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Geklonter Zahnschmelz

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aus DER SPIEGEL 4/1984

Nicht mehr mit Amalgam, Edelmetall oder Kunststoff sollen Zahnärzte in Zukunft Karies-Löcher füllen, sondern mit gentechnisch erzeugtem Zahnschmelz. Biochemiker und Zahnärzte von zwei US-Universitäten berichteten jetzt über erste Schritte in die futuristische Zahnheilkunde: Durch Verpflanzung von Zellkernen konnten sie erstmals ein Gen vervielfältigen ("klonen"), das Baupläne für die Produktion von Zahnschmelz-Substanz enthält. Das im Experiment mit Mäusen gewonnene Gen ist zuständig für die Herstellung eines der vier zahnschmelzbildenden Proteine - auch beim Menschen. Sind auch noch die anderen drei Gene auf diese Weise vervielfältigt, könnten sie zur Massenproduktion von Zahnschmelz-Eiweiß in Hefezellen eingeschleust werden. Karies-Löcher könnten dann mit einer Paste gefüllt werden, die mit dem natürlichen Überzug des Zahnes weitgehend identisch ist.

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