Corona-News am Montag Easyjet schließt drei Standorte, Ryanair streicht jeden fünften Flug

Die Coronakrise trifft die Billigflieger hart, Easyjet und Ryanair müssen weiter streichen. Und: Englische Schüler können sich freuen - ihre Noten werden Corona-bedingt angehoben. Der Tag im Überblick.

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter.

Litauen lockert Einreisebestimmungen

23.15 Uhr: Litauen hat angesichts europaweit steigender Corona-Zahlen die Einreisebestimmungen geändert. Laut einem Beschluss der Regierung dürfen Einreisende aus Staaten der EU und der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ohne Einschränkungen in den Baltenstaat kommen.

Wer jedoch aus Ländern mit einer Infektionsrate von mehr als 25 Fällen pro 100.000 Einwohner einreist, muss bei Ankunft einen gültigen negativen Corona-Test vorweisen, hieß es.

Bislang war für Einreisende aus Ländern mit hohen Ansteckungsraten, die in einer einmal wöchentlich aktualisierten Liste aufgeführt sind, die Einreise untersagt. "Die Listen von weniger und mehr betroffenen Staaten verlieren jetzt praktisch ihre Bedeutung. Die Situation ändert sich überall", sagte Innenministerin Rita Tamasuniene: "Daher möchten wir alle den gleichen Einreisebedingungen unterwerfen."

Nach Lockerungen: Einkaufszentrum in Chile sofort wieder geschlossen

22.20 Uhr: In Chiles Hauptstadt Santiago ist eine Einkaufsmeile nur Stunden nach der Lockerung von Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen wieder geschlossen worden.

Etliche Menschen hatten sich in die "Asia Pacific Mall" im Hauptbahnhof der Stadt gedrängt, weitere 300 auf Einlass gewartet, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. In den dort ansässigen Geschäften werden demnach vor allem niedrigpreisige Produkte aus China verkauft, die dann unter anderem von Straßenhändlern weiterverkauft würden. Die Händler in den Geschäften hätten mit besonderen Schnäppchen gelockt.

In der eher armen Gegend um den Hauptbahnhof war laut Reuters zuvor ein drei Monate geltender Lockdown gelockert worden. Am Bahnhof selbst und an Regierungsinstitutionen in der Nähe sei die Wiederöffnung aber verhältnismäßig ruhig verlaufen.

Mehr als 250.000 Fälle in der Türkei

22.05 Uhr: Die Zahl der bekannten Infektionen mit dem Coronavirus in der Türkei hat die Marke von 250.000 überschritten. Zuletzt kamen nach Daten des Gesundheitsministeriums 1233 Fälle dazu, insgesamt liegt die Zahl nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität damit bei 250.542. Die Zahl der Toten stieg demnach zuletzt um 22 auf 5996.

Nigeria öffnet Flughäfen nach mehr als fünf Monaten wieder

20.50 Uhr: Nigeria will nach mehr als fünf Monaten die Flughäfen für internationale Flüge wieder öffnen. Das teilte der Luftfahrtminister Hadi Sirika mit. Losgehen soll es demnach ab dem 29. August zunächst unter strengen Hygienevorkehrungen mit vier täglichen Flügen in die Millionenstadt Lagos und die Hauptstadt Abuja. Sirika sagte jedoch nicht, in welche Länder die Verbindungen gehen würden.

Nigeria ist mit geschätzt mehr als 214 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Seit Bekanntwerden der ersten Infektion mit dem Coronavirus im Februar wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters mehr als 49.000 weitere Fälle registriert, 975 Menschen starben bislang an den Folgen von Covid-19.  

Billigflieger EasyJet schließt drei Basen, Ryanair streicht jeden fünften Flug

19.04 Uhr: Die Discount-Fluglinie Easyjet gibt wegen der Coronakrise drei ihrer elf Basen in Großbritannien auf.

Betroffen sind die Flughäfen Stansted und Southend in der weiteren Umgebung von London sowie Newcastle im Nordosten Englands.

Die Stützpunkte werden zu Ende August dichtgemacht, teilte Easyjet-Chef Johan Lundgren mit.

Southend werden dann gar nicht mehr bedient. Flüge nach Stansted und Newcastle würden reduziert.

Easyjet-Flieger in Southend (im April): Die Basis an der Küste wird die Billig-Airline ganz schließen und den Ort auch nicht mehr anfliegen

Easyjet-Flieger in Southend (im April): Die Basis an der Küste wird die Billig-Airline ganz schließen und den Ort auch nicht mehr anfliegen

Foto: Nick Ansell / dpa

Erst kürzlich hatte sich Easyjet mit dem Verkauf eines Teils der Flotte finanziellen Spielraum verschafft und mit dem Verkauf von 23 Maschinen mit einem Gesamterlös von 650 Millionen Euro, die es nun least.

Auch Konkurrent Ryanair leidet. In den Monaten September und Oktober will der irische Billigflieger ein Fünftel seiner Flüge streichen - vor allem in die stark von der Corona-Epidemie betroffenen Länder Spanien, Frankreich und Schweden.

Ryanair-Flugzeuge in Dublin: Ein Fünftel der Flüge fallen weg, Kunden erhalten eine Mail

Ryanair-Flugzeuge in Dublin: Ein Fünftel der Flüge fallen weg, Kunden erhalten eine Mail

Foto: PAUL FAITH / AFP

Das sei "unvermeidlich", angesichts des mauen Buchungsaufkommens wegen der Reisebeschränkungen in den mehreren EU-Ländern. Betroffene Kunden würden per Mail über ihre Handlungsoptionen aufgeklärt, teilten die Iren mit.

Britische Regierung hebt Abschlussnoten nach Protesten an

18.14 Uhr: Die britische Regierung ist im Streit über Schulabschlüsse während der Coronakrise in England umgeschwenkt. Die Abschlussnoten werden nun doch vor allem auf Einschätzungen von Lehrern basieren. Das Ergebnis einer umstrittenen Software soll nur dann zum Zuge kommen, wenn es besser ist als die Meinung der Lehrer.

"Vetraut unseren Lehrer" und "Die Computernoten müssen Weg": Englische Schüler waren mit ihrem Kampf für bessere Noten erfolgreich

"Vetraut unseren Lehrer" und "Die Computernoten müssen Weg": Englische Schüler waren mit ihrem Kampf für bessere Noten erfolgreich

Foto:

PAUL ELLIS / AFP

Zuvor waren Premierminister Boris Johnson und Bildungsminister Gavin Williamson stark unter Druck geraten. Williamson entschuldigte sich am Montag für das Chaos.

Da wegen der Pandemie weder Prüfungen zum A-Level (Abitur) noch zum GCSE (mittlere Reife) stattfinden konnten, hatte das Kultusministerium die Notenvergabe einem Computerprogramm überlassen. Ziel war es, die tendenziell zu positiven Einschätzungen der Lehrer zu drücken. Die Note bestimmte ein Algorithmus, dessen Grundlage neben der individuellen Einschätzung der Schülerleistung auch der Durchschnitt der Prüfungen an der betreffenden Schule aus früheren Jahren war.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Wegen verstrichener Bewerbungsfristen hatten einige Schulabgänger bei einer Bewerbung um Studienplätze gravierende Nachteile erlitten. Ob und wie das für Unis, deren Bewerbungsverfahren bereits beendet sind, korrigiert werden kann, ist unklar.

Schottland, Wales und Nordirland hatte bereits zuvor mit demselben Ansatz Schiffbruch erlitten und eine Kehrtwende gemacht. Auch dort sollen nun die Einschätzungen der Lehrer maßgeblich sein.

Reiserückkehrer missachtet Corona-Vorgabe - Sportteam in Quarantäne

17.53 Uhr: Ein junger Mann hat seiner Sportmannschaft im Landkreis Oldenburg mit einem Verstoß gegen die Corona-bedingte Quarantäne-Regelung Probleme eingehandelt. Der Betroffene kam Anfang August aus einem Risikogebiet zurück und ging trotz 14-tägiger Quarantänepflicht schon nach sieben Tagen zum Training, wie der Landkreis mitteilte.

