+++ News-Update am Sonntag +++ Trump-Beraterin: "Jeder Amerikaner muss eine Maske tragen"

Trumps Corona-Beraterin rät allen Amerikanern zum Maskentragen, ihr Chef lenkt derweil weiter ab. Außerdem im Überblick: Hamburger Polizei sprengt Sexpartys und Andrang an den Teststationen für Reisende.
Rat der Präsidentenberaterin: Jeder Amerikaner soll eine Maske tragen

Rat der Präsidentenberaterin: Jeder Amerikaner soll eine Maske tragen

Foto: Brendan Smialowski/ AFP

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Mehrheit der Deutschen bereit, auf Karnevalspartys zu verzichten

20.20 Uhr: Die Deutschen sind dem ARD-"Deutschlandtrend" zufolge offen für einige weitere Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Eine Absage von Karnevalsfeiern für Herbst und Frühjahr befürworteten 86 Prozent der Befragten, wie die am Donnerstag veröffentlichte Umfrage von Infratest dimap ergab. Jeweils zwei Drittel der Befragten (je 64 Prozent) unterstützen demnach die Einführung von Teilnehmerobergrenzen bei Privatfeiern oder auch die Absage von Weihnachtsmärkten in diesem Jahr.

Die Akzeptanz entsprechender Maßnahmen fällt im Osten allerdings deutlich niedriger aus als im Westen: Eine Beschränkung der Gästezahlen bei Privatfeiern (46 Prozent) und die Schließung von Weihnachtsmärkten (49 Prozent) lehnt etwa die Hälfte der Ostdeutschen ab.

Nicht jeder Vorschlag für weitere Alltagsbeschränkungen findet bei den Bundesbürgern Zuspruch. So lehnen 55 Prozent der Befragten eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz ab, 38 Prozent sprechen sich dafür aus. Auch die Maskenpflicht im Schulunterricht lehnt eine Mehrheit (66 Prozent) ab, 31 Prozent sind dafür.

Die Sorge in der Bevölkerung, sich mit dem Coronavirus anzustecken, hat sich der Umfrage zufolge etwas abgeschwächt. Nach 34 Prozent Mitte August sind demnach aktuell 26 Prozent in Sorge, dass sie selbst oder Familienmitglieder sich anstecken könnten. 73 Prozent sind Anfang September weniger oder gar nicht besorgt, nach 66 Prozent vor knapp zwei Wochen.

Das Institut Infratest dimap befragte am Montag und Dienstag 1027 Bundesbürger. Die Fehlerquote lag demnach je nach Prozentzahl zwischen 1,4 und 3,1 Prozentpunkten.

Philippinen verschrärfen Corona-Regeln für Manila

20.27 Uhr: Die Philippinen haben strengere Corona-Beschränkungen für die Region um die Hauptstadt Manila beschlossen. Die gemeldeten Corona-Fallzahlen waren zuletzt deutlich gestiegen. Inzwischen haben sich laut Schätzungen mindestens 100.000 Menschen angesteckt.

Die Entscheidung von Präsident Rodrigo Duterte kam, nachdem medizinisches Personal strengere Regeln gefordert hatte, sonst drohe das Land den Kampf gegen das Virus zu verlieren.

Allein am Sonntag registrierten die Philippinen mehr als 5000 Neuninfektionen. Mindestens 2000 Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 seit Ausbruch der Pandemie gestorben. Damit haben die Philippinen die höchsten Fallzahlen in Südostasien nach Indonesien.

Die Region um Manila soll nun bis zum 18. August in eine Art Massenquarantäne gehen. Demnach sollen Quarantäne- und Arbeitsausweise vergeben werden, um die Mobilität einzuschränken. Es wird zudem erwartet, dass zahlreiche Geschäfte schließen werden.

Mindestens 40 Infizierte auf norwegischem Kreuzfahrtschiff

19.18 Uhr: Auf dem norwegischen Kreuzfahrtschiff MS "Roald Amundsen" haben sich nachweislich mindestens 40 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Damit sind innerhalb eines Tages drei weitere Menschen positiv getestet worden.

Am Freitag waren zunächst vier Crewmitglieder getestet worden, nachdem das Schiff in Tromsø angelegt hatte. Nachdem die Testergebnisse positiv ausgefallen waren, wurde auch der Rest der Mitarbeiter untersucht. Demnach haben sich mindesten 38 der 158 Crewmitglieder angesteckt.

