+++ News-Update +++ New York will Restaurants und Einzelhandel öffnen

Wenn alles gut geht, dürfen Menschen in New York ab Montag wieder auswärts essen und shoppen. Die Stadt Magdeburg schließt eine weitere Schule. Und: Die Türkei verhängt für Samstag eine Ausgangssperre. Der Überblick.
Geschlossenes Lokal in New York: Phase zwei von vier ist in Sicht

Geschlossenes Lokal in New York: Phase zwei von vier ist in Sicht

Foto: Mark Lennihan/ dpa

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TUIfly bringt Flottenverkleinerung und Stellenabbau voran

20.20 Uhr: Der Ferienflieger TUIfly kann zahlreiche Flugzeuge abstoßen und mehrere Hundert stellen streichen. Der Aufsichtsrat der Airline habe dem Vorstand das Mandat erteilt, dazu Verhandlungen mit Betriebsräten und Gewerkschaften aufzunehmen, teilte das Unternehmen mit.

Nach Informationen der Gewerkschaft Verdi soll es wegen der Folgen der Corona-Krise künftig nur noch 17 Maschinen geben. Zur Zahl der akut bedrohten Arbeitsplätze gab es zunächst keine Angaben - zuletzt war von möglicherweise bis zu 900 Vollzeitstellen die Rede.

Bei einem Abbau gelte jedoch eine bestehende Beschäftigungssicherung, die für die gesamte TUI Group in Deutschland betriebsbedingte Kündigungen mit Wirkung vor Ende 2021 ausschließt, sagte Airline-Chef Oliver Lackmann.

Der Druck in der gesamten Luftverkehrs- und Touristikbranche sei angesichts des so gut wie ausgefallenen Geschäfts der letzten drei Monate so hoch, dass man jetzt handeln müsse, sagte Lackmann in einer Ansprache an die Mitarbeiter. Die TUIfly-Flotte sei für die Kundenzahl zu groß Aufgabe der Airline ist es vor allem, als Zubringer für TUI-Kunden zu agieren.

New York City will Restaurants und Einzelhandel öffnen

19.35 Uhr: In der Millionenmetropole New York gelten voraussichtlich von Montag an lockerere Regeln im Umgang mit der Corona-Pandemie. Die aktuellen Daten sähen so aus, als könne die Stadt in Phase zwei der Lockerungen übergehen, sagte Bürgermeister Bill de Blasio. In dieser zweiten von vier Phasen sind unter anderem die Arbeit in Büros und der Verkauf für Publikumsverkehr im Einzelhandel wieder erlaubt. Die rund 27.000 Restaurants der Stadt dürfen im Außenbereich Gäste bedienen, Friseurläden auf der Hälfte der maximal möglichen Plätze arbeiten. Überall gelten weiterhin Abstandsregeln und Hygienevorschriften.

Der Gouverneur des Bundesstaats, Andrew Cuomo, zeigte sich ebenfalls optimistisch, dass New York City nahezu sicher auf dem Weg zu weiteren Lockerungen sei. Er behielt sich aber eine definitive Aussage für Freitag vor. Gleichzeitig kündigte Cuomo an, dass der Bundesstaat die Zahl der Mitarbeiter erhöhe, die in Gaststätten die Einhaltung geltender Regeln überprüfe. Ein sofortiger Entzug von Schanklizenzen könne die Folge sein, sagte Cuomo. Seit einigen Tagen hatte es vermehrt Berichte von Bars und Restaurants gegeben, die bereits jetzt Außenbestuhlung aufgestellt hatten und Gästen ohne Maske Verzehr und Trinken vor den Gaststätten erlaubt hatten.

Der Anteil positiver Tests im Bundesstaat New York liege nur noch bei 0,9 Prozent, sagte Cuomo - ein Zeichen, dass es sehr viel weniger unentdeckte Ansteckungen als noch vor einigen Wochen gibt. New York war lange das Zentrum der Pandemie in den USA und weltweit gewesen, hatte zuletzt aber seine Fallzahlen massiv senken können. Im Bundesstaat New York sterben aktuell täglich rund zwei Dutzend Menschen an den Folgen von Covid-19, zu Hochzeiten waren dies teils bis zu 800 Menschen gewesen. Der Reproduktionswert liegt derzeit bei rund 0,8 und zählt damit zu den niedrigsten in den USA.

Türkische Behörden erlassen sechsstündige Ausgangssperre für Samstag

18.45 Uhr: Wegen der anstehenden Aufnahmeprüfungen für das Gymnasium in der Coronakrise haben die türkischen Behörden eine sechsstündige landesweite Ausgangssperre für Samstag erlassen. Sie gelte zwischen 9 und 15 Uhr Ortszeit, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf eine Mitteilung des Innenministeriums. Am 27. und 28. Juni gelte wegen Aufnahmeprüfungen für die Universität ebenfalls eine mehrstündige landesweite Ausgangssperre.

Gesundheitsminister Fahrettin Koca sagte, die Maßnahme werde erlassen, damit die Straßen insbesondere vor Beginn und nach Ende der Prüfungen nicht voll seien. Ausgenommen von dem Ausgehverbot seien Begleitpersonen der Schüler sowie Reisende, die bereits ein Ticket erworben hätten. Zudem blieben Supermärkte und Bäckereien geöffnet.

Die Türkei hatte wegen der Coronakrise seit April regelmäßig Ausgangssperren übers Wochenende für ausgewählte Städte und Provinzen wie Ankara und Istanbul erlassen. Am vergangenen Wochenende gab es erstmals kein Ausgehverbot.

Mindestens 730 Infizierte nach Corona-Ausbruch bei Tönnies

18.25 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch beim Schlachtereibetrieb Tönnies im westfälischen Rheda-Wiedenbrück gibt es jetzt 730 registrierte Neuinfektionen. Das sagte ein Sprecher des Kreises Gütersloh. Am Vorabend lag dieser Wert noch bei 657. Ausgewertet wurden 1106 Ergebnisse eines von den Behörden angeordneten Reihentests, der am Donnerstag fortgesetzt wurde. Im Tönnies-Stammwerk in Rheda-Wiedenbrück müssen in den nächsten Tagen noch rund 5300 Mitarbeiter getestet werden. Lesen Sie hier mehr zu dem Fall.