Einen Tag später habe dessen Bruder ein positives Testergebnis erhalten, worauf sich auch der junge Mann testen ließ - auch er wurde positiv getestet. Die Folge sei, dass die gesamte Sportmannschaft für 14 Tage in Quarantäne geschickt wurde. "Einzig der Quarantäne-Verstoß des jungen Mannes macht diese Maßnahme notwendig", hieß es in einer Mitteilung. Details über Sportart und Ort macht der Kreis nicht.

"Mir fehlt dafür jegliches Verständnis. Eine Verbreitung des Virus wird durch solch ein dummes und verantwortungsloses Handeln mindestens fahrlässig unterstützt. Ich hoffe, dass es in der Mannschaft keine weiteren Infektionen gibt", sagte Landrat Carsten Harings (parteilos).

28 Menschen in Flüchtlingsunterkunft in Hessen mit Corona infiziert

17.51 Uhr: In der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge im mittelhessischen Neustadt sind 24 Mitarbeiter sowie vier Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Beschäftigten befinden sich in häuslicher Quarantäne, die Bewohner und ihre Kontaktpersonen wurden in einem gesonderten Gebäudebereich isoliert, wie das zuständige Regierungspräsidium Gießen mitteilte.  Von den infizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seien 22 bei einem privaten Sicherheitsdienst tätig, zwei weitere bei einem medizinischen Dienstleister.

Der Behörde zufolge wurden alle Beschäftigte und Bewohner auf das Virus getestet, nachdem erste Fälle bekannt geworden waren. Die vier infizierten Bewohner zeigten demnach nur leichte oder keine Symptome. Bei ihren ermittelten Kontakten sei der Corona-Test negativ ausgefallen.

Malta verschärft Corona-Schutz und schließt Bars und Nachtclubs

17.41 Uhr: Wegen des Anstiegs der Corona-Zahlen schließt die Regierung in Malta von Mittwoch an Bars und Nachtclubs. Ausgenommen sind nur Lokale, die auch ein Restaurant haben. Das berichtete die Zeitung "Times of Malta" . Gesundheitsminister Chris Fearne habe zudem angeordnet, dass in dem Mittelmeerstaat Bootspartys verboten werden. Insgesamt dürfe es keine Ansammlungen von Gruppen mehr geben, die mehr als 15 Menschen umfassen.

Außerdem gilt in Malta demnach eine Maskenpflicht in allen Räumen an öffentlichen Orten - mit der Ausnahme von Restaurants, für die es spezielle Regeln gebe. In dem kleinen Inselstaat hatten die Behörden zuletzt täglich um die 70 Neuinfektionen registriert - und damit Höchstwerte, wie die Zeitung schrieb. Italien hatte einen Tag zuvor zum Corona-Schutz alle Diskotheken im Land dichtgemacht.

Corona-Konjunktur: Bundesbank rechnet mit "sehr kräftigem" Wirtschaftswachstum im Sommer

17.15 Uhr: Die Wirtschaft erholt sich laut Bundesbank deutlich vom Corona-Schock - wohl auch dank Hilfsgeldern. Den schuldenfinanzierten Extrahaushalt der EU kritisiert die Zentralbank aber als "bedenklich". Lesen Sie mehr dazu.

Scholz dämpft Hoffnung auf schnelle Rückkehr zur Normalität bei Veranstaltungen

16.49 Uhr: "Sehr große Veranstaltungen sind einfach sehr riskant", sagte der frisch gekürte SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bei einer SPD-Veranstaltung im Kommunalwahlkampf in Würselen bei Aachen. "Das ist alles schwer, ich finde, das sollte man nicht wegreden."

Solange es keinen Impfstoff gegen Corona und keine wirksamen Therapien gebe, sei an eine Rückkehr zur Normalität vor der Pandemie nicht zu denken, sagte Scholz. "Das wird noch lange so bleiben." Natürlich müsse man sich dafür einsetzen, etwa Kulturschaffenden dabei zu helfen, diese extrem schwierige Zeit zu überbrücken.

Hoteliers protestieren auf Mallorca

Strand auf Mallorca in Corona-Zeiten

Strand auf Mallorca in Corona-Zeiten

Foto: ENRIQUE CALVO / REUTERS

16.26 Uhr: Auf der Urlaubsinsel Mallorca demonstrierten Unternehmer und Angestellte der krisengeschüttelten Tourismusbranche für mehr Unterstützung. In der Stadt Calvià hielten mehrere Dutzend Teilnehmer Transparente mit Aufschriften wie "Wenn Corona uns nicht tötet, bringt uns der Hunger um", "Wir lieben Touristen" oder "Wir haben ein Recht auf Arbeit" hoch, wie die Zeitung "Diario de Mallorca" berichtete. Unter anderem forderten sie eine Ermäßigung der Müllgebühren und der Grundsteuer sowie staatliche Behilfen zu laufenden Kosten wie Miete und Wasser. Viele Inhaber von Lokalen und Hoteliers fürchten den wirtschaftlichen Ruin, weil nun kaum noch Urlauber kommen.

Einige deutsche Reiseveranstalter haben nach der Reisewarnung durch das Auswärtige Amt geplante Urlaube abgesagt. Tui hat Reisen nach Mallorca zunächst bis zum 24. August gecancelt. Bei DER Touristik gilt der Stopp für das spanische Festland und die Baleareninsel bis vorerst 21. August. Gäste vor Ort können meist entscheiden, ob sie frühzeitig die Heimreise antreten oder den Urlaub fortsetzen wollen.

Schulleiter wegen Widerstands gegen Maskenpflicht suspendiert

16.24 Uhr: Das Brandenburger Bildungsministerium hat einen Schulleiter vom Dienst suspendiert, der sich gegen die Maskenpflicht in seiner Rathenower Grundschule widersetzt hatte. Der Mann habe vergangenen Mittwoch in einem Brief an die Eltern erklärt, dass er sich an diese rechtliche Vorgabe nicht gebunden fühle, teilte das Ministerium mit.  "Damit handelte er eindeutig rechtswidrig." Seit Montag werde die Verordnung zur Maskenpflicht in Innenräumen - außer im Unterricht - auch an der Grundschule in Rathenow im Landkreis Havelland umgesetzt.

Zudem habe der Schulleiter vor Mitarbeitern des Schulamtes erklärt, dass er sich an die Weisung seines Dienstvorgesetzten nicht gebunden und seinem Eid als Beamter nicht mehr verpflichtet fühle, erklärte das Ministerium. Daher sei ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet worden. Die Dienstgeschäfte habe bis auf Weiteres die stellvertretende Schulleiterin übernommen.

Am Montag demonstrierten mehrere Dutzend Menschen vor der Grundschule gegen die Suspendierung des Schulleiters. Weil die Kundgebung nicht angemeldet gewesen sei, habe die Polizei Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz aufgenommen, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion West in Brandenburg an der Havel. Der Städte- und Gemeindebund sprach von einem Einzelfall. Der Verband appellierte an die Eltern im Land, ihre Kinder für den Schulbesuch mit Masken auszurüsten. Es gebe eine größere Zahl von Eltern, die sich der Maskenpflicht für ihre Kinder verweigerten.

Studien liefern Hinweise auf lang anhaltende Immunität

16.15 Uhr: Wie lange erinnert sich der Körper an das Sars-CoV-2-Virus? Studien mit Antikörpern hatten nahegelegt, dass das Immungedächtnis nur kurz anhalten könnte. Neue Arbeiten liefern jetzt ermutigendere Ergebnisse. Lesen Sie hier mehr dazu.

