+++ Corona-News am 10. August +++ Kuba meldet Höchststand bei Corona-Neuinfektionen

Nach vielen Fällen insbesondere in der Hauptstadt Havanna schlägt Kubas Gesundheitsminister Alarm. Und: Fußball-Fans in Deutschland müssen noch mindestens bis November auf Stadionbesuche verzichten. Der Überblick am Montag.
Temperaturkontrolle an einem Checkpoint in die Provinz Havanna

Temperaturkontrolle an einem Checkpoint in die Provinz Havanna

Foto: Ramon Espinosa/ AP

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter.

Zahl der wöchentlichen Corona-Todesfälle in den USA sinkt wieder

22.21 Uhr: Die Zahl der wöchentlichen Todesfälle in Folge von Covid-19-Erkrankungen ist in den USA zum ersten Mal nach vier Wochen wieder gesunken. In der vergangenen Woche sind 7200 Menschen und damit 16 Prozent weniger als noch in der Vorwoche nach einer Corona-Infektion gestorben, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eigene Berechnungen aus Daten der US-Bundesstaaten und Bezirke.

Der Rückgang sei dabei vor allem auf die seit rund drei Wochen rückläufigen Fallzahlen in den USA zurückzuführen, insbesondere in vorherigen Hotspots wie Arizona, Florida, Kalifornien und Tennessee.

Insgesamt liegen die Neuansteckungen weiter auf hohem Niveau: Zuletzt wurden in den USA laut Reuters rund 53.000 Neuinfektionen am Tag gemeldet, insgesamt wurden inzwischen mehr als fünf Millionen Fälle registriert. Auf die USA entfällt damit rund ein Viertel aller weltweit registrierten Corona-Infektionen. Mehr als 163.000 Menschen sind in dem Land bislang an Covid-19 gestorben.

Kuba meldet Rekord bei Corona-Neuinfektionen

22.10 Uhr: In Kuba haben die Behörden einen neuen Rekord bei den Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Seit Sonntag seien 93 neue Infektionsfälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Die meisten der Fälle seien in der Hauptstadt Havanna und der benachbarten Provinz Artemisa aufgetreten. Laut Berichten von Staatsmedien kündigte die Regierung als Reaktion die Schließung von Stränden und Bars an.

Auch Erholungsparks sowie Orte, an denen sich üblicherweise viele informelle Arbeiter aufhielten, würden geschlossen, berichtete die Staatszeitung "Granma". Restaurants und Cafés dürften zudem nur noch Gerichte zum Mitnehmen anbieten.

"Wir sehen einen neuen epidemischen Ausbruch, der unsere Bevölkerung bedroht", hatte Kubas Gesundheitminister José Angel Portal bereits am Samstag gesagt. Besorgniserregend ist laut Reuters insbesondere, dass zuletzt etliche Infektionen nicht rückverfolgbar gewesen seien.

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität sind auf Kuba bislang 2953 Infektionsfälle gemeldet worden worden, 88 Menschen starben demnach an den Folgen von Covid-19.

Mannschaft des 1. FC Magdeburg muss in Quarantäne

20.23 Uhr: Beim Trainingsauftakt von Fußball-Drittligist 1. FC Magdeburg ist ein positiver Corona-Test aufgetreten. Das gab der Verein bekannt. Als Vorsichtsmaßnahme hat das zuständige Gesundheitsamt der Stadt für die gesamte Mannschaft, den Trainerstab und einige Mitarbeiter bis auf Weiteres eine häusliche Quarantäne angeordnet.

Die getestete Person zeige keine Symptome. Weitere Abstimmungen mit dem Gesundheitsamt sollen am Dienstag erfolgen. Die Magdeburger waren am Montag offiziell wieder ins Training eingestiegen.

Finnland führt verpflichtende Corona-Tests ein

20 Uhr: Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten müssen sich in Finnland auf das Virus testen lassen und zunächst in Quarantäne. Das teilte der verantwortliche Minister laut der Nachrichtenagentur Reuters mit.

Der Schritt erfolgt demnach, nachdem am Samstag 24 von 157 Passagieren eines Flugzeugs aus Nordmazedonien nach freiwilligen Tests positiv auf das Virus untersucht worden waren.

Gesundheitsminister schließen Fan-Rückkehr vor 31. Oktober aus

19.30 Uhr: Die Gesundheitsminister der Länder haben sich geschlossen gegen eine Rückkehr von Fußball-Fans in die Bundesliga-Stadien zum gegenwärtigen Zeitpunkt ausgesprochen. Sie seien "zu einer einhelligen Position gekommen, dass wir ausgehend von der jetzigen pandemischen Lage es nicht befürworten, die Stadien zu öffnen", sagte die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Montag als Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz.

"Gesundheitspolitisch befürworten wir zurzeit zumindest bis zum 31. Oktober die Öffnung der Stadien nicht. Danach kann man noch mal aufgrund der Lage miteinander diskutieren", so die Politikerin.

El Salvador will Immunitätspässe für Corona-Genesene einführen

18.25 Uhr: Genesene Corona-Patienten sollen in El Salvador Immunitätspässe bekommen. Diese würden den Inhabern gestatten, über das allgemein Erlaubte hinaus zu arbeiten und soziale Kontakte zu pflegen, erklärte Präsident Nayib Bukele in einer Ansprache. Er stellte zudem in Aussicht, dass der Staat diese Menschen bei der Verteilung von Medikamenten und Lebensmitteln an Haushalte beschäftigen werde.

Einen Immunitätspass soll Bukele zufolge bekommen, wer genesen ist und einen negativen PCR-Test vorweisen kann oder Plasma gespendet hat. Es gibt bislang keinen Beleg für eine automatische Immunität nach überstandener Corona-Infektion. Studien deuten darauf hin, dass bei Menschen, die nur wenige oder gar keine Symptome hatten, schon bald nach einer Infektion keine Antikörper im Blut mehr nachweisbar sind. Auch in Deutschland und anderen Ländern ist die Einführung von Immunitätspässen diskutiert worden.

Fremdenführer sollen in israelischen Schulen assistieren

18.15 Uhr: Die Diskussion um Schulunterricht in Israel zu Zeiten von Corona hat zu einer kreativen Lösung geführt - dort sollen Fremdenführer vorübergehend Lehrern an Schulen assistieren. So will man gleich zwei Probleme angehen: Den Schülerinnen und Schülern werde dadurch unter anderem Kleingruppenunterricht im Klassenraum ermöglicht, hieß es in einer Mitteilung des Tourismusministeriums.

