+++ News-Update am Freitag +++ Joe Biden verspricht kostenlose Corona-Impfung für alle US-Bürger

Donald Trump steht wegen seiner Corona-Politik heftig in der Kritik. Sein Herausforderer kündigt kostenfreie Impfungen an. Und: AstraZeneca darf Studie für aussichtsreichen Impfstoff wieder aufnehmen. Das war der Überblick am Freitag.
Joe Biden verspricht seinen Wählern freie Corona-Tests

Joe Biden verspricht seinen Wählern freie Corona-Tests

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JONATHAN ERNST / REUTERS

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Biden will kostenlose Corona-Impfung für alle

23:59 Uhr: Wenn es nach dem demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden geht, soll eine Impfung gegen das Coronavirus für alle Menschen in den USA kostenlos sein. Auch für Bürger ohne Krankenversicherung müsse die Regierung eine kostenfreie Schutzimpfung garantieren, sagte Biden in Wilmington im Bundesstaat Delaware. In den USA sind Millionen Menschen aus Kostengründen nicht krankenversichert. Experten hoffen, dass es im kommenden Jahr einen allgemein verfügbaren Impfstoff geben wird.

Der Demokrat Biden erneuerte seine Kritik am Krisenmanagement von Präsident Donald Trump. "Er hat Amerika aufgegeben", sagte der 77-Jährige. Der Republikaner habe immer noch keinen schlüssigen Plan, die Pandemie einzudämmen. "Er will nur, dass wir angesichts der schrecklichen Todeszahlen und dem Schmerz für so viele Amerikaner abstumpfen und resignieren", sagte Biden. Er tritt bei der Wahl am 3. November gegen Trump an.

Biden stellte am Freitag erneut seinen Plan vor, um die Pandemie einzudämmen. Unter anderem will Biden im Fall eines Wahlsiegs die Kapazität für Corona-Tests massiv ausbauen, sich im ganzen Land für das verpflichtende Tragen von Masken einsetzen und die heimische Produktion von Schutzkleidung deutlich ausbauen.

AstraZeneca und Johnson & Johnson nehmen Impfstoff-Studien wieder auf

23.26 Uhr: Nach einer fast siebenwöchigen Unterbrechung setzt der Pharmakonzern AstraZeneca seine klinischen Studien für einen mit der Universität Oxford entwickelten Corona-Impfstoff auch in den USA wieder fort. Die zuständige US-Behörde, die Arzneimittelbehörde FDA, hätte der Wiederaufnahme der Studie zugestimmt, wie das britisch-schwedische Unternehmen mitteilte. In den vergangenen Wochen war die klinische Prüfung auch in anderen Ländern, darunter Japan und Großbritannien, wieder aufgenommen worden. Dies sei eine "tolle Nachricht", erklärte der Vorstandsvorsitzende Pascal Soriot.

AstraZeneca hatte die klinische Studie für seinen Corona-Impfstoff am 6. September vorübergehend gestoppt, nachdem bei einem Teilnehmer aus Großbritannien gesundheitliche Probleme aufgetreten waren. Eine solche Unterbrechung ist bei klinischen Studien nicht ungewöhnlich. Dadurch soll geklärt werden, ob der Impfstoff für die gesundheitlichen Probleme verantwortlich war. In Studien mit Zehntausenden Teilnehmern können Erkrankungen auch zufällig auftreten, unabhängig von der Impfung. In Brasilien starb sogar ein Teilnehmer einer Impfstoffstudie von AstraZeneca.

In den USA fährt auch Johnson & Johnson seine Phase-3-Wirksamkeitsstudie wieder hoch. Es liefen die Vorbereitungen für eine Fortsetzung des Programms, teilte das US-Unternehmen mit. Ein Kontrollgremium habe die Rekrutierung von Freiwilligen empfohlen. J&J hatte die Studie Ende September gestartet und musste sie kürzlich ebenfalls wegen der Erkrankung eines Studienteilnehmers stoppen. Damals erklärte der Konzern, dass es unklar sei, ob der Proband den Impfstoff oder ein Placebo bekommen habe. J&J und AstraZeneca gehören zum Kreis der führenden Unternehmen im Rennen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus.

Zahl der Infektionen in Berlin steigt weiter

21.17 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages bewegt sich in der Hauptstadt weiter auf einem hohen Niveau. Laut des Corona-Lageberichts des Senats wurden in Berlin am Freitag 893 neue Fälle registriert. Am Tag zuvor gab es ein Plus von 783.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen wuchs ebenfalls weiter: Sie liegt laut Bericht nun bei 114,8 (Vortag: 110,6). Berlin gilt als Risikogebiet, weil seit längerem der dafür herangezogene Schwellenwert von 50 überschritten ist. Auch der Anteil der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten in Berlin steigt an: Er lag am Freitag bei 11 Prozent (Vortrag: 7,3 Prozent).

Mehr als eine Million Corona-Infektionen in Frankreich

21.01 Uhr: In Frankreich ist die Gesamtzahl der Corona-Infektionen auf mehr als eine Million gestiegen. In den vergangenen 24 Stunden sei die Rekordzahl von 42.032 Neuinfektionen verzeichnet worden, teilten die französischen Gesundheitsbehörden mit. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen stieg damit auf 1.041.075. Insgesamt 34.508 Infizierte starben den Angaben zufolge seit dem Beginn der Pandemie in Frankreich.

Am Mittwoch hatte Spanien als erstes EU-Land offiziell mehr als eine Million Corona-Infektionen registriert. Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte am Freitag jedoch, dass die Gesamtzahl der Infizierten tatsächlich bei mehr als drei Millionen liege. Zu Beginn der Pandemie seien viele Infektionen unentdeckt geblieben, sagte Sánchez.

Macron: Werden mit Virus mindestens bis zum Sommer leben müssen

19.05 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat mitgeteilt, die Franzosen würden mindestens bis zum nächsten Sommer mit dem Coronavirus leben müssen. Er betont, es gebe keine Pläne, Abstriche bei den jüngst beschlossenen Ausgangssperren zu machen. Die Seuche könne nur gebremst werden durch Einschränkungen. Es sei aber derzeit noch zu früh, um zu sagen, ob Frankreich auf einen vollständigen oder teilweisen Lockdown zusteuere.

WHO-Chef sieht "zu viele Länder auf gefährlichem Pfad"

18.50 Uhr: Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die von rasant steigenden Corona-Infektionen betroffenen Länder zum Handeln aufgerufen. "Zu viele Länder sind auf einem gefährlichen Pfad", sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. "Wir sind an einem kritischen Punkt, vor allem in der nördlichen Hemisphäre. Die nächsten Monate werden sehr schwierig." Er beschwor Regierungen, sofort neue Maßnahmen zu ergreifen, um weitere Todesfälle zu verhindern und die Gesundheitsdienste vor dem Kollaps zu bewahren.

Auch Emre Can hat Corona

18.15 Uhr: Borussia Dortmund muss im Revierderby gegen Schalke 04 am Samstag auf Emre Can verzichten. Der 26 Jahre alte BVB-Profi sei am Freitag positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte der Fußball-Bundesligist mit. Der Nationalspieler, der die Champions-League-Reise nach Rom aufgrund einer Sperre nicht mitgemacht hatte, sei "aktuell symptomfrei" und befinde sich in häuslicher Isolation. Alle weiteren Tests der Spieler und des Betreuerstabs seien negativ gewesen, hieß es weiter.

Foto: KAI PFAFFENBACH / REUTERS

Oberverwaltungsgericht kippt Beherbergungsverbot in Schleswig-Holstein

18.09 Uhr: Das schleswig-holsteinische Oberverwaltungsgericht hat das Beherbungsverbot in dem Bundesland vorläufig außer Vollzug gesetzt. Das Gericht entschied, dass das Verbot rechtswidrig sei und ein entsprechender Normenkontrollantrag Erfolg haben werde. Deshalb bestehe die dringende Notwendigkeit, schwere wirtschaftliche Nachteile für die Beherbungsbetriebe abzuwehren. Dazu zählten auch die von den beiden Antragstellerinnen betriebenen Resorts und Hotels in Travemünde, Grömitz und auf Sylt.

Experte warnt Schweiz vor zu laschen Maßnahmen

17.34 Uhr: Wegen rasant steigenden Infektionszahlen schrillen in der Schweiz die Alarmglocken. "Die heute geltenden Maßnahmen reichen bei Weitem nicht aus", warnte der Leiter der wissenschaftlichen Taskforce des Bundes, Martin Ackermann. "Wir müssen jetzt handeln. Wenn wir heute Maßnahmen treffen, wirken sie in zwei Wochen. Die Kapazität der Intensivbetten ist aber in zwei bis drei Wochen erreicht." Jede Woche verdoppelten sich die Krankenhauseinweisungen und die Todesfälle.

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit meldete am Freitag den Rekordwert von 6592 gemeldeten Neuansteckungen. Gemessen an der Bevölkerung sind die Zahlen fünfmal so hoch wie in Deutschland. Am Dienstag waren es noch gut 3000 Fälle gewesen. In der Schweiz sind die Kantone für neue Maßnahmen zuständig. Mehrere haben bereits die seit 1. Oktober möglichen Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen wieder verboten und andere Einschränkungen erlassen. Im Kanton Wallis müssen Gaststätten um 22 Uhr schließen.

