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ARTENSCHUTZ Erfolg für Gen-Detektive

aus DER SPIEGEL 5/1999

Walfänger müssen die Verfolgung durch Gen-Fahnder fürchten. Das zeigt eine Untersuchung von zwei Biologen der Harvard University. Die Forscher wiesen mit Hilfe gentechnischer Methoden nach, daß ein 1993 in einem japanischen Kaufhaus erstandenes Stück Walfleisch von einem 1989 bei Island erlegten Tier stammt. Zu diesem Zeitpunkt galt schon das internationale Walfangmoratorium. Die aus dem Fleisch gewonnenen genetischen Daten stimmen mit denen eines als »Nr. 26« katalogisierten 21,5 Meter langen Wals überein, der am 29. Juni 1989 nahe der isländischen Hvalfjördur-Bucht getötet wurde. Das 24 Jahre alte Tier sei Opfer einer Ausnahmeregelung für »Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken« geworden, erläutern die Forscher Frank Cipriano und Stephen Palumbi. Daß sein Fleisch schließlich als Delikatesse feilgeboten wurde, widerspreche zwar dem Geist, aber nicht »dem Buchstaben internationaler Artenschutzabkommen«. Immerhin könne ihre Methode künftig »gerichtsverwendbare Beweise« erbringen, wenn es gelte, illegale Walprodukte zu identifizieren.

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