Corona-News am Montag Virus-Verbreitung in Italien sechs Mal höher als bekannt

In Italien sind laut einer Studie bei 1,5 Millionen Menschen Antikörper gegen das Virus vorhanden. Und: Wer beim Fußball absichtlich hustet, kann künftig vom Platz fliegen. Die Corona-News im Überblick am 3. August.
Pendler in Mailand (im Mai 2020)

Pendler in Mailand (im Mai 2020)

Foto: Claudio Furlan/ dpa

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Rote Karte für absichtliches Husten möglich

22.56 Uhr: Fußballer können zukünftig auch wegen absichtlichen Hustens in Richtung Schiedsrichter oder anderen Spielern des Feldes verwiesen worden. Das beschlossen die Regelhüter des International Football Association Board (Ifab). Die neue Richtlinie wurde zum Schutz vor dem Coronavirus in das Regelwerk aufgenommen. Jede Bestrafung liegt aber im Ermessen des Schiedsrichters.

Bei zufälligem Husten oder bei einem großen Abstand zwischen den Spielern solle der Schiedsrichter keine Maßnahmen ergreifen, heißt es weiter. Es müsse eine eindeutige Handlung vorliegen.

Virus-Verbreitung in Italien sechs Mal höher als bekannt

21.47 Uhr: In Italien könnten einer Studie zufolge sechs Mal so viele Menschen dem Coronavirus ausgesetzt worden sein als bislang bekannt. Demnach sind bei 1,5 Millionen Menschen oder etwa 2,5 Prozent der Bevölkerung Antikörper gegen das Virus vorhanden, heißt es in einer vom Gesundheitsministerium und dem Statistikamt Istat veröffentlichten Erhebung. Das Ergebnis basiere auf Tests bei 64.660 Menschen. Dabei hätten fast 30 Prozent der Menschen mit Antikörpern keine Symptome aufgewiesen.

Fed-Notenbanker Barkin warnt vor Stopp der Hilfen für Arbeitslose

21.12 Uhr: Der Fed-Notenbanker Thomas Barkin warnt vor den Folgen für die US-Wirtschaft, sollte sich der Kongress nicht auf weitere Hilfen für Arbeitslose verständigen. Sollten die Abgeordneten diese zu schnell entziehen, würden die Arbeitslosen, ihre Vermieter und die Geschäfte wo sie einkaufen "die volle Wucht" zu spüren bekommen, sagt Barkin der Handelskammer von Northern Virginia per Videoübertragung.

Hochrangige US-Demokraten und Vertreter des Präsidialamts hatten in Washington ihre Verhandlungen über ein neues Hilfspaket wieder aufgenommen. Als ein zentraler Streitpunkt gilt die Fortsetzung der 600-Dollar-Hilfen des Bundes für Arbeitslose, die am Freitag ausgelaufen waren.

WHO: "Allheilmittel" gegen Corona wird vielleicht nie gefunden

20.32 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor zu viel Optimismus bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus gewarnt. "Im Moment gibt es kein Allheilmittel, und vielleicht wird es nie eines geben", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Deshalb sei weiterhin der beste Schutz, alle Standardregeln wie etwa das Tragen von Masken, häufiges Händewaschen und Abstandhalten zu befolgen.

Weltweit wird derzeit unter Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus geforscht, dabei werden verschiedene Ansätze verfolgt. Auch die deutschen Unternehmen Biontech und Curevac sind daran beteiligt. Die WHO hatte bereits am Wochenende erklärt, sie rechne nicht mit einem baldigen Ende der Coronakrise - die Pandemie werde "sicher sehr lang" andauern.

Spanien verzeichnet knapp tausend, Frankreich 556 neue Infektionen

20.21 Uhr: Die Zahl der bekannten Infektionen in Spanien ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums um 968 gestiegen. Die Gesamtzahl liegt damit bei 297.054. Frankreich meldet 556 bestätigte Neuinfektionen binnen 24 Stunden.

Anstieg der Corona-Fälle: Grillverbot und Kontrollen in Offenbach

20.01 Uhr: Nach einem starken Anstieg der Corona-Fälle in Offenbach hat die Stadt mit stärkeren Einschränkungen reagiert: Auf der Sitzung des Krisenstabes sei ein Grill- und Picknickverbot auf öffentlichen Flächen beschlossen worden, teilte die Stadt mit. Gemeinsamer Sport ist nur kontaktlos für maximal zehn Menschen oder Mitglieder eines gemeinsamen Haushaltes und mit anderthalb Metern Abstand erlaubt. Es solle mehr Kontrollen geben, um "Maskenverweigerer" zu erreichen, sagte Gesundheitsdezernentin Sabine Groß nach der Sitzung des Krisenstabes.

Verpflichtende Testungen für Rückkehrer aus Risikogebieten, die bundesweit in dieser Woche erwartet werden, sollen in Offenbach schon jetzt gelten. Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) sagte, bei den 46 Krankheitsfällen, die die hessische Großstadt über den Schwellenwert gebracht hätten, seien nur in sechs Fällen die Ansteckungswege nicht bekannt. Insgesamt 21 Erkrankte befanden sich den Angaben zufolge bereits in Quarantäne.

Offenbach hat am Wochenende den Schwellenwert von 35 Erkrankten pro 100.000 Einwohnern überschritten. Das Eskalationskonzept des Landes sieht neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens vor, wenn die 7-Tage-Inzidenz den Wert von 35 überschreitet.