Fallzahlen in Italien schießen in die Höhe

17.16 Uhr: In Italien sind der Regierung zufolge in den vergangenen 24 Stunden 19.143 Neuinfektionen registriert worden. Ein solcher Wert wurde seit dem Ausbruch der Krankheit noch nie in Italien erreicht, und er liegt auch deutlich über dem jüngsten Rekord vom Donnerstag (16.079). Die Zahl der Todesfälle blieb dagegen mit 91 unter dem Wert von Donnerstag (136) zurück und ist zudem weit entfernt von den Totenzahlen beim Höhepunkt der Pandemie im März und April. Damals lag der Höchstwert der täglich gezählten Todesfälle bei mehr als 900. Genau wie im Frühjahr ist aber auch dieses Mal die Lombardei rund um die Finanzmetropole Mailand am härtesten getroffen, auch wenn die Infektionen insgesamt derzeit deutlich mehr über das ganze Land verteilt sind. Im Sommer hatte sich die Lage entspannt.

Wie sicher ist Bahnfahren an Weihnachten?

Wer die Feiertage bei Familie oder Freunden feiern und nicht im Stau stehen will, fährt Bahn. Aber auch in diesem Jahr? Wie sicher ist die Zugfahrt? Wie reagiert die Bahn? Und was können Passagiere selbst tun? Antworten finden Sie hier.

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Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Beliebte Plätze in Rom zeitweise gesperrt

16.21 Uhr: Beliebte öffentliche Plätze in Rom sollen wegen der steigenden Infektionszahlen in Italien zeitweise gesperrt werden. Das Verbot gelte freitags und samstags ab 9.00 Uhr bis Mitternacht, teilte die Stadt mit. Betroffene Plätze seien der Campo de' Fiori sowie die Piazza Trilussa, die Piazza Madonna de' Monti und die Via del Pigneto. Diese Orte sind in den Abendstunden beliebte Treffpunkte für viele junge Menschen. Die neue Maßnahme sollen verhindern, dass sie sich in den Fußgängerzonen und auf den Plätzen große Gruppen treffen. Die umliegenden Restaurants, Bars und Wohnungen bleiben jedoch weiterhin zugänglich.

Nach Zweifel an Alltagsmasken: Ärztepräsident Reinhardt rudert zurück

16.12 Uhr: Zwei Tage nachdem er den Nutzen von Alltagsmasken bei der Bekämpfung der Pandemie in Zweifel gezogen hatte, ist der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, zurückgerudert. "Die aktuelle Evidenz aus vielfältigen Studien spricht für einen Nutzen des Mund-Nasen-Schutzes", teilte er mit. Seine Aussagen hätten zu erheblichen Irritationen geführt, die er sehr bedaure.

Reinhardt hatte in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" vom Mittwochabend gesagt, er sei von den Alltagsmasken nicht überzeugt, "weil es auch keine tatsächliche wissenschaftliche Evidenz darüber gibt, dass die tatsächlich hilfreich sind. Schon gar nicht im Selbstschutz und wahrscheinlich auch nur ganz wenig im Schutz, andere anzustecken". Das widerrief er am Freitag: "Die Studien weisen darauf hin, dass sowohl die Übertragung auf andere als auch die Selbstansteckung durch Alltagsmasken reduziert wird", sagte er laut Mitteilung.

Reinhardt war für seine Aussagen von der Ärztegewerkschaft Marburger Bund kritisiert worden. In einer gemeinsamen Mitteilung betonten Reinhardt und zahlreiche Vertreter von Medizinerverbänden - darunter der Marburger Bund - am Freitag, dass die Evidenz für einen Nutzen spreche. "Trotz aller noch bestehender Unsicherheit resultiert aus den Daten aus Sicht der Unterzeichner die klare Empfehlung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes."

Lauterbach fordert Ende der Einzelfall-Nachverfolgung

15.58 Uhr: Um einen Kontrollverlust der Gesundheitsämter zu verhindern, fordert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach eine Abkehr von der Nachverfolgung sämtlicher Kontakte jedes Einzelfalls. "Ein Kontrollverlust ist nur noch abzuwenden, wenn wir sofort umsteuern: Weg von der Einzelfall-Nachverfolgung, hin zur retrospektiven Cluster-Aufarbeitung", sagte Lauterbach der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Wenn Ämter nicht mehr jeden Fall verfolgten, werde Personal frei, um Cluster-Mitglieder - also Mitglieder bestimmter Gruppen - zu kontaktieren. "Das Robert Koch-Institut muss jetzt endlich den Schalter umlegen."

Konkret bedeute das, bei einem neuen Fall systematisch abzufragen, ob die Person in den fünf Tagen vor der Ansteckung zu einem bestimmten Zeitpunkt eng mit vielen anderen Menschen zusammen gewesen sei, etwa in einer Schulklasse, bei einer Chorprobe, einer Feier, in einer Pflegeeinrichtung, erläuterte Lauterbach. "Dann jagt man nicht allen Einzelkontakten der Person nach, sondern kontaktiert gezielt nur diejenigen, die an den Clustern beteiligt waren, also Mitschüler, Chormitglieder und so weiter."

Die Verbandschefin der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, hatte sich am Donnerstagabend in den ARD-"Tagesthemen" ähnlich geäußert. "Tatsächlich wäre es gut, wenn man auf die Cluster vorwiegend gucken würde. Das würde aber bedeuten, dass man insgesamt einen Strategiewechsel in der Gesellschaft bräuchte." Das bedeute aber, dass man sich in Quarantäne begeben müsse, bloß weil man bei einem Cluster dabei gewesen sei - dafür müssten auch rechtliche Grundlagen geschaffen werden. "Ich glaube, dass das insgesamt schwierig wird."

EU will bis zu 22 Millionen Antigen-Schnelltests finanzieren

15.56 Uhr: Die EU-Kommission stellt 100 Millionen Euro für Antigen-Schnelltests bereit. "Mit diesem Geld können wir jetzt zwischen 15 und 22 Millionen Schnelltests für die Europäische Union kaufen", sagte Kommissionschefin Ursula von der Leyen. Damit soll der unmittelbare Bedarf gedeckt werden. "Um die Ansteckungen zu verlangsamen, müssen wir testen, so viel wie irgend möglich." Antigen-Schnelltests seien unter anderem wichtig, um unter besseren Bedingungen zu reisen, sagte die CDU-Politikerin. So könnten Menschen sich etwa am Flughafen testen lassen, bevor sie ins Flugzeug stiegen.

Bei Antigentests werden in Abstrichproben charakteristische Virenproteine erkannt. Die Methode gilt zwar als weniger zuverlässig als viele der bislang üblichen PCR-Tests auf Virenerbgut, dafür aber oft als schneller und günstiger. Die Auswertung dauert nur wenige Minuten.

Österreichische Post verkauft Corona-Briefmarke aus Klopapier

15.55 Uhr: Toilettenpapier könnte neben Hamsterkäufern nun auch Briefmarkensammler verstärkt interessieren: Die Österreichische Post bringt eine Corona-Sonderbriefmarke aus dreilagigem Klopapier raus. Für jeden verkauften Markenblock "in Form und Größe eines handelsüblichen Blattes Klopapier" werden 2,75 Euro für wohltätige Zwecke gespendet. Mit dem kuriosen Porto sollen von der Krise besonders Betroffene unterstützt werden, teilte die Post mit.

Die selbstklebende Marke aus recyceltem Altpapier lasse sich an der perforierten Linie abtrennen - "so wie handelsübliches Klopapier". Motiv ist ein Babyelefant: Das Tierchen ist in Österreich das viel genutzte Symbol für den Corona-bedingten Hygieneabstand. Zehn Markenblöcke ergäben einen Babyelefanten, betonte denn auch die Post.

Die Idee sei bereits im Frühjahr entstanden. Damals wurde das mancherorts kaum mehr lieferbare Hygieneprodukt zu einem Sinnbild der plötzlichen Krise. Allerdings habe die Post bei der Umsetzung zunächst vor einem entscheidenden Problem gestanden: "Heimisches Klopapier war lange Zeit entweder ausverkauft oder in diesen Mengen nur schwer erhältlich." 300.000 Briefmarken sind ab dem 30. Oktober erhältlich.

Hessisches Gericht hebt Verlängerung der Sperrstunde im Landkreis Gießen auf

15.02 Uhr: Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel hat die Verlängerung der Sperrstunde im Landkreis Gießen aufgehoben. Die Verfügung des Landkreises im Zuge der Pandemie sei nicht verhältnismäßig und sie sei rechtswidrig, teilte das Gericht mit. Der Eilantrag einer Gaststättenbetreiberin gegen die Verfügung war somit erfolgreich. Das Verwaltungsgericht Gießen hatte den Eilantrag zuvor abgelehnt. Dagegen legte die betreibende Gesellschaft Beschwerde ein.

In der Verfügung des Landkreises fehlten Erwägungen, ob die Maßnahmen erforderlich und angemessen seien, entschieden die Richter in Kassel. Es sei nicht geprüft worden, ob die Verlängerung der Sperrstunde das Mittel sei, welches den Bürger am wenigsten belaste. Der Landkreis habe nur erklärt, dass die Verlängerung der Sperrstunde im Vergleich zur kompletten Schließung der Gastronomie das mildere Mittel sei. Mit möglichen anderen Mitteln, die in gleicher Weise zur Erreichung des Ziels geeignet sein könnten, habe er sich nicht beschäftigt.