Während die Mannschaft in Quarantäne musste, durften die Reisenden das Schiff verlassen. Das norwegische Gesundheitsministerium hat sie kontaktiert und aufgefordert, sich in Quarantäne zu begeben. "Wir sind nun dabei sicherzustellen, dass die Nachricht angekommen ist und verstanden wurde", sagte ein Sprecher des norwegischen Gesundheitsministeriums.

Bisher haben sich nachweislich vier der 387 Passagier infiziert, die seit dem 17. Juli an Bord waren. Behörden rechnen damit, dass die Anzahl weiter steigen wird. Planmäßig hatte die "Roald Amundsen" am Freitagnachmittag in Richtung Spitzbergen in See stechen sollen.

Außenamt verschickte erst wenige Rechnungen für Urlauber-Rückholung

18.32 Uhr: Rund fünf Wochen nach Beginn des Versands der ersten Flugrechnungen für die Corona-bedingte Rückholaktion deutscher Touristen ist erst ein Bruchteil aller Bescheide verschickt. "Bis zum Ende dieser Arbeitswoche werden ca. 3000 Rechnungen versandt worden sein", zitierte die "Welt am Sonntag" aus der Antwort des Auswärtigen Amts auf eine Anfrage der Zeitung. Bis Ende April waren wegen der Pandemie etwa 240.000 Reisende mit Chartermaschinen nach Deutschland zurückgebracht worden waren.

Das Auswärtige Amt begründete die Verzögerungen dem Bericht zufolge damit, dass die Abrechnung der Rückholaktion die Strukturen der Behörde vor große Herausforderungen stelle. "Während wir in normalen Jahren durchschnittlich etwa 800 Konsularfälle zu bearbeiten haben, sind es allein im Rahmen der Rückholaktion rund 67.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die alle eine gesonderte Rechnung erhalten." Die Kosten der übrigen Urlauber wurden über Reisebüros oder Fluglinien beglichen.

Den Angaben zufolge belaufen sich die Forderungen an die heimgeholten Touristen auf 200 Euro etwa für die Heimholung von den Kanarischen Inseln, auf 500 Euro für die Karibik und das südliche Afrika sowie 1000 Euro für Australien und Neuseeland.

Trump-Beraterin: "Jeder Amerikaner muss eine Maske tragen"

17.56 Uhr: Die Beraterin von US-Präsident Donald Trump in der Coronakrise, die Ärztin Deborah Birx, sieht die USA in einer neuen Phase der Pandemie. "Was wir heute sehen, unterscheidet sich von März und April. Es (das Coronavirus) ist außerordentlich weitverbreitet", sagte Birx am Sonntag dem Sender CNN. Ländliche Gebiete seien ebenso betroffen wie Städte. "An alle, die auf dem Land leben: Sie sind nicht immun oder geschützt vor diesem Virus", warnte Birx. Jeder Amerikaner müsse eine Maske tragen, egal, wo er lebe.

Seit annähernd vier Wochen verzeichnen die USA pro Tag über 55.000 Neuinfektionen. An mehreren Tagen lag die Zahl bei mehr als 70.000. Seit Beginn der Pandemie wurden insgesamt mehr als 4,6 Millionen Ansteckungen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Über 154.000 Menschen starben im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19.

Trump führt die hohe Zahl der nachgewiesenen Infektionen auf die Vielzahl der Corona-Tests zurück, die die USA mittlerweile durchführen. Trump verweist zudem darauf, dass in Europa derzeit wieder "große Flammen" zu sehen seien. "Große China-Virus-Ausbrüche überall auf der Welt, auch in Ländern, von denen man annahm, dass sie großartige Arbeit geleistet haben", twitterte Trump am Sonntag.

Corona-Teststationen melden wachsenden Andrang

17.29 Uhr: Von den Teststationen für Urlaubsheimkehrer wird wachsender Andrang gemeldet. An bayerischen Stationen etwa haben sich bisher rund 18.000 Urlauber auf das Coronavirus testen lassen, wie es in München hieß. Der Flughafen Hannover meldet ebenfalls eine wachsende Nachfrage nach freiwilligen Tests für Reisende, die nicht in einem Risikogebiet waren. Genannt wird ein Anstieg um etwa 30 Prozent. Am Frankfurter Flughafen ließen sich an dem schon länger geöffneten Testzentrum bisher mehr als 40.000 Menschen testen. Die Zahl der täglichen Testungen liegt nach Angaben von Deutschlands größtem Airport inzwischen bei knapp 2000.