Stadt Magdeburg schließt weitere Schule und Freizeiteinrichtungen

18.00 Uhr: Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus in Magdeburg zu bremsen, schließt die Stadt eine weitere Grundschule sowie mehrere Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche. In der Grundschule Westerhüsen sei ein Mitarbeiter positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, der im gesamten Gebäude Reinigungsarbeiten verrichtet habe, teilte die Stadt mit. Die Grundschule werde daher von Freitag an bis zum 3. Juli geschlossen.

Es ist die elfte Schule in der Stadt, die wegen des Corona-Ausbruchs geschlossen wird. Geschlossen werden zudem vorsorglich bis zum 1. Juli sieben Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche. Dort hätten sich viele Kinder und Jugendliche aus Familien aufgehalten, in denen das Virus nachgewiesen worden sei. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, teilte die Stadt mit.

Inzwischen 85 Corona-Infektionen in Berliner Wohnblöcken

17.48 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen in den unter Quarantäne gestellten Wohnblöcken in Berlin-Neukölln ist weiter gestiegen. Dem Ausbruch werden nun 85 Fälle zugerechnet, wie der Bezirk mitteilte . Das sind 15 Fälle mehr als am Vortag bekannt waren. Unter den Infizierten seien 36 Kinder und Jugendliche, hieß es. 75 Kisten mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln seien zur Versorgung erster Haushalte verteilt worden.

Mit einem weiteren Anstieg der Fallzahl wird gerechnet, da noch Tests bei Bewohnern der betroffenen Häuser laufen. Bisher wurden in dem Zusammenhang laut Bezirksstatistik 440 Tests vorgenommen. Neukölln hat knapp 370 Haushalte an sieben Standorten unter Quarantäne gestellt, um eine Ausbreitung von Sars-CoV-2 zu verhindern. Pro Haushalt leben einer bis zehn Bewohner - die genaue Zahl der Betroffenen ist nach Bezirksangaben unbekannt.

Aufgefallen war der Ausbruch am 5. Juni. Vermutet wird, dass er in Zusammenhang mit einer christlichen Gemeinde steht, deren Pfarrer an Covid-19 erkrankte. Unter den Gemeindemitgliedern seien zahlreiche Infizierte, sie hätten auch an einem Gottesdienst teilgenommen, hieß es. Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) hatte betont, der Ausbruch betreffe die "Schwächsten der Gesellschaft", für sie sei die Situation eine "Katastrophe".

Djokovic wehrt sich nach Tennisturnier mit Zuschauern

17.15 Uhr: Der Tennis-Weltranglisten-Erste Novak Djokovic hat sich gegen Kritik an der Austragung der von ihm initiierten Show-Wettkämpfe gewehrt. "Den Regeln und Maßnahmen, die von den Institutionen der Regierung und der öffentlichen Gesundheit festgelegt wurden, sind wir vom ersten Tag an gefolgt. Wir haben die Linien nicht überschritten", sagte der Serbe dem Sender Eurosport.

Die erste Station der Adria-Tour, an der auch der Hamburger Alexander Zverev teilnahm, hatte am vergangenen Wochenende vor Zuschauern stattgefunden. Vom Einhalten von Abstandsregeln war auf vielen Bildern nichts zu sehen gewesen. Auch ein Partyvideo mit Djokovic sorgte für Aufmerksamkeit. "Es ist nicht einfach, den Leuten zu erklären, dass die Situation in den USA oder in Großbritannien eine komplett andere ist als in Serbien oder den umliegenden Ländern", sagte der 33-Jährige.

Frühindikatoren erholen sich leicht von Absturz

16.31 Uhr: Die konjunkturellen Aussichten in den USA haben sich etwas verbessert. Der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren stieg im Mai um 2,8 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das private Forschungsinstitut Conference Board in Washington mitteilte. Analysten hatten einen etwas schwächeren Zuwachs um 2,6 Prozent erwartet. In den beiden Monaten zuvor war der Sammelindikator dagegen abgestürzt. Ausschlaggebend waren die drastischen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Der Sammelindex setzt sich aus zehn Indikatoren zusammen. Dazu zählen unter anderem die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Neuaufträge in der Industrie, das Verbrauchervertrauen und die Baugenehmigungen. Die Indikatoren geben einen Eindruck über den Zustand der US-Wirtschaft.

1,5 Millionen neue Arbeitslosenanträge in den USA

15.27 Uhr: Die Coronakrise hat in den USA weiter erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. In der Woche bis einschließlich 13. Juni stellten erneut rund 1,5 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Die Zahl der Vorwoche korrigierte das Ministerium von rund 1,54 Millionen Anträgen auf 1,57 Millionen nach oben.

Seit der weitgehenden Stilllegung der Wirtschaft zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus Mitte März verloren mehr als 40 Millionen Menschen in den USA zumindest zeitweise ihre Jobs. In der Folge schnellte die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in schwindelerregende Höhe: Phasenweise wurden innerhalb einer Woche mehr als sechs Millionen Erstanträge verzeichnet.

Die aussagekräftigere Arbeitslosenquote wird nur einmal im Monat veröffentlicht. Nach dem dramatischen Einbruch der US-Wirtschaft war sie im Mai von 14,7 Prozent im Vormonat auf 13,3 Prozent zurückgegangen.

Kreuzfahrtriese Carnival verliert mehr als vier Milliarden in einem Quartal

15.11 Uhr: Der von der Coronakrise stark getroffene US-Kreuzfahrtkonzern Carnival gerät noch tiefer in die roten Zahlen als befürchtet. Im zweiten Quartal häufte sich ein Nettoverlust in Höhe von 4,4 Milliarden Dollar (3,9 Mrd Euro) an, wie das Unternehmen auf Basis vorläufiger Ergebnisse in Miami mitteilte. Vor einem Jahr hatte Carnival noch 451 Millionen Dollar verdient. Der Umsatz sank von 4,8 Milliarden auf 700 Millionen Dollar. Damit wurden die ohnehin schon schwachen Markterwartungen verfehlt. Die Aktie reagierte vorbörslich zunächst mit starken Kursverlusten.