Weil Israel sich seit Beginn der Corona-Krise praktisch abgeschottet hat und nur noch in Ausnahmefällen die Einreise erlaubt, haben viele Fremdenführer ihren Job verloren. Die Tourismusindustrie des Landes leidet stark unter den Folgen der Pandemie.

Die Fremdenführer sollen demnach dabei helfen, im kommenden Schuljahr die Stufen 3 und 4 zu betreuen. Dafür sollen sie bis zu 75 Schekel (umgerechnet etwa 19 Euro) pro Stunde erhalten.

Spahn: Zuschauer in Stadien wären jetzt falsches Signal

17.55 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält eine Rückkehr von Fans zu Spielen der Fußball-Bundesliga trotz guter Corona-Schutzkonzepte vorerst für unangebracht. "Tausende Zuschauer in den Stadien - das passt nicht zum aktuellen Infektionsgeschehen", erklärte der CDU-Politiker am Montag bei Twitter nach Beratungen mit den Länder-Gesundheitsministern.

Jetzt heiße es, keine vermeidbaren Risiken einzugehen. "Wir spüren, dass wir wachsam bleiben müssen. In der jetzigen Situation wären Zuschauer auf den Rängen das falsche Signal." Das Konzept der Deutschen Fußball Liga sei in der Theorie gut. Entscheidend sei in der Pandemie aber die Praxis im Alltag.

Zahlungsmoral der Unternehmen verschlechtert sich

17.40 Uhr: Bislang mussten nur wenige Firmen wegen der Pandemie Insolvenz anmelden. Doch die Indizien mehren sich, dass bei vielen Unternehmen das Geld knapp wird: Die Zahlungsmoral verschlechtert sich. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Griechenland verschärft Corona-Beschränkungen wieder

17.25 Uhr: Die griechische Regierung hat nach gestiegenen Corona-Infektionszahlen umfangreiche Einschränkungen für zahlreiche Urlaubsregionen und Städte angeordnet. Zudem wurde die traditionelle Messe von Thessaloniki (5. bis 13. September) abgesagt. Deutschland wäre in diesem Jahr das Partnerland dieser Messe gewesen.

Nachdem am Vortag mehr als 200 nachgewiesene Corona-Fälle gemeldet wurden, müssen alle Tavernen, Bars und Discos in zahlreichen Regionen des Landes, darunter auf Kreta, Santorin, Mykonos und anderen bekannten Urlaubsregionen um Mitternacht schließen. Diese Maßnahme gilt vorerst bis 23. August, teilte eine Regierungssprecherin in Athen mit.

Zudem müssen alle über die Landesgrenzen einreisenden Menschen ab 17. August einen negativen Coronatest vorlegen, egal aus welchem Land sie stammen. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Das Auswärtige Amt in Berlin hat seine Reisehinweise für Griechenland am Montag entsprechend aktualisiert.

Griechenland weist - gemessen an seiner Bevölkerung von gut 10,5 Millionen Einwohnern - eine geringe Zahl von Infektionen mit dem Coronavirus auf. In den vergangenen Tagen ist die Zahl von Infizierten jedoch schlagartig angestiegen.

Bayerischer Polizist nach Rede auf Corona-Kundgebung versetzt

17.15 Uhr: In Bayern ist ein Polizeibeamter nach einer Rede auf einer Corona-Demonstration intern versetzt worden. Der Mann habe am Samstag in Augsburg beim sogenannten Fest für Freiheit und Frieden seine Kollegen dazu aufgerufen, sich dem Protest anzuschließen, berichtete der Bayerische Rundfunk (BR) am Montag. In seiner Rede habe er gängige Verschwörungstheorien bemüht.

Der Polizist habe unter anderem gesagt, dass er bedrückt sei, wie sich der Staat "durch die Verbreitung von Angst und Schrecken durch die Medien und die Politik" in einen "Denunziantenstaat" verwandelt habe. Die Presse unterdrücke ihm zufolge wesentliche Informationen.

Nach BR-Informationen war der Beamte Dienstgruppenleiter bei einer Polizeiinspektion. Die Polizei habe Videoaufnahmen der Proteste gesichtet und prüfe, ob ein dienstrechtliches Fehlverhalten vorliege. Der Beamte werde ab sofort nicht mehr als Führungskraft oder im Dienst mit Bürgerkontakt eingesetzt. Das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung sei wichtig, es gebe allerdings beamtenrechtliche Grenzen, zitierte der BR einen Polizeisprecher.

Wachsender Druck auf Fluggesellschaften für rasche Rückzahlungen

16.50 Uhr: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hat die Fluggesellschaften zu raschen Rückzahlungen für ausgefallene Flüge wegen der Coronakrise aufgefordert. Hunderttausende Verbraucher warteten immer noch auf die Erstattung von Vorauszahlungen, sagte die SPD-Politikerin. Viele zeigten großes Verständnis für die Lage der Fluggesellschaften, und das seit Monaten. "Aber die Airlines dürfen die Geduld der Kunden jetzt nicht überstrapazieren und ihr Vertrauen nicht aufs Spiel setzen." Die Verpflichtung, Tickets sehr zügig zu erstatten, sei glasklar EU-rechtlich vorgeschrieben. "Dieser Pflicht müssen alle Fluggesellschaften jetzt endlich nachkommen."

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnte bei der staatlich gestützten Lufthansa Tempo an. "Es kann nicht sein, dass die Lufthansa Hilfszahlungen in Milliardenhöhe aus Steuergeldern erhält und trotzdem Kunden zu illegalen Zwangsdarlehen zwingt", sagte vzbv-Chef Klaus Müller den Partnerzeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft. Die Airline müsse bis Ende August alle ausgefallenen Flugtickets vollständig erstatten.

Lambrecht betonte, die Fluggesellschaften müssten Kunden auch transparent darüber informieren, wann sie eine Erstattung erhalten. "Zudem ist wichtig, dass bei allen Stornierungen, die jetzt noch folgen, Ticket-Erstattungen automatisch und ohne weiteren Aufwand für die Kunden erfolgen."

Eine Lufthansa-Sprecherin hatte am Wochenende bestätigt, dass noch knapp eine Milliarde Euro an Erstattungen ausstünde.

Söder warnt vor Auftritten à la Berthold - "Verheerende Wirkung"

16.05 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat nach dem umstrittenen Auftritt von Ex-Weltmeister Thomas Berthold vor den Folgen solcher Aktionen in der Coronavirus-Pandemie gewarnt. "Wenn sogar ehemalige Nationalspieler sich irgendwelchen absurden Diskussionen anschließen, hat das übrigens auch eine ganz verheerende Wirkung. Was hat das für eine Wirkung auf Fußballfans, wenn ehemalige Fußballnationalspieler plötzlich dazu aufrufen, weder Masken zu tragen noch Abstand zu halten?", sagte der CSU-Politiker.