Eben sowenig sei geprüft worden, ob die Maßnahme im Verhältnis zur Bedeutung des Grundrechts der Berufsfreiheit der Gaststättenbetreiberin angemessen ist. Im Verfahren habe der Landkreis nicht begründen können, warum ein Alkoholausschankverbot oder ein strenges Hygienekonzept keine ebenso effektiven milderen Mittel seien. Der Landkreis habe sich stattdessen auf das Betriebskonzept der Gaststättenbetreiberin und ihr Hygienekonzept bezogen. Damit habe er sich jedoch nicht mit der Angemessenheit der Allgemeinverfügung auseinandergesetzt. Der Beschluss ist nicht anfechtbar.

Polen verhängt landesweite Beschränkungen

15.01 Uhr: Angesichts einer Rekordzahl an Neuinfektionen hat die polnische Regierung landesweite Beschränkungen angekündigt. Das gesamte Land gelte von Samstag an als "rote Zone", sagte Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. Demnach werden die Grundschulen nur noch für die Klassen eins bis drei geöffnet. Ältere Schüler werden ebenso wie Schüler weiterführender Schulen und Studenten online unterrichtet. Alle Menschen über 70 Jahre bat Morawiecki, zu Hause zu bleiben. Vergangene Woche hatte er bereits die Bürger zur Arbeit im Homeoffice aufgerufen.

In Polen mit seinen 38 Millionen Einwohnern waren am Freitag 13.632 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Die Hälfte des Landes, zumeist Großstädte und umliegende Gebiete, waren bereits am vergangenen Samstag zur "roten Zone" erklärt worden.

In dieser herrscht Maskenpflicht an allen öffentlichen Orten. Restaurants, Cafés und Kneipen dürfen nur noch Außer-Haus-Service anbieten. Fitnessklubs und Schwimmbäder sind ebenfalls geschlossen. Hochzeiten sind verboten, und die Anzahl der Personen, die sich in Geschäften, öffentlichen Verkehrsmitteln und bei Gottesdiensten versammeln dürfen, ist streng begrenzt.

Altmaier und Scholz streiten um die Bazooka

1,4 Billionen Euro wollen Finanzminister und Wirtschaftsminister unters Volk bringen. Doch das funktioniert nur schleppend - auch weil sie sich nicht einig sind, wer wie viel bekommt. Lesen Sie hier mehr über die Billionenhilfe für Unternehmen in Not.

2020 ist mehr als die Hälfte des Stroms öko

14.56 Uhr: 2020 ist das Jahr der erneuerbaren Energien. Der Anteil von Wind-, Solar-, Wasser- und Biomasse-Kraftwerken am deutschen Strommix könnte erstmals die 50-Prozent-Marke übersteigen - auch wegen Corona.

Technische Panne am RKI - Infektionszahlen unvollständig übermittelt

14.46 Uhr: Wegen einer technischen Störung am Robert Koch-Institut ist es am Donnerstag zeitweise zu Datenlücken bei der Übermittlung von Infektionszahlen aus den Bundesländern gekommen. Durch einen Ausfall eines Webservers beim RKI am Donnerstagnachmittag seien knapp drei Stunden bis 17.30 Uhr Übermittlungen von den Gesundheitsämtern zu den zuständigen Landesbehörden und von denen zum RKI gestört gewesen, teilte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher am Freitag mit und bestätigte Medienberichte über eine technische Panne beim RKI.

Anschließend habe der Server aber wieder funktioniert, und es sei auch noch sehr viel übermittelt worden. "Es kann aber sein, wenn ein Gesundheitsamt es nicht nach 17.30 Uhr noch mal versucht hat, dass diese Daten dann heute fehlen", teilte die Sprecherin weiter mit. Die fehlenden Daten würden am Freitag automatisch im Laufe des Tages mit übermittelt und erschienen dann morgen in der Publikation. "Wie groß die Datenlücke ist, kann sich erst dann zeigen."

Hamburg beschränkt private Zusammenkünfte auf zehn Leute

14.45 Uhr: Wegen der deutlich gestiegenen Ansteckungsgefahr hat der Hamburger Senat weitere Kontaktbeschränkungen beschlossen. Nur noch zehn Personen aus zwei Hausständen sollen sich zu privaten Feiern oder Zusammenkünften zu Hause oder im öffentlichen Raum treffen dürfen. Das werde ab Montag gelten, kündigte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) an. Die Begrenzung auf zwei Hausstände gelte nicht für familiäre Beziehungen jeder Art, also auch nicht für Patchwork-Familien.

Erst am Freitag vergangener Woche hatte der Senat eine Verschärfung verkündet. Demnach konnten bislang in Hamburg maximal 25 Personen im öffentlichen und 15 im privaten Raum zusammen feiern. Dabei spielte es keine Rolle, aus wie vielen Haushalten sie stammten.

Intendanten fordern Rücknahme der bayerischen Maßnahmen

14.37 Uhr: Die Intendanten bayerischer Bühnen fordern Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in einem offenen Brief auf, verschärfte Auflagen für Theater zurückzunehmen. "Bisher hat es keine nachweisliche Infektion durch einen Theaterbesuch gegeben", heißt es in dem Brief, den unter anderen der Intendant der Bayerischen Staatsoper, Nikolaus Bachler, Kammerspiel-Chefin Barbara Mundel und die Intendanten der Staatstheater in Nürnberg und Augsburg, Jens Daniel Herzog und André Bücker, unterschrieben haben.

"Darum insistieren wir, auch bei einem hohen Inzidenzwert von 100 oder mehr unseren Spielbetrieb mit 200 beziehungsweise 500 Zuschauern aufrechterhalten zu dürfen. Alles andere käme einem zweiten Lockdown gleich und bedeutet eine Existenzbedrohung für alle Bühnen in Bayern."

Ab einem Wert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen springt die Corona-Ampel in Bayern neuerdings auf "dunkelrot". Dann sind Veranstaltungen aller Art - mit Ausnahme von Gottesdiensten und Demonstrationen - auf 50 Menschen begrenzt.

Deutsches Fernsehballett löst sich bereits Ende 2020 auf

14.36 Uhr: Das Deutsche Fernsehballett wird sich bereits Ende 2020 auflösen, die ursprünglich vorgesehene Abschiedstournee im kommenden Jahr entfällt wegen der Pandemie. Das sagte Geschäftsführer Peter Wolf vor der Aufzeichnung einer Show, mit der sich das Ensemble vom TV-Publikum verabschiedet. Sie soll am 31. Oktober im MDR zur besten Sendezeit ausgestrahlt werden.

Moderiert wird die Gala "Das Deutsche Fernsehballett - Die große Show zum Abschied" von Sänger und Moderator Ross Antony. Gäste sind unter anderem die Musiker David Garrett, Beatrice Egli und Michelle sowie das Fernsehballett-Urgestein Emöke Pöstenyi. Wolf hatte ursprünglich angekündigt, das Ensemble Ende 2021 auflösen zu wollen. Grund sind mangelnde Aufträge.

Das deutsche Fernsehballett bei einem Auftritt 2011

Das deutsche Fernsehballett bei einem Auftritt 2011

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Andreas Lander/ dpa

Schäuble beharrt auf Maskenpflicht im Bundestag

14.35 Uhr: Die Maskenpflicht im Bundestag gilt weiterhin - auch für AfD-Vertreter. Die Rechtspopulisten hatten per Anwalt Parlamentspräsident Wolfgang Schäuble zu einer Unterlassungserklärung aufgefordert. Ohne Erfolg.

Spanien: Tatsächliche Zahl der Infizierten bei über drei Millionen

14.14 Uhr: Die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Spanien liegt nach den Worten von Regierungschef Pedro Sánchez deutlich höher als offiziell registriert. In Wirklichkeit überschreite sie die Marke von drei Millionen, sagte Sánchez. Das liege daran, dass nur bei wenigen Menschen, die sich zu Beginn der Krise im Frühjahr angesteckt hätten, tatsächlich das neuartige Virus festgestellt worden sei, sagte der linksgerichtete Regierungschef weiter. Am Mittwoch hatte Spanien als erstes EU-Land die Schwelle von einer Million Infektionsfällen offiziell überschritten.

Virologe Hendrik Streeck: Der Anti-Drosten und seine Wahrheit

Die Pandemie hat Hendrik Streeck zum Star gemacht. In der Öffentlichkeit gilt er als Gegenspieler von Christian Drosten. Das kann der Virologe gar nicht leiden. Unser Reporter hat ihn über mehrere Wochen begleitet. Lesen Sie hier das Porträt.

Gesundheitsämter in mehreren Städten überlastet

13.33 Uhr: Gesundheitsämter in mehreren deutschen Städten sind wegen der steigenden Infektionszahlen überlastet. Sie könnten in einer ganzen Reihe von Städten nicht leisten, was anzustreben sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Sie könnten also nicht in jedem Fall die Kontakte der Betroffenen nachvollziehen. Auch in Teilen Berlins sei das zu erleben.

Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk, sagte im ZDF: "Jedem Fall genau nachzugehen, das gelingt nicht mehr". In Frankfurt am Main kämen derzeit zwischen 100 und 200 Fälle pro Tag dazu. "Eine solche Fülle kann man nicht mehr im Detail abarbeiten, das ist ganz klar."

