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Medizintechnik Für Krieg und Frieden

aus DER SPIEGEL 8/1994

Ein militärisches Infrarot-Nachtsichtgerät, das über Entfernungen von bis zu zehn Kilometern feindliche Panzer, Artillerie oder Terroristen orten kann, soll künftig bei Herzoperationen helfen. Die hochempfindliche Infrarotkamera wird über dem Operationstisch installiert und mißt bis in 15 Millimeter Tiefe die Temperaturunterschiede im Gewebe des Patienten. Daraus errechnet ein angeschlossener Computer ("thermal image processing unit") Blutfluß und Blutverteilung in den Arterien und im Herzmuskel und stellt sie als Videobild auf einem Monitor dar. »Erstmals hat der Arzt damit die Möglichkeit, beispielsweise noch während einer Bypass-Operation die Funktion der verpflanzten Gefäßteile zu überprüfen«, erklärte der israelische Ingenieur Menachem Zucker, der den Prototyp der Herzkamera in mehr als dreijähriger Entwicklungszeit aus vorhandener Militärtechnik entwickelt hat. Anschaffungskosten des in Israel bereits erprobten Systems, das diese Woche in Jerusalem vorgestellt wird: rund 300 000 Mark.

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