+++ News-Update am 1. Juni +++ Kein Toter in Spanien innerhalb von 24 Stunden

"Sehr, sehr ermutigend": Spanien verkündet Rückgang der Todesrate bei Covid-19-Infektionen. Laut WHO steht der Höhepunkt der Pandemie in Süd- und Zentralamerika noch bevor. Der Überblick am 1. Juni.
Fernando Simon, das Gesicht des Kampfes gegen Corona in Spanien (Archivbild)

Fernando Simon, das Gesicht des Kampfes gegen Corona in Spanien (Archivbild)

Foto: Moncloa/ Europa Press/ DPA

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Corona-Höhepunkt in Südamerika noch nicht erreicht

19.58 Uhr Während Spanien und Italien gedämpft optimistische Zahlen liefern, steht für Süd- und Zentralamerika der Höhepunkt der Corona-Pandemie noch bevor. Nach Auffassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die Entwicklung dort noch dramatisch sein. in Süd- und Zentralamerika noch nicht erreicht. "Süd- und vor allem Zentralamerika sind sicherlich zu Zonen intensiver Infektionen geworden", sagte WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan. "Ich glaube nicht, dass wir den Höhepunkt der Übertragungen dort schon erreicht haben." Wann das geschehe, sei nicht vorauszusagen.

Zu den Ländern mit hohen Zahlen von neuen Infizierten gehören demnach Brasilien, Peru, Chile und Mexiko. In vielen Ländern kämen die Gesundheitssysteme unter Druck. "Sie brauchen unsere Unterstützung und unsere Solidarität." Es gebe gute Beispiele von Ländern, die mit der gesamten Regierung und der Gesellschaft gegen das Virus kämpften, und andere, "wo es Schwächen gibt". Namen nannte er nicht. Brasilien wird kritisiert, weil der rechtspopulistische Präsident Jair Bolsonaro Maßnahmen, die Wirtschaft und Gesellschaft einschränken, ablehnt. Das Land hat mehr als eine halbe Million Infektionen und damit nach den USA die zweithöchste Zahl.

Drei Tage nach der Entscheidung der US-Regierung, die Zusammenarbeit mit der WHO zu beenden, äußerte sich WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus dazu erstmals öffentlich. US-Regierungen und die Bevölkerung hätten über Jahrzehnte viel für die Gesundheit in aller Welt getan. "Die WHO wünscht sich, dass diese Zusammenarbeit weitergeht", sagte er bei einer virtuellen Pressekonferenz. Eine Frage, wie die WHO den Ausfall der Mittel durch den größten Beitragszahler ersetzen will, ließ die WHO in der Pressekonferenz nicht zu. US-Präsident Donald Trump wirft der WHO vor, mitverantwortlich für die globale Ausbreitung des Virus zu sein. Die Organisation habe nach dem Ausbruch in China auf Druck Pekings wichtige Informationen zurückgehalten.

Neuinfektionen in Italien stark rückläufig

19.24 Uhr Nach Spanien freut sich auch Italien über positive Corona-Entwicklungen: Dort geht die Zahl der Neuinfektionen ebenfalls zurück. Der italienische Zivilschutz in Rom meldete am Montag knapp 178 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Das sei der niedrigste Wert seit dem 26. Februar, erläuterten die Experten der Behörde. Er lag auch unter den Zahlen aus Deutschland. Dort hatten die Gesundheitsämter zuletzt dem Robert Koch-Institut 333 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet.

Im Gegensatz zu Spanien gab es jedoch weitere Todesfälle: 60 Menschen sind demnach in der 24-Stunden-Spanne gestorben - auf dem Höhepunkt der Coronakrise im März waren es in dem Land jedoch an einem Tag beinahe 1000 Menschen. Insgesamt stieg die Zahl der Corona-Toten seit Februar damit auf 33.475. Die Gesamtzahl der registrierten Fälle wird mit gut 233.000 angegeben.

Keine Corona-Toten in Spanien in 24-Stunden-Spanne

18.45 Uhr Die Entwicklung sei "sehr, sehr ermutigend", sagte Fernando Simon, der Leiter des medizinischen Notfallprogramms. Am Montag konnte Simon, der in Spanien als Gesicht des Kampfes gegen Corona gilt, melden, dass man zum ersten Mal seit März innerhalb von 24 Stunden keinen Corona-Toten zu verzeichnen hätte. Auch die rückläufige Zahl der Neuinfektion sei ermutigend: Nur 71 Fälle habe es in der entsprechenden 24-Stunden-Spanne gegeben. "Wir stehen mit der Entwicklung der Pandemie gut da", so Simon weiter.

Insgesamt sind in Spanien 27.127 Menschen an den Folgen einer Covid-19-Infektion gestorben - bei 240.000 bestätigten Fällen insgesamt.

Trotz des positiven Trends betont die spanische Regierung, dass die Bedrohung noch nicht vorbei sei und dass die beschlossenen Lockerungen auch wieder zurückgenommen werden könnten, wenn sich die Situation wieder zuspitzt.

Brüsseler Atomium wieder geöffnet

17.50 Uhr Das wegen der Corona-Pandemie geschlossene Brüsseler Wahrzeichen kann seit Montag wieder besichtigt werden, allerdings unter strengen Auflagen. So dürfen nur 150 Personen gleichzeitig in dem spektakulären Bauwerk im Norden der Stadt sein. Den Besuchern wird beim Eintreten Fieber gemessen. Tickets kann man nur online bestellen.

Das zur Weltausstellung 1958 errichtete Atomium ist die begehbare Nachbildung eines Eisenkristalls mit neun Atomen, 165 Milliarden Mal vergrößert. Es zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der belgischen Hauptstadt und zieht normalerweise mehrere hunderttausend Besucher pro Jahr an.