Weiteres Mitglied der Regierung Bolsonaro mit Corona infiziert

19.27 Uhr: In Brasilien hat sich nach Präsident Jair Bolsonaro und verschiedenen Ministern auch General Walter Braga Netto, als "Chefe da Casa Civil" vergleichbar mit dem Kanzleramtschef, mit dem Coronavirus infiziert. Braga Netto habe die Bestätigung bekommen, dass ein Test auf Covid-19 positiv ausgefallen sei, berichtete die Nachrichtenagentur "Agência Brasil" unter Berufung auf seine Pressestelle. Er werde bis zu weiteren Tests in Isolation bleiben und seine Termine aus der Quarantäne wahrnehmen.

In den vergangenen Wochen hatten sich nach eigenen Angaben unter anderem Sozialminister Onyx Lorenzoni, Bildungsminister Milton Ribeiro und Wissenschaftsminister Marcos Pontes infiziert.

Auch Staatschef Bolsonaro war nach eigener Aussage positiv getestet worden - ebenso wie Präsidentengattin Michelle. Der rechtspopulistische Staatschef hatte das Coronavirus mehrfach als "leichte Grippe" abgetan. Aus seiner eigenen Corona-Infektion hat er offensichtlich nichts gelernt. Nach seiner Genesung reiste Bolsonaro durch das Land, schüttelte Hände und löste Menschenansammlungen aus.

Nach den USA ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem größten Land Lateinamerikas mehr als 2,7 Millionen Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Mehr als 94.000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Trump bezeichnet US-Virenexpertin Birx als "jämmerlich"

18.45 Uhr: Immer wieder beschuldigt US-Präsident Donald Trump Medien und Experten, die Coronakrise schlimmer darzustellen, als sie in Wirklichkeit sei, um ihm politisch zu schaden. Nun hat er die Koordinatorin des Coronavirus-Krisenstabs des Weißen Hauses, Deborah Birx, offen attackiert. Trump bezeichnete Birx auf Twitter als "jämmerlich", nachdem die Virenexpertin vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus gewarnt hatte. Der Präsident warf der Medizinerin vor, sie habe sich von Oppositionsführerin Nancy Pelosi zu ihren Aussagen verleiten lassen.

Die Koordinatorin des Coronavirus-Krisenstabs des Weißen Hauses, Deborah Birx

Die Koordinatorin des Coronavirus-Krisenstabs des Weißen Hauses, Deborah Birx

Foto: MANDEL NGAN/ AFP

Die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses hatte am Wochenende Zweifel an Birx' Unabhängigkeit geäußert: Trump verbreite Falschinformationen über das Virus, und Birx sei vom Präsidenten ernannt worden, sagte Pelosi. "Deswegen habe ich kein Vertrauen, nein."

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Trump twitterte daraufhin am Montag, Pelosi habe "furchtbare Dinge" über Birx gesagt, weil diese "zu positiv über den sehr guten Job war, den wir machen". "Um Nancy zu kontern, hat Deborah auf den Köder angebissen und uns angegriffen. Jämmerlich!"

Birx äußert sich für gewöhnlich in der Öffentlichkeit zurückhaltender als Taskforce-Kollege Anthony Fauci, der mit ungeschminkten Warnungen vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus regelmäßig für Aufsehen sorgt. Am Sonntag sprach Birx aber im Sender CNN von einer "neuen Phase" der Pandemie in den USA. Die ländlichen Regionen seien inzwischen von dem Virus genauso bedroht wie die Großstädte.

Das Virus habe sich "außerordentlich weit" ausgebreitet, sagte Birx. "An alle, die in einer ländlichen Gegend leben: Sie sind nicht immun oder sicher vor diesem Virus."

Erster Tag ohne bestätigten Corona-Todesfall in Portugal seit März

18.25 Uhr: Im beliebten Urlaubsland Portugal hat es erstmals seit dem Ausbruch der Pandemie Mitte März einen Tag ohne offiziell bestätigten Todesfall in Zusammenhang mit Covid-19 gegeben. Binnen 24 Stunden seien aber 106 neue Infektionsfälle registriert worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit.

Der erste Todesfall in Zusammenhang mit Corona war in Portugal am 16. März verzeichnet worden. Es handelte sich damals um einen 80 Jahre alten Mann, der mit dem Virus Sars-Cov-2 infiziert war. Seitdem hatte es keinen Tag ohne Corona-Tote gegeben. Insgesamt verzeichnete Portugal nach amtlichen Angaben mehr als 51.000 nachgewiesene Ansteckungen sowie 1738 Todesfälle.

Lange Zeit galt Portugal als eines der Länder in Europa, die vergleichsweise gut und mit geringen Ansteckungs- und Opferzahlen durch die Krise gekommen waren. Seit einigen Wochen wird aber eine Zunahme der Neuinfektionen vor allem im Großraum Lissabon verzeichnet. Die Lage dort hat sich in den vergangene Tagen leicht entspannt. Der Lockdown in mehreren - von Touristen weniger besuchten - Vororten der Hauptstadt wurde kürzlich aufgehoben.

Bereitschaftspolizei kontrolliert Quarantäne in Mamming

18.22 Uhr: Nach dem massiven Corona-Ausbruch im niederbayerischen Mamming hat die bayerische Regierung Bereitschaftspolizisten in den Ort abkommandiert. Die gut zwei Dutzend Polizisten sollen die Einhaltung der Quarantäne in den zwei betroffenen Betrieben überwachen, wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag erklärte. "Die konsequente Einhaltung der Quarantäne ist entscheidend, um das lokale Infektionsgeschehen bestmöglich unter Kontrolle zu halten."

