+++ News-Update am Sonntag +++ Spahn warnt vor Feiern als Corona-Gefahrenquelle

Der Bundesgesundheitsminister will gesellige Veranstaltungen wie Hochzeiten in den Blick nehmen, wenn es nicht gelingt, die Zahlen unter Kontrolle zu halten. Und: Italien schließt die Diskos. Der Überblick am 16. August.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Foto: Jürgen Heinrich / imago images/Jürgen Heinrich

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Spahn besorgt über Feiern als Corona-Gefahrenquelle

22.42 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warnt vor dem Hintergrund steigender Zahlen bei Corona-Neuinfektionen vor Feierlichkeiten als Gefahrenquelle. Es gebe mehr Ansteckungen durch Reiserückkehrer, es gebe im ganzen Land aber auch lokale Ausbrüche, die meist mit Feiern zusammenhingen, sagte Spahn im ZDF-"heute journal" . "Das ist das, was wir im Blick haben müssen über das Reisen hinaus", betonte der CDU-Politiker.

Auf die Frage nach neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sagte Spahn, aus seiner Sicht mache es keinen Sinn, wieder den Einzelhandel zu schließen oder Friseure. Mit Alltagsmasken und Abstand könne man dort weitermachen. "Feierlichkeiten, Veranstaltungen - dort überträgt es sich sehr, sehr schnell. Deswegen finde ich, müssen wir mit den Ländern nochmal schauen: Was sind die Grenzen, was sind die Regeln für die Größen von Veranstaltungen."

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Er verstehe ja, dass man eine Hochzeit mit 100, 150 Gästen feiern wolle, sagte Spahn weiter. Er selbst habe lange genug bei Hochzeiten gekellnert. Eine Hochzeit werde aber irgendwann "sehr gemütlich, wenn es denn eine Hochzeit ist".

"Entweder wir schaffen es, auch aus der Sommerzeit herauskommend die Zahlen unter Kontrolle zu behalten. Oder wir werden eben zuerst den Blick auf die Art von Veranstaltungen richten müssen, bei denen eben besonderes Infektionsgeschehen auftritt. Das sind die eben die geselligen Veranstaltungen, wo Menschen, meistens auch mit Alkohol verbunden, dann entsprechend zusammenkommen", sagte Spahn.

Vor US-Open: Japanischer Tennisprofi Nishikori positiv auf Coronavirus getestet

20.44 Uhr: Der ehemalige US-Open-Finalist Kei Nishikori ist positiv auf das Coronavirus getestet worden und hat seine Teilnahme am Masters-Series-Turnier von Cincinnati abgesagt. Der 30 Jahre alte Tennisprofi aus Japan muss sich in seiner Wahlheimat Florida in Quarantäne begeben. Er verspüre nur leichte Symptome, teilte Nishikori in den sozialen Netzwerken mit.

Die von Cincinnati nach New York verlegte Hartplatz-Veranstaltung beginnt am kommenden Wochenende. Ob der frühere Weltranglisten-Vierte bei den US-Open wieder antreten darf, ist noch offen. Das Grand-Slam-Turnier soll trotz der Coronavirus-Pandemie ohne Zuschauer vom 31. August bis zum 13. September in New York ausgetragen werden.

Corona-Tests am Flughafen Tegel nach Übergriff abgebrochen

20.17 Uhr: Die Corona-Teststelle am Berliner Flughafen Tegel ist nach einem Zwischenfall vorzeitig geschlossen worden. Es habe einen tätlichen Angriff auf einen Mitarbeiter der Teststelle gegeben, teilte Charité-Vorstand Ulrich Frei am Abend mit. Zuvor sei einer Person ein Test verweigert worden, weil sie keinen Anspruch auf das kostenfreie Angebot gehabt habe. "Die Situation eskalierte leider", erläuterte Frei. Die Teststelle sei deshalb um 18 Uhr geschlossen worden, drei Stunden früher als üblich. Am Montag werde sie wieder regulär von 8 Uhr bis 21 Uhr öffnen.

Die Flughafengesellschaft wies darauf hin, dass die Tests für Einreisende nicht nur am Flughafen möglich seien. Dafür sind auch Vertragsarztpraxen vorgesehen.

"Als Vorstand Krankenversorgung ist es meine Aufgabe, mich schützend vor die am Sonntag freiwillig arbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stellen", verteidigte Frei die Schließung.

Seit dem 8. August sind nach einer Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums Tests für Einreisende aus Risikogebieten verpflichtend. Solange kein negatives Testergebnis vorliegt, müssen sich Einreisende aus Risikogebieten in Quarantäne begeben. Fällt der Test positiv aus, ist in jedem Fall eine zweiwöchige Quarantäne notwendig.

NRW-Gesundheitsminister: Rückkehrer aus Risikogebieten an Testkosten beteiligen

19:29 Uhr: Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium fordert von Rückkehrern aus Corona-Risikogebieten eine Beteiligung an den Kosten der Corona-Tests. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) habe wiederholt deutlich gemacht, "dass derjenige, der in ein Risikogebiet reist, auch wissen muss, was er da tut, und sich über die Konsequenzen bewusst sein muss. Die Kosten für die Tests dürfen auf Dauer nicht allein der Solidargemeinschaft aufgebürdet werden", sagte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage des "Kölner Stadt-Anzeiger". Die Finanzierungsfrage müsse von der Bundesregierung in Angriff genommen werden. Man brauche eine bundeseinheitliche Regelung.

Aktuell können sich Reiserückkehrer auch aus Risikogebieten kostenlos testen lassen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte diese Regelung am Samstagabend in der ARD. Tests, die etwas kosten, versuchten manche Reisende möglicherweise zu vermeiden. Doch sollten die Tests ja wahrgenommen werden. "Das schützt uns, und das schützt andere", sagte Spahn.

Polizei greift in Münchner Bars durch

19:04 Uhr: Die Polizei hat am Wochenende in München mehrere Bars ausgehoben, in denen Gäste und Personal massiv gegen die Corona-Vorschriften verstoßen hatten. In der Nacht zum Samstag kontrollierten die Beamten ein Lokal in der Münchner Innenstadt mit rund 50 Gästen. Es sei ohne Mundschutz und Mindestabstand getanzt worden, stellten sie dabei fest und legten den Betrieb für den Rest der Nacht still.

In einem anderen Lokal trafen die Beamten rund 150 Gäste auf der Tanzfläche an, die keine Masken trugen und keine Abstände einhielten. Auch dieses wurde geschlossen. In der Nacht zum Sonntag entdeckte die Polizei Ähnliches in Garching. Die Betreiber der Lokale und ein Teil der Gäste müssen sich nun auf Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz gefasst machen.

