fieber und Beschwerden der oberen Atemwege.

Zurückgeholte Touristen müssen 200 bis 1000 Euro zahlen

15.10 Uhr: Die Bundesregierung stellt den wegen der Coronavirus-Pandemie aus dem Ausland zurückgeholten 67.000 Touristen 200 bis 1000 Euro für die Flüge in Rechnung. Damit sollen 40 Prozent der Gesamtkosten der beispiellosen Aktion von 94 Millionen Euro gedeckt werden. Die Kostenbeteiligung der Gestrandeten wird gestaffelt: Für Flüge von den Kanarischen Inseln und Nordafrika müssen 200 Euro gezahlt werden, für das südliche Afrika und die Karibik werden 500 Euro fällig, Rückkehrer aus Südamerika und Asien müssen 600 Euro zahlen, und wer aus Neuseeland und Australien zurückgeholt wurde, erhält eine Rechnung über 1000 Euro.

Das Auswärtige Amt gab diese Preise am Freitag nach der Versendung der ersten 1000 Rechnungen bekannt. Das Auswärtige Amt hatte die Aktion am 17. März zusammen mit Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften gestartet, nachdem viele Länder wegen der Coronavirus-Pandemie kurzfristig Grenzen geschlossen und Flugverbindungen gekappt hatten. Insgesamt wurden etwa 240.000 Reisende zurückgebracht. Die Reiseveranstalter brachten die Touristen, die bei ihnen gebucht hatten, selbst kostenlos zurück.

Für Individualtouristen und andere Reisende charterte das Auswärtige Amt selbst Maschinen, die 260 Flüge absolvierten und rund 67.000 Personen aus rund 65 Ländern zurückbrachten. Diese Personen werden nun zur Kasse gebeten. Die Ticketpreise liegen etwa im Bereich günstiger Economy-Tickets für die jeweiligen Regionen.

Unter den 67.000 Passagieren sind etwa 56.000 deutsche Staatsangehörige, 7600 Menschen aus anderen Ländern der EU und 3650 Personen aus Staaten außerhalb der Europäischen Union.

Merkel bedankt sich bei Gütersloher Landrat

15.00 Uhr: Angela Merkel (CDU) hat sich am Freitag telefonisch beim Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer, gemeldet. "Die Bundeskanzlerin hat Mut gemacht und sich bei mir bedankt", sagte der CDU-Politiker laut Pressemitteilung des nordrhein-westfälischen Kreises. Die Bürgerinnen und Bürger des Kreises seien unverschuldet in die aktuelle Situation gekommen, habe die Kanzlerin ihm am Telefon gesagt. Durch den Lockdown und den damit verbundenen Beschränkungen leisteten sie einen sehr wichtigen Beitrag, damit sich das Virus nicht über den Kreis Gütersloh hinaus ausbreiten könne. "Die Bundeskanzlerin dankt sehr herzlich der Bevölkerung und allen, die für die Bewältigung dieser Krise arbeiten", so Adenauer.

Nach Corona-Ausbruch: Arminia Bielefeld beendet Partnerschaft mit Tönnies

14.45 Uhr: Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld wird die Partnerschaft mit dem Fleischkonzern Tönnies nach dem dortigen großen Corona-Ausbruch beenden. Das bestätigte der Klub auf Anfrage. Zuvor hatte die Arminia der "Neuen Westfälischen" mitgeteilt, dass der Werbevertrag mit dem Unternehmen zum Ende der Saison auslaufe.

USA haben Zusammenarbeit mit WHO offenbar formal noch nicht beendet

14.30 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nach eigenen Angaben bisher von den USA kein offizielles Schreiben zur Beendigung der Zusammenarbeit erhalten. Die Entscheidung sei zwar angekündigt, ein formales Schreiben sei aber noch nicht eingetroffen, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag bei einer Videositzung mit einem Gremium des Europarats. Er nannte den geplanten Schritt Washingtons bedauerlich.

Tedros sagte, es wäre - wenn überhaupt - besser, wenn die USA eine unabhängige Evaluierung der WHO-Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie abwarteten. So könnte Washington in der Bewertung seine Meinung zur Arbeit der Organisation abgeben und sich an Reformen beteiligen.

Die WHO war in der Coronakrise unter starken Druck der USA geraten. US-Präsident Donald Trump hatte ihr vorgeworfen, zu spät über die Gefahr informiert zu haben und von China beeinflusst zu werden. Die USA haben die Zusammenarbeit mit der WHO jüngst beendet und wollen ihre Beiträge in andere globale Gesundheitsprojekte stecken. Tedros betonte, die WHO habe frühzeitig Alarm geschlagen. Das könnten unabhängige Untersuchungen nun rückblickend bewerten.

Kreis Gütersloh bietet Drive-in-Tests in leerem Hangar an

14.05 Uhr: Bürger des Kreises Gütersloh in Nordrhein-Westfalen können sich seit Donnerstagabend auch in einem Drive-in kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Dabei lenken die Autofahrer auf dem Flughafen Gütersloh ihre Fahrzeuge in vier Spuren durch einen stillgelegten Hubschrauber-Hangar. Die Tests werden kontaktlos im Schichtsystem von mehreren Teams genommen. Der Kreis wird dabei von Soldaten der Bundeswehr unterstützt. Darauf wies der Kreis am Freitag in einer Pressemitteilung hin. In einem Werk des Fleischverarbeiters Tönnies im Kreis Gütersloh hatte es einen großen Corona-Ausbruch gegeben.

