+++ News-Update am Montag +++ WHO: Impfstart wohl Mitte nächsten Jahres

Die Weltgesundheitsorganisation rechnet mit einem Start der Corona-Impfungen zur Jahresmitte 2021. Die bisherigen Ergebnisse seien durchaus ermutigend. Und: Tschechien führt Maskenpflicht im Freien ein. Das war der Überblick am 19. Oktober.
Risikogruppen könnten laut WHO als erstes mit einer Impfung rechnen (Symbolbild)

Risikogruppen könnten laut WHO als erstes mit einer Impfung rechnen (Symbolbild)

Foto: Fredrik von Erichsen/ picture-alliance/ dpa

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Irland führt deutlich härtere Corona-Maßnahmen ein

22.47 Uhr: Irland verschärft drastisch seine Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Am kommenden Mittwoch tritt die höchste von fünf Stufen in Kraft, wie die irische Regierung am Montag mitteilte. Besucher fremder Haushalte sind dann in Innenräumen nicht mehr gestattet, Pubs und Restaurants dürfen Essen nur als Lieferservice anbieten, die Schulen sollen aber geöffnet bleiben. Die Maßnahmen sollen bis zum 1. Dezember gelten. 

Nach Angaben des irischen Gesundheitsministeriums hatten sich zuletzt 1031 Personen innerhalb von 24 Stunden mit dem Corona-Virus infiziert. Insgesamt sind bislang knapp 51.000 Ansteckungen in Irland registriert worden. Das Land hat nur knapp fünf Millionen Einwohner.

Trump bezeichnet Fauci als "Katastrophe"

22.17 Uhr: "Wenn er auftritt, gibt es eine Bombe, aber es gibt eine größere Bombe, wenn man ihn feuert": US-Präsident Trump hat sich laut Medienberichten erneut abfällig über den Top-Immunologen Fauci geäußert.

Tschechien führt Maskenpflicht im Freien wieder ein

21.25 Uhr: Im Kampf gegen massiv steigende Corona-Zahlen führt Tschechien wieder eine Maskenpflicht im Freien ein. Sie gelte von Mittwoch an innerhalb des bebauten Gebiets von Städten und Gemeinden, gab Gesundheitsminister Roman Prymula nach einer Kabinettssitzung am Montag bekannt. Ausnahmen gelten unter anderem, wenn ein Abstand von mehr als zwei Metern eingehalten werden kann, sowie beim Sport. In Innenräumen ist die Mund-Nasen-Bedeckung ohnehin Pflicht - neuerdings auch im Auto, wenn familienfremde Personen mitfahren. 

Portugal überschreitet Marke von 100.000 Corona-Infektionen

21.22 Uhr: Portugal hat die Marke von 100.000 bestätigten Corona-Infektionen überschritten. Binnen 24 Stunden seien 1949 neue Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 registriert worden, teilte die Gesundheitsbehörde DGS am Montag in Lissabon mit. Das sind 966 Fälle mehr als am Vortag. Erst am Freitag war mit 2608 neuen Fällen die bisher höchste Tageszahl gemeldet worden. Die Gesamtzahl der bislang nachgewiesenen Infektionen in dem 10,3-Millionen-Einwohner-Land belief sich am Montag den amtlichen Angaben zufolge auf 101.860. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 stieg um 17 auf 2198. 

Portugal war lange Zeit relativ gut durch die Coronakrise gekommen, doch das Virus macht dem beliebten Urlaubsland seit einigen Wochen immer mehr zu schaffen. Die Bundesregierung in Berlin warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Region Lissabon und auch in die Region Norte mit der Regionalhauptstadt Porto im Norden des Landes.

Nach den jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich in Portugal binnen 14 Tagen 210,8 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus an. Dieser Wert liegt deutlich höher als zum Beispiel in Deutschland (79,1). In zahlreichen westeuropäischen Ländern liegt er aber auch noch deutlich höher, darunter in Tschechien (858,6), Belgien (756,9), den Niederlanden (535,1) und Frankreich (414,6). 

Wegen der steigenden Infektionszahlen rief die sozialistische portugiesische Regierung von Ministerpräsident António Costa am vorigen Donnerstag zunächst für zwei Wochen den nationalen Notstand aus. Die bislang geltenden Einschränkungen und Maßnahmen wurden verschärft. Cafés, Bars und Diskotheken müssen zum Beispiel spätestens um 23 Uhr schließen. Im öffentlichen Raum darf kein Alkohol konsumiert werden. Einen Lockdown - womit in der Regel Ausgangsbeschränkungen wie im Frühjahr gemeint sind - schloss der für Gesundheit zuständige Staatssekretär António Lacerda Sales am Montag allerdings aus.

Insgesamt fast 219.000 Corona-Tote in den USA

20.05 Uhr: In den USA sind binnen 24 Stunden 47.035 Neuinfektionen registriert worden. Insgesamt hätten sich damit 8,128 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilte. Die Zahl der Todesopfer sei um 475 auf 218.986 gestiegen. Die Zahlen der US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) spiegeln nicht unbedingt die Daten wider, die die einzelnen Bundesstaaten melden.

Brandenburg und Hamburg bieten Plätze für EU-Patienten an

20.02 Uhr: Auch Brandenburg und Hamburg bieten Intensivbetten für Corona-Patienten aus EU-Ländern an. An der bereits im Frühjahr "selbstverständlichen Bereitschaft zur Unterstützung unserer europäischen Partner" habe sich nichts geändert, sagt eine Sprecherin der brandenburgischen Landesregierung auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Die Landesregierung stehe im engen Kontakt mit Polen. Bisher habe es von dort aber keine derartige Bitte gegeben. Auch die Hamburger Sozialbehörde betonte auf Anfrage, dass man grundsätzlich zur Aufnahme von Corona-Patienten bereit sei, "sofern genügend Kapazitäten vorhanden sind". Man habe im Frühjahr bereits Patienten aus Italien, den Niederlanden und Frankreich behandelt. Auch andere Bundesländer haben angesichts der in die Höhe schießenden Infektionszahlen in EU-Nachbarstaaten ebenfalls Hilfe angeboten.

