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PSYCHOLOGIE Gib den Affen Autos

aus DER SPIEGEL 52/2002

Wenn Mädchen sich zu Weihnachten über Puppen, Jungen hingegen über Lokomotiven freuen, ist das nicht allein eine Frage menschlicher Erziehung. Die Vorliebe für unterschiedliches Spielzeug müsse vielmehr angeboren sein, schließen Melissa Hines von der britischen City University of London und Gerianne Alexander von der amerikanischen Texas A&M University aus einem Versuch mit einer Affenart. Die beiden Psychologinnen bescherten einer Gruppe Grüner Meerkatzen verschiedenes Spielzeug zur Auswahl. Während die Männchen sich begeistert auf Autos und Bälle stürzten, beschäftigten sich die Weibchen wonnevoll mit Puppen und Kochtöpfen. An neutralen Spielsachen wie Bilderbüchern und Stofftieren zeigten beide gleichermaßen Interesse. Die Forscherinnen folgern daraus, dass der Hang von Kindern zu unterschiedlichen Spielsachen evolutionär bedingt ist. Die klassischen Jungenspielzeuge hätten gemeinsam, dass man sich mit ihnen durch einen Raum bewegen müsse - sie erinnerten an die traditionellen Navigationsleistungen des jagenden Säugetiers. Mädchenspielzeug knüpfe an die traditionelle Weibchenrolle des Hegens und Pflegens an.

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