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Giftiger Goldrausch

aus DER SPIEGEL 40/1988

Der seit mehr als einem Jahrzehnt andauernde Goldrausch in dem brasilianischen Staat Rondonia hat zu einer erheblichen Quecksilberverseuchung flußnaher Gebiete im Amazonasbecken geführt. Zu diesem Ergebnis kam ein brasilianisch-amerikanisches Wissenschaftlerteam, das den Madeira-Fluß, einen der wichtigsten Amazonaszuflüsse, bereist hat und dabei Flußsedimente, Pflanzen und Fische, aber auch Haare der Anwohner auf ihren Quecksilbergehalt untersuchte. Die Forscher fanden in einigen weit verbreiteten Nahrungsfischen Quecksilberkonzentrationen, die weit über dem von der WHO festgelegten Grenzwert lagen. Wie die Wissenschaftler in der jüngsten Ausgabe der schwedischen Umweltzeitschrift »Ambio« berichten, ist dies die Folge des vermehrten Goldabbaus in dem am Oberlauf des Madeira-Flusses gelegenen Staat Rondonia. Die Jahres-Goldproduktion, die dort 1974 noch vier Kilogramm betragen hatte, lag zehn Jahre später bereits bei 3600 Kilogramm. Die brasilianischen Goldgräber verwenden das giftige Quecksilber, um die ersehnten Goldpartikel von anderen Mineralien abzutrennen.

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