Seit Samstag können sich alle Einreisenden innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland auch ohne Krankheitsanzeichen kostenlos testen lassen. Das legt eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fest. Teststellen soll es nicht nur an Flughäfen geben, sondern auch in Gesundheitsämtern und Arztpraxen. Die Kosten trägt letztlich der Staat.

Rückkehrer aus Risikogebieten sollen bald zu Tests verpflichtet werden - eine von Spahn angekündigte Anordnung soll im Lauf der kommenden Woche in Kraft treten. Wer aus einem Risikogebiet kommt, muss sich dann entweder innerhalb von 48 Stunden vor der Einreise testen lassen oder binnen 72 Stunden nach der Einreise. Nur mit einem negativen Ergebnis dürfen die Getesteten aus der häuslichen Quarantäne. Nachgewiesen werden muss das Ergebnis binnen 72 Stunden beim Gesundheitsamt mit einer Testbescheinigung in deutscher oder englischer Sprache.

Medienberichte: Großbritannien bereitet lokale Lockdowns vor

16.57: Großbritannien bereitet offenbar Gegenmaßnahmen für den Fall einer zweiten Welle vor. Nachdem Premierminister Boris Johnson angesichts steigender Infektionszahlen die Lockerungen zunächst hat verlangsamen lassen, würden nun verschiedene Szenarien durchgespielt. Das berichtet unter anderem der "Guardian". Johnson habe "Kriegsrat" gehalten mit seinem Finanzminister Rishi Sunak. Bei dem Treffen sollen verschiedene Optionen durchgespielt worden sein, um einen erneuten landesweiten Lockdown zu verhindern und die wirtschaftlichen Schäden zu minimieren.

Laut der "Sunday Times" wurde diskutiert, ältere Menschen wieder um Abschottung zu bitten. Auch anderen Risikogruppen könnte wieder mehr Selbstschutz abverlangt werden. Ein lokaler Lockdown für London sei ebenfalls Thema der Runde gewesen, Kontaktbeschränkungen und Reiseeinschränkungen auch.

Aus dem Umfeld des Premierministers gab es zunächst keine Bestätigung. Johnsons Büro kommentierte die in den Medienberichten genannten Details laut "Guardian" als "spekulativ".

Lage in den meisten iranischen Provinzen "besorgniserregend"

15.39 Uhr: Auch Iran verzeichnet einen sprunghaften Anstieg neuer Ansteckungen mit dem Coronavirus. In den vergangenen 24 Stunden seien 2685 Neuinfektionen festgestellt worden, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Teheran am Sonntag. Das ist die höchste Zahl seit drei Wochen. Laut Angaben des Gesundheitsministeriums ist die Situation in 25 der 31 iranischen Provinzen "besorgniserregend". 208 weitere Menschen seien an den Folgen der Infektion gestorben, sagte die Sprecherin weiter. Die offizielle Gesamtzahl der Corona-Toten in Iran stieg damit auf 17.190, die Zahl aller Infektionsfälle liegt nun bei knapp 310.000.

Spaniens Tourismus droht "der katastrophalste Sommer der vergangen 50 Jahre"

14.50 Uhr: Die spanische Tourismusbranche hat ihre düsteren Prognosen für dieses Jahr noch einmal drastisch nach unten revidiert. Bis zum Jahresende drohten der Verlust von bis zu 750.000 Arbeitsplätzen. Die Einnahmen würden um bis 83 Milliarden Euro geringer ausfallen als in normalen Jahren, berichtete die Zeitung "El País" am Sonntag unter Berufung auf Schätzungen des Reiseunternehmerverbandes Exceltur. Das wäre ein Minus von 50 Prozent.