WHO: Impfstart wohl Mitte 2021

19.59 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet mit einem Start der Impfungen gegen das Coronavirus zur Jahresmitte 2021. Anfang nächsten Jahres sollten die Daten aus den abschließenden Phase-III-Studien vorliegen, sagte eine WHO-Expertin am Montag in Genf.

Danach könnten die Entscheidungen zum Impfstart fallen. Die beteiligten Firmen produzierten vorsorglich bereits Millionen von Dosen. Risikogruppen könnten als erste mit einer Impfung rechnen. Die bisherigen Studienergebnisse seien durchaus ermutigend, was ihre Wirksamkeit speziell bei älteren Menschen angehe, hieß es weiter.  

Tunesier müssen nachts wieder zu Hause bleiben

19.07 Uhr: Zur Eindämmung des Coronavirus in Tunesien hat die Regierung eine nächtliche landesweite Ausgangssperre verhängt. Sie soll nach Anordnung von Regierungschef Hichem Mechichi ab Dienstag gelten, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tap berichtete. Bisher hatten nur Bewohner von Regionen mit besonders vielen nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens und am Wochenende ab 19 Uhr abends zu Hause bleiben müssen. Jetzt soll die bislang nur regional geltende Einschränkung auf das gesamte Land ausgeweitet werden.

Desinfektionsmaßnahmen an einem Gebäude in Tunis Anfang Oktober

Desinfektionsmaßnahmen an einem Gebäude in Tunis Anfang Oktober

Foto: MOHAMED MESSARA/EPA-EFE/Shutterstock

Das kleine nordafrikanische Land war Anfang des Jahres im internationalen Vergleich glimpflich durch die erste Corona-Welle gekommen. Die Regierung hatte Mitte März nach vergleichsweise wenigen Fällen eine landesweite Ausgangssperre verhängt und die Grenzen geschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Mit Lockerung der Maßnahmen stiegen die Corona-Zahlen jedoch stetig.

In Tunesien wurden inzwischen mehr als 40.500 Coronavirus-Infektionen gemeldet. Mindestens 629 Menschen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom vergangenen Freitag in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Nach Angaben der Behörden werden aktuell durchschnittlich 24 Todesfälle pro Tag verzeichnet.

Spanien verzeichnet über das Wochenende fast 38.000 Neuinfektionen

18.42 Uhr: In Spanien sind über das Wochenende 37.889 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Daten des Gesundheitsministeriums. Die Gesamtzahl der Infizierten steigt damit auf 974.449.

Zudem kamen über das Wochenende 217 neue Todesfälle durch Covid-19 hinzu, insgesamt starben bislang 33.992 Menschen mit dem Virus. Spanien zählt zu den am stärksten betroffenen Ländern Europas.

In den vergangenen Wochen waren laut Reuters täglich konstant über 12.000 Neuinfektionen vermeldet worden. Im Gegensatz zum Beginn der Pandemie wird inzwischen aber auch verstärkt auf das Virus getestet.

Lockdown im Kreis Berchtesgadener Land

18.15 Uhr: Angesichts extrem gestiegener Corona-Zahlen gelten im gesamten Landkreis Berchtesgadener Land ab diesem Dienstag um 14 Uhr strikte Ausgangsbeschränkungen. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist dann nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Das teilte Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) am Montagabend nach einer Krisensitzung mit Landratsamt und Regierung von Oberbayern in Bad Reichenhall mit. Es sind bayernweit die ersten Ausgangsbeschränkungen seit mehreren Monaten.

Zudem müssen Schulen und Kitas schließen. Es soll lediglich eine Notbetreuung geben, teilte Landrat Bernhard Kern mit. Freizeiteinrichtungen aller Art sowie Restaurants dürfen nicht mehr öffnen. Ausnahmen gibt es laut Kern unter anderem für Mitnahmeangebote in der Gastronomie. Veranstaltungen werden untersagt, mit Ausnahme von Gottesdiensten. Hotels müssen ebenfalls schließen, außer für Übernachtungen für Geschäftsreisende.

Erlaubt ist das Verlassen der Wohnung demnach weiterhin für die Ausübung beruflicher Tätigkeiten, nötige Einkäufe, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft - dies aber nur allein oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte bereits am Montagmorgen erklärt, man werde praktisch einen "Lockdown" in dem Landkreis verhängen. Nach Angaben von Ministerin Kaniber lag im Landkreis die sogenannte 7-Tage-Inzidenz bei 272,8 - ein bundesweiter Rekord. Der Kreis ist mit einer Bevölkerungsdichte von 126 Bewohnern pro Quadratkilometer vergleichsweise dünn besiedelt. Wie es zu der Infektionswelle kommen konnte, ist nicht genau geklärt. "Ausgangspunkt war auch wieder eine entsprechende Party", sagte Söder. Möglicherweise kommen weitere Infektionsherde infrage.

Brigitte Macron isoliert sich vorsorglich

Brigitte Macron

Brigitte Macron

Foto: POOL / REUTERS

18 Uhr: Die Ehefrau von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Brigitte, geht nach einem Kontakt mit einem Corona-Infizierten für eine Woche in Quarantäne. Das teilte das Büro der First Lady mit. Die "Première Dame" werde daher nicht an der nationalen Gedenkfeier für den ermordeten Lehrer Samuel Paty an diesem Mittwoch teilnehmen, hieß es.

Die frühere Lehrerin sei am vergangenen Donnerstag mit einem Menschen zusammengekommen, der am Montag positiv getestet wurde und Symptome der Covid-19-Krankheit zeige, hieß es. Brigitte Macron habe dagegen bislang keine Covid-19-Symptome gezeigt. 

Merkel verteidigt Föderalismus gegen Forderung Söders

17.13 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Söder wünscht sich im Kampf gegen das Coronavirus mehr Kompetenzen für den Bund. Bundeskanzlerin Merkel findet, der Föderalismus habe sich in der Pandemie bewährt.

Deutsche Warn-App funktioniert jetzt auch in Italien und Irland

16.52 Uhr: Nach dem Update der Warn-App auf Version 1.5 können nun erstmals Warnungen über Risikokontakte länderübergreifend zwischen Apps verschickt werden. Weitere Staaten sollen folgen.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Kanada: Grenze zu den USA bleibt weiter geschlossen

16.10 Uhr: Die Grenze Kanadas zu den USA bleibt mindestens einen weiteren Monat geschlossen. Die Regelung gilt nun vorerst bis zum 21. November, wie der für die öffentliche Sicherheit Kanadas zuständige Minister Bill Blair bekannt gibt. Die Grenze zwischen Kanada und den USA ist seit Ende März weitgehend dicht. Nur unbedingt notwendige Grenzübertritte werden erlaubt.