In der Gemeinde mit knapp 3000 Einwohnern haben sich mehr als 270 Menschen mit dem Corona-Erreger Sars-CoV-2 infiziert - zuerst mehr als 230 in der Gurkenernte beschäftigte Saisonarbeiter, anschließend noch einmal 43 Mitarbeiter eines Konservenherstellers, der von dem Bauernhof beliefert wird. Die Behörden haben die Infizierten und deren Kontaktpersonen in den zwei betroffenen Betrieben isoliert. Das Landratsamt Dingolfing-Landau geht davon aus, dass die Erntehelfer die Mitarbeiter der Konservenfabrik ansteckten.

Schüler und Lehrer in einem Raum - kann das gut gehen?

Seit Montag gehen Schüler in Mecklenburg-Vorpommern wieder regulär zum Unterricht, weitere Bundesländer folgen bald. Dabei ist die Rolle der Kinder in der Pandemie noch immer unklar. Hier finde Sie einen Überblick.

Sommerfest sorgt für neue Fälle in Wiesbaden

17.35 Uhr: Ein privates Sommerfest mit mindestens hundert Teilnehmern hat nach Angaben der Stadt Wiesbaden für einen Anstieg der Fälle in der hessischen Landeshauptstadt gesorgt. Die betroffenen Gäste seien zu einem großen Teil bereits ermittelt, getestet und einige unter Quarantäne gestellt worden, teilte die hessische Stadt am Montag mit. Bislang seien 18 positive Fälle gemeldet worden, weitere Testergebnisse stünden noch aus.

Das Gesundheitsamt muss nach Angaben der Stadt nun sämtliche Kontaktpersonen der Betroffenen ermitteln. Das sei "enorm aufwendig", da seit dem Fest bereits einige Tage vergangen und Gäste zum Teil in den Urlaub gefahren seien, sagte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) einer Mitteilung zufolge. "In diesen Fällen wurden auch die Gesundheitsämter anderer Regionen informiert, um alle Lücken zu schließen." Zudem werde überprüft, ob der Veranstalter ein schlüssiges Hygienekonzept gehabt habe und dieses korrekt umgesetzt worden sei.

Was die Corona-Statistik verrät – und was nicht

Die offiziell gemeldete Zahl der Infizierten bezieht sich ausschließlich auf mit Labortests nachgewiesene Infektionen. Wie viele Menschen sich tatsächlich täglich neu infizieren und bislang infiziert waren, ohne positiv getestet worden zu sein, ist unklar. Antikörperstudien zeigen, dass es eine erhebliche Dunkelziffer an unentdeckten Infektionen gibt.

Die offizielle Zahl der Toten beschreibt, wie viele Menschen mit dem Virus gestorben sind. In wie vielen Fällen die Infektion ursächlich für den Tod war, lässt sich daraus nicht unmittelbar ablesen. Obduktionsstudien zeigen aber, dass bei den meisten Toten die Covid-19-Erkrankung auch die Todesursache war.

Mehr Informationen dazu, was im Umgang mit Corona-Daten zu beachten ist und welche Quellen der SPIEGEL nutzt, lesen Sie hier.

Fallzahl nach Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd steigt

17.08 Uhr: Die Zahl der Infizierten nach einer Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd in Baden-Württemberg ist auf rund hundert gestiegen. Mehrere Betroffene seien mittlerweile genesen aus der häuslichen Isolation entlassen worden, teilte das Landratsamt Ostalbkreis mit. Derzeit gebe es im gesamten Landkreis 58 aktive Fälle - also Menschen, die noch erkrankt sind. Ende vergangener Woche waren es 61. Die Tests in einer Grundschule in Schwäbisch Gmünd seien negativ ausgefallen.

Mitarbeiter der Kommunen kontrollieren nach Angaben einer Sprecherin, ob die Infizierten sich an die häusliche Isolation halten. Die Stadt Schwäbisch Gmünd hat zudem Regeln für Trauerfeiern erlassen. So müssen ab 50 Gästen Teilnehmerlisten erstellt werden, erläuterte eine Sprecherin des Landratsamts. Auch Mundschutz ist Pflicht.

Norwegen begrenzt Landgänge bei Kreuzfahrten

16.45 Uhr: Norwegen begrenzt den Landgang für die Passagiere von Kreuzfahrtschiffen. Landgänge von Schiffen mit mehr als hundert Menschen an Bord würden in norwegischen Häfen wegen der Pandemie nicht mehr zugelassen. Die Auflage gelte zunächst für 14 Tage. Fähren seien davon ausgenommen. Zuvor hatte es einen Ausbruch auf einem Hurtigruten-Schiff gegeben.

Ermittler vereiteln Millionenbetrug bei Corona-Hilfen

16.00 Uhr: Die unbürokratische Hilfe für Unternehmen bei Schwierigkeiten infolge der Coronakrise lockt auch eine große Zahl von Betrügern an. Jetzt haben die Ermittler in Schleswig-Holstein einen besonders schweren Fall aufgedeckt. Es ging um insgesamt 15 Millionen Euro.

Tschechien führt regionale "Corona-Ampel" ein

15.59 Uhr: Tschechien hat eine regionale "Corona-Ampel" eingeführt. Das Modell soll einen Überblick über die Lage in den einzelnen Landesteilen geben und regional differenzierte Gegenmaßnahmen ermöglichen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Aktuell gelten die Alarmstufen Rot und Gelb in keinem einzigen Verwaltungsbezirk. Der Großteil des Landes ist weiß markiert, was "kein oder ein vernachlässigbares Risiko" bedeutet. Neun Bezirke sind grün, darunter die Hauptstadt Prag sowie Ostrava und Brno. Das bedeutet: sporadische Neuinfektionen.