Italien schließt Diskos und verordnet Masken bei Nacht

18:59 Uhr: Nach einer leichten Zunahme der Corona-Infektionsfälle hat die italienische Regierung am Sonntag die Schließung von Diskotheken und Nachtclubs angekündigt, auch solchen unter freiem Himmel. Außerdem verhängte sie eine nächtliche Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen. Was bedeutet, dass an allen Orten, an denen sich Gruppen bilden, von 18 Uhr bis 6 Uhr morgens ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen ist. Das Dekret, unterzeichnet von Gesundheitsminister Roberto Speranza, tritt am Montag in Kraft.

Italien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Fast 250.000 Menschen steckten sich dort mit dem neuartigen Virus an. Mehr als 35.000 Infizierte starben.


Menschen in Kiel demonstrieren friedlich

18:24 Uhr: Mehrere Hundert Personen haben am Sonntag in Kiel gegen Corona-Auflagen und Maskenpflicht demonstriert. Unter dem Motto "Freiheit und Selbstbestimmung" beteiligten sich daran nach Polizeiangaben rund 400 bis 500 Menschen. Die Kundgebung von "Querdenken Kiel 22" sei friedlich verlaufen. Allerdings sei es insgesamt sehr voll gewesen, da sich dort am Wasser auch viele andere Menschen aufgehalten hätten, sagte ein Polizeisprecher. Die Abstandsregeln seien insgesamt jedoch eingehalten worden. An der Kiellinie fanden sich unter dem Motto "Solidarität im Umgang mit Corona" auch Gegendemonstranten ein.

Lufthansa und Eurowings fliegen weiterhin nach Spanien und Mallorca

18 Uhr: Trotz der Reisewarnung für Spanien und die Balearen-Inseln will die Lufthansa am Reiseplan in das Land festhalten. "Lufthansa und Eurowings fliegen auch weiterhin nach Spanien - inklusive Mallorca. Pro Woche sind es allein 180 Flüge aus Deutschland nach Palma", zitierte die "Bild"-Zeitung am Sonntag einen Sprecher des Konzerns. 150 Flüge würden mit der Tochter Eurowings, 30 mit Lufthansa aus Frankfurt und München durchgeführt. Das wären für Mallorca laut Lufthansa rund 36 000 Passagiere pro Woche. Trotz der jüngsten Reisewarnung gebe es nach wie vor eine gute Auslastung. Der Reisekonzern Tui hatte nach der Reisewarnung für fast ganz Spanien geplante Pauschalreisen abgesagt.

Biotech-Unternehmen Curevac will an Corona-Impfstoff verdienen

17:54 Uhr: Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac zielt mit einem möglichen Covid-19-Impfstoff auch auf Gewinne für die Eigentümer. "Wir können das nicht zum Selbstkostenpreis machen. Wir haben Investoren, die seit zehn Jahren Geld in das Unternehmen stecken, also sollte es eine kleine Rendite für sie geben", sagte Curevac-Finanzchef Pierre Kemula der "Financial Times". Die Pharmakonzerne Astrazeneca und Johnson & Johnson hatten im Rahmen von großen Vorbestellungen von EU- und US-Behörden angekündigt, zumindest während der Pandemie keinen Gewinn mit möglichen Impfstoffen anzustreben.

Curevac geht davon aus, dass vom eigenen Impfstoffkandidaten womöglich kleinere Dosen verabreicht werden können als bei Konkurrenten. "Das würde uns einen wettbewerbsgerechten Preis ermöglichen, mit dem wir noch eine gewisse ethische Marge erzielen könnten", sagte Kemula dem Blatt. Wie hoch die Marge sein würde, wollte Kemula der Zeitung nicht verraten.

Curevac hatte am Freitag sein Börsendebüt in New York hingelegt.

Belgier protestieren gegen Corona-Auflagen

17.33 Uhr: In Brüssel haben am Sonntag mehr als 200 Menschen gegen die Corona-Auflagen in Belgien demonstriert. Die Kundgebungsteilnehmer versammelten sich vor einem Verwaltungsgebäude in der Innenstadt und legten dort Briefe nieder, in denen sie den Rücktritt des flämischen Virologen und Regierungsberaters Marc Van Ranst forderten. Wegen seiner linken gesellschaftspolitischen Positionen wurde Van Ranst auch schon Ziel scharfer Angriffe der äußersten flämischen Rechten in Belgien.

Die Demonstranten hielten Spruchbänder mit Parolen wie "Corona-Zirkus" oder "Es ist mein Körper und meine Entscheidung" hoch. Sie folgten einem Online-Aufruf des belgischen Ablegers der in den Niederlanden beheimateten Initiative "Viruswaanzin" (Viruswahnsinn). Einige Demonstranten trugen Masken, andere nicht. Im Großraum Brüssel herrscht angesichts wieder steigender Corona-Infektionen seit dem 12. August die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Maske. Die Zahl der Corona-Todesopfer wird von den Behörden mit fast 10.000 angegeben.

"Die Virologen und Ärzte sind nicht diejenigen, die in unserem Land die Regeln festlegen", sagte ein Demonstrant namens Michel. "Die behandeln uns wie Kinder." Eine andere Demonstrantin äußerte den Verdacht, die Pharmakonzerne wollten an weltweiten Massenimpfungen verdienen. Die Virologen, die vor der Pandemie warnten, würden von den Konzernen bestochen.

Kartellamt untersucht Amazon-Praktiken während Corona-Pandemie

17.17 Uhr: Das Bundeskartellamt geht einem Zeitungsbericht zufolge dem Vorwurf nach, dass Amazon während der Corona-Pandemie eine marktbeherrschende Stellung missbraucht habe. "Wir untersuchen derzeit, ob und wie Amazon die Preissetzung der Händler auf dem Marketplace beeinflusst", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagausgabe) laut Vorabbericht. Während der ersten Monate der Corona-Pandemie habe es Beschwerden darüber gegeben, dass Amazon Händler wegen angeblich überhöhter Preise gesperrt habe. "Amazon darf kein Preiskontrolleur sein. Das gilt auch jetzt", sagte Mundt.

Amazon habe inzwischen auf erste Auskunftsersuchen geantwortet. Diese Stellungnahmen würden jetzt ausgewertet. Der mögliche Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung sei "natürlich der Ansatz bei solchen Untersuchungen". Amazon sei für sehr viele Händler eine unverzichtbare Plattform. "Andererseits haben wir eine Marktbeherrschung bisher nicht formell festgestellt", sagte Mundt.

Bei Amazon war zunächst keine Stellungnahme zu zu bekommen. Deutschland ist für den US-Online-Riesen der zweitgrößte Markt nach den USA. In den ersten Monaten der Infektionswelle blieben viele Geschäfte geschlossen und Kunden kauften verstärkt im Internet ein.

