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MEDIZIN Falscher Mythos vom Ballast-Segen

aus DER SPIEGEL 5/1999

Drei Jahrzehnte lang galt es für Mediziner und Laien als ausgemacht: Ballaststoffreiche Ernährung - viel Obst, Gemüse, Vollkornbrot und Getreidemüsli - mindert das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Der Epidemiologe Denis Parsons Burkitt hatte 1971 diese These darauf gestützt, daß Afrikaner wegen der vielen Ballaststoffe in ihrer Nahrung weit seltener von dem Leiden befallen würden als Amerikaner und Europäer. Eine der größten Studien der Medizingeschichte, die Beobachtung der Krankheitsschicksale von 88 757 US-Krankenschwestern über 16 Jahre, hat Burkitts These nun als unhaltbar entlarvt. Frauen, die nur sehr geringe Mengen Ballaststoffe konsumieren, erkranken demnach sogar eher seltener an Darmkrebs. Einen Trost für Flocken-Produzenten und Müsli-Esser hält die Forschergruppe aus Boston dennoch bereit: Ballaststoffe verringern das Risiko, am Herzen zu erkranken.

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