Zwei Frauen spazieren entlang der Strandpromenade in Barcelona. Wegen der stark steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Spanien warnt das Auswärtige Amt nun vor touristischen Reisen in drei Regionen des Urlaubslands

Zwei Frauen spazieren entlang der Strandpromenade in Barcelona. Wegen der stark steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Spanien warnt das Auswärtige Amt nun vor touristischen Reisen in drei Regionen des Urlaubslands

Foto: Thiago Prudencio/ dpa

"Dies ist der katastrophalste Sommer der vergangenen 50 Jahre", zitierte die Zeitung Exceltur-Vizepräsident José Luis Zoreda. Am schlimmsten sei die Entscheidung Großbritanniens, für Rückkehrer aus Spanien eine 14-tägige Quarantäne anzuordnen. Gut ein Fünftel der fast 84 Millionen ausländischen Urlaubsgäste in Spanien kam 2019 aus Großbritannien. Danach folgten Deutsche und Franzosen mit einem Anteil von jeweils gut 13 Prozent. Deutschland hat eine Reisewarnung für Katalonien mit der Tourismusmetropole Barcelona sowie für Aragón und Navarra ausgesprochen. Auch Frankreich rät seinen Bürgern von Reisen nach Katalonien ab.

Mit etwa 288.000 nachgewiesenen Infektionen und über 28.400 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder Europas. Zuletzt stiegen die Zahlen wieder: Pro Tag wurden fast 2800 neue Fälle gemeldet. Der Tourismus trug 2019 mehr als zwölf Prozent zum spanischen Bruttoinlandsprodukt bei. Der Verband der Reiseunternehmer fordert deshalb 30 Milliarden Euro der für Spanien zu erwartenden rund 140 Milliarden aus dem historischen EU-Hilfsfonds zur Überwindung der Coronakrise.

Mehr als 500 Reisende aus Risikoländern an Pariser Flughäfen getestet

14.42 Uhr: In Frankreich sind Coronavirus-Tests an Flughäfen für Rückkehrer aus 16 Risikoländern seit Samstag Pflicht. Am ersten Tag der neuen Regelung wurden allein an den Pariser Flughäfen insgesamt 556 Passagiere getestet, wie das Innenministerium am späten Samstagabend mitteilte. Landesweit verweigerten sich nach Ministeriumsangaben nur drei Reisende am Lyoner Flughafen Saint-Exupéry einem Test.

Hamburger Polizei sprengt Fetisch- und Swingerparty

13.55 Uhr: Gruppensex und Hygieneregeln vertragen sich nicht. Das mussten am Wochenende Teilnehmer einer Fetisch- und einer Swingerparty in Hamburg lernen. Wie die Hamburger Polizei mitteilt, wurden zwei entsprechende Veranstaltungen aufgelöst. In beiden Fällen war massiv gegen die Corona-Regeln verstoßen worden, sagte ein Sprecher.

So hätten im Keller einer Sexboutique auf der Reeperbahn etwa 65 teils in Lack und Leder gekleidete Menschen in der Nacht zum Sonntag gefeiert. Bei lautstarker Musik vom DJ und mit Lichtorgel und Nebelmaschine sei auch getanzt worden. Viel zu viele Menschen hätten sich auf zu engem Raum befunden. "Die Luft war stark verbraucht", sagte der Sprecher.

Für eine Sexparty im Bezirk Bergedorf sei von den Veranstaltern sogar ein Shuttleservice vom S-Bahnhof Tiefstack angeboten worden. Als die Polizei einem Shuttlebus gefolgt sei, hätten die Beamten in einem leer stehenden und nach außen abgedunkelten Firmengebäude mehrere Dutzend teils leicht bekleidete Gäste angetroffen. Es habe sich um eine "sexuell offene Veranstaltung" mit Separees und ausliegenden Kondomen gehandelt. Außerdem sei getanzt worden.

In beiden Fällen wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Polizei korrigiert Zahl verletzter Polizisten nach Corona-Demos nach oben

13.01 Uhr: Im Zusammenhang mit Demonstrationen sind laut Polizei am Samstag in Berlin 45 Polizisten verletzt worden. Zuvor war von 18 verletzten Einsatzkräften die Rede. Eine Zuordnung zu den einzelnen Demonstrationen sei aktuell nicht möglich, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

Nach Angaben vom Samstag waren im Stadtteil Neukölln bei einer Demonstration gegen geplante Räumungen bei Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei Einsatzkräfte verletzt worden.

