Corona-News am Mittwoch Macron verkündet Ausgangssperre für Frankreich

In Frankreich gilt ab Freitag wieder ein strenger Lockdown. Schulen sollen aber geöffnet bleiben. Und: Thüringen stimmt dem deutschen Corona-Beschluss nur bedingt zu. Die Corona-News vom 28. Oktober zum Nachlesen.
Emmanuel Macron verkündet den nächsten Lockdown

Emmanuel Macron verkündet den nächsten Lockdown

Foto: LUDOVIC MARIN / AFP

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter.

Fast 4000 Neuinfektionen in Portugal - Krisensitzung der Regierung

22.45 Uhr: Portugal hat einen Rekord an Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Binnen 24 Stunden seien in dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern 3960 Ansteckungen erfasst worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Mittwoch in Lissabon mit. Wegen der rapide steigenden Zahlen berief Ministerpräsident António Costa für Samstag eine Sondersitzung seines Kabinetts ein. Dabei werde man über neue Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie beraten, teilte die sozialistische Regierung mit. Die Lage sei "kritisch", sagte der für Gesundheit zuständige Staatssekretär António Lacerda Sales.

Madrid kontrolliert an Allerheiligen mit Drohnen Corona-Regeln auf Friedhöfen

21.25 Uhr: Mit Drohnen wollen die Behörden in Madrid an Allerheiligen die Einhaltung der Corona-Regeln auf den zwei größten Friedhöfen der spanischen Hauptstadt kontrollieren. Aufgrund der Pandemie wurden die Besucherkapazitäten auf den Friedhöfen um die Hälfte reduziert, wie das Rathaus am Mittwoch mitteilte. Besuchergruppen dürfen demnach aus maximal sechs Menschen bestehen. Diese müssen die Abstandsregeln einhalten.

"Wir können nicht zulassen, dass sich Menschenmassen innerhalb oder außerhalb der Friedhöfe bilden", sagte Madrids Bürgermeister José Luiz Martínez-Almeida vor Journalisten. Neben den Drohnen sollen ab dem 30. Oktober drei Tage lang bis zu 300 Polizisten auf den Friedhöfen eingesetzt werden. Das sind etwa 20 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Polizei in Madrid Drohnen verwendet, um die Corona-Regeln zu überwachen: Als im März ein landesweiter Lockdown verhängt wurde, nutzte die Polizei auf Drohnen montierte Lautsprecher, um die Menschen in Parks und auf Plätzen über die Maßnahmen zu informieren.

"Große Enttäuschung": Dehoga prüft rechtliche Schritte gegen Lockdown

20.45 Uhr: Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) prüft rechtliche Schritte gegen den Beschluss von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Das kündigte Sachsen-Anhalts Dehoga-Chef Michael Schmidt im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur an. "Es ist eine große Enttäuschung, das ist wirklich dramatisch für uns", sagte Schmidt. "Wir sind nicht der Treiber der Pandemie." Klagen könnten nur die Gastronomen selbst. Die Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges sagte am Abend in der ARD, es hätten sich schon Mitglieder gemeldet, die klagen wollten.

Zuvor hatten sich die 16 Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung auf einen befristeten Shutdown verständigt. Der sieht unter anderem vor, dass Restaurants im November wie schon im Frühjahr nur noch Speisen außer Haus verkaufen dürfen. Hotels dürfen außerdem nur noch Geschäftsreisende beherbergen. Die Regelungen sollen am Montag in Kraft treten und zunächst bis Ende November gelten. Die betroffenen Betriebe sollen vom Bund entschädigt werden und bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes aus dem November 2019 erstattet bekommen.

Auch das stimmt Dehoga-Landeschef Schmidt nur mäßig optimistisch. "Die Soforthilfen im Frühling kamen am Ende auch deutlich später an, als ursprünglich gedacht." Bei den neuen Hilfen komme es auf jeden Tag an. Bei den Mitgliedern seines Verbandes würden nun die Existenzängste aus dem Frühling wiederkommen.

Gastronomiebetriebe müssen erneut schließen

Gastronomiebetriebe müssen erneut schließen

Foto: Arnulf Hettrich / imago images/Arnulf Hettrich

Gewerkschaft warnt vor "Jobkahlschlag" im Gastgewerbe durch neue Corona-Beschlüsse

20.40 Uhr: Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat nach den Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern vor dem Verlust zahlreicher Arbeitsplätze im Gastgewerbe gewarnt. Die Branche brauche nun "dringend Hilfe", erklärte der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler am Mittwoch. Ansonsten drohe ein "Jobkahlschlag". Es müssten "wirksame Förderprogramme her, die schnell und unbürokratisch in allen, auch den großen, gastgewerblichen Unternehmen ankommen", forderte Zeitler.

Bund und Länder hatten zuvor ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen, um die stark steigenden Infektionszahlen in den Griff zu bekommen. Die bundesweiten Maßnahmen sollen am Montag in Kraft treten und bis Ende November gelten. Restaurants, Bars, Klubs, Diskotheken und Kneipen werden geschlossen. Erlaubt bleibt aber die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause.

Frankreich ab Freitag wieder im Lockdown - Schulen bleiben offen

20.20 Uhr: Präsident Emmanuel Macron hat den erneuten Lockdown für Frankreich ausgerufen. Durch die Ausgangssperren solle die Corona-Pandemie eingedämmt werden, die erneut außer Kontrolle zu geraten drohe, so Macron am Mittwoch in einer Ansprache an die Nation.

"Das Virus breitet sich mit einer Geschwindigkeit aus, die nicht einmal die pessimistischsten Prognosen vorhergesagt haben", sagte Macron. Frankreich befinde sich dabei in derselben Situation wie die Nachbarländer: "Überrannt von einer zweiten Welle, von der wir wissen, dass sie härter, tödlicher sein wird als die erste."

Die neuen Maßnahmen treten am Freitag in Kraft und sollen bis 1. Dezember gelten. In der Zeit dürfen die Bürgerinnen und Bürger ihre Wohnungen nur noch zum Einkaufen, für Arztbesuche oder für eine Stunde für Sport oder Spaziergänge verlassen. Wenn möglich, sollen die Menschen auch von zu Hause arbeiten. Anders als beim ersten Lockdown im Frühjahr, sollen die meisten Schulen geöffnet bleiben.

Tausende Bundespolizisten sollen Einhaltung von Corona-Regeln überwachen

20.10 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will mit dem Einsatz tausender Bundespolizisten die Einhaltung der neuen Corona-Regeln überwachen. Die Beamte sollten in Absprache mit den Ländern in Großstädten, Hotspots und der Einreise an Flughäfen, Bahnhöfen und Straßen eingesetzt werden, twitterte sein Ministerium am Mittwoch.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Dabei geht es auch um die Schleierfahndung, mit der die Einhaltung der Quarantänepflicht für Rückkehrer aus ausländischen Risikogebieten überprüft werden soll. Die Schleierfahndung werde an allen deutschen Grenzen in einem Radius von 30 Kilometern intensiviert, sagte Seehofer der "Bild".

Es solle "verdachtsunabhängige Kontrollen, insbesondere im grenznahen Bereich" geben, beschlossen auch die 16 Länderregierungschefs bei ihrer Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch. "Wir werden verstärkt überwachen, auch durch Bundespolizei", sagte Merkel. Es solle aber keine Grenzkontrollen geben.