Dreyer fordert Aufhebung von Luxemburg als Corona-Risikogebiet

16.03 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat die Bundesregierung aufgefordert, die Einstufung Luxemburgs als Corona-Risikogebiet "schnellstmöglich aufzuheben". "Es ist sehr erfreulich, dass nach den neuesten epidemiologischen Statistiken die Infektionszahlen in Luxemburg stark rückläufig sind und damit die Tendenz der letzten Wochen bestätigen", sagte Dreyer in Mainz. Sie habe dazu mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) telefoniert. Eine Überprüfung des Status könne noch diese Woche erfolgen.

Mitte Juli war Luxemburg vom Robert Koch-Institut (RKI) zum Corona-Risikogebiet erklärt worden, nachdem es die Schwelle von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen deutlich überschritten hatte. Inzwischen liegen die Zahlen wieder darunter.

Dreyer sagte: "Als Land mit langen Außengrenzen zu mehreren europäischen Nachbarstaaten sind wir insbesondere mit Luxemburg eng verbunden. Allein zur Arbeit pendeln täglich rund 40.000 Menschen aus unserem Land über die Grenzen." Die Ausweisung von Luxemburg als Risikogebiet habe dabei erneut "massive Auswirkungen" gehabt.

Baerbock will nach Pannen nationale Teststrategie für Coronavirus

15.53 Uhr: Angesichts der Pannen bei Corona-Tests von Reiserückkehrern fordert die Grünenvorsitzende Annalena Baerbock deutschlandweit ein einheitliches Vorgehen. Es brauche "eine klare Teststrategie, die zwischen den Bundesländern und dem Bund an dieser Stelle abgestimmt ist", sagte sie in Berlin. Eine klare Verteilung der Aufgaben sei derzeit nicht gegeben. Gerade die Gesundheitsämter müssten davor geschützt werden, dass politische Verantwortung auf sie übertragen werde.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Ergebnisse von 44.000 Tests, die meist an den mobilen Testzentren an Autobahnraststätten von Urlaubsrückkehrern in Bayern genommen worden waren, noch nicht bei den Betroffenen gelandet waren. Auch am Sonntag waren noch nicht alle positiv Getesteten informiert. Von 903 mit dem Coronavirus Infizierten waren 46 noch nicht ausfindig gemacht.

Fed-Ökonom warnt vor langfristigen Corona-Folgen

15.45 Uhr: Den Amerikanern droht nach Ansicht des Fed-Ökonomen William Emmons nach dem Auslaufen des Konjunkturpakets ein böses Erwachen: "Die Hilfsprogramme verdecken das Ausmaß des Schocks", sagt er. Die Coronakrise schade den Wachstumsaussichten dauerhaft. Lesen Sie das komplette Interview hier. 

Regelmäßige Corona-Gurgeltests an Österreichs Schulen geplant

15.08 Uhr: Corona-Tests mit Gurgelwasser bei Schülern und Lehrern sollen in Österreich ab Herbst einen Überblick über die Infektionslage an Schulen liefern. Eine repräsentative Gruppe von 15.000 Schülerinnen und Schülern und 1200 Lehrkräften an 250 Schulen soll alle drei Wochen getestet werden, um auch symptomfreie Fälle zu erfassen, wie Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) in Wien ankündigte. Dabei wird für die Tests statt des bislang üblichen Rachenabstrichs ein Gurgelverfahren benutzt, das von Forschern in Wien entwickelt und im Frühsommer getestet wurde.

Dabei muss eine Minute lang mit einer speziellen Salzlösung gegurgelt werden, damit wie bei einem Abstrich Partikel aus dem Rachen hängen bleiben. Die Probe wird anschließend in einem Labor auf Virenerbgut analysiert. Nach Angaben der Forscher können zehn Proben auf einmal getestet werden. Fällt der Befund positiv aus, werden die Proben noch mal einzeln analysiert.

Ein Testverfahren mit Gurgellösung prüft in Deutschland derzeit auch etwa die Stadt Köln. Falls sich das Verfahren als so zuverlässig wie der Abstrich erweise, solle das Gurgeln in Köln weitgehend den unangenehmeren Nasen-Rachen-Abstrich ersetzen, kündigte das dortige Gesundheitsamt an. Das Robert Koch-Institut (RKI) äußerte sich bezüglich der Methode zunächst zurückhaltend. "Die Sensitivität wird in der Regel als geringer eingeschätzt als bei einem guten Abstrich", sagte eine RKI-Sprecherin am Freitag dem "Tagesspiegel".

Das Monitoringprogramm in Österreich sei als Ergänzung der klassischen Tests durch die Gesundheitsbehörden angedacht, betonte Bildungsminister Faßmann. Die Schulen in Österreich sollen Anfang September im Regelbetrieb starten. Ein geplantes vierstufiges Ampel-Warnsystem soll dann in einzelnen Regionen je nach Infektionslage bestimmte Maßnahmen wie Maskenpflicht im Schulgebäude oder eine Rückkehr zu Heimunterricht auslösen.

Corona-Hilfen: Merkel offen für Verlängerung des Kurzarbeitergelds

14.54 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel steht einer Verlängerung des Kurzarbeitergelds "grundsätzlich positiv" gegenüber. Der Schritt würde weitere Milliarden Euro kosten. Lesen Sie hier mehr darüber.

Tschechien führt Maskenpflicht wieder ein

14.20 Uhr: Tschechien führt die landesweite Maskenpflicht nur zwei Monate nach ihrer Aufhebung wieder ein. Ab dem 1. September muss in den Innenräumen von Geschäften und Behörden sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Hintergrund seien das Ende der Sommerferien und der Beginn des neuen Schuljahres, sagte Gesundheitsminister Adam Vojtech in Prag. "Es wird viel mehr Kontakte zwischen den Menschen geben, und darauf müssen wir reagieren", betonte der 33-Jährige. Es handele sich um eine "präventive Maßnahme".

Eigentlich hatte die Regierung in Prag eine regional gestaffelte sogenannte Corona-Ampel eingeführt, um auf landesweite Restriktionen verzichten zu können. Nun überschritt die Zahl der seit Pandemiebeginn gemeldeten Corona-Infektionen in Tschechien die 20.000er-Marke. Das geht aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Prag hervor. Darunter sind 5816 aktive Fälle, 13.799 Menschen gelten als geheilt. Mit einer Covid-19-Erkrankung werden 397 Todesfälle in Verbindung gebracht.

Neue Reisebeschränkungen: Ryanair fährt Flugangebot zurück

14.14 Uhr: Europas größter Billigflieger Ryanair fährt sein Flugangebot wegen steigender Corona-Infektionszahlen in Spanien und anderen Ländern wieder zurück. Die Vorausbuchungen seien in den vergangenen zehn Tagen deutlich gesunken, teilte das Unternehmen in Dublin mit. Im September und Oktober werde Ryanair deshalb die angebotene Flugkapazität um 20 Prozent kappen.

Betroffen seien vor allem Flüge in die Länder Spanien, Frankreich und Schweden, für die verschiedene Regierungen die Reisebeschränkungen zuletzt verschärft haben. Auch Flüge von und nach Irland stehen auf der Kürzungsliste, da Einreisende aus vielen EU-Ländern dort eine 14-tägige Quarantäne einhalten müssen.

Ryanair will auf den betroffenen Verbindungen nun weniger Flüge anbieten, schloss aber auch die komplette Streichung von Strecken nicht aus. Betroffene Fluggäste will die Airline per E-Mail über ihre Möglichkeiten informieren. Den Angaben zufolge ging zuletzt vor allem die Nachfrage von Geschäftsreisenden stark zurück.

