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INTERNET Digitale Kunstfehler

aus DER SPIEGEL 4/2004

Wer Viagra diskret kaufen will, bestellt über das Internet. Dort gibt es die blaue Potenzpille rezeptfrei. Seriöse Informationen über den sicheren Gebrauch sucht der Online-Patient in der digitalen Apotheke allerdings vergebens, so das Ergebnis einer Studie der Uniklinik Heidelberg. Mehr als ein Drittel aller Internet-Seiten über Viagra enthalten demnach keinerlei Hinweis, dass die Pille schon eine Stunde vor dem Sex eingenommen werden muss; die Hälfte aller Angebote verschweigt auch die zulässige Maximaldosis. »Hätte ein Arzt vergessen, so etwas zu erwähnen, und der Patient würde Schaden nehmen, wäre das ein klarer Kunstfehler«, warnt Walter Haefeli, verantwortlich für die Heidelberger Studie. Auf seine konkreten Vorschläge, wie sich die Web-Seiten verbessern könnten, haben die Anbieter nicht reagiert: »Um Sicherheit scheint sich im Internet niemand zu scheren.«

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