Nach Corona-Beschlüssen - Gewerkschaft fordert Schutz für Lehrer

19.45 Uhr: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert nach dem Bund-Länder-Beschluss zur Offenhaltung von Schulen und Kitas einen besseren Schutz der Beschäftigten. Ein "Weiter so" dürfe es nicht geben, hieß es am Mittwochabend in einer Mitteilung der Gewerkschaft. "Wenn offene Schulen und Kitas höchste Priorität aus sozialen Gründen haben sollen, müssen Lehrkräfte und Erzieherinnen besonders geschützt werden."

"Die GEW schlägt vor, dem Rat des Robert Koch-Instituts zu folgen und in der Schule in kleineren Gruppen zu unterrichten", sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Marlis Tepe. Sie forderte einen Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht ab der fünften Klasse, wenn der sogenannte Inzidenzwert die Marke von 50 erreicht. "So können die Gruppen verkleinert und Abstände eingehalten werden", sagte Tepe. Zusätzlich müsse gesichert sein, dass in den Klassenzimmern regelmäßig und konsequent gelüftet werde. "Räume, in denen Lüften nur eingeschränkt möglich ist, müssen umgehend mit wirksamen Luftfiltern ausgestattet werden." Tepe sprach sich dafür aus, die Grundschulen so lange wie möglich geöffnet zu lassen.

Für die Kitas verlangte die GEW-Vorsitzende "passgenaue und wirksame Hygienepläne" und Betriebsärzte zur Beratung und gegebenenfalls Freistellung von Beschäftigten aus Risikogruppen. Zudem sprach sie sich für freiwillige, kostenfreie Coronatests und eine Grippeschutzimpfung für die Beschäftigten aus. "In Einrichtungen, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, ist ein Betrieb der Kita nicht zu verantworten." Kitaschließungen dürften nicht ausgeschlossen werden, wenn neue wissenschaftliche Erkenntnisse nahelegten, dass Kitas eine Rolle bei der Verbreitung des Coronavirus spielten oder es ein erheblich erhöhtes Risiko für die Beschäftigten gebe.

Lehrer mit Mundschutz: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert einen besseren Schutz der Beschäftigten

Lehrer mit Mundschutz: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert einen besseren Schutz der Beschäftigten

Foto:

Michael Weber IMAGEPOWER / imago images/Michael Weber

Altmaier verteidigt Corona-Maßnahmen

19.23 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat die von Bund und Ländern beschlossenen harten Beschränkungen für Betriebe als notwendig bezeichnet, um die rasante Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. "Nur wenn dies gelingt, kann sich der Erholungsprozess unserer Wirtschaft dauerhaft fortsetzen und schwerer Schaden für Unternehmen und Beschäftigte verhindert werden", sagte der CDU-Politiker. "Wir muten den Bürgerinnen und Bürgern weitreichende Einschränkungen ihres Privatlebens zu, weil wir nur so die Infektionsketten unterbrechen und die Kontrolle über die Ausbreitung des Virus wiedererlangen können."

Es habe sich als unvermeidlich erwiesen, für die Dauer der nächsten vier Wochen auch viele Unternehmen zu schließen. Auf diese Weise sollten Kontakte im erforderlichen Umfang verringert werden. Die Bundesregierung werde diese Betriebe umfassend unterstützen, um ihnen den Fortbestand in dieser schweren Zeit zu erleichtern.

Altmaier verwies auf Finanzhilfen von bis zu 10 Milliarden Euro, mit denen Umsatzausfälle erstattet werden sollen. Außerdem solle der Schnellkredit der Staatsbank KfW für Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten - dies hatten Wirtschaftsverbände seit langem gefordert. "Die beschlossenen Maßnahmen zeigen, dass wir unsere Unternehmen nicht allein lassen, sondern zielgerichtet unterstützen."

Ministerpräsident Ramelow: "Es gibt keine Verweigerung Thüringens"

19.05 Uhr: Thüringen wird nach den Worten von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linken) bei der Eindämmung der Corona-Pandemie im November keinen Sonderweg einschlagen. "Es gibt keine Verweigerung Thüringens", sagte Ramelow. Er trage trotz einer Thüringer Protokollnotiz die Beschlüsse der Regierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel mit. Er werde sie aber dem Thüringer Landtag und seinem rot-rot-grünen Kabinett zur Bestätigung vorlegen, kündigte er an.

Thüringens Regierungschef schlug vor, eine ohnehin auf CDU-Antrag für den 3. November geplante Sondersitzung des Parlaments auf diesen Freitag vorzuziehen. Ob das gelinge, sei noch offen.

Ramelow hatte noch am Dienstag erklärt, er werde einem erneuten Herunterfahren des öffentlichen Lebens per Verordnung nicht zustimmen. Diese Erklärung habe er unter dem Eindruck fehlender Unterlagen aus dem Kanzleramt bis kurz vor der Konferenz abgegeben, sagte Ramelow nun.

Angesichts der Dynamik der Corona-Neuinfektionen, die es inzwischen auch in Thüringen gebe, empfehle er dem Landtag, die drastischen Einschnitte mitzutragen. Er erwarte jedoch, dass der Bund Gewerbetreibenden und Unternehmen, die dadurch einen wirtschaftlichen Nachteil habe, einen Ausgleich zahle.

Lauterbach bezeichnet Bund-Länder-Beschluss als "Meilenstein"

18.57 Uhr: Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach bezeichnet die Corona-Beschränkungen des öffentlichen Lebens als einen Sieg der Vernunft. "Die Beschlüsse von heute sind ein grosser Erfolg und ein Meilenstein gegen das Coronavirus in Deutschland", schrieb er bei Twitter. Mit dem "Wellenbrecher Shutdown" werde man die zweite Welle der Pandemie brechen und aus dem exponentiellen Wachstum heraus kommen. Bund und Länder hätten gezeigt, "wie geschlossen in einer Notlage reagiert werden kann", schrieb der Mediziner. "Die Vernunft hat gesiegt."

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder einigten sich am Mittwoch darauf, die zweite Corona-Infektionswelle mit strengen Kontaktbeschränkungen für die Bürger und einem weitgehenden Herunterfahren aller Freizeitaktivitäten zu brechen. Auf diese Weise soll eine unkontrollierbare Ausbreitung der Pandemie verhindert werden. Die Maßnahmen sollen ab dem kommenden Montag (2. November) gelten und bis Ende November dauern.

Italien meldet 24.991 Neuinfektionen

18.50 Uhr: In Italien hat die Anzahl der binnen eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen fast die Marke von 25 000 erreicht. Wie die Behörden in Rom mitteilten , wurden 24.991 neue Corona-Fälle registriert. In dem Land mit seinen rund 60 Millionen Einwohnern starben in 24 Stunden zudem 205 Menschen mit oder an dem Virus. Erst am Sonntag war in Italien die Schwelle von 20000 Neuinfektionen überschritten worden.

Seit Beginn der Pandemie im Februar gab es in dem Mittelmeerland nun fast 590.000 bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2. Die Zahl der Corona-Toten stieg auf 37.905.