Insgesamt waren nach Polizeiangaben 1100 Beamte bei den Demonstrationen am Samstag im Einsatz. Darunter waren auch die Demonstration und Kundgebung gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die Kundgebung war von der Polizei beendet worden. Bei der Auflösung musste die Polizei auch einzelne Teilnehmer wegtragen. Ob auch bei diesen Einsätzen Polizisten verletzt wurden, konnte der Polizeisprecher am Sonntag nicht sagen.

Zuvor hatte es irrtümlich geheißen, bei der Auflösung dieser Kundgebung seien 18 Polizisten verletzt worden. Die Zahl der verletzten Beamten bezog sich allerdings auf Einsätze beim gesamten Demonstrationsgeschehen in Berlin.

Coronakrise verschärft vor allem die wirtschaftliche Situation junger Menschen

11.41 Uhr: Es sind vor allem die Jüngeren, die wirtschaftlich unter der Coronakrise leiden. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Auftrag des Bundesverbands der Arzneimittelhersteller durchgeführte Umfrage. 1000 Menschen in Deutschland wurden dafür von dem Marktforschungsunternehmen Nielsen befragt. Das Ergebnis: Je älter die Menschen in Deutschland waren, desto seltener hatten sie Einbußen.

Demnach berichtete fast ein Drittel (31 Prozent) aller Befragten von finanziellen Einbußen bei sich oder in der Partnerschaft, etwa wegen Kurzarbeit oder Auftragsmangels bei Selbstständigkeit. 68 Prozent gaben an, keine negativen Folgen in der Haushaltskasse zu haben.

Jüngere Menschen waren dabei weit überdurchschnittlich von der Krise betroffen: Jeder Zweite der 18- bis 29-Jährigen berichtete von wirtschaftlichen Einbußen. Bei den 30- bis 39-Jährigen waren es noch 38 Prozent. An den Älteren ging die Pandemie demnach finanziell sehr oft folgenlos vorbei: Nur 15 Prozent der über 60-Jährigen spürten laut Nielsen Einbußen, 85 Prozent gaben das nicht an.

Umfrage: Kaum Maskenträger in nordischen Ländern

11.28 Uhr: In einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov gaben in den nordischen Ländern zwischen fünf und zehn Prozent der Befragten an, sich in der Öffentlichkeit mit einer Maske zu schützen. Dieser Anteil hat sich seit Beginn der Pandemie nicht verändert. In den meisten der anderen 20 Länder der Umfrage stieg der Prozentsatz der Maskenträger auf 70 bis 80 Prozent - unter anderem in den USA und Indien.

In Schweden gab es keinen strengen Lockdown, die Sterberate liegt deutlich über der in den Nachbarländern. Der schwedische Chefepidemiologe Anders Tegnell will Schutzmasken dennoch erst empfehlen, wenn es "irgendeinen Beweis gibt, dass sie wirksam sind".

In den skandinavischen Nachbarländern sieht es anders aus: Nachdem die Weltgesundheitsorganisation ihre Richtlinie geändert hat, empfehlen die dänischen Behörden seit Anfang Juli zumindest in bestimmten Situationen Schutzmasken. Zum Beispiel bei der Rückkehr aus einem Risikogebiet oder auf dem Weg zum Corona-Test im Krankenhaus. Am Freitag dehnten sie die Empfehlungen auf die öffentlichen Verkehrsmittel aus.

Auch in Norwegen und Finnland lehnen die Behörden Masken nicht grundsätzlich ab, halten sie aber wegen der wenigen Infektionen zurzeit nicht für notwendig. "In naher Zukunft, wenn die Zahlen steigen, müssen wir das in Betracht ziehen", sagt Are Stuwitz Berg, Arzt am norwegischen Institut für öffentliche Gesundheit.

Mit der Ausnahme von Schweden gibt es nur sehr wenige Corona-Fälle in diesen Ländern.

Aida Cruises sagt Mini-Kreuzfahrten ab

11.13 Uhr: Es sollten Kreuzfahrten ohne Landgänge werden, doch auch daraus wird vorerst nichts: Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat ihren Neustart nach der Corona-Zwangspause kurzfristig verschoben. Die geplanten Mini-Kreuzfahrten auf der Ostsee für die erste Augusthälfte wurden am Sonntag abgesagt. Entgegen den Erwartungen des Unternehmens stehe eine letzte formale Freigabe für den Start der Kurzreisen ab 5. August durch den Flaggenstaat Italien noch aus, teilte Aida an seinem Sitz in Rostock mit.

