Corona-News am 14. Juni "Ballermann darf nicht das nächste Ischgl werden"

Gesundheitsminister Spahn mahnt die Sommerurlauber zur Vorsicht. Spanien lässt ab dem 21. Juni wieder Urlauber ins Land. Und in Paris öffnen sämtliche Restaurants und Cafés. Der Überblick am 14. Juni.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (bei Übergabe einer Schutzmaskenspende)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (bei Übergabe einer Schutzmaskenspende)

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Britta Pedersen/ dpa

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New Yorks Gouverneur Cuomo droht mit neuen Auflagen

23.59 Uhr: Der Gouverneur des US-Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, hat mit Verweis auf zahlreiche Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen mit neuerlichen Schließungen gedroht, sollten die lokalen Behörden die geltenden Gesetze nicht umsetzen können. Bereits 25.000 Beschwerden seien bei seinem Büro eingegangen, teilte Cuomo mit.

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"Die lokale Regierung muss das Gesetz umsetzen", schrieb Cuomo auf Twitter und wies auf mögliche Vergehen hin. Menschen mit offenen Behältnissen auf den Straßen könnten ebenso belangt werden wie Polizisten und Protestierende, die keine Gesichtsmasken trügen. Bars und Restaurants könnten bei Verstößen ihre Lizenzen verlieren.

Vor allem in Manhattan in New York City und in den Hamptons sei es demnach zu Regelbrüchen gekommen. Allein in dem Bundesstaat sind an den Folgen einer Coronavirus-Infektion bisher fast 31.000 Menschen gestorben, wie aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität hervorgeht. Auf dem Höhepunkt der Krise im April starben täglich fast 800 Menschen.

Kathedrale in Lima gedenkt Corona-Toten - mit Fotos statt Gästen

22.55 Uhr: Mit einer bewegenden Zeremonie ist am Sonntag in der peruanischen Hauptstadt Lima der 6500 Corona-Toten in dem Land gedacht worden. Die Fotos von Todesopfern der Corona-Pandemie wurden in der Kathedrale von Lima auf den Stühlen aufgestellt, die sonst mit Gläubigen besetzt sind. Wegen der Corona-Beschränkungen fand die Messe ohne Angehörige und andere Besucher statt.

Erzbischof Castillo in der Kathedrale von Lima

Erzbischof Castillo in der Kathedrale von Lima

Foto: Rodrigo Abd/ AP

Der Erzbischof von Lima, Carlos Castillo, erinnerte an die Opfer der Pandemie und warnte vor noch mehr Toten durch Hunger, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Nach Brasilien ist Peru mit über 225.000 Corona-Infektionsfällen in Lateinamerika das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land.

Weiter Wirbel um Trump-Kundgebung in Tulsa

21.02 Uhr: Nach monatelanger Pause plant US-Präsident Donald Trump am kommenden Samstag einen großen Wahlkampfauftritt. Trump will in Tulsa reden, im Bundesstaat Oklahoma, der bisher relativ wenige Corona-Fälle vermeldet hat. Der Auftritt soll in einer Halle mit 19.000 Sitzplätzen stattfinden, für die alle anderen Veranstaltungen bis Ende Juli abgesagt worden sind.

Zuletzt ist die Zahl der Corona-Fälle allerdings auch in Oklahoma wieder angestiegen - wie auch in anderen Bundesstaaten, etwa Texas und Florida. "Es bereitet uns Sorgen", sagte Larry Kudlow, Wirtschaftsberater im Weißen Haus, dem US-Fernsehsender CNN. "Die Leute müssen die Sicherheitsregeln befolgen", sagte er: "Sie müssen!" Er verwies auf Abstandsbestimmungen und Mund-Nasen-Abdeckungen.

Gefragt, ob auch die Besucher von Trumps Kundgebung in Tulsa Masken tragen sollten, sagte Kudlow: "Nun, okay: Wahrscheinlich schon." Donald Trump ist bisher nicht mit Mund-Nasen-Abdeckung öffentlich aufgetreten.

Der Direktor des Gesundheitsamts von Tulsa äußerte in der Lokalzeitung "Tulsa World" den Wunsch, die Veranstaltung zu vertagen auf einen Zeitpunkt, an dem das Virus weniger Sorgen bereite als jetzt. Dr. Ashish Jha, Professor für Globale Gesundheit an der Harvard-Universität, nannte die geplante Kundgebung eine "außergewöhnlich gefährliche Sache für diejenigen, die daran teilnehmen – und für diejenigen, die sie kennen und lieben und die sie nachher treffen."

Frankreich lockert Corona-Auflagen weiter

20.39 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat in einer Fernsehansprache weitere Lockerungen der im Zuge der Corona-Pandemie verhängten Beschränkungen angekündigt. Ab Montag können im Pariser Großraum erstmals wieder Restaurants und Cafés vollständig öffnen. Bisher war dies nur für die Außengastronomie erlaubt. Zudem sollen Alten- und Pflegeheime landesweit wieder für Besucher öffnen.

Mit Ausnahme von Gymnasien sollen ab dem 22. Juni zudem wieder "alle Schüler" zur Schule gehen können. Die Zahl der Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 war in Frankreich zuletzt beständig zurückgegangen, auch befanden sich weniger Menschen wegen Covid-19 in Krankenhäusern und auf Intensivstationen. Macron sprach von einem "ersten Sieg gegen das Virus". Mit über 29.000 Coronavirus-Toten ist Frankreich aber weiterhin eines der am stärksten betroffenen Länder in Europa. 