Blablabus stellt Fernbusangebot bis zum Frühjahr ein

15.57 Uhr: Fernbusse gelten als günstige Alternative zur Bahn - doch die Coronakrise hat die Expansion der Start-ups jäh gestoppt. Das Unternehmen Blablabus streicht bis weit ins kommende Jahr alle Verbindungen.

Maskenverweigerer nach Angriff auf Polizisten angeklagt

15.18 Uhr: Wegen eines Angriffs auf zwei Polizisten in einem Supermarkt im rheinischen Troisdorf hat die Bonner Staatsanwaltschaft Anklage gegen drei Maskenverweigerer erhoben. Die Angeklagten müssen sich wegen gefährlicher Körperverletzung und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte verantworten, wie das Landgericht Bonn mitteilte. Die Tatverdächtigen gehören laut dem Staatsschutz der Bonner Polizei zur Reichsbürgerszene.

Im Mai hatten sich die zwei Männer - der Staatsanwaltschaft zufolge ein 35-Jähriger und ein 38-Jähriger - und die 30-jährige Frau der Maskenpflicht in einem Supermarkt in Troisdorf nahe Bonn widersetzt. Gegenüber Mitarbeitern hatten sie sich demnach aggressiv verhalten. Bei dem anschließenden Polizeieinsatz sollen die Angeklagten zwei Polizisten unter anderem mit Faustschlägen "nicht unerheblich verletzt" und ihre Taten gefilmt haben.

Südafrika setzt Deutschland auf Liste der Hochrisikoländer

14.38 Uhr: Angesichts steigender Infektionszahlen in Deutschland hat Südafrika auch die Bundesrepublik auf die Liste seiner Hochrisikoländer gesetzt. In einer Erklärung teilte die Regierung in Pretoria mit, für Geschäftsreisende, Investoren oder Experten seien auf Antrag aber ebenso Ausnahmen für eine Einreise möglich wie für Deutsche mit Immobilien im Lande. Südafrika hatte den regulären internationalen Flugverkehr erst Anfang des Monats nach rund sechsmonatiger Sperre wieder für den Reiseverkehr aus dem Ausland geöffnet. Ausgeschlossen sind allerdings weiter Touristen aus Ländern, die als Hochrisikogebiete gelten.

Auf der am Montag von der Regierung bekannt gegebenen Liste stehen unter anderem Frankreich, Chile, die Niederlande, Spanien, die USA oder Großbritannien. Die Einreise aus anderen Ländern ist aber weiter an bestimmte Auflagen gebunden. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hatte die Lockerung der Beschränkungen mit sinkenden Infektionszahlen begründet. In Südafrika wurden bisher knapp 704.000 Fälle bestätigt; rund 18.470 Menschen starben. Die Regierung hatte Ende März landesweit eine Ausgangssperre verhängt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Restriktionen haben eine verheerende Auswirkung auf die Wirtschaft.

Hessen schafft Beherbergungsverbot ab

14.27 Uhr: Die hessische Regierung verabschiedet sich vom Beherbergungsverbot, verschärft aber Maßnahmen in anderen Bereichen. Volker Bouffier gab zudem bekannt, dass ein Kabinettsmitglied mit dem Coronavirus infiziert ist.

Bartsch: "Söder treibt jeden Tag neue Sau durchs Dorf"

14.15 Uhr: Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder scharf kritisiert. "Markus Söder treibt jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf", sagte Bartsch der Deutschen Presse-Agentur. Er warf dem CSU-Chef vor, Corona als Bühne zu missbrauchen und Angst zu verbreiten. "Seine Politik hat immer die Kanzlerkandidatur im Blick, was in dieser Situation unverantwortlich ist."

Söder hatte zuvor mit Blick auf die steigende Zahl täglich festgestellter Infektionen eine bundesweit einheitliche Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen, in Schulen und Horten gefordert und sich für mehr Rechte des Bundes beim Infektionsschutz ausgesprochen.

Bartsch warf Söder "eine miese Corona-Bilanz" in seinem Bundesland vor. Das sei Aufgabe genug für ihn. Der Bundestag müsse in der nächsten Sitzungswoche über die Corona-Politik diskutieren und über die Grundrichtung entscheiden.

Merkel sieht Zuwanderer besonders von der Krise betroffen

14.14 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dazu aufgerufen, in der Krise die Integration von Einwanderern nicht außer Acht zu lassen. Die Pandemie stelle auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt auf die Probe, sagte Merkel zum Auftakt des Integrationsgipfels. Die Krise treffe zwar alle, aber unterschiedlich hart.

Einwanderern gelinge es wegen der Einschränkungen nicht so leicht, in Deutschland Fuß zu fassen, weil Sprachkurse und Beratung nicht wie gewohnt in Präsenzveranstaltungen angeboten würden. Auch Bildung und Ausbildung fänden nicht in gewohntem Maße statt. Der wirtschaftliche Einbruch wirke sich besonders auf Branchen aus, in denen viele Menschen mit einer Einwanderungsgeschichte tätig sind - die nun um ihre Arbeitsplätze fürchten müssten.

Kliniken in Teilen Englands erreichen Kapazitätsgrenze

14.10 Uhr: Im britischen Großraum Manchester können einem Medienbericht zufolge die ersten Kliniken keine Covid-19-Patienten mehr aufnehmen. Zwölf Krankenhäuser seien bereits voll, zitierte der "Guardian" aus einem internen Dokument des staatlichen Gesundheitsdienstes National Health Service (NHS). Bürgermeister Andy Burnham forderte am Montag erneut von Premier Boris Johnson mehr finanzielle Unterstützung für die Menschen und Firmen in der Region.

Der Nordwesten Englands gehört zu den besonders stark von der Krise betroffenen Regionen im Vereinigten Königreich. Auch in Liverpool stießen einige Kliniken bereits an ihre Kapazitätsgrenzen: Dort ist dem "Guardian" zufolge viel Klinikpersonal erkrankt und in Isolation. Britische Kliniken gelten als chronisch unterfinanziert. Schon bei größeren Grippewellen stehen sie oft vor dem Kollaps.