Das Amazon-Logistikcenter in Bad Hersfeld

Das Amazon-Logistikcenter in Bad Hersfeld

Foto: Uwe Zucchi/ picture alliance / dpa

Grünen-Chef Habeck fordert umfassendes Investitionsprogramm zur Stärkung der Wirtschaft

17.01 Uhr: Grünen-Chef Robert Habeck hat zur Stärkung der durch die Corona-Krise geschwächten Wirtschaft ein umfassendes Investitionsprogramm gefordert. "Wir haben zu wenig investiert in Deutschland", sagte er am Sonntag im ARD-"Sommerinterview". Es müsse mehr Geld "in die Schulen, in die Bibliotheken, in öffentliche Einrichtungen, in die Bahnlinien, ins Internet gehen".

Ziel müsse sein, das Land "fit zu machen für die nächsten Jahrzehnte, hob Habeck in dem Interview für die Sendung "Bericht aus Berlin" hervor. Das Mittel dazu sei das Konzept der Grünen für einen "Green New Deal". Es gehe dabei auch darum, die Klimakrise zu bekämpfen und ebenso "die Krise des sozialen Zusammenhalts". Dafür sei "jeder Euro, der ausgegeben wird, ein guter Euro".

Zweifel äußerte er an der von der Regierung beschlossenen Senkung der Mehrwertsteuer. Habeck verwies auf die Gefahr von Mitnahmeeffekten, etwa durch Internetfirmen. Daher hätten die Grünen ein Gutscheinsystem befürwortet, das ausdrücklich auf den stationären Einzelhandel zielen sollte.

Um die wegen der Corona-Krise aufgenommenen Schulden wieder abzubauen, sprach sich Habeck auch für größere Belastungen von Reichen aus. "Es ist klar, dass stärkere Schultern mehr tragen müssen als schwächere", sagte er der ARD. Wenn die Schulden wieder getilgt werden müssten, müsse dies "über die höhere Besteuerung von Vermögen kommen, von hohen Einkommen". Denkbar wäre auch eine neue Solidaritätsabgabe nach dem Vorbild des Soli für die Kosten der Einheit.

Im Umgang mit der Corona-Krise warf Habeck der Bundesregierung Versäumnisse vor. Dies gelte für die Tests für Reiserückkehrer, die jetzt "holterdipolter" eingeführt worden seien, nachdem die Regierung lange im Umgang mit Reisen "nicht das Ferienende mitgedacht" habe. Grundsätzlich halte er die Ausweitung der Tests für richtig. Dies solle aber gezielter erfolgen, es sei falsch nach dem bayerischen Motto "Teste sich wer kann" jetzt "alles zu überrollen".

Versäumnisse gebe es aber auch bei den Schulen, wo die Ferienzeit nicht genutzt worden sei, um eine Strategie für die Zeit danach und auch den kommenden Herbst zu entwickeln. So sei ein Bildungsgipfel erst angesetzt worden, nachdem "die Schule wieder begonnen hat". Habeck plädierte auch für mehr Corona-Tests bei Lehrern, weil diese anders als die Schüler häufig die Klassen wechseln müssten.

FDP kritisiert Söder-Regierung für Corona-Management

15.55 Uhr: Die oppositionelle FDP-Fraktion im bayerischen Landtag hat wegen der Corona-Panne harsche Kritik an der Regierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geübt. Die Staatsregierung habe sich heillos in ihrem Testchaos verheddert, sagte FDP-Fraktionschef Martin Hagen am Sonntag. 

Auch nach vier Tagen seien nicht alle positiven Corona-Tests zugeordnet worden. "46 Infizierte stecken in Unkenntnis ihres positiven Testergebnisses möglicherweise weitere Menschen an", betonte Hagen.

Die FDP habe gemeinsam mit Grünen und SPD für Mittwoch eine Sondersitzung des Gesundheitsausschusses im bayerischen Landtag beantragt. "Wir erwarten, dass die Ministerin dann Rede und Antwort steht", erklärte Hagen mit Blick auf Gesundheits-Ressortchefin Melanie Huml (CSU).

"Söders planloses Vorpreschen mag seinem Image als entschlossener Macher nützen, in der Sache hat es sich als schädlich erwiesen", sagte der FDP-Politiker. Statt Aktionismus brauche es eine zwischen Bund und Ländern koordinierte Strategie für das Reiserückkehrer-Management. Reisende aus Risikogebieten müssten Priorität haben.

Israel lockert Corona-Reisebeschränkungen

15.36 Uhr: Israel hat seine Corona-Reisebeschränkungen gelockert. Rückkehrer aus 20 Ländern mit niedrigen Corona-Infektionszahlen müssten in Israel keine zweiwöchige Quarantäne mehr einhalten, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Unter den Ländern sind auch Deutschland und Österreich. Die Anweisung gilt auch rückwirkend für Reisende, die in den letzten 14 Tagen aus den sogenannten "grünen Ländern" eingereist sind.  

Ausländer können jedoch weiterhin nur in Ausnahmefällen nach Israel einreisen. Wegen hoher Infektionszahlen in Israel können Israelis selbst auch nur in wenige andere Länder reisen, darunter Griechenland, Bulgarien und Kroatien.  

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 mittlerweile bei 92.404 Menschen in Israel nachgewiesen worden. 679 mit dem Virus infizierte Menschen sind den Angaben zufolge gestorben.

Nach Testpanne in Bayern: 46 positiv Getestete noch nicht gefunden

14.59 Uhr: Im Zuge der Probleme an bayerischen Corona-Teststationen sind immer noch nicht alle positiv Getesteten gefunden: Von 46 fehlte auch am Sonntag noch jede Spur. Bei 903 der insgesamt 949 nachgewiesenen Infektionen wurden die Betroffenen bis dahin ermittelt und - mit teils wochenlanger Verzögerung - informiert. Bei 46 sei dies bisher nicht gelungen, teilte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag mit. 

"Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat mit großartiger Unterstützung der Bayerischen Bereitschaftspolizei unter Hochdruck daran gearbeitet, die positiven Befunde den Getesteten zuzuordnen. Das ist in den meisten Fällen gelungen", sagte Huml. Allerdings hatte sie am vergangenen Mittwoch, kurz nach Bekanntwerden der Panne erklärt, die Betroffenen sollten bis Donnerstagmittag informiert werden. Danach verstrichen drei Tage und mehrere Fristen, bis zu denen ihr Ressort die Öffentlichkeit informieren wollte. 

Insgesamt waren 44.000 Testergebnisse aus dem Zeitraum bis zum 11. August nicht in der vorgegebenen Zeit den Getesteten mitgeteilt worden. Die Panne hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil die Gefahr besteht, dass positiv Getestete ohne Wissen über ihre Infektion zahlreiche weitere Menschen angesteckt haben könnten. Die positiv Getesteten kamen nach Angaben von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nicht ausschließlich aus Risikogebieten und waren insofern auch nicht zwingend zu einer zweiwöchigen Quarantäne nach ihrer Einreise nach Deutschland verpflichtet.

