+++ Corona-News +++ Österreich führt nächtliche Ausgangssperren ein

In Österreich darf ab Dienstag nachts nur noch außer Haus, wer einen guten Grund hat. Und: Brasiliens Gesundheitsminister muss wegen einer Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus. Der 31. Oktober im Überblick.
Österreichs Kanzler Sebastian Kurz

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz

Foto: LEONHARD FOEGER / REUTERS

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Österreich verhängt landesweite Sperrstunde zwischen 20 und 6 Uhr

17.00 Uhr: Österreich schränkt zur Bekämpfung der Pandemie große Teile des öffentlichen Lebens für vier Wochen ein. "Ab Dienstag, dem 3. November 0 Uhr bis Ende November wird es zu einem zweiten Lockdown in Österreich kommen", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Ab Dienstag gelten landesweit Ausgangsbeschränkungen zwischen 20 und 6 Uhr. In der Zeit ist das Verlassen des privaten Wohnbereichs nur aus bestimmten Gründen erlaubt.

Kultur- und Freizeiteinrichtungen müssen schließen, mit Ausnahme von Beerdigungen finden keine Veranstaltungen mehr statt. Auch das Hotel- und Gastgewerbe schließen, nur Takeaway und Lieferung sind erlaubt. Spitzensport findet ohne Publikum statt, Sport ist nur im Freien ohne Körperkontakt erlaubt. Handel, Schulen und auch Dienstleister wie Friseure bleiben zunächst unter Auflagen offen.

"Es ist notwendig, diesen Schritt zu setzen, um eine Überlastung der Intensivmedizin zu verhindern", sagte Kurz. Am Sonntagnachmittag muss noch der Hauptausschuss des Parlaments den Maßnahmen zustimmen. Die Verordnung gilt bis zum 30. November, die Ausgangsbeschränkungen müssen alle zehn Tage parlamentarisch neu genehmigt werden.

Saarländischer Ministerpräsident Hans fordert Rettungsschirm für Kliniken

23.44 Uhr: Der Ministerpräsident des Saarlandes, Tobias Hans, hat vor einem Zusammenbruch des deutschen Gesundheitssystems gewarnt, sollte sich die Corona-Pandemie weiter verschärfen. "Die Situation ist erschreckend und alarmierend: Schon bald kann es zu einem Kollaps in vielen der 1900 Krankenhäuser in Deutschland kommen", sagte Hans der "Bild am Sonntag". "Es drohen eine Triage und italienische Verhältnisse, wenn wir nicht jetzt auch hier gegensteuern."

Hans forderte einen Rettungsschirm für Kliniken: "Sie brauchen dringend Unterstützung. Neben dem Personalengpass droht den Krankenhäusern der finanzielle Kollaps." Er forderte, sogenannte Freihaltepauschalen wieder einzuführen. Damit wären die Kliniken aus seiner Sicht in den nächsten Wochen und Monaten finanziell abgesichert.

Grund sei unter anderem, dass wegen fehlendem oder erkranktem Personal Stationen geschlossen und Notaufnahmen abgemeldet würden. Auch Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, warnte in der Zeitung vor einer Überlastung. In einigen Bundesländern gebe es nicht mehr viel Spielraum. "Berlin hat nur noch 14 Prozent freie Intensivbetten, Bremen 17 Prozent", so Janssens.

Lockdown für große Teile Portugals angeordnet

21.45 Uhr: Die Regierung in Lissabon hat für weite Teile Portugals einen Lockdown angekündigt. Dieser solle ab dem 4. November gelten, teilte Ministerpräsident Antonio Costa mit. Die Maßnahmen beträfen etwa 70 Prozent der Bevölkerung des südeuropäischen Landes. Schulen und für das Leben notwendige Geschäfte sollen offen bleiben. "Es ist der Moment gekommen, wo es notwendig ist, weitere restriktive Maßnahmen zu ergreifen, um dieser Pandemie Herr zu werden", sagte der Regierungschef nach einer Sondersitzung des Kabinetts zur Gesundheitskrise.

In den betroffenen Kommunen sollen sich die Bürger in ihre Wohnungen zurückziehen, sie dürfen aber zur Arbeit gehen, wenn Heimarbeit nicht möglich ist, und ihre Kinder in die Schule bringen. Geschäfte müssen spätestens um 22 Uhr schließen.

Italiener demonstrieren gegen Corona-Politik - Ausschreitungen in Rom

21 Uhr: In der italienischen Hauptstadt Rom ist es bei Protesten gegen die Corona-Politik der Regierung zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Nach Medienberichten versammelten sich auf dem zentralen Campo de' Fiori mehrere hundert Menschen.

Sie wandten sich gegen einen möglichen neuen Lockdown. Auf Videos und im Fernsehen war zu sehen, dass Flaschen und Feuerwerkskörper auf Polizisten flogen. Beamte gingen mit Schlagstöcken gegen die Menge aus oft jungen Menschen vor. Manche trugen Italien-Fahnen oder einen grün-weiß-roten Mundschutz.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa setzten einige ihre Demonstration in einem anderen Stadtteil fort. Unter den Organisatoren seien rechtsradikale Kräfte gewesen. Am Abend gab es eine weitere Demo, in der linke Gruppen gegen soziale Probleme als Folge der Krise protestierten.

Auch in anderen Städten gab es - wie bereits an den Vortagen - Proteste. In Mailand stellten Kritiker der Regierung leere Teller vor der Börse auf den Boden. Sie forderten auf Plakaten Geld, um durch die Krise zu kommen. Die Regierung hat Kinos, Theater und Sportstudios aus Gründen des Infektionsschutzes geschlossen. Zugleich versprach sie, viele Betroffene mit Finanzspritzen zu unterstützen.