Die Regierung hatte unlängst verschärfte Schutzmaßnahmen wie der Schließung aller Lokale am 18 Uhr abends verfügt. Kinos und Theater bleiben seit Montag zu. Wirtschaftliche Ausfälle bei Firmen und Beschäftigten sollen mit neuen Milliardenhilfen gemildert werden. Gegen die Politik der Mitte-Links-Regierung von Ministerpräsident Giuseppe Conte gibt es vielerorts im Land Proteste.

Thüringen stimmt Corona-Beschluss nur bedingt zu

18.39 Uhr: Den von Bund und Ländern vereinbarten massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens hat Thüringen nur mit Einschränkungen zugestimmt. Das Land trage nur "diejenigen Maßnahmen mit, die für eine wirksame Eindämmung des Infektionsgeschehens durch wissenschaftliche Erkenntnisse geeignet und verhältnismäßig" seien, heißt es in einer Protokollerklärung der Staatskanzlei. 

Thüringen erwarte, dass der Bundestag eine akute nationale Gesundheitsnotlage feststelle, die die von der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) beschlossenen Beschlüsse rechtfertigten.

Mit der Verabschiedung des Beschlusses der MPK sei darüber hinaus "kein Präjudiz für das parlamentarische Verfahren im Freistaat Thüringen verbunden". Zugleich forderte Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) vom Bund, "dass er mittels seiner Finanzkraft und der ihm gegenüber den Ländern allein obliegenden Gestaltungsmöglichkeiten der steuerlichen Einnahmeseite" dafür Sorge trage, dass alle von den getroffenen Maßnahmen unmittelbar und mittelbar betroffenen Akteure wirksam unterstützt würden.

Nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gelten die Maßnahmen in ganz Deutschland. "Die Beschlüsse gelten bundesweit", sagte sie nach den Beratungen in Berlin. Alle müssten sie durch Allgemeinverordnungen umsetzen. Thüringen werde noch das Parlament befassen. "Aber so, wie es hier steht, gilt es bundesweit."

Berlins Regierender Bürgermeister Müller:  "Das wird ein schwerer Weg"

18.25 Uhr:  Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hält den für November geplanten bundesweiten Shutdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie für richtig und sachgerecht. "Das wird ein schwerer Weg, jetzt diese Beschlüsse umzusetzen", sagte er nach Video-Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder. "Wir wissen alle, was das bedeutet, was das für Zumutungen und Einschränkungen für die Menschen sind."

Aber: "Wenn wir jetzt zugucken, werden wir vielen Menschen nicht helfen können", sagte Müller. In Berlin würden die Intensivbetten jetzt schon wieder mindestens genauso stark genutzt wie zu Beginn der Pandemie - mit stark steigender Tendenz. "Das ist nichts Abstraktes mehr." Es gehe um die Gesundheit und um Menschenleben. Deshalb sei es angemessen, in dieser Situation noch einmal diesen harten Weg zu gehen und solidarisch zu sein.

Dax fällt auf tiefsten Stand seit Ende Mai

18.00 Uhr: Die Furcht vor einem erneuten Corona-Shutdown hat zu einem Einbruch am Aktienmarkt geführt. Am Mittwochnachmittag bestätigten sich die Befürchtungen der Anleger: Mit strengen Kontaktbeschränkungen für die Bürger und einem weitgehenden Herunterfahren aller Freizeitaktivitäten wollen Bund und Länder die zweite Corona-Infektionswelle brechen.

Der Dax fiel im Handelsverlauf bis auf 11.457 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Ende Mai.

Letztlich verlor der Leitindex 4,17 Prozent auf 11.560,51 Punkte. Von seinem Zwischenhoch Anfang September bei 13 460 Punkten ist der Leitindex nun rund 14 Prozent entfernt. Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel schloss am Mittwoch mit einem Verlust von 2,71 Prozent bei 25 884,13 Punkten.

Profisport nur ohne Zuschauer, kein Amateur- und Freizeitbetrieb

17.45 Uhr: Der deutsche Profisport darf wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen im November nur ohne Zuschauer ausgetragen werden, das gilt auch für die Fußball-Bundesliga. Der Amateur- und Freizeitsportbetrieb wird zudem weitestgehend untersagt, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch beschlossen.

Übernachtung nicht für Jedermann und Jedefrau

17:22 Uhr: Bund und Länder wollen wegen der weiter steigenden Corona-Infektionszahlen touristische Übernachtungsangebote im Inland im November verbieten. Diese dürften nur noch für notwendige Zwecke wie zwingende Dienstreisen gemacht werden. Außerdem sollen Firmen wieder mehr Homeoffice ermöglichen - wo immer dies umsetzbar ist.

Ein Kunde pro zehn Quadratmeter - auch Schulen bleiben offen

16:55 Uhr: Groß- und Einzelhandel sollen im November offen bleiben. In einer Videokonferenz einigten sich die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) darauf, dass sich in den Geschäften nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter aufhalten darf. In der Beschlussvorlage des Bundes war ursprünglich von 25 Quadratmetern die Rede gewesen. Auch Schulen und Kindergärten sollen wohl im November verlässlich geöffnet bleiben. Der Gastronomiebetrieb soll hingegen geschlossen werden.

Seehofer will Schleierfahndung ausweiten

16:40 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer kündigt eine intensivere Schleierfahndung an, um die Einhaltung der neuen Regeln zu überwachen. Die Bundespolizei werde in Absprache mit den Ländern Tausende Beamte in Großstädten und Hotspots einsetzen, sagt er "Bild" einem Vorabbericht zufolge. Aber auch die Einreise aus Risikogebieten werde verstärkt kontrolliert. "Dazu wird die Schleierfahndung an allen deutschen Grenzen in einem Radius von 30 Kilometern intensiviert, um auch bei denjenigen, die per Auto aus Risikogebieten einreisen, die Einhaltung der Corona-Bestimmungen kontrollieren zu können."

Schweden mit Höchststand

16:29 Uhr: Innerhalb von 24 Stunden hat Schweden mehr als 2000 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Am Nachmittag kamen insgesamt 2128 bestätigte Fälle hinzu - nach Angaben des Fernsehsenders SVT ist das der höchste Tageswert seit Beginn der Pandemie. Allerdings wird mittlerweile auch deutlich mehr auf Corona getestet, weshalb sich die Zahlen nur bedingt mit denjenigen aus der ersten Jahreshälfte vergleichen lassen.

Was bedeutet ein November-Shutdown für ...

16:10 Uhr: ... Deutschland; das Theater; das Virus; den Sport; die Wirtschaft; die Justiz?

Freizeiteinrichtungen und Gastro werden schließen

16:05 Uhr: Veranstaltungen, die der Unterhaltung und der Freizeit dienen, werden wohl im November weitgehend untersagt sein. So sollen Theater, Opern oder Konzerthäuser vom 2. November an bis Ende des Monats schließen. Die Regelung betreffe auch den Freizeit- und Amateursportbetrieb, Individualsport soll ausgenommen werden. Zudem wollen Bund und Länder Gastronomiebetriebe vorübergehend schließen. Davon ausgenommen sein soll die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause, Kantinen sollen offen bleiben dürfen.

Reisewarnung für die Türkei

15.48 Uhr: Die Bundesregierung setzt die Reisewarnung für die ganze Türkei zum 9. November wieder in Kraft. Die bisher bestehende Ausnahmeregelung für die Touristenregionen Aydin, Izmir, Mugla und Antalya am Mittelmeer würden nur noch bis zum 8. November gelten, teilte das Auswärtige Amt mit.

