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Gefährliche RoRo-Fähren

aus DER SPIEGEL 21/1990

Wasser und Schwerkraft hatten 1987 die Kanalfähre »Herald of Free Enterprise« innerhalb von 45 Sekunden besiegt: Beim Auslaufen aus dem Hafen von Zeebrugge war Wasser durch die offenen Bugtore der Fähre gedrungen; ruckartig kenterte das Schiff - 193 Passagiere starben. Die Katastrophe von Zeebrugge, warnten nun Experten auf einer Schiffbauer-Tagung in London, könne sich jederzeit wiederholen. Nach Ansicht der Experten ist das Design der sogenannten RoRo-Fähren, bei denen Autos durch Tore ins Fähreninnere rollen ("Roll-on-Roll-off"), fehlerhaft und gefährlich; es sollte schleunigst geändert werden. Bei einem Wassereinbruch in das Fahrzeugdeck, so zeigten Untersuchungen von Schiffbau-Forschungsanstalten an Modellfähren, neigen RoRo-Schiffe zu jähem Umschlagen. Als im August und Dezember letzten Jahres bei Unfällen die Rümpfe der Fähren »Earl Granville« und »Hamburg« im Ärmelkanal aufgerissen wurden, sind die beiden Schiffe, nach einem Bericht des britischen Schiffbauers Kenneth Rawson, nur knapp dem Schicksal der »Herald of Free Enterprise« entgangen, weil das Wasser nicht bis ins Fahrzeugdeck vorgedrungen war.

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