Der Kreis hat jetzt in sechs Zentren Kapazitäten für 10.000 Tests am Tag eingerichtet. Auch niedergelassene Hausärzte mit Kassenzulassung machen die kostenlosen Tests in ihren Praxen. Bereits seit Mittwoch bildeten sich vor den Zentren in den Kreisen Warendorf und Gütersloh lange Schlangen von Menschen, die einen Corona-Test machen wollten, um mit einem negativen Ergebnis Sicherheit für einen bevorstehenden Urlaub zu haben. Einige Urlaubsregionen verbieten Übernachtungen ohne diesen Nachweis.

Corona-Abstriche im Hubschrauber-Hangar

Corona-Abstriche im Hubschrauber-Hangar

Foto: Guido Kirchner / dpa

Landkreistag lobt Arbeit der Behörden in Gütersloh und Warendorf

13.50 Uhr: Nach dem jüngsten Coronavirus-Ausbruch im Raum Gütersloh hat der Deutsche Landkreistag die Arbeit der Behörden in den betroffenen Kreisen Gütersloh und Warendorf gelobt. Die beiden Kreise hätten in den vergangenen Tagen vorbildliche Arbeit geleistet, ihre Kapazitäten in den Gesundheitsämtern ausgebaut und die Lage auf diese Weise sehr souverän in den Griff bekommen, wird der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, in einer Mitteilung von Freitag zitiert . Gleichzeitig warnte der Landkreistag davor, Menschen aus den betroffenen Gebieten zu stigmatisieren.

"Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass je nach regionalem Ausbruchsgeschehen auf bestimmte Gebiete oder Einrichtungen begrenzte Maßnahmen erforderlich werden", sagte Sager. Solche Maßnahmen würden in der aktuellen Phase der Pandemie in den kommenden Monaten zum Normalfall werden.

Auch Brandenburg beschließt Beherbergungsverbot

13.35 Uhr: Auch Brandenburg hat ein Verbot für die Unterbringung von Menschen aus Corona-Risikogebieten beschlossen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur verständigte sich das Kabinett am Freitag auf ein Beherbergungsverbot für Menschen aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Der RBB  hatte zuvor darüber berichtet. Nach einem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies im Kreis Gütersloh hatten mehrere Bundesländer Beherbergungsverbote für Gäste aus bestimmten Risikogebieten beschlossen.

Russland meldet geringste Zahl an Neuinfektionen seit April

13.10 Uhr: Russland hat erstmals seit Ende April weniger als 7000 Neuinfektionen gemeldet. Binnen 24 Stunden sei die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus um 6800 auf 620.794 gestiegen, teilen die Gesundheitsbehörden mit. Die Zahl der Todesfälle legte demnach um 176 auf 8781 zu. Die Johns-Hopkins-Universität in den USA zählte für Russland zuletzt noch unter 620.000 Coronavirus-Fälle. Russland weist nach den USA und Brasilien die drittmeisten Infektionen weltweit auf.

Westfleisch will Mitarbeiter täglich testen

12.45 Uhr: Mitte Mai waren bei Westfleisch in Coesfeld mindestens 260 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ein neuer Ausbruch soll nun verhindert werden: Das Unternehmen hat dazu angekündigt, im Laufe der kommenden Woche mit täglichen Corona-Tests der rund 5000 Produktionsmitarbeiter und produktionsnah Beschäftigten zu beginnen. Seit gut einem Monat würden diese Angestellten bereits wöchentlich getestet. Ziel der höheren Taktfolge sei, infizierte Personen schneller zu identifizieren und Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen.

H&M rutscht tief in die roten Zahlen

12.40 Uhr: Die schwedische Modekette Hennes & Mauritz hat wegen der Coronakrise im zweiten Geschäftsquartal ein deutliches Minus eingefahren. Das zweite Quartal des Geschäftsjahres begann Anfang März und lief bis Ende Mai, es umspannt damit die bisherige Hochphase der Coronakrise in Europa. Im Berichtszeitraum belief sich der Verlust nach Steuern auf umgerechnet 470 Millionen Euro, wie der Konzern am Freitag in Stockholm mitteilte. Im Vorjahresquartal hatte H&M noch einen Gewinn von 430 Millionen Euro eingefahren.

Lesen Sie hier mehr zum Verlust von H&M

Israel und Vereinigte Arabische Emirate kooperieren im Kampf gegen Coronavirus

12.30 Uhr: Diplomatische Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt es nicht - im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie wollen beide Staaten ihre Kräfte nun aber bündeln. Unternehmen beider Länder hätten sich auf eine Kooperation im Forschungs- und Entwicklungsbereich geeinigt, um das Coronavirus zu bekämpfen, teilten die Regierungen beider Länder am Donnerstag mit. Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu erklärte, die Kooperation sei eine Folge "längerer und intensiver Kontakte" mit dem arabischen Staat.