In Großbritannien haben sich nach Angaben vom Sonntag binnen 24 Stunden mehr als 16.000 Menschen mit dem Virus angesteckt. Bislang sind den Statistiken zufolge mehr als 43.000 Menschen gestorben. Doch wird in dem Land mit seinen knapp 67 Millionen Einwohnern mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet; es mangelt an Tests.

Intensivmediziner sehen sich für zweite Welle gut gerüstet

14.00 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland steigt. Dennoch blicken Intensivmediziner aktuell mit Zuversicht auf die kommenden Wochen.

Hessen hebt Beherbergungsverbot auf

13.45 Uhr: Auch Hessen kippt das Beherbergungsverbot, wie Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) ankündigt. "Wir glauben, dass es nicht zweckmäßig ist und juristisch im Zweifel nicht gehalten werden kann." Bei einem Inzidenzwert von über 50 sollen öffentliche Veranstaltungen in Hessen angesichts des jüngsten Anstiegs der Infektionszahlen auf maximal 100 Personen begrenzt werden, private Feiern sollen noch mit bis zu zehn Personen möglich sein, diese Anzahl gelte auch für Treffen in privaten Wohnungen. Zudem gilt dann eine Sperrstunde von 23 bis sechs Uhr sowie ein Alkoholverbot.

Helge Schneider: "Das Homeschooling hat mich fertiggemacht"

Er ist begnadeter Künstler und Ehrenpräsident vom Polizeisportverein in Mülheim an der Ruhr. Hier erzählt Helge Schneider, was er tut, wenn er nicht auf der Bühne steht. Lesen Sie hier das Interview bei SPIEGEL+.

Helge Schneider bei seiner Tour "Ene Mene Mopel" im Januar 2018

Helge Schneider bei seiner Tour "Ene Mene Mopel" im Januar 2018

Foto: Uwe Anspach/ DPA

71-Jähriger versprüht Pfefferspray zur Wahrung von Abstand

13.40 Uhr: Ein 71-jähriger Mann hat in Aachen eine Gruppe Jogger und zwei Radfahrer mit Pfefferspray eingenebelt, um sie offenbar auf gebührendem Abstand zu halten. Die Radler konnten nach dem Zwischenfall vom Samstag mit tränenden Augen gerade noch unfallfrei absteigen und die Polizei rufen, wie die Ordnungshüter am Montag mitteilten.

Den Beamten sagte der Senior, er habe sich nicht anders zu helfen gewusst. Den Mann erwartet nun ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Die Polizei bat die bislang unbekannten Jogger, sich als Zeugen zu melden.

Brettspiele-Hersteller melden sensationelle Umsätze

13.37 Uhr: Keine Partys, keine Konzerte: Viel Auswahl bei der Freizeitgestaltung lässt die Corona-Pandemie nicht mehr. Herstellern klassischer Brettspiele beschert das glänzende Geschäfte.

Zoll stellt Maske aus Krokodilleder sicher

13.33 Uhr: Sie kam aus den USA - und sollte nach Berlin geliefert werden: In Rheinland-Pfalz hat der Zoll eine Schutzmaske aus Krokodilleder konfisziert.

Wales verhängt Ausgangssperre für zwei Wochen

13.23 Uhr: In Wales gilt ab Freitag ein gut zweiwöchiger Lockdown. "Jeder in Wales wird dazu verpflichtet sein, zu Hause zu bleiben", sagt der Regierungschef des britischen Landesteils, Mark Drakeford, vor Journalisten. Ausgenommen von der Ausgangssperre seien nur Mitarbeiter absolut notwendiger Einrichtungen. Auch die meisten Geschäfte müssten schließen. Ein derart harter und tief greifender Lockdown sei notwendig, um die steigenden Infektionszahlen in den Griff zu bekommen, erklärt Drakeford. Die Maßnahme sei bis zum 9. November befristet.

Wissenschaftliche Berater drängen Premierminister Boris Johnson schon lange, wieder einen nationalen Lockdown wie im Frühjahr anzuordnen. Nicht nur Wales, sondern auch der Norden Englands, Teile von Schottland sowie Nordirland sind stark von der Pandemie betroffen. Doch Johnson will mit Blick auf die wirtschaftlichen Folgen warten.

Bayern will Lockdown für Kreis Berchtesgadener Land verhängen

13.00 Uhr: Bayern will wegen der Ausbreitung der Pandemie im Landkreis Berchtesgadener Land massive Einschränkungen anordnen. "Das wird das härteste Protokoll sein, das man da anwenden muss", sagt CSU-Chef und Ministerpräsident Markus Söder nach einer Videokonferenz des Parteivorstands in Nürnberg.

Söder habe Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) gebeten, für den Landkreis ein "umfassendes Maßnahmenpaket zu machen", sagte der Ministerpräsident laut Bayerischem Rundfunk . Die Maßnahmen würden demnach "einem Lockdown entsprechen", wird Söder zitiert.

Zuvor war die Sieben-Tage-Inzidenz in dem Landkreis sprunghaft auf 252 pro 100.000 Einwohner gestiegen. Wie der BR berichtet, kamen nach Angaben des Landratsamts im Berchtesgadener Land seit Freitag weitere 118 bestätigte Corona-Fälle hinzu. Der Kreis gehört damit zu den Regionen mit den bundesweit höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen. Aktuell seien 701 direkte Kontaktpersonen in Quarantäne.

Söder hatte bereits eine Maskenpflicht auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen und in Schulen gefordert, sollte die Inzidenz auf über 35 steigen. Beim Überschreiten der Marke von 50 sollten die Maßnahmen auch auf Grundschulen und Horte ausgeweitet werden.

Städtetag kritisiert weitere Streiks im öffentlichen Dienst

12.25 Uhr: Der Deutsche Städtetag kritisiert die ab Montag angekündigten weiteren Warnstreiks der Gewerkschaften. Die Menschen seien genug belastet.