Das Frankfurter Gesundheitsamt wird von der Bundeswehr unterstützt. 60 Soldaten helfen bei der Nachverfolgung. Dafür sei man dankbar, sagte Gottschalk, es reiche aber nicht aus. Die Mitarbeiter müssten inzwischen die Fälle priorisieren. "Man muss sich jetzt gezielt die Fälle heraussuchen, wo es besondere Dinge gibt, die es zu beachten gibt, wo es sich lohnt, genau nachzufragen", sagte Gottschalk. Das könnte zum Beispiel ein Infizierter sein, der enge Kontakte mit Risikogruppen habe - anders als ein Ausbruch in einer jungen Familie.

Kontaktverfolgung: Berlin ändert die Strategie

13.33 Uhr: Angesichts der Vielzahl von Erkrankten in Berlin setzen die Behörden bei deren Isolation und der Nachverfolgung ihrer Kontakte vermehrt auf Eigenverantwortung. Aufgrund der pandemischen Lage sei es den Gesundheitsämtern nicht mehr möglich, jeden einzelnen Fall mit viel Aufwand und sehr zügig zu bearbeiten, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) nach einer Schaltkonferenz mit den Gesundheitsstadträten der Bezirke.

Künftig gelte für Infizierte und Kontaktpersonen daher bereits ohne individuelle amtsärztliche Anordnung eine Pflicht zur Selbstisolation und Selbstquarantäne. Alle Bezirke hätten eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen oder täten dies umgehend. Demnach sind Betroffene bereits ab Kenntnis einer Infektion oder eines möglichen Kontakts mit einem Infizierten rechtlich dazu verpflichtet, sich selbst in Quarantäne zu begeben. Zudem sollen sie Kontaktpersonen rasch über die Infektion informieren, damit diese sich in Quarantäne begeben können.

Bei Tests und der Kontaktnachverfolgung liege der Schwerpunkt bei Risikogruppen, etwa Personal und Patienten in Krankenhäusern und Pflege oder obdachlosen Menschen, sagte Kalayci. "Das heißt nicht, dass die anderen Kontakte nicht nachverfolgt werden. Dort wird es aber etwas Zeit kosten." Amtsärzte hatten einen solchen Strategiewechsel gefordert.

Wirtshaus schickt Gästen Kontaktdaten auf Postkarten zurück

13.27 Uhr: Eine Brauerei im baden-württembergischen Ehingen ist erfinderisch geworden, damit Gäste in der Pandemie im Wirtshaus korrekte Kontaktdaten hinterlassen. Statt Kontaktlisten erhalten die Gäste im Gasthaus der Brauerei Postkarten, auf denen sie ihre Daten eintragen sollen. Was die Postkarte ebenso enthält: einen Gutschein für ein Freibier. "Wir wollten dem Gast die Scheu nehmen, uns seine persönlichen Daten zu geben, indem wir ihm mit der Versendung der Postkarte seine Daten zurückgeben", teilte Franz Weisser von der Brauerei mit.

Die Idee dazu sei auch aus der Not geboren, da die Brauerei nach dem Lockdown große Sorge gehabt habe, ob die Wirtschaft wieder in Gang komme. Von den Gästen werde die Aktion gut angenommen: "Nach dem Staunen sorgt es für ein Lächeln und sogar Heiterkeit", teilte Weisser mit.

EU-Gesundheitsagentur hält Situation für bedrohlich

13.18 Uhr: Die EU-Gesundheitsagentur ECDC sieht die derzeitige Situation als eine große Bedrohung für die öffentliche Gesundheit. In einem am Freitag veröffentlichten Bericht hieß es, in den europäischen Ländern hätten die Covid-19-Infektionen in den letzten Wochen erheblich zugenommen. Der Anstieg der gemeldeten Fälle sei nicht mehr nur auf vermehrte Tests zurückzuführen. "Was wir jetzt sehen, ist eindeutig eine zweite Infektionswelle, und wir erwarten, dass es noch schlimmer wird", sagte Agoritsa Baka, Expertin für Krisenvorsorge bei der ECDC, dem Schwedischen Radio.

Besorgniserregend sei, dass nun auch wieder mehr ältere Menschen infiziert würden. "Viele Länder haben steigende Sterblichkeitsraten gemeldet, und die Gesamtzahl der Todesfälle ist seit über einem Monat gestiegen", hieß es in dem Bericht. Auch wenn die Sterberate niedriger sei als zu Beginn der Pandemie, müsse man damit rechnen, dass sie steigen werde. "Tatsächlich wird der Schutz medizinisch gefährdeter Personen mit einem hohen Grad an Übertragung durch die Gemeinschaft schwieriger, und es ist unvermeidlich, dass mehr Personen, die nicht als medizinisch gefährdet gelten, schwere Krankheiten entwickeln."

Derzeit gebe es nur sechs Länder in der Region, in denen eine stabile epidemiologische Situation vorliege. In 25 Ländern, darunter auch in Deutschland, sei die Situation besorgniserregend. Agoritsa Baka rät den Mitgliedstaaten: "Setzen Sie weiter auf die Rückverfolgung von Infektionen, unterstützen Sie Tests, bereiten Sie die Gesundheitssysteme auf einen erhöhten Druck vor, und schützen Sie die gefährdete Bevölkerung."

Berlin baut auf Schnelltests

13.18 Uhr: Angesichts der stark steigenden Infektionszahlen setzt Berlin verstärkt auf neue Schnelltests. Dank einer zügigen Beschaffung würden diese Tests bereits ab Samstag in der Altenpflege eingesetzt, kündigt Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci an. Ab nächster Woche würden auch die Obdachlosenhilfe und der ganze Krankenhausbereich damit versorgt. Damit sollen die Kapazitäten bei den bisher verwendeten PCR-Tests erheblich entlastet werden.

Zudem habe man eine Anpassung der Strategie bei der Kontaktverfolgung beschlossen, hieß es. Mittels einer Allgemeinverfügung wolle man die Ressourcen bei den Gesundheitsämtern auf Risikogruppen wie etwa Menschen in Krankenhäusern, Pflege- und Senioreneinrichtungen konzentrieren. Andere Infizierte sollen bereits mit Kenntnis der Ansteckung in Selbstisolation und nicht erst auf eine Verfügung des Gesundheitsamts warten. Dies gelte auch für Kontaktpersonen.

Bayerns Verfassungsrichter bestätigen Corona-Regel zur Datenerfassung

13.14 Uhr: Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat die Corona-bedingte Pflicht zur Erfassung von Kontaktdaten etwa in der Gastronomie oder bei Veranstaltungen bestätigt. Das höchste bayerische Gericht lehnte es in seiner Entscheidung ab, die entsprechenden Vorschriften in der bayerischen Verordnung per einstweiliger Anordnung außer Vollzug zu setzen.

Es lägen keine Gründe vor, die einen solchen Schritt rechtfertigen würden, teilte das Gericht mit. Es sei nicht offensichtlich, dass die Staatsregierung beim Erlass der Verordnung bundesrechtlich eröffnete Spielräume überschritten haben könnte. Und es sei auch nicht offensichtlich, dass die Staatsregierung die Pflicht zur strengen Prüfung der Verhältnismäßigkeit des Eingriffs in das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt haben könnte.

90 Prozent der Testlabors an Warn-App angeschlossen

13.05 Uhr: Mittlerweile sind nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert 148 von bundesweit 165 Testlabors an die Warn-App angeschlossen. Rund 90 Prozent der Labors könnten damit App-Nutzern das Testergebnis digital übermitteln. Die App sei inzwischen 20,4 Millionen Mal von möglichen Nutzern heruntergeladen worden.

Neuinfektionen in der Schweiz erreichen neuen Höchststand

12.37 Uhr: In der Schweiz zieht die Zahl der Infektionen weiter an. Die Behörden melden 6634 neue Fälle innerhalb der vergangenen 24 Stunden und damit einen Rekordwert. 117 Covid-Patienten mussten ins Krankenhaus, zehn starben in Zusammenhang mit dem Virus. In der Schweiz ist die Zahl der Neuinfektionen gemessen an der Bevölkerungszahl von rund 8,5 Millionen in den vergangenen Tagen schneller gestiegen als in vielen anderen europäischen Ländern.

Krise kostet katholische Kirche viele Millionen

12.31 Uhr: Allein in Bayern gehen die katholischen Bistümer bei den Einnahmen aus Kirchensteuern von Verlusten in Höhe von mehr als hundert Millionen Euro aus. Das Erzbistum München und Freising rechnet in diesem Jahr mit einem Minus von bis zu 32 Millionen Euro bei Einnahmen aus der Kirchensteuer. Das größte katholische Bistum in Deutschland, das Erzbistum Köln, geht laut einer Einschätzung von Ende September ebenfalls von einem massiven Einbruch aus: "Im schlimmsten Fall müssen wir mit Ertragseinbußen von 50 Millionen Euro rechnen", sagte Finanzdirektor Gordon Sobbeck. Wahrscheinlich werde die "Corona-Delle" die Finanzen des Erzbistums auch 2021 und 2022 noch belasten.

Die Einnahmen aus Kirchensteuern sinken vor allem deshalb, weil in der Coronakrise mehr Menschen in Kurzarbeit gegangen oder sogar arbeitslos geworden sind und deshalb keine Kirchensteuer mehr zahlen. In Bayern sind davon alle Bistümer betroffen: Das Bistum Augsburg rechnet mit einem Minus von 35 bis 40 Millionen Euro bei den Einnahmen aus der Kirchensteuer, das Erzbistum Bamberg mit einem Minus von 13,8 Millionen, und das Bistum Eichstätt geht von sieben Millionen Euro weniger aus.