Fußball-Bundesliga: Erstmals wieder ein Spieltag ohne Zuschauer?

15.31 Uhr: In mindestens acht der neun Bundesliga-Stadien wird am Wochenende vor leeren Tribünen gespielt. Einzig Hertha BSC hofft für das Spiel gegen den VfL Wolfsburg zumindest auf 500 zugelassene Fans, dies ist nach aktueller Vorgabe des Senats noch möglich.

Erstmals in dieser Saison liegt die Inzidenz - die Corona-Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner - an allen neun Erstliga-Standorten eines Wochenendes über 35,0, größtenteils sogar deutlich. Zuletzt waren in der 1. und der 2. Fußball-Bundesliga Zuschauer bei einer Inzidenz von unter 35,0 zumindest teilweise zugelassen.

Polizei in Schottland löst Hunderte illegale Hauspartys auf

15.18 Uhr: Die schottische Polizei hat in den vergangenen Wochen Hunderte Hauspartys aufgelöst. Zwischen Ende August und Mitte Oktober wurde die Polizei mehr als 3000 Mal zu illegalen Treffen in privaten Haushalten gerufen. In mehr als 430 Fällen wurden demnach Bußgelder verhängt; darüber hinaus gab es 83 Festnahmen - etwa wenn die Feiernden die Polizisten attackierten.

Unter den Einsätzen, von denen viele in Großstädten stattfanden, gab es eine Studentenheimparty mit mehreren Hundert Teilnehmern, aber auch kleinere religiöse Versammlungen. Zudem sollen Airbnb-Wohnungen häufig als Ort für "Pop-Up-Partys" gebucht und zweckentfremdet worden sein. Eigentlich sind Treffen in privaten Haushalten in Schottland zurzeit verboten.

Neue Corona-Einschränkungen sollen ab Montag greifen

15.02 Uhr: Weitere drastische Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sollen bereits vom kommenden Montag an gelten. Deutschlandweit sollen die Maßnahmen nach SPIEGEL-Informationen bereits vom 2. November an und nicht wie ursprünglich in der Beschlussvorlage des Bundes vorgesehen vom 4. November an in Kraft treten. 

Bund will Firmen bei Zwangsschließung 75 Prozent Umsatz ausgleichen

14.38 Uhr: Die Bundesregierung will Firmen entschädigen, die im November wegen der Bekämpfung der Corona-Krise zwangsweise schließen müssen. Finanz- und Wirtschaftsministerium haben nach Angaben aus Regierungskreisen in der Bund-Länder-Schalte vorgeschlagen, dass kleine Firmen 75 Prozent ihres Umsatzes als Entschädigung erhalten sollen.

Für größere Firmen sei ein Betrag von 70 Prozent vorgesehen. Bezugsgröße sei der Umsatz des Vorjahresmonats, hieß es. Ein Teilnehmer zitierte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) mit den Worten: "Die Lage ist sehr, sehr ernst. Wir brauchen tiefgreifende Maßnahmen, die wir finanziell abfedern müssen." Die Kosten habe Scholz für vier Wochen auf sieben bis zehn Milliarden Euro beziffert.

Bundesregierung für drastische Kontaktbeschränkungen

13.50 Uhr: Das Bundeskabinett unterstützt geschlossen drastische Kontaktbeschränkungen gegen die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen. Das teilte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) mit. Angesichts steigender Infektionszahlen müssten Politik und Gesellschaft die Seuche jetzt wieder in den Griff bekommen. Dafür habe sich das Kabinett am Mittwoch hinter die jüngsten Vorschläge gestellt - "und zwar einstimmig und einhellig".

Der Bund will mit einem Herunterfahren von weiten Teilen des öffentlichen Lebens ab kommenden Mittwoch die starke Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland aufhalten. Das sieht ein Entwurf für Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am Nachmittag vor. Mit Spannung wird erwartet, welche Schritte tatsächlich beschlossen werden.

Von der Leyen ruft Europäer zum Durchhalten auf

13.31 Uhr: Angesichts der zweiten Corona-Welle hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Europäer zum Durchhalten aufgerufen. "Die Corona-Lage ist sehr ernst", sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch in Brüssel. "Wir sind tief in der zweiten Welle." Diesmal habe man es mit zwei Feinden zu tun: Dem Virus selbst - und einer zunehmenden Müdigkeit bei allen Vorsichtsmaßnahmen im Kampf gegen die Pandemie.

"Wir bringen alle seit Monaten Opfer", sagte von der Leyen. Viele Menschen zahlten wirtschaftlich und sozial einen hohen Preis. "Aber jetzt ist nicht die Zeit, locker zu lassen." Die Lage sei ernst; noch habe man es aber in der Hand, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Rom: Mit Milliarden und Appellen die Lage entschärfen

12.41 Uhr: Italiens Regierung will mit einem schnellen Nothilfepaket von über fünf Milliarden Euro die Folgen der jüngsten Corona-Beschränkungen abfedern. Viele Gelder würden schon ab November ausgezahlt, versicherte Finanzminister Roberto Gualtieri am Mittwoch.

Die Regierung appellierte an die Bürger, sich von den gewaltsamen Ausschreitungen bei Protesten gegen die verschärften Corona-Regeln zu distanzieren. "Der Staat duldet kein gewalttätiges Verhalten", sagte Minister Gualtieri nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa dem Sender Rai 1.

In ganz Italien müssen seit Montag alle Lokale um 18.00 Uhr für Gäste schließen. Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen dürfen nicht mehr öffnen.

Bald keine Entschädigung mehr für Urlauber aus Risikogebieten

12.29 Uhr: Wer ohne Notwendigkeit in ein Corona-Risikogebiet reist und nach der Rückkehr in Quarantäne muss, soll dafür künftig keinen Verdienstausfall mehr bekommen. Das sieht ein Gesetzentwurf vor, den das Bundeskabinett gebilligt hat.

Bislang steht jedem, der wegen einer angeordneten Quarantäne nicht zur Arbeit kann, eine Entschädigung zu. Nach Aufenthalt in Risikogebieten kann eine digitale Einreiseanmeldung verordnet werden, um besser nachvollziehen zu können, ob die Quarantäne eingehalten wird.

FDP: Corona-Maßnahmen müssen verhältnismäßig sein

12.11 Uhr: Die FDP hat Bund und Länder davor gewarnt, angesichts der Entwicklung zu unverhältnismäßigen Maßnahmen zu greifen. So sei fragwürdig, die Gastronomie schließen zu wollen, wenn hier tatsächlich nur ein geringes Infektionsgeschehen feststellbar sei, sagte FDP-Partei- und -Fraktionschef Christian Lindner. Der Parlamentarische Geschäftsführer Marco Buschmann unterstrich, dass dadurch die Gefahr bestehe, dass einzelne Maßnahmen wieder an den Gerichten scheiterten.

Kaum noch Nachtzüge nach Deutschland

11.51 Uhr: Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) stellen Corona-bedingt vorübergehend den Großteil ihrer Nachtzüge nach Deutschland ein. Vom 8. November bis zum 2. Dezember entfallen alle Nightjet-Verbindungen aus Österreich und der Schweiz nach Deutschland mit Ausnahme der Strecke Wien-Berlin. Im Dezember sei aber die Wiederaufnahme rechtzeitig zu den Winterferien geplant.