Für Aida Cruises ist dies ein herber Rückschlag. Das Unternehmen wollte nach der coronabedingten Zwangspause seit Mitte März am 5. August wieder Fahrt aufnehmen, zunächst mit Mini-Kreuzfahrten auf der Ostsee ohne Landgänge. Für den Neustart seien umfassende Konzepte entwickelt und alle erhöhten Hygienestandards sowie Maßnahmen zum Schutz vor Covid-19 an Bord der Schiffe umgesetzt worden.

Schützenfest ohne Schützen

10.36 Uhr: Das Schützenfest in Vreden im Münsterland findet normalerweise alle zwei Jahre statt. Wegen der Pandemie musste das Volksfest in diesem Jahr allerdings ausfallen. So richtig wollte sich die Schützengemeinde des Allgemeinen Bürgerschützenvereins St. Georg damit aber nicht abfinden. Wie der WDR berichtet, ließen sich etwa 120 Vereinsmitglieder fotografieren, damit aus ihren Fotos lebensgroße Pappaufsteller gemacht werden konnten. Diese Pappfiguren stellen nun im Ortskern der nordrhein-westfälischen Gemeinde Schlüsselszenen des Festes nach: Zapfenstreich, Königsparade und ab Sonntagmittag das Vogelschießen im Stadtpark. Die Feuerwehrkapelle begleitet die Stationen in kleiner Besetzung - und mit dem Mindestabstand von 1,5 Metern. Damit die Aktion keinen Massenauflauf auslöst, seien nur wenige eingeweiht gewesen, so der WDR.

Corona-Chaos in US-Baseballliga

10.19 Uhr: 20 positive Tests bei den Miami Marlins und mehrere Fälle bei den St. Louis Cardinals sowie Philadelphia Phillies: In den vergangenen zehn Tagen mussten 17 Major-League-Baseballspiele wegen Covid-19 abgesagt und der Spielplan pausenlos umgebaut werden. Für Ligaboss Rob Manfred jedoch kommt ein Saisonabbruch in der Major League Baseball (MLB) auch bei weiteren Corona-Fällen nicht infrage. "Wir spielen", sagte der Commissioner bei ESPN, er sei "grundsätzlich gegen das Aufgeben, und es gibt im Moment auch keinen Grund dafür. Wir können das regeln."

Wegen der großen Probleme soll Manfred laut Medienberichten allerdings zuletzt Tony Clark, Geschäftsführer der Spielergewerkschaft MLBPA, darüber informiert haben, dass ein vorzeitiges Ende der Spielzeit drohen könnte, wenn die Liga das gegenwärtige Infektionsgeschehen nicht unter Kontrolle bekäme.

Das für Samstag geplante Duell zwischen den Cardinals und den Milwaukee Brewers hatte bereits abgesagt werden müssen. Am Sonntag sollen beide Teams nach derzeitigem Stand aber zweimal gegeneinander antreten.

Rund 210.000 Corona-Fälle in Deutschland

10.12 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Sonntag mit 209.893 angegeben - ein Plus von 240 seit dem Vortag. Das RKI berücksichtigt nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern, diese werden am Wochenende oft nicht vollständig an das Institut übermittelt. Von Freitag auf Samstag hatte der Anstieg 955 Fälle betragen.

Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete am Sonntag 211.005 Infizierte, ein Plus von 606 im Vergleich zum Vortag. Die JHU zählte 9154 Tote.

Weiterer Landwirtschaftsbetrieb in Niederbayern betroffen

10 Uhr: In Mamming in Bayern sind bei Saisonarbeitern eines zweiten Gemüsehofes Corona-Infektionen nachgewiesen worden. In dem Betrieb wurden 27 Fälle bestätigt. Auf einem anderen Hof hatte es vorher einen Ausbruch gegeben, mit bisher mindestens 232 Corona-Fällen.

