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Mächtige Insekten und ihre Geheimnisse Sexarbeiter in der Kakaoblüte

Auf jeden Menschen kommen 200 Millionen Insekten - viele von ihnen erledigen faszinierende Aufgaben.
aus DER SPIEGEL 35/2019
Foto: GETTY IMAGES

Insekten machen mehr als die Hälfte aller Tierarten aus. Sie waren die ersten Lebewesen auf Erden, die sich in die Lüfte erhoben. Und als Termiten begannen, Pilze zu züchten, entdeckten sie, lange vor dem Menschen, die Landwirtschaft. "Ob Sie es mögen oder nicht: Wir leben auf dem Planeten der Insekten", sagt die norwegische Entomologin Anne Sverdrup-Thygeson. Und doch steht es schlecht um die Sechsbeiner. Habitatverlust, Insektizide, Klimawandel und Intensivierung der Landwirtschaft – was auch immer die Gründe sein mögen: Studien deuten darauf hin, dass die Zahl der Insekten vielerorts schwindet. In ihrem Buch wirbt Sverdrup-Thygeson nun um mehr Respekt fürs Ungeziefer.  


Termite
Termite Foto: MINDEN PICTURES / JUNIORS@WILDLIFE

Ameisen als Klimaschützer

So klein sie auch sind, so beeinflussen Insekten doch die großen Stoffkreisläufe des Planeten Erde. Termiten beispielsweise zählen zu den wenigen Tieren, die dank spezieller Darmmikroben Stickstoff aus der Luft binden können. Auf diese Weise düngen sie den Boden und graben ihn zugleich beim Bau ihrer weitverzweigten Tunnel um. Das nützt den Savannen Afrikas, denn es wirkt dem Vormarsch der Wüsten entgegen. Bei Ameisen wiederum haben Forscher nachgewiesen, dass sie dem Klimaschutz dienen. In einem nordschwedischen Forst aus Fichten und Birken hatten die Wissenschaftler kleine Areale abgesteckt, zu denen sie den Ameisen den Zugang versperrten. Über einen Zeitraum von 13 Jahren verfolgten sie, was geschah: Kräuter wucherten, und auch die Mikrofauna des Bodens veränderte sich drastisch. All das kurbelte die Verrottung an und zehrte an den Kohlenstoffreserven des Waldbodens. Am Ende war sein Kohlenstoffgehalt um 15 Prozent zurückgegangen. Das ist viel, denn die Nadelwälder des Nordens zählen zu den großen Kohlenstoffspeichern der Erde. Ohne die Ameisen würden dort enorme Mengen Treibhausgas freigesetzt, die globale Erwärmung bekäme einen zusätzlichen Schub.

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