Macron sagte in seiner Ansprache, die Priorität in den nächsten beiden Jahren und der kommenden Dekade sei es, dass Frankreich wieder unabhängiger werde. Die Pandemie habe gezeigt, wie abhängig Frankreich bei der Beschaffung bestimmter Waren von anderen Kontinenten sei. Er wolle Europa weniger abhängig machen von China und den USA, sagte Macron.

Ägypten öffnet alle Flughäfen zum 1. Juli

20 Uhr: In Ägypten sollen zum Juli nach mehrmonatiger Schließung wegen der Coronavirus-Pandemie alle Flughäfen wieder öffnen. Das teilte der Luftfahrtminister Mohamed Manar Anba laut der Nachrichtenagentur Reuters mit. Demnach soll der Luftverkehr aber nur mit Ländern wieder aufgenommen werden, die ihrerseits ihre Flughäfen für ägyptische Airlines öffnen.

Ausländischer Tourismus soll auf Ferienressorts in drei Küstenprovinzen beschränkt bleiben. Nach Angaben der Nachrichtenseite "Ahram Online" betrifft dies den südlichen Sinai, das Governement des Roten Meeres mit der Provinzhauptstadt Hurghada sowie das Governement Matruh am Mittelmeer.

Spahn ermahnt Deutsche vor Grenzöffnungen zur Vorsicht

19 Uhr: Kurz vor der Wiederöffnung der meisten Grenzen in Europa und angesichts der bevorstehenden Urlaubszeit hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Deutschen eindringlich zur Vorsicht ermahnt. Grundsätzlich solle sich wegen der andauernden Corona-Gefahr jeder überlegen, ob eine weite Reise mit dem Flugzeug oder der Bahn jetzt unbedingt nötig sei, sagte Spahn in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Auf jeden Fall solle das Abstandsgebot eingehalten und etwa im Zug oder im Flugzeug eine Schutzmaske getragen werden.

Spahn verwies auf die rasante Coronavirus-Ausbreitung durch Winterurlauber vor einigen Monaten, die etwa aus dem österreichischen Party-Ort Ischgl zurück nach Deutschland kamen. "Jetzt darf nicht Ballermann das nächste Ischgl werden", hob der Minister mit Blick auf Mallorca in Spanien hervor und fügte hinzu: "Party feiern ist dieses Jahr weniger angesagt." Jeder müsse weiter auf die Corona-Regeln achten: "Das Virus ist noch da."

Spahn machte auch deutlich, dass er in Deutschland große Hoffnung in die neue Corona-Warn-App setzt. Die App werde noch abschließend geprüft, sagte er. "Die Ergebnisse sind vielversprechend." Die App liege im Zeit- und Kostenplan. Spahn will nun darum werben, dass möglichst viele Bundesbürger die App herunterladen. Die App sei "kein Allheilmittel, aber sie ist ein wichtiges Instrument, um Infektionsketten zu brechen", sagte er. Ein Kontakt mit einem Corona-Infizierten könne so sehr viel schneller nachvollzogen werden.

Virologe: Impfstoff-Projekt an der Uni Oxford "momentan am weitesten fortgeschritten"

17.43 Uhr: Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande haben mit dem Pharmaunternehmen AstraZeneca einen Vertrag über Hunderte Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus abgeschlossen.

Dabei geht es um den an der britischen Universität Oxford entwickelten Covid-19-Impfstoff AZD1222. Der beruht auf einer abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen. Es enthält genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem das Virus Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Die Impfung soll das Immunsystem auf Trab bringen, damit es den Erreger im Falle einer Infektion unschädlich machen kann. In den kommenden Monaten soll der Impfstoff in einer Studie, die im Mai begonnen hat, an insgesamt gut 10.000 Erwachsenen geprüft werden.

"Dieses Projekt ist momentan am weitesten fortgeschritten", sagt der Leiter des Instituts für Virologie der Universität Marburg, Stephan Becker, der selbst einen ähnlichen Impfstoff erforscht. "Die bisherigen Daten zeigen, dass AZD1222 eine Immunantwort auslöst. Ob der Impfstoff tatsächlich vor Sars-CoV-2 schützt, kann man noch nicht genau sagen."

Noch vor kurzem wurden für die Entwicklung solcher Wirkstoffe Zeiträume von vielen Jahren veranschlagt. Neue Technologien und Vorgehensweisen können den Prozess beschleunigen: So bereitet etwa AstraZeneca schon jetzt die Massenproduktion des Präparats vor. "Man muss möglichst viele Prozesse parallelisieren, damit ein Impfstoff möglichst schnell verfügbar ist", sagt der Marburger Virologe Becker.

Und wenn die Impfung doch nicht schützt oder andere Hersteller schneller sind? Die Uni Oxford räumt ein, dass ein beträchtlicher Teil der Impfstoffe in klinischen Studien scheitert. Dafür, so das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage, gebe es Vertragsklauseln.

Auf jeden Fall, sagt der Virologe Becker, sollten Staaten mehrere Impfstoff-Projekte im Auge behalten: "Es macht Sinn, seine Eier nicht nur in ein Nest zu legen."

Tausende feiern bei Raves in England

17.23 Uhr: In Nordwest-England haben tausende Menschen gegen das Versammlungsverbot verstoßen und Rave-Partys gefeiert. Auf einem Rave in Droylsden mit rund 4000 Feiernden starb ein 20-Jähriger mutmaßlich an einer Überdosis Drogen, wie die Polizei des Bezirks Greater Manchester mitteilte . An einem weiteren Rave in Carrington beteiligten sich etwa 2000 Menschen.

