Corona-News am 5. August WHO mahnt junge Menschen zu "Verantwortung" im Kampf gegen Corona

Nach Feiern in Bars und auf Open-Air-Partys sind mancherorts Corona-Hotspots entstanden. Die WHO appelliert an junge Menschen, "diese Dinge nicht zu tun". Und: Reisewarnung für Rotterdam. Der Überblick am 5. August.
Nächtliche Straßenszene in Berlin-Mitte

Nächtliche Straßenszene in Berlin-Mitte

Foto: Paul Zinken/ dpa

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Mehr als 57.000 Neuinfektionen in Brasilien

23.23 Uhr: Brasilien meldet nach Angaben des Gesundheitsministeriums 57.152 bestätigte Coronavirus-Infektionen sowie weitere 1437 Todesfälle in den vergangenen 24 Stunden. Seit Beginn der Pandemie registriert das lateinamerikanische Land mehr als 2,85 Millionen Fälle, die Zahl der Todesopfer steigt offiziellen Angaben zufolge auf 97.256. Brasilien ist nach den USA das am stärksten betroffene Land weltweit.

WHO mahnt junge Menschen zu "Verantwortung" im Kampf gegen Coronavirus

22.38 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erneut junge Menschen ermahnt, "ihre Verantwortung" im Kampf zur Eindämmung des Coronavirus zu übernehmen. Je mehr junge Menschen sich wieder in Gesellschaft begeben würden, desto mehr würden sie als Überträger agieren, sagte WHO-Notfallkoordinator Michael Ryan am Mittwoch iN Genf. "Die Jungen haben eine große Chance, die Übertragungen durch ihr Verhalten zu reduzieren", sagte Ryan.

An Orten, an denen während der Sommerferien junge Menschen in Bars, Nacht-Clubs oder Feiern im Freien zusammengekommen waren, hatte es zuletzt vermehrt Corona-Hotspots gegeben. "Sie können entscheiden, diese Dinge nicht zu tun", sagte Ryan. Wenn die Zahl der Ansteckungen in der Öffentlichkeit steige, seien alle in Gefahr. "Fragen Sie sich: Muss ich wirklich zu dieser Feier gehen?", sagte der irische Epidemiologe.

WHO-Corona-Expertin Maria Van Kerkhove wies auf Studien hin, die gezeigt hätten, dass nur ein kleiner Teil der Infizierten für die meisten Übertragungen verantwortlich sei. Etwa 80 Prozent der Ansteckungen seien auf 10 bis 20 Prozent der Infizierten zurückzuführen.

US-Seuchenexperte Fauci sieht keine Notwendigkeit für neuen Lockdown

21.39 Uhr: Der Seuchenexperte der US-Regierung, Anthony Fauci, geht nicht davon aus, dass in den USA ein neuer Lockdown im Zuge der Pandemiebekämpfung nötig sein wird. "Wir können das viel besser, ohne alles herunterzufahren", sagt er bei einer Veranstaltung an der Universität Harvard. Amerikaner sollten Gesichtsmasken tragen, Abstand halten, Bars schließen, ihre Hände waschen und Aktivitäten im Freien bevorzugen, um das Virus zu stoppen.

Unterdessen meldeten die US-Seuchenbehörden CDC 49.988 Neuinfektionen. Damit haben sich 4.748.806 US-Amerikaner an dem Virus angesteckt. Den Angaben nach starben zwischen Dienstag und Mittwoch 1107 Menschen an Covid-19. Insgesamt sind 156.311 Patienten dem Virus erlegen.

Neuinfektionen in Frankreich steigen drastisch

20.59 Uhr: In Frankreich erreicht die Pandemie mit 1695 Neuinfektionen ein Zwei-Monats-Hoch. Damit haben sich insgesamt 194.029 Menschen angesteckt. Die Zahl der tödlichen Erkrankung steigt von 30.296 auf 30.305.

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in die belgische Provinz Antwerpen

20.13 Uhr: Wegen des Anstiegs von Corona-Fällen warnt das Auswärtige Amt vor touristischen Reisen in die belgische Provinz Antwerpen. "Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Provinz Antwerpen wird aufgrund erneut hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt", teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch auf seiner Internetseite mit.

Fußballklub Arsenal entlässt Dutzende Mitarbeiter

19.30 Uhr: Der Premier-League-Verein FC Arsenal will 55 Stellen im Klub streichen. Das teilte Arsenal auf seiner Website mit und begründete den geplanten Schritt mit finanziellen Auswirkungen der Coronakrise. In neue Spieler will der Rekord-Pokalsieger aber trotzdem weiter investieren.

Die wichtigsten Einnahmequellen hätten sich "erheblich verringert", hieß es. Das läge vor allem an Einbußen bei TV-Geldern und fehlenden Zuschauereinnahmen an den Spieltagen. Der Klub verwies auf die "erhebliche finanzielle Unterstützung" der US-Eigentümer Kroenke Sports & Entertainment. Zudem hätten Spieler und Personal durch freiwilligen Gehaltsverzicht geholfen, die finanziellen Auswirkungen der Pandemie einzudämmen und damit ermöglicht, dass weiter in die Mannschaft investiert wird. Letzteres sei auch weiterhin "eine wesentliche Priorität".

Erneut mehrere Infektionen in Schlachtbetrieb im Landkreis Oldenburg

18.35 Uhr: In einem Schlachtbetrieb im Landkreis Oldenburg sind durch massenhafte Tests erneut zahlreiche Corona-Infektionen entdeckt worden. Wie der Landkreis am Mittwoch mitteilte, habe es bei dem Betrieb in Großenkneten unter mehr als 1000 Tests 20 positive Ergebnisse gegeben.

16 Betroffene wohnen demnach im Landkreis Oldenburg, je zwei in den Nachbarkreisen Cloppenburg und Vechta. Die Anzahl der Infektionen habe sich seit acht Tagen langsam aufgebaut und sei durch die andauernden Tests frühzeitig erkannt worden, hieß es. Die Tests, die das Unternehmen selbst vorgenommen hat, gehen auf einen Erlass des Landes aus der vergangenen Woche zurück.

Der Schwerpunkt der Infektionen ließe sich in der Verpackung in der Spätschicht verorten, sagte Kreisrat Christian Wolf. Die 119 Mitarbeiter der Schicht seien sofort aus dem Betrieb genommen und in Quarantäne geschickt worden. Das Unternehmen lasse nun täglich die verbliebenen Mitarbeiter der Frühschicht und der Zerlegung auf Covid-19 testen.

Im Juni waren im Kreis Oldenburg bereits bei einem Putenschlachthof in Wildeshausen 66 Mitarbeiter positiv auf Corona getestet worden. Der Betrieb wurde vorübergehend geschlossen.

Drosten empfiehlt Kontakt-Tagebuch im Winter

18.14 Uhr: Der Virologe Christian Drosten hat in einem Gastbeitrag für die "Zeit"  seine Einschätzungen bezüglich einer möglichen zweiten Corona-Pandemie-Welle niedergeschrieben. Wir müssten uns vor allem darauf einstellen, dass die zweite Welle eine ganz andere Dynamik haben werde, so der Forscher. Neue Fälle könnten überall gleichzeitig auftreten und die personell schlecht ausgestatteten Gesundheitsämter überfordern.