Malaysia und Singapur öffnen Landgrenze für Dienstreisen und Pendler

14.05 Uhr: Malaysia und Singapur haben ihre seit Mitte März wegen der Corona-Pandemie geschlossene Landgrenze wieder geöffnet. Geschäftsreisen von bis zu 14 Tagen sind nun wieder erlaubt. Zudem dürfen Bürgerinnen und Bürger beider Staaten, die eine Arbeitsgenehmigung im jeweils anderen Land haben, wieder über die Grenze. Dafür gelten aber strenge Auflagen. Vor dem Lockdown waren schätzungsweise 300.000 Pendler aus Malaysia täglich zur Arbeit in den Stadtstaat gefahren. Für Touristen bleiben die Grenzen weiter geschlossen.

Malaysia ist mit 9200 bestätigten Fällen seit Beginn der Krise bisher recht erfolgreich im Kampf gegen das Virus. Die Wirtschaftsmetropole Singapur hat hingegen mehr als 55.800 Infektionsfälle verzeichnet, die meisten davon unter ausländischen Arbeitnehmern, die in überfüllten Wohnungen leben. Das kleinste Land in Südostasien hatte schon im Juni gegenseitige Geschäftsreisen mit China wieder zugelassen. Ähnliche Regeln wurden ab September mit Japan vereinbart.

Schulstart in Hessen: Ohne Maske und Mindestabstand im Klassenzimmer

13.50 Uhr: Hessen fährt zum Schulbeginn einen lockeren Kurs: Schüler müssen im Klassenraum weder Abstand halten noch eine Maske tragen - die Klage einer Schülerin wies das Verwaltungsgericht ab. Lesen Sie hier mehr darüber.

Charité schlägt Lockerung für Berliner Philharmoniker vor

13.25 Uhr: Die Berliner Philharmoniker rechnen angesichts der Corona-Einschränkungen in diesem Jahr mit einem hohen Defizit, hoffen aber auf neue Erkenntnisse der Berliner Klinik Charité über kleinere Abstände bei Musikern und Publikum.

Die Philharmoniker setzten auf neue Untersuchungen der Charité im Auftrag der Berliner Orchester. Die aktualisierte Studie empfiehlt nun einen Abstand zwischen den Streichern von einem Meter (aktuell 1,5 Meter) sowie von 1,5 Meter zwischen den Bläsern (aktuell zwei Meter). Eine Trennung durch Plexiglas könne bei den Bläsern entfallen.

Der Leiter der Studie, der Direktor des Instituts für Sozialmedizin und Epidemiologie, Stefan Willich, sagte dazu im RBB : "Das Publikum von Klassikveranstaltungen ist diszipliniert und hat ein aufgeklärtes Verständnis für gesundheitliche Zusammenhänge." Mit einer strengen Maskenpflicht sowie den weiteren Schutzmaßnahmen sei ein sicherer Konzert- und Opernbetrieb auch in vollbesetzten Sälen möglich.

Für die neue Spielzeit sind bis zunächst Ende Oktober nur 20 bis 25 Prozent der rund 2200 Sitzplätze im Angebot.

Anmerkung der Redaktion: Die Charité hat sich nach der Veröffentlichung des Artikels gemeldet und stellt klar: "Bei der 'Stellungnahme zum Publikumsbetrieb von Konzert- und Opernhäusern während der COVID-19 Pandemie' zur Wiederaufnahme des Oper- und Konzertbetriebs unter Corona-Bedingungen handelt es sich um ein nicht abgestimmtes Papier. Dieses gibt nicht die Position des Charité-Vorstands wieder. Der Entwurf berücksichtigt nicht die aktuelle Dynamik des Infektionsgeschehens und der damit verbundenen Risiken. Das Papier ist daher nicht als Handlungsvorschlag, sondern als Grundlage einer weiteren kritischen Diskussion im Rahmen der Berliner Teststrategie zu betrachten."

Corona-Tester an Autobahnstation selbst positiv getestet

13.11 Uhr: Ein Mitarbeiter des Dienstleisters Eurofins, der für den Freistaat Bayern Corona-Tests für Reiserückkehrer an Autobahnraststätten vornimmt, ist nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks  positiv auf das Virus getestet worden. Der Sender beruft sich auf das örtliche Gesundheitsamt.

Mehrere Kontaktpersonen, darunter Ehrenamtliche von Rotem Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Technischem Hilfswerk, seien deshalb in Quarantäne, hieß es. Der Kontakt zwischen dem Eurofins-Mitarbeiter und den Ehrenamtlichen habe bei der Übergabe der Teststation Donautal-Ost an der A3 bei Passau stattgefunden.

Nicht alle Labore sind an Corona-Warn-App angeschlossen

13.05 Uhr: Zwei Monate nach Bereitstellung der Corona-Warn-App sind immer noch nicht alle Labore an das System angeschlossen. 115 von 151 niedergelassenen Labors seien inzwischen aber in der Lage, Corona-Testergebnisse auf diesem Weg digital zu übermitteln, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

Die Anwendung, die inzwischen 17,1 Millionen Menschen heruntergeladen haben, stelle einen wichtigen Baustein bei der Unterbrechung von Infektionsketten dar, betonte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Die App sei kein "Allheilmittel", der Nutzen sei aber groß genug, um die Entwicklungskosten in Höhe von rund 20 Millionen Euro zu rechtfertigen, erklärte Seibert. Er appellierte an die Nutzer der App, falls sie sich infiziert haben und positiv getestet wurden, diese Information auch weiterzugeben.

Bisher seien über 1400 Tele-TANs zur Verifikation eines positiven Tests ausgegeben worden, fügte er hinzu. Diese TAN muss von dem Getesteten angefordert werden, um zu verhindern, dass jemand eine falsche anonymisierte Warnung an die Menschen verschickt, die sich in den vergangenen 14 Tagen in seiner Nähe aufgehalten haben.

Spahn: Schulöffnung muss Priorität haben

12.56 Uhr: Die Rückkehr zu einem flächendeckenden Schulunterricht und der Betreuung von Kindern muss Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zufolge klare Priorität in der Corona-Politik haben. Der CDU-Politiker forderte angesichts von Debatten über steigende Infektionszahlen und Großveranstaltungen, dass es eine klare Abstufung geben müsse, welche Lebensbereiche am wichtigsten seien. Dazu gehöre eindeutig die Rückkehr zu einem Bildungs- und Betreuungsangebot.

"Der Regelbetrieb ist wahnsinnig wichtig für Eltern und Kinder", sagte er. Ähnlich äußerte sich Parteikreisen zufolge CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer bei der Präsidiumssitzung. Auch die Bundesvereinigung der Arbeitgeber (BDA) forderte, dass Schulen und Kindergärten Vorrang bei Lockerungen haben müssten. Zuständig für Maßnahmen beim Infektionsschutzgesetz sind die Bundesländer.

Zudem forderte Spahn, dass eine erneute Verschärfung der Corona-Maßnahmen nicht Wirtschaft und Handel treffen sollte. "Das ist sehr wichtig, um Arbeitplätze zu sichern und die wirtschaftliche Erholung abzusichern." Auch habe sich gezeigt, dass der Einzelhandel offenbar mit seinen Schutzmaßnahmen keine größere Quelle für die Infektionsverbreitung sei.

Zahl der Beschäftigten in der Maschinenbaubranche sinkt drastisch

12.35 Uhr: Die Coronakrise, Handelsbarrieren und der Strukturwandel in der Autoindustrie haben den Maschinenbau in Deutschland im ersten Halbjahr 32.000 Arbeitsplätze gekostet. Die Zahl der Beschäftigten sank bis Ende Juni auf rund 1,03 Millionen. "Angesichts der immensen Belastungen, denen unsere Industrie ausgesetzt ist, bleibt dies ein moderater Abbau", argumentierte Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des Maschinenbauverbandes VDMA. Dabei helfe vor allem das Instrument der Kurzarbeit.

"Von daher ist Bundesfinanzminister Olaf Scholz auf dem richtigen Weg, wenn er die Bezugsdauer des Kurzarbeitergelds auf 24 Monate ausdehnen will", sagte Wiechers. Der SPD-Politiker und Vizekanzler hatte sich am Wochenende in einem Interview für eine Verlängerung ausgesprochen.