Drohende Klagen nach Shutdown: Man sieht sich vor Gericht

17.30 Uhr Wie beim Atomausstieg griff der Staat in der Coronakrise massiv in Unternehmensbelange ein. Juristen befürchten, dass Konzerne die Bundesrepublik auf Milliardensummen verklagen könnten, um verlorene Einnahmen zu kompensieren.

Estland und Litauen öffnen Grenzen - auch für Einreisende aus Deutschland

17.10 Uhr Estland und Litauen haben zum 1. Juni ihre Grenzen wieder für Bürger aus europäischen Ländern mit niedrigen Coronavirus-Ansteckungsraten geöffnet. Auch die Bewohner der beiden baltischen EU-Staaten im Nordosten Europas können seit Pfingstmontag mehr Freiheiten genießen: Die Beschränkungen für öffentliche Veranstaltungen und die Öffnungszeiten gastronomischer Betriebe wurden gelockert.

Auf Beschluss der Regierungen in Tallinn und Vilnius dürfen Bürger aus EU-Staaten, Länder des Schengenraums, Großbritannien und Nordirland wieder in die beiden Ostseestaaten einreisen. Dabei entfällt die Quarantänepflicht für Einreisende aus Ländern mit einer Infektionsrate von bis zu 15 Fällen pro 100.000 Einwohner. Wer aus Ländern mit einer höheren Infektionsrate einreist, muss sich für zwei Wochen in häusliche Isolation begeben.

Nach Angaben der Außenministerien können demnach gegenwärtig jeweils Bürger aus 24 Staaten ohne Quarantäne einreisen - darunter auch Deutschland. Die Liste mit den Ländern werde einmal pro Woche überprüft. Im Kampf gegen das Coronavirus hatten Estland und Litauen Mitte März ihre Grenzen für Ausländer ohne Wohnsitz im Land geschlossen. Die Verbote waren zuletzt bereits für Bürger der baltischen Staaten, Finnlands und Polens gelockert worden.

Lufthansa-Aufsichtsrat stimmt Rettungspaket zu

17.00 Uhr Grünes Licht vom Aufsichtsrat: Die schwer angeschlagene Lufthansa akzeptiert die Bedingungen des Rettungspakets. Damit ist der Deal allerdings nicht durch - die Aktionäre müssen noch zustimmen.

Irans Minister: Gesundheit sei während Coronakrise wichtiger als Umweltschutz

16.55 Uhr In Zeiten der Coronakrise hält der iranische Gesundheitsministers Saeid Namaki die Gesundheit der Menschen für wichtiger als Umweltschutz. Hintergrund ist ein Streit über die erneute Einführung von Verkehrsbeschränkungen in der iranischen Hauptstadt Teheran. Die Stadtverwaltung will diese wegen der Luftverschmutzung sofort in Kraft setzen. Namaki ist jedoch der Ansicht, dass Menschen in ihren Autos weitaus sicherer vor dem Coronavirus seien als in den meistens überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln. "Für mich ist derzeit nur die Gesundheit der Bürger wichtig (...) da kenne ich keinen Spaß und gehe diesbezüglich auch auf keine Kompromisse ein", sagte der Minister am Montag.

Daher habe die Kontrolle des Virus oberste Priorität und sei sogar wichtiger als Umweltschutz und Luftverschmutzung, so Namaki laut Nachrichtenagentur Isna: "In 27 (der 31 Provinzen) haben wir das Corinavirus im Griff und sollten jetzt nicht mit solchen Debatten ein Gegentor in der 90. Minute riskieren."

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Montag sind in den letzten 101 Tagen über 7800 Menschen im Iran im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Im gleichen Zeitraum haben sich mehr als 154.000 infiziert. Nach den Lockerungen in den letzten Tagen ist die Zahl der Toten und Infizierten im Land wieder gestiegen.

Hersteller: Remdesivir zeigt bei milden Verläufen von Covid-19 Besserung

16.40 Uhr Das Medikament Remdesivir zeigt seinem Hersteller Gilead zufolge bei Patienten mit milden Verläufen von Covid-19 Erfolge. Das ergebe eine weitere Studie, teilte der US-Biotechkonzern mit.  Nach einer fünftägigen Behandlung mit Remdesivir gehe es einer höheren Anzahl Patienten nach elf Tagen besser als denen mit Regelversorgung. Bei Tests, bei denen zehn Tage Remdesivir gegeben werde, zeichne sich derselbe Trend ab. Es lägen aber noch nicht genügend Daten vor.

Radfahrer in Berlin: Corona könnte die Verkehrswende bringen

16.10 Uhr Berlin errichtet Pop-up-Radwege, Radfahrer sollen mehr Platz bekommen, Autofahrer weichen. Doch wie nachhaltig sind die provisorischen Veränderungen - und wie werden sie angenommen? Verfolgen Sie hier die Videoreportage:

WHO-Umfrage: Pandemie beeinträchtigt weltweit die Versorgung anderweitiger Patienten

16.00 Uhr Die Corona-Pandemie hat die Versorgung von anderweitig Kranken weltweit schwer beeinträchtigt. Das geht aus einer Umfrage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Mai in 155 Ländern hervor. "Länder müssen innovative Lösungen finden, um während des Kampfes gegen Covid-19 die wichtigen Gesundheitsdienste auch bei nicht übertragbaren Krankheiten aufrechtzuerhalten", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag.

Der Umfrage nach mussten 31 Prozent der Länder die Versorgung bei akuten Herz-Kreislauf-Problemen einschränken oder ganz unterbrechen. 42 Prozent beschnitten die Versorgung bei Krebspatienten, 49 Prozent bei Diabetes-Patienten und mehr als die Hälfte konnte die Versorgung bei Menschen mit Bluthochdruck nicht wie sonst aufrechterhalten. Reha-Programme wurden in 63 Prozent der Länder zurückgefahren. Vorsorgeprogramme, etwa zur Erkennung von Brustkrebs, waren auch betroffen. Besonders stark waren die Einschnitte in Ländern mit niedrigen Einkommen.

