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TECHNIK Energiereiche Späne

aus DER SPIEGEL 13/1998

In den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs griff die Wehrmacht auf einen alten Brennstoff zurück: Das letzte Aufgebot an Panzerspähfahrzeugen und Lastwagen wurde angetrieben von klobigen, tonnenförmigen Kesseln zur Holzgaserzeugung - Benzin war Mangelware. Nun haben Techniker des Fraunhofer-Instituts in Oberhausen das Prinzip der Holzvergasung wiederentdeckt und das fast marktreife Konzept eines Blockheiz-Kraftwerks entwickelt, das aus Holzabfällen Strom und Wärme gewinnt. Als Rohstoff dienen die Millionen von Tonnen Holzabfälle, die sonst ungenutzt im Wald oder auf Deponien verrotten. Kernstück der Anlage ist ein Wirbelschichtreaktor, in dem die Holzspäne zu einer brennbaren Mischung aus Kohlenmonoxid, Wasserstoff und Methan vergast werden. Dieses Holzgas treibt einen Gasmotor an, der wiederum Strom erzeugt. Abgas und Motorkühlung liefern den Wärmeanteil des Blockheizkraftwerks. Schon von einer Leistung von fünf Megawatt an, entsprechend einem Brennstoffverbrauch von einer Tonne Holzschnitzel pro Stunde, sei das umweltschonende Verfahren auch wirtschaftlich, versprechen die Fraunhofer-Techniker.

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