Kreuzfahrtschiff "MSC Grandiosa" soll erstmals wieder in See stechen

14.32 Uhr: Die Kreuzfahrtbranche nimmt ihre Fahrten im Mittelmeer wieder auf: Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie soll die "MSC Grandiosa" am Sonntagabend in See stechen. Das zur Reederei "MSC Cruises" gehörende Schiff soll um 19.30 Uhr seine Anker vor der italienischen Hafenstadt Genua einholen und in den kommenden sieben Tagen mehrere Häfen im Mittelmeer anlaufen.

Das Schiff, das bis zu 6000 Passagiere an Bord aufnehmen kann, wird zunächst Kurs auf den Hafen von Civitavecchia bei Rom nehmen. Dann soll es weiter an die Häfen von Neapel, Palermo (Sizilien) und Valletta (Malta) fahren. Die Kreuzfahrtindustrie steht im Zuge der noch andauernden Coronakrise besonders unter Druck. Konkurrenz-Reedereien von "MSC Cruises" entschieden, Kreuzfahrten sicherheitshalber erst im September wieder anzubieten.

"MSC Cruises" will mit neuen Sicherheitsstandards eine Ausbreitung des Virus auf der "MSC Grandiosa" verhindern. Passagiere und Besatzungsmitglieder sollen vor dem Boarding auf das Coronavirus getestet und ihre Körpertemperatur täglich kontrolliert werden. Ein offenes Buffet werde es nicht mehr geben - stattdessen aber eine Bedienung am Tisch.

Gesundheitsbehörden hatten die Kreuzfahrtindustrie mehrfach kritisiert, zu langsam auf die Ausbreitung des Virus reagiert zu haben. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in den USA wurden 3047 Infektionen an Bord von Kreuzfahrtschiffen festgestellt, welche die International Cruise Association (Clia) repräsentiert. In 73 Fällen führten die Infektionen zum Tod.

Nach Angaben des Verbandes macht die Kreuzfahrtindustrie in Europa einen Umsatz von 14,5 Milliarden Euro im Jahr und sichert fast 53.000 Arbeitsplätze. Da viele Reedereien ihre Reisen auf den Weltmeeren im Zuge der Corona-Pandemie einstellen mussten, rechnet Clia mit Umsatzeinbußen von bis zu 25,5 Milliarden Euro.

Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac plant Großproduktion von Corona-Impfstoff

14.27 Uhr: Das Tübinger Pharmaunternehmen Curevac strebt die Produktion von einer Milliarde Corona-Impfdosen pro Jahr an. Das sagte Vorstandschef Franz-Werner Haas am Sonntag dem Finanzportal boerse-online.de. Curevac hatte am Freitag einen starken Börsenstart in den USA hingelegt.

Haas kündigte an, das Unternehmen wolle im Herbst Ergebnisse der kürzlich gestarteten klinischen Erprobung seines Covid-19-Impfstoffkandidaten vorstellen. Erwartet wird dies im September. Die Zulassung werde dann für die erste Jahreshälfte 2021 angepeilt. Haas schloss auch ein beschleunigtes Zulassungsverfahren nicht aus, wenn die Behörden dem zustimmen.

Die Produktionskapazitäten für den Impfstoff könnten dann von zunächst einigen Hundert Millionen Impfstoffdosen in der ersten Jahreshälfte 2021 deutlich ausgeweitet werden, sagte der Curevac-Vorstandschef weiter: "Wir wollen bis Mitte 2022 mit einer weiteren industriellen Produktionseinheit in der Lage sein, eine Milliarde oder mehr Dosen pro Jahr herzustellen." Dem Standort Tübingen wolle das Unternehmen aber treu bleiben.

Mitte Juni hatten die deutschen Aufsichtsbehörden dem Tübinger Biotech-Unternehmen grünes Licht für eine klinische Studie mit einem möglichen Impfstoff gegen das Coronavirus gegeben.

Südkorea: Höchster Anstieg der Fallzahlen seit Anfang März

14.03 Uhr: Südkorea vermeldet den höchsten Anstieg der Corona-Fallzahlen seit dem 8. März. Wie die koreanische Gesundheitsbehörde Korea Centers for Disease Control and Prevention (KCDC) mitteilte, stieg die Zahl der nachweislich Infizierten um 279 auf insgesamt 15.318. 305 Todesfälle stehen in Verbindung mit dem Coronavirus.

Insbesondere um die Metropolregion Seoul wächst nun die Sorge vor einem noch größeren Ausbruch. 253 der 279 Fälle wurden in der Hauptstadt registriert.

In Seoul leben etwa 26 Millionen Menschen. Die Gesundheitsbehörden haben seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie Schwierigkeiten, Übertragungen insbesondere in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Schulen, Restaurants und in Verbindung mit Vertretern, die ihre Waren direkt an der Haustür anbieten, einzudämmen.

Nach dem höchsten Anstieg der Neuinfektionen seit Monaten haben die Behörden zudem den regierungskritischen Anführer einer christlichen Kirchengemeinde ins Visier genommen. Das Gesundheitsministerium kündigte am Sonntag an, gegen den Pastor der Sarang-Jeil-Kirche in Seoul, Jun Kwang Hoon, Anzeige zu erstatten. Dem rechtskonservativen Pastor, der sich als lautstarker Kritiker der sozialliberalen Regierung hervortut, wird vorgeworfen, die epidemiologischen Untersuchungen der Behörden zu behindern und eine nur unvollständige Liste von Kirchenmitgliedern übergeben zu haben. 

In Verbindung mit der Sarang-Jeil-Kirche seien 190 zusätzliche Fälle bestätigt worden, hieß es. Bisher wurden demnach 249 Anhänger positiv auf Sars-Cov-2 getestet. Etwa 4000 Mitglieder sollen unter Quarantäne gestellt werden. 

Jun und andere Kirchenmitglieder hatten am Samstag unter Verstoß gegen Quarantäne-Auflagen an einer Großkundgebung in der Hauptstadt Seoul teilgenommen. Konservative und christliche Gruppen hatten Tausende von Menschen trotz eines durch die Stadt ausgesprochenen Demonstrationsverbots mobilisiert, um gegen die Politik der Regierung zu protestieren.

Präsident Moon Jae-in warf "einigen Kirchen" am Sonntag vor, unverantwortlich gehandelt zu haben. Mit ihrem unentschuldbaren Verhalten würden sie das Leben anderer Menschen bedrohen.