Die Coronakrise hat den Tourismus-Giganten, zu dem auch der deutsche Kreuzfahrtanbieter Aida Cruises gehört, in große Probleme gebracht. Der Branchenriese war durch Coronavirus-Ausbrüche auf einigen seiner Schiffe schon recht früh in die Schlagzeilen geraten und wurde so zu einem Symbol der Krise. Im April stieg der Saudi-Staatfonds PIF mit gut acht Prozent zum Schnäppchenpreis bei Carnival ein und lieferte eine dringende Finanzspritze. Der Konzern steht wegen seines Vorgehens bei den Ausbrüchen auf seinen Schiffen in der Kritik. Ein US-Kongressausschuss prüft bereits Fehlverhalten.

Scheidungsrate könnte durch Coronakrise stark ansteigen

14.51 Uhr: Infolge der Coronakrise könnte sich laut einer Erhebung die Scheidungsrate in Deutschland deutlich erhöhen. Im Wesentlichen gebe es zwei Gruppen von Scheidungswilligen, erklärte Rechtsanwältin Alicia von Rosenberg, in deren Auftrag eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey erfolgte. Dies seien einerseits Paare, die sich wegen des räumlichen Einschlusses zu einer Scheidung entschlossen hätten. Andere lebten bereits länger getrennt und hätten nun durch das Innehalten während der Krise diese Entscheidung getroffen.

Die Nachfrage in den Rechtsanwaltskanzleien habe bereits stark zugenommen, erklärte Rosenberg. Laut der Umfrage fassten zwischen Ende März und Ende Mai 2,2 Prozent der Befragten die Entscheidung, sich scheiden zu lassen. Im gleichen Zeitraum seien es 2018 nur 0,42 Prozent aller Verheirateten gewesen. Die meisten Eheleute gingen dabei "besonnen miteinander um", erklärte Rosenberg. Beratungsbedarf bestehe häufig dennoch. Civey befragte am 9. und 10. Juni 2500 verheiratete Menschen.

Dortmund testet Wärmebildkameras und Abstandsmaßnahmen auf der Tribüne

14.25 Uhr: Im Dortmunder Westfalenstadion soll getestet werden, ob Fußballspiele künftig trotz anhaltender Corona-Gefahr wieder mit Zuschauern stattfinden können. Dafür werden vor dem letzten Bundesliga-Saisonspiel des BVB am 27. Juni gegen Hoffenheim (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL.de; TV: Sky) spezielle Wärmebildkameras an den Stadioneingängen installiert. So soll die Körpertemperatur der noch wenigen Personen vor Eintritt ins Stadion gemessen werden. Zudem soll mithilfe von 3D-Sensoren ermittelt werden, ob im Tribünenblock die Abstandsregel eingehalten wird.

"Es wäre ja fahrlässig, wenn wir uns nicht schon jetzt darauf vorbereiten würden, dass Zuschauer wieder zugelassen werden können. Ob die eingesetzte Technik am Ende zielführend und hilfreich sein wird, müssen wir abwarten", sagte BVB-Marketingchef Carsten Cramer den "Ruhr Nachrichten". Die Bundesliga-Klubs hoffen darauf, mit Beginn der neuen Saison zumindest einen Teil der Zuschauer empfangen zu dürfen.

Klöckner kritisiert Zustände in der Fleischwirtschaft

14.12 Uhr: Bundesagrarministerin Julia Klöckner dringt auf Konsequenzen aus dem erneuten größeren Corona-Ausbruch in der Fleischwirtschaft beim Marktführer Tönnies. "Hunderte von Infektionen in einem Betrieb. Diese Zustände sind nicht haltbar", sagte die CDU-Politikerin. Es sei richtig, Infektionsursachen am Arbeitsplatz und in Unterkünften nun gründlich zu untersuchen. Klöckner bekräftigte Pläne der Bundesregierung für grundlegende Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in der Fleischbranche.

Nach einem Corona-Ausbruch mit mehr als 650 Infizierten in der Belegschaft muss Tönnies seinen Hauptproduktionsbetrieb in Rheda-Wiedenbrück in Westfalen bis auf Weiteres herunterfahren.

Bielefeld schickt Schulkinder von Tönnies-Mitarbeitern nach Hause

13:59 Uhr: Der Anstieg von Corona-Infizierten im benachbarten Kreis Gütersloh hat Folgen für die Menschen in Bielefeld: Nach Angaben der Stadt wurden am Donnerstag die Schulen und Kitas darüber informiert, dass die Kinder von Tönnies-Beschäftigen nach Hause geschickt werden müssen. Andere Kinder aus dem Kreis Gütersloh betrifft diese Maßnahme nicht, wie die Stadt mitteilte.

Nach Informationen von "Radio Bielefeld" hat auch das Klinikum Bielefeld reagiert: Es schließt als Reaktion auf die gestiegenen Fallzahlen bei Tönnies seine drei Häuser für Besucher und macht damit zwischenzeitige Lockerungen der Corona-Regeln rückgängig.

Ausgelassene Pokalparty in Neapel sorgt in Italien für Ärger

13.45 Uhr: Feierszenen nach dem Pokalsieg der SSC Neapel haben in Italien Kritik hervorgerufen. Nach dem Sieg im Elfmeterschießen gegen Juventus drängelten sich in der süditalienischen Stadt am späten Mittwochabend Menschenmassen zum Feiern auf Straßen und Plätzen. Eigentlich gelten in Italien noch strenge Abstandsregeln, doch im Freudenrausch über den 4:2-Sieg im Elfmeterschießen gegen Juventus Turin vergaßen etliche Fans die Warnungen.