In den meisten Fällen wurden Termine abgesagt, weil Personal für die Behandlung von Covid-19-Patienten abgezogen wurde, oder weil Menschen wegen der Ausgangsbeschränkungen nicht zu Terminen kommen konnten. An nicht übertragbaren Krankheiten sterben nach Schätzungen der WHO jedes Jahr 41 Millionen Menschen. Das sind 71 Prozent der Todesfälle weltweit.

Tausende nehmen in Berlin an Demo auf dem Landwehrkanal teil

15.23 Uhr Gut 3000 Menschen demonstrierten laut Polizei für die Rettung der Berliner Kultur - die Veranstaltung wurde schließlich abgebrochen.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Zu voll: Küstenorte an der Ostsee für Tagestouristen gesperrt

15.00 Uhr Die Gemeinden Haffkrug und Scharbeutz im Kreis Ostholstein haben die Kapazitätsgrenzen für Tagestouristen erreicht, das berichten "Lübecker Nachrichten" und der NDR. "Unsere Orte sind voll! Bitte bleiben sie zu Hause", wird Bürgermeisterin Bettina Schäfer in den "Lübecker Nachrichten"  zitiert. Um die Corona-Regeln einhalten zu können, seien ab dem frühen Nachmittag die Straßen gesperrt. Tausende Besucher hätten sich am Pfingstmontag auf den Weg gemacht, schreibt die Zeitung.

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Als Grenze gelte laut NDR  für Scharbeutz eine Parkplatzauslastung von maximal 70 Prozent - bis zum Mittag waren gut 66 Prozent schon belegt. Die Touristen, die sich jetzt auf dem Weg in die Orte befänden, würden umgeleitet. In Timmendorfer Strand unternimmt die Polizei derzeit Erkundungsfahrten, um die Lage zu beurteilen. "Der Ort ist voll", wird Bürgermeister Robert Wagner in den "Lübecker Nachrichten" zitiert, er machte deutlich, dass es auch hier zu Sperrungen kommen kann.

Auch auf der Nordseeinsel Sylt war es am Pfingstwochenende voll geworden: "Es waren einfach zu viele Menschen", sagte die Bürgermeisterin von Kampen, Stefanie Böhm, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. So habe es am Samstag größere Menschengruppen gegeben, die am Kampener Strand gewesen seien. Nach Angaben der Polizei warteten an einem Strandübergang in der Gemeinde vor einer öffentlichen Toilette zeitweise Menschen im dreistelligen Bereich. Nach Angaben der Kampener Bürgermeisterin sei der besagte Strandzugang für Tagestouristen geschlossen worden.

Slowakei öffnet Kitas und Grundschulen

14.45 Uhr Fast alle Grundschulen der Slowakei haben am Montag unter strengen Hygieneauflagen erstmals seit März wieder für die erste bis fünfte Schulstufe geöffnet. Für ältere Schüler gibt es hingegen weiterhin nur Online-Unterricht. Auch alle Kindergärten des Landes durften am Montag wieder öffnen.

Obwohl es in der Slowakei grundsätzlich eine neunjährige Schulpflicht gibt, ist die Teilnahme am Unterricht vorerst freiwillig. Die Eltern mussten voraus entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken. Obwohl die Slowakei zu den am wenigsten von Covid-19 betroffenen Ländern Europas zählt, ist die Furcht vor Ansteckungen auch aufgrund der täglich über Facebook verbreiteten Warnungen des populistisch-konservativen Regierungschefs Igor Matovic groß. Bildungsminister Branislav Gröhling schätzte die Zahl der Unterrichtsanmeldungen auf 70 bis 80 Prozent der Schüler.

Die 5,4 Millionen Einwohner zählende Slowakei verzeichnete bis Montag lediglich 1522 bestätigte Corona-Infektionsfälle und 28 Todesopfer in Zusammenhang mit dem Virus.

Nach Corona-Ausbruch in Göttingen 36 Menschen positiv getestet

14.10 Uhr Nach dem Corona-Ausbruch in Göttingen im Zusammenhang mit mehreren privaten Familienfeiern sind 36 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Zahl der Infizierten könne aber noch weiter steigen, sagte Sozialdezernentin Petra Broistedt am Montag dem Radiosender NDR 1 Niedersachsen. Insgesamt sind 310 Kontaktpersonen identifiziert worden, 170 davon in Stadt und Landkreis Göttingen, 140 weitere in anderen Kreisen.

Die von dem Ausbruch Betroffenen sind nach Angaben der Stadt zum größten Teil Mitglieder verschiedener Großfamilien. Die Menschen hätten sich wahrscheinlich am vergangenen Wochenende bei mehreren größeren privaten Feiern angesteckt, teilte die Stadt mit. Sie stammten aus Göttingen und der Umgebung.

Die Stadt setzte 30 Mitarbeiter im Gesundheitsamt ein, um die Kontakte der Betroffenen schnell und vollständig nachzuvollziehen. Es gebe Hinweise, dass das Infektionsgeschehen unter anderem in einer Shisha-Bar erfolgt sein könnte. Deshalb seien am Pfingstsonntag alle Shisha-Bars in Göttingen kontrolliert worden. Eine von sechs dieser Bars sei entgegen der Landesregelung geöffnet gewesen und sei daraufhin vom Ordnungsamt geschlossen worden.

Schulen in England öffnen nach wochenlanger Schließung wieder

13.50 Uhr Trotz scharfer Kritik haben in Großbritannien einige Schulen nach wochenlanger Schließung wegen der Corona-Pandemie wieder geöffnet. Rund zwei Millionen Schüler im Alter von vier bis sechs sowie von zehn bis elf Jahren durften laut den Lockerungsbeschlüssen der Regierung von Premierminister Boris Johnson am Montag in England wieder in den Unterricht zurückkehren. Kritiker aus dem Bildungsbereich halten die Öffnung jedoch für verfrüht.