Dabei kam es zu schweren Zwischenfällen: Die Polizei meldete drei Messerangriffe, bei denen unter anderem ein 18-Jähriger schwer verletzt wurde. Ein 25-Jähriger wurde wegen mutmaßlichen Waffenbesitzes festgenommen. Die Polizei ermittelt zudem wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung einer 18-Jährigen.

Einige Teilnehmer griffen die Polizei mit Projektilen an, ein Polizeiauto wurde beschädigt. Der stellvertretende Polizeichef Chris Sykes kritisierte die Raves scharf: Sie seien "ein eindeutiger Verstoß gegen das Gesetz" gewesen und hätten "tragische Folgen" gehabt. In Großbritannien dürfen sich gemäß der Corona-Auflagen höchstens sechs Menschen im Freien, in Parks oder in privaten Gärten treffen.

Kabinett will Ausbildungsprämie beschließen

16.43 Uhr - Das Bundeskabinett will offenbar am Mittwoch eine Ausbildungsprämie für kleine und mittelständische Unternehmen in der Krise auf den Weg bringen. Darauf hätten sich die Ministerien für Bildung, Wirtschaft und Arbeit nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) geeinigt. Die Kosten werden in einem Eckpunktepapier, das der dpa vorliegt, auf 500 Millionen Euro geschätzt.

Die Prämie soll helfen, Ausbildungsplätze in der Pandemie zu erhalten. So sollen kleine und mittelständische Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten, die von der Krise "in erheblichem Umfang" betroffen sind und ihr Ausbildungsniveau halten, für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einen Zuschuss von 2000 Euro erhalten. Das Geld soll nach Ende der erfolgreich abgeschlossenen Probezeit ausgezahlt werden. Unternehmen, die sogar mehr Ausbildungsverträge abschließen, sollen für jeden Vertrag, der über das bisherige Niveau hinausgeht, 3000 Euro bekommen. Diese Summe können auch Firmen erhalten, die Auszubildende aus Betrieben übernehmen, die in der Pandemie Insolvenz anmelden müssen.

Firmen, bei denen krisenbedingt deutlich weniger Arbeit anfällt und die ihre Ausbildenden dennoch nicht in Kurzarbeit schicken, sollen ebenfalls unterstützt werden. Sie sollen für Monate, in denen mindestens die Hälfte der Arbeit im Betrieb ausfällt, eine bis zum Jahresende befristete Förderung in Höhe von 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung erhalten.

Spanien kündigt Hilfspaket für Autobranche an

16.24 Uhr - Spanien plant ein Hilfspaket über 3,7 Milliarden Euro für die heimische Autoindustrie. Details sollen am Montag präsentiert werden, kündigt Ministerpräsident Pedro Sanchez an. Mit dem Programm sollen Investitionen und Autokäufe angekurbelt werden, insbesondere im Bereich der Elektrofahrzeuge. Die Branche steht für zehn Prozent der Wirtschaftsleistung und für fast 20 Prozent der Exporte des Landes.

Putin: Russland bewältigt die Krise besser als die USA

16.10 Uhr - Kremlchef Wladimir Putin sieht eine tiefe innenpolitische Krise in den USA. "Mir scheint, das Problem besteht darin, dass Parteiinteressen in diesem Fall über die Interessen der ganzen Gesellschaft und die Interessen des Volkes gestellt werden." Das zeige sich nicht nur bei den Anti-Rassismus-Protesten, sondern auch im Kampf gegen die Pandemie, die in den USA viel mehr Opfer gefordert habe als in Russland.

Dagegen habe sein Land, in dem die Gouverneure und die Regierung auf den Präsidenten hörten, bisher nur "minimale Verluste" zu beklagen, sagte der Präsident. In den USA sage der Präsident zwar, was zu tun sei. "Aber die Gouverneure sagen dann: ach, scher dich doch!"

Russland hat zwar eine vergleichsweise hohe Zahl von 528.964 Infizierten. Die Zahl der Covid-19-Toten wurde aber mit nur 6948 angegeben.

Was die Corona-Statistik verrät – und was nicht

Die offiziell gemeldete Zahl der Infizierten bezieht sich ausschließlich auf mit Labortests nachgewiesene Infektionen. Wie viele Menschen sich tatsächlich täglich neu infizieren und bislang infiziert waren, ohne positiv getestet worden zu sein, ist unklar. Antikörperstudien zeigen, dass es eine erhebliche Dunkelziffer an unentdeckten Infektionen gibt.

Die offizielle Zahl der Toten beschreibt, wie viele Menschen mit dem Virus gestorben sind. In wie vielen Fällen die Infektion ursächlich für den Tod war, lässt sich daraus nicht unmittelbar ablesen. Obduktionsstudien zeigen aber, dass bei den meisten Toten die Covid-19-Erkrankung auch die Todesursache war.

Mehr Informationen dazu, was im Umgang mit Corona-Daten zu beachten ist und welche Quellen der SPIEGEL nutzt, lesen Sie hier.

Kontrollen an den deutschen Grenzen enden um Mitternacht

15.45 Uhr - Nach rund drei Monaten sollen die Kontrollen an den deutschen Grenzen um Mitternacht enden. Gleichzeitig läuft die Reisewarnung für die meisten europäischen Staaten aus, für mehr als 160 Staaten außerhalb der EU sollen sie noch bis Ende August gelten. Angesichts der anhaltenden Pandemie mahnten Politiker die Bürger aber weiter zur Vorsicht.