Namentlich nannte Söder den ehemaligen Fußballprofi Berthold nicht. Der 55-jährige Berthold hatte am Samstag bei einer Demonstration gegen die Corona-Schutzmaßnahmen in Stuttgart eine Rede gehalten. In der Vergangenheit hatte Berthold Werbung für ein indiziertes antisemitisches Buch gemacht.

17 Migranten auf Lesbos positiv getestet worden

15.35 Uhr: 17 Migranten, die in den vergangenen Tagen aus der Türkei zu der griechischen Insel Lesbos übersetzten, sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte ein Sprecher des griechischen Corona-Krisenstabes mit. Die infizierten Menschen leben demnach aber nicht in dem überfüllten Lager von Moria auf Lesbos. Sie müssen in den nächsten 14 Tagen in einer Isolierstation im kleineren Lager von Kara Tepe in Quarantäne bleiben. Im und um das Lager von Moria wird scharf kontrolliert. Die griechischen Behörden haben bereits Isolierstationen aufgebaut, falls das Coronavirus auch in Moria ausbrechen sollte.

Familienministerin Giffey will flächendeckende Kitaschließungen "unbedingt vermeiden"

15.20 Uhr: In den meisten Bundesländern haben die Kitas wieder regulär geöffnet. Jetzt startet der Bund ein groß angelegtes Register, um herauszufinden, wie Infektionen verhindert werden können. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

WHO: Ohne ständigen Druck kehrt Coronavirus immer wieder

15.05 Uhr: Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird es bis auf Weiteres immer wieder zu steigenden Corona-Zahlen kommen. "Man kann es eine zweite Welle nennen, man kann es eine zweite Spitze nennen, man kann es ein Aufflammen nennen, man kann es nennen, wie man will - nimmt man den Druck von diesem Virus, kommt das Virus zurück", sagte WHO-Experte Michael Ryan in Genf. "Ich weiß, das wollen die Leute nicht hören, aber das ist die Realität." Es sei außergewöhnlich schwer, das Virus zu stoppen.

In mehreren Ländern Europas stiegen die Infektionszahlen jüngst wieder an, was vielerorts Sorge vor einem erneuten rasanten Anstieg der Fallzahlen ausgelöst hat. Die Aufgabe besteht laut Ryan darin, durch Nachverfolgung, Tests und lokale Maßnahmen Ausbruch für Ausbruch schnell einzudämmen und so weitere landesweite Lockdowns wie im Frühjahr zu vermeiden. "Das sagen wir den Ländern in Europa: Lasst den Druck auf dem Virus", so Ryan.

WHO-Expertin Maria van Kerkhove erinnerte an die zentrale Bedeutung großer Menschenansammlungen für die Verbreitung des Erregers. "Das Virus liebt solche Ansammlungen."

Die WHO erwartet diese Woche das Überschreiten der Marke von 20 Millionen Infizierten. Mehr als 720.000 Patienten sind nach offiziellen Daten mit oder an Covid-19 gestorben. Experten schätzen die Dunkelziffer nicht erfasster Infektionen und Todesfälle allerdings als hoch ein.

Kein Rechtsanspruch auf Maskenpflicht im Unterricht

14.50 Uhr: Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Hamburg gibt es zum Schutz vor einer Corona-Infektion an Schulen keinen Anspruch auf Anordnung einer Maskenpflicht im Unterricht. Die Richter lehnten am Montag einen Eilantrag ab, wonach an Schulen während des Unterrichts das Tragen einer Maske für Schüler und Lehrer verpflichtend sein sollte, wie das Gericht mitteilte. Gegen die Entscheidung könne der Antragsteller Beschwerde beim Hamburgischen Oberverwaltungsgericht erheben.

Nach Überzeugung des Verwaltungsgerichts kann eine Verletzung der Schutzpflicht des Staates nur festgestellt werden, wenn Schutzvorkehrungen überhaupt nicht getroffen wurden, wenn sie offensichtlich ungeeignet oder völlig unzulänglich sind oder wenn sie erheblich hinter dem Schutzziel zurückbleiben. Der Antragsteller habe aber weder für alle Hamburger Schulen noch basierend auf der lokalen Situation an einer bestimmten Schule glaubhaft machen können, warum neben all den anderen bereits ergriffenen Schutzmaßnahmen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Unterricht unerlässlich sein soll.

Ver.di fordert 5,5 Prozent mehr Geld für Beschäftigte der Post

14.25 Uhr: Angesichts der guten Geschäftsentwicklung bei der Deutschen Post AG fordert die Gewerkschaft Ver.di für die rund 140.000 Tarifbeschäftigten Einkommenserhöhungen von 5,5 Prozent. Der Post-Konzern habe sein Ergebnis in der Corona-Pandemie deutlich steigern können, sagte die stellvertretende Ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis am Montag. Daran hätten vor allem die Beschäftigten, die Briefe und Pakete bearbeiteten, einen wesentlichen Anteil. Sie hätten in den vergangenen Wochen und Monaten bis zu 40 Prozent mehr Paketvolumen bewältigt.

"Unsere Mitglieder erwarten eine deutliche und nachhaltige Tariferhöhung", sagte Kocsis nach dem Beschluss der Verdi-Tarifkommission in Fulda. Das habe eine Befragung der Verdi-Mitglieder bei der Post gezeigt. Die Tarifverhandlungen sollen am 28. August 2020 aufgenommen werden.

Die Deutsche Post DHL hatte in der vergangenen Woche gute Geschäftszahlen für das vergangene Quartal gemeldet. Insgesamt legte der Umsatz des Logistikriesen zwischen April und Juni um rund drei Prozent auf knapp 16 Milliarden Euro zu. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn erhöhte sich sogar um 14,6 Prozent auf 525 Millionen Euro. Wachstumstreiber war insbesondere der E-Commerce-Boom in der Coronakrise, der das Paketgeschäft anheizte.

Umfrage: Jedes dritte britische Unternehmen will Stellen streichen

14.12 Uhr: In Großbritannien droht wegen der Coronakrise laut einer Umfrage eine massive Entlassungswelle. Jeder dritte von insgesamt 2000 befragten Arbeitgebern plant bis September, Mitarbeiter zu entlassen, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie des Personalmanagement-Verbands CIPD und des Personaldienstleisters Adecco. Bei einer früheren Umfrage im Mai hatten noch 22 Prozent der Arbeitgeber Entlassungen vorgesehen.