Von einem "unglücklichen" Schauspiel sprach Ranieri Guerra von der Weltgesundheitsorganisation WHO im Sender Rai: "Es tut weh, solche Bilder zu sehen." Man könne von Glück reden, dass die Feier in Neapel und nicht in Norditalien stattgefunden habe. Dort grassierte das Coronavirus im Gegensatz zum Süden sehr stark. Neapels Bürgermeister Luigi de Magistris sagte dagegen: "Gestern Abend hat die Ansteckung der Freude gewonnen."

Als ein Grund für die dramatische Ausbreitung des Virus in Norditalien gilt auch das Champions-League-Spiel zwischen Atalanta Bergamo und Valencia, nach dem Zehntausende Fans aus Bergamo die ganze Nacht gefeiert hatten. Bergamo war danach einer der Hotspots in der Krise. Die Serie A geht nach der langen Corona-Pause am Samstag weiter.

Fast 500 Gesundheitsmitarbeiter in Russland gestorben

13.34 Uhr: In Russland sind nach Behördenangaben fast 500 Mitarbeiter des Gesundheitswesens an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. 489 Mitarbeiter seien durch die Pandemie verloren, sagte die Leiterin der nationalen Gesundheitsaufsicht, Anna Samojlowa, der Staatsagentur Tass zufolge in Moskau. Die Zahl ist höher als die unabhängiger Quellen, die lange Zeit mehr Todesfälle als die Behörden öffentlich gemacht hatten. Noch Ende Mai hatte das Gesundheitsministerium von lediglich 101 Toten gesprochen.

Immer wieder hatte medizinisches Personal miserable Schutzausrüstung in Krankenhäusern beklagt. Viele Mediziner machten in Videoaufnahmen Missstände öffentlich, die dazu führten, dass sich Personal in Kliniken nicht oder nur unzureichend bei der Behandlung von Corona-Patienten schützen konnte. Eine Initiative von Ärzten wandte sich Anfang Juni in einem Brief an die Regierung, um auf die lebensgefährlichen Zustände hinzuweisen.

Medien berichteten, dass das Ausmaß der Krise in den Krankenhäusern unüberschaubar sei, weil viele aus Angst vor Nachteilen im Beruf lieber schwiegen. Auch die Behandlung von Ärzten und Pflegern auf improvisierten Krankenlagern löste in den sozialen Netzwerken Entsetzen aus. Die Beamtin Samojlowa räumte bei einer Videoschalte ein, dass Russlands Gesundheitswesen am Anfang nicht auf die Pandemie vorbereitet gewesen sei. Inzwischen gebe es kaum noch Beschwerden.

Spanische Regierung beschließt Milliardenhilfen für Tourismusbranche

13.15 Uhr: Die spanische Regierung hat ein Hilfspaket in Höhe von 4,26 Milliarden Euro für die von der Coronakrise besonders getroffene Tourismusbranche beschlossen. Allein 2,5 Milliarden seien für Bürgschaften vorgesehen, erklärte der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez in Madrid. Mit 850 Millionen wolle man die Nachhaltigkeit und die Digitalisierung des für Spanien lebenswichtigen Sektors fördern. Außerdem werde man unter anderem Marketingkampagnen finanzieren.

"Es ist dringend nötig, dass diese Projekte schnell in Gang gesetzt werden", sagte der Regierungschef. Spanien biete nachhaltigen und sicheren Tourismus. Die schlimmste Phase der Pandemie habe das Land hinter sich. "Wir sind nun davon überzeugt, dass wir vereint die wirtschaftliche Erholung angehen werden. Spanien wird weiterhin den internationalen Tourismus anführen."

Der Sektor trägt mehr als zwölf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt Spaniens bei. In den vergangenen Tagen hatten Branchenvertreter von Madrid "mutige Maßnahmen" verlangt. Der Reiseunternehmer-Verband Exceltur befürchtet für dieses Jahr aufgrund der Pandemie Verluste von insgesamt rund 80 Milliarden Euro. Am schlimmsten betroffen sind dieser Schätzung zufolge die Balearen-Inseln, wo der Tourismus dieses Jahr Einnahmeeinbußen von mehr als 67 Prozent im Vergleich zu 2019 erleiden könnte.

Robert Tönnies fordert nach Corona-Ausbruch in Schlachtbetrieb Rücktritt seines Onkels

12.35 Uhr: Der Corona-Ausbruch bei Deutschlands größtem Schlachtbetrieb Tönnies führt zur nächsten Runde des seit Jahren schwelenden Streits der Inhaber: Robert Tönnies fordert in einem Brief nun den Rücktritt seines Onkels Clemens Tönnies aus der Geschäftsleitung. In dem Schreiben vom 17. Juni wirft Robert Tönnies der Geschäftsleitung und dem Beirat des Konzerns unverantwortliches Handeln sowie die Gefährdung des Unternehmens und der Bevölkerung vor. Über die Forderung hatte zuvor das manager magazin berichtet.

Der Sohn des verstorbenen Firmengründers Bernd Tönnies wirft der Geschäftsleitung und dem kontrollierenden Beirat vor, seit 2017 geltende Unternehmensleitsätze zur Abschaffung von Werkverträgen nicht umzusetzen. Er sei mit seinen Hinweisen und Vorstößen stets abgeblockt worden, heißt es in dem Brief. Robert Tönnies hält wie sein Onkel Clemens 50 Prozent an dem Unternehmen. Seit Jahren streiten sich die beiden um die Führung und Ausrichtung des Konzerns.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass es unter den Mitarbeitern des Schlachtbetriebs in Ostwestfalen zu einem großen Ausbruch von Corona-Infizierten gekommen ist. Nach der Ursache wird derzeit noch gesucht. Der Kreis Gütersloh ordnete Quarantäne für die Betroffenen an und schloss bis zu den Sommerferien erneut als Vorsichtsmaßnahme Schulen und Kindergärten.