Die länderübergreifende Kooperation werde die sichere Gesundheitsversorgung in der gesamten Region verbessern, sagte Netanyahu: "Je stärker wir sind, desto mächtiger sind wir darin, unsere Feinde abzuwehren und unsere Freunde näherzubringen."

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur der Vereinigten Arabischen Emirate, WAM, unterzeichneten insgesamt vier Unternehmen das Kooperationsabkommen. Angesichts der globalen Ausbreitung des Coronavirus sei es "unerlässlich, den Schutz der Menschheit an die Spitze des globalen Handelns zu stellen, um diese beispiellose Krise zu überwinden".

Welche Unternehmen genau an der Kooperation beteiligt sind, war zunächst unklar. Auch weitere Details der Zusammenarbeit wurden nicht bekannt gegeben.

Britischer Gesundheitsminister droht mit Schließung von Stränden

12.10 Uhr: Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock hat wegen Missachtung von Corona-Vorschriften mit der Schließung von Stränden gedroht. "Das Letzte, was die Leute wollen, ist, dass das Virus wiederkommt", sagte Hancock dem Sender TalkRadio . Die Vorschriften zum Social Distancing müssten eingehalten und eine zweite Pandemie-Welle verhindert werden. Sollten die Fallzahlen wieder steigen, dann werde die Regierung handeln. "Wir dürfen nicht rückwärts gehen", so Hancock: "Wir müssen diese Krankheit stoppen."

Am Donnerstag hatte es bei Sonnenschein große Menschenansammlungen an der Südküste gegeben, Abstand wurde kaum eingehalten. Besonders betroffen war der Badeort Bournemouth, der wegen seines breiten Strandes und der viktorianischen Architektur beliebt ist. Trotz der Ansteckungsgefahr des Coronavirus hatte Premier Boris Johnson schon vor Wochen Tagesausflüge in England erlaubt und war damit auf Kritik gestoßen.

Dort lösten die Behörden eine Warnstufe aus, weil die Lage nicht mehr zu beherrschen gewesen sei. Das gibt den Einsatzkräften mehr Rechte und Abstimmungsmöglichkeiten. Die Polizei und Anwohner klagten unter anderem auch über Müllverschmutzungen, aggressives Verhalten der Strandbesucher und Alkoholmissbrauch.

Viele Besucher reisten aus London und sogar aus Birmingham an und mussten kurz vor Bournemouth bis zu zwei Stunden warten, bis sie mit ihren Autos in die Stadt kamen. Auch die Züge waren überfüllt. Ordnungskräfte und Vertreter der Stadt sagten, dass sie bei Einsätzen am Strand bespuckt worden seien. Es war der bisher heißeste Tag des Jahres im Land.

Besucher am Strand von Bournemouth am Donnerstag: Kein Abstand

Besucher am Strand von Bournemouth am Donnerstag: Kein Abstand

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Finnbarr Webster/ Getty Images

Neuinfektions-Kennziffer im Kreis Warendorf knapp unter 50 gefallen

11.20 Uhr: Im nordrhein-westfälischen Kreis Warendorf ist die Kennziffer der Coronavirus-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage unter die entscheidende Marke von 50 gefallen. Das geht aus den am Freitag veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts hervor. Demnach sind es im Kreis Warendorf nun 47,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Zuvor hatte der Wert bei 50,4 gelegen.

Auch im Kreis Gütersloh, in dem ebenfalls nach dem Coronavirus-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies ein regionaler Lockdown gilt, sinkt die Kennziffer nach extrem hohen Werten weiter. Mit 177,7 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen (zuvor 192,8) liegt der Wert aber weiter deutlich über der Marke von 50. Am Dienstag betrug der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch 270,2.

Saarland beschließt Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Gebieten

10.55 Uhr: Das Saarland hat ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Coronavirus-Risikogebieten beschlossen. Ab Montag dürften landesweit keine Gäste mehr untergebracht werden, die aus einem Landkreis mit mehr als 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner kämen, teilte der Regierungssprecher in der Nacht zum Freitag mit. Der Beschluss sei bei einer Sondersitzung des saarländischen Ministerrates am Donnerstagabend gefallen. Die neue Regelung tritt am 29. Juni in Kraft.

Mehrere andere Bundesländer hatten in den vergangenen Tagen Beschränkungen für Reisende aus Corona-Hotspots erlassen, Hintergrund der Debatte war der jüngste Coronavirus-Ausbruch im Raum Gütersloh.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) macht sich beim Umgang mit Reisenden aus Landkreisen mit hohem Infektionsgeschehen für eine "bundesweit einheitliche Verfahrensweise" stark. Am Mittwoch hatte er sich deswegen an den Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz, Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU), gewandt. Ein "Flickenteppich verschiedener Regelungen" müsse vermieden werden, so Hans.

Luftfahrt: Niederlande stimmen Hilfspaket für Air France-KLM zu

10.40 Uhr: Die Coronakrise hat auch die französisch-niederländische Fluglinie Air France-KLM schwer getroffen. Jetzt haben sich Paris und Den Haag auf ein Hilfspaket geeinigt.