Die Pandemie hat in Großbritannien bereits zu Stellenstreichungen insbesondere in der Gastronomiebranche geführt. Sorgen bereitet Unternehmen und Beschäftigten auch das Auslaufen der Kurzarbeiterregelung Ende Oktober.

Höhere Corona-Zahlen: Regierung ruft zu weiterer Vorsicht auf

13.55 Uhr: Die Bundesregierung hat angesichts zuletzt wieder gestiegener Corona-Infektionszahlen zu weiterer Vorsicht aufgerufen. Es bleibe zentral, dass alle weiterhin die relativ einfachen und bisher besten Instrumente gegen die Pandemie nutzten, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin mit Blick auf Abstand, Hygiene und Mund-Nasen-Bedeckungen. "Jeder Einzelne von uns trägt Verantwortung für sich selbst und für seine Mitmenschen." Es gelte, wachsam zu bleiben, um Erreichtes bei der Corona-Eindämmung nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen.

Mit Blick auf den schrittweise wieder startenden Schulbetrieb sprach Seibert von einer "anspruchsvollen Aufgabe", das Recht auf Bildung mit einem hohen Gesundheitsschutz zu verbinden. Dies sei in jedem Bundesland umzusetzen, wobei neben den Rechten der Schüler auch die der Lehrer und Lehrerinnen zu bedenken seien. Der Regierungssprecher äußerte sich zurückhaltend zum Begriff einer "zweiten Welle" - diese könnten Virologen feststellen und nicht Politiker.

Ohne Maske in Bus und Bahn kostet in Hamburg künftig 40 Euro

13.30 Uhr: Hamburg führt eine Strafe von 40 Euro für Fahrgäste ein, die sich in Bussen und Bahnen nicht an die geltende Maskenpflicht halten oder die Mund-Nasen-Bedeckung nicht korrekt tragen. Verstärkte Kontrollen nach den Sommerferien hätten ergeben, dass die Maskendisziplin im öffentlichen Nahverkehr abnehme, teilten die Verkehrsbehörde und die Unternehmen im Verkehrsverbund HVV am Montag mit.

Mitarbeiter der Hamburger Hochbahn kontrollieren die Einhaltung der Maskenpflicht

Mitarbeiter der Hamburger Hochbahn kontrollieren die Einhaltung der Maskenpflicht

Foto: Daniel Reinhardt/ dpa

Am Wochenende seien in U-Bahnen der Hamburger Hochbahn knapp 15 Prozent Nichtmaskenträger angetroffen worden. Daher werde wie bei Schwarzfahrern und bei Alkohol- und Tabakkonsum nun eine Vertragsstrafe erhoben, die mit den Nachbarländern abgestimmt sei.

Söder: Bayern plant flächendeckend Corona-Testzentren

13.10 Uhr: In ganz Bayern soll es in Kürze flächendeckend Corona-Testzentren geben. In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt sollen solche Zentren eingerichtet werden, also rund 100 insgesamt. Das hat das Kabinett am Montag in einer Videokonferenz beschlossen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte anschließend in Nürnberg, die Menschen sollten sich schnell und unbürokratisch testen lassen können und dafür nicht mehr zum Arzt gehen müssen.

Markus Söder will erhöhte Testkapazitäten in Bayern: "weit über 200.000 pro Tag"

Markus Söder will erhöhte Testkapazitäten in Bayern: "weit über 200.000 pro Tag"

Foto: Peter Kneffel / AFP

Reiserückkehrer sollten sich nach Worten Söders künftig zweimal testen lassen: Einmal an der Grenze beziehungsweise am Flughafen und ein zweites Mal fünf bis sechs Tage später. Dazu sollen die Testkapazitäten in Bayern weiter massiv ausgebaut werden - von derzeit 55.000 pro Tag auf dann "weit über 200.000 pro Tag". Und: Die bisherigen Corona-Testzentren an der Grenze sollen nach Worten Söders weiter professionalisiert werden, damit Testergebnisse schneller als bisher ermittelt werden und schneller übertragen werden könnten.

Baubranche hat weiterhin Konjunktur

12.50 Uhr: Es gibt nicht sehr viele Bereiche der Wirtschaft, die unberührt von der Coronakrise geblieben sind. Die Bauindustrie gehört dazu - auch wenn im Mai die Umsätze etwas zurückgingen. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Die Zahl der Minijobs steigt wieder

12.30 Uhr: 200.000 Minijobber mehr als im Mai - die Zahl der geringfügig Beschäftigten steigt zwar wieder, bleibt aber noch deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. In einem Bereich legte sie seit März sogar zu. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Gericht: Berlin durfte Mindestabstand in Schulen aufheben

12.15 Uhr: Berlin hat den Mindestabstand in Schulen laut einer Gerichtsentscheidung rechtmäßig aufgehoben. Der Unterricht an öffentlichen Schulen könne effektiv nur als Präsenzunterricht erfolgen, erklärte das Berliner Verwaltungsgericht am Montag nach einer Eilentscheidung. Der Unterricht könne aufgrund personeller und räumlicher Zwänge nur in voller Klassenstärke gewährleistet werden. Das sei nur unter Verzicht auf den Mindestabstand möglich.

Am Montag begann das neue Schuljahr in Berlin. Zwei Berliner Schülerinnen und ihre Eltern hatten nach Gerichtsangaben geltend gemacht, dass als Schutz vor einer Corona-Ansteckung auch in der Schule der Mindestabstand einzuhalten sei.

Das Robert Koch-Institut empfiehlt zwar den Mindestabstand von eineinhalb Metern. Das Land Berlin habe aber "eine ausreichende Anzahl anderer Maßnahmen" vorgesehen, entschied das Gericht. Es verwies etwa auf die Maskenpflicht außerhalb des Unterrichts und die Vorgabe, regelmäßig zu lüften und die Hände zu waschen. Unter Berücksichtigung dieser Vorkehrungen erfülle der Staat "seine verfassungsrechtlich vorgesehene Pflicht, Leib und Leben zu schützen", befanden die Richter. Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt werden.

