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Sportmedizin Gefahr für Spitzensportler

aus DER SPIEGEL 17/1995

Dreimal hat er die Tour de France gewonnen, zweimal die Weltmeisterschaft der Radprofis - dann mußte Greg LeMond, 33, erfolgreichster US-Radrennfahrer aller Zeiten, seine Karriere plötzlich beenden. Grund für den Rücktritt im Dezember letzten Jahres, so meldete jetzt das amerikanische Wissenschaftsblatt Scientific American, sei die Tatsache gewesen, daß die Zellen von Le-Monds Skelettmuskulatur bei hoher Belastung nicht mehr in der Lage waren, den für die Energieerzeugung notwendigen Sauerstoff aufzunehmen. Es sei das erste Mal, erklärte LeMonds Ärztin Rochelle Taube vom Minneapolis Sports Medicine Center, daß eine sogenannte mitochondrische Myopathie bei einem Spitzensportler diagnostiziert wurde. Meist seien von dieser noch weithin rätselhaften Krankheit befallene Patienten »kaum in der Lage, sich zu bewegen, davon betroffene Kinder müssen sterben« (Taube). Andere amerikanische Sportärzte betrachten Taubes Beschreibung dieser neuen Form einer mitochondrischen Myopathie noch mit Skepsis. Doch laut Taube haben sich mittlerweile drei weitere Ausdauersportler bei ihr gemeldet, die über die gleichen Symptome klagen wie LeMond.

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