Die Leiter von Grundschulen erwarteten laut einer Umfrage der National Foundation for Educational Research, dass rund die Hälfte der Eltern ihre Kinder nicht in die Schule schickt. Die Lehrergewerkschaft National Education Union forderte mehr "fundierte wissenschaftliche Tests und Beweise", um "zu gegebener Zeit wieder zu öffnen". Die Vereinigung von Schul- und College-Direktoren zeigte sich besorgt über "erhebliche logistische Probleme".

Bildungsminister Gavian Wiliamson könne Kritik an der Öffnung nachvollziehen, "aber wir müssen vorankommen, und wir müssen auch dafür sorgen, dass unsere Kinder keine Rückschritte machen", sagte er der Zeitung "The Daily Telegraph".

Neben der Schulöffnung sind ab Montag Zusammenkünfte von sechs Personen im Freien wieder erlaubt, zudem dürfen Autohäuser und Märkte öffnen. Die neuen Bestimmungen gelten nur für England, die Regierungen von Schottland, Wales sowie Nordirland sehen einen vorsichtigeren Zeitplan für die Lockerung der Maßnahmen vor.

Steinmeier bedankt sich bei Kindern und Eltern für Disziplin in Coronakrise

13.24 Uhr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich zum Internationalen Kindertag am Montag bei Kindern und Eltern für ihr Durchhaltevermögen in der Coronakrise bedankt. In einem Interview des Kinderkanals von ARD und ZDF (KiKA) sagte Steinmeier: "Der Kindertag ist gerade in diesen Zeiten besonders wichtig, weil Ihr auf so vieles habt verzichten müssen. Ihr konntet Freunde und Verwandte nicht besuchen, nicht zum Spielen, nicht raus ins Grüne, Kitas und Schulen waren geschlossen. Dass Ihr Euch trotz alledem so gut an die Regeln gehalten habt, finde ich klasse und dafür sage ich herzlich Dank!"

Auch den Eltern danke er, die Kindern in der besonderen Situation Ängste nehmen und Trost geben müssten. "Eure Eltern haben neben ihrer ganz normalen Arbeit, ob im Betrieb oder im Homeoffice, noch rechtzeitig das Essen auf den Tisch gebracht und Hausarbeiten betreut", sagte Steinmeier. Davor habe er viel Respekt und sage ganz herzlichen Dank allen Eltern. Das Interview ist am Montag um 19.45 Uhr im KiKA zu sehen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei einem Besuch in Slowenien (9. Mai 2020)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei einem Besuch in Slowenien (9. Mai 2020)

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Britta Pedersen/ dpa

Krankschreibungen per Telefon ab heute nicht mehr möglich

13.00 Uhr Wer eine Krankschreibung wegen einer Erkältung braucht, muss dafür ab jetzt wieder zum Arzt. Die Sonderregelung für telefonische Krankschreibungen wegen der Coronakrise ist zum 31. Mai ausgelaufen. Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen hatte das bereits Mitte Mai beschlossen. Das Ende der Sonderregelung stehe im Einklang mit der aktuellen Einschätzung der Gefährdungslage, die zu Lockerungen in vielen Bereichen geführt habe, hieß es damals.

Die befristete Ausnahmeregelung war in den vergangenen Monaten mehrmals verlängert worden, um Ansteckungsmöglichkeiten zu verringern und Arztpraxen zu entlasten. Der Deutsche Hausärzteverband hatte gefordert, die Sonderregelung mindestens bis Ende Juni zu verlängern. Der Bundesausschuss begründet das Auslaufen der Regelung auch damit, dass inzwischen die Ausstattung mit Masken und anderer Schutzausrüstung weitestgehend gewährleistet sei. Viele Praxen hätten Hygienekonzepte, so dass Patienten eine ärztliche Versorgung in Anspruch nehmen könnten, ohne sich erhöhten Infektionsrisiken auszusetzen.

Südafrikaner dürfen nach zwei Monaten wieder Alkohol kaufen

12.40 Uhr Lange Schlangen und Freudentänze vor Südafrikas Spirituosenläden: Nach gut zweimonatigem Alkoholverbot im Rahmen der Corona-Restriktionen hat der Kap-Staat am Montag seinen Verkaufsbann für Wein, Bier oder Schnaps aufgehoben. Viele Menschen sagten vor laufender Kamera, dass sie sich bereits ab 6.00 Uhr in die Warteschlangen eingereiht hätten.

Die meisten Bereiche der Wirtschaft wurden ebenso wie die Schulen wieder vorsichtig geöffnet. Ausgenommen von den Lockerungen der strikten Einschränkungen - von der Stufe vier auf das jetzige Niveau drei - blieb allerdings der Tabakbann. Die Tabakindustrie des Landes geht nun gerichtlich dagegen vor.

Südafrika hatte Ende März im Kampf gegen das Coronavirus eine landesweite Ausgangssperre verhängt. Sie galt als eine der strengsten weltweit - verboten waren lange Zeit selbst Jogging und das Ausführen von Hunden.

Niederlande öffnen Restaurants, Cafés und Kinos

12.25 Uhr Nach zehn Wochen Coronakrise darf man in den Niederlanden wieder Restaurants, Museen und Kinos besuchen. Um 12.00 Uhr öffneten am Montag auch Cafés, Theater und Strandpavillons unter Auflagen wieder die Türen. Gastwirte, aber auch Kultureinrichtungen dürfen jeweils nur 30 Gäste empfangen. Diese müssen eineinhalb Meter Sicherheitsabstand halten. Alle Besucher, auch von Museen und Kneipen, müssen vorab reservieren.

Im öffentlichen Nahverkehr muss ein Mundschutz getragen werden. Bürger mit Beschwerden können sich künftig ohne Überweisung testen lassen. Die niederländische Regierung baut die Maßnahmen stufenweise ab. Am 1. Juli sollen die Regeln weiter gelockert werden. Dann dürfen Restaurants, Cafés und kulturelle Einrichtungen jeweils bis zu 100 Besucher empfangen.