Merkel hält Coronainfektionen für "beherrschbar"

12.15 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die ansteigenden Zahlen von Corona-Infektionen in Deutschland als besorgniserregend, aber noch beherrschbar bezeichnet. Nach SPIEGEL-Informationen aus Teilnehmerkreisen der ersten virtuellen CDU-Präsidiumssitzung nach der Sommerpause sagte Merkel demnach weiter, es könne deswegen derzeit keine weiteren Lockerungen geben. Dies gelte auch für Fußballspiele.

Nach weiteren Informationen aus Parteikreisen laufen derzeit Gespräche über ein Treffen der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin in der kommenden Woche, bei der über die Corona-Lage beraten werden soll. Die Entscheidung solle noch im Laufe des Tages bei Beratungen von Kanzleramtschef Helge Braun mit den Chefs der Staatskanzleien fallen. Wann das Treffen stattfindet und ob es eine persönliche Anwesenheit im Kanzleramt geben wird, war zunächst nicht bekannt. Bei den Beratungen soll es demnach auch um die uneinheitlichen Regeln im Umgang mit der Pandemie gehen.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) warnte nach Angaben aus Teilnehmerkreisen im CDU-Präsidium vor Alarmismus im Zusammenhang mit den aktuellen Corona-Zahlen. In Deutschland gebe es nicht mehr eine Situation wie im März. Man müsse nun besonnen mit der Lage umgehen. Bouffier und auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hätten in den Beratungen deutlich gemacht, dass sie erwarteten, dass man noch lange mit der jetzigen Situation leben müsse.

Mehr als 20.000 Coronafälle in Tschechien

12.00 Uhr: Die Zahl der seit Pandemiebeginn gemeldeten Corona-Infektionen hat in Tschechien die 20.000er-Marke überschritten. Das ging am Montag aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Prag hervor. Darunter waren 5816 aktive Fälle; 13.799 Menschen galten als geheilt. Mit einer Covid-19-Erkrankung wurden 397 Todesfälle in Verbindung gebracht.

Den Angaben zufolge wurden seit Beginn der Pandemie knapp 800.000 Tests in dem Land mit gut 10 Millionen Einwohnern durchgeführt. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es derzeit geschätzte 12.700 aktive Fälle, wie aus Angaben des Robert Koch-Instituts hervorgeht.

Werder baut "Pandemie-Klauseln" in Verträge ein

11.55 Uhr: Als Reaktion auf die Einnahmeverluste während der Corona-Krise baut Fußball-Bundesligist Werder Bremen seit diesem Sommer sogenannte "Pandemie-Klauseln" in neu abgeschlossene Spielerverträge ein. Diese Klauseln sollen dafür sorgen, dass Gehaltseinbußen in bestimmten Fällen automatisch greifen, ohne dass erst ein Verzicht mit den Spielern ausgehandelt werden muss.

"Wir wollen und müssen uns für die finanziellen Ausfälle absichern, die entstehen können", sagte Sport-Geschäftsführer Frank Baumann dem Internetportal "Deichstube" . "Die Klausel soll gewährleisten, dass auch die Spieler ihren Teil zu der Bewältigung der finanziellen Probleme beitragen."

Niedersachsen verschiebt Corona-Lockerungen um mindestens 14 Tage

11.45 Uhr: Niedersachsens Landesregierung will die geplanten Lockerungen in der Coronavirus-Pandemie um mindestens zwei Wochen verschieben. Ursprünglich habe die nächste Stufe der Lockerungen zum 1. September in Kraft treten sollen, sagte Ministerpräsident Stephan Weil dem Sender Antenne Niedersachsen.

"Wir sind aber derzeit in einer labilen Situation", erklärte der SPD-Politiker. Es werde genau beobachtet, wie sich die Infektionsrate in Niedersachsen entwickle. Die nächste Stufe werde daher "mindestens" bis zum 14. September verschoben - je nach Lage werde es möglicherweise auch länger dauern. Die Zahl neuer Coronavirus-Infektionen steigt in Niedersachsen.

CDU-Parteitag soll trotz steigender Infektionen stattfinden

11.35 Uhr: Das CDU-Präsidium hält trotz der steigenden Zahl von Infizierten in der Corona-Krise an dem Anfang Dezember geplanten Parteitag zur Wahl eines neuen Vorsitzenden in Stuttgart fest. Es würden wegen der Pandemie weiterhin verschiedene Szenarien durchdacht und geplant, erfuhr der SPIEGEL am Montag aus Parteikreisen. Die engste CDU-Spitze um Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer wolle dem größeren Parteivorstand bei dem direkt anschließenden ebenfalls virtuellen Treffen einen entsprechenden Vorschlag machen, hieß es weiter.

Auf dem Parteitag soll der Nachfolger von Kramp-Karrenbauer gewählt werden. Derzeit gibt es drei aussichtsreiche Bewerber: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, den Finanzexperten und ehemaligen Unionsfraktionschef Friedrich Merz und den Außenpolitiker Norbert Röttgen. Nur Laschet gehört den CDU-Führungsgremien an.

Corona-Konzertexperiment mit Sänger Bendzko verfehlt Teilnehmerziel

10.44 Uhr: Die Organisatoren eines Konzertexperiments zu Großveranstaltungen in Corona-Zeiten mit Popsänger Tim Bendzko haben weniger Teilnehmer gewinnen können als angepeilt. Bis zum Ende der verlängerten Anmeldefrist registrierten sich 2210 Menschen zwischen 18 und 50 Jahren, wie Christina Becker von der Universitätsklinik Halle sagte.

Eigentlich wollten die Forscher für ihr Experiment am Samstag in der Leipziger Arena 4200 Teilnehmer gewinnen und hatten die Anmeldefrist um eine Woche verlängert. Dadurch kamen mehr als 300 weitere Anmeldungen dazu.

Die Forscher sind zufrieden. "Das ist eine Größenordnung, mit der wir gute Ergebnisse erwarten können", sagte Studienleiter Stefan Moritz. "Wir müssen kleine Abstriche machen, aber das ist verschmerzbar."

Das Konzert "Restart-19"  ist ein gemeinsames Projekt der Länder Sachsen-Anhalt und Sachsen. Ziel der Forscher ist, ein mathematisches Modell zu entwickeln, mit dem das Risiko eines Corona-Ausbruchs nach Großveranstaltungen in Hallen berechnet werden kann.

Urteil zu Corona-Storno: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung

10.37 Uhr: Bei einer vom Kunden wegen der Corona-Gefahr stornierten Reise muss der Veranstalter unter Umständen auch ohne vorliegende Reisewarnung den Preis voll erstatten. Das hat das Amtsgericht Frankfurt in einem nun veröffentlichten Urteil (Aktenzeichen 32 C 2136/20) entschieden. Der Kläger hatte am 7. März dieses Jahres von sich aus eine für Mitte April geplante Reise in den Golf von Neapel storniert. Der Veranstalter hatte auf einem Teil des Reisepreises als Stornierungsgebühr bestanden, weil zu diesem Zeitpunkt noch keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vorgelegen habe.

Das Gericht stellte aber geringere Ansprüche an einen Rücktritt vom Reisevertrag aus unvermeidbaren und außergewöhnlichen Umständen, bei denen der Veranstalter voll erstatten muss. Grundsätzlich seien hier keine allzu strengen Anforderungen zu stellen, führte das Gericht aus. Reisewarnungen für das Reisegebiet seien nicht zwingend erforderlich und es genüge bereits eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine gesundheitsgefährdende Ausbreitung des Virus. Dies sei zum Zeitpunkt der Reisestornierung bereits für ganz Italien der Fall gewesen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Peru meldet Rekord an Neuinfektionen - Corona-Entwicklung in Südamerika besorgniserregend

10.28 Uhr: Mit bereits mehr als 15.000 Todesopfern in Kolumbien und Rekord-Ansteckungszahlen in Peru bereitet die Corona-Pandemie in Südamerika weiter große Sorgen. Das Gesundheitsministerium in Bogotá teilte am Sonntag (Ortszeit) mit, in den vergangenen 24 Stunden sei die Zahl der Corona-Opfer in Kolumbien um 287 auf 15.097 Todesfälle gestiegen. Bislang wurden demnach 468.332 Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus in dem 50-Millionen-Einwohner-Land nachgewiesen.