Spahn erwartet Impfstoff Anfang nächsten Jahres

12.06 Uhr: Deutschland hofft auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Gesundheitsminister Spahn ist optimistisch, dass das Mittel schon im ersten Quartal zur Verfügung steht.

Gericht weist Eilantrag gegen Maskenpflicht im Unterricht ab

11.41 Uhr: Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH) hat einen Eilantrag gegen die Maskenpflicht im Unterricht abgelehnt. Zwei Schüler aus dem Landkreis Ravensburg wollten das Verbot kippen. Aus ihrer Sicht ist es unklar, ob es an Schulen ein hohes Infektionsrisiko gibt. Zudem sei nicht nachgewiesen, dass ein einfacher Mund-Nasen-Schutz die Ausbreitung wirksam bekämpfe.

Die Richter sahen das anders: Die Maskenpflicht sei ein geeignetes Mittel im Kampf gegen die Pandemie. Es sei nicht zu beanstanden, diese Maskenpflicht an Schulen landesweit zu verhängen. Auch wenn im Landkreis Ravensburg derzeit weniger Menschen als im Landesdurchschnitt infiziert seien: Dies könne sich jederzeit schnell ändern. Landkreisgrenzen würden von Schülern und Lehrern "in vielen Fällen täglich überschritten", teilte der VGH mit.

Seehofer: Masken-Äußerungen des Ärztekammer-Präsidenten unerklärlich

11.40 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer hat kein Verständnis für Äußerungen des Ärztekammerpräsidenten Klaus Reinhardt, der in einer ZDF-Sendung den Nutzen der Alltagsmasken infrage gestellt hatte. Die Aussagen "von höchster Stelle der Ärzteschaft" seien für ihn unerklärlich. "Das ist fast erschütternd", sagte Seehofer. Er freue sich, dass dort alle eine Maske trügen. "Die Bevölkerung ist manchmal noch sachkundiger und einsichtiger als manche Berufsfunktionäre." Reinhardt hatte nach seinen umstrittenen Äußerungen am Donnerstag klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes etwa in Bussen und Bahnen sinnvoll sei. Dies helfe, durch eine Reduktion der Aerosolverbreitung andere zu schützen.

Umfrage: Fast ein Drittel für härtere Maßnahmen

11.35 Uhr: Fast ein Drittel der Deutschen spricht sich einer Umfrage zufolge für härtere Maßnahmen aus. 30 Prozent der Befragten gehen die bestehenden Maßnahmen nicht weit genug, wie aus dem ZDF-Politbarometer hervorgeht. 54 Prozent halten die Maßnahmen demnach für genau richtig, 14 Prozent für übertrieben. Im September waren 18 Prozent und im Oktober 23 Prozent für härtere Regelungen gewesen - obwohl diese seitdem vielerorts verschärft wurden.

Die einzelnen Maßnahmen finden überwiegend große Zustimmung: 87 Prozent der Befragten hielten die Ausweitung der Maskenpflicht für richtig. Die Begrenzung der Teilnehmerzahl bei privaten Feiern und Treffen in der Öffentlichkeit fand eine Zustimmung von 86 beziehungsweise 79 Prozent. Dass Bars und Restaurants vielerorts früher schließen müssen, fanden dagegen nur 54 Prozent richtig.

Unabhängig von der Notwendigkeit empfinden verhältnismäßig viele Menschen die Einschränkungen bei Treffen mit Freunden und Familie als störend (33 Prozent der Befragten). Dahinter folgen Einschränkungen bei Kultur- und Sportveranstaltungen (24 Prozent) und beim Reisen (19 Prozent).

56 Prozent der Befragten glauben, dass ihre Gesundheit durch das Virus gefährdet sei. Dennoch ist eine Mehrheit optimistisch: 81 Prozent aller Befragten meinten, dass Deutschland in den nächsten Monaten alles in allem "eher gut" durch die Pandemie kommen werde. Hier waren Anhänger von CDU/CSU mit 86 Prozent am zuversichtlichsten, die der AfD mit 60 Prozent am wenigsten zuversichtlich.

Tschechiens Regierungschef fordert Gesundheitsminister zum Rücktritt auf

11.20 Uhr: Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš fordert Gesundheitsminister Roman Prymula zum Rücktritt auf. Komme Prymula dem nicht nach, werde er ihn entlassen, sagt Babiš in Prag. Prymula hatte zuvor in einem Restaurant, das im Rahmen der Maßnahmen gegen die Pandemie geschlossen war, ein Treffen abgehalten. In Tschechien erreicht die Zahl der Neuinfektionen fast täglich neue Höchststände.

Ökonom Bofinger fordert Verlängerung des Arbeitslosengelds

11.18 Uhr: Der ehemalige Wirtschaftsweise Peter Bofinger hat eine pauschale Verlängerung des Arbeitslosengelds um ein halbes Jahr vorgeschlagen. Das könnte einen zweiten Lockdown sozial abfangen.

Türkei: Virus breitet sich im ganzen Land aus

11.05 Uhr: In der Türkei breitet sich das Virus dem Gesundheitsminister zufolge im ganzen Land aus. 40 Prozent der Fälle würden aus Istanbul gemeldet, sagt Fahrettin Koca. Dort lägen die Zahlen fünfmal höher als in der Hauptstadt Ankara. Aus Regierungskreisen war vor einigen Tagen verlautet, dass die Türkei die Wiedereinführung von einigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie erwägt. Dazu gehörten Lockdowns am Wochenende oder Ausgangssperren für jüngere und ältere Menschen.

Testpflicht in Bayern für ausländische Pendler in Kraft

11.00 Uhr: Die neue bayerische Testpflicht für Berufspendler aus ausländischen Risikogebieten und die schärferen Regeln für extreme Hotspots im Freistaat sind in Kraft. Für Grenzpendler aus ausländischen Risikogebieten gilt demnach seit Freitag: Wer "regelmäßig mindestens einmal wöchentlich nach Bayern einreist, um sich dort aus beruflichen oder geschäftlichen Gründen, zu Ausbildungszwecken oder zum Schul- oder Hochschulbesuch aufzuhalten", muss den Behörden vor Ort nun unaufgefordert binnen sieben Tagen und anschließend regelmäßig einmal pro Woche einen negativen Test vorlegen.

Die Maßnahme wird voraussichtlich vor allem Berufspendler aus Österreich und Tschechien treffen. Tschechien, das europaweit zu den Ländern mit den höchsten Infektionsraten je 100.000 Einwohner zählt, gilt laut Robert Koch-Institut ebenso als Risikogebiet wie die direkt an Bayern grenzenden österreichischen Bundesländer Tirol und Vorarlberg. Deutschland hatte am Donnerstag seine Reisewarnung auf fast ganz Österreich ausgeweitet. Ausnahme bleibt das Bundesland Kärnten.

Zudem gelten nun schärfere Regeln für bayerische Landkreise und kreisfreie Städte, in denen die Marke von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten wurde. Dort dürfen Veranstaltungen nur noch mit maximal 50 Teilnehmern stattfinden. Zudem gilt eine Sperrstunde ab 21 Uhr. Welche Regionen von der dunkelroten Warnstufe betroffen sind, will das Ministerium künftig täglich um 15.00 Uhr auf seiner Homepage veröffentlichen. Darauf stehen alle Regionen, in denen der 100er-Wert aktuell überschritten wird "oder vor weniger als sechs Tagen noch überschritten worden ist".

Vier Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums offenbar positiv getestet

10.34 Uhr: Vier Mitarbeiter von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sind offenbar ebenfalls positiv getestet worden. Das berichtet die "Bild" und zitiert aus einem am Donnerstag vom Gesundheitsministerium verschickten Schreiben. Die Fälle seien dem Bericht zufolge nicht aus dem direkten Umfeld des Ministers.

Erste Patienten aus den Niederlanden nach Deutschland geflogen

10.16 Uhr: Zum ersten Mal in der zweiten Welle werden Patienten aus den Niederlanden in deutsche Kliniken verlegt. Ein Hubschrauber transportierte am Morgen einen Patienten in ein Krankenhaus nach Münster. Das teilte das Koordinierungszentrum für die Verteilung von Patienten mit. Ein zweiter Flug, ebenfalls von Almere nach Münster, sollte folgen.

Durch die Verlegungen soll der Druck auf die Intensivstationen gesenkt werden. Bereits fast jedes zweite Bett auf Intensivstationen ist mit einem an Covid-19 erkrankten Patienten belegt. Zuletzt waren am Donnerstag fast 9300 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden. Die Niederlande gehören zu den am stärksten von der zweiten Welle der Pandemie betroffenen Ländern Europas.

Die Krankenhäuser in der Region Nordwesten, zu der auch Almere gehört, könnten den Zustrom neuer Patienten kaum bewältigen, teilte das Zentrum in Rotterdam mit. "Das Wasser steht ihnen bis zum Hals."

Auch im Frühjahr waren Patienten aus den Niederlanden in deutsche Kliniken verlegt worden. Für das Wochenende sind weitere Patiententransporte auch aus anderen Regionen geplant.

Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hatten angeboten, Patienten aus den Niederlanden zu übernehmen. Das Land verfügt zurzeit über 1150 Betten auf Intensivstationen. Allein Nordrhein-Westfalen hat rund fünfmal so viele. Das Bundesland stellte 80 Betten für Patienten aus den Niederlanden zur Verfügung.