New York will Quarantäne für manche US-Reisende stärker durchsetzen

17.50 Uhr: New York will künftig stärker auf das Einhalten von Quarantäne-Regeln für Reisende und Rückkehrer aus Corona-Gebieten des Landes achten. Von Donnerstag an sollen an Brücken, Tunneln und im Bahnhof Penn Station Mitarbeiter auf die 14-tägige Pflicht-Quarantäne pochen, die derzeit für Einreisende aus 35 US-Bundesstaaten gilt. Diese müssen dazu in einem Formular ihr Hotel oder ihre Adresse angeben.

An den drei Flughäfen der Stadt werden schon seit Längerem nach der Landung alle Reisenden aus diesen Gebieten zum Ausfüllen des Dokuments verpflichtet. Bei Nichtabgabe drohen laut Vorschriften des Bundesstaats New York eine Vorladung und 2000 Dollar Strafe, beim Brechen der Quarantäne sind sogar 10.000 Dollar oder 15 Tage Haft möglich. Zahlen dazu, wie häufig diese Strafen verhängt wurden, gibt es nicht.

"Wir werden in unserer harten Arbeit jetzt nicht lockerlassen und weiterhin alles tun, damit New Yorker sicher und gesund bleiben", sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Mittwoch .

Studie aus China: Wie sich das Coronavirus in Zügen verbreitet

17.40 Uhr: Ist die Ansteckungsgefahr in Zügen besonders hoch? Das haben chinesische Wissenschaftler untersucht. Ihre Ergebnisse liefern Hinweise, wann das Risiko am größten ist und worauf Passagiere achten sollten. Hier geht's zur Meldung.

Italien droht Ryanair wegen Corona-Verstößen mit Flugverbot

17.20 Uhr: Ryanair drohen in Italien gravierende Konsequenzen wegen Verstößen gegen Sicherheitsregeln zum Schutz vor dem Coronavirus. Wie die italienische Flugsicherheitsbehörde Enac mitteilte, könnte deswegen ein Flugverbot gegen den irischen Billigflieger für den italienischen Luftraum verhängt werden.

Vorgeworfen werden Ryanair laut Enac "wiederholte Verletzungen der Covid-19-Gesundheitsbestimmungen", die von der Regierung zum Schutz der Passagiere angeordnet worden seien. Dabei gehe es sowohl um Distanzvorschriften als auch um Ausnahmeregeln für Situationen, in denen die Distanz nicht eingehalten werden kann.

Wenn Ryanair sein Verhalten nicht ändere, würden "alle Luftfahrtaktivitäten an den Flughäfen des Landes suspendiert", hieß es weiter. Passagiere mit gültigen Tickets müssten dann entsprechend umgebucht werden. Ryanair fliegt zahlreiche italienische Flughäfen an, auch von Deutschland aus.

Corona-Ausbruch in belgischem Schlachthof - Mitarbeiter in Quarantäne

16.57 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch in einem Schlachtereibetrieb im belgischen Staden hat die örtliche Gemeinde mehr als 200 Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt. Das bestätigte Francesco Vanderjeugd, der Bürgermeister der Gemeinde, der belgischen Nachrichtenagentur Belga. Demnach seien bisher 18 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bis Donnerstagmittag sollen die Ergebnisse aller Tests vorliegen. Den Angaben zufolge kann der Betrieb in dem Schlachthof weitergehen, da alle positiv getesteten Menschen in der gleichen separaten Abteilung arbeiteten.

Die Kanaren versichern alle Touristen gegen Corona

16.40 Uhr: Die Kanaren versichern als erste Region Spaniens alle Besucher gegen zusätzliche Kosten im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus während des Urlaubs auf den Inseln. Die Versicherung decke den Rückflug in die Heimat, die Quarantäneunterkunft sowie auch die medizinischen Kosten ab, sagte die regionale Tourismusministerin Yaiza Castilla am Mittwoch in Santa Cruz de Tenerife nach der Unterzeichnung eines entsprechenden Abkommens mit einem Versicherungsunternehmen.

"Damit machen die Kanarischen Inseln einen weiteren Schritt, um den Touristen mehr Sicherheit und Ruhe zu bieten", so Castilla. Eine wichtige Bedingung gibt es aber: Im Falle einer Infektion darf der Betroffene nicht vor Reiseantritt gewusst haben, dass er sich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt hat, wie es in einer Mitteilung  des Tourismusministeriums heißt.

USA investieren eine Milliarde Dollar in möglichen Impfstoff

16.15 Uhr: Die USA haben sich 100 Millionen Dosen des potenziellen Corona-Impfstoffes von Johnson&Johnson reserviert. Die Behörde Barda, die für Forschung in der Biomedizin verantwortlich ist und dem US-Gesundheitsministerium untersteht, zahlt dem US-Pharmakonzern dafür mehr als eine Milliarde Dollar. Das teilte Johnson&Johnson auf seiner Internetseite  mit.

Der Impfstoff soll nach der Zulassung an Barda gehen und dort gemeinnützig verwendet werden. Gegenwärtig wird der Impfstoffkandidat von J&J noch an Freiwilligen in einer frühen klinischen Studie in den USA und Belgien getestet. Die US-Regierung kann im Rahmen einer späteren Vereinbarung weitere 200 Millionen Dosen erwerben. Bereits Ende Juli hatten die USA sich Dosen des möglichen Impfstoffes des Mainzer Biopharma-Unternehmens Biontech und des US-Konzerns Pfizer reserviert.

Dass sich Regierungen in der Coronakrise frühzeitig mögliche Impfstoffdosen reservieren, ist nicht unüblich. Die EU-Kommission hatte zuletzt angekündigt, in den Impfstoffhersteller Sanofi investieren zu wollen, um sich 300 Millionen Impfstoffdosen zu sichern. Noch gibt es keinen fertigen Impfstoff, weltweit wird aber an zahlreichen Kandidaten geforscht.

Schweiz erklärt spanisches Festland zu Corona-Risikogebiet

15.50 Uhr: Wegen steigender Corona-Zahlen setzt die Schweiz das spanische Festland auf die Liste der Corona-Risikogebiete. Wer von dort in die Schweiz einreist, muss sich von diesem Samstag an in eine zehntägige Quarantäne begeben, teilte das Bundesamt für Gesundheit am Mittwoch mit . Das gilt auch für Urlaubsrückkehrer. Die Inseln der Balearen und Kanaren sind ausgenommen. Die Liste umfasst von Samstag an damit 46 Länder und Regionen, darunter die USA, Mexiko sowie Südafrika und Luxemburg. Neu sind auf der Liste auch Singapur, Rumänien und die Bahamas.

Die Quarantäneregelungen gelten seit Anfang Juli. Behörden kontrollieren die Einhaltung durch Stichproben. Nach ihren Angaben befinden sich gut 16.000 Eingereiste zurzeit in Quarantäne.