Bundesärztepräsident gegen weitere Einschränkung der Bewegungsfreiheit

12.23 Uhr: Der Chef der Bundesärztekammer mahnt, man könne den Menschen "nicht in einer Tour Angst machen" - sonst sei die Akzeptanz der Maßnahmen gefährdet. Weitere Einschränkungen der Bewegungsfreiheit seien unangebracht.

Mit Hamburg überschreitet eine weitere Großstadt den Inzidenzwert von 50

12.23 Uhr: Auf Hamburg kommen strengere Corona-Maßnahmen zu: Der Stadtstaat hat die kritische Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Das hat Folgen für das öffentliche und private Leben.

Uni Oxford stellt Langzeitfolgen bei Covid-19-Patienten fest

11.36 Uhr: Die britische Universität Oxford hat in einer Studie Langzeitfolgen bei einer schwereren Covid-19-Erkrankung festgestellt. Erste Ergebnisse hätten ergeben, dass eine große Zahl von Patienten, die aus Krankenhäusern entlassen worden seien, zwei bis drei Monate nach der Ansteckung mit dem Virus immer noch Symptome wie Atemnot, Müdigkeit, Angstzustände und Depressionen aufwiesen, teilt die Universität mit. Die Wissenschaftler hätten auch Auffälligkeiten in mehreren Organen festgestellt und vermuteten, dass eine anhaltende Entzündung eine Rolle spielen könnte.

Palästinenservertreter Sajeb Erakat nach Infektion in künstlichem Koma

11.42 Uhr: Der an Covid-19 erkrankte palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erakat ist zur weiteren Behandlung in ein künstliches Koma versetzt worden. Der Zustand des 65-Jährigen habe sich über Nacht "verschlechtert und wird nun als kritisch bezeichnet", teilte das behandelnde Krankenhaus in Jerusalem mit.

Der Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) war am 9. Oktober positiv getestet worden. Erakat, der sich 2017 in den Vereinigten Staaten einer Lungentransplantation unterzogen hatte und auch deshalb als Risikopatient gilt, stelle die Ärzte vor eine "Herausforderung", da er zusätzlich auch an einer bakteriellen Infektion leide.

Der in Jerusalem geborene Erakat gehört zum inneren Führungszirkel um den Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas. Seit Jahrzehnten ist er eine Schlüsselfigur in der palästinensischen Politik. Er gilt außerdem als Hauptgesprächspartner für ausländische Gesandte und internationale Medien.

US-Vizepräsidentenkandidatin Harris wieder auf Tour

11.33 Uhr: Die demokratische Kandidatin für das US-Vizepräsidentenamt, Kamala Harris, geht nach einer Pause wegen Corona-Fällen in ihrem Umfeld wieder auf Wahlkampftour. Harris wolle am Montag in Orlando und Jacksonville im Bundesstaat Florida Frühwähler mobilisieren, teilte ihre Wahlkampagne mit.

Vor der Präsidentenwahl am 3. November können seit Montag Frühwähler in Florida persönlich ihre Stimme abgeben. Florida gehört zu den besonders umkämpften Swing States, in denen Mehrheiten zwischen Demokraten und Republikanern immer wieder wechseln.

Harris hatte am Donnerstag ihre Wahlkampfreisen ausgesetzt, weil ihre Kommunikationschefin Liz Allen und ein Mitglied einer Flugbesatzung am Mittwoch positiv getestet worden waren. Harris musste nach Vorgabe der US-Gesundheitsbehörde CDC nicht in Quarantäne gehen, weil sie binnen zwei Tagen vor den positiven Tests nicht in unmittelbarer Nähe der Infizierten gewesen war.

Bund-Zuschüsse für Lüftungsanlagen in öffentlichen Gebäuden

11.30 Uhr: Kommunen, Länder, Hochschulen und öffentliche Unternehmen können ab Dienstag Zuschüsse für bessere Lüftungssysteme beantragen. Insgesamt stellt der Bund dafür 500 Millionen Euro zur Verfügung, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilt. Anträge könnten bis zum Jahresende gestellt werden. Damit soll in der Pandemie sichergestellt werden, dass raumlufttechnische Anlagen auf dem neuesten Stand sind. "Damit wollen wir zu mehr Infektionsschutz in öffentlichen Gebäuden beitragen", sagt Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Entsprechende Systeme könnten gerade im Winter für wichtige Frisch- und Umluft sorgen. Maximal 100.000 Euro pro Anlage werden gefördert.

Fast 500 App-Nutzer informieren täglich über Infektion

11.28 Uhr: Fast 500 Nutzer der Warn-App, die sich infiziert haben, informieren pro Tag andere über den eigenen Positiv-Befund. "Die App wird gut angenommen", sagte der Leiter der Digital-Abteilung im Bundesgesundheitsministerium, Gottfried Ludewig, dem Nachrichtenportal "ThePioneer". Jede Infektionskette, die dadurch zusätzlich unterbrochen werde, sei wichtig. "Immer mehr Positiv-Getestete nutzen die App auch zur Warnung."

Nach aktuellen Regierungsangaben ist die Warn-App inzwischen 19,6 Millionen Mal heruntergeladen worden, wie es in dem Bericht weiter hieß. In 1,8 Millionen Fällen sind Testergebnisse über die App übermittelt worden. Die 500 Positiv-Befunde pro Tag entsprechen deutlich mehr als zehn Prozent aller entsprechenden Resultate. Die Nutzung der Warn-App ist ebenso freiwillig wie die Information über einen positiven Befund.

Österreich verschärft Regeln fürs Feiern - Maskenpflicht ausgeweitet

10.40 Uhr: Österreich verschärft die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. "Wir müssen jetzt alles tun, um gegenzusteuern, und einen zweiten Lockdown für Österreich hoffentlich verhindern", sagt Kanzler Sebastian Kurz. Wenn die Neuinfektionszahlen weiter so rasant steigen würden, zähle man im Dezember 6000 Fälle pro Tag, warnte er. Daher werden Feiern in Lokalen oder Vereinen auf sechs Personen begrenzt, im Freien gilt eine Obergrenze von zwölf Personen. Professionelle Veranstaltungen sind nur noch mit zugewiesenen Sitzplätzen, einer begrenzten Teilnehmerzahl und dem ständigen Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes erlaubt. Zudem müssen künftig auch im Freien, überall dort, wo es Menschenansammlungen gibt, Masken getragen werden.

