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KATASTROPHEN Echtzeit-Atlas der Flut

aus DER SPIEGEL 50/1998

Wenige Tage bevor der Hurrikan »Mitch« über Honduras herfiel, war ein digitaler Atlas des Landes fertiggestellt worden, ein genaues Abbild im Computer. Der Atlas enthält detaillierte Daten über Anbauflächen, Bodengüte, Klima und Bevölkerungsdichte, dazu alle Orte, Straßen, Brücken und Wasserpumpen. Gedacht war das Kartenwerk für die bessere Planung der Landwirtschaft. Jetzt dient es dem Wiederaufbau nach der Katastrophe. Die Hilfskräfte können am Computer jederzeit sehen, wie es steht um das Land. Die Daten liefert der kanadische Satellit Radarsat. Er registriert tagein, tagaus die genaue Ausdehnung der Wasserflächen. Was er meldet, wird sogleich in den digitalen Atlas eingespeist. Dort ist dann genau zu verfolgen, wo sich das Wasser zurückzieht, welche Straßen wieder passierbar und welche Wasserpumpen wieder zugänglich sind. Das erlaubt zum Beispiel, das dringend benötigte Saatgut für Mais und Bohnen auf den jetzt schon zugänglichen Flächen zu ziehen, die den höchsten Ertrag versprechen.

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