Göttingen stellt Gebäudekomplex mit 700 Bewohnern unter Quarantäne

12.19 Uhr: Bei einem neuerlichen Ausbruch haben sich in einem Göttinger Hochhaus etwa 100 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Der Gebäudekomplex wird vollständig unter Quarantäne gestellt, teilte die Stadt mit. Von der Maßnahme seien knapp 700 Bewohner betroffen.

Zunächst waren in dem Wohnkomplex zwei Infektionen bekannt geworden, daraufhin hatte die Stadt am Montag und Dienstag ein mobiles Testzentrum mit Bussen für die Bewohner eingesetzt. Insgesamt wurden knapp 700 Menschen getestet, zum Teil auch von außerhalb des Komplexes. Etwa 60 weitere Testergebnisse liegen noch nicht vor.

Bereits Anfang Juni hatte es einen Corona-Ausbruch in einem Göttinger Hochhaus gegeben. Unter den Infizierten waren viele Schulkinder, daraufhin waren die Schulen in der Stadt geschlossen worden. Die Stadt war davon ausgegangen, dass Regelverstöße bei Privatfeiern anlässlich des Zuckerfestes die Ursache für den Ausbruch sind.

China riegelt Bezirk nahe Peking ab

11.30 Uhr: Nach dem erneuten Corona-Ausbruch in Peking sind die Reisebeschränkungen auf die Umgebung der chinesischen Hauptstadt ausgeweitet worden. Die Behörden riegelten den angrenzenden Bezirk Anxin mit seinen rund 460.000 Einwohnern weitgehend ab. Fahrten hinein und aus dem Gebiet hinaus wurden weitgehend untersagt.

Wie staatliche Medien berichteten, dürfen nur Fahrzeuge hinein, die zur grundlegenden Versorgung benötigt werden. Andere Fahrzeuge benötigten dafür eine Sondergenehmigung. Der Bezirk liegt rund 150 Kilometer südwestlich von Peking.

Bereits am Dienstag hatten die Behörden verfügt, dass Pekings rund 21 Millionen Einwohner auf nicht notwendige Reisen verzichten müssen. Bewohner von Risikogebieten dürfen die Stadt auf keinen Fall verlassen. Am Mittwoch strichen die Pekinger Flughäfen zwei Drittel aller Flüge.

Coronakrise löst Boom bei Firmenkrediten aus

10.59 Uhr: Die Coronakrise führt laut einer Studie der KfW zu einem Boom bei Unternehmenskrediten. Allein im zweiten Quartal erwartet die staatliche Förderbank einen Zuwachs von zehn Prozent, wie eine Studie zeigt. "Die Corona-Pandemie und die mit ihr verbundenen Beeinträchtigungen der Wirtschaftsaktivität hinterlassen bereits im ersten Quartal deutliche Spuren - und werden bis zum Ende des Jahres die Entwicklung am heimischen Unternehmenskreditmarkt dominieren", erklärte KfW-Chefökonomin Fritzi Köhler-Geib. In den ersten drei Monaten 2019 wuchs das Neugeschäft bei Krediten an Firmenkunden um 7,3 Prozent, das war ungefähr doppelt so viel wie im Schlussquartal 2019.

Die Unternehmen fragten vor allem Darlehen mit kurzen Laufzeiten nach. Längerfristige Kredite für die Finanzierung von Investitionsprojekten hätten dagegen kaum zugenommen. Dies zeige, dass die Firmen bei der Abdeckung von Corona-bedingten Umsatzausfällen Hilfe bräuchten. "Der Finanzierungsbedarf der Unternehmen zur Überwindung des Schocks nimmt weiter zu und im gleichen Zug die Nachfrage nach Bankkrediten als wichtigstem Fremdfinanzierungsinstrument", sagte Köhler-Geib.

Eine Kreditklemme befürchtet die KfW trotz der hohen Nachfrage nicht. Banken seien zwar durch die Pandemie auch enormen Belastungen ausgesetzt, aber sie seien in einer vergleichsweise guten Ausgangsposition mit Blick auf ihre Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung. Zudem würden die regulatorischen Entlastungen helfen. Darüber hinaus stellt die KfW Kredite für Unternehmen und Selbstständige zur Verfügung, bei denen der Bund teilweise vollständig das Ausfallrisiko trägt. Bislang wurden bei der KfW in der Coronakrise Hilfsdarlehen im Volumen von 47 Milliarden Euro beantragt.

IfW rechnet mit einer Million zusätzlichen Arbeitslosen

10.26 Uhr: Die Coronakrise wird nach Schätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) zu einem Einbruch der Wirtschaftsleistung in 2020 um 6,8 Prozent führen. Die Kurzarbeit könne die starken Rückgänge der Produktion nur zum Teil abfedern, daher werden in der Spitze rund eine Million zusätzliche Arbeitslose erwartet, schreibt das Institut in seiner Konjunkturprognose. "Der Tiefpunkt der Krise liegt hinter uns", sagte IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths. "Das ist noch keine Entwarnung, denn der Tiefpunkt war extrem tief." Im zweiten Quartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt um 12 Prozent geschrumpft sein. Die Coronakrise sei für den schärfsten Wirtschaftseinbruch seit Bestehen der Bundesrepublik verantwortlich.

Im zweiten Halbjahr erwarten die Forscher, dass die Produktion wieder etwas kräftiger anzieht. Die zeitweise Senkung der Mehrwertsteuer könnte zu Vorzieheffekten besonders bei langlebigen Konsumgütern führen, was jedoch im nächsten Jahr eher dämpfende Effekte nach sich ziehen werde. Insgesamt rechnet das IfW mit einem Wachstum von 6,3 Prozent im nächsten Jahr.

Kritisch sehen die IfW-Experten das Konjunkturprogramm der Bundesregierung. Der Wirtschaftseinbruch sei maßgeblich auf einen Rückgang der privaten Konsumausgaben aufgrund mangelnder Möglichkeiten zurückzuführen. Im ersten Halbjahr habe sich Kaufkraft in Höhe von 80 Milliarden Euro aufgestaut, auf Jahressicht sogar 130 Milliarden Euro. Das komme in einem sprunghaften Anstieg der Sparquote zum Ausdruck, die im zweiten Quartal auf einem Allzeithoch von 23 Prozent lag und auf Jahressicht 17,3 Prozent betragen dürfte, nach 10,9 Prozent 2019. "Diese Kaufkraft wird sich in Konsumnachfrage entladen, sobald es die Umstände wieder erlauben", sagte Kooths. "Anschieben muss man den Konsum nicht, es reicht, dass sich die Bremsen lösen."