Deutschland hatte am 16. März Kontrollen an den Grenzen zu Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Dänemark eingeführt. Die Regierungen in Polen und Tschechien hatten die Grenzen zeitweilig ganz geschlossen.

Bis zum 11. Juni hätten deutsche Polizisten an den Grenzen 196.000 Zurückweisungen ausgesprochen, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) der "Bild am Sonntag". Rund 6000 Beamte seien täglich im Einsatz gewesen.

Mehr Beschwerden bei Schlichtungsstelle wegen abgesagter Flüge

15.36 Uhr - Flugabsagen sowie verzögerte Rückzahlungen haben zu einer Flut von Beschwerden bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) geführt. "In den letzten Wochen hat sich die Zahl der Schlichtungsanträge im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelt bis verdreifacht", sagte SÖP-Geschäftsführer Heinz Klewe dem "Tagesspiegel" (Montag).

Allein in der ersten Juni-Woche habe die SÖP mehr als 800 Beschwerden bekommen. Davon richteten sich rund 650 gegen Fluggesellschaften. Im Vorjahreszeitraum seien es 345 Schlichtungsanträge gewesen, davon hätten sich 284 auf Luftverkehrsfälle bezogen.

Seit der Reisewarnung der Bundesregierung Mitte März hat die SÖP rund 4440 Beschwerden über Airlines erhalten - rund 1000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Vor allem nach Ostern haben die Fallzahlen nach SÖP-Angaben deutlich zugenommen.

Österreich plant Investitionsprämie für Firmen

15.20 Uhr - Österreich will Firmen in der Krise mit weiteren Hilfen unter die Arme greifen. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck kündigt im ORF Pläne für eine Investitionsprämie an. Diese sollen Firmen erhalten, die in den nächsten sechs Monaten Investitionen tätigen wollen. Unternehmen soll zudem ermöglicht werden, bei der Steuerermittlung Verluste mit den Gewinnen aus Vorjahren gegenzurechnen.

Fallzahl in Peking steigt nach Ausbruch auf Großmarkt

15.12 Uhr - Nach dem Ausbruch rund um einen Großmarkt in Peking wächst die Zahl der Infektionen. Binnen sieben Stunden wurden am Sonntag nach offiziellen Angaben der Stadtverwaltung acht neue Fälle registriert. Ihre Spur könne demnach auf den Großmarkt im Stadtbezirk Fengtai zurückverfolgt werden. Dies gelte auch für die 43 übrigen Fälle, die in der Hauptstadt an den drei vorangegangenen Tagen registriert worden seien.

Um das Virus einzudämmen, haben die Behörden zu strengen Schutzmaßnahmen gegriffen. Unter anderem wurden ganze Wohnviertel abgeriegelt. Zudem wurden Sport- und Tourismusveranstaltungen verboten. Ferner haben die Behörden Massentests nach dem Virusausbruch angeordnet.

Peking ist bislang relativ glimpflich durch die Pandemie gekommen. Vor dem jüngsten Ausbruch hatte es in der Hauptstadt fast zwei Monate kaum neue Fälle gegeben. Nun hat sich das Infektionsgeschehen bereits auf die Nachbarprovinz Liaoning im Nordosten der Volksrepublik ausgeweitet, wo am Sonntag zwei neue Fälle gemeldet wurden. Diese stünden im Zusammenhang mit dem Ausbruch in Peking, gaben die Gesundheitsbehörden bekannt. Eine Reihe chinesischer Großstädte, darunter Harbin und Dalian, riefen ihre Bewohner auf, auf Reisen in die Hauptstadt zu verzichten.

Iran meldet starken Anstieg der Todeszahlen

13.29 Uhr - In Iran ist die Zahl der Corona-Toten erneut sprunghaft angestiegen. Das Land meldete am Sonntag erstmals seit zwei Monaten mehr als hundert neue Todesfälle binnen einem Tag. Die Sprecherin des Gesundheitsministeriums, Sima Sadat Lari, sprach im Fernsehen von 107 Covid-19-Toten innerhalb der vergangenen 24 Stunden.

Am Sonntag lag die Zahl der Toten in Iran nach Behördenangaben bei knapp 8900. Mit rund 2400 Neuinfektionen stiegt die Infiziertenzahl demnach auf rund 187.500.

Angebliche Corona-Datenbank: Fatales Vertrauen

Die US-Firma Surgisphere stellt eine globale Patientendatenbank für Studien bereit - doch die ist offenbar ein gewaltiger Schwindel. Wer steckt hinter dem wohl größten Wissenschaftsskandal in der Coronakrise? Lesen Sie hier mehr dazu.

Britische Regierung prüft Lockerung von Quarantäneregeln

12.36 Uhr - Nach öffentlicher Kritik an der Quarantänepflicht für Einreisende hat die britische Regierung eine Überprüfung der Regeln in Aussicht gestellt. "Wir möchten alle, dass sich der Reisebereich wieder öffnet, natürlich", sagte Finanzminister Rishi Sunak dem Fernsehsender BBC. Daher schaue sich die Regierung "alle Optionen" an. Der Verkehrsminister prüfe aktiv Vorschläge, wie "einige Reisekorridore" wieder geöffnet werden könnten.

Die vorige Woche eingeführten Quarantänebestimmungen waren auf breite Kritik gestoßen - insbesondere auch in der Touristikbranche. Die ohnehin in der Krise in Turbulenzen geratenen Fluggesellschaften fürchten um Jobs und ihr Geschäft in Großbritannien.