Unesco sorgt sich um Bildung

9.42 Uhr: In der Krise sorgt sich die Uno-Kulturorganisation Unesco um die Ausgaben für Bildung. In nationalen Krisenplänen für einen Wirtschaftsaufschwung sei im Durchschnitt weniger als ein Prozent für Bildung und Ausbildung reserviert, teilte Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay nach einem Treffen zur Bildungspolitik mit. Die Zusammenkunft per Videokonferenz, an der auch Staats- und Regierungschefs teilnahmen, war von der Unesco und den Regierungen Ghanas, Norwegens und Großbritanniens einberufen worden.

"Während die Länder schwierige Entscheidungen und Kompromisse machen, ... muss die Bildung unsere absolute Priorität sein, unser Stützpfeiler des Aufschwungs", sagte Azoulay. In einer Erklärung sprachen sich die Teilnehmer unter anderem dafür aus, die Wiedereröffnung von Schulen zu ermöglichen und Lehrer zu unterstützen.

Zahl der Patienten in NRW-Kliniken steigt erheblich

9.22 Uhr: Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen steigt stark an. Nach Zahlen der Landesregierung werden aktuell rund 1420 Patienten mit Covid-19 stationär behandelt - vor einer Woche waren es noch 950, vor einem Monat rund 320. 275 Patienten lägen aktuell auf der Intensivstation, 148 von ihnen müssten beatmet werden.

Die Kliniken sind den Angaben zufolge allerdings noch weit entfernt von ihrer Kapazitätsgrenze. Aktuell gebe es rund 5640 Intensivbetten, in denen die Patienten auch beatmet werden könnten, 1320 davon seien im Moment nicht belegt. Beim bisherigen Höhepunkt der Pandemie Mitte April waren in den NRW-Krankenhäusern mehr als 2100 Corona-Patienten gleichzeitig behandelt worden, knapp 600 mussten in der Spitze beatmet werden.

Auch Spahns Ehemann Daniel Funke positiv getestet

9.18 Uhr: Der Ehemann von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist ebenfalls positiv auf Corona getestet worden. Das teilte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums mit. Demnach habe Daniel Funke sein Testergebnis am späten Donnerstagabend erhalten. "Er war zusammen mit dem Minister am Mittwochnachmittag in häusliche Isolation gegangen und hatte am Donnerstagmorgen einen Corona-Test (PCR) machen lassen", hieß es weiter. Spahn selbst zeige weiterhin Erkältungssymptome, sagte der Sprecher. Sein Ehemann sei aktuell symptomfrei.

Zahlen in Israel sinken nach ersten Lockerungen weiter

9.12 Uhr: Knapp eine Woche nach den ersten Lockerungen des zweiten Lockdowns in Israel sinken die Infektionszahlen weiter. Das israelische Gesundheitsministerium teilte mit, am Donnerstag seien 895 neue Fälle verzeichnet worden. Am 30. September waren es noch mehr als 9000 gewesen. Die Zahl der Schwerkranken sank auf 570. Der Anteil der positiven Tests war mit 2,8 Prozent deutlich geringer als vor und während des Lockdowns. Im September war er noch etwa fünfmal so hoch gewesen.

Im Vergleich meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Freitagmorgen 11.242 Corona-Neuinfektionen binnen einem Tag. Deutschland hat etwa neunmal so viel Einwohner wie Israel.

Nach einem Monat des Corona-Lockdowns waren in Israel am Sonntag erste Lockerungen in Kraft getreten. Kindergärten und Vorschulen öffneten für Hunderttausende Kinder im Alter bis zu sechs Jahren. Auch Einrichtungen ohne Publikumsverkehr durften ihre Arbeit wieder aufnehmen. Die Auflage, dass Bürger sich nicht weiter als einen Kilometer von ihrem Zuhause entfernen dürfen, wurde aufgehoben.

Naturparks und Strände können wieder besucht werden, Restaurants dürfen Mahlzeiten zur Abholung verkaufen. Die Klagemauer, die Grabeskirche sowie der Tempelberg in Jerusalem sind unter Auflagen für Besucher zugänglich. Es gelten jedoch weiterhin Versammlungsbeschränkungen.

US-Forscher melden mehr als 70.000 Corona-Infektionen an einem Tag 

8.56 Uhr: Die Anzahl der Corona-Neuinfektionen in den USA ist nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) erstmals seit Ende Juli wieder auf mehr als 70 000 binnen einem Tag geklettert. Rund 71.700 Menschen wurden demnach am Donnerstag mit positivem Test auf das Virus gemeldet. Die Zahl der Neuinfektionen war zuletzt wieder auf rund 60.000 pro Tag gestiegen.

Insgesamt wurden laut JHU in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie rund 8,4 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 223.000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Polen plant weitere Einschränkungen

8.50 Uhr: Polen steht einem Regierungsberater zufolge vor weiteren Einschränkungen. Restaurants sollten Essen nur noch außer Haus anbieten, sagt Andrzej Horban im Radiosender Zet. Die Regierung könnte zudem empfehlen, dass ältere Menschen ab 70 Jahre zu Hause bleiben sollten. Wie das Internetportal "Wirtualna Polska" meldet, gehöre zu den Plänen auch, dass sich nicht mehr als fünf Personen treffen und Kinder nur in Begleitung eines Erwachsenen nach draußen dürften.

Ausbruch auf Truppenübungsplatz: Belgische Soldaten infiziert 

8.37 Uhr: Auf dem Truppenübungsplatz Bergen in Niedersachsen haben sich 68 belgische Soldaten mit dem Coronavirus infiziert. Zusätzlich hätten sich weitere Soldaten vorsichtshalber in Isolation begeben müssen, teilte das Landeskommando Niedersachsen der Bundeswehr am Freitag mit. Mit dem Kommandeur der belgischen Brigade sei vereinbart worden, dass positiv getestete Soldaten unverzüglich nach Belgien zurückkehren müssten. Dies sei umgehend umgesetzt worden. Die Infizierten gehören den Angaben zufolge einer belgischen Brigade mit rund 1065 Soldaten an, die seit Anfang vergangener Woche zum Schießtraining in Bergen seien.

Royal Opera House verkauft Werk von David Hockney für 12,9 Millionen Pfund

8.26 Uhr: Das wegen der Coronakrise um seine Existenz fürchtende Royal Opera House in London hat ein Gemälde des britischen Künstlers David Hockney verkauft und damit einen Millionenbetrag eingenommen. Das Kunstwerk "Portrait von Sir David Webster" wurde am Donnerstagabend bei einer Auktion von Christie's für 12,9 Millionen Pfund (14,3 Millionen Euro) versteigert. Hockeys Werk aus den Siebzigerjahren zeigt den ehemaligen Chef des berühmten Opernhauses, David Webster.

Das Royal Opera House sah sich nach eigenen Angaben gezwungen, das Gemälde zu verkaufen, da es aufgrund der Pandemie "der größten Krise" in seiner Geschichte gegenüberstehe. "Der Erlös wird dazu verwendet werden, sicherzustellen, dass die größten Künstler der Welt wieder auf unsere Bühnen zurückkehren können", sagte der Generaldirektor des Hauses, Alex Beard, Anfang Oktober.

Das weltberühmte Opernhaus musste Ende März wegen der Gesundheitskrise schließen. Es eröffnete im Juni wieder, allerdings ohne Livepublikum. Die Aufführungen werden online übertragen. Trotz der Bemühungen, sowie Kostensenkungen und Entlassungen gingen die Einnahmen seit Beginn der Pandemie um mehr als die Hälfte zurück.

Finanzministerium - Bislang erst 13,6 Milliarden an Corona-Soforthilfen ausgezahlt

8.26 Uhr: Die Bundesregierung hat bislang weniger als ein Drittel der zur Verfügung stehenden Corona-Soforthilfen für Unternehmen ausgezahlt. Aus dem im März aufgelegten Programm seien bislang 13,6 Milliarden Euro abgeflossen, geht aus einer der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Fabio De Masi von der Linkspartei hervor. Der Fördertopf für Soloselbständige, kleine Unternehmen, Freiberufler und Landwirte mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch die Corona-Pandemie ist mit 50 Milliarden Euro gefüllt. Insgesamt wurden bis 30. September rund 2,2 Millionen Anträge auf Soforthilfe gestellt, von denen rund 346.500 oder knapp 16 Prozent abgelehnt wurden. Bewilligt wurden zudem 1,13 Milliarden Euro an Überbrückungshilfen für kleine und mittlere Unternehmen.

"Die Soforthilfen gehen an den kleinen Unternehmen vorbei", sagte De Masi zu der Zwischenbilanz. "Es sind weniger als 30 Prozent der Mittel abgerufen, obwohl jetzt für viele Selbstständige und kleine Unternehmen der harte Corona-Winter vor der Tür steht." Dies offenbare, dass die Programme falsch aufgezogen seien.

Bundeswehr derzeit mit knapp 2000 Soldaten im Corona-Einsatz 

7.54 Uhr: Die Bundeswehr ist derzeit mit knapp 2000 Angehörigen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie im Einsatz. Das sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der "Rheinischen Post". Sie gehören zum Einsatzkontingent "Hilfeleistung gegen Corona", das über insgesamt 15.000 Soldaten verfügt. Allein in Gesundheitsämtern aller Bundesländer helfen derzeit 1561 Soldaten bei der Nachverfolgung von Infektionsketten, bei der Entnahme von Abstrichen oder an Teststationen. Zudem leisten Soldatinnen und Soldaten Unterstützung bei Testungen von Reiserückkehrern sowie mit mobilen Covid-19-Teststationen.