Brandenburg führt Maskenpflicht an Schulen ein

15.30 Uhr: In Brandenburgs Schulen gilt künftig eine Maskenpflicht. Die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz gelte für Flure, Gänge, Treppenhäuser und Aulen sowie beim Anstehen in der Mensa, teilte Landesbildungsministerin Britta Ernst (SPD) mit. Im Unterricht und auf dem Schulhof sollen keine Masken notwendig sein. Darauf habe sie sich mit Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) verständigt. Das Kabinett werde die Regelung, die Teil der neuen Corona-Verordnung sei, am kommenden Dienstag beschließen.

"Ziel ist es, alles dafür zu tun, dass Unterricht in Brandenburg möglichst im Regelbetrieb stattfinden kann", erklärte Bildungsministerin Ernst. "Außerdem tragen wir damit den Sorgen und Wünschen der Eltern und Schülerinnen und Schüler Rechnung, die sich in vielen Briefen an uns gewendet haben." Nach dem Ende der Sommerferien soll am 10. August in Brandenburg der reguläre Schulbetrieb trotz der Corona-Pandemie wieder aufgenommen werden.

Auch in anderen Bundesländern wird im kommenden Schuljahr vorerst eine Maskenpflicht in verschiedenen Bereichen des Schulgeländes gelten, darunter Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin.

Unterricht in Brandenburg: Maskenpflicht gilt für Flure, Gänge, Treppenhäuser und Aulen

Unterricht in Brandenburg: Maskenpflicht gilt für Flure, Gänge, Treppenhäuser und Aulen

Foto:

Patrick Pleul/ dpa

Umgang mit Corona-Skeptikern: Ein anderes soziales Spiel

15.10 Uhr: Manche glauben an die unbefleckte Empfängnis, andere daran, dass die Pandemie eine Verschwörung ist. Dasselbe ist es trotzdem nicht: Die Anti-Corona-Proteste zeigen, dass gemeinsame Wirklichkeit immer weiter erodiert. Eine Beobachtung von Elke Schmitter.

Lindner kritisiert Corona-Demonstranten

15.00 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner hat die Demonstrationen gegen Corona-Auflagen am Wochenende in Berlin kritisiert. "Freiheit entbindet nicht von Verantwortung", sagte Lindner der "Saarbrücker Zeitung". Wer fahrlässig oder vorsätzlich Hygiene- und Abstandsregeln verletze, setze sich und andere großen Gefahren aus.

Parteivize Wolfgang Kubicki dagegen sagte, man solle die "Kirche im Dorf zu lassen": "Man kann nicht pauschal 20.000 Menschen zu 'Covidioten' erklären", sagte Kubicki der "Neuen Presse". Die politische Klasse dürfe nicht den Eindruck erwecken, bestimmte missliebige Meinungen unterdrücken zu wollen.

Aus Protest gegen die staatlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie waren am Samstag in Berlin Tausende auf die Straße gegangen. An einem Demonstrationszug beteiligten sich nach Schätzungen der Polizei bis zu 17.000 Menschen, rund 20.000 waren es danach bei einer Kundgebung. Weil viele Demonstranten weder die Abstandsregeln einhielten, noch Masken trugen, löste die Polizei Kundgebung am frühen Abend auf.

Teilweise Aufhebung der Reisewarnung: Was Türkei-Reisende wissen müssen

14.55 Uhr: Die Bundesregierung gibt grünes Licht für Urlaubsreisen an die türkische Mittelmeerküste: Für vier Provinzen ist die Reisewarnung aufgehoben - wenn eine Bedingung erfüllt wird. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

In Afghanistan soll es zehn Millionen Coronavirus-Fälle geben

14.30 Uhr: Das Gesundheitsministerium Afghanistans schätzt, dass sich im Land rund zehn Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Landesweit hätten sich einer Hochrechnung zufolge damit seit Beginn des Ausbruchs 31,5 Prozent der mehr als 30 Millionen Einwohner mit Sars-CoV-2 infiziert, sagte Gesundheitsminister Ahmad Dschawad Osmani.

In der Hauptstadt Kabul ist die Infektionsrate laut Ministerium mit geschätzt mehr als 50 Prozent besonders hoch. Für die Hochrechnung wurden in den 34 Provinzen Afghanistans aus 5760 Familien jeweils ein junges und ein altes Familienmitglied per Zufallsverfahren ermittelt und getestet. Danach seien die Ergebnisse auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet worden. Das Verfahren der Studie sei international anerkannt, so Osmani.

In Afghanistan sind bislang nur knapp 37.000 Coronavirus-Infektionen durch Tests in den Krankenhäusern nachgewiesen worden. In dem Zusammenhang wurden insgesamt rund 90.000 Menschen getestet. Besonders viele Neuinfektionen wurden im April und Mai registriert, bis Anfang August sind diese Zahlen stark zurückgegangen.

Aktuell sind die USA das Land mit den meisten registrierten Corona-Fällen, dort sind 4,8 Millionen Infektionen bestätigt. Die Dunkelziffer wird aber auch dort höher eingeschätzt.

Afghanistan leidet nach rund vier Jahrzehnten Konflikt und Krisen unter medizinischer Unterversorgung. Vielerorts mangelt es an Personal und dringend benötigter Schutzausrüstung gegen das Virus. Zwar führten die Behörden zeitweise Ausgangsbeschränkungen ein, viele Menschen hielten sich aber nicht daran. Insbesondere Tagelöhner litten unter den Einschränkungen.

Behandlung eines Covid-19-Patienten: Afghanistan rechnet mit zehn Millionen Infizierten

Behandlung eines Covid-19-Patienten: Afghanistan rechnet mit zehn Millionen Infizierten

Foto: Rahmat Gul/ dpa

Neue Corona-Sorgen auf Schiff in Norwegen - Passagiere in Quarantäne

14.10 Uhr: Nach dem Coronavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "Roald Amundsen" sind die Besatzungsmitglieder und Passagiere eines weiteren Schiffs in Norwegen in Quarantäne genommen worden. Grund dafür sei, dass ein Passagier einer vorherigen Kreuzfahrt auf der "SeaDream 1" nach der Heimkehr nach Dänemark positiv auf das Virus getestet worden sei, teilte das norwegische Gesundheitsinstitut FHI am Dienstag mit.

Das Schiff brach seine aktuelle Fahrt deshalb ab und ging in der Nacht zum Mittwoch im Hafen der Stadt Bodø vor Anker, wie die norwegische Zeitung "Aftenposten"  berichtete. Die Passagiere seien gebeten worden, in ihren Kabinen zu bleiben. Zunächst sollten nun die 85 Besatzungsmitglieder an Bord auf Corona getestet werden.

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle zweier Kreuzfahrten der "Roald Amundsen" stieg derweil auf insgesamt 44. Darunter sind nach Angaben des Gesundheitsinstituts nun 35 Besatzungsmitglieder und neun Passagiere.

Als Reaktion auf den Ausbruch hatte die Reederei Hurtigruten zum Wochenstart jegliche Kreuzfahrten mit ihren drei Expeditionsschiffen gestoppt. Die "SeaDream 1" gehört dagegen zur Reederei SeaDream Yacht Club, die mitteilte: "Wir hoffen aufrichtig, dass es kein Covid-19 an Bord gibt, und uns sind keine anderen Gäste oder Crewmitglieder bekannt, die infiziert sind oder Symptome haben. Aber wir treffen alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen."