Die Einschätzung beruht auf der Auswertung von 25 verschiedenen Parametern durch eine Expertengruppe. Sie soll wöchentlich aktualisiert werden. Damit verbunden sind abgestufte Empfehlungen etwa zur Einführung einer Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr, wie sie im Osten des Landes und in der Prager U-Bahn gilt. In Tschechien gab es bis bisher 16.800 bestätigte Infektionen. 384 Todesfälle werden mit Covid-19 in Verbindung gebracht.

Bahn verspricht energischere Durchsetzung der Maskenpflicht

15.31 Uhr: Bislang haben Mitarbeiter der Deutsche Bahn Kunden nur an die Sorgfaltspflichten in der Coronakrise erinnert, wenn sie sie ohne Maske antrafen. Nach einer öffentlichen Maßregelung durch Verkehrsminister Scheuer dürfte das anders werden.

Studie in Sachsen: Nur wenige positive Antikörper-Tests bei Schülern

15.17 Uhr: Im Zuge einer Studie im Mai und Juni an sächsischen Schulen wurden bei 2600 Schülern und Lehrern keine akuten Infektionen gefunden. "Die akute Ansteckung lag bei null", sagte Professor Wieland Kiess vom Leipziger Universitätsklinikum bei der Vorstellung der Ergebnisse. In 14 von über 2300 Blutproben fanden sich Antikörper und damit der Hinweis auf eine überstandene Infektion. Allerdings hatten Schulkinder in besagtem Zeitraum auch wenig Gelegenheit, sich anzustecken.

In einer zweiten Studie mit 900 Teilnehmern untersuchten die Experten die psychischen Folgen von Schulschließungen. Laut Kiess führten diese bei Kindern und Jugendlichen zum Verlust von Lebensqualität, zu stärkerer Mediennutzung sowie zu Zukunftssorgen.

Zahl der Infektionen bei dänischem Schlachtbetrieb steigt

14.43 Uhr: Nach dem Ausbruch in einem Schlachtbetrieb in Dänemark sind mittlerweile 79 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der dänische Fleischverarbeiter Danish Crown mitteilte, ist die Gesamtzahl der Infektionen in dem Betrieb in Ringsted damit seit Samstag um 17 nachgewiesene Fälle angestiegen. Um das Risiko einer weiteren Verbreitung zu begrenzen, fange man nun damit an, die Körpertemperatur aller Mitarbeiter zu messen. 300 weitere Mitarbeiter sollten noch am Montag getestet werden.

Danish Crown war vor knapp einer Woche von einem ersten Fall unter den Mitarbeitern in Ringsted informiert worden. In dem dortigen Betrieb werden wöchentlich normalerweise rund 35.000 Schweine geschlachtet, was nun aber deutlich zurückgefahren wurde. Mittlerweile wurde dort auch ein mobiles Testzentrum errichtet, in dem alle Mitarbeiter in den kommenden sieben Wochen mindestens einmal wöchentlich getestet werden sollen.

Gewerkschaft: Auf dem Bau sinkt die Disziplin

14.26 Uhr: Auf vielen Baustellen herrscht nach Gewerkschaftsangaben Nachlässigkeit beim Corona-Schutz. "Kein Händewaschen, kein Abstand, keine Atemschutzmaske", fasst die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) die Schwachpunkte zusammen. "Viele Bauunternehmen ignorieren die Corona-Gefahr, indem sie zum alten Trott zurückkehren", teilte der Vorsitzende Robert Feiger der Deutschen Presse-Agentur mit. Das hätten Arbeitsschutzkontrollen ergeben.

Das fange auf dem Weg zur Arbeit an: "Sammeltransporte zu Baustellen im Bulli sind in vielen Firmen wieder an der Tagesordnung. Genauso wie Pausen im engen Bauwagen." Ein Arbeitgeber habe seinen Beschäftigten sogar untersagt, Mund-Nasen-Schutzmasken zu tragen. Bauarbeiter dürften sich solche "Kapriolen" nicht gefallen lassen, sagte Feiger.

Die Arbeitgeber widersprachen der Gewerkschaft: Die Unternehmen nähmen ihre Verantwortung äußerst ernst, hieß es beim Zentralverband Deutsches Baugewerbe, der vor allem mittelständische Betriebe vertritt. Sie trügen Sorge dafür, dass im Arbeitsalltag die gebotenen Abstands- und Hygienevorschriften eingehalten werden könnten. Mitarbeiter würden möglichst in immer gleiche Kolonnen eingeteilt, es gebe zusätzliche Sanitätskapazitäten sowie ergänzende Transportmittel, um Gruppenfahrten zu verhindern. "Selbstverständlich muss dort, wo der Abstand nicht eingehalten werden kann, eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden", hieß es von dem Verband.

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie hob ebenfalls hervor, die Unternehmen setzten die Vorgaben der Berufsgenossenschaft überdurchschnittlich gut um. Baugeräte würden gereinigt oder desinfiziert, es werde in festen Gruppen gearbeitet. "Zu den Baustellen darf mit dem privaten Pkw angefahren werden, und diese Kosten werden erstattet." Vor allem die Wege zur Baustelle sind auch ein wichtiges Thema im Tarifkonflikt der Branche. Die Verhandlungen sind nach drei Runden ergebnislos abgebrochen worden, eine Schlichtung steht bevor.

Tönnies fährt Schlachtbetrieb weiter hoch

13.53 Uhr: Der Fleischkonzern Tönnies schlachtet wieder mehr Schweine. Am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück wurde eine zweite Schicht eingebunden. Die Schlachtung und Zerlegung von Schweinen sei seit Freitag in Absprache mit den Behörden weiter hochgefahren worden, teilte ein Konzernsprecher mit. Knapp mehr als 4000 Mitarbeiter seien in dem Betrieb wieder aktiv.

