Zur Ausgabe
Artikel 81 / 115
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Krebs Eiweiße hungern Tumoren aus

aus DER SPIEGEL 2/1995

Der längst aufgegebenen Hoffnung auf eine universelle Waffe gegen verschiedene Krebsleiden haben die US-Forscher David Cheresh und Peter Brooks neues Leben eingehaucht. Durch Injektion von zwei Eiweißstoffen gelang es den Wissenschaftlern vom Scripps Research Institute in San Diego, zuvor in Versuchstiere implantierte menschliche Krebsherde zum Schrumpfen zu bringen. Die Forscher konnten dabei aggressive, häufig unheilbare Krebsformen wie Hirntumoren, Lungenkarzinome, Brust- und Pankreaskrebse und maligne Melanome wirksam bekämpfen. Die Eiweißmoleküle - ein von den Scripps-Forschern entwickelter Antikörper gegen Oberflächenmoleküle auf Blutgefäßzellen sowie eine Peptidverbindung des deutschen pharmazeutischen Unternehmens Merck - blockieren offenbar das Einsprießen von Blutgefäßen in die Tumormasse. Der Effekt könnte sich künftig in mehrfacher Hinsicht als segensreich erweisen: Die mangelnde Blutversorgung läßt nicht nur die Krebszellen absterben, sondern verhindert auch die Absiedelung von Metastasen. Frühestens in 18 Monaten können die neuen Wirkstoffe in klinischen Studien am Menschen getestet werden.

Zur Ausgabe
Artikel 81 / 115
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.