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Zeitmessung Gewinn an der Jahreswende

aus DER SPIEGEL 1/1996

Für die primitivsten Lebewesen, die vor 600 Millionen Jahren auf der Erde lebten, währte der Tag noch 21 Stunden. Bei den Sauriern, 400 Jahrmillionen später, waren es - weil die Erde sich immer langsamer dreht - schon 23 Stunden. Verglichen damit ist der Zugewinn für die Menschen an der Jahreswende 1995/96 eher gering - eine volle Sekunde. Die verlängernde Schaltsekunde wird in der Zone der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) am Neujahrstag um 0 Uhr 59 Minuten und 59 Sekunden eingefügt. Die Umstellung erfolgt synchron in den weltweit 45 Zeitinstituten. Die Koordinierung übernahm ein in Paris ansässiges Büro, das die astronomisch vermessenen Ergebnisse der Erdrotation auswertet. Beeinflußt wird die Umdrehung der Erde durch die Gezeitenkräfte des Mondes, die Stärke der polaren Eiskappen und das Wechselspiel zwischen dem erstarrten Mantel und dem flüssigen Kern des Planeten Erde.

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Tabelle: Veränderung der Tageslänge in tausendstel Sekunden

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