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HANDY Geld am Draht

aus DER SPIEGEL 7/1999

Große Pläne mit kleinen Geräten hat der Handy-Hersteller Motorola. Nächsten Monat will sich die Firma den Titel des kleinsten Funktelefons für einige Zeit sichern. Bei dem futuristischen Klappgerät mit dem wenig eingängigen Namen »V3688« stößt die Miniaturisierung an ihre Grenzen: Noch kleinere Tasten wären kaum mehr zu bedienen. Trotz der Winzigkeit ist das etwa 1600 Mark teure Handy ein Dual-Band-Gerät - seine Besitzer werden sowohl im D-Netz wie auch im E-Netz telefonieren können, wo die Betreiber dies zulassen. Minigeräte wie das V3688 sollen zum Universalbegleiter werden. So können in der U-Bahn von Madrid Fahrgäste ihr Ticket im Rahmen eines Pilotprojekts per Handy bezahlen. Noch in diesem Jahr soll ein ähnlicher Versuch mit einem deutschen Verkehrsverbund gestartet werden. Der Mobilfunkhersteller verhandelt mit Service-Providern, die zum Beispiel den Kauf von Theaterkarten per Telefon anbieten könnten. Zur Abrechnung ließe sich die Information der SIM-Karte nutzen, die das Handy gegenüber dem Funknetz identifiziert. Auch das Aufladen einer Geldkarte in einem Handy ist technisch möglich. Wenn Telefone im Schlüsselanhängerformat erst allgemein üblich sind, würde es sich allerdings anbieten, das Handy auch gleich zur drahtlosen Geldbörse umzufunktionieren.

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