Leichtathletik-Titelkämpfe bewahren DLV vor massiven Verlusten

13.45 Uhr: Der Deutsche Leichtathletik-Verband entgeht mit der Austragung der Deutschen Meisterschaften am Wochenende in Braunschweig massiven finanziellen Einbußen. "Der Verlust wäre im hohen sechsstelligen Bereich gewesen", sagte DLV-Präsident Jürgen Kessing am Mittwoch in einer Videoschalte mit Journalisten. Auch für die Sponsoren des Verbandes seien die Titelkämpfe sehr wichtig: "Wir hätten sonst Vertragsgespräche führen müssen, die nicht ganz angenehm gewesen wären", sagte der Oberbürgermeister von Bietigheim-Bissingen.

Für die Leichtathletik ist es nach der Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio und der Europameisterschaften in Paris eine große Chance, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren und Wettkämpfe auf hohem Niveau zu bestreiten. Die ARD überträgt am Samstag (17.00 bis 19.50 Uhr), das ZDF am Sonntag (17.10 bis 18.50 Uhr).

Ohne Zuschauer und unter strengen Hygienebedingungen treten fast 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 34 Wettbewerben an. Zusammen mit Betreuern, Kampfrichtern, Organisatoren, Ordnern und Medienvertretern dürfen nicht mehr als 999 Personen gleichzeitig im Eintracht-Stadion sein. Die Sportler dürfen nur in genau vorgegebenen Timeslots die Arena und den Aufwärmplatz betreten. Das Programm wurde deshalb in vier Blöcke aufgeteilt.

Coronakrise: BMW macht erstmals seit elf Jahren Verlust

13.15 Uhr: Angesichts der Coronakrise schreibt BMW zum ersten Mal seit elf Jahren wieder rote Zahlen. "Wie erwartet haben die weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie im zweiten Quartal voll auf unser Geschäft durchgeschlagen", sagte Vorstandschef Oliver Zipse in München. Unter dem Strich stand ein Quartalsverlust von 212 Millionen Euro. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Bundesregierung befürwortet Bundesliga-Konzept grundsätzlich

13.00 Uhr: Das Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) für eine Rückkehr von Zuschauern in die Stadien stößt bei der Bundesregierung grundsätzlich auf Unterstützung. Ein Sprecher des Innen- und Sportministeriums bezeichnete die DFL-Vereinbarung am Mittwoch in Berlin als einen "begrüßenswerten Schritt". Auch ein Sprecher des Gesundheitsministeriums begrüßte das Konzept ausdrücklich. Jetzt komme es allerdings auf die konkrete Umsetzung mit den Behörden und Vereinen vor Ort an. Hierbei müsse auch das jeweilige, regionale Infektionsgeschehen berücksichtigt werden.

Am Vortag hatten die DFL-Vereine mehrheitlich ein Maßnahmenbündel beschlossen, um Bundesligaspiele zumindest vor einer geringen Zahl von Zuschauern austragen zu können. Kernpunkte sind ein Verbot von Alkohol und Stehplätzen sowie der Ausschluss von Gästefans. Dazu kommt die Einführung personalisierter Onlinetickets, um während der Corona-Pandemie die Nachverfolgung von Infektionsketten zu ermöglichen.

Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel geht leicht zurück

12.45 Uhr: Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Israel nach einem starken Anstieg zuletzt leicht zurückgegangen. Seit dem Rekordhoch von Dienstag vergangener Woche blieb die Zahl konstant unter dem Wert von 2000 Fällen. Diese galt zuletzt als Marke für schärfere Einschränkungen bis hin zu einem kompletten Lockdown.

Das Gesundheitsministerium des Landes teilte am Mittwoch mit, am Vortag seien 1700 Fälle gemeldet worden. Der Höchststand an Neuinfektionen liegt bei 2100 Fällen. Insgesamt wurden in Israel bislang 76.763 Infizierte registriert, als aktiv gelten derzeit 24.866 Fälle, davon sind 355 Menschen schwer erkrankt. 564 Corona-Infizierte starben bislang.

Einen ersten kleineren Anstieg der täglichen Neuinfektionen hatte es im März gegeben. Die Zahl ging jedoch im April stark zurück und lag Mitte Mai nur noch im zweistelligen Bereich. Nach raschen Lockerungen der Corona-Maßnahmen stiegen die Zahlen jedoch seit Ende Mai wieder an. Einige Restriktionen wurden in den vergangenen Wochen wieder eingeführt. Zum Vergleich: Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts zuletzt 741 neue Infektionen innerhalb eines Tages. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner wie Israel.

Boom der Videospielbranche in der Coronakrise geht weiter 

12.15 Uhr: Das Geschäft der Videospiele-Anbieter wächst in der Coronakrise weiterhin rasant. So sprang der Umsatz von Activision Blizzard ("Call of Duty", "World of Warcraft", "Candy Crush") im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 38 Prozent auf 1,93 Milliarden Dollar (1,63 Mrd Euro) hoch. Bei Activision-Spielen stieg die Zahl aktiver Nutzer binnen drei Monaten von 102 auf 125 Millionen, wie die US-Firma in der Nacht zum Mittwoch mitteilte. Unterm Strich blieben 580 Millionen Dollar Gewinn in den Kassen nach 328 Millionen Dollar ein Jahr zuvor.

Bei Take-Two Interactive, dem Anbieter von Spielen wie "Grand Theft Auto" und "NBA 2K20" schoss der Umsatz im vergangenen Quartal um 54 Prozent auf 831,3 Millionen Dollar hoch, und der Gewinn wuchs von 46,3 auf 88,5 Millionen Dollar.

In der Coronakrise verzeichnet die Spielebranche seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen im Frühjahr ein deutliches Wachstum.

Niedersachsen plant ebenfalls 150 Euro Bußgeld für Maskenverweigerer

11.50 Uhr: Niedersachsen möchte wie auch Nordrhein-Westfalen künftig bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen ein Bußgeld von 150 Euro kassieren. Eine Neufassung des Bußgeldkataloges, der für Maskenverstöße deutlich höhere Sanktionen vorsieht, werde in Kürze vorgelegt, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums. Bislang sah der Bußgeldkatalog für Maskenverweigerer in Niedersachsen 20 Euro Strafe vor, die konkrete Höhe liegt aber im Ermessen der örtlichen Behörden.

Die härtere Gangart gegenüber Menschen, die in öffentlichen Verkehrsmitteln keine Maske tragen, wird in Niedersachsen vor dem Hintergrund wieder steigender Corona-Infektionszahlen gewählt. "Wir haben ein leicht erhöhtes Aufkommen im Vergleich zu den vorherigen Wochen", sagte Ministeriumssprecherin Stefanie Geisler. Bei im Durchschnitt etwa 50 Menschen pro Tag werde in Niedersachsen derzeit eine Corona-Infektion festgestellt, am Mittwoch gab es 46 nachgewiesene Neuinfektionen.

