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TELEKOMMUNIKATION Datenpipeline ohne Staus

aus DER SPIEGEL 5/1999

Mit der Übertragungskapazität von Datennetzen, im Fachjargon Bandbreite genannt, ist es wie mit Geld oder Sex: Nur selten und vorübergehend stellt sich das Gefühl ein, man habe genug davon. Wenige Online-Gruftis erinnern sich an die Zeit, als sie den Telefonhörer in die Gummimuffen eines Akustikkopplers stopften, um auf dem grün leuchtenden Phosphor des Bildschirms ein paar Schriftzeichen vom andern Ende der Erde im Schneckentempo erscheinen zu sehen. Inzwischen wird jedes noch so schnelle Modem kurz nach seiner Entwicklung von Internetseiten, die mit immer sperrigerem Multimediaballast bepackt sind, in die Knie gezwungen. Die Firma Cisco, deren Vermittlungsrechner heute den größten Teil des Internets in Betrieb halten, will den Datenstau im Heim ein für alle Mal beenden. Dazu soll das Haus mit einem »Personal Network« ausgestattet werden, das Anschluß an ein vollmundig »New World« genanntes Netz der nächsten Generation erhält. Bis zu 1000mal schneller als heutige Methoden der Interneteinwahl wird die Datenpipeline der neuen Welt sein. Die Superleitung könnte alle Verbindungen zur Außenwelt in sich aufnehmen: Telefon, Fernsehen und Radio passen in digitaler Form gleichzeitig durch den Draht. Rund 30 Partner, darunter Telefonfirmen, Kabelnetzbetreiber und Hersteller von Unterhaltungselektronik unterstützen das Konzept. Mit kleinen Änderungen ließe sich die bestehende Telefonleitung oder das bereits verlegte TV-Kabel zur Datenübertragung nutzen.

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