Das peruanische Gesundheitsministerium meldete derweil mehr als 10.000 Neuansteckungen binnen 24 Stunden. Mit den 10.143 Fällen übertraf das Andenland den Rekord der täglichen neuen Fälle, der erst am Vortag mit 9501 Neuinfektionen verzeichnet worden war. Die Zahl der Corona-Toten in Peru stieg den Angaben zufolge um 206 auf 26.281.

Im Nachbarland Bolivien überstieg die Zahl der registrierten Corona-Infektionen am Sonntag die Schwelle von 100.000 Fällen. Mehr als 4000 Infizierte starben in dem Land bislang, wie der Berater des bolivianischen Gesundheitsministeriums, René Sahonero, vor Journalisten sagte. Er rechnet damit, dass die Zahl der Infektionen bis Mitte September auf 150.000 Fälle steigt.

Lateinamerika und die Karibik sind mit mehr als sechs Millionen nachgewiesenen Infektionen die am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Region der Welt, wobei noch dazu eine hohe Dunkelziffer vermutet wird.

Präsidentin der Kultusministerkonferenz sieht Schulen gut auf neues Schuljahr vorbereitet

9.53 Uhr: Die rheinland-pfälzische Kultusministerin und derzeitige Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Stefanie Hubig (SPD), hat Schulen und Politik gegen Kritik an den Vorbereitungen auf das neue Schuljahr unter Corona-Bedingungen verteidigt. Sämtliche Hygienepläne seien rechtzeitig fertig geworden, sagte Hubig im Südwestrundfunk  (SWR). Die Digitalisierung werde bundesweit "mit Hochdruck" vorangetrieben. Alle Länder lägen "auf einer Linie".

Statt starrer Vorgaben brauche es aber Regelungen, die vor Ort das nötige Maß an Flexibilität im Umgang mit der Infektionssituation zuließen, sagte Hubig. Das werde unterschiedlich wahrgenommen. Tatsächlich stimmten sich die Länder aber so eng ab wie nie. Alle hätten außerdem "die Ferien genutzt", um sich gut vorzubereiten.

Am Montag beginnt die Schule in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. In etlichen anderen Bundesländern läuft sie bereits. Die Länder hatten sich darauf verständigt, im neuen Schuljahr generell zum normalen Schulunterricht im Klassenverband zurückzukehren. Es gelten aber Hygienevorkehrungen, die Ansteckungen vermeiden sollen.

Weltärztepräsident: Reiserückkehrer sollen Corona-Test selbst bezahlen

9.20 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, will die Kosten für Corona-Tests bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten den Betroffenen anlasten. "Ich kann nicht einsehen, warum wir in der Allgemeinheit alle die Kosten tragen müssen für Menschen, die genau wissen, welches Risiko sie eingehen, um dann hinterher an der Allgemeinheit diese Kosten abzuladen", sagte er im RBB. Den Corona-Test "muss man einfach einkalkulieren in die Reisekosten heute".

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuvor die geltende Regelung verteidigt, wonach die Urlauber nichts für die Tests zahlen müssen. Diese sind für Rückkehrer aus Risikogebieten verpflichtend; andere Reiserückkehrer können sich aber ebenfalls testen lassen.

Industrie beschäftigt in Coronakrise weniger Menschen

8.49 Uhr: Die Beschäftigung in der deutschen Industrie ist in der Coronakrise erneut gesunken. Ende Juni waren gut 5,5 Millionen Menschen im Verarbeitenden Gewerbe tätig und damit 2,4 Prozent oder 133.000 weniger als im Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt mit.  Schon im Mai hatte es einen Rückgang um 2,1 Prozent gegeben, so die Wiesbadener Behörde, die Industriebetriebe mit mindestens 50 Beschäftigten erfasst.

Rückgänge gab es in fast allen Branchen, insbesondere im Auto- und Maschinenbau, der Metallbranche sowie der Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren. Einzig in der Chemiebranche wuchs die Beschäftigung.

Kurzarbeiter zählten jedoch als Beschäftigte, sodass sie sich nicht in der Statistik auswirkten, betonte die Behörde. Hingegen machte sich die massenhafte Kurzarbeit in Deutschland bei den geleisteten Arbeitsstunden bemerkbar, die im Juni um 3,5 Prozent fielen. Die Entgelte für Industriebeschäftigte sanken zudem um gut acht Prozent im Jahresvergleich nach noch höheren Rückgängen im Frühjahr.

Tausende Mitglieder protestantischer Kirche in Seoul unter Quarantäne

8.30 Uhr: Nach mehreren Infektionsherden im Zusammenhang mit religiösen Gruppen in Südkorea sind in der Hauptstadt Seoul Tausende Mitglieder einer protestantischen Gemeinde unter Quarantäne gestellt worden. Bislang seien unter den Mitgliedern der umstrittenen Sarang-Jeil-Kirche 315 Corona-Fälle nachgewiesen worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Etwa 3400 der Gläubigen müssten sich deshalb isolieren.

Bisher sei jeder sechste vorgenommene Corona-Test in der Gemeinde positiv ausgefallen, erklärte Vize-Gesundheitsminister Kim Gang-lip. Nötig seien deshalb jetzt "schnelle Tests und Isolation". Er beklagte mangelnde Kooperation der umstrittenen Kirche, deren konservativer Pastor Jun Kwang-hun zur Führungsfigur bei Protesten gegen den Mitte-Links-Präsidenten Moon Jae-in geworden ist. Wegen fehlender Daten zu Gemeindemitgliedern sei die Durchsetzung der Tests sowie der Quarantäne "sehr schwierig".

Wegen derzeit wieder steigender Corona-Infektionen hatten die südkoreanischen Behörden am Wochenende religiöse Versammlungen in der Hauptstadt Seoul und in der Nachbarprovinz Gyeonggi verboten. Die Behörden riefen die Bevölkerung in den Regionen zudem dazu auf, nicht zwingende Reisen zu unterlassen.

Am Montag meldeten die Behörden 197 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, wodurch die Gesamtzahl der Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie in dem Land auf mehr als 15.500 stieg. Südkorea hatte die erste Corona-Welle rasch unter Kontrolle bekommen und wurde mit seiner Strategie "Nachverfolgen, testen, behandeln" zum weltweiten Vorbild im Kampf gegen das Coronavirus.

Mehr als 50.000 Todesfälle in Indien

8.28 Uhr: Indien hat die Schwelle von 50.000 Corona-Toten überschritten. Laut der Website des Gesundheitsministeriums starben bislang 50.921 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion, mehr als 2,6 Millionen sind infiziert. Innerhalb von 24 Stunden meldeten die Behörden mehr als 900 neue Todesfälle.

In dem Land gibt es nach den USA, Brasilien und Mexiko die meisten registrierten Corona-Toten. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer noch weitaus höher liegen könnte. Die Todesrate in Indien ist allerdings vergleichsweise niedrig.

Scholz geht von Mehrkosten von "mehreren Milliarden" für Kurzarbeitergeld aus

8.05 Uhr: Die von Bundesfinanzminister Olaf Scholz vorgeschlagene Verdoppelung der Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes auf 24 Monate wird Mehrkosten in Milliardenhöhe verursachen, berichtet die "Bild".

