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COMPUTER Die nutzlosen Helfer

Rasensprenger mit Internet-Anschluß, E-Mail von der Waschmaschine - das Haus der Zukunft steckt voller elektronischer Knechte. Aber sind sie wirklich zu etwas nütze oder am Ende nur lästiges Gesindel, das die Bewohner schikaniert?
aus DER SPIEGEL 50/1998

Selten ist der Menschheit etwas so Vollkommenes geglückt wie der Lichtschalter. Er tut, was er soll, hält ewig und wirft keinerlei Bedienungsprobleme auf. Aber seine Tage sind gezählt. Im Haus der Zukunft geht das Licht von selber an, wenn der Mensch morgens aus dem Bett steigt. Und wenn er in den Flur tappt, hört er schon die Kaffeemaschine röcheln.

Die Hausgeräte wissen, was sie zu tun haben: In ihrem Innern regieren kleine Chips. Kameras und Sensoren in allen Räumen verraten ihnen, was sich gerade abspielt. Forscher am Media Lab des MIT arbeiten bereits an einer Software, die Bewegungen und Mimik der Bewohner deuten soll. Die Kaffeemaschine könnte dann erkennen, »daß jemand aufgewacht ist und wie gewohnt in zehn Minuten seinen Kaffee braucht«, sagt MIT-Professor Alex Pentland. Das sei ihr so einfach beizubringen, »wie man einen Hund trainiert«.

Auch wer noch nie einen Kaffee trank, den der Hund gekocht hat, muß allmählich davon überzeugt sein, daß eine neue Epoche bevorsteht. Nachrichten von schlauen Geräten, die den Menschen künftig zu Hause umsorgen, zirkulieren in allen Medien. Niemand will der letzte sein, wenn es darum geht, das Zeitalter des intelligenten Hauses einzuläuten. »Eine Revolution« bahne sich an, meldete kürzlich selbst die abgeklärte »Neue Zürcher Zeitung«.

Das Sinnbild dieser Revolution, immer wieder zitiert, ist der Kühlschrank, der übers Internet Milch nachbestellt, wenn sie zur Neige geht. Eingebaute Billigchips in den Milchtüten halten ihn über Füllstand und Haltbarkeitsdatum auf dem laufenden. Die Waschmaschine im Keller wiederum kann eine E-Mail nach oben schicken, wenn sie mit Schleudern fertig ist. Und die Toilette, auch nicht faul, analysiert automatisch den Urin. Der japanische Sanitärkonzern Toto hat ein solches Gerät bereits entwickelt. Bei Bedarf schickt es die Diagnose gleich zum Hausarzt.

Dies alles ist möglich, weil die Helferlein sich über Funk miteinander austauschen oder ans Internet angeschlossen sind. Ein jedes Gerät, ob Computer, Toaster oder Ventilator, kann eine eigene Netzadresse erhalten, über die es sich von überall her ansteuern läßt.

Schon sind auch die Geräte draußen im Garten nicht mehr so dumm, wie sie mal waren. Die Firma Emware in Salt Lake City hat einen Rasensprenger mit Internet-Anschluß entwickelt. Sein Gebieter kann ihn vom Büro aus einschalten, auf Wunsch fragt das schlaue Gerät bei einem Wetterdienst im Internet nach, ob es nicht ohnehin bald regnet.

Dutzende von Modellhäusern in aller Welt sollen das Publikum für das futuristische Wohnen begeistern - von dem gleißenden Technopalast »Living Tomorrow« im belgischen Vilvoorde bis hin zu einem Schauhaus im bayerischen Rosenheim, in dem Sensoren sogar die Qualität der Raumluft überwachen. Wird ihnen der Mief zu dick, kippen sie kurz die Fenster. Das ist sicher hilfreich, wenn der Bewohner im Koma liegt. Aber ob er auch bereit ist, die Kontrolle abzugeben, solange er es noch selbst bis zum Fenstergriff schafft?