Senatorin erwägt, Berliner Kneipen wegen Corona-Verstößen trockenzulegen

12.00 Uhr: Nach Verstößen von Gastronomen gegen die Corona-Regeln denkt Berlins Gesundheitssenatorin Kalayci über drastische Schritte nach - "wenn sich die Disziplin nicht verbessert". Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Auch Union will Insolvenz-Anmeldepflicht länger aussetzen

11.45 Uhr: Aus der Union kommt Zustimmung zu dem Vorschlag von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht, die Pflicht zum Insolvenzantrag wegen der Coronavirus-Seuche länger als geplant auszusetzen. Allerdings stellten am Montag sowohl der wirtschaftspolitische Sprecher der Union, Joachim Pfeiffer, als auch CDU/CSU-Fraktionsvize Thorsten Frei infrage, ob schwer angeschlagenen Firmen bis Ende März 2021 erlaubt werden soll, auf einen Insolvenzantrag zu verzichten, oder ob die Frist nicht Ende 2020 enden sollte. Die Bundesregierung hat die Pflicht zum Antrag auf Insolvenz vorerst nur bis Ende September ausgesetzt.

"Der Vorschlag von Lambrecht ist durchaus sinnvoll, weil er eine Unterscheidung zwischen Überlebensfähigkeit und Zahlungsunfähigkeit vorsieht", sagte der CDU-Politiker Pfeiffer der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir müssen aufpassen, dass wir keine Zombie-Unternehmen mitschleppen, die auch schon vor Corona keine Zukunft hatten." Schon im vergangenen Jahr sei für 2020 eine Insolvenzwelle erwartet worden, sagte Pfeiffer. Auch bei der diskutierten Verlängerung des Kurzarbeitergeldes fordert er eine Differenzierung. "Es ist nicht sinnvoll, eine 100-prozentige oder auch 80-prozentige Freistellung dauerhaft anzubieten. Dies setzt die falschen Anreize sowohl für die Unternehmen als auch Mitarbeiter." Es gebe Branchen mit strukturellen Problemen wie etwa die Automobilzulieferer, aus denen Mitarbeiter in andere Sektoren werden wechseln müssten.

"Eine zu weitgehende Kurzarbeiterregelung verhindert oder verzögert diesen Wechsel. Staatliche Hilfen dürfen nicht den nötigen oder bereits stattfindenden Strukturwandel der Wirtschaft behindern." In der Koalition wird derzeit über die Verlängerung mehrerer Corona-Maßnahmen diskutiert. Die SPD-Politikerin Lambrecht hatte vorgeschlagen, die Insolvenzantragspflicht bis Ende März 2021 zu verlängern.

Rückkehr der Fans ins Stadion? Die Mehrheit der Minister sieht das offenbar "kritisch"

11.00 Uhr: Am Nachmittag beraten die Gesundheitsminister der Länder über eine Wiederzulassung von Zuschauern in die Fußballstadien. Schon vorher deutet sich an: Die Bedenken wachsen mit den Infektionszahlen. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Champions League: Sorge um Spieltermin nach zwei Corona-Fällen bei Leipzig-Gegner Atlético

10.40 Uhr: Spanische Medien melden, dass sich zwei Atlético-Profis mit dem Coronavirus infiziert haben. Kann das Viertelfinale gegen RB Leipzig am Donnerstag wie geplant stattfinden? Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Genehmigung liegt vor: Neustart von Aida Cruises am 6. September

10.15 Uhr: Nach der kurzfristigen Absage des Saisonstarts der Kreuzfahrtreederei Aida Cruises wegen fehlender Genehmigungen der italienischen Regierung plant das Unternehmen den Neustart nun für Anfang September. Wie das Unternehmen berichtete, liege die Zustimmung aus Italien für die Neustartkonzepte inzwischen vor. Danach soll am 6. September in Kiel das Schiff "Aidablu" zu einer Kurzreise Richtung Norwegen und Dänemark ablegen. Weitere siebentägige Reisen seien von Hamburg aus mit der "Aidaperla vom 12. September an zu den norwegischen Fjorden geplant.

Mit Ausnahme dieser Fahrten müsse das Unternehmen aufgrund der aktuellen Pandemielage die seit Mitte März dauernde Unterbrechung der Kreuzfahrtsaison bis zum 30. September 2020 verlängern. Ursprünglich sollten Kurzreisen ohne Landgang bereits am 5. August in Hamburg starten, später sollten Rostock und Kiel dazukommen. Diese Pläne scheiterten an den fehlenden Genehmigungen aus Italien.

Für den geplanten Neustart hatte Aida am 22. Juli mit drei Flugzeugen 750 Besatzungsmitglieder aus Asien eingeflogen. Mehrfache Coronatests nach der Landung ergaben inzwischen zwölf Infizierte, die in der Folge isoliert wurden.

Nach zehn positiven Coronatests: Erstligapartie in Brasilien abgesagt

10.00 Uhr: Brasiliens erste Fußballliga startete am Wochenende belastet von zahlreichen positiven Coronatests in die neue Saison. Nur wenige Stunden vor der Partie gegen den FC São Paulo zeigte der Test bei zehn der 23 Spieler von Goias EC positive Ergebnisse. Die Partie wurde abgesagt, als die Gäste sich schon zu Aufwärmübungen auf den Platz befanden.

Aus Klubkreisen heißt es, dass die Proben schon am Freitag entnommen worden waren, das vom nationalen Verband CBF auserwählte Labor aber lediglich am Sonntagmorgen die Ergebnisse bekannt gegeben hatte. Zudem gibt es an der Zuverlässigkeit der Labordaten Zweifel, weil das für die Analyse zuständige Krankenhaus selbst neue Proben angefordert hat.

Auch das Drittliga-Gastspiel von Sociedade Imperatriz/Maranhao bei Treze FC in Campo Grande/Paraiba musste nach zwölf positiv auf COVID-19 getesteten Spielern der Gäste kurzfristig abgesagt werden. Am Wochenende waren alle vier nationalen Ligen nach der Pandemie-Zwangspause in die neue Saison gestartet.

Häuserpreise steigen während der Coronakrise stark

9.40 Uhr: Der Traum vom eigenen Haus ist seit Beginn der Pandemie teurer geworden. Die Preise kletterten deutlich stärker als bei Eigentumswohnungen. Und in Berlin könnten auf Mieter höhere Nachforderungen zukommen. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

436 Neuinfektionen in Deutschland

9.25 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Montag mit 216.327 angegeben - ein Plus von 436 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 217.288 Infizierte.

Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte insgesamt 9197 Todesfälle und damit einen mehr als am Vortag. Die JHU zählte 9202 Tote. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 197.400.

Lehrerpräsident: Maskenpflicht auch im Klassenzimmer unabdingbar

9.10 Uhr: Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hält eine Maskenpflicht in Klassenzimmern für unabdingbar, wenn der Unterricht in üblicher Weise vonstattengehen soll. "Wer vollen Unterrichtsbetrieb will, kommt an der Maskenpflicht nicht vorbei", sagte Meidinger der "Passauer Neuen Presse".