Die Zahl der Neuinfektionen nimmt in den Niederlanden seit einigen Wochen stetig ab. Auf dem Höhepunkt der Pandemie Anfang April wurden im Schnitt täglich 500 Menschen in die Krankenhäuser eingeliefert. Vergangene Woche waren es im Schnitt neun. Etwa 6000 Menschen sind nachweislich an Covid-19 gestorben.

In den Niederlanden haben am 1. Juni um 12 Uhr die Cafés wieder geöffnet, wie hier in Amsterdam

In den Niederlanden haben am 1. Juni um 12 Uhr die Cafés wieder geöffnet, wie hier in Amsterdam

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EVA PLEVIER/ REUTERS

Corona-Demos: München verbietet gelben Stern als Protestzeichen

12.10 Uhr Bei Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen waren den "Judensternen" der Nazis nachgebildete Zeichen mit der Aufschrift "Ungeimpft" zu sehen. Die Stadt München hat deren Verwendung nun untersagt.

Befragung: Zusammenhang zwischen Corona-Infektion und Verlust des Geruchssinns

11.55 Uhr Eine international angelegte Befragung belegt, dass eine Corona-Infektion mit dem Verlust des Geruchssinns einhergehen kann. Das Virus greife offenbar Zellen des Riechepithels an und sorge für einen Ausfall der Rezeptoren, teilte das an der Analyse beteiligte Universitätsklinikum Dresden am Pfingstmontag mit. Da sich die Zellen regelmäßig erneuern, klinge die Geruchsstörung bei vielen Betroffenen auch wieder ab. Das Phänomen gehe - anders als etwa bei einem grippalen Infekt - nicht mit einer verstopften Nase einher.

Die Ergebnisse resultieren aus einer Onlinebefragung von gut 4000 Patienten mit Covid-19-Diagnose aus mehr als 40 Ländern, wie es hieß. Die Analyse wurde bisher nur in einer sogenannten Preprint-Version  veröffentlicht, sie wurde noch nicht von unabhängigen Gutachtern beurteilt und in einer Fachzeitschrift veröffentlicht.

Viele der Angaben stammen aus den USA, Frankreich und Italien. "Wir erleben aber auch in Deutschland immer mehr ehemalige Corona-Patienten, die nach der Erkrankung über eine eingeschränkte Riechfähigkeit klagen", sagte Thomas Hummel. Der Professor leitet das interdisziplinäre Zentrum "Riechen und Schmecken" an der HNO-Klinik des Dresdner Uniklinikums. Eine plötzlich aufgetretene Riechstörung könne ein Hinweis auf eine mögliche Corona-Infektion sein.

Dass viele Patienten parallel dazu vermeintlich auch über Veränderungen bei der Geschmackswahrnehmung berichten, könnte laut Hummel ein Interpretationsfehler sein. Die meisten könnten bisherigen Erkenntnissen zufolge die vier Geschmacksrichtungen süß, sauer, bitter und salzig weiter einigermaßen zuverlässig unterscheiden. Was sie vermissten, seien die Aromen der Lebensmittel. Um diese zu erkennen, brauche es das Zusammenspiel mit dem Geruchssinn.

Trotz Infektionsfall: Zweiter Sonderflug nach China findet statt

11.22 Uhr Trotz eines Infektionsfalls an Bord des ersten Sonderfluges der deutschen Wirtschaft nach China wird es am Mittwoch wie geplant den zweiten geben. "Der Flug nach Shanghai steht nicht infrage", berichtete der Geschäftsführer der deutschen Handelskammer in China, Jens Hildebrandt, am Montag nach Konsultationen mit den chinesischen Behörden in Peking. Zuvor hatte sich die Infektion eines Mitreisenden auf dem ersten Flug am Freitag nach Tianjin in einem neuerlichen Test bestätigt.

Der 34-jährige Ingenieur war mit rund 180 in China tätigen Managern, Technikern und anderen Vertretern der deutschen Wirtschaft und Angehörigen sowie vier China-Korrespondenten nach Tianjin geflogen. Da China im März wegen der Pandemie die Grenze für Ausländer geschlossen hatte, waren sie in Deutschland gestrandet. Bei dem zweiten Flug sollen ähnlich viele Passagiere an Bord sein.

Die Handelskammer hat die beiden Rückholflüge mit den chinesischen Behörden organisiert, um die Wirtschaftskooperation beider Länder wieder besser voranzubringen. Obwohl alle Passagiere vor dem Abflug in Frankfurt auf das Virus getestet worden waren, war ein zweiter Test nach der Ankunft am Samstag bei dem 34-Jährigen positiv. Alle Mitreisenden mussten sich ohnehin in Tianjin in Quarantäne begeben.

Wie gut kommt Schweden auf seinem Sonderweg durch die Krise?

11.00 Uhr Schwedens Politik in der Coronakrise hat weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Aber wie steht das Land drei Monate nach Beginn der Infektionswelle da? Eine Zwischenbilanz in Zahlen.

Spanien will bereits vor Juli wieder Touristen aus Deutschland ins Land lassen

10.40 Uhr Spanien will im Rahmen eines Pilotprojekts bereits vor Juli wieder deutsche, französische und skandinavische Touristen ins Land lassen. Das Pilotprojekt solle nach derzeitigem Stand die Inselgruppen der Balearen und der Kanaren umfassen, hatte das Tourismusministerium am Samstag mitgeteilt. Dort könnten die derzeit geltenden Einreisebeschränkungen bereits ab dem 22. Juni gelockert werden. Möglicherweise würden auch weitere Regionen wie Andalusien oder Katalonien in das Projekt aufgenommen.

Vor einer Woche hatte der spanische Regierungschef Pedro Sánchez angekündigt, sein Land wolle seine Grenzen für ausländische Touristen ab dem 1. Juli wieder öffnen. Die seit dem 15. Mai geltende Quarantäne-Pflicht bei einer Einreise nach Spanien werde dann aufgehoben.