Die Computerindustrie kann das nur hoffen. Angefeuert von Marktforschern, die eine glänzende Zukunft weissagen, will sie mit der schlauen Haustechnik neue Kundenmassen erobern. Schon im Jahr 2002, versichern die Wirtschaftsforscher der Firma Forrester Research, werden in zehn Prozent der US-Haushalte vernetzte Elektrogeräte im Einsatz sein. Für das Jahr 2005 rechnen ihre Kollegen von J. P. Freeman mit einem Marktvolumen von 40 Milliarden Mark.

Das kommt den Strategen der Computerindustrie gerade recht, denn der Markt für den hergebrachten PC scheint vorerst gesättigt. Selbst in den USA verweigern sich mehr als die Hälfte aller Haushalte dem komplizierten Ungetüm. Nun sollen die kleinen, harmlosen Chips in Rasensprengern und Mikrowellenherden die Abwehr unterlaufen.

Und am Ende, so hofft Bill Gates, der Chef von Microsoft, werden die Leute sich vielleicht doch einen Netzrechner anschaffen, der die Schar der Hausgeister steuert.

Die Visionäre des intelligenten Hauses sind nur die Vorhut einer Erweckungsbewegung, die nahezu allen Dingen des Alltags Intelligenz einhauchen will - von der Bildschirmbrille, die dem Menschen in der U-Bahn die neuesten Nachrichten aus dem Internet vors Auge spiegelt, bis zur Schuhsohle, die daheim den Kühlschrank anfunkt und abfragt, was unterwegs alles einzukaufen wäre (SPIEGEL 11/1997).

Eine freundliche Invasion von Assistenten stehe uns bevor, sagen die Visionäre, und im Haus nehme sie schon bald ihren Anfang. Damit die Bewohner sich nicht ängstigen, gilt als ausgemacht, daß die pfiffigen Geräte ihre Arbeit möglichst im Hintergrund tun. Sie stellen sich auf die Gewohnheiten des Menschen ein, so die Verheißung, und nötigen ihm keinerlei Aufmerksamkeit ab - anders als der gängige Computer, der immerzu mühsam gebändigt sein will.

Die Erfahrung lehrt allerdings, daß auch einfache Maschinen sehr anfällig für Fehlreaktionen sind, wenn sie sich in belebten Umgebungen selbständig verhalten sollen. Selbst die allersimpelsten Erfindungen, die einmal als smart angepriesen worden sind, machen bis heute viel Kummer. Wer dreht sich in der Stadt noch um, wenn ein Auto anfängt, rhythmisch zu hupen? Allzuoft erschrecken die smarten Einbruchsensoren vor einem Dackel, der an der Zierfelge das Bein hebt.

Gleichmut empfiehlt sich auch im Umgang mit den Bewegungsmeldern, die in manchen Büros das Licht ausschalten, sobald sich nichts mehr rührt. Angestellte, die spätabends noch an ihren Schreibtischen sitzen, haben sich angewöhnt, in regelmäßigen Abständen mit den Händen herumzufuchteln.

Die smarten Gerätschaften der Zukunft sollen viel diffizilere Aufgaben übernehmen. Daß sie sich störungsfrei in den Alltag eingliedern werden, ist ein gewagtes Versprechen. Niemand kann vorhersagen, ob die heikle Computertechnik eines Tages tatsächlich dezent in den Hintergrund tritt oder ob sie, versteckt in Kühlschränken, Schuhsohlen und Thermostaten, auch noch die restlichen Lebensbereiche verumständlicht.

Schon allein die Vorstellung, daß nun auch die Waschmaschine am Internet hängt, wird nicht jedermann behaglich sein, auch wenn die Gefahr gering ist, daß eventuell Hacker eindringen, um die Feinwäsche auszukochen. Aber am Ende kann der Mensch nicht einmal seinem Schuh mehr trauen. Der ist imstande und petzt im Büro dem Schuh des Chefs, daß zu Hause seit Tagen nur noch Schnaps im Kühlschrank ist.

Die Industrie kann vielleicht dafür sorgen, daß kein Schaden zu befürchten ist. Weitaus schwerer tut sie sich mit der Frage, was die allgegenwärtigen Computer-Chips denn nützen sollen.

