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Das Recht des Ersten

aus DER SPIEGEL 2/1995

Bernd Kundrun, Chef des Pay-TV-Senders Premiere, klagte gegen die Eigentümer und gewann. Mit frischer Ware aus Hollywood, die zuvor noch nie im deutschen Fernsehen zu sehen war, geht der Sender auf Abonnentenfang. Doch auch RTL und Pro Sieben, werbefinanzierte Sender, die zum Medienreich der Premiere-Gesellschafter Bertelsmann und Kirch gehören, zeigen Spielfilme als »deutsche Erstausstrahlung« (Eigenwerbung). So werden die TV-Stücke auch in den Programmblättern angekündigt. Nach zwei Premiere-Klagen beim Hamburger Landgericht dürfen die beklagten Kommerz-Sender nun nicht mehr mit der angeblichen »Erstausstrahlung« Reklame machen, wenn der Film vorher im Pay-TV gelaufen war. Nach dem Urteil der Richter, die eine Irreführung der Verbraucher feststellten, droht RTL und Pro Sieben sonst ein Ordnungsgeld in Höhe von jeweils 500 000 Mark. Die Beziehung zwischen RTL und Premiere war schon in der Vergangenheit belastet: Vor Jahren warf RTL-Chef Helmut Thoma Premiere-Werbespots aus dem Programm, weil er sich über den Sender geärgert hatte.

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