Insgesamt liegen derzeit 1141 Unterstützungsanfragen vor. Es sei "mit weiteren Bewilligungen und somit aufwachsender Unterstützung durch die Bundeswehr zu rechnen", sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Australischer Bundesstaat Victoria: So wenige aktive Fälle wie zuletzt vor vier Monaten

5.48 Uhr: Victoria war zuletzt der australische Corona-Hotspot, am Freitag meldete der Bundesstaat eine einzige Neuinfektion innerhalb der letzten 24 Stunden und 100 aktive Corona-Erkrankungen. So wenige gab es zuletzt am 19. Juni. "Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Strategie funktioniert", sagte Victorias Premierminister Daniel Andrews in Melbourne.

Der Bundesstaat hatte Anfang August den Katastrophenzustand erklärt und die Ausgangssperre für die rund fünf Millionen Einwohner Melbournes erheblich verschärft. Seit Montag wurde diese etwas gelockert. Weil die Fallzahlen seit neun Tagen in Folge einstellig sind, wird erwartet, dass Andrews am Sonntag weitere Lockerungen ankündigen wird.

Bundesumweltministerium hält Castortransport für erforderlich - trotz Corona

5.27 Uhr: Das Bundesumweltministerium hält derzeit am geplanten Castortransport in das Zwischenlager Biblis fest. Niedersachsens Regierung hatte darum gebeten, den Transport des Atommülls aufgrund der Corona-Pandemie ein weiteres Mal zu verschieben. Nach Kenntnis des Umweltministeriums "beobachten die zuständigen Innenbehörden die Pandemielage sehr genau, bewerten diese und richten ihre Maßnahmen am Infektionsgeschehen aus", sagte ein Sprecher von Ministerin Svenja Schulze (SPD) der Nachrichtenagentur dpa. Die Beteiligten hätten ein gesondertes Hygienekonzept erstellt. "Das Bundesumweltministerium hält den Transport zum jetzigen Zeitpunkt für erforderlich."

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gebeten, den für Anfang November erwarteten Transport aus dem britischen Sellafield nach Biblis in Hessen erneut zu verschieben. Zur Begründung nannte er unter anderem Sicherheitsbedenken wegen zu erwartender Proteste gegen den Transport. Die Corona-Pandemie erschwere eine Sicherung des Transports, weil ein Hygienekonzept eingehalten werden müsse.

"Der Transport ist zur Umsetzung völkerrechtlicher Verpflichtungen der Bundesrepublik Deutschland erforderlich", sagte der Sprecher des Bundesumweltministeriums, das auch für nukleare Sicherheit zuständig ist. Die genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen für die Durchführung des Transports seien gegeben. Ein Sprecher Seehofers sagte auf Anfrage der dpa lediglich, das Innenministerium sei dazu "im engen Austausch mit den betroffenen Bundesländern und Bundesministerien."

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In Wales treten ab Freitagabend strikte Maßnahmen in Kraft

5.18 Uhr: Wales setzt drastische Schritte, um die massiv steigenden Corona-Zahlen zu drücken. In dem britischen Landesteil gilt ab Freitagabend ein strikter temporärer Lockdown bis zum 9. November. Auch in Österreich waren für Freitag verschärfte Maßnahmen angekündigt - im letzten Moment wurden sie jedoch auf Sonntag verschoben.

In Wales müssen weiterführende Schulen den Unterricht in der Zeit des Lockdowns nach den Herbstferien online durchführen, Grundschulen bleiben jedoch geöffnet. Bars und Restaurants müssen schließen, außerdem sind Treffen zwischen verschiedenen Haushalten verboten. Die Menschen sind angehalten, so weit wie möglich zu Hause zu bleiben und wenn möglich dort zu arbeiten. Die Maßnahmen seien nötig, um Leben zu retten und das Gesundheitssystem vor einer Überlastung zu bewahren, hieß es seitens der Regierung. In den vergangenen Tagen zählte Wales jeweils rund 950 neue Infektionen - bei gut drei Millionen Einwohnern.

Die Regierung in Wien konnte ihren Zeitplan für strengere Regeln derweil nicht einhalten. Erst am Donnerstagabend veröffentlichte sie eine entsprechende Verordnung, nach der eine Obergrenze von sechs Personen bei privaten Zusammenkünften in Gebäuden und von zwölf Menschen im Freien erst am Sonntag in Kraft tritt. Die Regierung hatte zu Beginn der Woche noch angekündigt, dass die Verschärfung der Maßnahmen ab Freitag gelten wird.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Erneut mehr als 11.000 Neuinfektionen in Deutschland

5.00 Uhr: Die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat am zweiten Tag in Folge bei mehr als 11.000 gelegen. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen unter Berufung auf die Angaben der Gesundheitsämter mitteilte , wurden am Vortag 11.242 neue Fälle erfasst. Dies waren 45 weniger als am Donnerstag, als der bisherige Höchstwert bei den täglich verzeichneten Neuinfektionen mit dem Virus in Deutschland ermittelt worden war.

Die Zahl der insgesamt seit Beginn der Pandemie in Deutschland erfassten Infektionsfälle stieg laut RKI bis Donnerstag auf 403.291. Die Zahl der mit dem neuartigen Virus im Zusammenhang stehenden Todesfälle wuchs auf 9954. Das sind 49 mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen lag den Angaben zufolge bei etwa 306.100.

Das RKI hatte die Corona-Lage in Deutschland am Donnerstag als "sehr ernst" eingestuft. In einzelnen Regionen könne es zu einem unkontrollierbaren Ausbruch kommen, warnte Institutspräsident Lothar Wieler. Es bestehe jedoch die Chance, die weitere Ausbreitung des neuartigen Virus zu verlangsamen, fügte er hinzu.

Lesen Sie hier , warum die 7-Tage-Inzidenz häufig zu niedrig angegeben wird.

Industriepräsident für besonnene Herbststrategie gegen Corona

3.17 Uhr: Angesichts der sprunghaft gestiegenen Coronavirus-Infektionszahlen hat der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) eindringlich vor einem erneuten generellen Herunterfahren der deutschen Wirtschaft gewarnt. "Ein zweiter Lockdown wäre existenzgefährdend für zahlreiche Unternehmen in Deutschland", sagte BDI-Präsident Dieter Kempf den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er forderte die Bundesregierung auf, "eine besonnene Herbststrategie" gegen die Pandemie "mit einem klugen Mix aus passgenauen Maßnahmen von Bund und Ländern" vorzulegen.

Priorität müsse dabei die örtliche Verantwortung für die Eindämmungsmaßnahmen haben, forderte Kempf. Oberstes Ziel für die Bundesregierung und die Regierungen der Bundesländer müsse bleiben, "Lockdowns zu verhindern, selbst wenn sie zeitlich befristet stattfinden sollten". Der Industriepräsident nannte es unnötig, "große Teile der Bevölkerung pauschal unter Quarantäne zu setzen". 

US-Präsident Trump verteidigt Pandemie-Management seiner Regierung

3.58 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat das Krisenmanagement seiner Regierung in der Corona-Pandemie verteidigt. "Wir kämpfen dagegen, und wir kämpfen intensiv", sagte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) im zweiten und letzten TV-Duell mit seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden. Trump versprach auch erneut, dass die Pandemie schon bald zu Ende sein werde - obwohl das im Gegensatz zu Aussagen von Wissenschaftlern und der gegenwärtigen Entwicklung steht. "Immer mehr Menschen geht es besser", sagte Trump.

Der Demokrat Biden sagte, es gebe keinen einzigen ernsthaften Wissenschaftler, der davon ausgehe, dass die Pandemie bald von selbst vorbei sein werde. Daten der Universität Johns Hopkins zufolge gibt es in den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern, bislang rund 8,4 Millionen bestätigte Coronavirus-Infektionen. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt wieder auf rund 60.000 pro Tag an. Rund 223.000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Die Bekämpfung der Coronakrise ist eines der sechs Themen, die während des TV-Duells auf dem Plan stehen. Hier können Sie das Duell im Liveticker nachlesen.

Infektionen in Europa innerhalb von zehn Tagen verdoppelt

2.10 Uhr: Die Coronavirus-Infektionen in Europa haben sich einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters zufolge in den vergangenen zehn Tagen mehr als verdoppelt. Am Donnerstag stieg die Zahl der neuen Fälle in Europa erstmals über die Marke von 200.000. Am 12. Oktober war erstmals die Marke von 100.000 Fällen überschritten worden. Laut der Zählung beläuft sich die Zahl der Infektionen in Europa insgesamt auf 7,8 Millionen und 247.000 Tote.

Mehrere europäische Staaten hatten am Donnerstag Rekordwerte bei den Neuinfektionen gemeldet, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich und die Niederlande.

Weltweit haben sich derzeit rund 41,4 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, über 1,1 Millionen starben. Laut Reuters wurde am Mittwoch der höchste Tageswert an Neuinfektionen weltweit gemessen (422.835 Fälle). Nach Angaben der Johns-Hopkins-University ist Frankreich das Land in Europa mit den meisten Infektionen, gefolgt von Spanien (bei über einer Million).