GroKo im Corona-Shutdown

Die Coronakrise dominiert die Regierungspolitik und deshalb brodelt es in der Koalition: Andere Themen bleiben immer häufiger liegen, Union und SPD finden keine Einigung. Hat sich die Koalition schon aufgegeben? Lesen Sie hier mehr zur Krisenbewältigung.

Arbeitsminister Heil in Quarantäne

10.35 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil arbeitet vorerst aus dem Homeoffice. Wie sein Ministerium mitteilte, hat die Warn-App bei dem SPD-Politiker eine Begegnung mit erhöhtem Risiko angezeigt. "Der Minister hat sich vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben", hieß es. Ein erster Corona-Test sei negativ gewesen, ein weiteres Testergebnis stehe noch aus. "Es geht ihm gut und er hat keinerlei Symptome." Heil sollte am Nachmittag nach dem Integrationsgipfel eine Pressekonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel geben.

An Sitzungen wird Bundesarbeitsminister Hubertus Heil vorerst nur aus der Quarantäne teilnehmen

An Sitzungen wird Bundesarbeitsminister Hubertus Heil vorerst nur aus der Quarantäne teilnehmen

Foto: Florian Gaertner/photothek.net / imago images/photothek

Unicef lagert 520 Millionen Spritzen für mögliche Impfung ein

10.18 Uhr: Unicef will noch in diesem Jahr 520 Millionen Spritzen für eine mögliche Corona-Impfung in Lagern deponieren. "Damit soll sichergestellt werden, dass die notwendigen Spritzen in den Ländern vorhanden sind, bevor die Impfstoffe eintreffen", teilte das Uno-Kinderhilfswerk mit. Man habe zusammen mit der Impfallianz Gavi und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) begonnen, die Voraussetzungen für eine "schnelle, sichere und wirksame Auslieferung eines möglichen Impfstoffs" zu schaffen.

"Weltweit gegen Covid-19 zu impfen wird eine der größten Anstrengungen in der Menschheitsgeschichte werden", erklärte Unicef-Direktorin Henrietta Fore. Man werde genauso schnell reagieren müssen, wie die Impfstoffe hergestellt würden.

Auch für 2021 gibt es den Angaben zufolge schon Pläne. Unter der Voraussetzung, dass genügend Covid-19-Impfstoff zur Verfügung stehe, plant Unicef dann die Beschaffung von mehr als einer Milliarde Spritzen - zusätzlich zu den 620 Millionen, die das Kinderhilfswerk für Impfprogramme gegen andere Krankheiten wie Masern oder Typhus bereitstellt.

Rund um den Globus werden mittlerweile mehrere Impfstoff-Kandidaten gegen Covid-19 an Menschen getestet. Einige sind bereits in der entscheidenden Testphase für eine Zulassung. Dabei wird an Tausenden Menschen untersucht, ob das jeweilige Mittel tatsächlich vor einer Infektion schützt und gut verträglich ist.

Klinische Prüfung der Impfstoffentwicklung in drei Phasen

Bis ein Impfstoff zugelassen wird, muss er in drei Phasen klinisch geprüft werden. Damit das Paul-Ehrlich-Institut einen potenziellen Impfstoff für eine klinische Studie am Menschen zulässt, muss ein Hersteller zunächst Daten vorlegen, dass der Stoff bereits ausreichend präklinisch getestet wurde – etwa in Tierversuchen.

Phase I: Der Impfstoff wird einer kleinen Gruppe von freiwilligen Gesunden verabreicht. Es wird beobachtet, ob das Mittel den Zielbereich im Körper erreicht und dabei keine akuten Nebenwirkungen auftreten.

Phase II: Erst wenn die Phase I erfolgreich war, kann der Impfstoff in Phase II einer größeren Teilnehmerzahl verabreicht werden, die der Risikogruppe entstammen. Im Fall von Covid-19 wären das ältere Personen oder Menschen mit Vorerkrankungen. In dieser Phase werden die Wirksamkeit des Impfstoffs bei der Verhinderung der Krankheit und die geeignete Dosierung getestet.

Phase III: Danach kann der Impfstoff an einer repräsentativen Gruppe von Freiwilligen getestet werden – bis zu 10.000 Probanden werden dabei geimpft. In Phase III werden die Wirksamkeit, die Sicherheit sowie die Dosierung der Impfung bestätigt. Unerwünschte Ereignisse, wie etwa ein besonders schwerer Krankheitsverlauf durch die Gabe des Impfstoffs, können ausgeschlossen werden.

Söder fordert bundesweit Maskenpflicht bei hohen Zahlen

10.01 Uhr: CSU-Chef Markus Söder fordert eine bundesweit einheitliche Maskenpflicht für Regionen mit hohen Zahlen. "Wir brauchen eine allgemeine Maskenpflicht national", sagte der bayerische Ministerpräsident vor einer Schalte des CSU-Vorstands. Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen solle eine Maskenpflicht auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen und in Schulen gelten, sagte Söder, in Grundschulen und Horten ab der Marke 50. Und: Söder forderte bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 eine bundesweite Maskenpflicht auch am Arbeitsplatz, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden können.

Die Ministerpräsidenten der Länder hatten sich mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zuletzt bereits auf eine schrittweise Ausweitung der Maskenpflicht in Hotspots verständigt. Demnach soll spätestens bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 "eine ergänzende Maskenpflicht im öffentlichen Raum dort eingeführt werden, wo Menschen dichter und/oder länger zusammenkommen". Bei einem Wert von 50 soll die Maskenpflicht nochmals erweitert werden. Wo und wie genau hatte der Beschluss aber offen gelassen, das müssen die Länder regeln.

Altmaier: Bei Verstößen gegen Regeln durchgreifen

09.39 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat die Länder zu einem einheitlichen Vorgehen bei Verstößen gegen Regeln aufgefordert. Dort, wo Regeln missachtet würden, müsse auch "durchgegriffen" werden, sagte Altmaier. Er würde sich wünschen, dass sich die Länder über die Höhe von Bußgeldern verständigten. Es sei wichtig, ein "klares Signal" zu setzen, sagte Altmaier. Die übergroße Mehrheit der Menschen nehme die Vorschriften sehr ernst. Aber viele Hotspots gingen auch darauf zurück, dass vorgeschriebene Schutzmaßnahmen nicht respektiert würden.