England tritt in zweiten Shutdown

20.15 Uhr: In England gelten wegen der rasant steigenden Corona-Neuinfektionen ab Donnerstag wieder erhebliche Beschränkungen des öffentlichen Lebens.

Kultureinrichtungen, Sportzentren, nicht-lebensnotwendige Geschäfte sowie Restaurants und Pubs - müssen bis zum 2. Dezember schließen. Anders als beim ersten Shutdown im Frühjahr sollen Schulen und Universitäten jedoch geöffnet bleiben.

"Das Virus breitet sich derzeit schneller aus, als es unsere wissenschaftlichen Berater in einem Worst-Case-Szenario angenommen haben", sagte Premierminister Boris Johnson. Sollte die nationale Gesundheitsbehörde NHS überlastet werden, wäre das ein Desaster, sagte der Premier. Würde nicht eingegriffen, könnte es bald bis zu 1000 Tote pro Tag geben.

Vor Johnsons Auftritt hatte der oberste Gesundheitsberater der britischen Regierung gewarnt, die Krankenhausbelegung mit Covid-19-Patienten sei bereits jetzt auf dem Niveau der ersten Welle im Frühjahr.

Am Samstag meldete Großbritannien knapp 22.000 Neuinfektionen. Damit durchbrach das Land die Schwelle von einer Million bestätigten Coronavirus-Fällen seit Beginn der Pandemie. In den vergangenen zwei Wochen zählte das Vereinigte Königreich nach Angaben des European Centre for Disease Prevention and Control 451 Fälle pro 100.000 Einwohner.

Brasiliens Gesundheitsminister mit Covid-19 im Krankenhaus

19.25 Uhr: Der brasilianische Gesundheitsminister Eduardo Pazuello ist nach einer Infektion mit dem Coronavirus ins Krankenhaus eingeliefert worden. Das teilte das Ministerium laut der Nachrichtenagentur Reuters mit.

Pazuello war am 21. Oktober positiv auf das Virus getestet worden und werde nun mit Covid-19 in einer Klinik in Brasilia wegen Dehydrierung behandelt, hieß es. Maßnahmen wie zusätzliche Sauerstoffversorgung waren demnach bislang nicht nötig. Der Minister soll nun bis mindestens Sonntag im Krankenhaus bleiben und weiter untersucht werden.

Einen Tag nach seinem positiven Test hatte sich Pazuello mit dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro getroffen. Bolsonaro war jedoch bereits im Juli mit dem Coronavirus infiziert - er ist nun womöglich immun.

Fast 100.000 Neuinfektionen in den USA

19.09 Uhr: In den USA sind binnen 24 Stunden 99.750 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Das teilte die Seuchenbehörde CDC mit.

Bereits am Freitag hatte das Land nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität die Schwelle von insgesamt neun Millionen Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie überschritten.

Die Zahl der Toten stieg um weitere 1009 auf insgesamt 229.109. Die Zahlen der CDC können von den aus den einzelnen Bundesstaaten gemeldeten Fällen abweichen.

Mehrere Tausend protestieren in Deutschland gegen Corona-Maßnahmen

18.26 Uhr: Mehrere Tausend Menschen haben am Samstag in verschiedenen deutschen Städten gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Dem Aufruf der Initiative "Querdenken" folgten alleine in Dresden Tausendende, obwohl die Veranstalter für die Versammlung nur 1000 Personen angemeldet hatten. Ordner bemühten sich, die Menge zu entzerren und die Menschen auf angrenzende Flächen zu verteilen. Viele Teilnehmer verzichteten auf eine Mund-Nasen-Bedeckung und gaben bei Kontrollen durch die Polizei an, ein Attest zu besitzen.

In Karlsruhe versammelten sich rund 900 Menschen bei einer Demonstration. Da die Teilnehmer sich nicht an die vorgeschriebenen Abstandsregeln hielten, hätten Polizei und Ordnungsamt mehrfach darauf hinweisen müssen, so ein Polizei-Sprecher. Die Veranstaltung habe deshalb kurz vor der Auflösung gestanden. Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hatte die Auflage eines Maskengebots für die Querdenken-Demo nach einer Beschwerde der Organisatorin aufgehoben und stattdessen ein Abstandsgebot zur Auflage gemacht. In Darmstadt waren knapp 300 Menschen gekommen, die Düsseldorfer Polizei zählte rund 100 Demonstranten.

Teilnehmer der "Querdenken"-Demonstation in Dresden

Teilnehmer der "Querdenken"-Demonstation in Dresden

Foto: STRINGER / AFP

Stockholm schließt wegen Corona-Lage städtische Museen

18.09 Uhr: Schweden hat sich in der Corona-Krise für einen Sonderweg mit recht freizügigen Maßnahmen und Appellen an die Vernunft der Bürger entschlossen. Vereinzelte Beschränkungen gelten aber auch dort. Nun werden in der schwedische Hauptstadt Stockholm wegen zunehmender Infektionen ab Sonntag vorübergehend alle städtischen Museen und Kunsthallen geschlossen.

Zudem wird Gruppentraining in den städtischen Schwimmbädern ebenso gestrichen wie am Wochenende das Schlittschuhlaufen in den Eishallen. Damit wolle man den Stockholmern helfen, den allgemeinen Empfehlungen der Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten Folge zu leisten. Schwimmbäder und Sportanlagen blieben zwar offen, sollten jedoch nicht besucht werden. Die Maßnahmen gelten vorläufig bis zum 19. November.