Schwedens Staatsepidemiologe wirft WHO Fehldeutung von Daten vor

10.35 Uhr: Schwedens Staatsepidemiologe Anders Tegnell hat mit Unverständnis auf die Einordnung Schwedens als besonderes Risikoland durch die WHO reagiert. "Das ist leider eine totale Fehldeutung der Daten", sagte Tegnell dem Fernsehsender SVT.

Schweden habe steigende Fallzahlen, die jedoch darauf beruhten, dass das Land deutlich mehr Tests durchführe als vorher, sagte Tegnell. "Es ist unglücklich, Schweden mit Ländern zu vermischen, die zuvor überhaupt keine Probleme hatten und offenbar erst am Anfang ihrer Epidemie stehen." Die WHO hätte sich vermutlich einfach in Stockholm melden sollen, dann hätte man ihr ein detaillierteres Bild der schwedischen Situation geben können, sagte Tegnell.

Der Leiter des WHO-Regionalbüros Europa, Hans Kluge, hatte am Donnerstag von erneut steigenden Corona-Zahlen in Europa gesprochen. 30 Länder in der europäischen Region hätten im Laufe der vergangenen beiden Wochen wieder steigende Fallzahlen vermeldet, sagte der WHO-Regionaldirektor auf seiner wöchentlichen Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. In elf Ländern habe eine beschleunigte Übertragungsrate zu einem sehr deutlichen Wiederaufleben des Coronavirus geführt - darunter neben Schweden Länder wie Armenien, Aserbaidschan, Albanien und die Ukraine. In diesen Ländern drohten starke Belastungen für das Gesundheitswesen, wenn nicht entschieden gegen die Ausbreitung vorgegangen werde, so Kluge.

Tausende Liverpool-Fans feiern trotz Coronavirus an der Anfield Road

10.10 Uhr: Trotz der Ansteckungsgefahr des Coronavirus haben Tausende Fans des FC Liverpool die erste Fußballmeisterschaft des Klubs seit 30 Jahren vor dem Stadion an der Anfield Road gefeiert. Nachdem der FC Chelsea mit dem 2:1 gegen Manchester City die Mannschaft von Jürgen Klopp zum Meister gemacht hatte, versammelten sich viele Fans am Stadion, feierten, sangen und brannten Feuerwerk ab. Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen wurden dabei kaum beachtet. Der "Guardian" berichtete, viele Fans hätten Gesichtsmasken getragen. Fotos der Feierlichkeiten zeigten aber auch einige Fans ohne Masken.

DER SPIEGEL

Rob Carden, stellvertretender Polizeichef des Countys Merseyside, äußerte sich kritisch über die Feierlichkeiten. Zuvor sei die Region "unverhältnismäßig stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen" gewesen, sagte Carden laut "Guardian" . Dadurch hätten die Menschen die Verantwortung, weitere Fälle zu verhindern. "Leider haben sich, wie wir während des gesamten Lockdowns gesehen haben, nicht alle an die geltenden Vorschriften gehalten", sagte Carden: "Obwohl die überwiegende Mehrheit der Feiern einen guten Eindruck gemacht hat, hat sich eine große Anzahl von Menschen dafür entschieden, sich außerhalb des Stadions zu versammeln".

Jürgen Klopp hatte vor Partys auf den Straßen gewarnt. "Ich hoffe, dass ihr zu Hause bleibt. Geht vor euer Haus und feiert, wenn ihr wollt, aber mehr nicht", hatte der Liverpool-Trainer gesagt. In den vergangenen Monaten hatte das Champions-League-Spiel des FC Liverpool gegen Atlético Madrid mit etwa 52.000 Zuschauern als ein sogenannter Superspreader gegolten.

Weniger Auslandsurlaub wegen Corona: An den deutschen Küsten wird es voll

09.25 Uhr: An den Stränden wird es voll: In Hamburg, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben die Sommerferien begonnen. Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen folgen Anfang der Woche. Wegen der Coronakrise machen in diesem Jahr mehr Deutsche als sonst Urlaub im eigenen Land. Das merken auch die Ferienorte an der Nord- und Ostsee. Sie berichten durchgängig von einer sehr guten Buchungslage.

"Bei uns sind die Quartiere fast restlos ausgebucht. Die Vorbuchungen für den Sommer 2020 waren auch vor der Corona-Pandemie schon sehr gut, sodass nur noch wenige kurzfristige Reisende hinzugekommen sind", sagte die Pressesprecherin des Tourismus-Service Grömitz, Jaqueline Felsmann.

Auch an der Nordseeküste sind die Betten zum großen Teil ausgebucht. "Wir hatten vermutlich den stärksten Juni der vergangenen Jahre, und in der kommenden Woche werden wir die 90-Prozent-Marke in Auslastung und Belegung hinter uns lassen", sagte Olaf Raffel vom Büsumer Tourismus Marketing Service TMS.