Steigende Infektionszahlen: Robert Koch-Institut mahnt zu verstärkter Vorsicht

13.57 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat das Robert Koch-Institut (RKI) alle Bürgerinnen und Bürger zu verstärkter Vorsicht gemahnt und dazu aufgerufen, Menschenansammlungen vor allem in Innenräumen zu meiden. Mehrere Politiker sprachen sich für ein härteres Vorgehen bei Verstößen gegen Corona-Regeln aus. Allerdings werden behördliche Quarantäne-Anordnungen beim Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus in Deutschland offenbar in der Regel beachtet.

Den Anstieg der Fallzahlen in Deutschland wertete das RKI in seinem Lagebericht vom Samstag als "sehr beunruhigend", zumal dieser "an Dynamik zunimmt". Die gesamte Bevölkerung müsse sich daher weiterhin im Sinne des Infektionsschutzes engagieren. "Menschenansammlungen - besonders in Innenräumen - sollten möglichst gemieden und Feiern auf den engsten Familien- und Freundeskreis beschränkt bleiben", hieß es in dem Text weiter. Zudem sollten die geltenden Abstands- und Hygieneregeln weiter befolgt werden.

Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) forderte ein schärferes Vorgehen bei Demonstrationen gegen Corona-Auflagen. Die Demonstrationsfreiheit sei zwar ein wichtiges Rechtsgut und "Kundgebungen dürfen auch weiterhin nur in gut begründeten Ausnahmefällen eingeschränkt werden", schrieb Brinkhaus laut Düsseldorfer "Handelsblatt" an die CDU/CSU-Bundestagsabgeordneten. Die Veranstalter müssten jedoch "noch stärker dazu verpflichtet werden, schlüssige Hygienekonzepte vorzulegen und einzuhalten".

Der Staat dürfe nicht tatenlos zusehen, wenn aus einer Kundgebung eine "Hochrisiko-Situation" werde, schrieb Brinkhaus weiter. Große Ansammlungen von Menschen, die, wie kürzlich in Berlin, absichtlich die Corona-Vorschriften verletzten, stellten eine "Gefahr für die Allgemeinheit" dar. Damit riskierten sie nicht nur unsere Gesundheit, "sie setzen die Erholung unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft aufs Spiel".

Zur Einhaltung von Quarantäne-Anordnungen berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung", die Ordnungsämter in den besonders stark betroffenen nordrhein-westfälischen Landkreisen Herne, Unna, Duisburg, Gütersloh, Mönchengladbach, Düren und Wesel, seien mit der Lage insgesamt zufrieden. "Aus unserer Sicht ist die Bürgerdisziplin gut", sagte ein Pressesprecher der Stadt Mönchengladbach, wo aktuell 286 Personen in Quarantäne sind, der Zeitung. Die Stadt Herne erklärte, sie könne ihren Bürgern "weiterhin ein gutes Zeugnis ausstellen".

Italienischer Gesundheitsminister setzt trotz hoher Fallzahlen auf Schulstart im September

13:30 Uhr: Wegen des Anstiegs der Corona-Zahlen wächst in Italien die Sorge wegen der geplanten Wiedereröffnung der Schulen. Sie waren im März geschlossen worden. Der Unterricht im ganzen Land soll nach den Sommerferien am 14. September beginnen. Nachdem die Anzahl der Neuinfektionen innerhalb eines Tages am Samstag auf 629 geklettert war, warnten Experten vor Risiken für den Schulbeginn. Gesundheitsminister Roberto Speranza versicherte im öffentlichen Fernsehsender TG1 jedoch: "Die Wiederöffnung der Schulen hat für die Regierung absolute Priorität." 

Die jüngsten Daten gäben Anlass zur Sorge, bestätigte der Politiker. Noch stehe Italien bei der Zahl der neuen Fälle besser da als etwa Spanien, Frankreich oder Deutschland, sagte er. "Wir dürfen die in den vergangenen Monaten mit Entbehrungen von allen Italienern erreichten Erfolge auf keinen Fall in Gefahr bringen."  

Der Schulstart ist ein heikler Punkt für die Mitte-Links-Regierung in Rom. Denn viele Eltern hatten in der Hochphase der Pandemie beklagt, dass die Politik die Probleme von Familien mit Kindern nicht genug beachtet habe.

Fachleute weisen darauf hin, dass sich immer mehr junge Menschen in Italien anstecken. Insgesamt fallen inzwischen mehr als die Hälfte der Neuansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus in die Altersgruppe zwischen 19 und 50 Jahren. Auf die Gesamtphase der Pandemie gerechnet, liegt der Altersmedian den Angaben der Gesundheitsbehörden zufolge bei rund 60 Jahren. Auch wegen dieser Verschiebung zu jüngeren Menschen, die das Virus in sich tragen, steigt die Sorge wegen der Schulstarts. Mehrere Regionen haben zudem große Strandpartys und Tanzlokale geschlossen oder den Zugang zu Diskos stark eingeschränkt. Offiziell zählt das Mittelmeerland mehr als 253.000 Ansteckungen. 

Quarantäne von Fortuna Düsseldorf größtenteils wieder aufgehoben

13.25 Uhr: Nach zwei Corona-Fällen beim Fußball-Zweitligisten Fortuna Düsseldorf wird die vom Gesundheitsamt verordnete, häusliche Quarantäne für das Team größtenteils wieder aufgehoben. Das teilte der Verein am Sonntag mit. "Durch eine aufwendige Kontaktverfolgung des Gesundheitsamtes und ein funktionierendes Hygienekonzept der Fortuna müssen lediglich einige Personen in Quarantäne bleiben", hieß es in der Mitteilung.  

Am Montag werden die Mannschaft sowie das Trainer- und Funktionsteam erneut auf das Covid-19-Virus getestet - nach den Ergebnissen werden alle weiteren Maßnahmen entschieden. "Mein ausdrücklicher Dank gilt dem Gesundheitsamt in Düsseldorf, das durch eine schnelle und gewissenhafte Kontaktverfolgung identifizieren konnte, wer als sogenannte 'Kontaktperson 1' gilt und wer nicht", sagte Mannschaftsarzt und Hygienebeauftragter Ulf Blecker. 

Am Freitagabend waren nach einem Testspiel der Rheinländer beim Oberligisten TSV Meerbusch bekannt geworden, dass sich zwei Spieler mit dem Coronavirus angesteckt hatten. 

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther sieht keine erhöhte Corona-Gefahr durch Touristen

11.56 Uhr: Trotz der vollen Strände an Nord- und Ostsee sieht Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) keine erhöhte Corona-Gefahr für das Bundesland. "Seit Wochen haben wir viele Tausend Touristen in Schleswig-Holstein. Das hat nicht zu steigenden Infektionszahlen geführt", sagte er der "Bild am Sonntag". Die Gemeinden und Städte hätten gute Konzepte wie Kontrollen an den Stränden mit Ampeln, sodass diese nie überfüllt seien. "Es läuft insgesamt sehr gesittet ab", sagte der Regierungschef. 