Auch Erdogans Sprecher mit Coronavirus infiziert

17.37 Uhr: Der Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Auf Twitter schrieb Kalin am Samstag, ihm gehe es "Gott sei Dank" momentan ganz gut. Er habe nur milde Symptome. Zuvor hatte auch Innenminister Suleyman Soylu mitgeteilt, er sei positiv getestet worden, ebenso wie seine Frau und Tochter.

Die Türkei mit ihren etwa 83 Millionen Einwohnern hat seit Beginn der Pandemie nach offiziellen Zahlen rund 373 000 Infektionsfälle und 10.177 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet. Seit der Lockerung der Corona-Regeln von Juni an sind die Fallzahlen in den vergangenen Wochen wieder gestiegen.

Österreich verhängt landesweite Sperrstunde zwischen 20 und 6 Uhr

17.00 Uhr: Österreich schränkt zur Bekämpfung der Pandemie große Teile des öffentlichen Lebens für vier Wochen ein. "Ab Dienstag, dem 3. November 0 Uhr bis Ende November wird es zu einem zweiten Lockdown in Österreich kommen", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Ab Dienstag gelten landesweit Ausgangsbeschränkungen zwischen 20 und 6 Uhr. In der Zeit ist das Verlassen des privaten Wohnbereichs nur aus bestimmten Gründen erlaubt.

Kultur- und Freizeiteinrichtungen müssen schließen, mit Ausnahme von Beerdigungen finden keine Veranstaltungen mehr statt. Auch das Hotel- und Gastgewerbe schließen, nur Takeaway und Lieferung sind erlaubt. Spitzensport findet ohne Publikum statt, Sport ist nur im Freien ohne Körperkontakt erlaubt. Handel, Schulen und auch Dienstleister wie Friseure bleiben zunächst unter Auflagen offen.

"Es ist notwendig, diesen Schritt zu setzen, um eine Überlastung der Intensivmedizin zu verhindern", sagte Kurz. Am Sonntagnachmittag muss noch der Hauptausschuss des Parlaments den Maßnahmen zustimmen. Die Verordnung gilt bis zum 30. November, die Ausgangsbeschränkungen müssen alle zehn Tage parlamentarisch neu genehmigt werden.

Unionswirtschaftsflügel fordert neue Strategie

16.06 Uhr: Der Chef des Unionswirtschaftsflügels wirbt mit Blick auf den am Montag in Kraft tretenden Shutdown für eine neue Strategie. "Wie wir weitere Lockdowns in der Zukunft finanzieren wollen, entzieht sich meiner Vorstellungskraft", sagte der Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU, Carsten Linnemann, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS). Angesichts der hohen Kosten werde es dann immer schwerer, aus den Schulden wieder herauszuwachsen; die Alternativen seien niedrigere Sozialstandards oder Inflation.

"Das hält ein Staat auf Dauer nicht aus", sagte Linnemann. "Wenn wir mit dem Virus noch mehrere Jahre lang leben müssen, brauchen wir deshalb andere Strategien: ein regional differenziertes Ampelsystem, einen besseren Schutz der Risikogruppen, präzisere Kriterien als nur die Zahl der Neuinfektionen – wie es zum Beispiel der Virologe Hendrik Streeck vorschlägt."

Türkischer Innenminister Soylu infiziert

15.34 Uhr: Der türkische Innenminister Süleyman Soylu ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Auch seine Frau und seine Tochter hätten sich infiziert, teilte er auf Twitter mit. Sie würden alle im Krankenhaus behandelt. "Glücklicherweise geht es uns jetzt etwas besser", ergänzte er. Soylu ist der höchste türkische Amtsträger, der sich bislang mit dem Virus angesteckt hat.

Die Türkei mit ihren etwa 83 Millionen Einwohnern hat seit Beginn der Pandemie nach offiziellen Zahlen rund 373.000 Infektionsfälle und 10.177 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet. Seit der Lockerung der Corona-Regeln von Juni an sind die Fallzahlen in den vergangenen Wochen wieder gestiegen.

"Glücklicherweise geht es uns jetzt etwas besser": Süleyman Soylu über sich und seine Familie

"Glücklicherweise geht es uns jetzt etwas besser": Süleyman Soylu über sich und seine Familie

Foto: POOL New/ REUTERS

Italiens Regierung erwägt Lockdowns für Hotspots

15.04 Uhr: Italiens Regierung plant wegen der steil steigenden Zahlen eine weitere Verschärfung der Maßnahmen zum Gesundheitsschutz. Das bestätigten führende Kabinettsmitglieder. Aktuell gebe es laufend neue Treffen in Rom für ein Dekret, "das mit Sicherheit noch restriktiver sein wird", sagte Außenminister Luigi Di Maio der Zeitung "Il Foglio".

Regierungschef Giuseppe Conte sagte bei derselben Veranstaltung in einem Videogespräch: "Die Regierung arbeitet daran, ob sie im Kampf gegen Covid-19 erneut eingreifen muss." Nach Medienberichten sind Lockdowns in Hotspots wie Mailand und in einigen Regionen im Gespräch. Losgehen könnte es kommende Woche.

Unter anderem in der norditalienischen Lombardei mit der Hauptstadt Mailand ist die Lage so angespannt, dass nach Berichten ein Lockdown erwogen wird. Für Neapel, Genua und Turin würden strenge Sperren ebenfalls geprüft, hieß es.