Nach dem Corona-Ausbruch beim größten deutschen Schlachtbetrieb hatte die zuständige Aufsicht zuletzt nur der Einsatz einer Schicht erlaubt. Ziel sei es nun, im nächsten Schritt 15.000 Schweine pro Tag zu schlachten. Vor der Krise durfte Tönnies in Rheda-Wiedenbrück bis zu 30.000 Schweine am Tag schlachten. Dieser Rahmen aber wurde nicht ausgeschöpft. Je nach Marktlage waren es nach Konzernangaben bis zu 25.000 Tiere.

Auch Nordrhein-Westfalen führt Maskenpflicht im Unterricht ein

13.41 Uhr: Schüler in Nordrhein-Westfalen sollen künftig auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen. In anderen Bundesländern soll die Pflicht ebenfalls gelten, nicht aber während der Schulstunden.

Regierungschef des Kosovo infiziert

13.30 Uhr: Der kosovarische Ministerpräsident Avdullah Hoti ist positiv getestet worden. Er werde sich nun für zwei Wochen isolieren, teilte der 44-Jährige am späten Sonntagabend bei Facebook mit. In dieser Zeit werde er von zu Hause aus arbeiten. Bis auf einen "sehr leichten Husten" habe er keine Symptome, erklärte Hoti, der erst seit Anfang Juni im Amt ist.

Das Kosovo verzeichnet seit Juni einen Anstieg der Fälle. Insgesamt wurden bislang knapp 9000 Infektionen registriert, 249 Menschen starben im Zusammenhang mit Covid-19. In dem kleinen Balkanland leben 1,8 Millionen Menschen.

Bundesregierung hält Maskenpflicht an Schulen für "vernünftige Überlegung"

13:09: Die Bundesregierung unterstützt die Pläne der Bundesländer, die Schülerinnen und Schüler im neuen Schuljahr verpflichten würden, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. "Eine solche Maskenpflicht klingt nach einer vernünftigen Überlegung", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer. Sie müsse eingebettet sein in ein Hygienekonzept. Die Zuständigkeit dafür läge allerdings bei den Ländern.

Zum Wiedereinstieg in den Schulregelbetrieb vor dem Hintergrund gestiegener Infektionszahlen sagte Demmer: "Das ist natürlich eine anspruchsvolle Aufgabe von den Ländern und Kommunen, die das Recht auf Bildung für alle Schülerinnen und Schüler zu verwirklichen und gleichzeitig natürlich dem Gesundheitsschutz weiterhin hohe Bedeutung beizumessen haben."

Nordrhein-Westfalen hat am Montag angekündigt, in allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen eine Maskenpflicht einzuführen. Diese soll auch für den Unterricht gelten.

Auch die Bundesländer Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Bayern und Baden-Württemberg planen eine Maskenpflicht für Schulgebäude.

Ausschreitungen während Quarantäne: Ermittlungen gegen 36 Tatverdächtige

12.58 Uhr: Dutzende Personen sollen wegen Quarantänemaßnahmen randaliert haben: Die Polizei in Göttingen ermittelt unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung. Die meisten Bewohner seien jedoch kooperativ gewesen.

Gesundheitsminister beraten über Fan-Rückkehr in die Stadien

12.08 Uhr: Die Gesundheitsminister der Länder wollen sich in der kommenden Woche mit einer möglichen Rückkehr der Zuschauer in die deutschen Fußballstadien beschäftigen. "Die Gesundheitsministerkonferenz berät dazu am 10. August", teilte die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit auf Anfrage mit. Berlins Ressortchefin Dilek Kalayci (SPD) ist derzeit Vorsitzende der GMK. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hofft auf eine Rückkehr von Zuschauern in die Stadien.

Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der 36 Profiklubs am Dienstag soll es auch um das Konzept für die Teilzulassung der Fans in der 1. und 2. Bundesliga während der Krise gehen. Nach den Vorstellungen der DFL soll es bis Ende Oktober ein Stehplatz- und Alkoholverbot und keine Gästefans in den Stadien bis Jahresende geben, wenn zur neuen Saison wieder Zuschauer in eingeschränkter Zahl zugelassen werden. Entsprechende Anträge des DFL-Präsidiums stehen bei der anstehenden Mitgliederversammlung zur Abstimmung.

Claudio Pizarro wird in der kommenden Saison nicht mehr auf dem Platz stehen, Fans, wie hier im Weserstadion von Werder Bremen, sollen aber auf die Ränge zurückkehren

Claudio Pizarro wird in der kommenden Saison nicht mehr auf dem Platz stehen, Fans, wie hier im Weserstadion von Werder Bremen, sollen aber auf die Ränge zurückkehren

Foto: Carmen Jaspersen/DPA

Flüchtlingsrat kritisiert Bayerns Teststrategie

11.51 Uhr: Der bayerische Flüchtlingsrat kritisiert die ausgeweitete Testpraxis für Asylsuchende in Bayern. "Eine Respektlosigkeit sondergleichen ist das", sagte der Sprecher des Flüchtlingsrates, Stephan Dünnwald, der "Süddeutschen Zeitung". Mehr zu testen, sei "grundsätzlich gut", aber jeden zu einem Test zu verpflichten, der mit Knieschmerzen zum Arzt gehe, "ist eine Frechheit".