Coronakrise: Leopoldina gegen generelle Maskenpflicht an Schulen

11.35 Uhr: Wie kann die Schule wieder starten? Die Nationalakademie Leopoldina rät nach SPIEGEL-Informationen in einer neuen Stellungnahme: Schüler sollten nur Kontakt zu ihrer eigenen Klasse haben. Masken seien aber nicht überall nötig. Hier geht's zur Meldung.

Schweden erlebt größten Konjunktureinbruch seit mindestens 40 Jahren

11.15 Uhr: Trotz der vergleichsweise lockeren Corona-Maßnahmen in Schweden ist die Wirtschaftsleistung des Landes im zweiten Quartal so stark eingebrochen wie seit mindestens 40 Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im zweiten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorquartal um 8,6 Prozent, wie die schwedische Statistikbehörde SCB in einer vorläufigen Schätzung mitteilte. Damit liegt der Rückgang aber unter den 10,1 Prozent, um die die deutsche Wirtschaft nach einer ersten Schätzung zurückging. Andere EU-Mitgliedstaaten wie Spanien und Italien hatten noch größere Einbrüche zu verkraften.

Als Hauptgründe für den starken Rückgang führten die schwedischen Statistiker den sinkenden Export und ebenso geringeren Konsum der Privathaushalte im Corona-Quartal an. Es handele sich um den größten Konjunktureinbruch in einem einzelnen Quartal seit mindestens 40 Jahren - seit 1980 lassen sich die entsprechenden Statistiken in Schweden vergleichen. Im Vergleich mit dem Vorjahresquartal betrug der Rückgang 8,2 Prozent. Im ersten Quartal 2020 hatte der BIP-Rückgang zum Vorquartal lediglich 0,3 Prozent betragen.

Schweden war in der Coronakrise einen Sonderweg gegangen und hatte das öffentliche Leben nicht so stark beschränkt wie etwa Deutschland oder der Rest Skandinaviens. Geschäfte blieben ebenso offen wie Restaurants, Bars und Schulen. Dennoch wurden auch in Schweden Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus eingeführt, etwa ein Verbot von Versammlungen mit mehr als 50 Teilnehmern sowie ein Besuchsverbot für Pflegeheime.

Bildung in der Coronakrise: Lernen fällt flach

11.10 Uhr: Fernsehen statt Vokabeln, Instagram statt Mathe: Eine Studie gibt nun erste Einblicke, wie viel Zeit Schülerinnen und Schüler in der Hochphase der Pandemie ins Lernen investiert haben. Hier geht es zum Text.

Maskenpflicht auf Helgoland beginnt

11.00 Uhr: Gäste und Bewohner der Hochseeinsel Helgoland müssen seit Mittwochvormittag an bestimmten Orten einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Diese Pflicht gilt von 11.00 Uhr bis 16.30 Uhr in den öffentlich zugänglichen Bereichen auf den Wegen von den Schiffen bis zum Ortsinneren, in der Hafenstraße sowie in den Straßen Am Südstrand, Nordseeplatz und Lung Wai. Betroffen sind dort auch die Gaststätten.

Die für Helgoland zuständige Verwaltung des Kreises Pinneberg hatte die Maskenpflicht mit der "dynamischen Entwicklung" der Sars-CoV-2-Infektionen begründet. Laut Bürgermeister Jörg Singer handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme mit dem Ziel, die Wirtschaft der Insel zu schützen. Auf Helgoland selbst gab es nach Angaben des Kreises bisher keine Corona-Infektion. Die Maskenpflicht dort gilt zunächst bis einschließlich 17. August.

Tausende Ärzte und Krankenpfleger in Südafrika mit Coronavirus infiziert

10.45 Uhr: In Südafrika haben sich auch Tausende Ärzte und Krankenpfleger mit dem Coronavirus infiziert. Mehr als 24.000 Mitarbeiter im Gesundheitswesen seien bisher positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden, 181 von ihnen gestorben. Das sagte Gesundheitsminister Zweli Mkwize am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Landesweit stieg die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen im Land auf mehr als 521.000.

Die Corona-Fälle unter den Ärzten und Krankenpflegern entsprechen dem Minister zufolge fünf Prozent aller Infektionsfälle im Land.

Südafrika ist das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land auf dem afrikanischen Kontinent. Seit die Regierung die im März verhängte Ausgangssperre gelockert hat, steigen die Infektionszahlen täglich stark an.

Johns-Hopkins-Universität zählt mehr als 700.000 Corona-Tote weltweit

10.30 Uhr: Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie sind der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität zufolge weltweit bereits mehr als 700.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Mittwochmorgen aus den Daten der Universität hervor. Inzwischen gibt es demnach bereits mehr als 18,5 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Mediziner Geißler: Fußball mit 15.000 bis 20.000 Zuschauern "völlig illusorisch"

09.55 Uhr: Aus Sicht des Mediziners Michael Geißler ist eine größere Zahl von Zuschauern in den Fußballstadien der Bundesliga vorerst nicht realistisch. "Wenn man sich die aktuelle Entwicklung der Fallzahlen ansieht, ist ein mit 15.000 bis 20.000 Zuschauern gefülltes Stadion völlig illusorisch", sagte der Ärztliche Direktor und Chefarzt des Klinikums Esslingen der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten".

Er könne sich nicht vorstellen, dass die Politik es erlaube, dass alle Vereine auf einmal mit 10.000 oder mehr Zuschauern starten. "In den Stadien haben sie kaum Wind, wenn da ein infizierter Gast hustet oder niest, sind zwei Meter Abstand nicht genug", erklärte er. Als sinnvoll betrachte er Pilotprojekte mit vielleicht 1000, 2000 oder 5000 Zuschauern. "Realistisch betrachtet werden Großveranstaltungen bis weit ins kommende Jahr, also womöglich bis Ende der Saison 2020/2021, nicht funktionieren - unabhängig davon, ob es im neuen Jahr einen Impfstoff geben wird", sagte Geißler.

Die 36 Vereine der DFL hatten sich am Dienstag auf ein einheitliches Vorgehen zur möglichen Rückkehr zumindest einiger Zuschauer in die Stadien geeinigt.

Maskenpflicht an Schulen: Gesichtsvisier im Unterricht reicht nicht

09.45 Uhr: NRW will die Maskenpflicht in der Schule streng auslegen: Gesichtsvisiere seien kein Ersatz, sagt das Schulministerium. Unterdessen ziehen andere Bundesländer mit einer Maskenpflicht light nach. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Weltärztebund spricht von "Dauer-Welle" statt zweiter Welle

09.30 Uhr: Nach Einschätzung des Weltärztebundes erlebt Deutschland derzeit keine zweite Coronavirus-Welle, sondern eine dauerhafte Infektionswelle. Er möge den Begriff der zweiten Welle nicht, weil diese sehr schnell wieder abebben könne, sagte Weltärzte-Präsident Frank Ulrich Montgomery im Deutschlandfunk . "Wir sind in einer Dauer-Welle. Dieses Problem wird uns noch lange begleiten." Jeder auch nur geringe Anstieg der Infektionszahlen müsse als Alarmsignal benutzt werden, um gegen die Verbreitung des Virus vorzugehen. Denn das Problem des Coronavirus sei die lange Inkubationszeit.