Dänemark führt Warnsystem ein

14.41 Uhr: Dänemark führt ein Warnsystem mit fünf Risikostufen ein. Mit dem System sollen die Dänen besser vorhersehen können, welche Maßnahmen je nach Situation auf sie zukommen können, wie das dänische Gesundheitsministerium mitteilte. Einmal pro Woche soll demnach von einer Expertengruppe bewertet werden, wie groß das Risiko im Land und in den fünf dänischen Regionen ist.

Als Indikatoren für die Bewertung dienen demnach unter anderem die Anzahl und Zunahme der Neuinfektionen, die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern sowie auch die Entwicklungen im Ausland. Das Ziel sei letztlich, dass nur in den Bereichen Beschränkungen eingeführt würden, in denen sie dringend notwendig seien, so Gesundheitsminister Magnus Heunicke.

Derzeit befindet sich Dänemark auf Risikostufe 3. Das bedeutet, dass die Infektionen in der Gesellschaft weitverbreitet sind und das Potenzial besteht, dass die Infektionszahlen schnell zunehmen. In dieser Lage gelten entsprechende Maßnahmen, darunter eine mittlerweile auch auf Supermärkte und Einkaufszentren ausgeweitete Maskenpflicht und Beschränkungen für Restaurants und Kneipen.

Heidi Klum rät in Gruselvideo zu Halloween daheim

13.52 Uhr: Normalerweise sorgen ihre Halloween-Feiern und aufwendigen Horrorkostüme für Aufsehen, doch in diesem Jahr hat Model und Moderatorin Heidi Klum (47) für ihre Fans eine andere Botschaft. Wegen der Pandemie hat sie ihre übliche Party abgesagt und stattdessen am Samstag ein Gruselvideo auf Instagram veröffentlicht. Darin sind neben Klum auch ihre Kinder sowie ihr Ehemann Tom Kaulitz (31, Tokio Hotel) zu sehen.

Die Kinder verfolgen Klum als Mumien verkleidet, während der Star selbst in drei Kostümen vor ihnen flüchtet: in einer Ritterrüstung, angemalt als die Wand hinter ihr und auf einem Bett liegend im Design des Bettes. Der rund fünfminütige Clip ist versehen mit der Botschaft: "Bleibt dieses Jahr an Halloween zu Hause. Verbringt eine gute Zeit mit eurer Familie. Und versucht einfach, euch nicht gegenseitig umzubringen."

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Tennis: Halep positiv getestet

13.25 Uhr: Die Tennis-Weltranglistenzweite Simona Halep ist positiv getestet worden. Das teilte die zweimalige Grand-Slam-Siegerin aus Rumänien mit. "Ich erhole mich gut von meinen milden Symptomen. Ich fühle mich gut", schrieb Halep auf Twitter.

Die Tennissaison der Frauen ist aufgrund der Pandemie so gut wie beendet. Nach dem Ausfall der Asientour inklusive des Saisonfinals der besten acht Spielerinnen fand im Oktober nur noch das WTA-Turnier im tschechischen Ostrau statt. Vom 9. bis 15. November ist noch ein Turnier in Linz geplant.

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Bayern: Urlauber müssen Hotels bis Montag verlassen

13.23 Uhr: Touristen müssen Hotels in Bayern spätestens am Vormittag des 2. November verlassen. Touristische Übernachtungen seien von dem Tag an nicht mehr gestattet, sagte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums. "Übernachtungsgäste dürfen aus Kulanz auch noch im Laufe des Vormittags des 2. Novembers abreisen, obwohl die Verordnung eigentlich schon ab Mitternacht gilt."

Vom Montag an soll es bundesweit bis Ende November einen Shutdown geben. Hotels dürfen dann keine Touristen empfangen. Unter anderem damit sollen die massiv steigenden Infektionszahlen in den Griff bekommen werden. In Bayern haben am Freitag die einwöchigen Herbstferien begonnen.

Zuvor hatten bereits Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ähnliche Regelungen mitgeteilt. In Schleswig-Holstein müssen Touristen grundsätzlich bis zum 2. November abgereist sein, Urlauber auf den Nordsee-Inseln und Halligen bekommen wegen der Kapazitäten im Fährverkehr sowie den Autozügen bis zum 5. November Zeit.

Touristen aus Mecklenburg-Vorpommern müssen spätestens bis zum 5. November abreisen. Grundsätzlich dürften dort vom 2. November an für den restlichen Monat keine Gäste mehr für touristische Zwecke aufgenommen werden.

Russland: Explosion an Krankenhaus für Corona-Patienten

13.06 Uhr: Ein provisorisch errichtetes Corona-Krankenhaus in Russland wurde am Samstag durch eine Explosion zerstört. Schuld soll ein Tank zur Versorgung mit Sauerstoff sein – laut offiziellen Angaben wurde niemand verletzt.

Erstmals mehr als 20.000 Infektionen an einem Tag in Belgien

12.51 Uhr: Erstmals sind in Belgien mehr als 20.000 neue Infektionen innerhalb eines Tages registriert worden. Nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde Sciensano vom Samstag wurden am vergangenen Dienstag insgesamt 21.448 Fälle gezählt. Für die folgenden Tage liegen noch keine konsolidierten Zahlen vor.

Innerhalb der EU gehört Belgien mit seinen gut 11 Millionen Einwohnern derzeit zu den Ländern mit den meisten registrierten Infektionen im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße. Im Vergleich zu Deutschland liegen die Werte um ein Vielfaches höher.

Aufgrund der dramatischen Lage sollen von kommender Woche an verschärfte Einschränkungen gelten. So müssen die meisten Geschäfte wieder schließen. Die Leute dürfen noch weniger Kontakte haben als bisher. Zu Hause darf man nur noch einen einzigen Besucher pro Woche empfangen; bei Alleinstehenden sind es zwei. Nächtliche Ausgangssperren gelten ohnehin seit Längerem. Auch Kneipen, Restaurants und Cafés sind bereits geschlossen.