Werden seltener auf den Schienen sein: Nachtzüge des ÖBB

Werden seltener auf den Schienen sein: Nachtzüge des ÖBB

Foto: Bodo Marks / DPA

Höchstwert an Todesfällen in Polen

11.33 Uhr: Die Regierung in Polen meldet 18.820 Neuinfektionen und 236 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus - so viele wie noch nie binnen 24 Stunden. Die Krankenhäuser seien überlastet, teilt das Gesundheitsministerium mit. 13.931 Krankenhausbetten seien mit Covid-19-Patienten belegt, 1150 Patienten müssten beatmet werden. Am Tag zuvor waren es noch 13.291 Covid-19-Patienten, von denen 1078 beatmet wurden.

Schweiz: Die Krankenhauskapazitäten werden knapp

10.59 Uhr: Das Schweizer Gesundheitssystem kämpft mit der zunehmenden Zahl von Patienten, die nach einer Ansteckung mit dem Virus erkrankt sind. Angesichts von Infektionsraten, die weit über denen in Deutschland und Italien liegen, könnten in zehn Tagen die Krankenhaus-Kapazitätsgrenzen erreicht werden, warnen Experten. Bereits jetzt werden Mediziner im Ruhestand reaktiviert und Krankenhausabteilungen ohne Bezug zur Pandemie geschlossen.

200 Millionen Impfstoffdosen für ärmere Länder

10.39 Uhr: Die Pharmakonzerne Sanofi und GlaxoSmithKline (GSK) wollen 200 Millionen Dosen ihres potenziellen Corona-Impfstoffs ärmeren Ländern zugänglich machen. Die Impfdosen sollten der internationalen Initiative Covax zur Verfügung gestellt werden. Covax, das die Beschaffung und Verteilung künftiger Impfstoffe regeln soll, haben sich 167 Länder angeschlossen: 92 ärmere Länder sollen den Impfstoff kostenlos erhalten, 75 reichere Länder nutzen das Programm zur Beschaffung des Mittels, werden es aber aus eigener Tasche bezahlen.

Der Hilfsorganisation Oxfam zufolge hat eine Gruppe wohlhabender Nationen, die nur 13 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, bereits mehr als die Hälfte der potenziellen Corona-Impfstoffe aufgekauft.

Lauterbach fordert mehr Kontrollen in Privatwohnungen

10.12 Uhr: Angesichts der drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen will Karl Lauterbach Treffen in privaten Räumen, etwa der eigenen Wohnung, kontrollieren lassen. "Wenn private Feiern in Wohnungen und Häusern die öffentliche Gesundheit und damit die Sicherheit gefährden, müssen die Behörden einschreiten können." Auf seinem Twitterkanal teilte er mit, dass er es ablehne, "dass Polizei oder Ordnungskräfte Wohnungen kontrollieren. Die Privatwohnung bleibt voll geschützt. Trotzdem müssen wir an Bürger eindringlich appellieren, jetzt jede private Feier zu vermeiden".

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die Kurse an der Börse sinken

10.08 Uhr: Erstmals seit Juni rutschte der Dax wieder unter die Marke von 12.000 Punkten . Grund dafür ist die sich verschärfende Coronakrise mit rasant steigenden Infektionszahlen und einem drohenden Lockdown in Deutschland.

Spahn will jetzt die zweite Welle brechen

9.30 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn warnt vor Engpässen in Krankenhäusern. "Wenn wir warten, bis die Intensivstationen voll sind, ist es zu spät", sagte er dem SWR . Im europäischen Ausland seien die Krankenhäuser schon wieder am Limit, und es kämen auch wieder Hilfsanfragen. Spahn, der sich selbst mit dem Coronavirus infiziert hat, forderte, jetzt "die Welle zu brechen". Es liege dabei an uns allen, unsere Kontakte in den verschiedenen Lebensbereichen zu reduzieren.

Kekulé gegen Lockdown-Pläne: "Die Probleme sind im privaten Bereich"

9.00 Uhr: Der Virologe Alexander Kekulé lehnt einen eingeschränkten Lockdown - den "Lockdown light" - ab. Es sei sinnvoller, bei Verstößen gegen die bestehenden Regeln härter durchzugreifen, sagte er dem Sender MDR. Restaurants zu schließen, sei nicht sinnvoll. "Die Probleme sind tatsächlich im privaten Bereich. Das ist der Bereich, in dem wir mit den Ordnungsmaßnahmen sowieso nicht hinterherkommen."

Rekord bei Corona-Neuinfektionen: RKI meldet fast 15.000 neue Fälle

8.30 Uhr: Die Zahlen steigen und steigen: In Deutschland sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts  (RKI) binnen 24 Stunden 14.964 neue Corona-Fälle verzeichnet worden. Das ist ein Höchstwert seit Beginn der Pandemie. Am Dienstag waren unter Berufung auf die Angaben der Gesundheitsämter noch 11.409 neue Fälle gemeldet worden. Lesen Sie hier mehr dazu.

Nur halb so viele Fahrgäste in Bussen und Bahnen

8.05 Uhr: Wegen der ersten Corona-Welle waren im ersten Halbjahr 2020 in Deutschland nur gut halb so viele Fahrgäste im Fernverkehr mit Bussen und Bahnen unterwegs wie im ersten Halbjahr 2019. Das Fahrgastaufkommen lag mit 45 Millionen Personen um 46 Prozent geringer als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Demnach reisten im Eisenbahn-Fernverkehr mit 41 Millionen Fahrgästen 43 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2019. Im Linienverkehr mit Fernbussen ging die Fahrgastzahl sogar um zwei Drittel (67 Prozent) auf 3,5 Millionen zurück.

Zahl der Kurzarbeiter sinkt nur noch langsam

8.00 Uhr: Die Zahl der Kurzarbeiter ist auch zuletzt wieder gesunken - jedoch deutlich langsamer als in den Vormonaten. Sie sank im Oktober um rund 450.000 Beschäftigte auf knapp 3,3 Millionen, wie das Ifo-Institut in München auf Basis seiner Konjunkturumfrage ermittelte. Zuvor hatte der Rückgang der Kurzarbeit noch rund eine Million Menschen pro Monat betragen. "In der Industrie hält sich die Kurzarbeit besonders hartnäckig. Sie liegt dort bei 19 Prozent oder 1,3 Millionen Menschen", erklärte Ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link. Vor allem in den Branchen Metall, Elektro und Maschinenbau habe es praktisch keinen Rückgang gegeben. "Bei den Autoherstellern und ihren Zulieferern sehen wir eine leichte Verbesserung auf schlechtem Niveau", sagte Link. Insgesamt sind in Deutschland laut Ifo noch zehn Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Kurzarbeit, im September waren es elf Prozent.