Wie Finanzminister Sunak dem TV-Sender Sky News mitteilte, stellt die Regierung in London auch die Vorschriften für die soziale Distanz auf den Prüfstand. Premierminister Boris Johnson habe eine umfassende Überprüfung der Abstandsregel von zwei Metern in Auftrag gegeben. Dies würde bedeuten, dass zum Beispiel drei Viertel aller britischen Pubs ihre Türen für Gäste wieder öffnen könnten. Derzeit ist es nur ein Drittel. Sunak sagte, der Rückgang der britischen Wirtschaftsleistung um ein Viertel in Zeitraum März und April zeige, welch großen Schlag der Lockdown der Wirtschaft versetzt habe.

500 Eisenbahnwaggons werden in Indien zu Krankenhäusern

11.46 Uhr - 500 Eisenbahnwaggons sollen in Indiens Hauptstadt Neu-Delhi zu mobilen Corona-Krankenhäusern mit bis zu 8000 Betten umgebaut werden. Wie die Behörden am Sonntag mitteilten, sollen zudem künftig dreimal so viele Tests auf das Coronavirus durchgeführt werden wie bisher.

Neu-Delhi ist zuletzt zu einem der größten Ausbreitungsherde in Indien geworden. Innerhalb von zwei Tagen wurden 2000 neue Infektionen verzeichnet. Auch in den Städten Mumbai und Ahmedabad verbreitet sich das Virus weiterhin schnell. Insgesamt wurden in der indischen Hauptstadt fast 39.000 Fälle gezählt. Die Behörden befürchten, dass diese Zahl bis Mitte Juli auf bis zu einer halben Million steigen könnte, sollte die Ausbreitung nicht eingedämmt werden. 1271 Menschen starben bisher. Die indische Bundesregierung hat der Stadt zugesagt, unter anderem Sauerstoffflaschen und Beatmungsgeräte im Kampf gegen die Pandemie zur Verfügung zu stellen.

Spanien öffnet Grenzen am 21. Juni

11.40 Uhr - Spanien will Medienberichten zufolge bereits am 21. Juni seine Grenzen für die EU-Staaten im Schengenraum öffnen. Eine Ausnahme sei das Nachbarland Portugal, dort solle die Grenze am 1. Juli wieder geöffnet werden, berichten die Zeitung "El Pais" und der Hörfunksender "Ser". Die Regierung hatte zunächst erklärt, sie werde vom 1. Juli an wieder Touristen ins Land lassen, ohne sie unter Quarantäne zu stellen. EU-Staaten, die dem Schengenraum mit seinem Personenverkehr ohne Kontrollen nicht angehören, sind Irland, Rumänien, Bulgarien, Kroatien und Zypern. Auf die Balearen dürfen Touristen bereits ab Montag.

Warn-App soll am Dienstag starten

11.11 Uhr - Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes wird am Dienstag vorgestellt und freigeschaltet. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Letzte Tests seien gut verlaufen, hieß es. Mit der App sollen die Infektionsketten besser erkannt werden. Sie soll dafür sorgen, dass bei einer Lockerung für das öffentliche Leben die Ausbreitung des Coronavirus nicht wieder stark zunimmt.

Die App misst über den Kurzstreckenfunk Bluetooth, ob sich Anwender der App über einen Zeitraum von 15 Minuten oder länger näher als ungefähr zwei Meter gekommen sind. Dabei werden stoßweise alle zweieinhalb bis fünf Minuten anonymisierte Identifikationsnummern übertragen. Der Ort der Begegnung wird dabei nicht erfasst. Wird ein Nutzer positiv auf Covid-19 getestet und diese Information in der App geteilt, werden die anderen Anwender informiert, dass sie sich in der Vergangenheit in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben. Wer der Infizierte war und wann der Kontakt stattgefunden hat, erfahren sie nicht.

Die App wird als ein Baustein in der Bekämpfung der Pandemie angesehen, nicht als Allheilmittel. Der Quellcode ist bereits öffentlich  und kann deshalb von unabhängigen Experten untersucht werden. Nach der Veröffentlichung der App soll die Anwendung in den kommenden Wochen immer wieder optimiert und aktualisiert werden.

Digitalrat fordert Fortbildungen für alle

11.00 Uhr - Angesichts des schnelleren technologischen Wandels durch die Krise hat der Digitalrat der Bundesregierung Fortbildungskurse für die gesamte Bevölkerung gefordert. "Finnland hat zum Beispiel bereits 2019 begonnen, seine Bevölkerung durch Onlinekurse in Zukunftskompetenzen zu schulen", sagte die Vorsitzende des Gremiums, Katrin Suder, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "So etwas brauchen wir auch."

Dem Staat komme eine besondere Verantwortung zu, um Lernen über den Lebensweg hinweg zu gestalten. "Das alles geht nur mit zentraler Verantwortung, mit entsprechenden Finanzmitteln und vor allem mit dem Willen, das jetzt zu gestalten."

Hintergrund ist die Erwartung des Digitalrats, dass sich die Berufsbilder durch die veränderte Arbeitsweise während der Krise grundlegend wandeln. "Wir haben in der Corona-Zeit eine Sprung-Digitalisierung erlebt. Was sonst drei Jahre gedauert hätte, ist nun in drei Monaten geschehen - ob es ums bargeldlose Bezahlen geht, um Bankgeschäfte im Internet, um den Onlinehandel." Der Schritt zur vollständigen Automatisierung von körperlicher oder geistiger Routinearbeit sei dann nicht mehr groß.