Altmaier verwies angesichts der steigenden Infektionszahlen auf einen konkreten Vorschlag von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Söder hatte sich für bundesweit schärfere Strafen bei Verstößen gegen Regeln starkgemacht. Für Verstöße gegen die Maskenpflicht solle es bundeseinheitliche Bußgelder von 250 Euro geben, wie es in Bayern schon gilt. Ende August hatten sich die meisten Ministerpräsidenten auf ein Bußgeld von mindestens 50 Euro geeinigt.

Jeder Zehnte will sich mit Toilettenpapier eindecken

09.29 Uhr: Einer Umfrage zufolge will sich rund jeder zehnte Verbraucher in Deutschland in den kommenden Wochen verstärkt mit Toilettenpapier, Nudeln und anderen Waren des täglichen Gebrauchs eindecken. Das ergab eine repräsentative Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov unter knapp 6000 Menschen Mitte Oktober. Demnach antworteten neun Prozent der Teilnehmer auf die entsprechende Frage mit "ja" oder "eher ja". Fast zwei Drittel (64 Prozent) schlossen derartige Hamsterkäufe dagegen ausdrücklich aus.

Vor allem jüngere Menschen wollen sich der Umfrage zufolge mit mehr Toilettenpapier und Nudeln eindecken: Am häufigsten beantworteten Menschen zwischen 25 und 34 Jahren die Frage mit "ja" oder "eher ja" (15 Prozent).

In den vergangenen Tagen hatten Politiker bereits auf vereinzelte Meldungen über eine steigende Nachfrage nach einigen lagerbaren Produkten reagiert. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) appellierte an die Verbraucher, trotz der steigenden Zahl von Infektionen keine größeren Mengen einzukaufen als sonst. "Für Hamsterkäufe gibt es keinen Grund", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Die Lieferketten funktionieren - das gilt nach wie vor." Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sagte, die Verbraucher müssten "sich keine Sorgen machen", was die Versorgung des Einzelhandels betreffe.

EZB-Präsidentin Lagarde: Erholung droht sich abzuschwächen

9.09 Uhr: Die konjunkturelle Erholung des Euroraums vom Einbruch im Frühjahr droht nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) an Dynamik zu verlieren. "Seit der Gegenbewegung, die wir im Sommer erlebt haben, war die Erholung ungleichmäßig, ungewiss und unvollständig und läuft jetzt Gefahr, an Schwung zu verlieren", sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde der französischen Tageszeitung "Le Monde". Die EZB veröffentlichte das Interview am Montag auf ihrer Internetseite.

Die EZB werde die Entwicklung den Herbst über beobachten, sagte Lagarde. Die Französin deutete an, dass die Notenbank gegensteuern könne, falls sich die Lage eintrüben sollte. Die geldpolitischen Möglichkeiten seien noch nicht ausgeschöpft. "Wenn mehr getan werden muss, werden wir mehr tun."

Die EZB hat auf die Pandemie vor allem mit zusätzlichen Wertpapierkäufen und extrem günstigen Langfristkrediten für die Banken reagiert. Letztere sollen den Kreditfluss in die Wirtschaft aufrecht halten. Beobachter gehen derzeit mehrheitlich davon aus, dass die EZB ihr billionenschweres Corona-Wertpapierkaufprogramm PEPP gegen Jahresende aufstocken wird.

Bundesärztepräsident: Weitere Bewegungseinschränkungen nicht sinnvoll

08.09 Uhr: Der Chef der Bundesärztekammer, Klaus Reinhard, hält die aktuellen Kontaktbeschränkungen für sinnvoll, warnt aber vor Panikmache. "Ganz so ernst kann ich die Lage aktuell nicht nachvollziehen", sagte er im "Deutschlandfunk". Mit steigenden Infektionszahlen haben man im Rahmen der Pandemie rechnen müssen.

"Diese Vorstellung, dass man dieses Virus ganz vertreiben kann, ist eine irrige. Wir müssen lernen, auch mit einer Durchseuchung der Bevölkerung, mit einer Zunahme der Infektionszahlen umzugehen und zu leben." Derzeit gebe es nach wie vor einen großen Überhang an Intensivkapazitäten mit rund 8800 freien Intensivbetten, zudem sei die Zahl der schweren Verläufe nach wie vor nicht so zahlreich wie im Frühjahr.

Polen will Covid-19-Klinik im Warschauer Nationalstadion aufbauen

07.53 Uhr: Weil das Land mit einem neuen Anstieg von Corona-Infektionen rechnet, plant Polen die Einrichtung eines Feldlazaretts im Nationalstadion in Warschau. Das teilte der Sprecher der Regierung, Piotr Muller, im Fernsehen mit. Demnach sollen die Konferenzräume des Stadions in ein Krankenhaus mit rund 500 Betten für Covid-19-Patienten umgewandelt werden.

Chinas Wirtschaft wächst - aber langsamer als erwartet

07.45 Uhr: Mit drastischen Maßnahmen hat Peking die Ausbreitung der Pandemie bremsen können. Ökonomen gehen davon aus, dass China die einzige große Volkswirtschaft sein wird, die das Jahr mit positivem Wachstum abschließen kann.

Wen ein Lockdown besonders hart treffen würde

06.45 Uhr: Mit der zweiten Infektionswelle droht ein Lockdown. Das wäre sehr bitter für Personengruppen, denen die Coronakrise bereits stark zugesetzt hat. Wer gehört dazu? Lesen Sie hier eine Datenanalyse. 

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Weltweit mehr als 40 Millionen Corona-Infektionen

06.15 Uhr: Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen weltweit hat die Marke von 40 Millionen überschritten. Das ergibt eine Erhebung der Nachrichtenagentur Reuters auf Basis offizieller Daten. Demnach starben mehr als 1,1 Millionen Menschen an oder mit dem Virus.

Historiker sieht Corona als "epochale Zäsur"

05.42 Uhr: Der Historiker Andreas Wirsching sieht in der Coronavirus-Pandemie das Ende einer Epoche aufziehen. "Es spricht vieles dafür, dass das Jahr 2020 als eine epochale Zäsur in die Geschichte eingehen wird", sagte der Direktor des Instituts für Zeitgeschichte der Deutschen Presse-Agentur.