Die Fallzahlen stiegen in den vergangenen Wochen dennoch weiter. Dadurch verschärfte sich auch die Lage in den Krankenhäusern zum Teil dramatisch. Mitunter wurden die Grenzen der Kapazität erreicht. Dutzende Patienten mussten in andere Krankenhäuser gebracht werden, auch nach Deutschland.

Bremer Parlament soll künftig Verordnungen bestätigen

12.44 Uhr: Neue Corona-Verordnungen sollen im Bundesland Bremen künftig im Parlament diskutiert und bestätigt werden. Das kündigte Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) in einer Regierungserklärung zum bevorstehenden Teil-Lockdown an. In den kommenden vier Wochen werde der Senat der Bürgerschaft einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen.

Demnach müssen zukünftige Corona-Rechtsverordnungen, die der Senat erlässt, immer in der darauffolgenden Sitzung der Bremischen Bürgerschaft vorgelegt und von dieser bestätigt werden. "Damit ist die parlamentarische Beteiligung zukünftig rechtsverbindlich garantiert", so Bovenschulte.

Bundesweit mehrt sich die Kritik daran, dass Corona-Maßnahmen überwiegend ohne Parlamentsbeteiligung verordnet wurden und werden. Parlamente wurden oft erst kurz vor Inkrafttreten neuer Regeln informiert.

Athen beschließt nächtliches Ausgangsverbot für ganz Griechenland

12.35 Uhr: Die griechische Regierung hat ein landesweites nächtliches Ausgangsverbot angekündigt, um die Ausbreitung von Corona zu verringern. "Nach einer langen Phase der Stabilität nehmen die Fälle auch in unserem Land exponentiell zu", begründete Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis den Schritt in einer Videoansprache. "Unsere Wissenschaftler warnen davor, dass die neue Pandemie bald die Widerstandsfähigkeit des nationalen Gesundheitssystems erschüttern wird."

Das Ausgangsverbot zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens soll am Dienstag in Kraft treten. In sogenannten roten Zonen, in denen die Zahlen hoch sind, müssen zudem Restaurants, Bars, kulturelle und andere Freizeiteinrichtungen schließen. Das betrifft auch die Region Attika samt der Hauptstadt Athen.

Universitäten sollen ebenfalls nicht öffnen. Der gesamte Hochschulbetrieb soll online abgehalten werden. Die Maßnahmen sollen vorerst für einen Monat gelten.

Krankenkasse meldet 20-Jahres-Tief bei Antibiotikaverschreibungen

12.26 Uhr: 43 Prozent weniger als 2019: Weil sich Menschen seltener mit anderen Infekten anstecken und Arztbesuche meiden, gibt es einen enormen Rückgang bei Antibiotikaverschreibungen. Das ist eine gute Nachricht.

Merkel: "Wir lassen Betriebe in der Krise nicht allein"

10.48 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der Wirtschaft weitere Unterstützung in der Krise zugesichert. "Wir lassen Unternehmen und Betriebe, die durch die aktuelle Krise unverschuldet in Schwierigkeiten gekommen sind, nicht allein", sagte sie in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. "Wir wollen schnell und unbürokratisch helfen."

Merkel verwies auf die Summe von bis zu zehn Milliarden Euro für die Unterstützung derjenigen Branchen, die von den ab Montag geltenden neuen Einschränkungen betroffen sind. "Das geht deutlich über die bereits bestehenden Unterstützungsprogramme hinaus und umfasst auch die Bereiche der Kultur", betonte sie und kündigte an, am Mittwoch mit den Spitzenverbänden der Arbeitgeber und der Industrie darüber zu beraten, "wie wir die Auswirkungen der Krise weiter abfedern können".

Merkel verteidigte erneut die weitreichenden Einschnitte, die am Montag in Kraft treten. Die zweite Welle der Pandemie mache es erforderlich, "schnell und konsequent zu handeln".

"Der Winter wird schwer", räumte die Kanzlerin ein. "Wir müssen alles tun, was in unseren Kräften steht, und die Infektionszahlen wieder in den Griff bekommen. Dieser aktuellen Prüfung müssen wir uns gemeinsam stellen und solidarisch zusammenstehen."

Hessens Ministerpräsident Bouffier in Quarantäne – Test negativ

10.45 Uhr: Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) wird die nächsten Tage in häuslicher Quarantäne verbringen, nachdem zwei Personen in der Staatskanzlei positiv getestet worden sind. "Ministerpräsident Bouffier selbst ist negativ getestet, und es geht ihm gut", erklärte Regierungssprecher Michael Bußer. Bouffier werde die Amtsgeschäfte in der Quarantäne weiterführen. Eine der positiv getesteten Personen arbeite in Bouffiers direktem Umfeld.

Volker Bouffier

Volker Bouffier

Foto: Boris Roessler / dpa

Studie: Zahl der Toten wird im November ansteigen

10.10 Uhr: In den kommenden Wochen werden einer Studie zufolge deutlich mehr Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion sterben als in den vergangenen Wochen. Modellrechnungen zeigten, dass die Zahl der Todesfälle durch Covid-19 in Deutschland bereits Anfang November auf 500 bis 800 pro Woche zunehmen dürfte, sagte die Leiterin einer Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen, Viola Priesemann.

Die bisher relativ niedrigen Zahlen von Todesfällen seien darauf zurückzuführen, dass sich bis Ende September überwiegend Menschen unter 60 Jahren mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt haben. Seitdem steige die Zahl der gemeldeten Infektionen auch bei Über-60-Jährigen. Dies führe mit einem Zeitverzug von etwa zwei Wochen auch zu einem Anstieg der Todesfälle.