Merkel fordert EU zu engerer Zusammenarbeit in Coronakrise auf

09.57 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in der Coronakrise eine engere Zusammenarbeit in der Europäischen Union eingefordert. "Kein Land kann die Krise isoliert und allein bestehen", sagte Merkel in einer Regierungserklärung zur anstehenden deutschen EU-Ratspräsidentschaft im Bundestag.

Noch nie seien Solidarität und Zusammenhalt in Europa so wichtig gewesen. Die Pandemie habe offengelegt, wie fragil das europäische Projekt noch sei. Erste Reflexe, auch in Deutschland, seien eher national und nicht durchgehend europäisch gewesen. Dies sei unvernünftig gewesen.

Merkel verteidigte erneut die weitreichenden Einschränkungen von Freiheitsrechten zur Eindämmung des Coronavirus, auch wenn dies ein sehr hoher Preis gewesen sei und kritische Diskussionen ausgelöst habe. Die Maßnahmen seien aber unverzichtbar gewesen. Manche Maßnahmen wie der Mindestabstand seien es weiterhin.

NRW-Gesundheitsminister fordert Generalunternehmerhaftung in Fleischindustrie

09.42 Uhr: Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat nach dem jüngsten Corona-Ausbruch in der Fleischindustrie rasche Änderungen im deutschen Arbeitsrecht gefordert. "Wir müssen auch eine Generalunternehmerhaftung haben für die Lebensverhältnisse dieser Menschen, wenn sie zum Beispiel in Sammelunterkünften leben", sagte Laumann dem WDR.

Oft sind ausländische Arbeitnehmer über Subfirmen angestellt. Die Schlachtindustrie habe sich eine Systematik über die Werkverträge angewöhnt, wo man einfach sagen müsse, "dass sich die Besitzer von Schlachthöfen nicht mehr verantwortlich fühlen für große Teile der Belegschaft", sagte Laumann.

"Ich finde, wir brauchen jetzt wirklich eine klare restriktive Gesetzesüberarbeitung. Und es muss im Grunde dazu kommen, dass der, der einen Schlachthof besitzt, auch eine Haftung hat für die Werkvertragsarbeitnehmer", sagte er. Der jüngste Corona-Ausbruch in der Fleischindustrie wurde bei Deutschlands Marktführer Tönnies im Werk Rheda-Wiedenbrück festgestellt. Mehr als 650 Menschen haben sich dort infiziert.

Orban gibt Sondervollmachten ab

09.20 Uhr: Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat seine umstrittenen Sondervollmachten zur Bekämpfung der Coronakrise abgegeben. Mit einem Regierungserlass hob der rechtsnationale Politiker am Mittwochabend den Gefahrennotstand auf. Auf dessen Grundlage hatte ihn das Parlament Ende März mit umfassenden und Sondervollmachten ausgestattet, die ursprünglich zeitlich unbefristet waren.

Orban war dafür im In- und Ausland scharf kritisiert worden, er neigt zu einem autoritären Regierungsstil. In einem weiteren Erlass verhängte der ungarische Regierungschef den Gesundheitsnotstand, der nunmehr an die Stelle des Gefahrennotstands tritt. Dieser erlaubt es ihm, einen Teil der Vollmachten weiter auszuüben.

Den Gesundheitsnotstand definieren Gesetze, die das Parlament am vergangenen Dienstag im Zusammenhang mit der Aufhebung von Orbans Sondervollmachten beschlossen hatte. Er gilt für ein halbes Jahr, die Regierung kann ihn verlängern. Weder für seine Verhängung noch für seine Verlängerung bedarf es der Zustimmung des Parlaments. Menschenrechtler kritisieren, dass sich Orban damit weiterhin die Möglichkeit fürs Durchregieren auf dem Verordnungswege gesichert hat.

Türkei kritisiert Einstufung als Corona-Risikogebiet

07.54 Uhr: Die Türkei hat die Einstufung als Corona-Risikogebiet durch die Bundesregierung kritisiert. "Eine solche Einstufung stimmt unseres Erachtens auf keinen Fall mit der objektiven Sachlage überein und die Türkei verdient nicht eine solche Klassifizierung", erklärte die türkische Botschaft in Berlin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. "Das Gleiche gilt selbstverständlich für die Reisewarnung."

Die Bundesregierung hatte die Türkei am Montag zusammen mit 130 weiteren Ländern als Corona-Risikogebiet eingestuft. Aus einem Risikogebiet in Deutschland Einreisende müssen damit rechnen, dass sie 14 Tage in Quarantäne müssen. Für diese Länder ist eine Aufhebung der für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union - auch für die Türkei - geltenden Reisewarnung derzeit unwahrscheinlich.

Die Türkei, das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen nach Spanien und Italien, dringt auf eine Aufhebung dieser Reisewarnung. In der Erklärung der Botschaft heißt es, man habe bei der Bekämpfung der Pandemie "eine vorbildliche Leistung" vollbracht. "Viele EU-Mitglieder waren von der Pandemie weitaus stärker als die Türkei betroffen und laut WHO-Statistiken ist die Anzahl der aktiven Covid-19 Fälle in der Türkei viel niedriger als in vielen EU-Staaten." Die Botschaft verwies auch auf 39.000 Intensivbetten im Land. Die Zahl der Toten sei geringer als in Deutschland bei etwa gleicher Einwohnerzahl.