"Zwar wissen wir das jetzt noch nicht so genau, aber einiges ist erkennbar, insbesondere was die Globalisierung betrifft." Wirsching denkt, dass das Zeitalter der Internationalisierung und Globalisierung, das es seit etwa 1970 gebe, starken Veränderungen unterworfen, "wenn nicht beendet", werde.

8000 Soldaten sollen in Slowakei bei Corona-Tests helfen

05.25 Uhr: Die Slowakei will für die geplanten Corona-Massentests in der Bevölkerung 8000 Soldaten sowie 50.000 staatliche Angestellte einsetzen. Das entschied die Regierung in Bratislava am Sonntag. Alle verfügbaren Soldaten, Polizisten und Feuerwehrleute würden für das Projekt herangezogen, sagte Verteidigungsminister Jaroslav Nad laut Nachrichtenagentur TASR nach einer außerordentlichen Kabinettssitzung.

Ob die Tests freiwillig oder verpflichtend sein würden, war weiter unklar. Das Thema sei heftig diskutiert worden, sagte Ministerpräsident Igor Matovic. Damit die Massentests Erfolg haben könnten, müssten möglichst viele Menschen mitmachen, sagte Matovic weiter. Sonst drohe ein landesweiter Lockdown.

4325 neue Corona-Fälle in Deutschland

05.14 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montagmorgen 4325 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert ist vergleichsweise niedrig - auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln. Gemessen an den 2467 gemeldeten Infektionen vom Montag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht.

Die hohen Infektionszahlen der vergangenen Tage sind mit den früheren Rekordwerten im Frühjahr nicht direkt vergleichbar. Mittlerweile wird jeden Tag deutlich mehr getestet, sodass auch mehr Infektionen nachgewiesen werden.

Seit Beginn der Coronakrise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 366.299 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 19.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9789. Das waren zwölf mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 294.800 Genesene.

Polnisches Fitnessstudio gründet wegen Corona-Beschränkungen Kirche

04.39 Uhr: Zur Umgehung von Corona-Beschränkungen hat sich ein polnisches Fitnessstudio selbst als Kirche bezeichnet. "Weil Fitness-Kurse nicht erlaubt sind, bieten wir ab heute religiöse Versammlungen für Angehörige der Kirche des gesunden Körpers an", teilte das Studio Atlantic Sports am Wochenende bei Facebook mit. Die kreative Aktion soll einer Maßnahme entgegenwirken, mit der die polnische Regierung Schwimmbäder und Fitnessstudios angesichts einer steigenden Zahl von Corona-Infektionen geschlossen hatte.

"Schwer zu glauben? In dieser Welt ist alles möglich", hieß es am Samstag auf der Facebook-Seite des Fitnessstudios in Krakau. Atlantic Sports kündigte zudem die Eröffnung eines Ladens für Trainingsausrüstung an und lud ein, die Produkte vor Ort kostenlos zu testen.

Aufgrund von Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus müssen Restaurants im ganzen Land früher schließen. In Hochrisiko-Gebieten wie Warschau sind Hochzeiten verboten und weiterführende Schulen unterrichten online. Gottesdienste sind in dem katholischen Land mit 38 Millionen Einwohnern aber weiterhin erlaubt, solange die Gläubigen Masken tragen und sich an eine Teilnehmergrenze halten.

Telefonische Krankschreibung ab Montag wieder möglich

04.30 Uhr: Wegen der verschärften Corona-Lage können Patienten mit Erkältungsbeschwerden sich jetzt wieder bundesweit telefonisch eine Krankschreibung besorgen. Die Sonderregelung trat am Montag in Kraft und gilt vorerst bis zum Jahresende - das hatte der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen beschlossen. Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen müssen somit nicht in eine Praxis gehen, nur weil sie eine Krankschreibung benötigen. Das soll helfen, volle Wartezimmer und Ansteckungsrisiken zu vermeiden.

Die entsprechenden Krankschreibungen gibt es jeweils für sieben Tage. Die Ärzte müssen dazu die Patienten persönlich am Telefon zu ihrem Zustand befragen. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung kann telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden.

Pflegebevollmächtigter warnt vor "Isolation um jeden Preis"

01.01 Uhr: Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, warnt angesichts stark ansteigender Corona-Infektionszahlen vor einer erneuten Isolation von Pflegebedürftigen. "Isolation um jeden Preis darf nicht sein", sagt Westerfellhaus den Zeitungen der "Funke Mediengruppe".

Viele Betroffene hätten die Isolation in den Anfangsmonaten der Pandemie "als unglaublich belastend empfunden". Daher unterstütze er Regelungen, die gewährleisten, dass Pflegeheimbewohner mit ihrer Familie Weihnachten feiern können, sagt Westerfellhaus. Derzeit sei ein bundeseinheitliches Konzept in Arbeit, um Heime und ambulante Pflegedienste unter anderem mit Schnelltests zu unterstützen.

Italien verschärft Corona-Beschränkungen

00.45 Uhr: Italien verschärft die Maßnahmen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Bürgermeister erhielten die Erlaubnis, öffentliche Plätze und Straßen ab 21.00 Uhr abzusperren, um Massenansammlungen zu vermeiden, sagt Ministerpräsident Giuseppe Conte am späten Sonntagabend auf einer Pressekonferenz. Spielhallen und Wettbüros müssten um 21.00 Uhr schließen. "Die Situation ist kritisch", erklärte er. Aber seine Regierung sei entschlossen, einen erneuten Lockdown zu vermeiden. Alle seien aufgerufen, ihren Teil dazu beizutragen, um gesund zu bleiben und der Wirtschaft zu helfen.

Italien verzeichnete am Sonntag mit 11.705 Fällen erneut einen Rekordwert. Weitere 47 Menschen starben an oder mit dem Virus, weit weniger als auf dem Höhepunkt der Pandemie in Italien im März und April, als täglich mehr als 900 Menschen an den Folgen der Infektion starben. Italien war das erste Land in Europa, das vom Ausbruch des Virus schwer getroffen wurde. Nach Großbritannien verzeichnet Italien mit 36.543 Todesfällen die zweithöchste Zahl an Todesopfern in Europa. 

sen/sak/pgo/dpa/AFP/Reuters/AP
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