Die Behörden hoffen allerdings, die Einreisebeschränkungen im Rahmen des Pilotprojekts zumindest für die Balearen und die Kanaren bereits ab dem 22. Juni zu lockern, wie ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur AFP sagte. Dies gelte jedoch nur für Besucher aus Deutschland, Frankreich und den skandinavischen Ländern. Dort sei die Corona-Situation ähnlich der in Spanien oder besser.

"Wir arbeiten vor allem mit den deutschen Reiseanbietern", sagte der Ministeriumssprecher. Britische Touristen dagegen, traditionell die größte Gruppe unter den Spanien-Touristen, seien aufgrund der Situation im Königreich von dem Pilotprojekt ausgeschlossen. Spanien selbst gehört zu den weltweit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Staaten, bisher starben mehr als 27.000 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus.

Armenischer Regierungschef Paschinjan mit Corona infiziert

10.20 Uhr In der Südkaukasusrepublik Armenien hat sich Regierungschef Nikol Paschinjan an seinem 45. Geburtstag wegen einer Coronavirus-Infektion in häusliche Quarantäne begeben. Das teilte der Politiker am Montag in der armenischen Hauptstadt Eriwan mit. Er selbst habe keine Symptome, aber auch Tests bei den übrigen Familienmitgliedern hätten eine Sars-CoV-2-Infektion bestätigt. Die Infektion sei entdeckt worden, als er vor einem geplanten Besuch beim Militär des Landes einen Test auf Corona gemacht habe. Seine Amtsgeschäfte wolle er von zu Hause fortsetzen, teilte er mit.

Paschinjan meinte, er habe sich womöglich angesteckt, als ihm ein Kellner bei einem Arbeitstreffen ohne Handschuhe ein Glas Wasser gebracht habe. Bei dem Mann sei eine Corona-Infektion inzwischen ebenfalls bestätigt. Kremlchef Wladimir Putin gratulierte Paschinjan zum Geburtstag und wünschte ihm "Gesundheit und Glück". In Armenien gab es am Montag 9402 Fälle, 194 Menschen sind in Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

In der Ex-Sowjetrepublik gilt noch bis 13. Juni der Ausnahmezustand, der aber fast nur Bildungseinrichtungen betrifft. Für die Wirtschaft in dem verarmten Land gibt es keine Einschränkungen.

Veranstalter der US Open hoffen auf Tennis - aber wohl ohne Zuschauer

10.01 Uhr Die Tennis-Organisatoren der US Open hoffen trotz der Coronavirus-Situation in New York darauf, das Grand-Slam-Turnier wie geplant vom 31. August bis 10. September austragen zu können. "Wir werden weiter zu 150 Prozent darauf fokussiert bleiben, die US Open im Billie Jean King National Tennis Center in New York zu unserem Datum auszutragen", sagt Stacey Allaster, die Geschäftsführerin im US-Tennisverband USTA. Eine Entscheidung solle "Mitte bis Ende Juni" erfolgen. Eine Terminverschiebung oder die Verlegung an einen anderen Ort seien unwahrscheinlich.

Zu möglichen Szenarien gehört, dass die Spieler mit eigens dafür eingesetzten Chartermaschinen von mehreren Flughäfen weltweit nach New York gebracht werden. Vor dem Abflug müssten alle Teilnehmer einen negativen Test auf das Virus vorlegen. Zentralisierte Unterkünfte, tägliche Temperaturmessungen, weniger erlaubte Betreuer und Offizielle sowie kein Garderobenzugang an Trainingstagen gehören ebenfalls zu den Überlegungen. Zuschauer dürften so gut wie sicher nicht zugelassen werden.

Foto: Harry Haertel/ imago images/HärtelPRESS

Kitas, Freibäder, Fitnessstudios: Diese Lockerungen gelten jetzt in Ihrem Bundesland

9.55 Uhr Nach Pfingsten gelten in den Ländern neue Regeln - mit großen Unterschieden. Wir haben für jedes Bundesland zusammengestellt: Was gilt in Restaurants und Bars? Wo darf man wieder Sport treiben? Sind Demos erlaubt? Wie ist die Lage an Schulen und in Kitas? Haben Hotels und Campingplätze wieder geöffnet?

Wegen Corona: Deutsche Einsatzkräfte aus Afghanistan zurückgeholt

8.25 Uhr Nach einem Corona-Ausbruch unter deutschen Polizeiausbildern in Afghanistan hat das Bundesinnenministerium insgesamt neun Polizisten nach Deutschland zurückgeholt. Mit einem speziell ausgestatteten Airbus A400 MedEvac flog die Luftwaffe am Sonntag drei erkrankte Ausbilder in die Heimat. Mit an Bord war auch ein infizierter Bundeswehrsoldat, der im Camp Marmal im nordafghanischen Masar-i-Scharif stationiert war.

Der Airbus landete am späten Sonntagabend in Köln. Parallel dazu wurden mit einer gecharterten Maschine sechs weitere Polizisten nach Deutschland zurückgebracht. Sie hätten bei der Ausbildungsmission mit den infizierten Kollegen zusammengearbeitet und gälten daher als Erstkontakte, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Abend. Weil es wegen der Coronakrise keine geeigneten zivilen Flüge gebe, seien sie von einem privaten Anbieter für medizinische Flüge ausgeflogen worden.

Russland beginnt mit größeren Lockerungen - trotz hoher Corona-Zahlen

8.07 Uhr Das stark vom Coronavirus betroffene Russland lässt an diesem Montag trotz steigender Infektionszahlen erstmals größere Lockerungen zu. Nach mehr als zwei Monaten strenger Ausgangssperren dürfen etwa die Menschen in Moskau - Europas größter Stadt - an einzelnen Tagen wieder zu Spaziergängen auf die Straße. Erlaubt ist auch Sport zwischen 5.00 Uhr und 9.00 Uhr morgens. Allerdings gilt eine verschärfte Maskenpflicht. Zum ersten Mal muss der Mund- und Nasenschutz auch im Freien getragen werden - bisher nur in öffentlichen Räumen und Verkehrsmitteln.