Spahn verteidigt Maskenpflicht

09.20 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in bestimmten Bereichen in der Öffentlichkeit verteidigt. "Mich nervt das Maske-Tragen auch manchmal, aber es ist doch im Vergleich zu allen anderen Dingen, die wir erlebt haben im März, April ein echt milderes Mittel", sagte der CDU-Politiker im "Morning Briefing"-Podcast  von Gabor Steingart. Es sei besser, mit Maske in bestimmten Situationen Dinge möglich zu machen, als sie irgendwann gar nicht mehr möglich machen zu können, sagte er mit Blick auf Restaurantbesuche oder Einkäufe.

Zum Freiheitsargument von Maskeng

egnern sagte Spahn: "Freiheit kommt nie unendlich und ohne die Freiheit der anderen. Und hier geht es ja darum, die anderen im Geschäft, in der U-Bahn, in der Gastronomie, deren Freiheit zu schützen, nämlich deren körperliche Unversehrtheit."

Die Frage, ob jemand krank werde, habe auch etwas mit Freiheit und Nicht-Freiheit zu tun. Es gehe um eine Abwägung. "Und hier war die Entscheidung: Um die Freiheit der anderen zu schützen, gibt es an bestimmten Stellen Masken." Das Virus sei noch da, und da, wo man es ihm leicht mache, gehe es auf einmal wieder ganz schnell, sagte Spahn unter Verweis auf andere Länder mit hohen Infektionszahlen.

Jens Spahn verteidigt die Maskenpflicht

Jens Spahn verteidigt die Maskenpflicht

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Rainer Keuenhof/POOL/EPA-EFE/Shutterstock

29-jähriger Texaner kauft mit Corona-Hilfen Lamborghini

08.17 Uhr: Ein Coronahilfen-Betrug kommt einem 29-Jährigen aus Texas teuer zu stehen: Weil er sich mit den staatlichen Hilfen unter anderem einen Lamborghini kaufte, wird der Mann des Betrugs beschuldigt. Am Dienstag sei der 29-Jährige festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht worden, teilte das US-Justizministerium mit.

Den Angaben zufolge sicherte sich der Texaner im Rahmen des staatlichen Corona-Hilfsprogramms zwei Unternehmerkredite - angeblich, um Angestellte zu bezahlen. In Wahrheit beschäftigte der 29-Jährige allerdings gar keine Mitarbeiter - und gab insgesamt 1,6 Millionen Dollar (1,35 Millionen Euro) für sein eigenes Vergnügen aus. Neben dem Lamborghini für 200.000 Dollar habe er auch Immobilien und eine Rolex-Uhr gekauft, teilte das Justizministerium mit. Zudem habe er Tausende Dollar in Stripclubs in Houston verprasst.

Der US-Kongress hatte das Corona-Hilfsprogramm Ende März bewilligt. Damit sollte kleinen Unternehmen geholfen werden, die Pandemie zu überstehen. Das Programm sieht vor, dass die Kreditschuld erlassen werden kann, wenn mit dem Geld zum Beispiel Personalkosten und die Firmenmiete gedeckt werden.

Commerzbank erwartet 2020 Verlust

07.25 Uhr: Die Commerzbank rechnet wegen der Corona-Pandemie und der Kosten für den Konzernumbau jetzt mit einem Verlust. Grund dafür ist zum einem die erhöhte Prognose für die Risikovorsorge im laufenden Jahr und zum anderen der stärkere Druck auf die Erträge im Firmenkundengeschäft, teilte die Bank am Mittwoch in Frankfurt mit. Zuletzt hatte die Bank noch einen Gewinn angepeilt, dieses Ziel aber angesichts des Umfelds und der Aufwendungen für die Neuausrichtung als "sehr ambitioniert" eingestuft. Der Konzerngewinn sank unterdessen im zweiten Quartal auf 220 Millionen Euro nach 279 Millionen im Vorjahreszeitraum.

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741 Neuinfektionen in Deutschland

06.21 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 741 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Coronakrise haben sich somit mindestens 212.022 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen im Internet meldete (Datenstand 5.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle bei 9168. Bis Mittwochmorgen hatten 194.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag bei 1,02 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,99 (Vortag: 1,00). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Die wieder steigenden täglichen Fallzahlen in Deutschland beobachtet das RKI mit Sorge.

Corona-Ausbruch in St. Wolfgang unter Kontrolle

06.17 Uhr: Der Corona-Ausbruch im österreichischen Touristenort St. Wolfgang ist nach Einschätzung der Behörden unter Kontrolle. Die Zahl der bekannten Fälle erhöhte sich seit Anfang der Woche nur noch um einen auf 79, wie der Krisenstab des Bundeslands Oberösterreich mitteilte. Die Zahl der betroffenen Betriebe in der Gemeinde blieb unverändert bei 18.

Die meisten Infizierten arbeiten in der Hotel- und Gastronomiebranche. Die Ergebnisse neuer Tests von etwa 400 Beschäftigten sollen am Donnerstag vorliegen. Als Ausgangspunkt der zahlreichen Infektionen seit Ende Juli gelten Feiern junger Saisonmitarbeiter in zwei Lokalen, die daraufhin freiwillig geschlossen hatten.

Die Behörden hatten die Infizierten über Kontaktpersonen gefunden und Schutzmaßnahmen verhängt. Bis 9. August gilt eine Sperrstunde von 23 Uhr an. Im Rest des Landes muss um 1.00 Uhr nachts geschlossen werden. Abreisende Gäste müssen ihre Kontaktdaten hinterlassen. Bei der Zahl von Tagesbesuchern und Übernachtungen habe es einen spürbaren Einbruch gegeben, sagte der Geschäftsführer der örtlichen Tourismusgesellschaft, Hans Wieser. 

Umfrage: Knapp 6000 Beschäftigte mehr in den Gesundheitsämtern 

05.47 Uhr: Die Gesundheitsämter haben ihr Personal in der Coronakrise deutlich verstärkt. Das geht aus einer neuen Umfrage des Deutschen Städtetags und des Deutschen Landkreistags hervor, die der "Neuen Presse"  vorliegt. Danach haben die Behörden, die auch für die Verfolgung von Infektionsketten zuständig sind, im Zuge der Pandemie bisher 5900 zusätzliche Beschäftigte eingesetzt, größtenteils aus anderen Teilen der Verwaltung.

356 Gesundheitsämter in den Flächenländern hätten derzeit rund 13.900 Stellen mit Ärzten sowie nichtärztlichem Personal besetzt, heißt es in dem Bericht. Die 5900 Beschäftigten, die in den vergangenen Monaten dazu kamen, seien vor allem für die Kontaktnachverfolgung, Corona-Tests und die Kontrolle von Quarantäne zuständig. Amtsärzte hatten zuletzt gewarnt, die Gesundheitsämter in Deutschland seien wegen Personalknappheit nicht für eine zweite Corona-Welle gerüstet.

