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BIOTECHNIK Genfood-Test im Gedärm

aus DER SPIEGEL 4/2004

Der Gesetzentwurf von Landwirtschaftsministerin Renate Künast über die Aussaat von gentechnisch veränderten Pflanzen verschärft den Streit um das Hightech-Saatgut. Eine Sorge der Gegner: Eingeschmuggelte Gene aus den Pflanzen schleichen sich ungewollt in Darmbakterien oder das menschliche Erbgut ein, etwa in Dünndarmzellen. Dem britischen Molekularbiologen Harry Gilbert von der University of Newcastle ist es in einer Studie an Menschen nun erstmals gelungen, diesem Problem nachzugehen. Er ließ Patienten mit einem künstlichen Darmausgang genmanipulierte Soja essen und untersuchte dann die verdaute Nahrung, die am Ende ihres Dünndarms aufgefangen wird, auf Spuren der Gen-Sequenz. Sein Ergebnis: »Bis zu 3,7 Prozent der eingeschleusten DNA-Schnipsel überlebten zwar die Passage durch den Verdauungstrakt«, so Gilbert. Ins menschliche Erbgut wurde die Sequenz aber nicht eingebaut.

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