Extremwetterkongress Immer mehr heiße Tage in Deutschland

In den Fünfzigerjahren gab es an etwa drei Tagen im Jahr Temperaturen von über 30 Grad – heute sind es neun. Wissenschaftler warnen: Besonders in Süddeutschland könnte die Zahl der Hitzetage schnell steigen.
Niedrigwasser am Rhein in Lorchhausen: Wochenlange Trockenheit (Bild von August)

Niedrigwasser am Rhein in Lorchhausen: Wochenlange Trockenheit (Bild von August)

Foto: rheinmainfoto / IMAGO

In Deutschland wird es heißer: Die Zahl heißer Tage in Deutschland mit einer Lufttemperatur von mindestens 30 Grad hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark erhöht. Sie verdreifachte sich, über ganz Deutschland gemittelt, seit den Fünfzigerjahren von etwa drei Tagen pro Jahr auf derzeit durchschnittlich neun Tage pro Jahr, heißt es in einem Papier zum Stand der Wissenschaft, das am Mittwoch auf dem Extremwetterkongress in Hamburg vorgestellt werden soll. Die mittlere Anzahl der Eistage – jene Tage, an denen die maximale Lufttemperatur weniger als 0 Grad beträgt – habe im gleichen Zeitraum von 28 Tagen auf 19 Tage abgenommen.

Am 20. Juli dieses Jahres beispielsweise wurde den Angaben zufolge während einer intensiven Hitzewelle in Hamburg-Neuwiedenthal eine Tageshöchsttemperatur von 40,1 Grad gemessen – so weit nördlich sind in Mitteleuropa noch nie Temperaturen von über 40 Grad gemessen worden. In vielen Regionen komme es seit den Neunzigerjahren zu einer massiven Häufung von Hitzewellen.

»Dieser Effekt ist eine Folge der globalen Erwärmung und des damit auch in Deutschland erfolgenden deutlichen Temperaturanstieges«, schreiben die Wissenschaftler in dem Papier, das von dem Kongress und dem Deutschen Wetterdienst herausgegeben wurde. »Bei ungebremstem Treibhausgasausstoß wird für den Zeitraum 2031 bis 2060 eine weitere Zunahme um fünf bis zehn heiße Tage im Jahr in Norddeutschland und zehn bis zwanzig heiße Tage in Süddeutschland erwartet.«

Der Extremwetterkongress findet Mittwoch bis Freitag im Internationalen Maritimen Museum in der Hansestadt statt. Rund 100 Wissenschaftler und Experten stellen neueste Erkenntnisse vor, wie Organisator und Meteorologe Frank Böttcher ankündigte. Erwartet werden auch Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne), der Expeditionsforscher Arved Fuchs und die Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer.

ani/dpa
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