"Aufgrund der räumlichen Nähe der beiden Mamminger Betriebe gab es offenbar Kontakte zwischen den Saisonarbeitskräften, die zu einer Übertragung des Virus geführt haben", erklärte Landrat Werner Bumeder. "Wir gehen dennoch weiterhin fest davon aus, dass für die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises kein Ansteckungsrisiko bestand." Die 27 neu festgestellten Infizierten und deren Kontaktpersonen seien von den negativ Getesteten getrennt und isoliert worden.

Karliczek für Maskenpflicht in Schulen

9.37 Uhr: In sechs Bundesländern naht das Ende der Sommerferien. Kurz vor dem neuen Schuljahr hat sich Bundesbildungsministerin Anja Karliczek nun für eine Maskenpflicht in Schulgebäuden ausgesprochen. "Es ist zwar nachvollziehbar, wenn Länder auf Abstandsregeln in den Schulen verzichten wollen, weil die räumlichen Bedingungen ansonsten nur eingeschränkt Präsenzunterricht zulassen würden", sagte die CDU-Politikerin der "Welt am Sonntag". Präsenzunterricht werde aber nur dann funktionieren können, wenn weitere Hygieneregeln strikt eingehalten würden. Dazu gehört für Karliczek neben dem Tragen von Schutzmasken auch das Abstandhalten auf dem Schulhof und auf den Fluren.

Als erstes Bundesland startet am Montag Mecklenburg-Vorpommern in das neue Schuljahr. Danach folgen Hamburg am Donnerstag sowie Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein in der Woche darauf. Trotz der Corona-Pandemie soll nach den Ferien wieder der reguläre Schulbetrieb aufgenommen werden

Berlin, Bayern und Baden-Württemberg haben eine solche Maskenpflicht bereits angekündigt. Die Schüler sollen ihren Mund-Nasen-Schutz im Unterricht aber abnehmen dürfen. In anderen Ländern wie Nordrhein-Westfalen ist von freiwilligen Geboten die Rede. Hessen und Sachsen überlässt die Regelung den Schulen.

Tokio meldet sprunghaften Anstieg

8.24 Uhr: Aus Tokio werden 292 neue Corona-Infektionen gemeldet. Wie der öffentlich-rechtliche Rundfunksender NHK berichtet, ist die Zahl der an Covid-19-Erkrankten in den vergangenen zwei Tagen um mehr als 400 Prozent gestiegen. Tokios Gouverneur Koike Yuriko hatte bereits am Freitag angekündigt, dass über Tokio der Ausnahmezustand verhängt werden könnte, sollte sich die Situation in der japanischen Hauptstadt weiter verschlimmern. Das Land debattiert seit einiger Zeit über den Umgang mit den schnell zunehmenden Ansteckungszahlen.

Lockdown für Bürger Melbournes

7.39 Uhr: Aufgrund von täglich Hunderten neuen Corona-Infektionsfällen im südostaustralischen Bundesstaat Victoria verschärft Regierungschef Daniel Andrews die Schutzmaßnahmen. Er rief den Katastrophenalarm aus. Für die Hauptstadt Melbourne gelte ab 18 Uhr (Ortszeit) ein Lockdown der Stufe 4, teilte Andrews mit.

Das bedeutet: Für sechs Wochen, bis Mitte September, ist es nur einer Person pro Haushalt erlaubt, einmal am Tag einkaufen zu gehen. Zudem dürfen die Melbourner sich nicht weiter als fünf Kilometer von ihrem Zuhause entfernen.

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Weiter wird eine abendliche Ausgangssperre in der Stadt verhängt, die zwischen 20 Uhr abends und 5 Uhr morgens gilt. Schülerinnen und Schüler werden künftig wieder von daheim aus lernen müssen, Kindertagesstätten sollen geschlossen werden.

Mexiko meldet neuen Tagesrekord bei Corona-Neuinfektionen

6.02 Uhr: Den zweiten Tag in Folge hat Mexiko eine neue Rekordzahl bei den täglichen Corona-Neuinfektionen gemeldet. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden seien 9556 neue Fällen registriert worden, gaben die mexikanischen Behörden am Samstag bekannt. Die Gesamtzahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus liegt demnach bei über 434.000. Mehr als 47.400 Menschen starben in dem mittelamerikanischen Land an den Folgen der Viruserkrankung.

Von Freitag auf Samstag starben nach Behördenangaben allein 764 Menschen. In den vorherigen 24 Stunden hatte das Land bereits mehr als 8400 neue Infektionsfälle gemeldet.