Um zu großes Gedränge an den Stränden zu verhindern, haben die Ostseebäder Scharbeutz, Sierksdorf, Neustadt, Pelzerhaken und Rettin eine Internetseite entwickelt, auf der sich Tagestouristen vorab über das Platzangebot an den Stränden informieren können. Das System werde spätestens Mitte Juli verfügbar sei, sagte der Geschäftsführer der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht (TALB), André Rosinski.

Manuela Schwesig verteidigt Einreiseverbote: "Wir sind noch mittendrin in der Pandemie"

09.15 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin freut sich auf Touristen in den Sommerferien. Hier erklärt sie, welche Gäste in ihrem Bundesland nicht willkommen sind.

Trainingscamps der NFL-Teams sollen pünktlich starten

08:15 Uhr: In der Football-Profiliga NFL soll trotz anhaltender Coronakrise planmäßig ab dem 28. Juli die heiße Phase der Saisonvorbereitung starten. Wie Liga-Vizepräsident Jeff Pash am Donnerstagabend in einer Medienrunde bestätigte, dürfen die Teams ab diesem Termin mit ihren Trainingscamps beginnen. Rookies und andere ausgewählte Spieler können mit einer Sondergenehmigung sogar noch etwas früher erste Übungseinheiten absolvieren. Derzeit hat die NFL weiter einen planmäßigen Saisonstart unter strengen Hygienevorkehrungen und Sicherheitsprotokollen am 10. September im Visier. Die Spiele sollen ganz normal in den Heimstadien der einzelnen Teams stattfinden, die zugelassene Zuschauerzahl soll gemäß dem Portal "The Athletic" je nach Vorschrift von Bundesstaat zu Bundesstaat variieren.

Trainingscamp in der NFL (Archivbild)

Trainingscamp in der NFL (Archivbild)

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David J. Phillip/ AP

Treffen bei Klöckner zu Fleischproduktion schon vorab massiv in der Kritik

07:35 Uhr: Das für Freitag angesetzte Branchengespräch zur Nutztierhaltung und Fleischindustrie bei Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat schon im Vorfeld massive Kritik ausgelöst. Der DGB und die Grünen sprachen von einer bloßen "Show"-Veranstaltung. Das Treffen war nach der Serie von Coronavirus-Ausbrüchen unter Mitarbeitern von Schlachthöfen anberaumt worden.

Das Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Anja Piel, monierte, dass erst "auf Nachhaken" und "in letzter Minute" Vertreter der Beschäftigten eingeladen worden seien. Offenbar solle eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten der Fleischbranche nicht im Vordergrund stehen, sagte Piel der "Neuen Osnabrücker Zeitung" ("NOZ"). Kritiker führen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in der Branche auf die Arbeitsbedingungen sowie die Unterbringung vieler Beschäftigter in beengten Gemeinschaftsunterkünften zurück. In den Schlachtbetrieben sind viele Osteuropäer tätig, die von Subunternehmen beschäftigt werden.

Festivalgelände wird zu Pop-up-Campingplatz

07:30 Uhr: Festivals fallen aus, Campingplätze in Deutschland sind sehr gefragt: Das Gelände des "Melt!" und des "Splash"-Festivals wird in diesem Jahr wegen der Coronakrise zum Pop-up-Campingplatz. Damit sollen auch Teile des ausgefallenen Festivalgeschäfts kompensiert werden, teilte Ferropolis-Geschäftsführer Thies Schröder mit. Normalerweise zieht es Zehntausende Musikfans zu den Festivals auf dem Veranstaltungsgelände Ferropolis bei Gräfenhainichen in Sachsen-Anhalt.

Corona-Infektionen in den USA erreichen neuen Höchststand

06.15 Uhr: Fast 40.000 Menschen sind laut mehreren Erhebungen binnen 24 Stunden in den USA positiv auf das Coronavirus getestet worden - so viele wie noch nie. Lesen Sie hier mehr dazu.

Laschet: Haftbarkeit von Tönnies für Corona-Ausbruch wird geprüft

05.50 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet lässt die Haftbarkeit des Fleischproduzenten Clemens Tönnies für den Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh prüfen. Zur Frage, ob das Unternehmen haftbar zu machen ist, sagte Laschet dem Redaktionsnetzwerk Deutschland : "Es wird derzeit sehr genau geprüft, ob und gegen welche Regeln das Unternehmen verstoßen hat und wo es in Haftung genommen werden kann." Laschet betonte, er sehe Tönnies in der Verantwortung.

Der Ministerpräsident verteidigte seine Regierung gegen die Kritik, zu spät gegen die Arbeitsweise der Fleischfirma vorgegangen zu sein. Laschet war selbst in die Kritik geraten, weil er gesagt hatte, der Corona-Ausbruch im Tönnies-Schlachthof sei auf die Einreise von osteuropäischen Arbeitern zurückzuführen. Darüber hatte sich Außenminister Heiko Maas (SPD) empört.

Nach Ansicht von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) wird der Fleischkonzern für Schäden durch den Vorfall haften müssen. Grünenfraktionschef Anton Hofreiter hatte an Tönnies appelliert, die entstandenen Kosten aus seinem Privatvermögen zu bestreiten. 