Mehr Hilfsbereitschaft: Krise schweißt Gesellschaft zusammen

7.30 Uhr: Das soziale Miteinander in Deutschland hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie verbessert. Das zeigen die Ergebnisse einer anonymen Online-Befragung des Basel Institut of Commons and Economics. Die Forscher um den Soziologen Alexander Dill hatten die Teilnehmer der Befragung zwischen Mai und September dieses Jahres aufgerufen, auf einer Skala von 1 (niedrig) bis 10 (sehr hoch) anzukreuzen, wie sie etwa die Hilfsbereitschaft oder die Gastfreundschaft der Menschen in ihrer Umgebung beurteilen. Die Freundlichkeit der Menschen in ihrem Umfeld haben die hierzulande Befragten in diesem Jahr mit 6,9 Punkten besser eingeschätzt als im Vorjahr (6,6 Punkte).

Das soziale Klima wurde demnach mit 7,1 Punkten besser bewertet als im Vorjahr (6,7). Auch die von den Befragten im Alltag erlebte Hilfsbereitschaft nahm zu: von 7 in 2019 auf diesmal 7,3 Punkte. Und obwohl Bund und Länder Kontakte und Einreisen zur Eindämmung der Corona-Pandemie im Zeitraum der Befragung beschränkt hatten, kletterte der Wert für Gastfreundschaft in diesem Jahr von 6,2 auf 6,7 Punkte. Damit setzt sich ein Trend fort, den die Bertelsmann Stiftung bereits im Sommer in einer repräsentativen Befragung festgestellt hatte. Allerdings bilden beide Umfragen noch nicht das seit Ende September stark angestiegene Infektionsgeschehen ab, auf das ein Teil der Bevölkerung genervt beziehungsweise mit einer Mischung aus Ermüdung und Fatalismus, reagiert.

Das Basel Institute of Commons and Economics veröffentlicht jährlich seinen World Social Capital Monitor und ist als Partner für die Uno-Nachhaltigkeitsziele registriert. Das Institut wird bei seiner Befragung unter anderem von Universitäten und Nichtregierungsorganisationen unterstützt, was einen relativ hohen Anteil von Menschen mit höheren Bildungsabschlüssen unter den Teilnehmern der Befragung vermuten lässt. In diesem Jahr gibt es Ergebnisse aus 129 Staaten. Die Ergebnisse der Befragung sind schon aufgrund der anonymen Erhebung nicht repräsentativ, weil etwa Altersgruppen nicht entsprechend ihrem Anteil an der Bevölkerung gewichtet sind. Sie haben aber nach Auffassung der Forscher, die auf die sehr geringen Abweichungen der einzelnen Antworten verweisen, dennoch Aussagekraft.

Lockdown-Pläne: Mittelstand warnt vor "Todesstoß" für viele Firmen

7.15 Uhr: Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hat vor der erwarteten Entscheidung über einen möglichen Lockdown der Wirtschaft eindringlich vor solch einem Schritt gewarnt. "Der überwiegende Teil des Mittelstands verkraftet keinen weiteren Lockdown. Für Zehntausende Unternehmen käme dies einem Todesstoß gleich", sagte Mittelstandspräsident Mario Ohoven. Schon der erste Lockdown im Frühjahr mit Geschäftsschließungen habe branchenübergreifend dramatische Konsequenzen für die Betriebe und die deutsche Volkswirtschaft insgesamt gehabt. "Wenn jetzt über den nächsten Lockdown spekuliert wird, egal ob "light" oder hart, führt das nur zu noch mehr Verunsicherung und wachsendem Verlust an Vertrauen in die Politik."

Auch der Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, wies auf negative Folgen für Firmen bei einer Verschärfung von Corona-Maßnahmen hin. Der CDU-Politiker sagte: "Sicherheit und Gesundheit haben die nächsten Wochen oberste Priorität. Bei den anstehenden Maßnahmen müssen wir aber auch die Auswirkungen auf die betroffenen Unternehmen bedenken." Gerade Gastronomie und Hotels hätten die letzten Wochen viel in den Schutz der Gäste und Hygienekonzepte investiert. "Politik hat auch eine große Verantwortung, der wir gerecht werden müssen."

Vor den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie zeichnet sich eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen ab. Zugleich wird in der Politik über kurzzeitige, aber strenge Lockdowns diskutiert, die die Infektionswelle brechen sollen.

Klinik muss wegen Feuer geräumt werden - Covid19-Patientinnen sterben

6.45 Uhr: Im schwer von der Coronakrise getroffenen Brasilien ist in einem Krankenhaus ein Feuer ausgebrochen. Bei dem Brand im Norden der brasilianischen Millionenmetropole Rio de Janeiro hätten rund 200 Patienten aus der Bundesklinik von Bonsucesso in Sicherheit gebracht und in andere Teile der Klinik oder weitere Krankenhäuser verlegt werden müssen, berichtete das Nachrichtenportal G1. Bei der Evakuierung sei eine schwer an Covid-19 erkrankte Frau gestorben.

Die Feuerwehr brachte das Feuer schließlich unter Kontrolle. Die Brandursache ist unklar. Offenbar war das Feuer im Bereich einer Pflegestation oder im Bereich der Röntgenmedizin ausgebrochen. Nach Angaben der Feuerwehr war die Klinik bereits mehrfach wegen Verstößen gegen die Brandschutzverordnung benachrichtigt worden.

Irans Parlamentspräsident nach positivem Corona-Test in Quarantäne

6.30 Uhr: Der iranische Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf hat sich nach einem positiven Corona-Test in häusliche Quarantäne begeben. Dies gab der 58-Jährige am Mittwoch auf Twitter bekannt. Er hoffe jedoch, dass er auch in Quarantäne seine Arbeit weiterführen könne.

Ghalibaf ist seit Ende Mai Präsident des von Hardlinern und Erzkonservativen geführten Parlaments. In den letzten Wochen war er trotz Warnungen von Gesundheitsexperten viel auf Reisen. Seine Anhänger lobten seine Courage sowie Volksnähe und kritisierten im Gegenzug Präsident Hassan Rohani, weil der sich an die Corona-Vorschriften hält und an vielen Terminen nicht persönlich teilnimmt.

Wegen der immer weiter steigenden Fallzahlen in Iran mussten in mehreren Großstädten erneut Lockdowns eingeführt werden. In der Hauptstadt Teheran wurden seit Anfang der Woche mehr als 50 Prozent der Beamten ins Homeoffice geschickt. Die Gesamtzahl der Corona-Toten seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar liegt laut Gesundheitsministerium bei mehr als 33.000, die der Infizierten bei mehr als 580.000.

Tennis: "Superblase" für die Australian Open

6.05 Uhr: Die deutsche Frauentennis-Chefin Barbara Rittner hält die Austragung der Australian Open Anfang des Jahres 2021 für machbar. Aktuell drehe sich in den Planungen für die neue Saison "alles" um das erste Grand-Slam-Turnier in Melbourne, sagte Rittner in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" . Dort solle es "diese Superblase geben: Alle Sportler und ihre Teams müssen zwei Wochen vorher da sein, dann werden sie in drei verschiedene Resorts eingeteilt, machen praktisch Training in Quarantäne, alle werden bei der Ankunft getestet und danach alle drei Tage", so die Chefin der Frauen im Deutschen Tennis Bund. Sie betonte: "Ich kann mir vorstellen, dass das gut funktionieren wird."

Die Australian Open sind vom 18. bis 31. Januar 2021 geplant.