Weder Lehrer noch Schüler seien Fans der Maskenpflicht. "Aber das ist wohl das Opfer, das wir zumindest vorübergehend bringen müssen, um eine zweite Infektionswelle zu verhindern", betonte Meidinger. Er bezeichnete es als "aberwitzig", dass in Supermärkten, Zügen, Bussen, Gaststätten und bei Veranstaltungen Masken und Abstandsregelungen vorgeschrieben seien und an Schulen auf beides verzichtet werde.

"Was derzeit in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, also da, wo der Schulbetrieb gestartet ist, an Hygieneschutzmaßnahmen vor Ort umgesetzt wird, reicht mit Sicherheit nicht aus, um den Wegfall der Abstandsregel in Klassenzimmern zu kompensieren", sagte er der Zeitung.

SPD-Spitzenpolitiker Klingbeil und Tschentscher gegen kostenlose Tests

8.55 Uhr: Die Kritik an kostenlosen Corona-Test für Reisende aus Risikogebieten wächst. Auch aus Sicht von SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil und Hamburgs sozialdemokratischem Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher sollten Urlauber aus Risikogebieten Corona-Pflichttests selbst zahlen. Innenstaatssekretär Günter Krings von der CDU schlägt die Einführung einer Anzeigepflicht vor geplanten Reisen in Risikogebiete vor.

Klingbeil hat nach eigenen Worten "ein Gerechtigkeitsproblem damit, dass man in Risikogebiete fährt und dann auch noch den Test vom Staat bezahlt bekommt". Auf "Bild live" sagte er zur Entscheidung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), wonach für die Kosten der Pflichttests die Allgemeinheit aufkommt: "Das ist noch nicht zu Ende diskutiert."

Tschentscher sagte den Angaben zufolge: "Ich halte es für sehr vertretbar, wenn es die bezahlen, die ganz bewusst diese Reisen in Risikogebiete machen. Man kann auch woanders Urlaub machen." Nach einer rechtzeitigen Ansage sollten in Zukunft Tests wie Flug und Flughafengebühr zu den Reisekosten zählen. Anderenfalls müssten Krankenkassen-Beitragszahler oder Steuerzahler dafür zahlen.

Ifo-Umfrage: Firmen rechnen weiter mit monatelangen Einschränkungen des öffentlichen Lebens

8.45 Uhr: Die deutsche Wirtschaft prognostiziert durch die Corona-Pandemie noch monatelang Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Je nach Wirtschaftszweig fallen die Erwartungen jedoch unterschiedlich aus. Vor allem Firmen der Freizeitbranche befürchten längere Einschränkungen - und gaben auf eine entsprechende Frage des Ifo-Instituts 13 Monate an, Dienstleister rechnen insgesamt mit 8,6 Monaten, der Bau mit 8,2 und die Industrie mit 7,8. Künstlerische Tätigkeiten und die Gastronomie dagegen rechnen ebenfalls mit längeren Einschränkungen: elf Monaten.

Giffey nennt erneute Schließung von Kitas "allerletztes Mittel"

8.30 Uhr: Eine erneute Schließung der Kitas will Familienministerin Franziska Giffey unbedingt vermeiden. "Die komplette Schließung ist das allerletzte Mittel", sagte die SPD-Politikerin im ZDF-"Morgenmagazin". Dafür müssten jedoch alle nötigen Maßnahmen ergriffen werden. "Hygiene ist das A und O, Lüftungsverhalten ist ganz wichtig." Zudem solle es möglichst feste Gruppen geben - sei das nicht möglich, sollten die Kitas zumindest sicherstellen, dass das Infektionsgeschehen im Zweifelsfall nachvollzogen werden könne.

Franziska Giffey: "Hygiene ist das A und O"

Franziska Giffey: "Hygiene ist das A und O"

Foto: Bernd von Jutrczenka/ DPA

Auf die Frage nach bundesweiten Regelungen sagte Giffey, dass die Länder durchaus den Wunsch hätten, ihre eigenen Regeln durchzusetzen. Diese Zuständigkeit der Länder müsse man respektieren. "Der Bund begleitet und unterstützt." Eine Maskenpflicht für Kitas hält Giffey für "nicht praktikabel".

Zahl der Übernachtungen bricht im ersten Halbjahr um 47 Prozent ein

8.00 Uhr: Von den Corona-Schließungen besonders betroffen sind Gastronomie und Hotellerie. Wie sehr sie unter dem ersten Lockdown leiden mussten, zeigen nun Daten des Statistischen Bundesamts . Demnach ging die Zahl der Übernachtungen in- und ausländischer Gäste von Januar bis Juni um 47,1 Prozent zum Vorjahreszeitraum zurück - auf noch 117,5 Millionen im ersten Halbjahr 2020.

Zuletzt fielen die Einbrüche wegen gelockerter Einschränkungen nicht mehr ganz so heftig aus: Im Juni wurde ein Minus von 41,7 Prozent verbucht, nachdem es im Mai aufgrund zeitweiliger Schließungen noch 74,9 Prozent waren.

Wegen strenger Auflagen mit Abstandsgeboten, Kontaktbeschränkungen und Kapazitätsbegrenzungen melden die Hotels massive Umsatzeinbußen bei steigenden Kosten, wie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) beklagte. Während die Buchungen bei Hotels in Feriengebieten zuletzt einen positiven Trend zeigten, leiden die Stadt- und Tagungshotellerie nach wie vor, da Messen, Kongresse, Tagungen immer noch nicht stattfinden und viele Geschäftsreisende ausbleiben.

Die Branche befürchtet zudem wegen der steigenden Zahl an Neuinfektionen weitere Rückschläge. "Wir sind alle gut beraten, die Dinge jetzt nicht zu dramatisieren und eine zweite Welle herbeizureden. Aber wir müssen das sehr ernst nehmen", sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges. "Corona ist nicht besiegt. Solange müssen wir die Schutzmaßnahmen weiter konsequent umsetzen." Nur so könne die seit Mitte Mai gewonnene Freiheit des Ausgehens und des Reisens verteidigt werden. 

Berlins Tourismusbranche ist noch weit von altem Niveau entfernt

6.22 Uhr: Die Berliner Tourismusbranche steckt noch in der Coronakrise. Nach zwei erfolgreichen Monaten Anfang des Jahres habe es mit dem Lockdown im März einen Absturz bis fast auf null gegeben, sagte Burkhard Kieker, Chef der Berliner Tourismusgesellschaft Visit Berlin, der Nachrichtenagentur dpa. Seit Juni gebe es eine deutliche Erholung. "Wir sind derzeit bei 30 bis 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr", sagte Kieker. Dieses Niveau bei den Gästezahlen erwarte er auch für die zweite Jahreshälfte.