247 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

10.18 Uhr - Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 247 neue Infektionen gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Krise 186.269 Menschen in Deutschland nachweislich angesteckt, wie das RKI am Sonntag meldete.

Russland meldet 8835 Neuinfektionen

09.55 Uhr - In Russland haben sich nachweislich 8835 weitere Menschen angesteckt. Damit steige die Infektionszahl binnen 24 Stunden auf 528.964, teilen die Behörden mit. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus stieg demnach um 119 auf 6948.

Kanzleramtsminister Braun warnt vor Risiken durch Reiserückkehrer

08.50 Uhr - Kanzleramtsminister Helge Braun hat vor den Infektionsgefahren durch die bevorstehende Reisesaison gewarnt. "Wenn Urlaubsrückkehrer aus einem Hotspot sich in ganz Deutschland verteilen würden und wir die Infektionsketten nicht erkennen könnten: Dann kommen wir sehr schnell wieder in eine Situation, in der wir bundesweite Maßnahmen ergreifen müssten", sagte der CDU-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Es sei jedoch die "Top-Priorität" der Regierung, dass so etwas nicht wieder geschehe. Dazu dient nach Brauns Worten auch die Warn-App, die in den nächsten Tagen vorgestellt werden soll. Damit können Kontaktpersonen automatisch benachrichtigt werden, wenn ein Nutzer positiv getestet wird.

Knapp 3500 Neuinfektionen in Mexiko

08.00 Uhr - In Mexiko sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums 3494 Neuinfektionen nachgewiesen worden. Damit seien insgesamt 142.690 Ansteckungsfälle registriert. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg binnen 24 Stunden um 424 auf 16.872. Die tatsächliche Ansteckungszahl dürfte laut Regierung weit höher sein. Mexiko ist nach Brasilien das am stärksten vom Virus betroffene Land in Lateinamerika. Die Region ist der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge zum neuen Brennpunkt der Pandemie geworden.

Nachfrage nach Tieren aus Heimen gestiegen

07.00 Uhr - In der Krise haben Menschen in Deutschland vermehrt Haustiere aus Tierheimen angefragt. Einige Heime hätten in den letzten Wochen sehr viele Anfragen erhalten, teilte der Deutsche Tierschutzbund mit. Das Berliner Tierheim bekam während der Krise beispielsweise an einem Wochenende 500 E-Mails. "Das ist vorher noch nie passiert", sagte die Sprecherin des Tierheims, Annette Rost.

In Köln ist ebenfalls eine gestiegene Nachfrage zu beobachten. "Bei Kaninchen zum Beispiel war es so, dass viele Menschen durch Corona Zeit hatten, endlich das schon lange geplante Gehege im Garten zu bauen und Tiere dann aufzunehmen", erklärte die erste Vorsitzende des örtlichen Tierschutzvereins, Anne Kolditz.

Der Deutsche Tierschutzbund führt die höhere Nachfrage auf die besonderen Umstände seit dem Ausbruch der Pandemie zurück. "Unsere Tiere fühlen mit uns, leisten uns Gesellschaft, lenken uns ab und spenden Trost", sagte Sprecherin Lea Schmitz.

Lehrerverband: Lehrer einmal pro Woche auf Coronavirus testen

06.40 Uhr - Wenn die Schulen nach den Sommerferien wie geplant wieder komplett öffnen, sollten Lehrer nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbandes einmal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden. "Wir setzen auf regelmäßige wöchentliche Tests von Lehrkräften, auch wenn keine Krankheitssymptome vorliegen", sagt Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger.

Forderungen nach Tests für Lehrer und auch Schüler hatten verschiedene Verbandsvertreter aus dem Bildungsbereich bereits gestellt. In den Bundesländern gibt es unterschiedliche Pläne. So will beispielsweise Brandenburg Lehrkräften und Kitapersonal anbieten, sich für zunächst drei Monate alle zwei Wochen testen zu lassen. Andere Länder planen stichprobenartige Tests.

Deutsche Bahn baut Auslandsverbindungen aus

06.31 Uhr - Die Deutsche Bahn will bis Ende Juni wieder in alle Nachbarländer fahren. Das Angebot werde schrittweise hochgefahren, teilte das Bundesunternehmen am Sonntag mit. "Das ist ein weiterer Schritt in Richtung Normalität", hob Fernverkehrschef Michael Peterson hervor. Auf den meisten Verbindungen fahren demnach schon seit Anfang Juni Züge. Nun kommen nach und nach weitere Fahrten hinzu. Ab dem 22. Juni soll dann auch der Eurocity nach Polen zwischen Berlin und Warschau wieder fahren. Das Angebot Richtung Schweiz, Österreich und Niederlande ist schon komplett.

Seit März waren in der Coronakrise zahlreiche Auslandsverbindungen ausgefallen. 

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Bieten zugelassene Lebendimpfstoffe einen Schutz vor Covid-19?

06.12 Uhr - Weltweit wird intensiv nach einem Impfstoff geforscht, der gezielt vor dem Coronavirus Sars-CoV-2 schützen soll. Bis es den gibt, könnten möglicherweise bereits existierende Lebendimpfstoffe einen gewissen Schutz gegen eine Infektion bieten, glauben Forscher. Denn gerade Lebendimpfstoffe, die funktionsfähige, aber abgeschwächte Erreger enthalten, lösen eine besonders robuste Antwort des Immunsystems aus.

