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UMWELT Gütesiegel für Tropenholz?

aus DER SPIEGEL 30/2005

Eines der größten und umstrittensten Holzunternehmen Zentralafrikas, die Congolaise Industrielle des Bois (CIB), versucht derzeit, seine Tropenholzproduktion im Kongobecken mit einem Öko-Gütesiegel veredeln zu lassen. Das von Umweltverbänden wie dem WWF unterstützte Label des »Forest Stewardship Council« (FSC) soll Verbrauchern Holz aus umwelt- und sozialverträglich bewirtschafteten Wäldern garantieren. Schon im Herbst dieses Jahres könnte die FSC-Prüfung für ein Teilgebiet der 1,3 Millionen Hektar großen CIB-Konzession in der Republik Kongo erfolgen. Während Greenpeace, einst erbitterter Gegner der CIB, der Firma bescheinigt, inzwischen beispielsweise »die Einbindung der lokalen und indigenen Bevölkerung zu verbessern«, halten andere Umweltverbände die Probleme für ungelöst. »Völlig ungerechtfertigt« sei die mögliche Label-Vergabe an die CIB, sagt etwa Reinhard Behrend vom Hamburger Verein »Rettet den Regenwald": »Wir befürchten, dass hier beide Augen zugedrückt werden, um für Kampagnen erstmals ein angeblich gutes Beispiel aus Afrika präsentieren zu können.« In der Vergangenheit hatten Umweltverbände der CIB vorgeworfen, die Rechte der in dem Gebiet beheimateten Pygmäen zu missachten, den Handel mit Buschfleisch zu befördern und den Urwald rücksichtslos kahl zu schlagen.

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