Im Vergleich zu manchen anderen Städten stehe Berlin damit noch gut da, sagte Kieker. "Das liegt daran, dass wir auch bei deutschen Touristen sehr beliebt sind." Es gebe schon wieder Gäste vor allem aus Dänemark, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich, die nach Berlin kämen, sagte Kieker. Auch aus Großbritannien sei das zu beobachten.

Vier Rostocker Schüler positiv auf Coronavirus getestet

5.30 Uhr: Bei vier schulpflichtigen Kindern einer Rostocker Familie ist eine Corona-Infektion festgestellt worden. Wie das Gesundheitsamt der Hansestadt am Sonntagabend mitteilte, haben sich die vier offenbar bei einem Auslandsaufenthalt mit Sars-CoV-2 infiziert. Nachdem Tests bei der Einreise nach Deutschland zunächst negative Befunde geliefert hätten, seien bei Nachkontrollen wegen der Infektion eines erwachsenen Familienmitglieds dann doch Ansteckungen mit dem Virus zutage getreten.

Für die gesamte Familie sei eine zweiwöchige Quarantäne angeordnet worden, die auch auf Mitschüler der Kinder und Lehrer an der Rostocker Borwinschule ausgedehnt wurde. Insgesamt seien 67 Personen betroffen. Für Donnerstag angesetzte Tests sollen Erkenntnisse über mögliche weitere Ansteckungen liefern.

Sommerurlaub in Deutschland boomt - aber große Verluste durch Corona 

5.08 Uhr: Volle Strände an Nord- und Ostsee, Hochbetrieb in den Voralpen: Trotz des Sommerreisebooms in vielen Urlaubsregionen kann der Deutschlandtourismus die Einbrüche durch die Coronakrise nach Einschätzung der Branche nicht aufholen. "Von einem Boom im Deutschlandtourismus wird man in diesem Jahr unter dem Strich kaum sprechen können. Dazu waren die Verluste während des Lockdowns zu groß", sagte Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbands. Aktuell müssen Urlauber in besonders beliebten Regionen für Übernachtungen tiefer in die Tasche greifen. Kunz spricht von Preiserhöhungen von bis zu maximal zehn Prozent.

Besonders gefragt sind nach seinen Angaben aktuell die Nord- und Ostsee sowie die Voralpen. An der Küste in Mecklenburg-Vorpommern seien etwa 80 Prozent der Unterkünfte im Juli und August ausgebucht. "Aber selbst Boomregionen werden es in diesem Jahr nicht schaffen, an das Ergebnis des Jahres 2019 anzuknüpfen", sagte Kunz der Nachrichtenagentur dpa. Das liegt auch daran, dass Hotels, Pensionen oder Campingplätze, vor allem aber die Gastronomie, wegen der Corona-bedingten Abstandsregeln ihre Kapazitäten nicht voll auslasten können.

Einsatz von Corona-Scouts in Gesundheitsämtern wird verlängert

4.36 Uhr: Sogenannte Containment-Scouts für die Nachverfolgung von Corona-Kontakten sollen die Gesundheitsämter für weitere sechs Monate unterstützen. Das kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der "Augsburger Allgemeinen" an. Der Bund stelle dem Robert Koch-Institut dafür 10,7 Millionen Euro für Personal- und Sachkosten zur Verfügung. "Unsere Gesundheitsämter vor Ort spielen in der Bekämpfung der Corona-Epidemie eine zentrale Rolle. Mit den Containment-Scouts unterstützen wir sie kurzfristig und flexibel", so Spahn.

Seit April seien mehr als 510 Scouts rekrutiert worden, zunächst für sechs Monate. Bei den Scouts bestehe eine hohe Bereitschaft, die Arbeit in den Gesundheitsämtern fortzusetzen, hieß es aus dem Gesundheitsministerium.

Paris führt Maskenpflicht an stark besuchten Orten im Freien ein

Junge Leute am Ufer der Seine, Paris. Ab heute gilt auch hier Maskenpflicht.

Junge Leute am Ufer der Seine, Paris. Ab heute gilt auch hier Maskenpflicht.

Foto: Michel Euler/ dpa

4.13 Uhr: An besonders stark besuchten Orten der französischen Hauptstadt gilt ab heute auch im Freien eine Maskenpflicht. Betroffen sind nach Angaben der Pariser Stadtverwaltung vor allem die Ufer der Seine sowie touristische Sehenswürdigkeiten, Märkte und Einkaufsstraßen. Bei Missachtung der Maskenpflicht droht eine Geldbuße in Höhe von 135 Euro.

Zahlreiche weitere Städte in Frankreich hatten zuvor bereits eine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken an besonders belebten Orten erlassen, darunter Nizza, Marseille und La Rochelle. Landesweit gilt eine Maskenpflicht in allen öffentlich zugänglichen Räumen.

NRW-Städtetag: Hitzefrei wegen Maskenpflicht großzügig regeln

4.01 Uhr: Der Städtetag Nordrhein-Westfalen unterstützt grundsätzlich die Maskenpflicht zum Schuljahresbeginn, fordert aber praxistaugliche Erleichterungen. "An heißen Sommertagen brauchen wir dann großzügigere Hitzefrei-Entscheidungen", sagte der Vorsitzende des Städtetags, Pit Clausen, der Nachrichtenagentur dpa.

Auch die Landesschülervertretung fordert, dass Hitzefrei in Zeiten Corona-bedingter Maskenpflicht nun auch für Oberstufenschüler gelten müsste. Die Hitze setze schließlich nicht nur Schülern der Sekundarstufe I zu, argumentiert sie.

Bislang sieht der Hitzefrei-Erlass der Landesregierung hitzefrei für die Oberstufe nicht vor. In Grundschulen und in der Sekundarstufe I entscheiden die Schulleiter über die Befreiung. Im Erlass heißt es: "Als Anhaltspunkt ist von einer Raumtemperatur von mehr als 27 Grad Celsius auszugehen. Beträgt die Raumtemperatur weniger als 25 Grad Celsius, darf Hitzefrei nicht erteilt werden."

Zum Schulstart gilt in NRW ab Mittwoch Maskenpflicht in allen Schulgebäuden und auf dem Gelände - in weiterführenden und berufsbildenden Schulen sogar im Unterricht.

