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Atomreaktoren Gentest in atomarem Umfeld

aus DER SPIEGEL 24/1994

Um den angeschlagenen Ruf der englischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield zu retten, will der Betreiber British Nuclear Fuels (BNFL) das Erbgut von rund 10 000 Neugeborenen in der Region im Nordwesten Englands untersuchen lassen. Umgerechnet rund eine dreiviertel Million Mark stellt die Firma den Forschern John Burn und Louise Parker von der University of Newcastle upon Tyne in den nächsten drei Jahren für diese wohl bislang umfangreichste genetische Reihenuntersuchung zur Verfügung. BNFL erhofft sich von dem auf fünf Jahre angelegten Forschungsprojekt den Nachweis, daß die Strahlenbelastung der Sellafield-Arbeiter nicht für die mysteriöse Häufung von Kinder-Leukämie verantwortlich ist. Der Konzern möchte nachweisen, daß es in der genetischen Ausstattung keinen Unterschied gebe zwischen Kindern, deren Väter in Sellafield beschäftigt sind, und allen anderen Kindern in der Region. Das Forschungsvorhaben ist im Prinzip bereits vom zuständigen Ethikkomitee genehmigt worden. Um die Teilnahmebereitschaft zu erhöhen, zeigt ein Video den betroffenen Eltern, auf welche Weise die Geninformation ihrer Kinder ausgewertet werden soll.

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