New Yorker Westminster-Hundeshow muss umziehen

1.36 Uhr: Die seit fast 150 Jahren jährlich in New York veranstaltete Westminster-Hundeshow muss aufgrund der Coronavirus-Pandemie im kommenden Jahr umziehen. Um die Gesundheit und Sicherheit der Teilnehmer sicherzustellen, werde die 145. Auflage der Show 2021 im Sommer und größtenteils unter freiem Himmel auf einem Anwesen nördlich der Metropole New York stattfinden, teilten die Betreiber mit. 

Normalerweise findet die renommierte Veranstaltung, die als älteste Hundeshow der Welt gilt, stets zu Beginn des Jahres im New Yorker Madison Square Garden statt. Jedes Jahr treten dabei Tausende Rassehunde gegeneinander an. Der Siegerhund der "Best in Show"-Kategorie wird in den USA regelmäßig zum Star.

Müssen im kommenden Jahr unter freiem Himmel auflaufen: Yorkshire Terrier bei der 144. Westminster Dog Show (Februar 2020)

Müssen im kommenden Jahr unter freiem Himmel auflaufen: Yorkshire Terrier bei der 144. Westminster Dog Show (Februar 2020)

Foto: Peter Foley/EPA-EFE/REX

Slowenien verhängt teilweisen Lockdown

1.17 Uhr: Wegen steigender Corona-Infektionszahlen schränkt die Regierung in Slowenien das öffentliche Leben weiter ein. "Die Maßnahmen werden jenen ähneln, die bereits während der Epidemie im Frühjahr verhängt worden waren", sagte Regierungschef Janez Janša auf einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz am Donnerstag. Ab Samstag müssen demnach alle Einkaufszentren, Restaurants, Hotels und nicht essenziellen Geschäfte für mindestens eine Woche schließen.

Die Fahrten der öffentlichen Verkehrsmittel werden auf ein Drittel des normalen Dienstes reduziert. Anfang dieser Woche hatte die Regierung bereits eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21.00 Uhr und 6.00 Uhr verhängt.

Die Zahl der Neuinfektionen in dem Zwei-Millionen-Einwohner-Land hat sich in der vergangenen Woche mehr als verdoppelt. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 207 Menschen in Slowenien nach einer Coronavirus-Infektion, rund 18.000 Infektionsfälle wurden registriert.

Montgomery: Kritische Schwelle bei 20.000 Neuinfektionen pro Tag

0.45 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, erwartet für den Fall eines weiteren Anstiegs der Corona-Zahlen eine kritische Schwelle bei 20.000 Neuinfektionen pro Tag. "Bei 20.000 Neuinfektionen am Tag gerät die Lage außer Kontrolle", sagte Montgomery der "Rheinischen Post" (Freitag). "Dann wäre es für Gesundheitsämter nicht mehr möglich, die Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Dann droht uns ein zweiter Lockdown, weil sich das Virus anders nicht mehr bremsen lässt."

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages war zuletzt erneut stark gestiegen und überschritt erstmals den Wert von 10.000 Fällen. Montgomery begrüßte die verhängten Einschränkungen im besonders betroffenen Landkreis Berchtesgadener Land, wo seit Dienstag strikte Ausgangsbeschränkungen gelten. "Bei lokalen Ausbrüchen müssen wir konsequent reagieren", sagte der frühere Präsident der Bundesärztekammer. "Darum ist es genau richtig, dass der Landkreis Berchtesgaden einen lokalen Lockdown verhängt hat. So sollten bundesweit alle Orte mit solchen Inzidenzwerten reagieren."

Ärzteverband: Haben die Kontrolle nicht verloren

Eine Mitarbeiterin im Gesundheitsamt Schwerin zeigt am Bildschirm, wie einzelne Infektionsfälle erfasst werden

Eine Mitarbeiterin im Gesundheitsamt Schwerin zeigt am Bildschirm, wie einzelne Infektionsfälle erfasst werden

Foto: Bernd Wüstneck / dpa

0.30 Uhr: Die Verbandschefin der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, sieht derzeit keinen Kontrollverlust der Gesundheitsämter in der Corona-Pandemie. "Ich glaube nicht, dass wir an dem Punkt sind, dass wir die Kontrolle verloren haben", sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes am Donnerstagabend in den ARD-"Tagesthemen". Aufgrund der steigenden Infektionszahlen gebe es sicherlich eine Problematik, "dass wir nicht mehr hinterherkommen mit der Personalsituation", sagte Teichert. "Aber es ist noch nicht so, dass wir die Situation nicht mehr unter Kontrolle haben."

Auf die Frage, ob man sich bei der Kontaktnachverfolgung von der Verfolgung jedes einzelnen Falls verabschieden sollte, um lieber lokalen Häufungen nachzugehen und so die großen Infektionsketten zu brechen, sagte Teichert: "Tatsächlich wäre es gut, wenn man auf die Cluster vorwiegend gucken würde. Das würde aber bedeuten, dass man insgesamt einen Strategiewechsel in der Gesellschaft bräuchte." Das müsse man sich gut überlegen, und das müssten alle mittragen. Denn das bedeute im Endeffekt, dass man sich in Quarantäne begeben müsse, bloß weil man bei einem Cluster dabei gewesen sei. Wenn man dies wolle, müssten dafür auch die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden, so Teichert. "Ich glaube, dass das insgesamt schwierig wird."

Am Donnerstag hatte das Robert Koch-Institut in Deutschland erstmals mehr als 11.000 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet. Die Sorge vor einem weiteren sprunghaften Anstieg der Fallzahlen wächst. In der Coronakrise sind die Gesundheitsämter stark belastet. Bund und Länder wollen bis Ende 2022 mindestens 5000 neue Stellen im öffentlichen Gesundheitsdienst schaffen.

USA lassen Medikament Remdesivir zur Behandlung von Covid-Patienten zu

0.15 Uhr: Die US-Arzneimittelbehörde hat das Medikament Remdesivir zur Behandlung von Covid-19-Erkrankungen zugelassen. Das geht aus einer Mitteilung hervor. Bislang hatte das Mittel des US-Herstellers Gilead Sciences dort eine Notfallzulassung. In Europa erhielt das Mittel im Juli als erstes Medikament eine Zulassung unter Auflagen zur spezifischen Behandlung von bestimmten Covid-19-Patienten.

Den Angaben der US-Arzneimittelbehörde FDA zufolge kann Remdesivir die Dauer der durch die Infektion mit dem Coronavirus hervorgerufenen Erkrankung verkürzen. Dies sei hinreichend nachgewiesen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte vergangene Woche allerdings mitgeteilt, dass mehrere in weltweiten Testreihen überprüfte potenzielle Corona-Medikamente wenig oder keinen Nutzen gezeigt hätten. Darunter war auch Remdesivir. Die Daten der von der WHO koordinierten Solidaritätsstudie waren allerdings noch in keinem begutachteten Fachjournal erschienen und von Wissenschaftlern geprüft worden.

Neuer Höchststand bei Neuinfektionen in Italien

0.10 Uhr: Italien hat binnen 24 Stunden mehr als 16.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Gesundheitsbehörden des Landes meldeten 16.079 neue Corona-Fälle. Einen Tag zuvor waren es knapp 15.200 gewesen, auch das war ein Rekordwert. Insgesamt haben sich in dem Mittelmeerland bisher nachweislich mehr als 465.700 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Todesfälle stieg am Donnerstag um 136 auf 36.968. Italien hat rund 60 Millionen Einwohner.

Besonders schwer getroffen ist wie schon bei der ersten Welle der Pandemie die norditalienische Lombardei mit Mailand als Hauptstadt. 4125 der neuen Fälle wurden dort verzeichnet.

Neue Corona-Regeln in Österreich ab Sonntag

0.05 Uhr: In Österreich treten am Sonntag neuen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus in Kraft. Wie das österreichische Gesundheitsministerium am Abend mitteilte, dürfen sich ab dann drinnen nur noch sechs Personen zu privaten Veranstaltungen wie Tanz- und Yogakursen oder zu Geburtstagsfeiern treffen. Für Feiern in der eigenen Wohnung gilt der dringende Appell, sich ebenfalls an diese Regel zu halten. Im Freien liegt die Obergrenze bei zwölf Menschen. Ursprünglich hatte die Regierung angekündigt, dass die strengeren Maßnahmen schon ab Freitag gelten werden.

Für Bewohner in Seniorenheimen gilt künftig eine Maskenpflicht in den allgemein zugänglichen Bereichen, gleiches gilt für Fußgängerpassagen. Hobbychöre und Kapellen dürfen auf Amateurniveau in Räumen nur maximal zu sechst zusammenkommen.

Das österreichische Gesundheitsministerium meldete am Donnerstag 2435 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden - ein Rekordwert für die Alpenrepublik mit ihren rund neun Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie. Die Zahl neu gemeldeter Fälle binnen sieben Tagen stieg österreichweit auf 134,5 pro 100.000 Einwohner.

Gericht kippt Höchstgrenze für private Feiern in Frankfurt

0.02 Uhr: In Frankfurt am Main hat das Verwaltungsgericht die von der Stadt verfügte Höchstgrenze bei privaten Feiern in geschlossenen Räumen gekippt. Zur Eindämmung der Ausbreitung der Pandemie waren solche Feiern bislang auf zehn Personen beschränkt. Die Richter setzten die Anordnung wegen Formfehlern mit einer Eilentscheidung außer Vollzug. Die Stadt regierte darauf, indem sie die Verpflichtung zur Höchstgrenze von zehn Feiernden in eine "dringende Empfehlung" umwandelte.

ngo/oka/sak/wit/als/hba/dpa/AFP/Reuters/AP
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