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RECHTSMEDIZIN Genetisches Phantombild für die Verbrecherjagd

aus DER SPIEGEL 45/2000

Kriminalbiologen entwickeln derzeit eine neuartige DNS-Analyse, die Hinweise auf die Ethnie und damit auf die Haut- und Augenfarbe eines Täters liefern soll. Bisher setzt man solche Genanalysen vor allem für die Überführung bereits ermittelter Tatverdächtiger ein: Die Rechtsmediziner gewinnen Erbgut aus Blut, Sperma oder Haaren vom Tatort und vergleichen es mit dem Erbgut des mutmaßlichen Täters. Nun könnte der genetische Fingerabdruck auch zum genetischen Phantombild werden und bei der gezielten Fahndung nach Tätern helfen. »Asiaten, Europäer und Afrikaner wird man auf diese Weise auseinander halten können«, sagt Bernd Brinkmann von der Universität Münster. Rechtsmediziner der Humboldt-Universität in Berlin gaben der Polizei bereits Hinweise über die Ethnie eines Täters. Die Gruppe um Lutz Roewer untersuchte dazu das männliche Y-Chromosom. Einerseits sind die meisten Täter männlich; zum anderen vererbt sich das Y-Chromosom direkt vom Vater auf den Sohn und wird nicht vermischt. Genetische Merkmale von 41 europäischen Bevölkerungsgruppen haben die Berliner schon in ihrer Datenbank gespeichert (http://ystr.charite.de).

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