"Bisherige Studien konnten Hinweise erbringen, dass diese Impfstoffe einen Effekt über ihre erregerspezifische Wirkung hinaus haben und den Schutz vor anderen Krankheiten erhöhen können", schreiben die Experten Melanie Brinkmann, Eva Kaufmann und Thomas Mertens in einer gemeinsamen Antwort auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Eine solche Stimulierung bewirke lang anhaltende Veränderungen in Immunzellen oder deren Vorläuferzellen, die zu einer erhöhten Funktionsbereitschaft der Körperabwehr führten, sagt auch die Immunologin Eva Kaufmann von der McGill University in Montreal.

"Ganz generell gibt es aus epidemiologischen Studien Hinweise darauf, dass Lebendimpfstoffe, wenn auch zu einem geringen Prozentsatz, einen 'Kreuzschutz' gegen nicht verwandte Erreger bieten könnten", bestätigt der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Klaus Cichutek. Diese Studien seien aber noch kein Nachweis für einen solchen Schutz, betont er. Empfehlungen für den Einsatz eines bereits zugelassenen Lebendimpfstoffs gegen das Coronavirus "würden in jedem Fall zunächst entsprechende, überzeugende Daten insbesondere zur Wirksamkeit gegenüber Covid-19 erfordern". Solche Daten liegen nach Kenntnis des PEI derzeit weltweit nicht vor.

Regierung plant 500-Millionen-Euro-Schutzschirm für Lehrstellen

05.30 Uhr - Die Bundesregierung will mit bis zu 500 Millionen Euro einen Einbruch der betrieblichen Ausbildung als Folge der Coronavirus-Krise vermeiden. "Wir müssen verhindern, dass die Covid-19-Krise zu einer Krise für die berufliche Zukunft junger Menschen und der Fachkräftesicherung wird", heißt es in Eckpunkten für ein Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern", die am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters vorlagen. Kernstück ist eine Ausbildungsprämie von 2000 oder 3000 Euro für kleine und mittelständische Unternehmen, die "in erheblichem Umfang" von der Krise betroffen sind und dennoch ihre Lehrstellenzahl halten oder sogar erhöhen. Allein dafür werden in den Eckpunkten bis zu 280 Millionen Euro veranschlagt. Zudem soll es Hilfen geben, wenn Kurzarbeit für Lehrlinge vermieden wird oder wenn Auszubildende aus insolventen Betrieben übernommen werden.

Die gemeinsam vom Bildungs-, Wirtschafts- und Arbeitsministerium vorgelegten Eckpunkte sollten am Mittwoch vom Kabinett gebilligt werden, hieß es in Regierungskreisen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hatte sich in der Aus- und Weiterbildungsallianz mit der Wirtschaft für die Ausbildungsprämie starkgemacht, um Betriebe zu entlasten und den Fachkräftenachwuchs zu sichern. Es dürfe keinen Corona-Jahrgang in der Ausbildung geben, hatte der SPD-Politiker gewarnt.

Die Prämie sollen Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten erhalten, die von der Krise stark betroffen sind, die aber dennoch die Zahl ihrer Lehrlinge im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen drei Jahre nicht verringern. Sie erhalten einen Zuschuss von 2000 Euro für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Lehrvertrag. Wenn sie ihre Ausbildung erhöhen, soll es 3000 Euro für jede zusätzliche Lehrstelle geben. 

Covid-19-Patient soll für Behandlung über eine Million Dollar zahlen

04.04 Uhr - Nach rund zweimonatiger Behandlung seiner schweren Covid-19-Erkrankung hat eine Klinik in der Nähe von Seattle einem 70-jährigen US-Bürger eine Rechnung von über einer Million Dollar präsentiert. Ihm sei das Herz "beinahe zum zweiten Mal stehen geblieben", als er die 181 Seiten starke Rechnung in Höhe von 1.122.501,04 Dollar - rund 997.000 Euro - erhalten habe, sagte Michael Flor am Samstag der "Seattle Times" .

Flor war am 4. März mit Covid-19 ins Krankenhaus Swedish Issaquah Campus eingeliefert worden. Ihm ging es so schlecht, dass die Krankenschwestern ihm eines Abends das Telefon halten mussten, damit er von seiner Frau und seinen beiden Kindern Abschied nehmen konnte. Doch er erholte sich wieder und konnte am 5. Mai die Klinik unter den Jubelrufen seines Pflegepersonals wieder verlassen.

Die Rechnung kam später: Demnach sollte er unter anderem 9736 Dollar pro Tag auf der Intensivstation, 82.000 Dollar für den 29-tägigen Einsatz eines Beatmungsgeräts und 100.000 Dollar für seine Betreuung als akut gefährdeter Patient zahlen.

Laut "Seattle Times" ist der 70-Jährige über Medicare, die Krankenversicherung für ältere Bürger in den USA, abgesichert. Allerdings werden weder er noch Medicare für die astronomische Summe aufkommen müssen, berichtete das Blatt und verweist auf die 100 Milliarden Dollar, mit denen der US-Kongress Krankenhäuser für die Behandlung von Covid-19-Patienten entschädigen will.

Schwesig fordert nationale Corona-Teststrategie für Schulen und Kitas

03.08 Uhr - Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig fordert eine nationale Corona-Teststrategie für Schulen und Kitas. Eine solche Teststrategie sollte bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch vereinbart werden, sagte die SPD-Politikerin der "Bild am Sonntag". Auch anlasslose Präventivtestungen sollten darin enthalten sein. "Sobald es einen Fall in einer Schule oder Kita gibt, muss sofort die Schule oder die Kita durchgetestet werden", sagte Schwesig. Die Kosten dafür sollten die Krankenkassen tragen. Zusätzlich seien auch ohne Infektionsfall stichprobenartig Präventivtests nötig, um das Coronavirus unter Kontrolle zu halten.

