Gefahr fürs Trinkwasser Dänemark will vier Millionen gekeulte Nerze ausgraben und verbrennen

In der Corona-Pandemie wurden in Dänemark vier Millionen Nerze getötet und begraben. Nun will die Regierung die Kadaver exhumieren – um Verunreinigungen des Grundwassers zu verhindern.
Dänemark: Gekeulte Nerze werden in einem Graben entsorgt

Dänemark: Gekeulte Nerze werden in einem Graben entsorgt

Foto: Morten Stricker / dpa

Aufgrund einer Coronavirus-Mutation wurden im November auf 284 Pelztierfarmen in Dänemark Millionen Nerze gekeult. Nun will die dänische Regierung vier Millionen Kadaver wieder ausgraben und verbrennen lassen.

Wie die Regierung am Sonntag mitteilte, sollen so Verunreinigungen des Grundwassers und nahe gelegener Seen verhindert werden. Die Exhumierung soll den Angaben zufolge in sechs Monaten beginnen, wenn ein Infektionsrisiko ausgeschlossen werden kann.

Die dänische Regierung hatte im November entschieden, mehr als 15 Millionen Zuchtnerze töten zu lassen, um die Verbreitung einer mutierten und auf den Menschen übertragbaren Form von Sars-CoV-2 zu verhindern. Viele der Tiere wurden in zwei Massengräbern auf Militäranlagen nahe Holstebro und Karup im Westen Dänemarks vergraben. Die Regierung musste jedoch kurz darauf einräumen, dass durch den Zersetzungsprozess große Menge an Phosphor und Stickstoff im Boden freigesetzt werden könnten.

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums besteht jedoch keine unmittelbare Gefahr einer Verunreinigung des Grundwassers und nahe gelegener Seen. Die Nerze könnten daher noch bis Mai in den umstrittenen Massengräbern bleiben.

Die Regierung in Kopenhagen hatte Mitte November mitgeteilt, dass die sogenannte Cluster-5-Mutation ausgemerzt sei. Experten hatten befürchtet, dass diese Variante des Coronavirus die Wirksamkeit von Impfstoffen bei Menschen beeinträchtigen könnte. Am Montag soll in Dänemark ein Gesetz verabschiedet werden, dass die Nerzhaltung bis 2022 verbietet.

kim/AFP
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