Es öffnen in Moskau auch wieder Einkaufszentren sowie Dienstleister wie chemische Reinigungen und Reparaturwerkstätten. Dadurch können in der Hauptstadt mehr als 300.000 Menschen zum ersten Mal seit Monaten wieder zur Arbeit. Geschlossen bleiben unter anderem Friseure, Gaststätten, Schulen und Kultureinrichtungen.

Auch in vielen anderen russischen Regionen sind Lockerungen geplant. Kremlchef Wladimir Putin hatte trotz immer neuer Höchststände bei den Corona-Infektionen und Toten davon gesprochen, dass sich die Lage stabilisiert habe im flächenmäßig größten Land der Erde. Russland nimmt außerhalb von Nord- und Südamerika bei der Zahl der Infizierten den Spitzenplatz ein. Die Zahl der registrierten Corona-Infizierten überstieg kurz vor den Lockerungen die Marke von 400.000.

Umfrage: Jeder Zweite würde sich gegen Corona impfen lassen

7.45 Uhr Jeder zweite Deutsche würde sich nach einer Umfrage gegen das Coronavirus impfen lassen, wenn es einen Impfstoff gäbe. Jeder Vierte würde dies vielleicht tun, wie aus der repräsentativen Online-Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht. Jeder Fünfte der 2056 Befragten lehnt eine Impfung ab. Männer würden sich eher impfen lassen als Frauen.

Derzeit ist noch kein Impfstoff gegen das Coronavirus verfügbar. Erste zugelassene Impfstoffe dürften nach Einschätzung der meisten Experten frühestens im kommenden Jahr für den Masseneinsatz bereitstehen. Im Rahmen großer klinischer Studien könnten schon zuvor Impfungen bestimmter Bevölkerungsgruppen erfolgen. Möglich ist allerdings auch, dass noch Jahre vergehen, bis ein Impfstoff zur Verfügung steht, der guten Schutz bietet.

In der Frage nach einer Impfpflicht gegen das Coronavirus sind die Deutschen gespalten: Während 44 Prozent der Befragten dafür plädierten, sind 40 Prozent dagegen. Die Bundesregierung hat allerdings wiederholt betont, dass sie eine künftige Corona-Schutzimpfung nicht zur Pflicht machen werde.

Ausgehverbot in türkischen Städten endet

5.16 Uhr Nach einer 48-stündigen Ausgangssperre in der Millionenmetropole Istanbul und 14 weiteren türkischen Städten und Provinzen dürfen die Menschen ihre Häuser wieder verlassen. Das Ausgehverbot, das am Freitag in Kraft getreten war, lief am Sonntag um Mitternacht aus.

Zudem wurden um Mitternacht Reisebeschränkungen für die Millionenmetropole Istanbul und 14 weitere Provinzen aufgehoben. Die Einwohner dürfen ihre Region nun das erste Mal seit Anfang April wieder verlassen. Das war zuvor nur mit einer Ausnahmegenehmigung möglich.

An diesem Montag sind zudem zahlreiche weitere Corona-Restriktionen in der Türkei aufgehoben: Inlandsflüge werden wieder aufgenommen, Restaurants, Cafés und Sportanlagen dürfen unter Auflagen wieder öffnen. Auch der berühmte Große Basar in Istanbul öffnet wieder für Besucher. 

SPD will bei Koalitionsgipfel für Kinderbonus kämpfen

5.01 Uhr Familien sollen nach dem Willen der SPD im geplanten Corona-Konjunkturpaket der Bundesregierung mit einem einmaligen Kinderbonus entlastet werden. "In Familien, in denen gerade ein Elternteil in Kurzarbeit ist oder die ihre Arbeitszeit in der Krise reduzieren mussten, ist das Geld jetzt knapp", sagt die stellvertretende SPD-Vorsitzenden Serpil Midyatli. "Deshalb wollen wir einen Kinderbonus von mindestens 300 Euro pro Kind durchsetzen."

Die Spitzen der schwarz-roten Koalition wollen am Dienstagabend ein Konjunkturpaket beschließen, um die Folgen der Corona-Krise abzufedern. In diesem Zusammenhang hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) die Idee eines Kinderbonus bereits ins Spiel gebracht.

Es werde wohl noch Monate dauern, bis Kitas und Schulen wieder im regulären Umfang öffneten, sagt Midyatli. "Insbesondere Frauen stecken hier zurück und reduzieren ihre Arbeitszeit, um die Familienarbeit zu übernehmen. Dadurch vergrößert sich die bestehende Lohnlücke zwischen den Geschlechtern noch weiter." Der Bonus dürfe nicht auf Leistungen aus anderen Sicherungssystemen angerechnet werden. "Er wird dadurch also konkret den Familien helfen, die wenig Einkommen haben."

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RKI meldet 333 Neuinfektionen in Deutschland 

4.22 Uhr Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 333 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Coronakrise 181.815 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt (Datenstand 01.06. 0.00 Uhr). Das RKI weist darauf hin, dass es aufgrund von Qualitätsprüfungen noch zu Änderungen der tagesaktuellen Daten kommen kann. Außerdem könne die Zahl der neuen Fälle aus technischen Gründen auch Fehler enthalten.

Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8511 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 11. Etwa 165.900 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 600 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstag bei 1,04 (Datenstand 31.5. 0 Uhr; Vortag: 1,03). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa eine weitere Person ansteckt. 

