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Hausmitteilung HAUSMITTEILUNG

aus SPIEGEL Wissen 4/2009

Nacht für Nacht durchleben wir jene immergleiche Metamorphose: Die Körpersysteme werden heruntergefahren, unser Bewusstsein schaltet um - wir schlafen. Doch das Gehirn bleibt weiter aktiv und schickt uns in die irre Welt der Träume. Im Schnitt verbringen wir rund 25 Jahre unseres Lebens in diesem merkwürdigen Off-Modus. Was hat sich die Evolution dabei gedacht?

Auch Schlafforscher wie Jürgen Zulley in Regensburg suchen darauf noch nach abschließenden Antworten. Im Gespräch mit den SPIEGEL-Redakteuren Annette Großbongardt, die dieses Heft konzipiert hat, und Norbert F. Pötzl erklärt er die lebenswichtigen Prozesse, die im Schlaf ablaufen. Doch das Einschlafen wie der Schlaf selbst bleiben noch immer ein »Rätsel«, räumt Zulley ein. Schlafgestörten empfiehlt der Experte, am Abend einen Schlussstrich zum Tag zu ziehen: »Entspannung ist der Königsweg in den Schlaf« (Seite 24). SPIEGEL-Redakteurin Karen Andresen besuchte Zulleys Schlafschule, um das Therapieangebot zu begutachten. Die Menschen, die sie dort traf, »hatten sich meist schon jahrelang mit ihren Schlafstörungen herumgequält«, so Andresen (Seite 52). Den Weg eines Apnoe-Patienten ins Schlaflabor begleitete Steffen Winter in Dresden und war überrascht, »wie schnell dieser trotz aller Kabel in den Schlaf sank« (Seite 48).

Dem Geheimnis der Träume ist der Neuropsychologe und Analytiker Mark Solms auf der Spur. Mit seinen Untersuchungen an Hirnverletzten hat Solms die Traumforschung umgekrempelt. Die SPIEGEL-Redakteurinnen Annette Großbongardt und Beate Lakotta trafen den renommierten Forscher in London, wo er ihnen auch Einblick in seine eigenen Träume gewährte. »Der instinktive, emotionale Teil unseres Bewusstseins wird aufgedeckt«, sagt Solms, der eine Freud-Renaissance mitbegründet hat (Seite 104).

Viele Tiere sind Extremschläfer, fand SPIEGEL-Redakteur Philip Bethge: Junge Schwertwale etwa schlafen fast nie, später dösen sie, wie auch Stockenten, mit halbem Hirn; Alpenmurmeltiere schlafen bis zu sieben Monate, Zugvögel womöglich sogar im Flug. Als Bethge in Los Angeles den Schlafforscher Jerome Siegel besuchte, erfuhr er von einem weiteren tierischen Rekord: Das australische Schnabeltier ist ein Weltmeister im Träumen. »Doch wovon die Tiere träumen«, so Bethge, »werden wir nie erfahren« (Seite 90).

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