An der Studie beteiligten sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zahlreicher deutscher Forschungseinrichtungen. Das Team analysierte den Anstieg der gemeldeten Neuinfektionen nach Altersgruppen und ermittelte aus der beobachteten Sterblichkeit in der jeweiligen Altersgruppe, wie sich die Zahl der Todesfälle durch Covid-19 entwickelt. "Nach einer umfangreichen Metastudie verzehnfacht sich die Sterblichkeitsrate bei einer Coronainfektion alle 20 Lebensjahre und erreicht um das 82 Lebensjahr rund 10 Prozent", hieß es.

"Die Ergebnisse unserer Modellrechnungen stimmen sehr gut mit den beobachteten Entwicklungen in allen Altersgruppen überein", sagte Priesemann. "Deshalb dürften auch unsere Prognosen für die kommenden zwei Wochen zuverlässig sein." Vorhersagen darüber hinaus seien schwierig.

Patientenschützer: Schnelltests auch bei Sterbebegleitung nutzen

10.00 Uhr: Die neuen Schnelltests sollten aus Sicht von Patientenschützern auch genutzt werden, um Sterbenden und Angehörigen einen gemeinsamen Abschied zu ermöglichen. "Niemals darf es erneut dazu kommen, dass sie voneinander isoliert und allein gelassen werden", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur. Bund und Länder seien gefordert, ausreichend Schnelltests für Menschen in der letzten Lebenszeit, Angehörige und Begleiter wie Seelsorger oder Hospizhelfer bereitzustellen. Der Trauermonat November müsse Mahnung dazu sein.

"Zehntausende Menschen leiden auch heute noch darunter, ihre Lieben in den letzten Tagen und Wochen nicht begleitet zu haben", sagte Brysch mit Blick auf teils strikte Beschränkungen im Frühjahr. Auch deswegen müssten die Schnelltests die 12.000 Pflegeheime und knapp 2000 Krankenhäuser erreichen. Dies gelte auch für Sterbende, die daheim betreut werden. Bund und Länder hatten bekräftigt, dass Schnelltests als Ergänzung zu PCR-Tests vorrangig in der Pflege und Kliniken eingesetzt werden sollen, auch um Besuche zu erleichtern.

Brinkhaus: "Wenn die Leute flächendeckend ihr Ding machen, kriegen wir ein Problem"

9.41 Uhr: Was, wenn die gerade beschlossenen Maßnahmen nicht reichen und die Todeszahlen dramatisch steigen, wie Forscher befürchten? CDU-Fraktionschef Brinkhaus hält eine weitere Verschärfung der Maßnahmen für denkbar.

Museumsdirektoren protestieren gegen Schließung

9.00 Uhr: Direktoren namhafter Kunstmuseen in Deutschland haben in einem Brief gegen die Schließung ihrer Häuser aufgrund der neuen Bestimmungen protestiert. "Erkennbar hat die Politik sich darum bemüht, bei der Gestaltung des neuerlichen Lockdowns differenziert vorzugehen", teilten die 36 Direktorinnen und Direktoren der Deutschen Presse-Agentur mit. Leider sei der Kulturbetrieb jedoch abermals in extremem Maß betroffen und mit ihm die Museen, die zum zweiten Mal in diesem Jahr für mehrere Wochen geschlossen werden sollten. "Bei allem Verständnis für die Herausforderungen, die Corona uns allen auferlegt, halten wir das für eine falsche Entscheidung."

Museen gehörten demnach zu den sichersten öffentlichen Orten. Die seit März entwickelten Hygiene- und Abstandsregeln, die Begrenzung der Besucherzahl sowie der konsequente Verzicht auf Eröffnungen und größere Veranstaltungen hätten sich bewährt. "Es ist uns unverständlich, warum es möglich ist, Baumärkte, Autohäuser und andere Geschäfte offenzuhalten, Museen aber, die über dieselben oder großzügigere Flächen für einen Corona-gerechten Publikumsverkehr verfügen, geschlossen werden."

Zahl der neuen Positiv-Tests in Russland bleibt über 18.000

8.52 Uhr: In Russland steigt die Zahl der Positiv-Tests um 18.140 (Vortag: 18.283) auf mehr als 1,6 Millionen. Nach Behördenangaben starben 334 (355) weitere Menschen, die positiv getestet wurden. Damit liegt die Zahl der Todesfälle nun bei 27.990.

Johnson erwägt neuen Lockdown in England

7.56 Uhr: Boris Johnson hatte sich bisher gegen harte Corona-Einschränkungen ausgesprochen. Nun will er einem Bericht der "Times" zufolge auf die Virologen hören, die einen Lockdown empfehlen.

Nothilfe im Profisport: bisher 19 Millionen Euro bewilligt

7.00 Uhr: Etwas mehr als 19 Millionen Euro aus dem Soforthilfeprogramm des Bundes sind bislang in den Profisport geflossen. Dem Bundesverwaltungsamt (BVA) in Köln lagen einen Tag vor Ablauf der ursprünglich bis zum 31. Oktober laufenden Frist 245 Anträge vor. Die beantragte Summe betrug 58.247.465,40 Euro. Von den 245 Anträgen wurden bislang 80 bewilligt, die ein Volumen von 19.104.350,52 Euro ausmachen. 163 Anträge sind noch in der Bearbeitung. Dies ergab eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur beim für die Corona-Sportförderung zuständigen Bundesministerium des Innern.