Frankreich startet Förderprogramm für Autobranche mit Umwelt-Kaufprämien

4.12 Uhr Während in Deutschland noch heftig über Corona-Hilfen für die Autoindustrie diskutiert wird, gibt es in Frankreich ab Montag Kaufprämien für umweltfreundlichere Autos. Der Kauf eines neuen Elektroautos wird nun bei Privatpersonen mit 6000 bis 7000 Euro gefördert, bei Unternehmen und anderen Institutionen mit 3000 bis 5000 Euro. Beim Kauf eines Hybridfahrzeugs gibt es einen Umweltbonus von 2000 Euro.

Die Abwrackprämie für Diesel-Autos wird bis einschließlich 31. Dezember auf maximal 1000 Euro verdoppelt, außerdem gibt es Fördergelder für den Kauf von Elektro-Fahrrädern. Das gesamte Hilfspaket hat einen Umfang von einer Milliarde Euro, die Maßnahmen sind teils befristet. Staatschef Emmanuel Macron will die angeschlagene Automobilindustrie seines Landes mit insgesamt mehr als acht Milliarden Euro stützen, etwa durch Darlehen und Kurzarbeitergeld. Die Branche sichert in Frankreich rund 400.000 Arbeitsplätze.

Auf großen Rollen sitzengeblieben - Umsatzeinbruch bei Klopapier

4.00 Uhr Der Toilettenpapierhersteller Ille hat in der Coronakrise Kurzarbeit anmelden müssen. "Viele unserer Kunden waren von den behördlichen Schließungen betroffen. Dementsprechend ist auch der Absatz an Toilettenpapier im März und April eingebrochen", sagt Geschäftsführerin Marion Gottschalk. Ille beliefert Hotels, Gastronomie, Industrie und Handel sowie die öffentliche Verwaltung, Schulen, Kinos und Fitnesscenter mit speziellen Klopapierrollen, die häufig größer als die haushaltsüblichen Rollen sind.

Das Unternehmen habe im April Umsatzverluste bei Toilettenpapier von bis zu 30 Prozent verzeichnet, sagt eine Sprecherin. "Daher haben wir unsere Bestellungen zurückgefahren, dennoch sind die Lagerbestände durch den geringen Absatz derzeit erhöht." Seit Mai sei die Kurzarbeit abteilungsweise reduziert und teilweise wieder aufgehoben worden.

Foto: Yuri Cortez/ AFP

USA liefern Hydroxychloroquin zur Corona-Behandlung nach Brasilien

3.39 Uhr Die Vereinigten Staaten schicken entgegen medizinischer Empfehlungen zwei Millionen Dosen Hydroxychloroquin zum Einsatz gegen das Coronavirus nach Brasilien. Das Malariamittel soll zur Prävention bei Krankenschwestern und Ärzten sowie zur Behandlung von Infizierten eingesetzt werden, wie aus einer gemeinsamen Erklärung der beiden Länder vom Sonntag (Ortszeit) hervorging.

Um das Medikament zur Anwendung bei Corona-Patienten zu empfehlen, hatte das brasilianische Gesundheitsministerium jüngst seinen Leitfaden für Ärzte geändert. Gesundheitsminister Nelson Teich, selbst ein Mediziner, hatte gar um seine Entlassung gebeten, weil er anders als der rechte Präsident Jair Bolsonaro gegen den Einsatz war.

Australien hebt weitere Beschränkungen auf

3.31 Uhr Mehrere australische Bundesstaaten lockern ihre Ausgangsbeschränkungen. Im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Australiens, New South Wales (NSW), dürfen ab Montag Cafés und Restaurants bis zu 50 Gäste bewirten und bis zu 20 Personen können an einer Beerdigung teilnehmen. Beides war zuvor auf 10 Personen beschränkt.

Mit Einhaltung der Abstandsregeln ist auch der Besuch öffentlicher Sehenswürdigkeiten wieder möglich: der Taronga Zoo in Sydney, Kunstgalerien, Museen und Bibliotheken öffnen wieder ihre Tore. Mit rund 7200 Erkrankten, 103 Todesfällen und kaum Neuinfektionen scheint Australien die Pandemie weitestgehend unter Kontrolle gebracht zu haben und konzentriert sich nun mit einem dreistufigen Plan auf die Ankurbelung der im Zuge des Virus-Ausbruchs angeschlagenen Wirtschaft.

Mehr als halbe Million Corona-Infizierte in Brasilien 

1.06 Uhr - Die Zahl der Corona-Fälle in Brasilien ist auf über eine halbe Million gestiegen. 514 849 Menschen haben sich nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, wie das Gesundheitsministerium des südamerikanischen Landes am Sonntag (Ortszeit) mitteilte. Nach den USA ist Brasilien das Land mit den meisten Corona-Infektionen weltweit. Da im größten Staat Lateinamerikas relativ wenig getestet wird, dürfte die tatsächliche Zahl der Infizierten allerdings noch wesentlich höher sein.

Mindestens 29.314 Patienten sind bislang im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Damit liegt Brasilien nach den USA, Großbritannien und Italien bei der Zahl der Todesopfer der Pandemie an vierter Stelle. In vielen Städten Brasiliens haben die Krankenhäuser bereits ihre Belastungsgrenze erreicht. Die Behörden richten provisorische Kliniken in Fußballstadien ein und lassen auf riesigen Flächen neue Gräber ausheben.

SPD-Fraktion will Ausbildungsplätze mit Prämie sichern

0.30 Uhr In der Corona-Krise will die SPD-Bundestagsfraktion Ausbildungsplätze mit einer einmaligen Prämie erhalten. "Damit die Kinder eine Zukunft haben brauchen sie Ausbildung", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Katja Mast der Deutschen Presse-Agentur. "Die Prämie soll Unternehmen unterstützen, die in der Krise an ihren Ausbildungsplätzen festhalten." Zuvor hatte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) eine solche Prämie ins Spiel gebracht.

Am Dienstagabend wollen sich die Spitzen der Koalition treffen, um eine Konjunkturpaket in der Corona-Krise auf den Weg zu bringen. Die Details sind im Vorfeld umstritten.

oka/ngo/AFP/dpa/Reuters
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