Patientenschützer fordern gleiche Maßstäbe

5.45 Uhr: Patientenschützer fordern bei neuen Schritten gegen die stark zunehmenden Corona-Infektionen einheitliche Maßstäbe in ganz Deutschland. "Damit weiterhin möglichst viele mitmachen, braucht es bei gleicher Lage auch die gleichen Beschränkungen", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur. Daran kranke das bisherige Vorgehen von Bundeskanzlerin und Länderchefs. Nötig seien bundesweit einheitliche Maßnahmen nicht nur bei 35 und 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner über sieben Tage in einem Kreis, sondern auch für 100, 200 und 300.

Dies sei dann konsequent einzuhalten und endlich zu kontrollieren, sagte Brysch. "Denn es gilt, einen nationalen Lockdown wie im Frühjahr zu verhindern." Bevor ein örtlicher Lockdown verhängt werde, müssten Schutzmaßnahmen für Pflegebedürftige, Heimbewohner und Krankenhauspatienten stehen. Dazu gehörten der Infektionsgrundschutz, eine lückenlose Kontaktdokumentation und regelmäßige PCR-Tests sowie auch täglich zusätzliche Schnelltests und lokale "Taskforces".

Deutsche Exporte in der Coronakrise: Am Horizont die zweite Welle

5.20 Uhr: USA, Frankreich, Italien: Viele Handelspartner von Deutschland verzeichnen einen starken Anstieg der Corona-Zahlen. Nach kurzem Aufschwung fürchten deutsche Exporteure einen erneuten Einbruch.

Habeck fordert 1200 Euro Unternehmerlohn für Veranstaltungsbranche

5.05 Uhr: Um die Veranstaltungswirtschaft in der Coronakrise zu unterstützen, fordert Grünenchef Robert Habeck einen sogenannten Unternehmerlohn in Höhe von 1200 Euro für die Soloselbstständigen in der Branche. "Es geht um eine Million Jobs. Wir müssen jetzt handeln, sonst wird es nach Corona einen großen Teil der Kulturschaffenden nicht mehr geben", sagte Habeck der Deutschen Presse-Agentur vor einer für Mittwoch in Berlin geplanten Demo der Branche. Diese Gruppe falle bei den Hilfen bisher durchs Raster. "Dieser Unternehmerlohn sollte pauschal und rückwirkend gezahlt werden", forderte Habeck. Förderbeträge und der Maximalbetrag für mittlere Unternehmen müssten angehoben werden.

"Die Branche war eine der ersten, die von den Corona-Maßnahmen betroffen war, und wird eine der letzten sein, die wieder in ihren Berufsalltag zurückkehren kann", erklärte der Grünenvorsitzende. "Ein Teil unserer kulturellen Vielfalt und Infrastruktur ist in akuter Gefahr und droht dauerhaft verloren zu gehen. Das dürfen wir als Gesellschaft nicht zulassen."

Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat Freiberuflern und Selbstständigen Hoffnung auf einen "Unternehmerlohn" gemacht. Dazu müsse in der Koalition aber noch eine Einigung gefunden werden, hatte er nach einer Beratung mit Wirtschaftsverbänden vergangene Woche erklärt. Soloselbstständigen solle besser geholfen werden. Einen Unternehmerlohn fordert etwa auch die Gastro-Branche.

Lauterbach sieht Akzeptanz der Bevölkerung für Corona-Politik

4.45 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach setzt auf die Rückendeckung der Bevölkerung im Kampf gegen die steigenden Corona-Infektionszahlen. "Wir sind ethisch und politisch in der Verantwortung, die breite Bevölkerung zu schützen. Und die meisten Menschen verstehen das und erwarten das auch von der Politik", sagte der Sozialdemokrat der Deutschen Presse-Agentur.

Lauterbach warnte außerdem davor, sich von Maskenverweigerern und sogenannten Corona-Verharmlosern "die Politik bestimmen" zu lassen. Angst vor solchen Gruppen, die der SPD-Politiker als kleine Minderheit betrachtet, sei kein guter Ratgeber.

Im Kampf gegen die steigenden Infektionszahlen wirbt der Gesundheitsexperte für einen zweiwöchigen "Wellenbrecher-Shutdown". Dabei gehe es um ein Konzept, "bei dem man über zwei Wochen hinweg mit Ankündigung - in der Regel mit einer Woche Vorlauf - bundesweit Einrichtungen schließt: Restaurants, Bars, Kneipen, alle Kulturstätten, Fitnessstudios, Vereine. Offen bleiben aber Schulen, Kitas und essenzielle Geschäfte." Private Treffen müssten auf ein absolutes Minimum reduziert werden. In Betrieben sollte so viel Homeoffice gemacht werden wie möglich.

Bars sollen schließen, Schulen offen bleiben: Bund dringt auf drastische Corona-Maßnahmen im November

4.05 Uhr: Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen berät Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten heute über neue Beschränkungen. Offenbar plant der Bund, das öffentliche Leben in den kommenden Wochen herunterzufahren. Lesen Sie hier die Kernpunkte des Beschlussentwurfs.

SPD-Chef Walter-Borjans warnt vor Wertlosigkeit von Anti-Corona-Kurs ohne Akzeptanz

3.35 Uhr: Unmittelbar vor den Beratungen neuer Anti-Corona-Maßnahmen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat SPD-Chef Norbert Walter-Borjans davor gewarnt, dass die Schritte nicht greifen könnten. "Wir müssen die Dynamik des Virus aufhalten und mit vereinten Kräften alle notwendigen Maßnahmen ergreifen", sagte Walter-Borjans der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Alle Corona-Maßnahmen müssen gut begründet, einheitlich, klar und verständlich sein. Denn ohne Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern sind auch die besten Rezepte gegen das Coronavirus wertlos."

Deutschland befinde sich in einer Entwicklung des exponentiellen Wachstums der Pandemieinfektionen, die ein Weiter-so nicht zulasse. Die SPD erwarte von der bevorstehenden Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) klare Maßnahmen, damit möglichst viele Menschen gesund blieben und das Gesundheitssystem nicht überlastet werde. "Die MPK darf nicht zur Profilierungsbühne im Kampf um politische Ämter missbraucht werden", sagte der SPD-Chef.

Die SPD-Regierungschefs wüssten, dass eine Beschränkung von Kontakten auch große Opfer verlange und wirtschaftliche Härten bedeuten könne, sagte Walter-Borjans. "Wir wollen die Einbußen so weit wie möglich abfedern, um Betriebe und Beschäftigte durch die Krise zu bringen." Verhindert werden müsse eine erneute Schließung von Schulen und Kitas. Kranke und Pflegebedürftige dürften nicht isoliert werden.

Neuanfang in der Coronakrise: Welche Kompetenzen brauchen wir jetzt?

2.45 Uhr: Viele Menschen denken in der Coronakrise über einen beruflichen Neuanfang nach - weil sie es wollen oder müssen. Welche Fähigkeiten sind in Zeiten des Umbruchs gefragt? Antworten einer Psychologin.

Ökonom Fuest spricht sich gegen Lockdown aus

2.00 Uhr: Der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) Clemens Fuest spricht sich gegen einen erneuten bundesweiten Lockdown aus. "Regionale Lockdown-Maßnahmen, angepasst in ihrem Ausmaß an die Infektionslage vor Ort, sind die bessere Lösung", sagt er in einem Interview mit der Zeitung "Mannheimer Morgen" . "Wir haben ja auch aus den Erfahrungen mit dem ersten bundesweiten Lockdown gelernt", so der Ökonom.