In einem Schlachtbetrieb wurden in den vergangenen Tagen mehr als 1500 Menschen positiv auf das Virus getestet. Im schwer vom Ausbruch getroffenen Kreis Gütersloh haben sich bereits zahlreiche Menschen freiwillig testen lassen. Die Ergebnisse spendeten etwas Hoffnung, da es den Tests zufolge bislang nur wenige Infizierte in der Bevölkerung gibt. Das Land NRW hat für die beiden betroffenen Kreise Gütersloh und Warendorf das Alltagsleben vorläufig bis zum 30. Juni wieder deutlich eingeschränkt.

Helmholtz-Zentrum will 2500 Menschen im Kreis Reutlingen testen

05.15 Uhr: Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) will eine bundesweite Corona-Antikörperstudie im Kreis Reutlingen starten. Von Mittwoch an sollen innerhalb eines Monats 2500 Einwohner nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und zu Tests eingeladen werden. "Wir wollen sehen, wie schnell sich die sogenannte Durchseuchung der Gesellschaft entwickelt", sagte Studienleiter Gérard Krause. Antikörper im Blut gelten als Nachweis für eine durchgemachte Infektion.

Eine zweite Testreihe soll im Herbst oder Winter erfolgen. Genauso wie im Kreis Reutlingen will das HZI in rund acht weiteren deutschen Kommunen vorgehen. Die unterschiedlichen Testorte und Testzeitpunkte sollen eine verlässliche Übertragung der Ergebnisse auf die gesamte Bundesbevölkerung ermöglichen. Neben Alter und Geschlecht sollen beispielsweise auch Berufsgruppen abgefragt werden.

Bei den Tests wird das Blut der Teilnehmer auf Antikörper gegen Sars-CoV-2 untersucht, die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge eine Immunität bewirken. Viele Infektionen verlaufen so mild, dass sie nicht erkannt werden. Das Wissen um die tatsächliche Verbreitung des Virus könnte eine wichtige Entscheidungsgrundlage im künftigen Umgang mit der Pandemie sein.

Auch das Robert Koch-Institut ist dabei, Antikörpertests in größerem Maßstab in mehreren Kommunen durchzuführen.

477 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

05.05 Uhr: Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 477 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Coronakrise 192.556 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Freitagmorgen meldete (Datenstand 26.06., 0.00 Uhr).

8948 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 21 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177.100 Menschen haben die Erkrankung überstanden. Das sind 300 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 25.6., 0.00 Uhr, bei 0,59 (Vortag: 0,72). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert mit Datenstand 25.6., 0.00 Uhr, auf 1,11 (Vortag: 1,17). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Kliniken rechnen noch für Monate mit Krisenbetrieb

04.45 Uhr: Die Kliniken in Deutschland rechnen trotz erster Schritte zu einer Normalisierung noch für mehrere Monate mit einem Betrieb im Krisenmodus. "Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei", sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, der Nachrichtenagentur dpa. "Frei gehaltene Personal- und Intensivkapazitäten sind weiter erforderlich - auch für eine mögliche zweite Welle im Herbst." Eine Rückkehr zur Regelversorgung wie vor Corona sei bis weit ins nächste Jahr hinein sicherlich nicht möglich.

Die Zahl der Klinikaufnahmen von Covid-19-Patienten sinke insgesamt, diese belegten inzwischen auch weniger Intensivbetten mit künstlicher Beatmung. Die Kapazitäten würden aber weiterhin stark begrenzt durch Erfordernisse für eine konsequente Infektionsvermeidung. So sei eine Versorgung im Mehrbettzimmer kaum noch möglich, erläuterte Baum. Kliniken hätten durch Corona auch deutlich höhere Fallkosten - für Corona-Erkrankte seien abgetrennte Intensiv- und Bettenstationen nötig. Personal müsse so weit wie möglich getrennt eingesetzt werden.

Bund und Länder hatten die Krankenhäuser Mitte März aufgefordert, alle planbaren Operationen und Aufnahmen auszusetzen. Dies sollte vor allem in Intensivstationen vorsorglich freie Betten für Corona-Patienten schaffen. Angesichts der langsameren Virus-Ausbreitung rief die Politik im April dazu auf, schrittweise wieder mehr OPs und andere wichtige Behandlungen aufzunehmen.

Umfrage: Sorge vor Corona-Infektion bleibt bei Deutschen gering

04.15 Uhr: Eine Mehrheit der Deutschen macht sich trotz lokal erhöhter Infektionszahlen einer Umfrage zufolge keine großen Sorgen über eine Ansteckung mit dem Coronavirus. Ihr Anteil betrage 75 Prozent, berichtet die ARD  unter Berufung auf eine Studie von Infratest dimap. Große oder sehr große Sorgen machen sich demnach 24 Prozent der 1068 Befragten. Mitte März habe die Zahl mit 55 Prozent einen Höhepunkt erreicht. Anfang Mai sank der Wert und ist seither stabil bei rund einem Viertel der Deutschen. Befragt wurden die Umfrageteilnehmer am 23. und 24. Juni.