Auch der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Helmut Dedy, sieht Handlungsbedarf. "Die Ämter sind deutlich besser ausgestattet, als in der öffentlichen Debatte zum Teil angenommen wird", sagte er der "Passauer Neuen Presse". Es brauche aber für die gesamte Dauer der Pandemie mehr Beschäftigte. Die finanziellen Zusagen des Bundes seien ein gutes Signal.

Unter anderem sollen die Gesundheitsämter insgesamt 50 Millionen Euro vor allem für eine bessere digitale Ausstattung bekommen. Deby forderte, man müsse auch für mehr Ärzte auf dem Arbeitsmarkt sorgen. Dazu müssten die Länder rasch mehr Kapazitäten für die Medizinerausbildung schaffen. Bei der Ausbildung gelte es, stärker die Besonderheiten des öffentlichen Gesundheitsdienstes zu berücksichtigen.

Regierung plant offenbar kein Gesetz für Zugriff auf Corona-Gästelisten

05.37 Uhr: Das Bundesjustizministerium will den Zugriff auf Daten sogenannter Corona-Gästelisten durch die Polizei aktuell nicht gesetzlich regeln. Die Bundesregierung plane nicht, ein Begleitgesetz dazu auf den Weg zu bringen, heißt es in einer Auskunft des Ministeriums an den tourismuspolitischen Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Marcel Klinge. Sie liegt der Nachrichtenagentur dpa vor.

"Die Verwendung der Daten durch Ermittlungsbehörden zur Aufklärung von Straftaten begegnet aus Sicht der Bundesregierung keinen Bedenken, wenn und soweit die entsprechenden gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden", schreibt der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesjustizministeriums, Christian Lange (SPD), in der auf den 27. Juli datierten Antwort. Der Zugriff sei durch die Strafprozessordnung geregelt und benötige ohnehin die Zustimmung eines Richters.

Die Beschlagnahmung und Auswertung sei nicht schon bei jeglichem Anfangsverdacht einer Straftat statthaft, heißt es in dem Schreiben. "Sondern nur dann, wenn die bei den Gastwirten gespeicherten Daten für die Untersuchung, beispielsweise zur Ermittlung der Identität von Zeugen, von Bedeutung sein können." Dabei müsse der Zugriff auch in einem angemessenen Verhältnis zur Schwere der Tat stehen. FDP-Politiker Klinge forderte hingegen, die Bundesregierung müsse ein Begleitgesetz auf den Weg bringen, das festlege, dass die Daten nur zur Verfolgung von Coronavirus-Infektionen genutzt werden.

Gaststätten sind verpflichtet, persönliche Daten ihrer Gäste zu sammeln, damit die Gesundheitsämter mit deren Hilfe im Falle einer Covid-19-Erkrankung weitere potenziell infizierte Personen identifizieren können. Zuletzt wurden in mehreren Bundesländern Fälle bekannt, in denen Gästedaten auch zur Strafverfolgung genutzt wurden.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Gesichtsvisiere erfüllen Maskenpflicht an NRW-Schulen nicht 

04.44 Uhr: Die neue Maskenpflicht im Unterricht in Nordrhein-Westfalen kann nur im Ausnahmefall mit Gesichtsvisieren erfüllt werden. Das hat das nordrhein-westfälische Schulministerium auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa klargestellt. Der Infektionsschutz durch ein Visier - etwa aus Plexiglas - sei nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts nicht genauso sicher wie eine eng am Gesicht anliegende Mund-Nasen-Bedeckung.

Der Verband Lehrer NRW hatte zuvor gefordert, die "drastische Maßnahme" einer sogar für den Unterricht geltenden Maskenpflicht an allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen etwas abzumildern - etwa durch Gesichtsvisiere für Lehrer. Im Ausnahmefall sei das denkbar, erklärte das Schulministerium. "Visiere können bei Personen zum Einsatz kommen, bei denen das dauerhafte Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aus medizinischen Gründen nicht möglich ist." Vorrang habe zugunsten des Infektionsschutzes aber eindeutig die übliche Mund-Nasen-Bedeckung.

Auch in mehreren anderen Bundesländern müssen Schüler und Lehrer im neuen Schuljahr eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen - allerdings nicht im Unterricht. In NRW gilt die Regelung erst mal bis Ende August.

Disney-Spektakel "Mulan" kommt ins Heimkino statt auf die große Leinwand

04.30 Uhr: Schlechte Nachrichten für Kinobetreiber: Erst hatte Disney die Premiere der Realverfilmung von "Mulan" wegen der Coronakrise auf unbestimmte Zeit verschoben. Nun soll das Märchen ab September im eigenen Streamingdienst laufen. Lesen Sie hier mehr.

Australischer Bundesstaat Queensland schottet sich ab

04.00 Uhr: Das australische Queensland macht die Grenzen für Reisende aus weiteren Bundesstaaten dicht. "Wir haben gesehen, dass es Victoria nicht besser geht und wir werden nicht darauf warten, dass sich New South Wales verschlechtert. Wir müssen handeln", sagt Annastacia Palaszczuk, Premierministerin von Queensland, auf einer Pressekonferenz in Brisbane. Ab Samstag sei die Einreise aus New South Wales und der Region um die Hauptstadt Canberra (Australian Capital Territory) untersagt. Rückkehrer aus diesen Staaten müssen in Queensland in eine 14-tägige Quarantäne, teilte Palaszczuk bei Twitter mit.

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Die Grenze für Reisende aus Victoria ist bereits geschlossen. Victoria mit der Hauptstadt Melbourne verzeichnet fast zwei Drittel der australischen Coronavirus-Fälle. Nach offiziellen Angaben wurden in Victoria am Mittwoch 725 Neuinfektionen gemeldet, 15 Menschen starben binnen 24 Stunden - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

In Queensland kam am Mittwoch laut Premierministerin Palaszczuk eine neuinfizierte Person hinzu. Insgesamt gäbe es elf aktive Fälle, insgesamt wurden 1088 Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt. 595.001 Tests wurden durchgeführt, Queensland hat rund fünf Millionen Einwohner.

Brasilien: Achtes Kabinettmitglied positiv getestet

03.30 Uhr: In Brasilien ist ein weiteres Regierungsmitglied mit dem Virus infiziert. Generalsekretär Jorge Oliveira arbeite seit seiner Diagnose von zu Hause aus, teilte sein Büro mit. Acht der 23 Kabinettsminister um Präsident Jair Bolsonaro sind bislang positiv auf Covid-19 getestet.

Grüne kritisieren Versäumnisse der Bundesregierung bei Corona-Schutz an Schulen

02.30 Uhr: Die Grünen haben der Bundesregierung schwere Versäumnisse bei der Bekämpfung des Coronavirus an den Schulen vorgeworfen. Es sei "geradezu fahrlässig", dass die Bundesregierung nach wie vor nicht die Erstellung "bundesweit klarer Leitlinien" und eines verständlichen Konzepts koordiniert habe, sagte Anton Hofreiter, Fraktionschef der Grünen, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Er appellierte an die Bundesregierung, "schnellstmöglich" einen Bildungsgipfel mit allen Bundesländern einzuberufen, um sich über Leitlinien für einen "risikoarmen Regelbetrieb" an den Schulen zu verständigen. Außerdem bräuchten die Schulen einen Notfallplan für eine Digitaloffensive. Für den Abruf der Mittel aus dem Digitalpakt seien unbürokratische Pauschalgenehmigungen notwendig, damit jede Schule ein verlässliches WLAN einrichten, Lernmanagement-Systeme einführen und ausreichend Computer oder Tablets beschaffen könne.