Hintergrund ist ein Beschluss der Staatsregierung, in bayerischen Asylunterkünften mehr verdachtsunabhängig zu testen. Jeder Asylsuchende, der in einem der Ankerzentren im Freistaat das dortige Ärztezentrum aufsucht, soll demnach beispielsweise künftig routinemäßig auf Sars-CoV-2 getestet werden - unabhängig vom Verdacht auf das Virus und Grund des Arztbesuchs.

Wichtiger als diese Tests sei die Verbesserung der Lebensumstände in den Unterkünften, betonte Dünnwald in der Zeitung. "Teilweise benutzen 30 Menschen eine Toilette", sagte er. "Die Staatsregierung muss die Bewohner besser auf die Unterkünfte verteilen."

Regierung hält Demos ohne Abstand und Masken für inakzeptabel

11.40 Uhr: Demonstrationen wie am Wochenende in Berlin sind nach Einschätzung der Bundesregierung eine Gesundheitsgefahr. Es habe massive Verstöße gegen die geltenden Hygieneregeln gegeben, sagt eine Regierungssprecherin. Das sei nicht akzeptabel. Gleichwohl sei das Versammlungsrecht ein hohes Gut, ergänzt ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Vorgaben zum Infektionsschutz müssten in der Pandemie aber eingehalten werden.

Frankreich führt Maskenpflicht im Freien in mehreren Gemeinden ein

10.51 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus gilt in weiteren französischen Gemeinden jetzt eine Maskenpflicht im Freien. In 69 zusätzlichen Gemeinden des Départements Mayenne müssen die Schutzmasken auch auf der Straße getragen werden; zuvor galt die Maskenpflicht dort beispielsweise in der Département-Hauptstadt Laval. Die Präfektur habe vorab rund 650.000 Stoffmasken an Bewohner des Départements verteilt, erklärte Präfekt Jean-Francis Treffel im Fernsehsender BFMTV.

Auch in Nizza muss jetzt auf beliebten Plätzen eine Maske getragen werden. Dazu zählen auch Abschnitte der bei Touristen beliebten Strandmeile Promenade des Anglais, wie Bürgermeister Christian Estrosi mitteilt. Nizza zieht damit mit mehreren anderen großen französischen Städten gleich.

Eigentlich sind in Frankreich Masken nur in geschlossenen Räumen mit Publikumsverkehr und in öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht. Wegen steigender Infektionszahlen hatte die Regierung den örtlichen Behörden am Freitag mehr Spielraum bei der Maskenpflicht gegeben. Die Präfektur von Lille reagierte sofort und kündigte für die Stadt eine Pflicht etwa in der Fußgängerzone, auf Parkplätzen an Einkaufszentren oder in Parks an. In Frankreich steigt die Zahl der Neuinfektionen seit einigen Wochen wieder leicht.

Auch Flughäfen Leipzig und Dresden testen Rückkehrer

10.32 Uhr: Auch an den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden werden nun Urlaubsrückkehrer auf das Coronavirus getestet. Auf beiden Airports wurden am Montag die Testcenter offiziell in Betrieb genommen. Schon am Wochenende hatten sich Reisende dort kostenfrei auf eine Infektion testen lassen können. In Leipzig taten das rund 600 Reisende, in Dresden waren es etwa 500. In Leipzig war das Testergebnis für drei Mitglieder einer Familie positiv. Die ersten Flughäfen, darunter München und Düsseldorf, hatten am 25. Juli mit kostenfreien Untersuchungen begonnen.

Sachsen erwägt weitere Testmöglichkeiten für Urlaubsrückkehrer. Man denke dabei an Grenzübergänge zu Tschechien und Polen sowie an Bahnhöfe, sagte Gesundheitsstaatssekretär Uwe Gaul auf dem Dresdner Flughafen.

Urlaubsbuchungen ziehen wieder an

10.03: Zur Halbzeit der Sommerurlaubszeit hätten die Buchungen wieder angezogen, erklärte Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), aufgrund einer Auswertung aktueller Buchungszahlen durch das Marktforschungsinstitut Travel Data and Analytics (TDA). "Auch wenn die Buchungen gerade einmal ein Drittel der Vorjahresumsätze zu diesem Zeitpunkt ausmachen, so zeigt sich doch, dass Verreisen auch im Corona-Sommer ein Thema ist", sagte Fiebig.

Insgesamt sei die Situation der Reisewirtschaft allerdings nach wie vor dramatisch. "Das Niveau der Neubuchungen fängt die Verluste durch das Stornoaufkommen aufgrund der Reisewarnungen zurzeit noch bei Weitem nicht auf."

Der Buchungsanteil für Urlaubsziele am Mittelmeer liegt bei Veranstalterreisen mittlerweile bei über 60 Prozent, wie der Verband mitteilte. Dieser Anteil entspreche in etwa dem Vor-Corona-Anteil, allerdings auf weit niedrigerem Niveau. Nach der teilweisen Aufhebung der weltweiten Reisewarnungen Mitte Juni waren zunächst bevorzugt Ziele im westlichen Mittelmeerraum gebucht worden, seit zwei Wochen lägen die Reiseländer im östlichen Mittelmeerraum leicht vorn.

Im westlichen Mittelmeer und im Atlantik sind den Angaben zufolge die Balearen und die Kanaren die meistgebuchten Ziele, wobei die Buchungen für die Balearen in den vergangenen zwei Wochen deutlich zurückgegangen seien. Gleichzeitig ziehen demnach Reisebuchungen nach Italien langsam und stetig an. Bei den Reiseländern im östlichen Mittelmeer lagen laut DRV Griechenland und die Türkei Mitte Mai noch fast gleichauf. Mit der Verlängerung der Reisewarnung für außereuropäische Ziele stürzten die Türkei-Buchungen ab; sie stiegen erst jüngst wieder langsam an.

Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern wollen Maskenpflicht an Schulen einführen

9.15 Uhr: Kinder an Hamburgs Schulen sollen künftig Mund-Nasen-Schutz tragen. Eine entsprechende Pflicht außerhalb des Unterrichts soll in Hamburg eingeführt werden, sagte Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) im ARD-"Morgenmagazin". Die Pflicht sowie das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln sollen dazu beitragen, dass der Schulbetrieb zunächst wieder normal laufen kann.

In Hamburg enden die Sommerferien an diesem Mittwoch. Auch Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) hatte am Morgen für eine entsprechende Pflicht außerhalb der Klassenzimmer plädiert. Sie werde dem Kabinett vorschlagen, "dass wir doch auf Nummer sicher gehen" und außerhalb der Klassenräume eine Maskenpflicht einführen, sagte Martin im Norddeutschen Rundfunk. In Mecklenburg-Vorpommern war die Schule bereits am Montag wieder gestartet.

Mehrere Bundesländer wie Berlin, Bayern und Baden-Württemberg haben bereits angekündigt, eine Maskenpflicht in Schulgebäuden einzuführen. Sie soll jedoch nicht im Unterricht gelten. In anderen Ländern wie Nordrhein-Westfalen ist von freiwilligen Maskengeboten die Rede, oder es liegt - wie in Hessen oder Sachsen - im Ermessen der Schulen.

Altmaier will Ladensterben verhindern

9.05 Uhr: Die Geschäfte in vermeintlich guten Innenstadtlagen litten besonders unter den Corona-Schließungen. Mit neuen Konzepten will Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier die öden Fußgängerzonen deutscher Städte wieder attraktiver machen.

Scholz gegen Verlängerung von Mehrwertsteuersenkung

8.54 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz spricht sich gegen eine Verlängerung der Mehrwertsteuersenkung aus. "Wichtig ist, dass man am Anfang sagt, wann Schluss ist", zitiert der SWR den SPD-Politiker. Man habe lange darüber diskutiert. Die positiven Konjunktureffekte, die die befristete Mehrwertsteuersenkung ausgelöst habe, brauche die Wirtschaft jetzt. Die Menschen sollten jetzt kaufen und Investitionen nicht auf die lange Bank schieben. Deutschland spüre bereits eine leichte wirtschaftliche Erholung - dies müsse verstärkt werden. Würde die Mehrwertsteuersenkung noch einmal verlängert, würde dieser Effekt "konterkariert".

Testpflicht für Risikoreisende noch diese Woche

8.21 Uhr: Die Pflicht zum Coronatest für Einreisende aus Risikogebieten kommt nach den Worten von Gesundheitsminister Jens Spahn noch im Laufe dieser Woche. Es gebe erste Entwürfe, sagte er im ARD-"Morgenmagazin". "Wir wollen das gut mit den Ländern abstimmen, weil sie diese auf Flughäfen und Bahnhöfen umsetzen müssen." Bis zur Testpflicht gelte die Pflicht zu einer zweiwöchigen Quarantäne für Einreisende aus Risikogebieten.

Neuer Lockdown in philippinischer Hauptstadt Manila

8.14 Uhr: Die philippinische Hauptstadt Manila bereitet sich auf einen neuen Lockdown wegen der rasant gestiegenen Corona-Zahlen vor. Präsident Rodrigo Duterte kündigte an, dass für die 12,8 Millionen Einwohner der Metropolregion Metro Manila an diesem Dienstag wieder strikte Ausgangsbeschränkungen in Kraft treten.

Die Bürger dürfen ihre Wohnungen nur noch in Ausnahmefällen verlassen, der öffentliche Verkehr wird ausgesetzt und Zusammenkünfte werden auf maximal fünf Personen begrenzt.

Die Maßnahmen sollen für mindestens zwei Wochen gelten. Gleichzeitig will die Regierung 20 Millionen Masken an arme Menschen verteilen.

Zahlreiche Mitarbeiter des Gesundheitswesens hatten am Wochenende in einem offenen Brief an Duterte vor einem Kollaps des gesamten Systems gewarnt. Die Ärzte und Pfleger erklärten, sie stünden davor, den Kampf gegen Covid-19 zu verlieren. "Wenn die Infektionen nicht gestoppt werden, werden wir das nächste New York City sein, wo Menschen auf Krankentragen, in der Notaufnahme oder zu Hause sterben, weil die Krankenhäuser voll sind", hieß es.

Das Gesundheitsministerium hatte am Wochenende eine Rekordzahl von 5032 Neuinfektionen gemeldet. Die Gesamtzahl stieg damit auf mehr als 103.000. 2059 Menschen sind in dem südostasiatischen Inselstaat mit seinen 106 Millionen Einwohnern in Verbindung mit Covid-19 gestorben.

Corona digitalisiert die deutsche Wirtschaft

8.08 Uhr: Die Corona-Pandemie hat deutschen Unternehmen laut einer Umfrage bei der Digitalisierung geholfen. Ein Drittel führte demnach neue Programme im Betrieb ein - und der Großteil will auch nach der Krise so weiterarbeiten.

Testpflicht für Kreuzfahrttouristen?

7.48 Uhr: Der Reisebüro-Verband will Corona-Testpflicht für Kreuzfahrtgäste. Die Kosten sollten von den Gästen selbst getragen werden. "Wer sich eine Kreuzfahrt leisten kann, kann sich auch das leisten", meinte Linnhoff. Sie plädierte auch für eine generelle Testpflicht für alle Urlaubsrückkehrer.