Anfang Juli hatte der Bundestag ein Hilfspaket verabschiedet, um die Folgen der Krise für den Profisport zu mildern. Angesprochen sind Sportvereine und Unternehmen im professionellen und semiprofessionellen Wettbewerb. Die "Coronahilfen Profisport" haben ein Volumen von 200 Millionen Euro. Die Antragsfrist sollte eigentlich an diesem Samstag (31. Oktober) auslaufen, sie wurde aber nach Verkündung des Teil-Lockdowns bis zum 11. November verlängert.

Mehr als 48.000 Neuinfektionen in Indien

5.34 Uhr: Indien meldet 48.268 Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden. Die Gesamtzahl erhöhte sich damit auf 8,1 Millionen, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums vom Samstag hervorgeht. Indien zählt nach den USA die meisten Fälle weltweit. Die Zahl der Toten stieg um 551 auf insgesamt 121.641.

Krankenkasse: Rekordtief bei Antibiotika-Verschreibungen

5.20 Uhr: Während der ersten Corona-Welle im Frühjahr wurden nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) so wenige Antibiotika verschrieben wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das habe eine Auswertung von Medikamentenverschreibungen der mehr als fünf Millionen Versicherten der TK ergeben, teilte die Versicherung der dpa mit.

Die Zahl der ausgestellten Antibiotika-Rezepte ging demnach im April und Mai im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 43 Prozent zurück. Hochgerechnet auf die rund 34 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland seien rund 11,7 Tagesdosen verschrieben worden. Im Vorjahreszeitraum waren es demnach hochgerechnet noch 20,5 Millionen.

"Ein Teil des starken Rückgangs könnte daher kommen, dass in dieser Zeit weniger Menschen mit leichten Beschwerden zum Arzt gegangen sind", sagte Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK. Gleichzeitig hätten auch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie dazu beigetragen, dass sich andere Infektionserkrankungen weniger verbreiten konnten.

Die sinkenden Verordnungszahlen bestätigen den Angaben zufolge aber auch einen generellen Trend zu weniger Antibiotika-Verschreibungen bei leichten Erkältungen. Demnach erhielten im Jahr 2010 noch 30 Prozent der Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen Antibiotika, 2019 waren es nur noch knapp 15 Prozent. "Bei schweren Infekten kann ein Antibiotikum das Mittel der Wahl sein. Bei viralen Infekten helfen Antibiotika nicht nur nicht, sie können sogar kontraproduktiv sein, weil sie langfristig zu Resistenzen führen können", sagte Baas. Der rückläufige Trend der Verschreibungspraxis sei daher sehr zu begrüßen, da er die Wirksamkeit von Antibiotika erhalte.

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Slowakei startet flächendeckende Corona-Schnelltests

5.45 Uhr: Nach einem ersten Pilotversuch am vergangenen Wochenende starten in der Slowakei flächendeckende Corona-Tests der Bevölkerung. Um eine rasante Ausbreitung des Virus zu verhindern, will Ministerpräsident Igor Matovic alle Bürger ab zehn Jahren an diesem und am kommenden Wochenende kostenlosen Schnelltests unterziehen.

Corona-Test in der Slowakei

Corona-Test in der Slowakei

Foto: Frantiöek Ivan / dpa

Matovic sieht die Massentests bei einem Erfolg als Vorbild für andere Länder. Das rund 5,4 Millionen Einwohner zählende osteuropäische Land hatte die erste Corona-Welle gut überstanden, doch seit September gehen wie fast überall in Europa die Infektionszahlen stetig hoch. Seit vergangenem Wochenende gelten deshalb eine landesweite nächtliche Ausgangssperre und weitere Beschränkungen.

USA verzeichnen fast 100.000 Corona-Neuinfektionen

04.30 Uhr: Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl in den USA ist im Land am zweiten Tag in Folge ein Rekordwert bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Binnen 24 Stunden seien 99.321 neue Ansteckungsfälle erfasst worden, teilte die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Freitag (Ortszeit) mit. Das sind fast 11.000 mehr als noch am Vortag.

Mit der jüngsten Zählung wurde der Rekord vom Vortag mit mehr als 91.000 gemeldeten Coronavirus-Neuinfektionen gebrochen.

Insgesamt wurden nach JHU-Angaben in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie rund 9,05 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 229.700 Menschen starben bislang – mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Zuletzt breitete sich das neuartige Virus vor allem im Norden und Mittleren Westen der USA stark aus. In absoluten Zahlen sind die USA das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt.

Die Coronakrise ist in den USA ein zentrales Wahlkampfthema. Der Kandidat Joe Biden von den oppositionellen Demokraten hat Amtsinhaber Donald Trump wiederholt vorgeworfen, die Kontrolle über die Ausbreitung des Virus verloren zu haben. Trump beschwor hingegen bei seinen jüngsten Wahlkampfauftritten vor großem Publikum ein baldiges Ende der Pandemie.

Covid-19-Patienten sollen deutschlandweit verteilt werden

03.45 Uhr: Bei einer starken Zunahme von Intensivpatienten mit Covid-19-Erkrankung wollen Bund und Länder Patienten in Zukunft nicht nur regional, sondern deutschlandweit auf freie Kliniken verteilen. "Entwickelt sich eine Lage, die eine Verlegung über die Nachbarländer beziehungsweise angrenzende Regionen hinaus erforderlich macht, findet ein sogenanntes Kleeblattprinzip Anwendung", heißt es im Konzept des Bundesinnenministeriums, das den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt.