"Die Urlaubsorte waren genauso wenig betroffen, wie die deutschen Küstenregionen", heißt es in der Erklärung. Es sei schwer zu verstehen, aufgrund welcher wissenschaftlichen Kriterien die Türkei als Risikogebiet eingestuft worden sei. "Dementsprechend hoffen und erwarten wir, dass die Bundesregierung sowohl die Einstufung der Türkei als Risikogebiet als auch die Reisewarnung für die Türkei schnellstmöglich aufheben wird."

Brasilien vermeldet erneut mehr als 1200 Corona-Tote in 24 Stunden

07.30 Uhr: Brasilien hat den zweiten Tag hintereinander mehr als 1200 Corona-Tote innerhalb von 24 Stunden registriert. Wie das Gesundheitsministerium in Brasília am Mittwochabend (Ortszeit) mitteilte, starben 1269 Patienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus in diesem Zeitraum. Damit stieg die Gesamtzahl der Corona-Toten in Brasilien auf 46.510. Insgesamt rund 955.400 Menschen haben sich in dem größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas nach den offiziellen Statistiken mit dem Coronavirus infiziert.

Nur in den USA wurden bislang mehr Infektionen und Tote verzeichnet. Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien und Schätzungen von Organisationen legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bislang bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24-mal so groß wie Deutschland.

Fast ein Drittel der zwischen Dienstagabend und Mittwochabend neu registrierten Todesfälle gab es mit an die 400 im Bundesstaat São Paulo. In dem mit mehr als 40 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Bundesstaat Brasiliens gab es bisher auch die meisten Toten insgesamt (11 521). Der Staat Rio de Janeiro mit der gleichnamigen Metropole folgt mit 8138 Todesfällen.

Wie die Reichen aus der Coronakrise kommen

06.00 Uhr: Die Privatvermögen sind im vergangenen Jahr weltweit sprunghaft angestiegen. 2019 erreichen die persönlichen Finanzvermögen 226 Billionen Dollar, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten "Global Wealth Report" der Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG) hervorgeht. Währungsbereinigt belief sich das Wachstum auf 9,6 Prozent. Schneller waren die Vermögen zuletzt 2005 gewachsen. In die Studie flossen unter anderem Bankkonten, Aktien, Anleihen, Fonds und Lebensversicherungen der Weltbevölkerung ein.

Die Vermögen dürften infolge der Pandemie im laufenden Jahr zwar leicht schrumpfen - von 226 Billionen US-Dollar Ende 2019 auf 210 bis 2020 Billionen im laufenden Jahr. Danach wird aber wieder stetiges Wachstum erwartet. Die größten Profiteure sind dabei jene, die ohnehin schon viel Geld haben.

US-Präsident Trump: "Wir werden das Land nicht wieder schließen"

04.52 Uhr: US-Präsident Donald Trump will trotz steigender Infektionszahlen nicht noch mal auf Geschäftsschließungen zur Eindämmung des Virus zurückgreifen. "Wir werden das Land nicht wieder schließen. Das werden wir nicht tun müssen", betonte Trump in einem Interview mit dem Sender Fox News Channel. Auch der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Larry Kudlow, und Finanzminister Steven Mnuchin hatten zuvor gesagt, die Vereinigten Staaten könnten die Wirtschaft nicht wieder stilllegen. Bislang sind in den USA rund 2,16 Millionen Amerikaner mit dem neuartigen Coronavirus infiziert und fast 118.000 US-Bürger an den Folgen von Covid-19 gestorben.

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580 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

04.37 Uhr: Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 580 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Coronakrise 187.764 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete - der Datenstand ist vom 18.6. um 0.00 Uhr.

8856 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 26 im Vergleich zum Vortag. Etwa 174.100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, sank nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 17.6., 0.00 Uhr, unter die kritische Marke von 1,0 auf 0,86. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt.

40.300 ausländische Erntehelfer mit Sonderregelung eingereist

04.15 Uhr: Mit der Sonderregelung für die Landwirtschaft wegen der Coronakrise sind im Frühjahr insgesamt 40.300 Saisonkräfte aus dem Ausland nach Deutschland gekommen. Das teilte der Bauernverband nach Daten der Bundespolizei mit. Damit wurde das mögliche Kontingent von bis zu 80.000 ausländischen Erntehelfern zur Hälfte ausgeschöpft. Einreisen angemeldet hatten demnach 2300 Landwirtschaftsbetriebe.

Erntehelfer auf Spargelfeld in Baden-Württemberg

Erntehelfer auf Spargelfeld in Baden-Württemberg

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Michael Weber IMAGEPOWER/ imago images/Michael Weber

Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Sonderregelung sei wegen der geschlossenen Grenzen extrem wichtig für die Betriebe gewesen. Nur so hätten sie weiter der Verpflichtung nachkommen können, die Bevölkerung mit heimischen Nahrungsmitteln zu versorgen. Angesichts drohender Engpässe hatte die Bundesregierung die begrenzte Einreise von Saisonkräften nur per Flugzeug erlaubt. Damit verbunden waren strenge Vorgaben zum Gesundheitsschutz.

Die Sonderregelung für April und Mai wurde einmal verlängert und lief am vergangenen Montag aus. Seit Dienstag können Erntehelfer aus EU-Ländern auch wieder auf dem Landweg und "ohne die bisherigen Beschränkungen" einreisen, wie ein Konzept von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) festlegt. Die neuen Regelungen gelten nun bis Jahresende und schreiben weiterhin Corona-Schutzvorgaben vor.

Neuseeland mit schwerstem Konjunktureinbruch seit Jahrzehnten 

03.47 Uhr: Neuseeland muss wegen der Coronakrise den schwersten Konjunktureinbruch seit rund drei Jahrzehnten verkraften. Wie die Regierung am Donnerstag bekannt gab, schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 1,6 Prozent zum Vorquartal. Das ist der erste Rückgang seit Dezember 2010 und zugleich der höchste zum Vorquartal seit März 1991, als Neuseelands Wirtschaftsleistung um 2,4 Prozent gesunken war. Die Regierung führte den Konjunktureinbruch auf die Auswirkungen der Reise- und Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie zurück.