Die Zaubertechnik erspart ja nicht etwa das Fensterputzen, das Beziehen der Betten oder das Abräumen des Geschirrs. Sie erspart nur die Strapazen des Schalterdrückens und Knöpfedrehens. Und in manchen Fällen, wo es früher nötig war, aufzustehen, darf man nun sitzenbleiben.

Das gibt ein trauliches Bild: der Stubenhocker der Zukunft, wie er mit der Fernbedienung auf dem Sofa ruht und sich ab und zu durch die Hausgeräte zappt. Einmal, nur so, das Flurlicht anknipsen, eine Statusabfrage bei der Waschmaschine, ob sie schon schleudert, und vielleicht ein kleiner Schwall mit dem Rasensprenger, wenn draußen der Nachbar vorbeigeht.

Das sind die harmlosesten Vergnügen, die je mit technischen Mitteln bewerkstelligt wurden. Die Maschinerie, die zu ihrer Ausführung bereitsteht, ist bekanntlich schon jetzt mächtiger als die Elektronengehirne, die in der Landefähre »Eagle« den ersten Flug zum Mond berechnet haben.

Je imposanter die Technik geworden ist, desto winziger die Aufgaben, die ihr noch bleiben. Es dauert nicht mehr lang, dann muß dem Heimcomputer vollends die Arbeit ausgehen (wenn er je eine hatte).

Abzusehen war das schon seit geraumer Zeit. Seit der Computer verspricht, alle Wunder zu wirken, die der Besitzer sich nur wünscht, ist der Besitzer um würdige Wünsche verlegen.

Er meistert schon tapfer seine gewaltige Maschine, um den Weinvorrat und die Urlaubskasse zu verwalten. Gelegentlich druckt er eine Einladung fürs Balkonfest aus. Und er installiert regelmäßig die neuesten Bildschirmschoner. Aber gemessen an den rasant expandierenden Möglichkeiten der Technik sind die Ansprüche des Users immer weiter zurückgefallen.

Wenn der Computer bald auch noch für den Haushalt zur Verfügung steht, wird sich zeigen, daß es da erst recht nichts für ihn zu tun gibt. Die Verlegenheit ist jetzt schon groß. Es genügt ein Blick auf das Haus des Microsoft-Chefs Bill Gates, von dem der Hausherr selbst bescheiden sagt, es vermittle einen »kleinen Eindruck von der Zukunft des Wohnens«.

Der riesige Neubau in der Nähe von Seattle ist im Grunde ein begehbarer Computer. Überall Bildschirmwände, Sensoren und diskrete Lautsprecher, die von Rechnern gesteuert werden. Besucher bekommen einen kleinen Sender angesteckt, an dem das System sie erkennt. Dann geben sie ihre Vorlieben in Sachen Musik und Kunst an, und der Zauber kann beginnen: An den Wänden erscheinen Bilder, die ihnen gefallen könnten, aus den Lautsprechern erklingt Musik, die ihrem Geschmack entspricht. Und wenn sie durchs Haus gehen, folgen ihnen Bilder und Klänge, weil das System stets weiß, wo sie sind.

Ein Haus für Könige: Seht, sogar die Wände verfärben sich, wenn der große Potentat mit seinen Gästen durch den Palast wandelt. Überall steht elektronisches Gesinde bereit, ihm zu huldigen.

In dem Technokitsch des aufmerksamen Hauses wiederholt sich, in neuer Form, das alte Heilsversprechen des Computers: die Wundermaschine, die auf den geringsten Wink ihres Gebieters reagiert. Geduldig blinkt auf dem Bildschirm die Schreibmarke und wartet auf Eingaben.

Damit fängt der Jammer an, denn jetzt heißt es Befehle eingeben, sonst wartet sie bis zum Jüngsten Tag. Der König muß schon auch regieren. Im intelligenten Haus ist das kein leichtes Amt, denn dem Computer fällt nichts von selbst ein. Jede Tätigkeit muß man ihm genau erklären.

Der Kühlschrank weiß nicht, ob er die Milch erst nachbestellen soll, wenn sie alle ist, oder schon vorher, ob erst auf Nachfrage oder eigenmächtig. Er weiß nicht, ob die Essiggurken, die er fleißig nachbestellt, nicht schon allen auf die Nerven gehen, und er weiß nicht, ob die Familie übers Wochenende zur Oma fährt und deshalb weniger braucht.