Zum Start ins neue Schuljahr wird zum Teil heftig gestritten: Wie kann der Unterricht aussehen, wie viel Normalität ist möglich? Wie groß ist die Not bei den Lehrern? Lesen Sie hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Über 50.000 Neuinfektionen in Brasilien binnen 24 Stunden

01.55 Uhr: Brasilien meldet nach Angaben des Gesundheitsministeriums 51.603 bestätigte Coronavirus-Infektionen sowie weitere 1154 Todesfälle in den vergangenen 24 Stunden. Seit Beginn der Pandemie registriert das lateinamerikanische Land mehr als 2,8 Millionen Fälle, die Zahl der Todesopfer steigt offiziellen Angaben zufolge auf 95.819. Brasilien ist nach den USA das am stärksten betroffene Land weltweit.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro wird für seinen Umgang mit der Coronakrise kritisiert. Zuletzt legte er Veto gegen die Entschädigung von Pflegepersonal ein, wenn es in Folge der Pandemie arbeitsunfähig wurde. Im Juli hatte das brasilianische Parlament ein entsprechendes Gesetz verabschiedet, der Kongress kann Bolsonaros Einsprüche prüfen und diesen folgen oder sie zu Fall bringen.

Minister: Wer in NRW ohne Maske Bus oder Bahn fährt, soll zahlen

01.00 Uhr: NRW plant ein Sofort-Bußgeld von 150 Euro bei Verstoß gegen Maskenpflicht in Bussen und Bahnen. Das kündigt Landesverkehrsminister Hendrik Wüst in der "Rheinischen Post"  an. "Wer ohne Mund-Nasen-Schutz erwischt wird, muss an der nächsten Haltestelle raus und zahlen." Bisher werden Bußgelder nur erhoben, wenn Fahrgäste sich trotz Aufforderung weigerten, die Maske aufzusetzen. 

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst legt am Düsseldorfer Rheinufer eine Maske an

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst legt am Düsseldorfer Rheinufer eine Maske an

Foto: Fabian Strauch / dpa

New Yorker Gesundheitskommissarin kündigt aus Corona-Protest

00.40 Uhr: Die New Yorker Gesundheitskommissarin Oxiris Barbot gibt aus Protest gegen Bürgermeister Bill de Blasios Corona-Politik ihren Posten auf. Sie habe "tiefe Enttäuschung" darüber gespürt, wie dieser den Ausbruch und die aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung steuert, schrieb Barbot in ihrer Rücktritts-Mail an de Blasio, aus der am Dienstag die "New York Times"  zitierte. "Während der kritischsten öffentlichen Gesundheitskrise unseres Lebens ist das unvergleichliche Expertenwissen zu Krankheiten unseres Gesundheitsamtes nicht in dem Grad genutzt worden, wie es möglich gewesen wäre", heißt es darin.

Barbot veröffentlichte zudem ein Schreiben an ihre ehemaligen Mitarbeiter auf Twitter, in dem sie ihre Entscheidung bekannt gab.

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Barbots Rücktritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem in den USA darüber diskutiert wird, wie nach den Sommerferien ein sicherer Schulbetrieb gelingen könnte. De Blasio kündigte die Ernennung von Dave A. Chokshi als neuen Gesundheitskommissars an, Chokshi war leitender Mitarbeiter im öffentlichen Krankenhauswesen von New York City.

New York war im März und April eines der weltweiten Epizentren der Pandemie, mit inzwischen über 220.000 bestätigten Infizierten. Rund 20.000 Menschen starben an den Folgen des Virus. De Blasio wurde dafür kritisiert, zu lange mit stärkeren Maßnahmen gewartet zu haben. Nach oft über 6000 täglichen Infizierten in der Hochphase wurden inzwischen seit Anfang Juni an keinem Tag mehr als 500 Neuinfektionen bestätigt.

Bill de Blasio, Bürgermeister von New York, und Oxiris Barbot, Gesundheitskommissarin von New York, während einer Pressekonferenz im Februar (Archivbild)

Bill de Blasio, Bürgermeister von New York, und Oxiris Barbot, Gesundheitskommissarin von New York, während einer Pressekonferenz im Februar (Archivbild)

Foto:

Mark Lennihan/ dpa

Streit um Maskenpflicht in Paris - Mann mit Baseballschlägern verprügelt

00.10 Uhr: Weil er einen anderen Mann aufforderte, in einem Waschsalon eine Schutzmaske zu tragen, wurde ein 44-Jähriger in einem Pariser Vorort brutal verprügelt. Nun schaltet sich der Innenminister ein. Lesen Sie hier mehr dazu.

Disney erleidet 4,7 Milliarden Dollar Verlust

00.05 Uhr: Der US-Unterhaltungsriese Walt Disney ist inmitten der Corona-Pandemie tief in die roten Zahlen geraten. In den drei Monaten bis Ende Juni fiel unterm Strich ein Verlust von 4,7 Milliarden Dollar (4,0 Mrd. Euro) an, wie der Konzern am Dienstag nach US-Börsenschluss in Burbank mitteilte. Vor einem Jahr hatte es noch einen Gewinn von 1,8 Milliarden Dollar gegeben. Die Erlöse brachen um 42 Prozent auf 11,8 Milliarden Dollar ein.

Disneys Geschäft mit Vergnügungsparks, Ferienresorts und Kreuzfahrten - normalerweise ein zuverlässiger Profitbringer - litt in der Krise stark und geriet tief in die Miesen. Der neue Videodienst Disney+ wuchs zwar weiter kräftig, verdient bislang aber kein Geld. Analysten hatten vor allem beim Umsatz deutlich mehr erwartet. Die Marktreaktion fiel verhalten aus, die Aktie geriet nachbörslich zunächst ins Minus, der Kurs erholte sich aber rasch wieder.

Pharmakonzern Novavax berichtet von Immunreaktion bei Impfstoff

00.01 Uhr: Der im amerikanischen Maryland ansässige Konzern Novavax hat auf seiner Homepage  von positiven Studienergebnissen des eigenen Impfstoffkandidaten berichtet. Es handele sich demnach um eine Phase-I-Studie, in der der Wirkstoff sehr wenigen Probanden verabreicht wird. In deren Blutproben hätten die Forscher nach der Injektion einen erhöhten Anteil an Antikörpern gefunden.

Die Substanz sei in Kombination mit einem Wirkstoff verabreicht worden, der Immunreaktionen verstärke, teilte das Unternehmen mit.

Der Impfstoffkandidat von Novavax gehört zu den Programmen, die die US-Regierung mit der "Operation Warp Speed" finanziell fördert. Das Weiße Haus beabsichtigt, Novavax mit bis zu 1,6 Milliarden Dollar zu bezuschussen. Die Summe würde die Forschung sowie die potenzielle Produktion umfassen.

ngo/ptz/dpa/Reuters/AFP/AP
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