Auch die Kontrolle von Reiserückkehrern laufe reibungslos. Man habe bis Mitte der vergangenen Woche an den eingerichteten festen Teststationen im Land, wie denen an den Häfen, bereits mehr als 10.000 Reiserückkehrer getestet, davon 17 positiv.

Stadt Kassel: Infektionen von Reiserückkehrenden verspätet gemeldet

11.42 Uhr: Die Stadt Kassel ist offenbar von der Informationspanne um die Corona-Tests in Bayern betroffen. Laut eigenen Angaben sind Corona-Infektionen von Reiserückkehrern verspätet aus dem Freistaat gemeldet worden. In der Stadt sei die Zahl der bestätigten Covid-19-Fälle binnen einem Tag um 26 deutlich angestiegen, hieß es am Samstag. Im Landkreis Kassel sei die Zahl der aktuell Infizierten um 6 auf 24 gestiegen. "Ein Großteil der betroffenen Personen ist von Reisen aus der Balkanregion zurückgekehrt", heißt es in einer Mitteilung der Stadt. 

Nach bisherigen Erkenntnissen seien diese Personen bereits vor mehreren Tagen bei ihrer Einreise nach Deutschland an der Grenze in Bayern getestet worden. "Die positiven Testergebnisse sind der Stadt Kassel jedoch erst am Freitag, 14. August, mitgeteilt worden." 

"Zwar sind die Infektionszahlen vergleichsweise stark gestiegen, dennoch sehen wir derzeit keinen Anlass, um für das Gebiet der Stadt Kassel lokale Einschränkungen zu verfügen", teilte Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) mit. Aber es sei Vorsicht geboten. Die jüngsten Infektionen gingen aber nicht nur auf Urlaubs- und Auslandsaufenthalte zurück, sondern auch auf Ereignisse innerhalb von Familien.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Ergebnisse von 44.000 Tests, die in Bayern meist an den mobilen Testzentren an Autobahnraststätten von Urlaubsrückkehrern genommen worden waren, noch nicht bei den Betroffenen gelandet waren. Darunter sollen auch mehr als 900 positive Tests sein.

Niederlande verschärfen Reisewarnungen

11.36 Uhr: Die Niederlande haben ihre Reisewarnungen für Spanien, Frankreich und Belgien verschärft. Von Reisen nach unter anderem Paris, die Region um Marseille, Brüssel, Ibiza und Mallorca wird abgeraten, wie die Nachrichtenagentur ANP am Samstag berichtet. Die Warnung gelte ab Mitternacht. Wer aus diesen Ländern in die Niederlande einreist, soll für 14 Tage in Heimquarantäne. Die Niederlande reagieren damit auf die zunehmende Zahl von Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den Ländern.

Verbraucherschützer raten Spanien-Reisenden zu Prüfung von Flugbuchungen

11.12 Uhr: Verbraucherschützer raten Menschen, die ungeachtet der am Freitag von der Bundesregierung verhängten Reisewarnung individuell nach Spanien reisen wollen, zur sorgfältigen Prüfung der von ihnen gebuchten Flüge. Zwar stehe es jedem zumindest von deutscher Seite aus frei, überallhin zu reisen, es könne jedoch sein, dass Airlines geplante Flugverbindungen nicht mehr anböten, warnte am Samstag Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen.

Dieses Risiko besteht auch für Reisende, die sich derzeit bereits in Spanien befinden. Während bei Pauschalreisenden der Veranstalter für die Organisation der Rückreise verantwortlich ist, steht es Individualreisenden grundsätzlich frei, ob sie ihren Urlaub wie geplant fortsetzen oder sich um eine frühere Rückreise bemühen möchten. Auch sie sollten allerdings prüfen, ob ihr gebuchter Rückflug überhaupt noch wie geplant angeboten wird.

Pauschalreisende, die ihre Spanienreise noch vor sich haben, können unter Berufung auf die Reisewarnung kostenfrei von der Buchung zurücktreten - sofern diese nicht ohnehin vom Veranstalter abgesagt wird. Auch im zweiten Fall müssen bereits geleistete Zahlungen erstattet werden. Reisende "müssen weder eine Umbuchung der Reise noch einen Gutschein akzeptieren", betonte Oelmann.

Das Rücktrittsrecht gilt jedoch nicht, wenn die Buchung erst nach Vorliegen der Reisewarnung neu vorgenommen wird. In diesem Fall erfolgt die Reise grundsätzlich auf eigenes Risiko. Es besteht dann auch kein Erstattungsanspruch, wenn jemand später doch noch auf die Reise verzichten möchte oder Probleme mit der Rückreise auftreten.

Die Reisewarnung war am Freitagabend vom Auswärtigen Amt wegen hoher Infektionszahlen für ganz Spanien mit Ausnahme der Kanarischen Inseln ausgesprochen worden. Sie gilt also auch für Mallorca und die übrigen Balearen-Inseln.

Mehrere große Reisekonzerne, darunter TUI und DER, haben nach Bekanntgabe der Reisewarnung und der Risikoeinstufung bereits vorerst alle weiteren Pauschalreisen zu den Balearen sowie auf das spanische Festland abgesagt. TUI forderte alle Kunden, die bereits unterwegs sind, auf, innerhalb von sieben Tagen zurückzureisen. DER sagte zunächst Spanienreisen bis zum 21. August ab und will am Dienstag über weitere Schritte entscheiden.

Russland fertigt erste Charge seines Corona-Impfstoffs

11.07 Uhr: Obwohl die finalen Tests noch laufen, hat Russland die Pilotproduktion des ersten amtlich zugelassenen Corona-Impfstoffs der Welt abgeschlossen. "Die erste Charge des neuen Impfstoffs gegen das Coronavirus des Gamaleja-Forschungszentrums wurde hergestellt", zitierten russische Nachrichtenagenturen das Gesundheitsministerium in Moskau am Samstag. Wissenschaftler und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben allerdings Vorbehalte gegen den Impfstoff geäußert.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte den in Erinnerung an den ersten sowjetischen Weltraumsatelliten "Sputnik V" getauften Impfstoff vergangenen Dienstag vorgestellt und als sicher und effektiv bezeichnet. Auch eine seiner Töchter sei schon mit dem Impfstoff behandelt worden, sagte er.

Allerdings hat die finale Testreihe mit mehr als 2000 Teilnehmern erst in dieser Woche begonnen. Westliche Wissenschaftler haben Zweifel an der Entwicklungsgeschwindigkeit ihrer russischen Kollegen vom Gamaleja-Forschungsinstitut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau angemeldet und ihnen mangelnde Transparenz vorgeworfen.

