Zur Ausgabe
Artikel 78 / 124

Fischfangtechnik Gefährdeter Albatros

aus DER SPIEGEL 47/1996

Die kilometerlangen Schleppnetze, mit deren Hilfe die Fangflotten noch vor zehn Jahren ganze Hochseegebiete von allem freiräumten, was sich darin tummelte, wurden inzwischen verboten. Aber die für die Hochseefischerei entwickelte Ersatzmethode, das Fischen mit bis zu 120 Kilometer langen Fangleinen, an denen einige tausend Fanghaken mit Ködern angebracht sind ("Long-Line-Fishing"), richtet nun beträchtliche Schäden unter dem Bestand an Seevögeln, vor allem an Albatrossen, an. Der neuen Fangmethode fallen zwar nicht mehr so viele Delphine, Wale oder andere Meeressäuger zum Opfer wie einst den Schleppnetzen, aber gerade die königlichen Albatrosse, schwarz-weiß gefiederte Langstreckenflieger mit einer Flügelspannweite von bis zu drei Metern, stürzen sich oft auf die mit Haken versehenen Köder und werden in die Tiefe gezogen. Einige tausend der Fischerboote gehen schon jetzt im Atlantik und Pazifik mit den Long-Lines auf Fang. Etwa 40 000 Albatrosse, so schätzen australische Meeresbiologen, fallen ihnen jährlich zum Opfer. Mit der raschen Zunahme von Booten, die mit der Long-Line-Technik ausgerüstet sind, wird nicht nur die Zahl der getöteten Seevögel weiter steigen, auch die Bestände an Heilbutt, Schwert- und Thunfischen, den bevorzugten Fangobjekten der Hochseefischer, sind dann akut gefährdet.

Zur Ausgabe
Artikel 78 / 124
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.