Demnach wird Deutschland dazu in fünf Großregionen aufgeteilt, die sich gegenseitig bei der Übernahme von Patienten per Rettungswagen oder Hubschrauber unterstützen sollen. Im Norden haben sich laut Konzept Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zusammengeschlossen. Im Osten sind es Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Im Südwesten sollen sich Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland gegenseitig unterstützen. Die bevölkerungsreichsten Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Bayern bilden demnach eigene Großregionen.

Es sei sinnvoll und notwendig, sich aufgrund der stark steigenden Fallzahlen in den Kliniken mit Eskalationskonzepten auf eine Überforderung vorzubereiten, sagte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD), den Funke-Zeitungen. "Das haben die Länder und der Bund mit dem sogenannten Kleeblatt-Konzept getan, welches noch vor einer Überlastung der klinischen Versorgungskapazitäten eingreift."

Sollte sich in einem Bundesland oder einer Region eine starke Beanspruchung abzeichnen oder sogar eine Überlastung eintreten, werde über zentral eingerichtete Stellen in den Regionen der überregionale Patiententransport in aufnahmefähige Regionen organisiert. Auf diese Weise würden Patienten auch bei einer starken Belastung der Kliniken die bestmögliche medizinische Versorgung erhalten. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums teilte mit, Bund und Länder seien in der Lage, das Konzept jederzeit zu starten.

Der Anteil an Covid-19-Patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen, liege mit sieben bis acht Prozent aller Infizierten relativ hoch, heißt es im Konzept des Innenministeriums. "Daher werden bei steigenden Fallzahlen die Kapazitätsgrenzen in der Intensivmedizin als Erstes überschritten." In den vergangenen Tagen hatten bereits die ersten Kliniken Alarm geschlagen und vor einer baldigen Überlastung gewarnt.

Reha-Arzt über Covid-19-Folgen: "Das habe ich in dem Ausmaß noch nie gesehen"

3.40 Uhr: Robin Roukens von der Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik betreut Patienten, die nach einer Corona-Infektion eine Rehabilitation benötigen. Ein ungewöhnlicher Fall hat ihn zuletzt besonders beschäftigt. Lesen Sie hier  mehr.

Touristen müssen Mecklenburg-Vorpommern bis 5. November verlassen

3.20 Uhr: Touristen müssen spätestens bis zum 5. November aus Mecklenburg-Vorpommern abreisen. Das kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) an. Grundsätzlich dürften vom 2. November an für den restlichen Monat keine Gäste mehr für touristische Zwecke aufgenommen werden.

"Natürlich gilt für die Gäste, die schon da sind, dass sie eine Zeit haben, auch wieder zurückzureisen", sagte Schwesig. Dies gilt demnach für alle Buchungen, die bis einschließlich Freitag getätigt worden seien. Wer eine Unterkunft später buche, müsse bis zum kommenden Montag wieder abreisen.

Vom Montag an soll es bundesweit bis Ende November einen Teil-Lockdown geben. Hotels dürfen dann keine Touristen empfangen. Unter anderem damit sollen die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen werden. Darauf hatten sich Bund und Länder am Mittwoch verständigt.

Ostseebad Binz auf der Insel Rügen: Wegen der Kapazitäten im Fährverkehr sowie den Autozügen bekommen Urlauber bis zum 5. November Zeit für eine Abreise

Ostseebad Binz auf der Insel Rügen: Wegen der Kapazitäten im Fährverkehr sowie den Autozügen bekommen Urlauber bis zum 5. November Zeit für eine Abreise

Foto: Stefan Sauer / dpa

Das Nachbarbundesland Schleswig-Holstein hatte am Freitag eine ähnliche Regelung wie Mecklenburg-Vorpommern angekündigt. Grundsätzlich müssen Touristen dort bis zum 2. November abgereist sein, Urlauber auf den Nordseeinseln und Halligen bekommen wegen der Kapazitäten im Fährverkehr sowie in den Autozügen bis zum 5. November Zeit, teilte die Landesregierung am Freitag in Kiel unter Verweis auf die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse mit.

Die Tourismusbranche Mecklenburg-Vorpommerns mit beliebten Reisezielen wie Rügen und Usedom war von der Coronakrise schwer getroffen worden. Im Frühjahr konnten die Tourismusbetriebe zunächst gar keine Gäste empfangen, dann zuerst nur welche aus dem Bundesland selbst. Danach folgte eine stufenweise Lockerung, bis wieder alle Betten belegt werden durften. Auch in Mecklenburg-Vorpommern stiegen die Corona-Zahlen zuletzt deutlich an. Mittlerweile gelten mehrere Landkreise als Corona-Risikogebiete.

Tschechien verlängert Notstand

2.45 Uhr: Die tschechische Regierung hat angekündigt, den Corona-Notstand bis zum 20. November zu verlängern. Das Virus breite sich zwar inzwischen langsamer aus, sagte Gesundheitsminister Jan Blatny. "Aber wir haben das Schlimmste definitiv noch nicht hinter uns."

Die Regierung des Populisten Andrej Babiš hatte den Corona-Notstand am 5. Oktober verhängt, ursprünglich sollte er für 30 Tage gelten. Unter dem Ausnahmezustand gilt eine nächtliche Ausgangssperre. Schulen, Restaurants und die meisten Geschäfte sind geschlossen.

Gemessen an der Einwohnerzahl hat Tschechien derzeit die zweithöchste Corona-Infektionsrate in der EU. Bis Freitagabend wurden in dem Land insgesamt fast 317.000 Corona-Infektionen verzeichnet, mehr als 3000 Menschen sind an der Viruserkrankung Covid-19 gestorben.

cop/sak/fek/mel/dpa/AFP/Reuters/AP/sid
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