Der Deutsche Lehrerverband hatte kürzlich vor einer zu schnellen Rückkehr zum vollständigen Schulbetrieb gewarnt. "Die Schulen können schnell zum Corona-Superspreader werden - das dürfen wir nie vergessen", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger. Für eine Rückkehr zum Regelunterricht müssten erst einmal die Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu müsse es ein völlig neues Hygienekonzept geben. 

China meldet höchsten Anstieg bei Corona-Neuinfektionen seit April

02.58 Uhr - China hat den höchsten Anstieg bei Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus seit April gemeldet. Binnen einem Tag seien 57 neue Infektionsfälle registriert worden, teilte die nationale Gesundheitskommission am Sonntag mit. 36 der Fälle traten demnach in der Hauptstadt Peking auf und wurden offenbar nicht aus dem Ausland eingeschleppt.

Auch in der nordöstlichen Provinz Liaoning gab es den Angaben zufolge zwei Infektionsfälle, die nicht aus dem Ausland eingeschleppt wurden. Bei diesen beiden Infizierten handelte es sich demnach um Kontaktpersonen von Patienten aus Peking.

In der Volksrepublik wächst derzeit die Angst vor einer zweiten Corona-Infektionswelle. Wegen Dutzender Neuinfektionen in Peking hatten die Behörden am Samstag mehrere Wohngebiete im Süden der Hauptstadt abgeriegelt. Die Neuinfektionen stehen nach Behördenangaben im Zusammenhang mit einem nahegelegenen Fleischgroßmarkt. Auch neun Schulen und Kindergärten wurden wegen des neuen Krankheitsausbruchs geschlossen.

Großbritannien will alle Schulen im September wieder öffnen

02.47 Uhr - Im Rahmen der Corona-Lockerungen strebt die britische Regierung eine Wiederöffnung aller Schulen im September an. Premierminister Boris Johnson arbeite mit Bildungsminister Gavin Williamson an entsprechenden Plänen, teilte das Büro des Regierungschefs am Samstag mit. Dazu gehörten auch Hilfspakete, um Schüler zu unterstützen, den Lernverlust aufzuholen. Im Fokus seien vor allem Kinder, die zu Hause weniger Unterstützung hätten. Detailplanungen mit Schulen, Stadtverwaltungen und Gewerkschaften sind Regierungskreisen zufolge bereits im Gange.

Die Schulen waren im März wegen der Coronavirus-Pandemie für die meisten Schüler geschlossen worden. Einige Altersgruppen konnten seit Anfang Juni zurückkehren. Die schrittweise Öffnung der Schulen ist allerdings umstritten. Großbritannien gehört zu den Ländern, die am schwersten von der Pandemie betroffen sind. Kritiker der Pläne mahnen zu größerer Vorsicht, um eine zweite Infektionswelle zu vermeiden.

Zwei positive Corona-Tests in der Premier League

02.08 Uhr - Bei der letzten Testrunde vor dem Neustart der Premier League am 17. Juni ist auch bei einem Fußballprofi von Norwich City ein positives Ergebnis festgestellt worden. Das teilte der Verein am Samstagabend mit, ohne den Namen des Spielers zu nennen. Insgesamt gab es zwei positive Coronavirus-Tests. Der Spielbetrieb in der höchsten englischen Liga ruht seit dem 13. März wegen der Corona-Pandemie. Am kommenden Mittwoch will die Premier League ihre Saison fortsetzen.

Alle Spieler und Mitarbeiter der 20 Klubs waren zweimal wöchentlich auf Covid-19 getestet worden. Nach der letzten Untersuchung (am 11. und 12. Juni) gab es 16 positive Fälle - bei insgesamt 8687 Corona-Tests. Der Norwich-Profi muss jetzt eine siebentägige Quarantäne antreten und danach erneut getestet werden.

Braun räumt Versäumnisse bei Entwicklung der Corona-Warn-App ein

00.01 Uhr - Kanzleramtschef Helge Braun hat Versäumnisse bei der Entwicklung der Corona-Warn-App eingeräumt. "Aus heutiger Sicht hätten wir die Entscheidung, die Unternehmen mit der technischen Umsetzung der Corona-App zu betrauen, zehn Tage früher treffen sollen", sagte der CDU-Politiker der "Welt am Sonntag". Braun sprach auch von Differenzen im ursprünglichen Projektteam, die einen schnellen Erfolg verhindert hätten.

Eigentlich sollte die Warn-App bereits Ende April starten, nun soll sie nächste Woche kommen. Ende April hatte die Bundesregierung entschieden, nicht mehr das Projektteam, sondern die Unternehmen SAP und T-Systems mit der Umsetzung der App zu beauftragen. Diese wird nach Einschätzung des IT-Dienstleisters TÜV Informationstechnik stabil und sicher laufen, ohne die Anwender auszuspionieren. Das habe eine Prüfung der App ergeben, die man im Auftrag des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unternommen habe, sagte TÜV-IT-Chef Dirk Kretzschmar am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Update hieß es, die US-Regierung habe 100 Millionen Dollar für Covid-19-Behandlungen zur Verfügung gestellt. Ein Übersetzungsfehler - es sind 100 Milliarden Dollar.

oka/sak/feb/fek/AFP/Reuters/dpa
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