Es kann deshalb nicht schaden, Ablaufdiagramme für die Einkaufslogistik und überhaupt das ganze Hauswesen zu entwerfen. Grenzwerte für Essiggurken wären festzulegen, Regeln und Parameter für die automatische Beleuchtung sowie die Toleranzbereiche der Raumluftsensoren, abhängig von der Außentemperatur. Dazu natürlich Sonderregelungen für längere beziehungsweise kürzere Abwesenheit.

Das ist, wie wenn man einen Diener hätte, der keinen Finger rührt, ehe ihm ein vollständig ausgefülltes Formular vorliegt, das seine Arbeit beschreibt. Und bei jeder Änderung des Ablaufs wird ein Änderungsformular fällig.

So zwingt das intelligente Haus andauernd zu systematischen Entscheidungen, die man sonst nebenher oder gar nicht träfe. Normalerweise zerfällt der Alltag in Hunderte kleiner Handlungen, und das meiste erledigt sich, indem man es verschlampt. So kommt man voran.

Das intelligente Haus ist dagegen der Inbegriff der bürokratischen Verzettelung. Für die paar Dienste, die es leistet, verlangt es im Gegenzug Aufmerksamkeit für jede Einzelheit.

Eine Frage der Zeit, sagen die Visionäre. Bald werden die Computer viel einfacher zu bedienen sein. Schon jetzt können sie gesprochene Befehle leidlich verstehen.

Damit eröffnen sich neue Wege, den Computer zu instruieren. Aber Instruktionen benötigt er weiterhin. Selbst wenn er eines Tages Gedanken liest, muß sich zuvor jemand diese Gedanken gemacht haben. Die Frage ist nicht, ob man dem Computer alles eintippen, alles vorsprechen oder alles vordenken muß. Entscheidend ist, was schneller getan ist als gedacht. Das meiste.

Diese simple Tatsache schließt den Computer auf absehbare Zeit von fast allen nützlichen Anwendungen im Haushalt aus.

Die Zukunft der allgegenwärtigen Chips wird denkbar glanzlos sein. Bisher haben sie sich nur durchgesetzt bei minderen Aufgaben, wo es bestimmt nichts einzustellen gibt. Im Auto achten sie dezent darauf, daß die Räder nicht blockieren, im digitalen Hörgerät filtern sie Störgeräusche aus. Sie tun das, ohne ihre Besitzer je vor irgendwelche Entscheidungen zu stellen. Es ist ganz und gar unnötig zu wissen, daß es sie gibt.

Geborenen Technikern sind solche Einwände fremd. Sie würden immer Sachen bauen, an denen sich unglaublich viel einstellen läßt. Für sie ist das Justieren von Schaltknöpfen und das Konfigurieren am Monitor die höchste Wonne. Ihr Traumhaus wäre gewiß ein imposantes Leitzentrum, eine Art Stellwerk, in dem sie kleine Modelleisenbahnzüge befehligen, die ihre Socken zur Waschmaschine expedieren.

Bisher durften sie auf die leidensfähigen PC-Narren in der Kundschaft zählen, auf die Feierabendtüftler, die am Computer speziell das Herumdrehen an den Feineinstellungen lieben, das Einrichten immer neuer Programme, die noch viel mehr können. Leute dieses Schlages sind die treuesten Abnehmer der PC-Industrie. Die Kühnsten unter ihnen haben auch schon angefangen, ihre Häuser nach Kräften zu automatisieren. In den USA gibt es eine lebhafte Gemeinde von Bastlern, die selig sind, wenn sie vom Garten aus den Toaster vorglühen können.

Aber die anderen, die Mehrheit? In der Vision vom automatischen Haus treffen Technikerträume erstmals frontal auf den bequemen Schluffel, der dort haust. Seine Interaktion mit dem Kühlschrank beschränkt sich auf das Öffnen und Schließen der Tür. Wird er ihm eine E-Mail schicken, um zu erfahren, ob noch Bier da ist?