36 Corona-Infizierte auf norwegischem Schiff - auch ein Deutscher 

4.07 Uhr: Mindestens 36 Crewmitglieder eines in Norwegen vor Anker liegenden Passagierschiffs haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Unter ihnen sei auch ein deutscher Staatsbürger, teilte die norwegische Reederei Hurtigruten mit. 33 andere Betroffene kämen aus den Philippinen, je einer aus Frankreich und aus Norwegen. Keiner von ihnen zeige Anzeichen einer Krankheit. Insgesamt sind derzeit noch 154 Crew-Mitglieder an Bord der "Roald Amundsen".

36 Infizierte: Das Expeditionsschiff "Roald Amundsen" liegt in Tromsø fest

36 Infizierte: Das Expeditionsschiff "Roald Amundsen" liegt in Tromsø fest

Foto: RUNE STOLTZ BERTINUSSEN/EPA-EFE/Shutterstock

Das Expeditionsschiff liege weiter im nordnorwegischen Tromsø vor Anker und werde isoliert, Passagiere befänden sich keine an Bord. Planmäßig hatte die "Roald Amundsen" am Freitagnachmittag in Richtung Spitzbergen in See stechen sollen - die Reise wurde jedoch abgesagt, nachdem am Freitag die ersten Infektionen bei vier Besatzungsmitgliedern des Schiffes bekannt geworden waren. Diese vier Personen kamen in ein Universitätskrankenhaus.

Studie: Zunahme von Schwarzarbeit wegen Coronakrise

3.08 Uhr: In der Coronakrise hat die Schwarzarbeit in Deutschland stark zugenommen. Nach einer Berechnung des Wirtschaftswissenschaftlers Friedrich Schneider von der Johannes-Kepler-Universität in Linz für die "Welt am Sonntag" erhöht sich der Anteil der Schwarzarbeit am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr von rund neun auf elf Prozent. Das entspreche einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr um 32 Milliarden Euro auf 348 Milliarden Euro.

"Die Leute haben durch Kurzarbeit mehr Zeit und zum Teil kräftige Einkommenseinbußen, das treibt sie in die Schattenwirtschaft", sagte Schneider der Zeitung. Anfang des Jahres noch ging der Experte in seiner Prognose, die er jährlich mit dem Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung der Universität Tübingen herausgibt, davon aus, dass der Anteil der Schwarzarbeit in Deutschland im elften Jahr in Folge sinkt: von 9,2 Prozent auf 9,1 Prozent des BIP.

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Zahl der verletzten Polizisten bei Corona-Kundgebung unklar 

3.08 Uhr: Hinweis: Die Zahl der verletzten Beamten bezog sich auf Einsätze beim gesamten Demonstrationsgeschehen in Berlin. Die Polizei kann derzeit nicht sagen, ob und wie viele dieser Vorfälle der Kundgebung von Corona-Gegnern zuzuordnen sind. Eine zuvor an dieser Stelle veröffentlichte Meldung der Deutschen Presse-Agentur wurde daher zurückgezogen.

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Trotz steigender Infektionszahlen hatten Tausende Menschen gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie protestiert. Nach Schätzungen der Polizei schlossen sich bis zu 17.000 Menschen einem Demonstrationszug an, rund 20.000 beteiligten sich anschließend an der Kundgebung. Weil dort viele Demonstranten weder die Abstandsregeln einhielten, noch Masken trugen, begann die Polizei am frühen Abend, die Versammlung aufzulösen. Insgesamt waren laut Polizeiangaben 1100 Beamte im Einsatz.

Polen verzeichnet Höchstwert bei neuen Corona-Infektionen

2.01 Uhr: Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden nach eigenen Angaben 658 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Seit drei Tagen registriert das EU-Land täglich neue Rekordwerte. Die Regierung in Warschau erwägt deshalb schärfere Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus. Geprüft werde zum Beispiel erneut eine Quarantäne für Reisende aus einigen Ländern mit hohem Infektionsgeschehen. Im Land gilt eine Maskenpflicht in Bus und Bahn sowie in öffentlichen Gebäuden. In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 46.346 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 1721 Menschen starben demnach mit dem Virus.

bah/koe/löw/sen/dpa/Reuters/AFP/AP
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