Am Wochenende wurde das Coronavirus unter der Besatzung eines Passagierschiffs in Norwegen bei 36 Crew-Mitgliedern nachgewiesen. Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises verschob ihren Neustart nach der Corona-Zwangspause. Die in der ersten Augusthälfte geplanten Minikreuzfahrten auf der Ostsee wurden am Sonntag abgesagt, weil eine Freigabe durch den Flaggenstaat Italien fehlte.

Menschen können laut Studie Hunde und Katzen anstecken

6.10 Uhr: Haustiere wie Hunde und Katzen können von Menschen mit dem Coronavirus angesteckt werden. Diese Annahme von Wissenschaftlern hat jetzt eine Studie italienischer Forscher bestätigt. Sie untersuchten in Norditalien, vor allem in der Lombardei, 540 Hunde und 277 Katzen. Die Tiere lebten in Haushalten mit Corona-Patienten oder in besonders stark von Corona betroffenen Gebieten. 3,4 Prozent der Hunde und 3,9 Prozent der Katzen hatten Antikörper gegen das Virus gebildet.

Die Ergebnisse sind nach den Worten des Präsidenten des Friedrich-Loeffler-Instituts Greifswald, Thomas Mettenleiter, nicht überraschend. "Sie bestätigen, was wir schon wissen", äußerte er. "Wir gehen davon aus, dass im Regelfall die Übertragung des Virus vom Menschen auf das Tier erfolgt." Die Studie bestätige die bisherige Einschätzung des FLI, dass Hunde oder Katzen bisher keine Rolle bei der Verbreitung des Virus spielen. Ausschlaggebend sei die Übertragung von Mensch zu Mensch.

509 Neuinfektionen in Deutschland

5.20 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 509 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Coronakrise haben sich somit mindestens 210.402 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9148.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 1,11 (Vortag: 1,13). Der sogenannte Sieben-Tage-R bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,09 (Vortag: 1,20). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Union stellt Genehmigung künftiger Corona-Großdemonstrationen infrage

3.21 Uhr: Die Union hat eine Wiederholung von Corona-Großdemonstrationen wie am Wochenende in Berlin grundsätzlich infrage gestellt. Mit Blick auf die Verstöße gegen die Hygieneregeln bei der Demo gegen die Coronavirus-Politik sagte der Unions-Innenexperte Armin Schuster (CDU) der "Rheinischen Post": "Solche Demonstrationen sind eine Gefahr für die Allgemeinheit."

Es sei verhältnismäßig, die Versammlungen "nur noch unter sehr viel strengeren Auflagen oder gar nicht mehr zu genehmigen", sagte Schuster. Das offen zur Schau gestellte Nichteinhalten von Corona-Regeln, die Attacken auf Medienvertreter und immer wieder unfriedliche Auseinandersetzungen mit der Polizei rechtfertigten schon im Vorfeld ein "deutlich konsequenteres Vorgehen der Versammlungsbehörden".

Der Städte- und Gemeindebund kritisierte derweil das Land Berlin und dessen Vorgehen bei der Corona-Demo. "Ich verstehe nicht, warum Berlin nicht viel schärfere Auflagen für die Demonstration erlassen hat", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Bild". Bei allem, was man sehe, etwa an Negativbeispielen von feiernden Jugendlichen, gehe es immer um Berlin - "aber Berlin ist nicht Deutschland".

Großbritannien führt Schnelltests ein

1.45 Uhr: Großbritannien führt Corona-Schnelltests ein. Innerhalb von 90 Minuten könne das Coronavirus nachgewiesen werden, erklärte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock. Rund 5,8 Millionen DNA- und 450.000 Abstrichtests sollen zur Verfügung stehen.

"Die Tatsache, dass diese Tests sowohl Grippe als auch das Coronavirus erkennen können, wird im Winter hilfreich sein, damit Patienten den richtigen Rat befolgen können, um sich und andere zu schützen", erklärte Hancock. Das britische Gesundheitssystem ist durch die Coronakrise stark belastet. Mehr als 46.000 Menschen sind bislang an den Folgen des Virus gestorben.

Manchester ruft "schwerwiegenden Vorfall" aus

0.40 Uhr: Im britischen Manchester haben Behörden wegen steigender Infektionszahlen einen "Major Incident" ("schwerwiegenden Vorfall") ausgerufen. Die Behörden bekommen dadurch mehr Handlungsoptionen im Kampf gegen das Coronavirus. Es gebe keinen Anlass zur Panik, hieß es.

Premier Boris Johnson hatte zuvor in ganz England weitere Lockerungsmaßnahmen in der Coronakrise für mindestens 14 Tage gestoppt. Im Norden wurden die Maßnahmen sogar verschärft: Unter anderem in Manchester dürfen sich Mitglieder verschiedener Haushalte nicht mehr in Innenräumen und Privatgärten treffen. Auch der gemeinsame Besuch von Pubs und Restaurants ist untersagt.

Gesundheitsminister Matt Hancock führt die verstärkte Ausbreitung des Virus auf das Nichteinhalten der Abstandsregeln zurück. Großbritannien ist in Europa am schlimmsten von der Pandemie betroffen.

Fast 26.000 Neuinfektionen in Brasilien

0.33 Uhr: Brasilien hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums 25.800 bestätigte Coronavirus-Infektionen sowie weitere 541 Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Das Land registrierte seit Beginn der Pandemie mehr als 2,73 Millionen Fälle, die offizielle Zahl der Todesopfer stieg offiziellen Angaben zufolge auf 94.104.

sak/hba/mfh/evh/dpa/Reuters/AFP/AP
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