Schon möglich - wenn das eines Tages ganz einfach ginge. Es sieht aber nicht so aus, als ob die Industrie je von ihren Technikerträumen lassen könnte. Gar zu närrisch sind manche der kursierenden Verheißungen: Bald könne zum Beispiel auch der Videorecorder per Handy programmiert werden, noch während der Besitzer im Auto unterwegs nach Hause ist. Eine bezaubernde Vorstellung: Das Gerät, das die Leute schon vor Ort nur im Glücksfall bezwingen, dürfen sie dann aus der Ferne ansteuern mit Knöpfen, die eigentlich zum Telefonieren gedacht sind.

Solange als Fortschritt angekündigt wird, was alle Welt als Schikane verstünde, bleibt der Computer, was er ist: ein Technikerspielzeug - auch wenn man ihn in tausend Billigchips zerlegt und im ganzen Haus versteckt.

Die Umstände, die er macht, sind nicht dadurch behoben, daß man ihn nicht mehr sieht. MANFRED DWORSCHAK

[Grafiktext]

Tausend Tücken Was im intelligenten Haus alles schiefgehen kann Im Wohnzimmer bleibt es vorerst dunkel. Vati hat versucht, die zentrale Lichtsteuerung umzuprogrammieren. Sensoren in der Toilette analy- sieren den Urin. Eine Handvoll Zucker genügt, und sie geben Diabetes-Alarm. Übers Internet ist ein Software- Virus in die Waschmaschine eingedrungen. Jetzt kocht sie die Feinwäsche bei 90°C. Der Rasensprenger erkun- digt sich im Internet nach der Wetterlage. Bei länge- rer Trockenheit tritt er un- verhofft in Aktion. Über den Fernseher können die Bewohner sämtliche Geräte fern- steuern. Wenn der Rech- ner abstürzt, ist alles blockiert. Der Zentralrechner im Keller überwacht alle Funktionen im intelligenten Haus. Wird die Raumluft stickig, gehen automatisch die Fenster auf. Der Kälteeinbruch kommt ohne Vorwarnung. Vom Auto aus läßt Mutter schon mal per Handy die Badewanne vollaufen. Der Sohn wollte darin gerade die Ge- tränke für seine Party kühlen. Der Kühlschrank be- stellt automatisch nach, was zur Neige geht - auch wenn längst nie- mand mehr die Essig- gurken riechen kann. Das Tor der Garage öffnet sich für das registrierte Auto - außer wenn die Ka- mera das verdreckte Num- mernschild nicht erkennt.

[GrafiktextEnde]

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Tausend Tücken Was im intelligenten Haus alles schiefgehen kann Im Wohnzimmer bleibt es vorerst dunkel. Vati hat versucht, die zentrale Lichtsteuerung umzuprogrammieren. Sensoren in der Toilette analy- sieren den Urin. Eine Handvoll Zucker genügt, und sie geben Diabetes-Alarm. Übers Internet ist ein Software- Virus in die Waschmaschine eingedrungen. Jetzt kocht sie die Feinwäsche bei 90°C. Der Rasensprenger erkun- digt sich im Internet nach der Wetterlage. Bei länge- rer Trockenheit tritt er un- verhofft in Aktion. Über den Fernseher können die Bewohner sämtliche Geräte fern- steuern. Wenn der Rech- ner abstürzt, ist alles blockiert. Der Zentralrechner im Keller überwacht alle Funktionen im intelligenten Haus. Wird die Raumluft stickig, gehen automatisch die Fenster auf. Der Kälteeinbruch kommt ohne Vorwarnung. Vom Auto aus läßt Mutter schon mal per Handy die Badewanne vollaufen. Der Sohn wollte darin gerade die Ge- tränke für seine Party kühlen. Der Kühlschrank be- stellt automatisch nach, was zur Neige geht - auch wenn längst nie- mand mehr die Essig- gurken riechen kann. Das Tor der Garage öffnet sich für das registrierte Auto - außer wenn die Ka- mera das verdreckte Num- mernschild nicht erkennt.

[GrafiktextEnde]

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