Der Schutz der Gesundheit habe Vorrang, die Maßnahmen müssten aber verhältnismäßig sein. Die wachsenden Infektionszahlen belasten nach Fuests Einschätzung die Wirtschaft sehr stark, selbst wenn es keinen staatlich verordneten Lockdown geben sollte. "Die Pandemie ist das Problem und nicht die Reaktion des Staates auf das Virus", sagt Fuest.

Clemens Fuest (Archivbild)

Clemens Fuest (Archivbild)

Foto:

Christina Sabrowsky/ dpa

Städtetag fordert einheitliche Corona-Regeln

1.30 Uhr: Vor der Konferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch dringt der Deutsche Städtetag auf eine bundeseinheitliche Verschärfung der Corona-Regeln. "Trotz beängstigend steigender Zahlen müssen wir einen zweiten vollständigen Lockdown wie im Frühjahr verhindern", sagt Städtetagspräsident Burkhard Jung den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Zahl der Infektionen müsse deutlich heruntergehen, ohne dass Schulen und Kitas geschlossen werden müssten. "Die Menschen sollen weiter einkaufen gehen können. Und die wirtschaftliche Erholung darf nicht abgewürgt werden."

Dazu sollten alle Länder die gleichen Maßnahmen ergreifen, wenn die Grenze von 35 oder 50 Infektionen je 100.000 Einwohner überschritten werde, fordert Jung. "Dann blicken die Menschen besser durch, und wir haben nicht dauernd die öffentliche Debatte über einen Flickenteppich."

Italien: Tausende protestieren gegen Corona-Regeln

1.00 Uhr: In Italien sind aus Protest gegen die verschärften Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie erneut Tausende Menschen auf die Straße gegangen. In mehreren Städten demonstrierten sie am Dienstagabend mit "Freiheit"-Rufen gegen die frühe Sperrstunde für Restaurants und andere Geschäfte. Die Polizei setzte Tränengas ein. Die Regierung in Rom kündigte unterdessen Wirtschaftshilfen in Höhe von über fünf Milliarden Euro für die am stärksten von der Pandemie betroffenen Bereiche an.

Die Mittel würden in einem "einfachen und schnellen Verfahren" ausgezahlt, versprach Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri. Bis Mitte November solle das Geld auf den Konten der Betroffenen sein. Es sei unter anderem für Restaurants, Taxifahrer und die Unterhaltungsbranche gedacht.

Seine Regierung habe das Dekret im Wettlauf gegen die Zeit verabschiedet, teilte Ministerpräsident Giuseppe Conte mit. "Es gibt Menschen, die leiden und nicht länger warten können", sagte er.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Biden wirft Trump erneut Kapitulation vor Coronavirus vor

0.20 Uhr: Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat US-Präsident Donald Trump erneut vorgeworfen, vor dem Coronavirus zu kapitulieren. "Donald Trump hat die weiße Flagge geschwenkt, unsere Familien im Stich gelassen und sich dem Virus ergeben", sagte Biden bei einer Wahlkampfveranstaltung in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia. "Aber das amerikanische Volk gibt nicht auf." Biden kündigte für den Fall seines Sieges an: "Ich werde einen Plan zur verantwortungsvollen Bekämpfung dieser Pandemie aufstellen, der dieses Land zusammenführen wird." Er warf Trump vor, nicht auf die Wissenschaft zu hören.

In den USA sind bislang mehr als 226.000 Corona-Infizierte gestorben.

Macron kündigt Fernsehansprache an - Bericht über Lockdown-Plan

0.15 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat für Mittwochabend eine Fernsehansprache angekündigt. Das teilte sein Büro mit. Worum es in Macrons Rede gehen wird, war zunächst nicht bekannt. In den vergangenen Monaten hat Macron Fernsehansprachen aber genutzt, um neue Coronavirus-Regeln zu verkünden.

In den vergangenen Tagen führte Macron einige Gespräche, um die aktuelle Lage in der Coronakrise zu erörtern. Der französische Nachrichtensender BFM TV berichtete, die französische Regierung erwäge einen erneuten landesweiten Lockdown. Dieser könne ab Mitternacht am Donnerstag greifen, dann würden jedoch weniger strenge Einschränkungen gelten als im ersten Lockdown, der ab März für zwei Monate gegolten hatte. Wie der Fernsehsender berichtet, könnten bei einem erneuten Lockdown Schulen geöffnet bleiben.

Die französischen Behörden registrierten am Dienstag 523 neue Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Zudem wurden in Frankreich zuletzt 33.417 Neuinfektionen verzeichnet.

Abgeordnete berichteten von einem Gespräch mit Ministerpräsident Jean Castex, in dem er vor einer Überfüllung der Krankenhäuser gewarnt habe, wenn keine neuen Maßnahmen ergriffen würden. Die Situation sei ernst, sagte André Chassaigne nach dem Treffen. "Wenn wir die Kurve nicht abflachen können, können unsere Krankenhäuser in 15 Tagen keine Patienten mehr behandeln." Ministerpräsident Castex twitterte, neue Maßnahmen seien unerlässlich.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Bars in Melbourne öffnen nach monatelangem Lockdown

0.10 Uhr: In der australischen Stadt Melbourne haben zahlreiche Menschen unter speziellen Corona-Regeln die Wiedereröffnung von Bars nach dem monatelangen Lockdown gefeiert. Die Ausgangssperre in der Metropole wurde am Mittwoch um Mitternacht aufgehoben. Der am schwersten von der Pandemie betroffene Bundesstaat Victoria hatte zuvor einen "doppelten Donut", also null Neuinfektionen und null Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert.

"Wir haben sehr lange darauf gewartet", sagte der Barbetreiber Greg Sanderson der Nachrichtenagentur AFP. Seine Bar sei rund 60 Prozent des Jahres geschlossen gewesen. Sobald die Behörden die Öffnung der Bar erlaubten, habe er Reservierungen für eine Champagnerparty entgegengenommen.

Victorias Premierminister Daniel Andrews sagte, zum ersten Mal seit Monaten seien nun wieder Besuche in anderen Haushalten erlaubt. Auch Schönheitssalons und Einzelhandelsgeschäfte dürfen wieder Kunden empfangen. Fitnessstudios bleiben noch bis 8. November geschlossen.

Anhand der zahlreichen Corona-Tests habe die Regierung eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie stark das Virus noch im Umlauf sei, so Andrews. In ganz Victoria gibt es derzeit noch 87 aktive Coronavirus-Fälle und eine Handvoll Corona-Patienten im Krankenhaus. Melbourne liegt in Victoria und ist mit etwa fünf Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Australiens.

In Australien gab es bisher rund 27.500 Corona-Infektionen und 905 Todesfälle bei einer Einwohnerzahl von 25 Millionen.

Foto: JAMES ROSS/EPA-EFE/Shutterstock

Insgesamt fast 158.000 Tote in Brasilien

0.01 Uhr: Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldete 29.787 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Damit stieg die Gesamtzahl der Ansteckungen auf mehr als 5,4 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 549 auf fast 158.000 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA und Indien weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

bbr/mas/apr/ptz/dpa/AFP/Reuters/AP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.