Russland will schon im September in die industrielle Produktion einsteigen und plant ab Dezember oder Januar bereits mit fünf Millionen Impfdosen monatlich. Als erste sollen Mediziner geimpft werden, später dann der Rest der Bevölkerung auf freiwilliger Basis. Mit mehr als 900.000 registrierten Coronavirus-Infektionen steht Russland weltweit aktuell auf Platz vier hinter den USA, Brasilien und Indien.

Zwei Dosen des russischen Impfstoffs "Sputnik V"

Zwei Dosen des russischen Impfstoffs "Sputnik V"

Foto: RDIF HANDOUT/EPA-EFE/Shutterstock

Neuer Streit über Finanzierung von Corona-Tests nach Reisewarnung für Spanien

10.47 Uhr: Nach der Reisewarnung für Spanien ist der Streit über die Finanzierung von Corona-Tests für Reiserückkehrer neu entbrannt. "Reiserückkehrer aus Risikogebieten sollten sich an den Kosten für die Corona-Tests mindestens beteiligen müssen", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) der "Bild am Sonntag". "Denn sie gehen bewusst ein Risiko ein und gefährden die Allgemeinheit."

Aktuell müssen sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten kostenlos testen lassen. Das gilt auch für die 30.000 Touristen, die laut Deutschem Reiseverband (DRV) derzeit auf den Balearen Urlaub machen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte die geltende Regelung. "Die Corona-Tests müssen kostenlos bleiben", sagte Spahn der Zeitung. Ob sich jemand testen lasse, dürfe keine Frage des Geldbeutels sein. "Ich weiß, dass viele im ersten Impuls denken, die Urlauber sollten den Test zahlen. Aber einem Test, der was kostet, dem versucht man zu entkommen. Das kann nicht in unserem Interesse sein."

Für die Finanzierung der Tests werden Gelder der gesetzlichen Krankenkassen verwendet - die notwendigen Mittel werden aus der Liquiditätsrücklage des Gesundheitsfonds entnommen, der Bund soll dies aber durch einen zusätzlichen Zuschuss ersetzen.

Seit Beginn der Testpflicht vor einer Woche sind dem Bericht zufolge allein in Nordrhein-Westfalen 48.477 Reiserückkehrer getestet worden, 960 der Tests waren positiv. In Bayern wurden 123.072 Menschen getestet, 1730 davon positiv.

Einige Corona-Infizierte in Bayern offenbar immer noch nicht informiert

10.32 Uhr: Nach der schweren Panne in Bayern bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen sind offensichtlich immer noch nicht alle Betroffenen mit positiven Testergebnissen informiert. Es würden noch weitere Daten abgearbeitet, zitierte der Bayerische Rundfunk am Sonntag einen Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums. Ressortchefin Melanie Huml (CSU) will sich demnach am Nachmittag zum aktuellen Stand äußern.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass 44.000 Reiserückkehrer teilweise nach mehr als einer Woche noch kein Ergebnis der bei ihnen bei der Wiedereinreise nach Deutschland vorgenommenen Tests erhalten hatten. Darunter waren zu diesem Zeitpunkt auch mehr als 900 Menschen mit positivem Corona-Befund. Daraufhin hatte die Landesregierung zunächst angekündigt, dass bis Donnerstagnachmittag zumindest alle Positivbefunde übermittelt werden sollten.

Es geht bei den Verzögerungen offensichtlich vor allem um Tests, die an Autobahnen vorgenommen wurden. Hier wurden Daten der Reisenden zunächst händisch in Formulare eingetragen und mussten später erst aufwendig digitalisiert werden. Huml bot wegen der Panne ihren Rücktritt an, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach der Ministerin jedoch das Vertrauen aus. Söder machte aber auch deutlich, derartige Pannen dürfe es künftig nicht mehr geben.

Rückkehrer von Auslandsreisen können sich freiwillig kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Für Rückkehrer aus Risikogebieten ist dies inzwischen vorgeschrieben. Bayern hatte besonders früh und intensiv mit dem Aufbau von Corona-Teststationen für Rückreisende begonnen, die Verantwortlichen wurden dann jedoch offensichtlich von der Menge der eingehenden Tests überrollt.

Zentralrat der Juden besorgt über antisemitische Mythen zur Corona-Pandemie

9.22 Uhr: Der Zentralrat der Juden ist besorgt über antisemitische Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, sagte der "Welt am Sonntag": "Corona dient eindeutig als Katalysator für Verschwörungsmythen und auch für Antisemitismus." Jeder, der an einer Demonstration gegen die Corona-Politik der Regierung teilnehme, müsse sich anschauen, "mit wem er sich gemeinmacht und letztlich dann auch dafür geradestehen".

Die Verschwörungstheorien dazu, wer für die Pandemie verantwortlich ist, erinnern Schuster "an das Mittelalter, als es hieß, die Juden seien schuld am Ausbruch der Pest". Er sagte der Zeitung weiter: "Damit begannen dann die Pogrome. Immer dann, wenn sich eine Bedrohung nicht fassen lässt, richtet sich ein wütender Blick auf die Minderheiten." Die Juden würden "seit jeher in die Rolle der Schuldigen gedrängt und wurden zu Opfern" von Verfolgung und Vernichtung.

Schuster hält es für "unsäglich", dass sich manche Corona-Demonstranten mit der Lage der Juden während der Zeit des Nationalsozialismus vergleichen. Kein Bürger erfahre seit Beginn der Coronakrise auch nur in Ansätzen die Verfolgung, die Juden ab 1933 bis 1945 erfahren hätten.

Curevac schließt beschleunigte Zulassung von Corona-Impfstoff nicht aus

8.26 Uhr: Nach seinem erfolgreichen Börsendebüt will das Tübinger Biotechunternehmen Curevac bei der Entwicklung seines  Corona-Impfstoffs Tempo machen. "Eine beschleunigte Zulassung schließen wir nicht aus, sie kann es aber nur in enger Abstimmung mit den Behörden geben", sagte Firmenchef Franz-Werner Haas dem Finanzportal "Börse Online". Die Ergebnisse der kürzlich gestarteten klinischen Erprobung des Impfstoffkandidaten sollen demnach im Herbst veröffentlicht werden. Die Zulassung sei nach bisheriger Planung für die erste Hälfte kommenden Jahres geplant.

Curevac setzt - wie die Mainzer Firma Biontech und der US-Konzern Moderna - auf Impfstoffe auf Basis der sogenannten Boten-RNA (mRNA). Sie soll menschlichen Zellen die Information zur Produktion von Eiweißstoffen und damit zur Bekämpfung der Krankheitserreger vermitteln. "Wir registrieren in den USA ein tieferes und breiteres Verständnis dafür, dass die von uns verwendete mRNA-Technologie das Potenzial hat, schnell einen wirksamen und effizienten Impfstoff zu entwickeln", sagte Haas in dem Interview.