Diskussionen um Reisen in Corona-Risikogebiete

3.40 Uhr: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher ist der Meinung, die neuen Corona-Pflichttests sollten Reisende selbst zahlen. "Ich halte es für sehr vertretbar, wenn es die bezahlen, die ganz bewusst diese Reisen in Risikogebiete machen. Man kann auch woanders Urlaub machen", sagte der SPD-Politiker zu "Bild". Zuvor hatte Innenstaatssekretär Günter Krings die Einführung einer Anzeigepflicht vor geplanten Reisen in Corona-Risikogebiete vorgeschlagen.

Marburger Bund warnt vor Rückkehr von Fußballfans in die Stadien

3.19 Uhr: Der Ärzteverband Marburger Bund rät eindringlich von einer Rückkehr der Fußballfans in die Stadien ab. Die komplette Meldung finden Sie hier.

Weitere Serie der Major League Baseball abgesagt

3.11 Uhr: Während in Deutschland über Fußballspiele mit einigen Tausend Zuschauern diskutiert wird, gibt es in den USA in der Major League Baseball (MLB) die nächsten Coronavirus-Fälle und eine weitere komplett abgesagte Serie. Zentrum des jüngsten Ausbruchs ist das Team der St. Louis Cardinals. Über das Wochenende stieg die Zahl der positiv getesteten Menschen laut MLB-Mitteilung vom Sonntag auf neun Spieler und sieben Betreuer. Die ersten beiden Fälle in dem Team gab es bereits am 30. Juli.

Nach der Absage der Serie gegen die Chicago Cubs wurde deswegen auch die Serie gegen die Pittsburgh Pirates abgesagt, die am Montag hätte beginnen sollen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP sind inzwischen 27 Spiele in der MLB im Zusammenhang mit Coronavirus-Fällen abgesagt worden.

Walter-Borjans kritisiert Spahns Umgang mit Corona-Pandemie

SPD-Chef Walter-Borjans wirft Gesundheitsminister Spahn Versäumnisse vor

SPD-Chef Walter-Borjans wirft Gesundheitsminister Spahn Versäumnisse vor

Foto: Kay Nietfeld/ DPA

2.47 Uhr: SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schwere Versäumnisse im Umgang mit der Corona-Pandemie vorgeworfen. Die "vollmundige Selbstvermarktung" des Ministers könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass an vielen Stellen Testkapazitäten fehlten, sagte Walter-Borjans der "Süddeutschen Zeitung" . Zudem ließen Testergebnisse so lange auf sich warten, dass Betroffene "gegen ihren Willen zum Infektionsrisiko" würden.

Walter-Borjans bezeichnete es auch als Fehler, dass nur Heimkehrer aus Corona-Risikogebieten sich einem obligatorischen Test unterziehen lassen müssen, während andere Rückkehrer lediglich unverbindlich zu einem Test eingeladen werden. "Zum erfolgreichen Umgang mit der Pandemie gehört nicht nur der Auftritt vor der Kamera, sondern auch das Klein-Klein der Umsetzung", sagte der SPD-Vorsitzende. "Das ist aber ganz offenbar nicht Sache des Bundesgesundheitsministers."

Walter-Borjans warnte vor einem erneuten "wirtschaftlichen Lockdown" in Deutschland. Dieser würde das Land an die Grenze der Belastbarkeit und möglicherweise darüber hinaus bringen, sagte er.

Bericht: Firmen überleben nur durch staatliche Corona-Hilfen

2.30 Uhr: Viele Firmen verdanken ihr Überleben in der Krise der staatlichen Corona-Hilfe. Der Anteil der Betriebe, die eine derartige Maßnahme beantragt hätten, liege bei 44 Prozent, berichtete die "Süddeutsche Zeitung"  vorab unter Berufung auf eine Umfrage der Universität Mannheim und des ZEW-Instituts. Insgesamt hätten sogar zwei Drittel der 8500 teilnehmenden Firmen in irgendeiner Form staatliche Hilfe beansprucht. 40 Prozent der Betriebe gaben demnach an, durch die Pandemie mindestens 30 Prozent ihres Umsatzes verloren zu haben.

Zuschauer beim Fußball? Peter Tschentscher ist dafür

Peter Tschentscher: "Warum soll es nicht möglich sein"

Peter Tschentscher: "Warum soll es nicht möglich sein"

Foto: MORRIS MAC MATZEN/ AFP

1.25 Uhr: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hat sich vor dem Gespräch der Ländergesundheitsminister am Montag für Bundesligaspiele mit Fans in den Stadien ausgesprochen. Der SPD-Politiker sagte "Bild": "Warum soll es nicht möglich sein, ein Fußballstadion mit einigen Tausend Zuschauern aufzumachen?" Es müsse um die Verhältnismäßigkeit gehen. "Das, was angesichts von Risikoschutz möglich ist, sollte man machen." In Hamburg sei es in der Elbphilharmonie bereits möglich, Konzerte mit bis zu 750 Personen auch live zu verfolgen.

Mögliche Anzeigepflicht vor geplanten Reisen in Corona-Risikogebiete

0.55 Uhr: Innenstaatssekretär Günter Krings hat die Einführung einer Anzeigepflicht vor geplanten Reisen in Corona-Risikogebiete vorgeschlagen. "Bei Reisen in Risikogebiete sollten wir darüber nachdenken, ob wir eine vorherige Anzeigepflicht einführen", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post" (Montag). "Wer in ein Risikogebiet reisen will, sollte das vorher dem Gesundheitsamt melden, damit es hinterher leichter überprüfen kann, ob der verpflichtende Corona-Test bei der Einreise gemacht und gegebenenfalls die Quarantäne eingehalten wurde."

Für Heimkehrer aus Risikogebieten gibt es derzeit zwei Möglichkeiten: Entweder sie lassen sich noch im Urlaubsland höchstens 48 Stunden vor der Abreise testen und legen einen Negativnachweis in deutscher oder englischer Sprache vor. Oder sie lassen sich nach der Rückkehr in Deutschland testen, was bis zu drei Tage kostenlos möglich ist, etwa auch beim Hausarzt.

Großbritannien veröffentlicht Fallzahlen möglicherweise nur noch wöchentlich

0.55 Uhr: Großbritannien stellt einer Zeitung zufolge möglicherweise die tägliche Veröffentlichung der Corona-Totenzahlen ein. Eine von Gesundheitsminister Matt Hancock angeordnete Untersuchung könnte im Laufe der Woche eine entsprechende Empfehlung abgeben, berichtet der "Telegraph" unter Berufung auf Regierungskreise.

Hintergrund sei die Entdeckung, dass die Behörden in England bei der Zahl der Toten "übertrieben" hätten. Möglicherweise solle die Statistik stattdessen wochenweise veröffentlicht werden.

mfu/lmd/fek/Reuters/dpa/AFP/AP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.