Die Regierung warnte jedoch, dass sich in den BIP-Zahlen lediglich erst ein Teil des am Ende über das ganze Land verhängten Lockdowns widerspiegele. Die wirtschaftlichen Aktivitäten im Land seien drastisch zurückgegangen, sobald die Grenzen des Landes am 19. März geschlossen worden seien, hieß es. Sämtliche nicht zum Leben zwingend notwendigen Geschäftsaktivitäten kamen dann am 24. März zum Erliegen. Daher würden die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf die Wirtschaft erst in den Daten zum zweiten Quartal voll zum Tragen kommen.

Präsident von Honduras nach Covid-19-Diagnose im Krankenhaus

01.55 Uhr: Der an Covid-19 erkrankte honduranische Präsident Juan Orlando Hernández ist mit einer Lungenentzündung in einem Krankenhaus aufgenommen worden. Der Staats- und Regierungschef werde dort intravenös behandelt, erklärte ein Sprecher der Risikomanagement-Behörde des mittelamerikanischen Landes am Mittwoch vor Journalisten. Es gehe Hernández aber gut.

Der honduranische Präsident Juan Orlando Hernández gibt im Fernsehen bekannt: Er ist infiziert, ist wegen Covid-19 in Behandlung

Der honduranische Präsident Juan Orlando Hernández gibt im Fernsehen bekannt: Er ist infiziert, ist wegen Covid-19 in Behandlung

Foto: ORLANDO SIERRA/ AFP

Der 51-jährige Präsident hatte nur wenige Stunden zuvor, am Dienstagabend, bekannt gegeben, dass er an Covid-19 erkrankt ist. Er habe allerdings nur leichte Symptome der Lungenkrankheit und werde all seine Aufgaben aus der Isolation heraus weiter wahrnehmen. Auch seine Ehefrau Ana García de Hernández und zwei seiner Mitarbeiter seien positiv auf das Coronavirus getestet worden, hatte er gesagt. Die First Lady habe keine Symptome.

"Wegen meiner Arbeit habe ich nicht zu hundert Prozent zu Hause bleiben können", betonte Hernández. Er reiht sich in eine kleine Gruppe von Staats- oder Regierungschefs ein, die sich bisher während der globalen Pandemie mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt haben. Prominentestes Beispiel ist der britische Premierminister Boris Johnson, der im April eine Woche im Krankenhaus verbringen musste, drei Tage davon auf der Intensivstation.

DGB und Verbraucherschützer fordern Verlängerung des Mieterschutzes in Coronakrise

01.11 Uhr: Mieter und private Kreditnehmer sollen nach dem Willen von Gewerkschaften und Verbraucherschützern länger vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise geschützt werden. Ein Ende dieses Monats auslaufendes Moratorium für die Zahlung von Miete, Strom, Gas, Telefon und laufenden Krediten müsse um drei Monate bis Ende September verlängert werden, forderte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) und der Deutsche Mieterbund (DMB) in einer gemeinsamen Erklärung.

Der Vorstand des VZBV, Klaus Müller, verlangte, die Bundesregierung müsse wie versprochen alles dafür tun, um die wirtschaftliche Existenz der Menschen in der Coronakrise zu sichern. "Die eigene Wohnung, die Versorgung mit Strom, Wasser und Kommunikation sind lebensnotwendig und nicht verhandelbar", sagte Müller.

Habeck: Corona-App muss auch auf alten Smartphones laufen

01.05 Uhr: Grünenchef Robert Habeck hat Einschränkungen der Corona-Warn-App kritisiert. "Es ist wirklich ein Problem, dass die App nur auf neueren Smartphones läuft. Dadurch lässt sie ausgerechnet Ältere oder Menschen mit wenig Geld außen vor", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). "Auch sie müssen erfahren können, ob sie mit Infizierten Kontakt hatten. Die Bundesregierung muss jetzt alles dafür tun, dass möglichst alle Menschen die App nutzen können."

Habeck plädierte zudem dafür, den Einsatz der App gesetzlich zu regeln, um das Vertrauen der Bevölkerung zu erhöhen. "Die App muss streng zweckgebunden und freiwillig bleiben."

Auch Ex-SPD-Chef Franz Müntefering mahnte die Einschränkung an. "Dringenden Besserungsbedarf gibt es in Bezug auf ältere Geräte, auf denen die App nicht funktioniert. Davon sind Senioren besonders betroffen", sagte der 80-Jährige, der auch Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen ist, dem Nachrichtenportal T-Online.de.

WHO stellt klinische Studien mit Hydroxychloroquin ein

00.28 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die klinischen Studien zur Wirksamkeit des Medikaments Hydroxychloroquin im Kampf gegen das Coronavirus endgültig eingestellt. Erkenntnisse aus eigenen Studienreihen und anderen Veröffentlichungen hätten gezeigt, dass das Medikament die Sterblichkeitsrate von Covid-19-Patienten nicht senke, sagte die WHO-Expertin Ana Maria Henao-Restrepo am Mittwoch bei einer virtuellen Pressekonferenz in Genf.

Die WHO hatte Tests mit Hydroxychloroquin ebenso wie mit anderen Medikamenten in einer Studie mit dem Namen "Solidarity" (Solidarität) begonnen. Nachdem eine umstrittene Studie zu dem Schluss gekommen war, dass Hydroxychloroquin Patienten mit Covid-19 zusätzlich gefährden könnte, waren die klinischen Tests mit dem Malariamittel vorübergehend ausgesetzt worden. Später wurden sie jedoch wieder aufgenommen.

Das Malariamittel ist in der Behandlung von Covid-19-Patienten seit längerem umstritten. Vor Kurzem hatte auch die US-Arzneimittelbehörde FDA eine Sondergenehmigung für Hydroxychloroquin und Chloroquin zum Einsatz gegen das Coronavirus zurückgezogen. Es könne nicht mehr davon ausgegangen werden, dass die Medikamente bei der Behandlung der von dem Virus verursachten Lungenkrankheit Covid-19 wirksam seien, teilte die Behörde mit.

oka/hba/mes/kko/fek/AFP/dpa/Reuters
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