Curevac hatte am Freitag ein furioses Debüt an der US-Technologiebörse Nasdaq gefeiert. Die Aktien schlossen an ihrem ersten Handelstag mit einem Kurssprung von 249 Prozent. Damit war die Firma an der Börse über sieben Milliarden Euro wert. Curevac-Mehrheitsaktionär ist Dietmar Hopp, Mitgründer des Softwarekonzerns SAP.

Robert Koch-Institut: Zahl der Corona-Fälle in Deutschland steigt um 625

5.26 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 625 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Sonntagmorgen hervor. Am Freitag und Samstag hatte das RKI jeweils noch mehr als 1400 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet - so viel wie seit Anfang Mai nicht mehr. An Sonntagen sind die gemeldeten Zahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. 

Peru: 22.000 Soldaten setzen Ausgangssperre in Lima durch

4.10 Uhr: In der peruanischen Hauptstadt Lima setzen nach einem erneuten Ansteigen der Coronavirus-Infektionen mehr als 22.000 Soldaten und Polizisten eine sonntägliche Ausgangssperre durch. Wer den Tag mit der Familie und gesund verbringen wolle, solle ihn zu Hause verbringen, sagte Limas Polizeichef am Samstag (Ortszeit). Eine sonntägliche Ausgangssperre hatte es in dem südamerikanischen Land bereits von April bis Juni gegeben.

Die Polizei darf nach Angaben des Polizeichefs in Häuser eindringen, wenn dort Familientreffen stattfinden. Wer während der Ausgangssperre mit dem Auto erwischt wird, muss zudem eine Strafe von umgerechnet gut 1550 Euro bezahlen.

Nach Brasilien und Mexiko ist Peru mit 25.856 registrierten Corona-Toten das Land mit der dritthöchsten Zahl von Toten in Lateinamerika. Bei der Zahl der Fälle steht Peru mit 516.296 gemeldeten Infizierten an zweiter Stelle nach Brasilien.

Bereits seit Mitte März gilt in Peru auch eine nächtliche Ausgangssperre. Andere Corona-Maßnahmen waren in den vergangenen Wochen gelockert worden.

Finanzminister Scholz will Auszahlung von Kurzarbeitergeld verlängern

3:13 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will die Auszahlung des Kurzarbeitergeldes von derzeit einem auf zwei Jahre verlängern. "Die Corona-Krise wird ja in den nächsten Wochen nicht plötzlich verschwinden", sagte der Vizekanzler der "Bild am Sonntag".

Unternehmen und Beschäftigte bräuchten von der Regierung ein klares Signal. "Wir gehen mit euch den gesamten Weg durch die Krise, damit niemand auf der Strecke ohne Not entlassen wird", sagte Scholz.

Bildungsministerin Karliczek warnt vor hohen Belastungen für Lehrer

2.11 Uhr: Im Streit über den Umgang mit Lehrern aus Corona-Risikogruppen hat Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) die Bundesländer vor unzumutbaren Belastungen für die Lehrer gewarnt. "Wichtig für jeden Arbeitgeber ist, auf die Gesundheit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu achten", sagte Karliczek der "Welt am Sonntag". Zwar brauche es die Kompetenz aller Lehrer, die Arbeit dürfe für diese allerdings nicht zu einem persönlichen Risiko werden.

Die Bundesministerin äußerte sich vor dem Hintergrund eines Konflikts über die Ablehnung vieler Atteste, der vor allem in Schleswig-Holstein zwischen Regierung und Lehrerschaft ausgetragen wird. Die Lehrergewerkschaft GEW wirft der Kieler Bildungsministerin Karin Prien (CDU) einen "hartherzigen Kurs" vor, der betroffene Lehrkräfte in den Präsenzunterricht zwinge.

2000 der 28.000 Lehrkräfte in Schleswig-Holstein hatten ein Attest vorgelegt, das sie als Angehörige einer Risikogruppe ausweist. "Die Betriebsärztin hat bis auf hundert Fälle alle rigide abgebürstet - aus unserer Sicht ohne ausreichende Einzelfallprüfung. Das ist völlig inakzeptabel", sagte GEW-Landesgeschäftsführer Bernd Schauer der "Welt am Sonntag". Gegen die Entscheidung liefen zehn Klagen.

Ministerin Prien weist die Vorwürfe zurück. Für Lehrkräfte gelte wie für alle Landesbediensteten: "Es kommt immer nur auf die individuelle Risikobewertung an." An einer Zivilisationskrankheit wie Übergewicht oder Asthma zu leiden, begründe noch kein besonderes Schutzbedürfnis.

Mit 0,35 Prozent ist die Ausfallquote der Lehrer für den Präsenzunterricht in Schleswig-Holstein besonders gering. Aber auch andere Länder gehen offenbar restriktiv vor: Brandenburg meldet eine Ausfallquote von 0,9 und Mecklenburg-Vorpommern 1,5 Prozent. Berlin rechnet nach einer ersten Auswertung allerdings mit fünf Prozent. Die Gewerkschaften hatten den Anteil der Risikogruppe zuvor auf etwa zehn Prozent geschätzt.

Berlins Regierender Bürgermeister will Verstöße gegen Corona-Regeln härter bestrafen

0.38 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller will Verstöße gegen die Alltagsregeln zum Schutz vor der Corona-Pandemie konsequenter verfolgen und bestrafen. "Die Corona-Leugner gefährden viele. Dafür gibt es keine Entschuldigung, da müssen wir strenger werden", sagte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag". So werde seine Regierung dafür sorgen, dass die Gästelisten in der Gastronomie ordentlich geführt würden. "Demonstrationen werden wir schneller unterbinden, wenn das Maskengebot nicht beachtet wird. Dann verhängen wir Ordnungsgelder und lösen die Demo notfalls sofort wieder auf." 

Müller räumte ein, dass man nicht alles mit staatlichen Eingriffen, Polizei und Repression durchsetzen könne. Aber bei den Unverbesserlichen müsse gezielt und hart durchgegriffen werden. 

Die Berliner Polizei hat laut Müller von Mitte Juli bis Mitte August insgesamt 350 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Infektionsschutzverordnung geschrieben. Dazu kommen die Verfahren der Ordnungsämter, wie er sagte. Die wolle Berlin personell verstärken. 

Skeptisch äußerte sich Müller zu Großveranstaltungen, von denen nach heutigen Erkenntnissen eine große Gefahr ausgehe. "Es wird vorerst keine Messen, Kongresse, Groß-Konzerte und Sportveranstaltungen mit etlichen Tausend Zuschauern ohne Auflagen geben können. Das geht meiner Ansicht nach erst dann, wenn ein Impfstoff oder ein wirksames Medikament gegen Corona zur Verfügung stehen." Das für September geplante Konzert mit 13 000 Zuschauern in Düsseldorf nannte er sehr riskant.

pgo/gro/kfr/dpa/afp/rtr/sid/ap
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