Im Videointerview sagte der SPD-Politiker: "Die Größenordnung wird zusätzliche Milliarden umfassen." Eine genaue Summe wollte Scholz nicht nennen. Auf die Rückfrage, ob es sich eher um hundert oder zehn Milliarden handele, verortete Scholz, die Mehrkosten eher bei der niedrigeren Zahl, "vielleicht ein bisschen darunter".

Forscher fordern Frühwarnsystem für Viren aus dem Tierreich

6.50 Uhr: Angesichts der Coronakrise fordert Stephan Ludwig, Direktor des Instituts für Molekulare Virologie an der Uni Münster, ein Frühwarnsystem für Viren aus dem Tierreich. Eine frühzeitige Entdeckung könnte in Zukunft ähnliche Pandemien verhindern, sagte Stephan Ludwig, Direktor des Instituts für Molekulare Virologie an der Uni Münster, in einem Podcast seiner Uni. Wichtig sei eine Überwachung von sogenannten Schlüsselevents wie Lebend- oder Wildtiermärkten in Asien. Das Coronavirus Sars-CoV-2 ist höchstwahrscheinlich von einem Tier auf den Menschen übergesprungen.

"Wenn bei Routine-Untersuchungen auf Lebendtiermärkten vermehrt Infektionen gefunden werden, muss sofort die Bremse reingehauen werden, um die schnelle Verbreitung zu stoppen", sagte Ludwig. Ein Frühwarnsystem könnte von der Weltgesundheitsorganisation oder den Vereinten Nationen eingerichtet werden.

Bereits Mitte Juli hatten Wissenschaftler im Fachjournal "Science" ein solches Frühwarnsystem für Viren aus dem Tierreich gefordert. Kurz zuvor hatten Experten des UN-Umweltprogramms (UNEP) und des International Livestock Research Institute (ILRI) davor gewarnt, dass durch Ausbeutung der Tierwelt und Zerstörung von Ökosystemen immer öfter Tierkrankheiten auf den Menschen übertragen werden könnten.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Deutschland: 561 Neuinfektionen und ein weiterer Todesfall

5.36 Uhr: In Deutschland ist die Zahl der bestätigten Corona-Fälle nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) um 561 auf 224.014 gestiegen. An den Folgen des Virus ist in den vergangenen 24 Stunden ein weiterer Mensch gestorben, die Gesamtzahl der Todesfälle steigt demnach auf 9232.

Am Freitag und Samstag hatte das RKI jeweils noch mehr als 1400 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. An Sonntagen und Montagen liegen die Zahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über tausend liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder.

USA verlängern Schließung der Grenzen zu Mexiko und Kanada

5.13 Uhr: Die weitgehende Schließung der US-Grenzen zu Kanada und Mexiko wegen der Corona-Pandemie wird erneut um einen Monat verlängert. Die Grenzen könnten demnach frühestens am 21. September wieder für den regulären Reiseverkehr geöffnet werden, erklärte der amtierende Heimatschutzminister Chad Wolf über Twitter. Diese solle helfen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Bundesregierung kritisiert verzögerte Erstattung von Flugtickets

5.06 Uhr: Die Bundesregierung reagiert mit Kritik auf die schleppende Rückzahlung von Ticketkosten vieler Fluggesellschaften. "Nach Auffassung der Bundesregierung ist eine Nichterstattung berechtigter Ansprüche nicht akzeptabel", heißt es in einer Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, die dem Handelsblatt vorliegt.

Die Corona-Pandemie stelle zwar auch für die Fluggesellschaften "eine besondere Ausnahmesituation" dar. Dennoch sei spätestens seit der Mitteilung der EU-Kommission vom 13. Mai 2020 klar gewesen, dass es für Flugtickets nur eine freiwillige Gutscheinregelung geben werde. Die Fluggesellschaften hätten ausreichend Zeit gehabt, um die Erstattungsverfahren entsprechend vorzubereiten und Anträge zügig bearbeiten zu können.

Mehr als 170.000 Corona-Tote in den USA

4.52 Uhr: Laut der John-Hopkins-Universität starben in den USA bisher 170.052 Menschen an den Folgen des Coronavirus. Die Infektionszahl liegt derzeit bei insgesamt 5,4 Millionen.

Apfelbauern sorgen sich wegen Coronakrise um ihre Ernte

Erntehelfer in Deutschland (Archivbild)

Erntehelfer in Deutschland (Archivbild)

Foto: Christian Hager/ picture alliance / dpa

4.16 Uhr: Die Landwirte in den größten Apfelanbaugebieten in Deutschland bangen aufgrund der Corona-Pandemie. "Die Sorge ist sehr groß", sagte der Vorsitzende der Obstregion Bodensee, Thomas Heilig. Zum einen sei noch nicht hundertprozentig sicher, ob die Erntehelfer - die meisten stammen aus osteuropäischen Ländern - überhaupt einreisen dürften. Beispielsweise zählten einige Regionen in Bulgarien und Rumänien derzeit zu den Risikogebieten.

Zudem müssten die Landwirte einen hohen Aufwand betreiben, um die geltenden Vorschriften zum Schutz vor Covid-19 einzuhalten. So dürfen etwa in den Unterkünften nur halb so viele Erntehelfer untergebracht werden. Er selbst setze auf angemietete Container, sagte Heilig. Nach Angaben des baden-württembergischen Landesbauernverbandes werden zur Apfelernte allein am Bodensee rund 8000 Erntehelfer erwartet.

Japans Wirtschaft schrumpft im Rekordtempo

4.01 Uhr: Japans Wirtschaft muss im zweiten Quartal infolge der Coronakrise ihren bisher größten Rückgang verkraften. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte von April bis Juni auf Jahresbasis um 27,8 Prozent, wie Regierungsdaten am Montag zeigten. Dies ist der größte Rückgang seit Beginn der Aufzeichnung vergleichbarer Daten im Jahr 1980.

Japans Wirtschaft schrumpft damit das dritte Quartal in Folge. Beschränkungen zur Eindämmung des Virus-Ausbruchs drückten die Geschäfts- und Privatausgaben: Der private Konsum, auf den mehr als die Hälfte der japanischen Wirtschaft entfällt, ging im Quartal um 8,2 Prozent zurück, Analysten waren von 7,1 Prozent ausgegangen. Die Investitionen fielen um 1,5 Prozent und lagen damit unter der durchschnittlichen Marktprognose für einen Rückgang um 4,2 Prozent. Mangelnde Auslandsnachfrage drückte das BIP um weitere 3,0 Prozentpunkte.

Frankreich meldet zweiten Tag in Folge mehr als 3000 Neuinfektionen

3.44 Uhr: Frankreich hat am Sonntag den zweiten Tag in Folge mehr als 3000 Ansteckungen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden verzeichnet. Wie die französischen Gesundheitsbehörden mitteilten, wurden 3015 neue Infektionen gemeldet, etwas weniger als die 3310 Neuinfektionen am Samstag - die höchste Zahl an Ansteckungen seit Mai. Die Zahl der Intensivpatienten liege demnach unverändert bei 376.

Mit mehr als 30.400 Corona-Toten zählt Frankreich zu den am schwersten von der Pandemie betroffenen Ländern in Europa. Seit dem Ende der strengen Ausgangsbeschränkungen im Mai steigen die Fallzahlen wieder an.

TUI kritisiert pauschale Mallorca-Reisewarnung

TUI-Flieger (im April 2020)

TUI-Flieger (im April 2020)

Foto: Fabian Bimmer / REUTERS

3.25 Uhr: Deutschlands größter Touristikkonzern TUI lehnt eine pauschale Reisewarnung für die Baleareninsel Mallorca ab. "Wir bedauern, dass Deutschland nun eine Reisewarnung für ganz Mallorca ausgesprochen hat. Besser wäre eine regionale Reisewarnung für Palma, Magaluf oder andere Orte mit erhöhten Fällen gewesen", sagt Thomas Ellerbeck, der für Politik und Kommunikation zuständige Manager des Konzerns, der Zeitung "Rheinische Post".