Spahn warnt vor Stigmatisierung von Einwohnern Ostwestfalens

03.15 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat nach dem Coronavirus-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies vor einer Diskriminierung von Bürgerinnen und Bürgern aus Ostwestfalen gewarnt. Personen mit Autokennzeichen aus den betroffenen Kreisen Gütersloh und Warendorf seien beschimpft und ihre Wagen zerkratzt worden, sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). Diese "Art von Stigmatisierung" sei falsch. Das Virus könne jeden in jeder Region zu jeder Zeit erwischen.

Einzelne Bundesländer wollen Sommerurlauber aus Ostwestfalen nicht mehr beherbergen. Spahn riet dazu, sich als Betroffener freiwillig testen zu lassen. Wer einen frischen Test vorweisen könne und frei von dem Coronavirus sei, könne auch reisen.

Nach dem Corona-Ausbruch in dem Fleischbetrieb in Rheda-Wiedenbrück hatten die Behörden in den Kreisen Gütersloh und Warendorf erstmals wieder weitreichende Beschränkungen des öffentlichen Lebens verfügt. Die Maßnahmen sind zunächst bis zum 30. Juni befristet. Betroffen sind davon insgesamt rund 640.000 Menschen.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

NRW-Ministerin: Bei Corona-Ausbruch nicht reflexhaft Schulen schließen

02.30 Uhr: Bei regionalen Corona-Ausbrüchen sollten nach Ansicht von Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer nicht immer "reflexhaft" die Schulen geschlossen werden. Wenn es regionale Infektionen gebe, müsse man darauf "gezielt" reagieren, sagte die FDP-Politikerin dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitag). "Es kann allerdings nicht sein, dass die Entscheidungsträger vor Ort reflexhaft als erste und einzige Maßnahme immer sofort Kitas und Schulen schließen", wenn es im Umfeld von Schulen Corona-Fälle gebe, sagte Gebauer. "Da wünsche ich mir eine differenzierte Betrachtungsweise - und keinen Aktionismus zulasten unserer Kinder."

Wegen des Corona-Ausbruchs beim Fleischproduzenten Tönnies sind seit Donnerstag die Schulen im Kreis Warendorf geschlossen. Im benachbarten Kreis Gütersloh sind sie schon seit einigen Tagen zu.

Norwegen und Dänemark wollen Reisebeschränkungen lockern

02.00 Uhr: Ab Samstag dürfen die Dänen wieder in die meisten europäischen Länder reisen, wie die Regierung in Kopenhagen am Donnerstag mitteilte. Voraussetzung für die Aufhebung der Reisewarnung ist vor allem, dass die Zahl der Neuinfektionen im jeweiligen Land unter 20 pro 100.000 Einwohner liegt.

Abgeraten wird den Dänen weiterhin von Reisen nach Großbritannien, Irland, Malta, Portugal, Rumänien und in fast alle Regionen Schwedens. Am 15. Juni hatte Dänemark seine Grenzen bereits wieder für Deutsche, Norweger und Isländer geöffnet. Die erneute Lockerung zeige, dass die Situation in großen Teilen Europas besser sei als noch vor Kurzem gedacht, erklärte Außenminister Jeppe Kofod.

Norwegen will seine Reisebeschränkungen, die bislang mit die strengsten in Europa sind, am 15. Juli weiter lockern, wie Ministerpräsidentin Erna Solberg ankündigte. Das Land, das zwar nicht EU-Mitglied ist, aber dem Schengenraum angehört, hat seine Grenzen aktuell für die meisten Ausländer ohne Wohnsitz in Norwegen geschlossen. Für die Norweger selbst sind Auslandsreisen zwar nicht offiziell verboten, bei Rückkehr ist aber eine zehntägige Quarantäne vorgeschrieben.

Die Quarantänevorschrift soll nun aufgehoben werden. Voraussetzung sei, dass in jedem Land bestimmte Kriterien erfüllt seien, sagte Solberg. Eine entsprechende Länderliste solle am 10. Juli veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert werden. Für seine Nachbarn Dänemark, Finnland und Island hatte Norwegen bereits am 15. Juni seine Grenzen wieder geöffnet, für Schweden allerdings nicht. Norwegen hat bisher 8793 Corona-Infektionen und 249 Todesfälle gemeldet, Dänemark 12.836 Fälle und 603 Tote.

Mexikos Finanzminister positiv auf das Coronavirus getestet

01.30 Uhr: Mexikos Finanzminister Arturo Herrera hat am Donnerstag mitgeteilt, dass er positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Er habe nur leichte Symptome und werde ab sofort von zu Hause aus arbeiten, schrieb Herrera bei Twitter . Unklar ist derzeit, wie eng er kürzlich in Kontakt mit Präsident Andres Manuel López Obrador stand.

In Mexiko ist die Zahl der offiziell registrierten Infektionen auf mehr als 200.000 und die der Todesopfer auf mehr als 25.000 gestiegen. Nach Angaben der Regierung vom Donnerstag (Ortszeit) kamen in den vorherigen 24 Stunden 6104 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und 1024 Todesfälle infolge einer Covid-19-Erkrankung hinzu. Die wahren Zahlen dürften allerdings noch deutlich höher liegen, da nur äußerst wenige Menschen getestet werden.