Die meisten Urlauber wären sehr verantwortungsvoll und würden sich an die Regeln halten. Die pauschale Warnung sei auch deshalb fragwürdig, weil große Teile der Insel von der Pandemie nur minimal betroffen seien. Es habe in keinem Hotel der TUI auf Mallorca eine Infektion gegeben.

Nach der Einstufung als Corona-Risikogebiet hatte das Auswärtige Amt am Freitag eine offizielle Reisewarnung für das spanische Festland und Baleareninseln wie Mallorca und Ibiza herausgegeben. Für Reiserückkehrer bedeutet diese Regelung, dass sie sich nach der Wiedereinreise nach Deutschland für eine gewisse Zeit in Quarantäne begeben müssen, bis ein negativer Corona-Test vorliegt. Ausgenommen bleiben nur die Kanarischen Inseln.

Umweltministerin hält Bonn-Berlin-Umzug der Regierung für nicht mehr notwendig

3.08 Uhr: Wegen der Fortschritte bei der Digitalisierung hält Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) einen kompletten Umzug der Bundesregierung von Bonn nach Berlin nicht mehr für notwendig. "Die Coronakrise hat gezeigt, dass digitale Instrumente funktionieren und Regierungsarbeit auch per Videokonferenzen möglich ist", sagte Schulze der "Rheinischen Post". Damit habe sich aus Sicht der Ministerin auch die Debatte über einen kompletten Umzug der Ministerien von Bonn nach Berlin erledigt.

Als Beleg führte Schulze die in der Coronakrise stark gesunkene Zahl an Dienstreisen an: Im März 2019 habe es im Rahmen von Dienstreisen zwischen Bonn und Berlin noch 352 Flüge gegeben, im vergangenen März seien es nur 42 gewesen. Im April und Mai vor einem Jahr habe es insgesamt 641 Flüge, im selben Zeitraum dieses Jahres gar keine gegeben. Und im Juni und Juli seien es insgesamt nur 24 gegenüber 384 im Jahr 2019 gewesen.

Auszahlung des Corona-Kinderbonus startet am 7. September

2.52 Uhr: Die Familienkassen beginnen am 7. September mit der Auszahlung des Corona-Kinderbonus in Höhe von 300 Euro. Das teilte das Bundesfinanzministerium auf Anfrage der Zeitungen der Funke Mediengruppe mit. Die erste Bonusrate von 200 Euro wird zusätzlich zum Kindergeld ausgezahlt. Die zweite Rate von 100 Euro folgt im Oktober.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sagte: "Das ist für viele Familien eine willkommene Finanzspritze. Gerade in Familien, die jeden Euro umdrehen müssen, macht der Kinderbonus die Entscheidung etwas leichter, für die Kinder doch etwas zu kaufen oder gemeinsam etwas zu unternehmen." Das helfe auch kurzfristig der Konjunktur. Für den Bonus hat die Bundesregierung Kosten von rund 4,3 Milliarden Euro veranschlagt.

Neuseeland verschiebt Parlamentswahl wegen Corona-Pandemie um vier Wochen

1.15 Uhr: Neuseeland hat die bislang für den 19. September geplanten Parlamentswahlen wegen der Rückkehr des Coronavirus um vier Wochen auf den 17. Oktober verschoben. "Diese Entscheidung gibt allen Parteien in den kommenden neun Wochen Zeit für ihren Wahlkampf und der Wahlkommission genug Zeit, um sicherzustellen, dass die Wahl stattfinden kann", teilte Premierministerin Jacinda Ardern am Montag mit.

Am vergangenen Dienstag waren erstmals seit mehr als hundert Tagen wieder Übertragungen des Virus innerhalb des Landes verzeichnet worden. Vier Mitglieder einer Familie in Auckland wurden positiv getestet. In den vorherigen 102 Tagen war das Virus nur in vereinzelten Fällen bei Menschen festgestellt worden, die aus dem Ausland eingereist waren.

Für die Bewohner der größten Stadt Auckland wurde am Dienstag eine neue Ausgangssperre verhängt, die zunächst auf drei Tage befristet war. Zudem teilte Ardern am Tag danach mit, dass alle Altenheime des Landes für Besucher geschlossen würden.

Kreuzfahrtschiff "MSC Grandiosa" sticht erstmals seit Corona wieder in See

"MSC Grandiosa" (im März 2020)

"MSC Grandiosa" (im März 2020)

Foto:

ANDREAS SOLARO/ AFP

00.25 Uhr: Für die von der Pandemie getroffene Kreuzfahrtbranche im Mittelmeer gibt es positive Nachrichten: In Norditalien stach am Sonntagabend die "MSC Grandiosa" in See. Das zur Reederei "MSC Cruises" gehörende Schiff verließ um kurz nach 19.30 Uhr mit 2500 Passagieren an Bord den Hafen von Genua. In den kommenden sieben Tagen soll es mehrere Häfen im Mittelmeer anlaufen.

Das Kreuzfahrtschiff, das normalerweise bis zu 6000 Passagiere aufnehmen kann, nimmt zunächst Kurs auf den Hafen von Civitavecchia bei Rom. Dann soll es weiter nach Neapel, Palermo (Sizilien) und Valletta (Malta) gehen.

"Ich durfte die erste Kreuzfahrt nach Covid nicht verpassen", sagte Rosalba Scarrone kurz vor dem Start. "Ich habe 87 Kreuzfahrten gemacht, können Sie sich vorstellen, wie sehr ich gelitten habe, weil ich seit Februar nicht mehr fahren konnte?", fragte die 64-jährige Bloggerin, die sich auf Kreuzfahrten spezialisiert hat.

Infektionen bei Olympique Marseille - Saisonauftakt in Gefahr

00.05 Uhr: Weitere Coronafälle bei Olympique Marseille gefährden das Saison-Eröffnungsspiel der ersten französischen Fußball-Liga. Wie der Champions-League-Sieger von 1993 mitteilte, wurden drei Mitarbeiter aus dem direkten Umfeld der Mannschaft positiv auf Covid-19 getestet. Gemäß der Hygiene- und Sicherheitsprotokolle der Ligue 1 könnten die Fälle zur Absage des Auftaktspiels von Olympique am Freitag gegen AS St. Etienne führen.

Bereits in der Vorwoche war ein Mitarbeiter von Marseille positiv auf Corona getestet worden. Als Vorsichtsmaßnahme wurde das für vergangenen Freitag gegen den VfB Stuttgart angesetzte Testspiel gestrichen. Nach dem Abbruch der vergangenen Spielzeit startet die Ligue 1 am Wochenende als erste europäische Topliga in die Saison 2020/21.

Spahn besorgt über Feiern als Corona-Gefahrenquelle

23.45 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warnt vor dem Hintergrund steigender Zahlen bei Corona-Neuinfektionen vor Feierlichkeiten als Gefahrenquelle. Es gebe mehr Ansteckungen durch Reiserückkehrer, es gebe im ganzen Land aber auch lokale Ausbrüche, die meist mit Feiern zusammenhingen, sagte Spahn im ZDF-"heute journal" . "Das ist das, was wir im Blick haben müssen über das Reisen hinaus", betonte der CDU-Politiker.

Auf die Frage nach neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sagte Spahn, aus seiner Sicht mache es keinen Sinn, wieder den Einzelhandel zu schließen oder Friseure. Mit Alltagsmasken und Abstand könne man dort weitermachen. "Feierlichkeiten, Veranstaltungen - dort überträgt es sich sehr, sehr schnell. Deswegen finde ich, müssen wir mit den Ländern nochmal schauen: Was sind die Grenzen, was sind die Regeln für die Größen von Veranstaltungen."

cht/kfr/lmd/fek/jok/dpa/AFP/Reuters/sid/AP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.