Mehrere lateinamerikanische Länder gehören derzeit zu den Brennpunkten der globalen Pandemie - rund vier Monate, nachdem die ersten Fälle in der Region erfasst wurden. Brasilien steht mit offiziell mehr als 1,2 Millionen Infizierten und rund 55.000 Toten in beiden Kategorien weltweit nur hinter den USA. In Brasilien wie in Mexiko ist der jeweilige Präsident dafür in die Kritik geraten, die Pandemie nicht ernst genug zu nehmen.

Zahl neuer Infektionen in den USA mit 37.667 auf höchstem Stand seit Wochen

01.00 Uhr: Die Zahl der neuen Corona-Infizierten in den USA klettert weiter und liegt auf dem höchsten Stand seit Wochen. Zuletzt habe es 37.667 neue Fälle gegeben, womit die Gesamtzahl auf rund 2,374 Millionen steige, teilte die Seuchenbehörde CDC mit. Am Mittwoch waren es 34.313 gewesen und am Dienstag 26.643. Die Zahl der Toten steigt nun um 692 auf 121.809.

Der Tageswert am 1. Juni lag im Vergleich bei rund 17.400 Neuinfektionen. Die USA ist gemessen an der Anzahl der Infizierten das weltweit am stärksten von der Pandemie betroffene Land.

Nach Corona-Stresstest: Fed verbietet US-Banken Aktienrückkäufe

00.47 Uhr: Der Banken-Stresstest fiel zwar positiv aus, die US-Notenbank will aber, dass die Finanzinstitute ihr Geld angesichts der Coronakrise zusammenhalten - und verbietet vorerst Aktienrückkäufe und Dividendenerhöhungen. Lesen Sie hier mehr.

Quarantäne für Göttinger Wohnkomplex läuft aus

00.20 Uhr: Die Stadt Göttingen hebt die coronabedingte Quarantäne für einen ganzen Wohnkomplex an diesem Donnerstag um Mitternacht auf. Das teilte die Stadt am Mittwochabend mit. Oberstes Ziel der Quarantäne sei es gewesen, den Infektionsausbruch lokal zu begrenzen, die Gesamtbevölkerung zu schützen und auch eine Ausbreitung über das Stadtgebiet hinaus zu verhindern.

Die verfügten Maßnahmen hätten Wirkung gezeigt, so Petra Broistedt, Sozialdezernentin und Leiterin des Stabs für außergewöhnliche Ereignisse der Stadt Göttingen. Aus diesem Grund könne die Gebäudequarantäne wie geplant aufgehoben werden.

Weiter bestehen bleiben aber verfügte Einzelquarantänen etwa von Infizierten oder Kontaktpersonen 1. Grades. Insgesamt wurden den Angaben zufolge 600 Zweittests durchgeführt. Nur vier weitere Personen hatten ein positives Testergebnis. Dabei handelt es sich um Kontaktpersonen von Infizierten im familiären Umfeld. Vom Freitag bis zunächst 30. Juni (Dienstag) werden am Ein- und Ausgang des Komplexes noch Kontrollen durchgeführt, um sicherzustellen, dass einzelne Bewohner mit Quarantänepflicht das Gebäude nicht verlassen.

Die rund 700 Bewohner durften den Gebäudekomplex nicht oder nur unter Auflagen verlassen, nachdem rund 120 von ihnen positiv getestet worden waren. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) lobte das Krisenmanagement der Stadt. "Die Behörden sind sehr aufmerksam und sehr engagiert, sie gehen sehr früh in problematische Situationen hinein und sind sehr konsequent. Damit schaffen sie es derzeit, die Infektionen einzukapseln", hatte er bei einem Besuch in Göttingen gesagt.

Texas stoppt Corona-Lockerungen wegen neuer Infektionen

00.10 Uhr: Angesichts eines rapiden Anstiegs der Infektionszahlen legt der US-Bundesstaat Texas weitere Lockerungen der Coronavirus-Beschränkungen auf Eis. Gouverneur Greg Abbott sagte am Donnerstag, weitere Phasen der Wiedereröffnung würden vorerst ausgesetzt. Bisherige Lockerungen würden aber nicht rückgängig gemacht.

"Während wir eine Zunahme von Covid-19-Fällen und Krankenhauseinlieferungen erleben, konzentrieren wir uns auf Strategien, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und gleichzeitig Texanern zu erlauben, Geld für ihre Familien zu verdienen", sagte der Politiker der Republikanischen Partei von Präsident Donald Trump. "Geschäfte wieder zu schließen ist das Letzte, was wir als Bundesstaat wollen."

Die derzeitige Pause bei den Corona-Lockerungen werde helfen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sagte Abbott. Der Gouverneur rief die Bevölkerung auf, Schutzmasken zu tragen, sich regelmäßig die Hände zu waschen und Abstandsregeln einzuhalten. Texas und eine Reihe weiterer US-Bundesstaaten erleben derzeit die höchste Zahl neuer Coronavirus-Infektionen seit Beginn der Krise.

ngo/jon/kko/ptz/fek/dpa/AP/AFP/Reuters
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